Kapitel 15. Serielle Verbindungen

Dieses Kapitel beantwortet häufig gestellte Fragen zu seriellen Verbindungen mit FreeBSD. PPP wird im Abschnitt Netzwerke behandelt.

15.1. Welche seriellen Multi-Port-Karten werden von FreeBSD unterstützt?
15.2. Wie kann ich den boot:-Prompt auf einer seriellen Konsole anzeigen lassen?
15.3. Wie kann ich feststellen, ob FreeBSD meine seriellen Schnittstellen oder Modemkarten gefunden hat?
15.4. Wie kann ich unter FreeBSD auf die seriellen Schnittstellen zugreifen?
15.5. Wie kann ich die Unterstützung für eine Karte mit mehreren seriellen Schnittstellen aktivieren?
15.6. Kann ich die vorgegebenen seriellen Parameter für eine Schnittstelle einstellen?
15.7. Wie kann ich Einwahl-Logins über mein Modem aktivieren?
15.8. Wie kann ich ein Hardware-Terminal mit meiner FreeBSD Box verbinden?
15.9. Warum kann ich tip oder cu nicht laufen lassen?

15.1.

Welche seriellen Multi-Port-Karten werden von FreeBSD unterstützt?

Es existiert eine Liste der unterstützten Karten im Abschnitt Serielle Datenübertragung des Handbuchs.

Die meisten auf den 16550 basierten PCI Multi-Port-Karten werden mühelos unterstützt.

Von einigen NoName-Nachbauten ist ebenfalls bekannt, dass sie funktionieren, speziell von den AST-kompatiblen.

In uart(4) und sio(4) finden Sie weitere Informationen zur Konfiguration solcher Karten.

15.2.

Wie kann ich den boot:-Prompt auf einer seriellen Konsole anzeigen lassen?

Lesen Sie diesen Abschnitt des Handbuchs.

15.3.

Wie kann ich feststellen, ob FreeBSD meine seriellen Schnittstellen oder Modemkarten gefunden hat?

Wenn der FreeBSD Kernel bootet, testet er die seriellen Schnittstellen, für die er konfiguriert wurde. Sie können entweder aufmerksam die Bootmeldungen verfolgen, oder Sie führen den folgenden Befehl aus, nachdem das System hochgefahren ist und läuft:

% dmesg | grep -E "^sio[0-9]"
sio0: <16550A-compatible COM port> port 0x3f8-0x3ff irq 4 flags 0x10 on acpi0
sio0: type 16550A
sio1: <16550A-compatible COM port> port 0x2f8-0x2ff irq 3 on acpi0
sio1: type 16550A

Dieses Beispiel zeigt zwei serielle Schnittstellen. Die erste verwendet Port-Adresse 0x3f8, IRQ4 und hat einen 16550A UART Chip. Die zweite benutzt ebenfalls einen 16550A UART, jedoch Port-Adresse 0x2f8 und IRQ3. Modemkarten werden wie serielle Schnittstellen behandelt. Der einzige Unterschied ist, dass an diesen Schnittstellen immer ein Modem angeschlossen ist.

Der GENERIC-Kernel beinhaltet Unterstützung für zwei serielle Schnittstellen, die den im Beispiel genannten Port und IRQ verwenden. Wenn diese Einstellungen nicht richtig für das System sind, Sie Modemkarten hinzugefügt oder mehr serielle Schnittstellen haben als die Kernelkonfiguration zulässt, konfigurieren Sie den Kernel einfach neu. In dem Kapitel über die Kernelkonfiguration finden Sie mehr Details.

15.4.

Wie kann ich unter FreeBSD auf die seriellen Schnittstellen zugreifen?

Die dritte serielle Schnittstelle, sio2 (COM3), ist /dev/cuad2 für Geräte mit abgehenden Verbindungen und /dev/ttyd2 für Geräte mit eingehenden Verbindungen. Was ist der Unterschied zwischen den beiden Geräteklassen?

Wird /dev/ttydX im blockierenden Modus geöffnet, wartet ein Prozess darauf, dass das entsprechende cuadX Gerät inaktiv und der Empfangssignalpegel aktiv ist. Wird das cuadX Gerät geöffnet, vergewissert es sich, dass die serielle Schnittstelle nicht bereits von dem ttydX Gerät in Gebrauch ist. Sollte die Schnittstelle verfügbar sein, stiehlt es sie von dem ttydX Gerät. Das cuadX Gerät kümmert sich nicht um Trägersignalerkennung. Mit diesem Schema und einem automatisch antwortenden Modem, können sich Benutzer von aussen einloggen, Sie können weiterhin mit demselben Modem wählen und das System kümmert sich um die Konflikte.

15.5.

Wie kann ich die Unterstützung für eine Karte mit mehreren seriellen Schnittstellen aktivieren?

Der Abschnitt über die Kernelkonfiguration bietet Informationen darüber, wie Sie den Kernel konfigurieren. Für eine Karte mit mehreren seriellen Schnittstellen, schreiben Sie eine sio(4) Zeile für jede serielle Schnittstelle auf der Karte in die Datei device.hints(5). Aber achten Sie darauf, den IRQ nur in einem der Einträge zu platzieren. Alle seriellen Schnittstellen auf der Karte sollten sich einen IRQ teilen. Daher sollten Sie den IRQ nur beim letzten Eintrag angeben. Aktivieren Sie auch die folgende Option in der Kernelkonfigurationsdatei:

options COM_MULTIPORT

Das folgende /boot/device.hints Beispiel ist geeignet für eine AST Karte mit 4 seriellen Schnittstellen, die IRQ 12 benutzt:

hint.sio.4.at="isa"
hint.sio.4.port="0x2a0"
hint.sio.4.flags="0x701"
hint.sio.5.at="isa"
hint.sio.5.port="0x2a8"
hint.sio.5.flags="0x701"
hint.sio.6.at="isa"
hint.sio.6.port="0x2b0"
hint.sio.6.flags="0x701"
hint.sio.7.at="isa"
hint.sio.7.port="0x2b8"
hint.sio.7.flags="0x701"
hint.sio.7.irq="12"

Die Flags zeigen an, dass die Master-Schnittstelle die Minor-Nummer 7 (0x700) hat und dass sich alle Schnittstellen einen IRQ (0x001) teilen.

15.6.

Kann ich die vorgegebenen seriellen Parameter für eine Schnittstelle einstellen?

See the Serial Communications section in the FreeBSD Handbook.

15.7.

Wie kann ich Einwahl-Logins über mein Modem aktivieren?

Lesen Sie dazu den Abschnitt über Einwählverbindungen im FreeBSD Handbuch.

15.8.

Wie kann ich ein Hardware-Terminal mit meiner FreeBSD Box verbinden?

Diese Information finden Sie im Abschnitt Terminals im FreeBSD Handbuch.

15.9.

Warum kann ich tip oder cu nicht laufen lassen?

Die Programme tip(1) und cu(1) können auf das Verzeichnis /var/spool/lock nur über den Benutzer uucp und die Gruppe dialer zugreifen. Benutzen Sie die Gruppe dialer um zu kontrollieren, wer Zugriff auf das Modem oder entfernte Systeme hat. Fügen Sie diese Benutzerkonten einfach selbst zur Gruppe dialer hinzu.

Alternativ können Sie jeden Benutzer auf dem System tip(1) und cu(1) verwenden lassen, dazu müssen Sie folgendes eingeben:

# chmod 4511 /usr/bin/cu
# chmod 4511 /usr/bin/tip

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