7.2. Browser

FreeBSD besitzt keinen vorinstallierten Browser, stattdessen enthält das www-Verzeichnis der Ports-Sammlung viele Browser, die als Paket oder aus der Ports-Sammlung installiert werden können.

Die Desktop-Umgebungen KDE und GNOME verfügen über eigene HTML-Browser. Weitere Informationen zur Einrichtung dieser Umgebungen finden Sie in Abschnitt 6.7, „Grafische Oberflächen“.

Besonders schlanke Browser sind www/dillo2, www/links und www/w3m.

Dieser Abschnitt demonstriert, wie die folgenden gängigen Webbrowser installiert werden, sowie den Ressourcenbedarf, den Installationsaufwand beim Übersetzen des Ports, oder ob die Anwendung wichtige Abhängigkeiten benötigt.

AnwendungRessourcenbedarfInstallationsaufwand aus den PortsAnmerkungen
FirefoxmittelhochVersionen sind für FreeBSD und Linux® verfügbar
OperaniedrigniedrigEs gibt eine FreeBSD- und eine Linux-Version. Die Linux-Version hängt von der Linux-Kompatibilität (Linux Binary Compatibility) und linux-openmotif ab.
KonquerormittelhochBenötigt KDE-Biliotheken
ChromiummittelhochBenötigt Gtk+

7.2.1. Firefox

Firefox ist ein moderner, freier und stabiler Open-Source Browser, der vollständig auf FreeBSD portiert wurde. Er bietet eine dem HTML-Standard konforme Anzeige, Browserfenster als Tabs, Blockierung von Pop-up-Fenstern, Erweiterungen, verbesserte Sicherheit und mehr. Firefox basiert auf der Mozilla Codebasis.

Installieren Sie das Paket der aktuellen Release-Version von Firefox:

# pkg_add -r firefox

Um stattdessen die Extended Support Release (ESR) Version zu installieren, benutzen Sie:

# pkg_add -r firefox-esr

Lokalisierte Versionen finden Sie in www/firefox-i18n und www/firefox-esr-i18n.

Alternativ kann auch die Ports-Sammlung verwendet werden, um die gewünschte Version von Firefox aus dem Quellcode zu installieren. Dieses Beispiel baut www/firefox, wobei sich firefox durch die ESR oder die lokalisierte Version ersetzen lässt.

# cd /usr/ports/www/firefox
# make install clean

7.2.1.1. Firefox und das Java™-Plugin

Anmerkung:

Die folgenden Abschnitte gehen davon aus, dass Firefox bereits installiert ist.

java/icedtea-web stellt ein freies Webbrowser-Plugin für die Ausführung von Java-Applets zur Verfügung. Dieses Plugin kann als Paket, oder wie in diesem Beispiel, über die Ports-Sammlung installiert werden:

# cd /usr/ports/java/icedtea-web
# make install clean

Verwenden Sie die Standardoptionen beim Übersetzen des Ports.

Starten Sie nun Firefox. Geben Sie in der Adresszeile about:plugins ein und bestätigen Sie die Eingabe mit Enter. Dadurch wird eine Seite geöffnet, die alle installierten Plugins auflistet. In dieser Liste sollte sich auch das Java-Plugin befinden.

Wird das Plugin nicht gefunden, muss für jeden Benutzer der folgende Befehl ausgeführt werden:

% ln -s /usr/local/lib/IcedTeaPlugin.so \
  $HOME/.mozilla/plugins/

7.2.1.2. Firefox und das Adobe® Flash®-Plugin

Ein natives Adobe® Flash®-Plugin ist für FreeBSD nicht verfügbar. Es existiert jedoch ein Software-Layer (Wrapper), der es erlaubt die Linux®-Version des Plugins unter FreeBSD einzusetzen. Dieser Wrapper bietet auch Unterstützung für weitere Webbrowser-Plugins wie zum Beispiel RealPlayer®.

Die notwendigen Schritte zur Installation und Aktivierung des Plugins:

  1. Übersetzen Sie den Port www/nspluginwrapper. Aus lizenzrechtlichen Gründen ist ein Paket nicht verfügbar. Dieser Port benötigt emulators/linux_base-f10 , der sehr groß ist.

  2. Installieren Sie den Port www/linux-f10-flashplugin11. Aus lizenzrechtlichen Gründen ist ein Paket nicht verfügbar.

  3. # ln -s /usr/local/lib/npapi/linux-f10-flashplugin/libflashplayer.so \
    /usr/local/lib/browser_plugins/

    Erstellen Sie das Verzeichnis /usr/local/lib/browser_plugins, wenn es nicht bereits existiert.

  4. Bevor Flash® verwendet werden kann, muss der Benutzer zunächst das folgende Kommando aufrufen:

    % nspluginwrapper -v -a -i

    Nach einem Update von Flash® muss der Benutzer folgendes eingeben:

    % nspluginwrapper -v -a -u

    Starten Sie den Browser und geben Sie in der Adresszeile about:plugins ein. Diese Eingabe muss mit Enter bestätigt werden. Dadurch wird eine Seite geladen, die alle installierten Plugins auflistet.

7.2.1.3. Firefox und das Swfdec Flash®-Plugin

Swfdec ist die Bibliothek zum Dekodieren und Rendern von Flash® Animationen. Swfdec-Mozilla ist ein Plugin für Firefox-Browser, welches die Swfdec-Bibliothek zum Abspielen von SWF-Dateien benutzt. Momentan befindet sie sich noch in der Entwicklung.

