29.7. Weiterführende Themen

Dieser Abschnitt behandelt kompliziertere Themen wie E-Mail-Konfiguration und Einrichtung von E-Mail für eine ganze Domäne.

29.7.1. Grundlegende Konfiguration

Mit der Software im Auslieferungszustand sollte es möglich sein, E-Mails an externe Rechner zu senden, vorausgesetzt /etc/resolv.conf ist konfiguriert, oder das Netzwerk hat Zugriff auf einen konfigurierten DNS-Server. Um E-Mails an den MTA auf dem Rechner auszuliefern, stehen zwei Möglichkeiten zur Auswahl:

  • Betreiben Sie einen DNS-Server für die Domäne.

  • Lassen Sie die E-Mails direkt über den FQDN des Rechners ausliefern.

Um E-Mails direkt zu einem Rechner geliefert zu bekommen, wird eine permanente statische IP-Adresse (keine dynamische IP-Adresse) benötigt. Befindet sich das System hinter einer Firewall, muss diese den SMTP-Verkehr weiterleiten. Um E-Mails direkt am Rechner zu empfangen, muss eines der folgenden Dinge konfiguriert werden:

  • Vergewissern Sie sich, dass der MX-Eintrag mit der kleinsten Nummer im DNS auf die statische IP-Adresse des Rechners zeigt.

  • Stellen Sie sicher, dass für den Rechner kein MX-Eintrag im DNS existiert.

Jede der erwähnten Konfigurationsmöglichkeiten erlaubt es, E-Mails direkt auf dem Rechner zu empfangen.

Versuchen Sie das:

# hostname
example.FreeBSD.org
# host example.FreeBSD.org
example.FreeBSD.org has address 204.216.27.XX

In diesem Beispiel sollte es funktionieren, E-Mails direkt an zu senden, vorausgesetzt dass Sendmail auf example.FreeBSD.org korrekt läuft.

In diesem Beispiel:

# host example.FreeBSD.org
example.FreeBSD.org has address 204.216.27.XX
example.FreeBSD.org mail is handled (pri=10) by hub.FreeBSD.org

Hier wird jede an den Rechner example.FreeBSD.org gesandte E-Mail auf hub unter dem gleichen Benutzernamen gesammelt, anstatt diese direkt zu Ihrem Rechner zu senden.

Die obige Information wird von einem DNS-Server verwaltet. Der DNS-Eintrag, der die Information zum E-Mail-Routing enthält, ist der MX-Eintrag. Existiert kein MX-Eintrag, werden E-Mails direkt über die IP-Adresse an den Rechner geliefert.

Der MX-Eintrag für freefall.FreeBSD.org sah einmal so aus:

freefall		MX	30	mail.crl.net
freefall		MX	40	agora.rdrop.com
freefall		MX	10	freefall.FreeBSD.org
freefall		MX	20	who.cdrom.com

freefall hatte viele MX-Einträge. Die kleinste MX-Nummer definiert de Rechner, der die E-Mails direkt empfängt, wobei die anderen Rechner temporär E-Mails in Warteschlangen einreihen, falls freefall beschäftigt oder unerreichbar ist.

Es ist sehr sinnvoll, dass stellvertretende MX-Seiten separate Internet-Verbindungen verwenden. Ihr ISP kann diesen Dienst zur Verfügung stellen.

29.7.2. E-Mails für eine Domäne

Wird ein MTA für ein Netzwerk konfiguriert, dann sollte jede E-Mail die an einen Rechner in dieser Domäne geschickt wird, an den MTA umgeleitet werden, damit die Benutzer ihre E-Mails vom zentralen Mail-Server empfangen können.

Am einfachsten ist es, wenn Accounts mit gleichen Benutzernamen sowohl auf dem MTA, als auch auf dem System mit dem MUA existieren. Verwenden Sie adduser(8), um Benutzerkonten anzulegen.

Der MTA muss auf jeder Workstation im Netzwerk als der zuständige Rechner für den E-Mail-Austausch gekennzeichnet werden. Dies wird in der DNS-Konfiguration über den MX-Eintrag gesteuert:

example.FreeBSD.org	A	204.216.27.XX		; Workstation
			MX	10 hub.FreeBSD.org	; Mailhost

Diese Einstellung wird E-Mails für die Workstations zum MTA weiterleiten, egal wo der A-Eintrag hinzeigt. Die E-Mails werden zum MX-Rechner gesendet.

Diese Einstellung muss auf dem DNS-Server konfiguriert werden. Besitzt das Netzwerk keinen eigenen DNS-Server, kontaktieren Sie Ihren ISP oder DNS-Verwalter.

Im Folgenden ist ein Beispiel für virtuelles E-Mail-Hosting. Nehmen wir an, dass für einen Kunden mit der Domäne customer1.org, alle E-Mails für customer1.org an mail.myhost.com gesendet werden sollen. Der entsprechende DNS-Eintrag sollte wie folgt aussehen:

customer1.org		MX	10	mail.myhost.com
      

Wenn für die Domäne nur E-Mails verarbeitet werden sollen, wird für customer1.org kein A-Eintrag benötigt. Allerdings wird ein ping gegen customer1.org nur dann funktionieren, wenn ein A-Eintrag existiert.

Teilen Sie dem MTA mit, für welche Domänen bzw. Hostnamen Post entgegengenommen werden soll. Die beiden folgenden Methoden funktionieren für Sendmail:

  • Fügen Sie die Rechnernamen in /etc/mail/local-host-names hinzu, wenn FEATURE(use_cw_file) verwendet wird. In Sendmail 8.10 und früheren Versionen bearbeiten Sie stattdessen /etc/sendmail.cw.

  • Fügen Sie eine Zeile Cwyour.host.com in /etc/sendmail.cf hinzu. Ab Sendmail 8.10 und neuer wird diese Zeile in /etc/mail/sendmail.cf hinzugefügt.

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