3.7. Plattenplatz bereitstellen

Es gibt vier Arten, Plattenplatz für FreeBSD zur Verfügung zu stellen. Geführte Partitionierung richtet Partitionen automatisch ein, während manuelle Partitionierung es fortgeschrittenen Anwendern erlaubt, selbstgewählte Partitionen zu erzeugen. ZFS Partitionierung, die ab FreeBSD 10 verfügbar ist, erstellt ein root-on-ZFS System mit Unterstützung für Boot Environments, welches optional verschlüsselt werden kann. Schließlich gbt es noch die Option eine Shell zu starten, in der Kommandozeilenprogramme wie gpart(8), fdisk(8) und bsdlabel(8) direkt ausgeführt werden können.

Abbildung 3.12. Geführte, manuelle oder Shell Partitionierung auswählen
Geführte, manuelle oder Shell Partitionierung auswählen

Abbildung 3.13. Geführte, manuelle, Shell oder ZFS Partitionierung auswählen
Geführte, manuelle, Shell oder ZFS Partitionierung auswählen

Dieser Abschnitt beschreibt, was bei der Partitionierung der Platten zu beachten ist und wie die einzelnen Methoden zur Partitionierung angewendet werden.

3.7.1. Ein Partitionslayout entwerfen

Wenn Sie Dateisysteme anlegen, sollten Sie beachten, dass Festplatten auf Daten in den äußeren Spuren schneller zugreifen können als auf Daten in den inneren Spuren. Daher sollten die kleineren und oft benutzten Dateisysteme an den äußeren Rand der Platte gelegt werden. Die größeren Partitionen wie /usr sollten in die inneren Bereiche gelegt werden. Es empfiehlt sich, die Partitionen in folgender Reihenfolge anzulegen: /, swap, /var und /usr.

Die Größe der /var-Partition ist abhängig vom Zweck der Maschine. Diese Partition enthält hauptsächlich Postfächer, Logdateien und Druckwarteschlangen. Abhängig von der Anzahl an Systembenutzern und der Aufbewahrungszeit für Logdateien, können Postfächer und Logdateien unerwartete Größen annehmen. Die meisten Benutzer benötigen nur selten mehr als ein Gigabyte für /var.

Anmerkung:

Ein paar Mal wird es vorkommen, dass viel Festplattenspeicher in /var/tmp benötigt wird. Wenn neue Software mit pkg_add(1) installiert wird, extrahieren die Paketwerkzeuge eine vorübergehende Kopie der Pakete unter /var/tmp. Die Installation grosser Softwarepakete wie Firefox, Apache OpenOffice oder LibreOffice kann sich wegen zu wenig Speicherplatz in /var/tmp als trickreich herausstellen.

Die /usr Partition enthält viele der Hauptbestandteile des Systems, einschließlich der FreeBSD Ports-Sammlung und den Quellcode des Systems. Für diese Partition werden mindestens zwei Gigabyte empfohlen.

Behalten Sie bei der Auswahl der Partitionsgrößen den Platzbedarf im Auge. Wenn Sie den Platz auf einer Partition vollständig aufgebraucht haben, eine andere Partition aber kaum benutzen, kann die Handhabung des Systems schwierig werden.

Als Daumenregel sollten Sie doppelt soviel Speicher für die Swap-Partition vorsehen, als Sie Hauptspeicher haben, da die VM-Paging-Algorithmen im Kernel so eingestellt sind, dass sie am besten laufen, wenn die Swap-Partition mindestens doppelt so groß wie der Hauptspeicher ist. Zu wenig Swap kann zu einer Leistungsverminderung im VM page scanning Code führen, sowie Probleme verursachen, wenn später mehr Speicher in die Maschine eingebaut wird.

Auf größeren Systemen mit mehreren SCSI-, oder IDE-Laufwerken an unterschiedlichen Controllern, wird empfohlen, Swap-Bereiche auf bis zu vier Laufwerken einzurichten. Diese Swap-Partitionen sollten ungefähr dieselbe Größe haben. Der Kernel kann zwar mit beliebigen Größen umgehen, aber die internen Datenstrukturen skalieren bis zur vierfachen Größe der größten Partition. Ungefähr gleich große Swap-Partitionen erlauben es dem Kernel, den Swap-Bereich optimal über die Laufwerke zu verteilen. Große Swap-Bereiche, auch wenn sie nicht oft gebraucht werden, sind nützlich, da sich ein speicherfressendes Programm unter Umständen auch ohne einen Neustart des Systems beenden lässt.

