Kapitel 3. Installation

Nik Clayton
3.1. Welche Plattform soll ich herunterladen? Ich habe eine 64-Bit-fähige Intel® CPU, aber ich sehe nur amd64.
3.2. Welche Datei muss ich herunterladen, um FreeBSD zu bekommen?
3.3. Was mache ich, wenn das Image nicht bootet?
3.4. Wo befinden sich die Anweisungen zur Installation von FreeBSD?
3.5. Was sind die Mindestanforderungen zum Betrieb von FreeBSD?
3.6. Wie kann ich ein angepasstes Installationsmedium erstellen?
3.7. Kann Windows® neben FreeBSD existieren?
3.8. Ein anderes Betriebssystem hat meinen Bootmanager zerstört! Wie stelle ich ihn wieder her?
3.9. Ich habe zur Installation von CD gebootet, aber das Installationsprogramm sagt mir, dass es kein CD-ROM gefunden hat. Wo ist es hin?
3.10. Muss ich den vollständigen Quellcode installieren?
3.11. Muss ich einen Kernel erstellen?
3.12. Soll ich DES, Blowfish oder MD5 zur Verschlüsselung der Passwörter benutzen?
3.13. Wo liegen die Grenzen für FFS-Dateisysteme?
3.14. Wieso erhalte ich die Fehlermeldung readin.failed, nachdem ich einen neuen Kernel erstellt und gebootet habe?
3.15. Gibt es ein Programm, mit dem ich nach der Installation weitere Konfigurationen ausführen kann?

3.1.

Welche Plattform soll ich herunterladen? Ich habe eine 64-Bit-fähige Intel® CPU, aber ich sehe nur amd64.

Unter FreeBSD wird der Begriff amd64 für 64-Bit-kompatibel x86-Architekturen verwendet (auch als "x86-64" oder "x64" bekannt). Die meisten modernen Rechner sollten amd64 verwenden. Ältere Hardware sollte i386 verwenden. Wenn Sie FreeBSD auf einer nicht-x86-kompatible Architektur installieren, wählen Sie die Plattform, die am besten mit der verwendeten Hardware übereinstimmt.

3.2.

Welche Datei muss ich herunterladen, um FreeBSD zu bekommen?

Auf der Seite Download FreeBSD können Sie das [iso] für die entsprechende Hardware wählen.

Sie können eine der folgenden Dateien wählen:

DateiBeschreibung
disc1.isoEnthält die FreeBSD Installation und einen minimalen Satz an Paketen.
dvd1.isoÄhnlich wie disc1.iso, aber mit zusätzlichen Paketen.
memstick.imgEnthält ein bootfähiges Image, das Sie auf einem USB-Stick speichern können.
bootonly.isoEin minimales Image, das für die Installation von FreeBSD Netzwerkzugriff benötigt.

pc98-Benutzer benötigen drei Floppy-Images: floppies/boot.flp, floppies/kern1.flp, floppies/kern2.flp, und floppies/mfsroot1.flp. Diese Images müssen mit Hilfe von Werkzeugen wie dd(1) auf Disketten kopiert werden.

Eine vollständige Anleitung für dieses Vorgehen und weitere Informationen zur Installation finden Sie im Handbucheintrag zur Installation von FreeBSD.

3.3.

Was mache ich, wenn das Image nicht bootet?

Stellen Sie sicher, dass Sie das Image im binary-Modus herunterladen, wenn Sie FTP verwenden.

Einige FTP-Clients benutzen als Voreinstellung den ascii-Modus und versuchen, alle Zeilenendezeichen an das Zielsystem anzupassen. Dadurch wird das Boot-Image fast immer unbrauchbar. Überprüfen Sie daher die SHA-256 Prüfsumme des heruntergeladenen Boot-Images: wenn diese nicht genau mit der Prüfsumme auf dem Server übereinstimmt, sollten Sie das Image verwerfen und den Download erneut versuchen.

Wenn Sie einen FTP-Client für die Kommandozeile benutzen, geben Sie am FTP-Prompt binary ein, nachdem Sie sich mit dem Server verbunden haben und bevor Sie das Image herunterladen.

3.4.

Wo befinden sich die Anweisungen zur Installation von FreeBSD?

Installationsanleitungen finden Sie im Handbucheintrag zur Installation von FreeBSD.

3.5.

Was sind die Mindestanforderungen zum Betrieb von FreeBSD?

Der Betrieb von FreeBSD erfordert mindestens einen 486er Prozessor, 64 MB RAM sowie mindestens 1.1 GB an Festplattenspeicher.

3.6.

Wie kann ich ein angepasstes Installationsmedium erstellen?

Individuelle FreeBSD Installationsmedien können über den Bau eines Releases erzeugt werden. Folgen Sie den Anweisungen im Artikel Release Engineering.

3.7.

Kann Windows® neben FreeBSD existieren?

Ja, vorausgesetzt Sie installieren zuerst Windows®. Der Bootmanager von FreeBSD kann dann entweder Windows® oder FreeBSD booten. Falls Sie Windows® nach FreeBSD installieren, wird es, ohne zu fragen, den Bootmanager überschreiben. Lesen Sie den nächsten Abschnitt, falls das passieren sollte.

3.8.

Ein anderes Betriebssystem hat meinen Bootmanager zerstört! Wie stelle ich ihn wieder her?

