5.9. Fehlersuche

Wenn die Maus nicht funktioniert, müssen Sie diese zuerst konfigurieren. In neueren Versionen von Xorg werden die InputDevice-Abschnitte in xorg.conf ignoriert, um stattdessen die automatisch erkannten Geräte zu verwenden. Um das alte Verhalten wiederherzustellen, fügen Sie folgende Zeile zum Abschnitt ServerLayout oder ServerFlags dieser Datei hinzu:

Option "AutoAddDevices" "false"

Anmerkung:

Wie zuvor erwähnt, wird standardmäßig der hald-Dienst automatisch die Tastatur erkennen. Es kann jedoch passieren, dass das Tastaturlayout oder das Modell nicht korrekt erkannt wird. Grafische Oberflächen wie GNOME, KDE oder Xfce stellen Werkzeuge für die Konfiguration der Tastatur bereit. Es ist allerdings auch möglich, die Tastatureigenschaften direkt zu setzen, entweder mit Hilfe von setxkbmap(1) oder mit einer Konfigurationsregel von hald.

Wenn Sie zum Beispiel eine PC 102-Tasten Tastatur mit französischem Layout verwenden möchten, müssen sie eine Tastaturkonfigurationsdatei x11-input.fdi für hald im Verzeichnis /usr/local/etc/hal/fdi/policy anlegen. Diese Datei sollte die folgenden Zeilen enthalten:

<?xml version="1.0" encoding="iso-8859-1"?>
<deviceinfo version="0.2">
  <device>
    <match key="info.capabilities" contains="input.keyboard">
      <merge key="input.x11_options.XkbModel" type="string">pc102</merge>
      <merge key="input.x11_options.XkbLayout" type="string">fr</merge>
    </match>
  </device>
</deviceinfo>

Wenn diese Datei bereits existiert, kopieren Sie nur die Zeilen in die Datei, welche die Tastaturkonfiguration betreffen.

Sie müssen Ihren Computer neu starten, um hald zu zwingen, diese Datei einzulesen.

Es ist auch möglich, die gleiche Konfiguration von einem X-Terminal oder einem Skript über den folgenden Befehl heraus zu tätigen:

% setxkbmap -model pc102 -layout fr

/usr/local/share/X11/xkb/rules/base.lst enthält die zur Verfügung stehenden Tastatur- und Layoutoptionen.

Die Konfigurationsdatei xorg.conf.new kann nun an bestimmte Bedürfnisse angepasst werden. Öffnen Sie die Datei in einem Editor, wie emacs(1) oder ee(1). Falls der Monitor ein älteres oder ungewöhnliches Modell ist und keine automatische Erkennung unterstützt, können die Synchronisationsfrequenzen im Abschnitt "Monitor" der xorg.conf.new eingetragen werden.

Section "Monitor"
      Identifier   "Monitor0"
      VendorName   "Monitor Vendor"
      ModelName    "Monitor Model"
      HorizSync    30-107
      VertRefresh  48-120
EndSection

Die meisten Monitore unterstützen die automatische Erkennung der Synchronisationsfrequenzen, so dass eine manuelle Eingabe der Werte nicht erforderlich ist. Für die wenigen Monitore, die keine automatische Erkennung unterstützen, sollten nur die vom Hersteller zur Verfügung gestellten Werte eingegeben werden, um einen möglichen Schaden zu vermeiden.