Indem Sie ein System richtig partitionieren, verhindern Sie, dass eine Fragmentierung in den häufig beschriebenen Partitionen auf die meist nur gelesenen Partitionen übergreift. Wenn Sie die häufig beschriebenen Partitionen an den Rand der Platte legen, dann wird die I/O-Leistung dieser Partitionen steigen. Die I/O-Leistung ist natürlich auch für große Partitionen wichtig, doch erzielen Sie eine größere Leistungssteigerung, wenn Sie /var an den Rand der Platte legen.

3.7.2. Geführte Partitionierung

Sollten mehrere Platten angeschlossen sein, wählen Sie diejenige aus, auf der FreeBSD installiert werden soll.

Abbildung 3.14. Aus mehreren Platten eine auswählen
Aus mehreren Platten eine auswählen

Die gesamte Festplatte oder nur ein Teil davon kann für FreeBSD verwendet werden. Ein allgemeines Partitionslayout, das die gesamte Platte einnimmt wird erstellt, wenn [ Entire Disk ] ausgewählt wird. Durch die Wahl von [ Partition ] wird ein Partitionslayout im unbenutzten Speicherplatz der Platte eingerichtet.

Abbildung 3.15. Auswahl der gesamten Platte oder einer Partition
Auswahl der gesamten Platte oder einer Partition

Nachdem das Partitionslayout nun erstellt wurde, sollten Sie es danach noch einmal auf Korrektheit prüfen. Sollten Sie einen Fehler gemacht haben, können Sie durch Auswahl von [ Revert ] wieder die ursprünglichen Partitionen setzen oder durch [ Auto ] die automatischen FreeBSD Partitionen wiederherstellen. Partitionen können manuell erstellt, geändert oder gelöscht werden. Sollte die Partitionierung richtig sein, wählen Sie [ Finish ] aus, um mit der Installation fortzufahren.

Abbildung 3.16. Überprüfen der erstellen Partitionen
Überprüfen der erstellen Partitionen

3.7.3. Manuelle Partitionierung

Manuelle Partitionierung führt Sie direkt zum Partitionseditor.

Abbildung 3.17. Partitionen manuell erstellen
Partitionen manuell erstellen

Durch hervorheben einer Platte (in diesem Fall ada0) und die Auswahl von [ Create ], wird ein Menü zur Wahl des Partitionierungsschemas angezeigt.

Abbildung 3.18. Partitionen manuell anlegen
Partitionen manuell anlegen

GPT-Partitionierung ist normalerweise die passendste Auswahl für PC-kompatible Rechner. Ältere PC Betriebssysteme, die nicht mit GPT kompatibel und benötigen stattdessen MBR-Partitionen. Die anderen Partitionsschemata werden für gewöhnlich für ältere Computersysteme benutzt.

Tabelle 3.1. Partitionierungsschemas
AbkürzungBeschreibung
APMApple Partition Map, von PowerPC® Macintosh® verwendet ( http://support.apple.com/kb/TA21692).
BSDBSD-Labels ohne einen MBR, manchmal auch dangerously dedicated mode genannt. Lesen Sie dazu bsdlabel(8).
GPTGUID Partition Table ( http://en.wikipedia.org/wiki/GUID_Partition_Table).
MBRMaster Boot Record ( http://en.wikipedia.org/wiki/Master_boot_record).
PC98MBR-Variante, verwendet von NEC PC-98 Computern ( http://en.wikipedia.org/wiki/Pc9801).
VTOC8Volume Table Of Contents, von Sun SPARC64 und UltraSPARC Computern verwendet.

Nachdem das Partitionierungsschema ausgewählt und erstellt wurde, werden durch erneute Auswahl von [ Create ] neue Partitionen erzeugt.

