8.6. Wenn etwas schiefgeht

Es gibt vier Hauptfehlerquellen beim Erstellen eines angepassten Kernels:

config verursacht Fehler:

Wenn config fehlschlägt, zeigt es die Nummer der Zeile an, die das Problem verursacht. Bei der folgenden Fehlermeldung sollten Sie die angegebene Zeile mit GENERIC oder NOTES vergleichen und sicherstellen, dass das Schlüsselwort in Zeile 17 richtig geschrieben ist:

config: line 17: syntax error
make verursacht Fehler:

Wenn make fehlschlägt, liegen meistens Fehler in der Konfigurationsdatei vor, die aber nicht schwerwiegend genug für config waren. Überprüfen Sie die Konfiguration und wenn Sie keinen Fehler entdecken können, schicken Sie eine E-Mail mit der Kernelkonfigurationsdatei an die Mailingliste 'Fragen und Antworten zu FreeBSD' .

Der Kernel bootet nicht:

Wenn der neue Kernel nicht bootet oder die Geräte nicht erkannt werden, ist das noch kein Grund zur Panik. Glücklicherweise besitzt FreeBSD einen exzellenten Mechanismus zur Wiederherstellung nach dem Einsatz inkompatibler Kernel. Wählen Sie einfach den zu bootenden Kernel im FreeBSD Bootloader aus. Dazu wählen Sie im Bootmenü die Option Escape to a loader prompt. Danach geben Sie am Prompt boot kernel.old oder den Namen eines anderen Kernels ein, der sauber bootet.

Nun kann die Konfiguration noch einmal überprüft und der Kernel neu kompiliert werden. Dazu ist /var/log/messages sehr nützlich, da hier sämtliche Kernelmeldungen von jedem erfolgreichen Bootvorgang gespeichert werden. dmesg(8) gibt die Kernelmeldungen vom letzten Bootvorgang aus.

Anmerkung:

Wenn Sie Probleme beim Kernelbau bekommen, heben Sie sich immer eine Kopie von GENERIC oder einen anderen Kernel, der garantiert bootet, auf. Dies ist sehr wichtig, weil jedes Mal, wenn ein neuer Kernel installiert wird, kernel.old mit dem zuletzt installierten Kernel überschrieben wird und dieser möglicherweise nicht bootfähig ist. Verschieben Sie daher den funktionierenden Kernel so schnell wie möglich, indem Sie das Verzeichnis mit dem funktionierenden Kernel umbenennen:

# mv /boot/kernel /boot/kernel.bad
# mv /boot/kernel.good /boot/kernel
Der Kernel funktioniert, aber ps nicht

Wenn Sie eine andere Version des Kernels installiert haben als die, mit der Ihre Systemwerkzeuge gebaut wurden, beispielsweise einen Kernel aus den -CURRENT-Quellen auf einem -RELEASE-System, werden Programme wie ps(1) und vmstat(8) nicht mehr funktionieren. Um dies zu beheben, sollten Sie das komplette System neu bauen und installieren. Achten Sie darauf, dass die Quellen, aus denen das System gebaut wird, zum installierten Kernel passt. Man sollte niemals einen Kernel benutzen, der nicht zur Systemversion passt.

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