22.2. FreeBSD als Gast-Betriebssystem

22.2.1. Parallels unter Mac OS® X

Parallels Desktop für Mac® ist ein kommerzielles Softwareprodukt, welches für Intel®-basierende Apple® Mac®-Computer mit Mac OS® X 10.4.6 oder höher verfügbar ist. FreeBSD wird von diesem Softwarepaket als Gast-Betriebssystem vollständig unterstützt. Nach der Installation von Parallels auf Mac OS® X konfigurieren Sie als erstes eine virtuelle Maschine, in der Sie danach das gewünschte Gast-Betriebssystem (in unserem Fall FreeBSD) installieren.

22.2.1.1. Installation von FreeBSD unter Parallels/Mac OS® X

Der erste Schritt bei der Installation von FreeBSD unter Parallels ist es, eine virtuelle Maschine zu konfigurieren, in der Sie FreeBSD installieren können. Dazu wählen Sie bei der Frage nach dem Guest OS Type FreeBSD aus:

Legen Sie geeignete Größen für Festplatten- und Arbeitsspeicher für die zu erstellende FreeBSD-Instanz fest. 4 GB Plattenplatz sowie 512 MB RAM sind in der Regel für die Arbeit unter Parallels ausreichend:

Wählen Sie den gewünschten Netzwerktyp aus und konfigurieren Sie Ihre Netzwerkverbindung:

Speichern Sie Ihre Eingaben, um die Konfiguration abzuschließen:

Nachdem Sie die virtuelle Maschine erstellt haben, installieren Sie im nächsten Schritt FreeBSD in dieser virtuellen Maschine. Dazu verwenden Sie am besten eine offizielle FreeBSD-CDROM oder Sie laden von einem offiziellen FTP-Server ein ISO-Abbild auf Ihren Mac® herunter. Danach klicken Sie auf das Laufwerksymbol in der rechten unteren Ecke des Parallels-Fensters, um das virtuelles Laufwerk mit dem ISO-Abbild oder mit dem physikalischen CD-ROM-Laufwerk des Computers zu verknüpfen.

Nachdem Sie diese Verknüpfung hergestellt haben, starten sie die virtuelle FreeBSD-Maschine neu, indem Sie auf das Symbol Neustarten klicken. Parallels startet nun ein Spezial-BIOS, das zuerst prüft, ob eine CD-ROM eingelegt wurde.

In diesem Fall findet das BIOS ein FreeBSD-Installationsmedium und beginnt eine normale Installation. Versuchen Sie jetzt noch nicht Xorg zu konfigurieren.

Nachdem die Installation abgeschlossen ist, können Sie die virtuelle FreeBSD-Maschine starten.

22.2.1.2. FreeBSD für den Einsatz unter Parallels konfigurieren

Nachdem FreeBSD erfolgreich unter Mac OS® X mit Parallels installiert wurde, sollten Sie das virtuelles FreeBSD-System für virtualisierte Operationen optimieren:

  1. Setzen der Bootloader-Variablen

    Die wichtigste Änderung ist es, die Variable kern.hz zu verkleinern, um so die CPU-Auslastung in der Parallels-Umgebung zu verringern.

    kern.hz=100

    Ohne diese Einstellung kann ein unbeschäftigtes FreeBSD unter Parallels trotzdem rund 15 Prozent der CPU-Leistung eines Single Prozessor iMac®'s verbrauchen. Nach dieser Änderung reduziert sich dieser Wert auf etwa 5 Prozent.

  2. Erstellen einer neuen Kernelkonfigurationsdatei

    Sie können alle SCSI-, FireWire- und USB-Laufwerks-Treiber entfernen. Parallels stellt einen virtuellen Netzwerkadapter bereit, der den ed(4)-Treiber verwendet. Daher können alle Netzwerkgeräte bis auf ed(4) und miibus(4) aus dem Kernel entfernt werden.

  3. Netzwerkbetrieb einrichten

    Die einfachste Netzwerkkonfiguration ist der Einsatz von DHCP, um die virtuelle Maschine mit dem gleichen lokalen Netzwerk, in dem sich der Host-Mac® befindet, zu verbinden. Dazu fügen Sie die Zeile ifconfig_ed0="DHCP" in /etc/rc.conf ein. Weitere Informationen zur Konfiguration des Netzwerks unter FreeBSD finden Sie im Kapitel 31, Weiterführende Netzwerkthemen.