Das hängt vom Bootmanager ab. Der FreeBSD Bootmanager kann mit boot0cfg(8) neu installiert werden. Benutzen Sie bspw. folgendes Kommando, um den auf der Platte ada0 wiederherzustellen:

# boot0cfg -B ada0

Der MBR Bootloader kann mit gpart(8) installiert werden:

# gpart bootcode -b /boot/mbr ada0

Für anspruchsvollere Situationen, u. a. mit GPT partitionierte Platten, lesen Sie gpart(8).

3.9.

Ich habe zur Installation von CD gebootet, aber das Installationsprogramm sagt mir, dass es kein CD-ROM gefunden hat. Wo ist es hin?

Dieses Problem wird üblicherweise durch ein falsch konfiguriertes CD-ROM verursacht. Bei vielen PCs ist das CD-ROM der Slave am zweiten IDE-Controller, ein Master ist nicht vorhanden. Laut ATAPI-Spezifikation ist diese Konfiguration ungültig, aber Windows® verletzt die Spezifikation und das BIOS ignoriert sie, wenn es von einem CD-ROM booten soll. Daher konnten Sie zwar vom CD-ROM booten, während FreeBSD es nicht für die Installation benutzen kann.

Um dieses Problem zu lösen, müssen Sie entweder das CD-ROM als Master an den IDE-Controller anschließen oder dafür sorgen, dass an dem vom CD-ROM genutzten IDE-Controller das CD-ROM als Slave und ein anderes Gerät als Master angeschlossen ist.

3.10.

Muss ich den vollständigen Quellcode installieren?

Im allgemeinen nicht. Es gibt keine Komponenten im Betriebssystem, welche das Vorhandensein des Quellcodes erfordern. Einge Ports, wie sysutils/lsof, werden aber nicht bauen solange der Quellcode nicht installiert ist. Insbesondere dann, wenn der Port ein Kernel-Modul erzeugt oder direkt mit den Strukturen des Kernels arbeitet, müssen die Quellen installiert werden.

3.11.

Muss ich einen Kernel erstellen?

Normalerweise nicht. Der GENERIC-Kernel enthält bereits die Treiber, die ein gewöhnlicher Rechner benötigt. freebsd-update(8), das Werkzeug zur binären Aktualisierung von FreeBSD, ist jedoch nicht in der Lage angepasste Kernel zu aktualisieren. Dies ist ein weiterer Grund, wenn möglich, den GENERIC-Kernel einzusetzen. Für Rechner mit wenig RAM, bspw. eingebettete Systeme, kann es sich lohnen einen kleinen, angepassten Kernel zu erstellen, der nur die erforderlichen Treiber enthält.

3.12.

Soll ich DES, Blowfish oder MD5 zur Verschlüsselung der Passwörter benutzen?

FreeBSD 9 und neuere Versionen verwenden voreingestellt SHA512. Für die Abwärtskompatibilität mit älteren Betriebssystemen werden auch noch die weniger sicheren DES Passwörter unterstützt. FreeBSD unterstützt auch noch die Passwort-Formate Blowfish und MD5. Welches Format für neue Benutzer verwendet wird, wird mit passwd_format in /etc/login.conf gesteuert. Mögliche Werte sind des, blf (falls verfügbar), oder md5. Weitere Informationen finden Sie in der Manualpage login.conf(5).

3.13.

Wo liegen die Grenzen für FFS-Dateisysteme?

Für FFS Dateisysteme ist die Größe des Dateisystems durch den Arbeitsspeicher abhängig, der benötigt wird um das Dateisystem mit fsck(8) zu prüfen. fsck(8) benötigt pro Fragment ein Bit, was bei einer Fragmentgröße von 4 KB bis 32 MB Arbeitsspeicher pro Terrabyte Plattenspeicher entspricht. Das bedeutet, dass auf Architekturen, die Userland-Prozesse auf 2 GB beschränken (zum Beispiel bei i386™), fsck(8) ein Dateisystem von ~ 60 TB prüfen kann.

Wenn es kein fsck(8) Limit gäbe, würde die maximale Größe eines Dateisystems 2 ^ 64 (Blöcke) * 32 KB => 16 Exa * 32 KB => 512 ZettaBytes betragen.

Die maximale Größer einer einzelnen FFS-Datei würde mit einer Standard-Blockgröße von 32 KB in etwa 2 Petabyte betragen. Jeder 32 KB-Block kann auf bis zu 4096 Blöcke verweisen. Mit dreifacher Indirektion ist die Berechnung 32 KB * 12 + 32 KB * 4096 + 32 KB * 4096 ^ 2 + 32 KB * 4096 ^ 3. Eine Erhöhung der Blockgröße auf 64 KB wird die maximale Dateigröße um den Faktor 16 erhöhen.

3.14.

Wieso erhalte ich die Fehlermeldung readin.failed, nachdem ich einen neuen Kernel erstellt und gebootet habe?

Das System und der Kernel sind nicht synchron. Dies wird nicht unterstützt. Stellen Sie sicher, dass Sie make buildworld und make buildkernel zum Aktualisieren des Kernels benutzen.

Starten Sie das System und wählen Sie den Kernel während der zweiten Bootphase aus. Drücken Sie dazu eine beliebige Taste, wenn das Zeichen | erscheint und bevor der Loader gestartet wird.

3.15.

Gibt es ein Programm, mit dem ich nach der Installation weitere Konfigurationen ausführen kann?

Ja. bsdconfig bietet eine einfache Oberfläche zur Konfiguration von FreeBSD.

Wenn Sie Fragen zu FreeBSD haben, schicken Sie eine E-Mail an <de-bsd-questions@de.FreeBSD.org>.

Wenn Sie Fragen zu dieser Dokumentation haben, schicken Sie eine E-Mail an <de-bsd-translators@de.FreeBSD.org>.