4.2. Virtuelle Konsolen und Terminals

Sie können FreeBSD mit einem Terminal benutzen, der nur Text darstellen kann. Wenn Sie FreeBSD auf diese Weise benutzen, stehen Ihnen alle Möglichkeiten eines UNIX® Betriebssystems zur Verfügung. Dieser Abschnitt beschreibt was Terminals und Konsolen sind und wie sie unter FreeBSD eingesetzt werden.

4.2.1. Die Konsole

Wenn das FreeBSD-System so konfiguriert wurde, dass es ohne eine grafische Benutzeroberfläche startet, wird das System nach dem Start einen Anmeldeprompt ausgeben, wie in diesem Beispiel zu sehen:

FreeBSD/amd64 (pc3.example.org) (ttyv0)

login:

Die erste Zeile enthält einige Informationen über das System. amd64 zeigt an, dass auf dem System in diesem Beispiel eine 64-Bit Version von FreeBSD läuft. Der Hostname ist pc3.example.org und ttyv0 gibt an, dass dies die Systemkonsole ist.

Die zweite Zeile zeigt den Anmeldeprompt. Im nächsten Abschnitt wird beschrieben, wie Sie sich an diesem Prompt anmelden.

4.2.2. Der Anmeldevorgang

FreeBSD ist ein Mehrbenutzersystem, das Multitasking unterstützt. Das heißt mehrere Benutzer können gleichzeitig viele Programme auf einem System laufen lassen.

Jedes Mehrbenutzersystem muss die Benutzer voneinander unterscheiden können. Bei FreeBSD und allen anderen UNIX®-artigen Betriebssystemen wird dies dadurch erreicht, dass sich die Benutzer anmelden müssen, bevor sie Programme laufen lassen können. Jeder Benutzer besitzt einen eindeutigen Namen (den Account) und ein dazugehörendes Passwort. FreeBSD wird beides abfragen, bevor es dem Benutzer ermöglicht Programme laufen zu lassen.

Wenn ein FreeBSD-System startet, werden automatisch Startskripte ausgeführt, um das System vorzubereiten und entsprechend konfigurierte Dienste zu starten. Nachdem das System die Startskripte abgearbeitet hat, wird es einen Anmeldeprompt präsentieren:

login:

Geben Sie den Benutzernamen ein, der während der Systeminstallation konfiguriert wurde und drücken Sie Enter. Geben Sie dann das zum Benutzernamen zugeordnete Passwort ein und drücken Enter. Das Passwort wird aus Sicherheitsgründen nicht angezeigt.

Sobald das richtige Passwort eingegeben wird, wird die Nachricht des Tages (MOTD) gefolgt von einer Eingabeaufforderung (dem Zeichen #, $ oder %) angezeigt. Sie sind nun an der FreeBSD-Systemkonsole angemeldet und bereit, alle verfügbaren Kommandos zu probieren.

4.2.3. Virtuelle Konsolen

FreeBSD kann so konfiguriert werden, dass viele virtuelle Konsolen zur Eingabe von Befehlen zur Verfügung stehen. Jede virtuelle Konsole verfügt über einen eigenen Anmeldeprompt und Ausgabekanal, und FreeBSD kümmert sich um die ordnungsgemäße Umleitung von Tastatureingaben und Monitorausgaben, wenn Sie zwischen den virtuellen Konsolen umschalten.

Zum Umschalten der Konsolen stellt FreeBSD spezielle Tastenkombinationen bereit[1]. Benutzen Sie Alt+F1, Alt+F2 bis Alt+F8, um zwischen den verschiedenen virtuellen Konsolen umzuschalten.

Wird von einer Konsole zur nächsten gewechselt, sichert FreeBSD den Bildschirminhalt und gibt den Bildschirminhalt der neuen Konsole aus. Dies erzeugt die Illusion mehrerer Bildschirme und Tastaturen, an denen Kommandos abgesetzt werden können. Wenn eine Konsole nicht sichtbar ist, weil ein Benutzer auf eine andere Konsole gewechselt hat, laufen die dort abgesetzten Kommandos trotzdem weiter.