22.2.2. Virtual PC unter Windows®

Übersetzt von Johann Kois.

Virtual PC für Windows® wird von Microsoft® kostenlos zum Download angeboten. Die Systemanforderungen für dieses Programm finden Sie hier. Nachdem Virtual PC unter Microsoft® Windows® installiert wurde, muss eine virtuelle Maschine konfiguriert und das gewünschte Betriebssystem installiert werden.

22.2.2.1. FreeBSD in Virtual PC installieren

Der erste Schritt zur Installation von FreeBSD in Virtual PC ist es, eine neue virtuelle Maschine zu erstellen, in die Sie FreeBSD installieren können. Dazu wählen Sie die Option Create a virtual machine, wenn Sie danach gefragt werden:

Bei der Frage nach dem Operating system wählen Sie Other:

Danach müssen Sie den gewünschten Plattenplatz sowie die Größe des Hauptspeichers angeben. 4 GB Plattenplatz sowie 512 MB RAM sollten für die Installation von FreeBSD in Virtual PC ausreichend sein:

Speichern Sie die Eingaben und beenden Sie die Konfiguration:

Wählen Sie nun die für FreeBSD erstellte virtuelle Maschine aus und klicken Sie auf Settings, um das Netzwerk zu konfigurieren:

Nachdem die virtuelle Maschine erstellt wurde, können Sie FreeBSD installieren. Dazu verwenden Sie am besten eine offizielle FreeBSD-CD-ROM oder ein ISO-Image, das Sie von einem offiziellen FreeBSD-FTP-Server heruntergeladen haben. Wenn Sie ein ISO-Image auf der Festplatte gespeichert haben, oder eine FreeBSD-CD-ROM in das CD-Laufwerk eingelegt haben, doppelklicken Sie auf die virtuelle Maschine, die Sie für FreeBSD angelegt haben. Danach klicken Sie auf CD und wählen die Option Capture ISO Image... im Virtual PC-Fenster. Danach können Sie im folgenden Fenster das CD-Laufwerk mit dem physikalischen CD-Laufwerk oder mit dem ISO-Image verknüpfen.

Danach starten Sie die virtuelle Maschine neu, indem Sie zuerst auf Action und danach auf Reset klicken. Virtual PC startet die virtuelle Maschine nun neu und prüft zuerst, ob die virtuelle Maschine über ein CD-Laufwerk verfügt.

Da dies hier der Fall ist, beginnt nun eine normale FreeBSD-Installation. Sie können FreeBSD nun installieren, aber verzichten Sie an dieser Stelle unbedingt auf die Xorg-Konfiguration.

Nachdem die Installation abgeschlossen ist, entfernen Sie die CD-ROM aus dem Laufwerk (oder lösen die Verknüpfung zum ISO-Image). Danach starten Sie die virtuelle Maschine neu, um FreeBSD zu starten.

22.2.2.2. FreeBSD in Virtual PC konfigurieren

Nachdem FreeBSD auf Microsoft® Windows® mit Virtual PC erfolgreich installiert wurde, sollten Sie das virtuelles FreeBSD noch anpassen, um eine optimale Funktion zu gewährleisten.

  1. Setzen der Bootloader-Variablen

    Die wichtigste Änderung ist es, die Variable kern.hz zu verkleinern, um so die CPU-Auslastung in der Virtual PC-Umgebung zu verringern. Dazu fügen Sie die folgende Zeile in /boot/loader.conf ein:

    kern.hz=100

    Ohne diese Einstellung kann ein unbeschäftigtes FreeBSD unter Virutal PC trotzdem rund 40 Prozent der CPU-Leistung eines Ein-Prozessor-Systems verbrauchen. Nach dieser Änderung reduziert sich dieser Wert auf etwa 3 Prozent.

  2. Erstellen einer neuen Kernelkonfigurationsdatei

    Alle SCSI-, FireWire- und USB-Laufwerks-Treiber können aus der Kernelkonfigurationsdatei entfernt werden. Virtual PC stellt einen virtuellen Netzwerkadapter bereit, der den de(4)-Treiber verwendet. Daher können alle Netzwerkgeräte bis auf de(4) und miibus(4) aus dem Kernel entfernt werden.

