3.2. Die Beschreibungsdateien erstellen

Es gibt zwei Beschreibungsdateien, die für jeden Port benötigt werden, ob sie tatsächlich im Paket enthalten sind oder nicht. Dies sind pkg-descr und pkg-plist. Der pkg- Präfix unterscheidet sie von anderen Dateien.

3.2.1. pkg-descr

Diese enthält eine längere Beschreibung des Ports. Einer oder mehrere Absätze, die kurz und prägnant erklären, was der Port macht, sind ausreichend.

Anmerkung:

pkg-descr enthält keine Anleitung oder detaillierte Beschreibung wie der Port benutzt oder kompiliert wird! Bitte seien Sie vorsichtig, wenn Sie aus dem README oder der Manualpage kopieren ; Diese sind oft keine prägnanten Beschreibungen des Ports oder sie sind in einem ungünstigen Format (Manualpages haben z.B. bündige Zwischenräume). Wenn es für die portierte Software eine offizielle Webseite gibt, sollten Sie diese hier angeben. Fügen Sie hierzu eine der Webseiten mit dem Präfix WWW: ein, damit automatische Werkzeuge korrekt arbeiten.

Das folgende Beispiel zeigt wie Ihre pkg-descr aussehen sollte:

This is a port of oneko, in which a cat chases a poor mouse all over
the screen.
 :
(etc.)

WWW: http://www.oneko.org/

3.2.2. pkg-plist

Diese Datei enthält eine Liste aller Dateien, die von diesem Port installiert werden. Sie wird auch die Packliste genannt, da das Paket durch die hier aufgeführten Dateien erstellt wird. Die Pfadangaben sind relativ zum Installationspräfix (für gewöhnlich /usr/local oder /usr/X11R6). Wenn Sie die MANn-Variablen verwenden (was Sie auch machen sollten), führen Sie hier keine Manualpages auf. Wenn der Port während der Installation Verzeichnisse erstellt, stellen Sie sicher entsprechende @dirrm-Zeilen einzufügen, um die Verzeichnisse zu entfernen, wenn das Paket gelöscht wird.

Hier ist ein kleines Beispiel:

bin/oneko
lib/X11/app-defaults/Oneko
lib/X11/oneko/cat1.xpm
lib/X11/oneko/cat2.xpm
lib/X11/oneko/mouse.xpm
@dirrm lib/X11/oneko

Für weitere Details zur Packliste lesen Sie in der pkg_create(1) Manualpage nach.

Anmerkung:

Es wird empfohlen alle Dateinamen in dieser Datei alphabetisch sortiert zu halten. Das erlaubt Ihnen die Änderungen bei einem Upgrade Ihres Ports deutlich einfacher zu Überprüfen.

Anmerkung:

Eine Packlist von Hand zu erzeugen kann eine sehr mühsame Aufgabe sein. Wenn der Port eine große Anzahl Dateien installiert, kann es Zeit sparen, eine Packliste automatisch zu erstellen.

Es gibt nur einen Fall, in dem pkg-plist weggelassen werden kann. Wenn der Port nur eine handvoll Dateien und Verzeichnisse installiert, können diese in den Variablen PLIST_FILES und PLIST_DIRS im Makefile aufgelistet werden. Zum Beispiel könnten wir im obigen Beispiel ohne pkg-plist für den oneko-Port auskommen, indem wir die folgenden Zeilen ins Makefile einfügen:

PLIST_FILES=    bin/oneko \
                lib/X11/app-defaults/Oneko \
                lib/X11/oneko/cat1.xpm \
                lib/X11/oneko/cat2.xpm \
                lib/X11/oneko/mouse.xpm
PLIST_DIRS=     lib/X11/oneko

Natürlich sollte PLIST_DIRS ungesetzt bleiben, wenn der Port keine eigenen Verzeichnisse installiert.

Der Preis für diese Art die Dateien eines Ports anzugeben ist, dass man keine Befehlsfolgen wie in pkg_create(1) nutzen kann. Deshalb ist es nur für einfache Ports geeignet und macht diese noch einfacher. Gleichzeitig bringt es den Vorteil die Anzahl der Dateien in der Ports-Sammlung zu reduzieren. Deshalb ziehen Sie bitte diese Vorgehensweise in Erwägung, bevor Sie pkg-plist benutzen.

Später werden wir uns ansehen, wie pkg-plist und PLIST_FILES benutzt werden können, um anspruchsvollere Aufgaben zu erfüllen.

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