Um das Paket zu installieren:

# pkg_add -r swfdec-plugin

Wenn das Paket nicht verfügbar ist, kann es auch über die Ports-Sammlung gebaut und installiert werden:

# cd /usr/ports/www/swfdec-plugin
# make install clean

Starten Sie den Browser neu, damit das Plugin aktiviert wird.

7.2.2. Opera

Opera ist ein vollwertiger und standardkonformer Browser, der zudem relativ klein und schnell ist. Es enthält einen eingebauten E-Mail- und Newsreader, einen IRC-Client, einen RSS/Atom-Feeds-Reader, sowie weitere Programme. Opera ist als native Version für FreeBSD, oder als Linux®-Version verfügbar.

Der folgende Befehl installiert die FreeBSD-Version von Opera. Ersetzen Sie opera durch linux-opera, wenn Sie stattdessen die Linux®-Version installieren wollen.

# pkg_add -r opera

Alternativ können Sie beide Versionen über die Ports-Sammlung installieren. Dieses Beispiel übersetzt die native Version:

# cd /usr/ports/www/opera
# make install clean

Wenn Sie die Linux®-Version des Browsers verwenden wollen, ersetzen Sie opera durch linux-opera.

Um Adobe® Flash®-Plugin Unterstützung zu installieren, übersetzten Sie zunächst den Port www/linux-f10-flashplugin11. Ein Paket ist aus lizenzrechtlichen Gründen nicht verfügbar. Installieren Sie anschließend www/opera-linuxplugins als Paket oder Port. Dieses Beispiel übersetzt beides aus der Ports-Sammlung:

# cd /usr/ports/www/linux-f10-flashplugin11
# make install clean
# cd /usr/ports/www/opera-linuxplugins
# make install clean

Um die Existenz des Plugins zu überprüfen, starten Sie den Browser und geben Sie in der Adresszeile about:plugins ein. Diese Eingabe muss mit Enter bestätigt werden. Dadurch wird eine Seite geladen, die alle installierten Plugins auflistet.

Um das Java-Plugin zu installieren, folgen Sie bitte den entsprechenden Anweisungen für Firefox.

7.2.3. Konqueror

Konqueror ist Teil von x11/kde4-baseapps. Konqueror ist mehr als nur ein Webbrowser, da es ebenfalls Dateimanager und Multimedia-Betrachter ist.

Konqueror unterstützt sowohl WebKit als auch sein eigenes KHTML. WebKit wird von vielen modernen Browsern verwendet, einschließlich Chromium. Um WebKit mit Konqueror unter FreeBSD zu verwenden, installieren Sie das Paket oder den Port www/kwebkitpart. Dieses Beispiel übersetzt den Port:

# cd /usr/ports/www/kwebkitpart
# make install clean

Um WebKit in Konqueror zu aktivieren, klicken Sie auf Settings, Configure Konqueror. Klicken Sie auf der Seite General das Dropdown-Menü neben Default web browser engine und ändern Sie KHTML auf WebKit.

Konqueror kann auch Flash®-Seiten darstellen. Wie Sie die Flash®-Unterstützung aktivieren, können Sie unter http://freebsd.kde.org/howtos/konqueror-flash.php nachlesen.

7.2.4. Chromium

Chromium ist ein quelloffenes Browserprojekt mit dem Ziel ein sicheres, schnelleres und stabileres Surferlebnis im Web zu ermöglichen. Chromium ermöglicht surfen mit Tabs, Blockieren von Pop-Ups, Erweiterungen und vieles mehr. Chromium ist das Open Source Projekt, welches auf dem Google Chrome Webbrowser basiert.

Chromium kann als Paket durch die Eingabe des folgenden Befehls installiert werden:

# pkg_add -r chromium

Als Alternative kann Chromium aus dem Quellcode durch die Ports Collection übersetzt werden:

# cd /usr/ports/www/chromium
# make install clean

Anmerkung:

Die ausführbare Datei für Chromium ist /usr/local/bin/chrome und nicht /usr/local/bin/chromium.

7.2.4.1. Chromium und das Java™-Plug-In

Anmerkung:

Die folgenden Abschnitte setzen voraus, dass Chromium bereits installiert ist.

Um Unterstützung für das Java™-Plugin zu installieren, folgen Sie den Anweisungen in Abschnitt 7.2.1.1, „Firefox und das Java™-Plugin“.

Sobald Unterstützung für Java™ installiert ist, starten Sie Chromium und geben Sie about:plugins in die Adresszeile ein. IcedTea-Web sollte dort als eines der installierten Plugins aufgelistet sein.

Falls Chromium das IcedTea-Web Plugin nicht anzeigt, geben Sie das folgende Kommando ein und starten Sie den Webbrowser anschließend neu:

# mkdir -p /usr/local/share/chromium/plugins
# ln -s /usr/local/lib/IcedTeaPlugin.so \
   /usr/local/share/chromium/plugins/

7.2.4.2. Chromium und das Adobe® Flash®-Plugin

Die Konfiguration von Chromium und Adobe® Flash® ist ähnlich zur Anleitung für Firefox. Es sollte keine weitere Konfiguration notwendig sein, da Chromium in der Lage ist, einige Plugins von anderen Browsern zu benutzen.

Wenn Sie Fragen zu FreeBSD haben, schicken Sie eine E-Mail an <de-bsd-questions@de.FreeBSD.org>.

Wenn Sie Fragen zu dieser Dokumentation haben, schicken Sie eine E-Mail an <de-bsd-translators@de.FreeBSD.org>.