X unterstützt die Energiesparfunktionen (DPMS, Energy Star) für Monitore. Mit xset(1) können die Zeitlimits für die DPMS-Modi standby, suspend, off vorgeben, oder zwingend aktiviert werden. Die DPMS-Funktionen können mit der folgenden Zeile im Abschnitt "Monitor" aktiviert werden:

Option         "DPMS"

Die gewünschte Auflösung und Farbtiefe stellen sie im Abschnitt "Screen" ein:

Section "Screen"
      Identifier "Screen0"
      Device     "Card0"
      Monitor    "Monitor0"
      DefaultDepth 24
      SubSection "Display"
	      Viewport  0 0
	      Depth     24
	      Modes     "1024x768"
      EndSubSection
EndSection

Mit DefaultDepth wird die standardmäßige Farbtiefe angegeben. Mit der Option -depth von Xorg(1) lässt sich die vorgegebene Farbtiefe überschreiben. Modes gibt die Auflösung für die angegebene Farbtiefe an. Die Farbtiefe im Beispiel beträgt 24 Bits pro Pixel, die zugehörige Auflösung ist 1024x768 Pixel. Beachten Sie, dass in der Voreinstellung nur Standard-VESA-Modi der Grafikkarte angegeben werden können.

Sichern Sie die Konfigurationsdatei. Testen Sie anschließend die Konfiguration, wie oben beschrieben.

Anmerkung:

Bei der Fehlersuche stehen Ihnen die Protokolldateien von Xorg zur Verfügung. Die Protokolle enthalten Informationen über alle Geräte, die mit dem Xorg-Server verbunden ist. Die Namen der Xorg-Protkolldateien haben das Format /var/log/Xorg.0.log. Der exakte Name der Datei variiert dabei von Xorg.0.log bis Xorg.8.log, und so weiter.

Wenn alles funktioniert, installieren Sie die Datei an einen Ort, an dem Xorg(1) sie finden kann. Typischerweise ist dies /etc/X11/xorg.conf oder /usr/local/etc/X11/xorg.conf.

# cp xorg.conf.new /etc/X11/xorg.conf

Damit ist die Konfiguration von Xorg abgeschlossesn. Xorg kann nun mit dem Programm startx(1) gestartet werden. Alternativ kann der Xorg-Server auch mithilfe von xdm(1) gestartet werden.

5.9.1. Konfiguration des Intel® i810 Graphics Chipsets

Der Intel® i810-Chipset benötigt den Treiber agpgart, die AGP-Schnittstelle für Xorg. Die Manualpage für den Treiber agp(4) enthält weitere Informationen.

Ab jetzt kann die Hardware wie jede andere Grafikkarte auch konfiguriert werden. Beachten Sie, dass der Treiber agp(4) nicht nachträglich in einen laufenden Kernel geladen werden kann. Er muss entweder fest im Kernel eingebunden sein, oder beim Systemstart über /boot/loader.conf geladen werden.

5.9.2. Einen Widescreen-Monitor einsetzen

Dieser Abschnitt geht über die normalen Konfigurationsarbeiten hinaus und setzt ein wenig Vorwissen voraus. Selbst wenn die Standardwerkzeuge zur X-Konfiguration bei diesen Geräten nicht zum Erfolg führen, gibt es in den Protokolldateien genug Informationen, mit denen Sie letztlich doch einen funktionierenden X-Server konfigurieren können. Alles, was Sie dazu benötigen, ist ein Texteditor.

Aktuelle Widescreen-Formate (wie WSXGA, WSXGA+, WUXGA, WXGA, WXGA+, und andere mehr) unterstützen Seitenverhältnisse wie 16:10 oder 10:9, die unter X Probleme verursachen können. Bei einem Seitenverhältnis von 16:10 sind beispielsweise folgende Auflösungen möglich:

  • 2560x1600

  • 1920x1200

  • 1680x1050

  • 1440x900

  • 1280x800

Irgendwann wird die Konfiguration vereinfacht werden, dass nur noch die Auflösung als Mode in Section "Screen" eingtragen wird, so wie hier:

Section "Screen"
Identifier  "Screen 0"
Device	    "Card 0"
Monitor	    "Monitor0"
Default Depth 24
SubSection  "Display"
	ViewPort  0 0
	Depth	  24
	Modes	  "1680x1050"
EndSubSection
EndSection

Xorg ist intelligent genug, um die Informationen zu den Auflösungen über I2C/DDC zu beziehen, und weiß daher, welche Auflösungen und Frequenzen der Widescreen-Monitor unterstützt.