4.2.4. /etc/ttys

In der Voreinstellung startet FreeBSD acht virtuelle Konsolen, deren Anzahl Sie leicht erhöhen oder verringern können. Die Anzahl und Art der Konsolen wird in /etc/ttys eingestellt.

Jede Zeile in /etc/ttys, die nicht mit # anfängt, konfiguriert einen Terminal oder eine virtuelle Konsole. In der Voreinstellung werden neun virtuelle Konsolen definiert, von denen acht aktiviert sind. Die Zeilen, die mit ttyv beginnen, kennzeichnen die Konsolen:

# name	getty			      type  status comments
#
ttyv0   "/usr/libexec/getty Pc"         cons25  on  secure
# Virtual terminals
ttyv1   "/usr/libexec/getty Pc"         cons25  on  secure
ttyv2   "/usr/libexec/getty Pc"         cons25  on  secure
ttyv3   "/usr/libexec/getty Pc"         cons25  on  secure
ttyv4   "/usr/libexec/getty Pc"         cons25  on  secure
ttyv5   "/usr/libexec/getty Pc"         cons25  on  secure
ttyv6   "/usr/libexec/getty Pc"         cons25  on  secure
ttyv7   "/usr/libexec/getty Pc"         cons25  on  secure
ttyv8   "/usr/X11R6/bin/xdm -nodaemon"  xterm   off secure

Die Manualpage ttys(5) enthält eine ausführliche Beschreibung der Spalten dieser Datei und der verfügbaren Optionen für virtuelle Konsolen.

4.2.5. Die Konsole im Single-User-Modus

Eine eingehende Beschreibung des Single-User-Modus findet sich in Abschnitt 13.6.2, „Der Single-User Modus“. Im Single-User-Modus steht nur eine Konsole zur Verfügung. Die Einstellungen dieser Konsole befinden sich in diesem Abschnitt von /etc/ttys:

# name  getty                           type  status  comments
#
# If console is marked "insecure", then init will ask for the root password
# when going to single-user mode.
console none                            unknown  off  secure

Anmerkung:

In der Zeile, die mit console beginnt, kann secure durch insecure ersetzt werden. Wenn danach in den Single-User-Modus gebootet wird, verlangt das System die Eingabe des root-Passworts. In der Standardeinstellung wird beim Betreten des Single-User-Modus kein Passwort verlangt.

Setzen Sie insecure nicht leichtfertig ein. Wenn Sie das root-Passwort vergessen, wird es schwierig, in den Single-User-Modus zu gelangen, wenn man den Bootprozess von FreeBSD nicht genau versteht.

4.2.6. Den Videomodus der Konsole anpassen

Der Standard-Videomodus der FreeBSD-Konsole kann auf jeden Modus eingestellt werden, der von der Grafikkarte und dem Monitor unterstützt wird (beispielsweise 1024x768 oder 1280x1024). Um eine andere Einstellung zu verwenden, muss das VESA-Modul geladen werden:

# kldload vesa

Um festzustellen, welche Video-Modi von der Hardware unterstützt werden, nutzen Sie vidcontrol(1). Um eine Liste aller unterstützten Modi zu sehen, verwenden Sie diesen Befehl:

# vidcontrol -i mode

Die Ausgabe dieses Befehls listet alle Videomodi, die von der Hardware unterstützt werden. Um einen neuen Video-Modi zu wählen, wird der entsprechende Modus als root-Benutzer an vidcontrol(1) übergeben:

# vidcontrol MODE_279

Um diese Einstellung dauerhaft zu speichern, muss folgende Zeile in /etc/rc.conf hinzugefügt werden:

allscreens_flags="MODE_279"


[1] Lesen Sie syscons(4), atkbd(4), vidcontrol(1) und kbdcontrol(1) für eine recht technische Beschreibung der FreeBSD-Konsole und der Tastatur-Treiber.

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