  3. Das Netzwerk einrichten

    Die einfachste Netzwerkkonfiguration nutzt von DHCP, um die virtuelle Maschine mit dem gleichen lokalen Netzwerk, in dem sich der Host-Microsoft® Windows® befindet, zu verbinden. Dazu fügen Sie die Zeile ifconfig_de0="DHCP" in /etc/rc.conf ein. Weitere Informationen zur Konfiguration des Netzwerks unter FreeBSD finden Sie in ???.

22.2.3. VMware Fusion unter Mac OS®

Übersetzt von Johann Kois.

VMware Fusion für Mac® ist ein kommerzielles Programm, das für Intel® basierte Apple® Mac®-Computer mit Mac OS® 10.4.9 oder neuer erhältlich ist. FreeBSD wird von diesem Produkt vollständig als Gast-Betriebssystem unterstützt. Nachdem Sie VMware Fusion unter Mac OS® X installiert haben, können Sie eine virtuelle Maschine konfigurieren und das gewünschte Gastbetriebssystem installieren.

22.2.3.1. FreeBSD in VMware Fusion installieren

Zuerst müssen Sie VMware Fusion starten, um eine virtuelle Maschine zu erstellen. Dazu wählen Sie die Option New:

Dadurch wird ein Assistent gestartet, der bei der Erzeugung einer neuen virtuellen Maschine behilflich ist. Klicken Sie auf Continue, um den Prozess zu starten:

Wählen Sie Other als das Operating System, danach FreeBSD oder FreeBSD 64-bit, je nach dem, welche Version Sie installieren wollen, wenn Sie nach der zu installierenden Version gefragt werden:

Vergeben Sie einen Namen für die virtuelle Maschine und legen Sie den Speicherort fest:

Legen Sie die Größe der virtuellen Festplatte für die virtuelle Maschine fest:

Wählen Sie die Installationsmethode für die virtuelle Maschine. Entweder von einem ISO-Abbild oder von einer CD/DVD:

Nachdem Sie auf Finish geklickt haben, wird die virtuelle Maschine gestartet:

Nun können Sie FreeBSD wie gewohnt installieren:

Nachdem die Installation abgeschlossen ist, können noch verschiedene Parameter der virtuellen Maschine, wie etwa der Speicherverbrauch, konfiguriert werden:

Anmerkung:

Die Hardware der virtuellen Maschine kann nicht geändert werden, solange die virtuelle Maschine läuft.

Die Anzahl der CPUs der virtuellen Maschine:

Den Status des CD-Laufwerks. Sie können die CD/DVD/ISO von der virtuellen Maschine lösen, wenn Sie es nicht benötigen.

Zuletzt sollten Sie noch festlegen, wie sich die virtuelle Maschine mit dem Netzwerk verbinden soll. Sollen neben dem Gastsystem auch andere Rechner auf die virtuelle Maschine zugreifen können, muss die Option Connect directly to the physical network (Bridged) gewählt werden. Ist dies nicht der Fall, sollte die Option Share the host's internet connection (NAT) gewählt werden. In dieser Einstellung kann die virtuelle Maschine zwar auf auf das Internet zugreifen, andere Rechner dürfen aber nicht auf die virtuelle Maschine zugreifen.

Nachdem die Konfiguration abgeschlossen ist, kann FreeBSD gestartet werden.

22.2.3.2. FreeBSD unter VMware Fusion konfigurieren

Nachdem Sie FreeBSD erfolgreich unter VMware Fusion installiert haben, sollten Sie das virtuelles FreeBSD noch anpassen, um eine optimale Funktion zu gewährleisten.

  1. Die wichtigste Änderung ist es, die Variable kern.hz zu verkleinern, um so die CPU-Auslastung in der VMware Fusion-Umgebung zu verringern.

    kern.hz=100

    Ohne diese Einstellung kann ein unbeschäftigtes FreeBSD unter VMware Fusion trotzdem rund 15 Prozent der CPU-Leistung eines Single Prozessor iMac®'s verbrauchen. Nach dieser Änderung reduziert sich dieser Wert auf etwa 5 Prozent.

  2. Erstellen einer neuen Kernelkonfigurationsdatei

    Alle FireWire- und USB-Laufwerks-Treiber können aus der Kernelkonfigurationsdatei entfernt werden. VMware Fusion stellt einen virtuellen Netzwerkadapter bereit, der den em(4)-Treiber verwendet. Daher können alle Netzwerkgeräte bis auf em(4) und miibus(4) aus dem Kernel entfernt werden.