Wenn diese ModeLines in den Treiberdateien nicht vorhanden sind, kann es sein, dass Sie Xorg beim Finden der korrekten Werte unterstützen müssen. Dazu extrahieren Sie die benötigten Informationen aus /var/log/Xorg.0.log und erzeugen daraus eine funktionierende ModeLine. Suchen Sie nach Zeilen ähnlich den folgenden:

(II) MGA(0): Supported additional Video Mode:
(II) MGA(0): clock: 146.2 MHz   Image Size:  433 x 271 mm
(II) MGA(0): h_active: 1680  h_sync: 1784  h_sync_end 1960 h_blank_end 2240 h_border: 0
(II) MGA(0): v_active: 1050  v_sync: 1053  v_sync_end 1059 v_blanking: 1089 v_border: 0
(II) MGA(0): Ranges: V min: 48  V max: 85 Hz, H min: 30  H max: 94 kHz, PixClock max 170 MHz

Diese Informationen werden auch als EDID-Informationen bezeichnet. Um daraus eine funktionierende ModeLine zu erzeugen, müssen lediglich die Zahlen in die korrekte Reihenfolge gebracht werden:

ModeLine <name> <clock> <4 horiz. timings> <4 vert. timings>

Die korrekte ModeLine in Section "Monitor" würde für dieses Beispiel folgendermaßen aussehen:

Section "Monitor"
Identifier      "Monitor1"
VendorName      "Bigname"
ModelName       "BestModel"
ModeLine        "1680x1050" 146.2 1680 1784 1960 2240 1050 1053 1059 1089
Option          "DPMS"
EndSection

Nachdem diese Äderungen durchgeführt sind, sollte X auch auf Ihrem neuen Widescreen-Monitor starten.

5.9.3. Fehersuche in Compiz Fusion

5.9.3.1. Ich habe Compiz Fusion installiert und anschließend die hier erwähnten Kommandos eingegeben. Nun fehlen den Fenstern die Titelleisten und Schaltflächen. Was kann ich tun?
5.9.3.2. Wenn ich Compiz Fusion starte, bringt dass den X-Server zum Absturz. Was kann ich tun?

5.9.3.1.

Ich habe Compiz Fusion installiert und anschließend die hier erwähnten Kommandos eingegeben. Nun fehlen den Fenstern die Titelleisten und Schaltflächen. Was kann ich tun?

Wahrscheinlich fehlt eine Einstellung in /etc/X11/xorg.conf. Überprüfen Sie diese Datei gründlich, und überprüfen Sie insbesondere die Richtlinien DefaultDepth und AddARGBGLXVisuals.

5.9.3.2.

Wenn ich Compiz Fusion starte, bringt dass den X-Server zum Absturz. Was kann ich tun?

Wenn Sie /var/log/Xorg.0.log durchsuchen, finden Sie wahrscheinlich Fehlermeldungen, die während des Starts von X ausgegeben werden. Die häufigste Meldung ist:

(EE) NVIDIA(0):     Failed to initialize the GLX module; please check in your X
(EE) NVIDIA(0):     log file that the GLX module has been loaded in your X
(EE) NVIDIA(0):     server, and that the module is the NVIDIA GLX module.  If
(EE) NVIDIA(0):     you continue to encounter problems, Please try
(EE) NVIDIA(0):     reinstalling the NVIDIA driver.

Dies ist für gewöhnlich der Fall, wenn Sie Xorg aktualisieren. Sie müssen das Paket x11/nvidia-driver neu installieren, damit GLX neu gebaut wird.

Wenn Sie Fragen zu FreeBSD haben, schicken Sie eine E-Mail an <de-bsd-questions@de.FreeBSD.org>.

Wenn Sie Fragen zu dieser Dokumentation haben, schicken Sie eine E-Mail an <de-bsd-translators@de.FreeBSD.org>.