  3. Netzwerkbetrieb einrichten

    Die einfachste Netzwerkkonfiguration verwendet DHCP, um die virtuelle Maschine mit dem gleichen lokalen Netzwerk, in dem sich der Host-Mac® befindet, zu verbinden. Dazu fügen Sie die Zeile ifconfig_em0="DHCP" in /etc/rc.conf ein. Weitere Informationen zur Konfiguration des Netzwerks unter FreeBSD finden Sie im Kapitel 31, Weiterführende Netzwerkthemen.

22.2.4. VirtualBox™ Gasterweiterungen auf einem FreeBSD Gast

Die VirtualBox™ Gasterweiterungen bieten Unterstützung für:

  • Gemeinsame Zwischenablage.

  • Mauszeiger-Integration.

  • Zeitsynchronisation mit dem Host.

  • Skalierung von Fenstern.

  • Nahtloser Modus.

Anmerkung:

Die folgenden Kommandos werden im FreeBSD Gastsystem ausgeführt.

Installieren Sie das Paket oder den Port emulators/virtualbox-ose-additions in das FreeBSD Gastsystem. Dieses Beispiel installiert den Port:

# cd /usr/ports/emulators/virtualbox-ose-additions
# make install clean

Fügen Sie folgende Einträge in /etc/rc.conf hinzu:

vboxguest_enable="YES"
vboxservice_enable="YES"

Wenn ntpd(8) oder ntpdate(8) verwendet wird um die Uhrzeit zu synchronisieren, dann deaktivieren Sie die Synchronisierung mit dem Host:

vboxservice_flags"--disable-timesync"

Xorg wird den vboxvideo-Treiber automatisch erkennen. Alternativ kann auch manuell ein entsprechender Eintrag in /etc/X11/xorg.conf hinzugefügt werden:

Section "Device"
	  Identifier "Card0"
	  Driver "vboxvideo"
	  VendorName "InnoTek Systemberatung GmbH"
	  BoardName "VirtualBox Graphics Adapter"
EndSection

Um den vboxmouse_drv-Treiber zu verwenden, muss /etc/X11/xorg.conf ebenfalls angepasst werden:

Section "InputDevice"
	  Identifier "Mouse0"
	  Driver "vboxmouse"
EndSection

Benutzer von HAL sollten die Datei /usr/local/etc/hal/fdi/policy/90-vboxguest.fdi erstellen oder sie aus /usr/local/share/hal/fdi/policy/10osvendor/90-vboxguest.fdi kopieren:

<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<!--
# Sun VirtualBox
# Hal driver description for the vboxmouse driver
# $Id: chapter.xml,v 1.33 2012-03-17 04:53:52 eadler Exp $

	Copyright (C) 2008-2009 Sun Microsystems, Inc.

	This file is part of VirtualBox Open Source Edition (OSE, as
	available from http://www.virtualbox.org. This file is free software;
	you can redistribute it and/or modify it under the terms of the GNU
	General Public License (GPL) as published by the Free Software
	Foundation, in version 2 as it comes in the "COPYING" file of the
	VirtualBox OSE distribution. VirtualBox OSE is distributed in the
	hope that it will be useful, but WITHOUT ANY WARRANTY of any kind.

	Please contact Sun Microsystems, Inc., 4150 Network Circle, Santa
	Clara, CA 95054 USA or visit http://www.sun.com if you need
	additional information or have any questions.
-->
<deviceinfo version="0.2">
  <device>
    <match key="info.subsystem" string="pci">
      <match key="info.product" string="VirtualBox guest Service">
	<append key="info.capabilities" type="strlist">input</append>
	<append key="info.capabilities" type="strlist">input.mouse</append>
	<merge key="input.x11_driver" type="string">vboxmouse</merge>
	<merge key="input.device" type="string">/dev/vboxguest</merge>
      </match>
    </match>
  </device>
</deviceinfo>

Wenn Sie Fragen zu FreeBSD haben, schicken Sie eine E-Mail an <de-bsd-questions@de.FreeBSD.org>.

Wenn Sie Fragen zu dieser Dokumentation haben, schicken Sie eine E-Mail an <de-bsd-translators@de.FreeBSD.org>.