Abbildung 3.19. Partitionen manuell erzeugen
Partitionen manuell erzeugen

Eine FreeBSD-Standardinstallation mit GPT legt mindestens die folgenden drei Partitionen an:

Standard-FreeBSD GPT-Partitionen
  • freebsd-boot - FreeBSD-Bootcode.

  • freebsd-ufs - Ein FreeBSD UFS-Dateisystem.

  • freebsd-swap - FreeBSD Auslagerungsbereich (swap space).

Ein weiter Partitionstyp ist freebsd-zfs. Dieser Typ ist für Partitionen bestimmt, die ein FreeBSD ZFS-Dateisystem verwenden sollen. gpart(8) beschreibt weitere verfügbare Partitionstypen.

Mehere Dateisystempartitionen können benutzt werden und manche Leute ziehen es vor, ein traditionelles Layout mit getrennten Partitionen für die Dateisysteme /, /var, /tmp und /usr zu erstellen. Lesen Sie dazu Beispiel 3.3, „Ein traditionelles, partitioniertes Dateisystem erstellen“, um ein Beispiel zu erhalten.

Grössenangaben können mit gängigen Abkürzungen eingegeben werden: K für Kilobytes, M für Megabytes oder G für Gigabytes.

Tipp:

Korrekte Sektorausrichtung ermöglicht grösstmögliche Geschwindigkeit und das Anlegen von Partitionsgrössen als vielfaches von 4K-Bytes hilft, die passende Ausrichtung auf Platten mit entweder 512-Bytes oder 4K-Bytes Sektorgrössen, festzulegen. Generell sollte die Verwendung von Partitionsgrössen, die sogar vielfache von 1M oder 1G sind, den einfachsten Weg darstellen, um sicher zu stellen, dass jede Partition an einem vielfachen von 4K beginnt. Eine Ausnahme gibt es: momentan sollte die freebsd-boot-Partition aufgrund von Beschränkungen im Bootcode nicht grösser sein als 512K.

Ein Einhägepunkt wird benötigt, falls diese Partition ein Dateisystem enthält. Falls nur eine einzelne UFS-Partition erstellt wird, sollte der Einhängepunkt / lauten.

Ein label wird ebenfalls benötigt. Ein Label ist ein Name, durch den diese Partition angesprochen wird. Festplattennamen oder -nummern können sich ändern, falls die Platte einmal an einem anderen Controller oder Port angeschlossen sein sollte, doch das Partitionslabel ändert sich dadurch nicht. Anstatt auf Plattennamen und Partitionsnummern in Dateien wie /etc/fstab zu verweisen, sorgen Labels dafür, dass das System Hardwäreänderungen eher toleriert. GPT-Labels erscheinen in /dev/gpt/, wenn eine Platte angeschlossen wird. Andere Partitionierungsschemas besitzen unterschiedliche Fähigkeiten, Labels zu verwenden und diese erscheinen in anderen /dev/-Verzeichnissen.

Tipp:

Vergeben Sie ein einzigartiges Label auf jedem Dateisystem um Konflikte mit identischen Labels zu verhindern. Ein paar Buchstaben des Computernamens, dessen Verwendungszweck oder Ortes kann dem Label hinzugefügt werden. Beispielsweise labroot oder rootfs-lab für die UFS root-Partition auf einem Laborrechner.

Beispiel 3.3. Ein traditionelles, partitioniertes Dateisystem erstellen

Für ein traditionelles Partitionslayout, in dem sich /, /var, /tmp und /usr in getrennten Partitionen befinden sollen, erstellen Sie ein GPT-Partitionsschema und anschliessend die Partitionen selbst. Die gezeigten Partitionsgrössen sind typisch für eine Festplatte von 20 G. Falls mehr Platz verfügbar ist, sind größere Swap oder /var-Partitionen nützlich. Den hier gezeigten Beschreibungen sind bsp für Beispiel vorangestellt, jedoch sollten Sie andere, einzigartige Beschreibungen verwenden, wie oben beschrieben.

Standardmäßig erwartet FreeBSDs gptboot, dass die erste erkannte UFS-Partition die /-Partition ist.

PartitionstypGrösseEingehängt alsBeschreibung
freebsd-boot512K  
freebsd-ufs2G/bsprootfs
freebsd-swap4Gbspswap 
freebsd-ufs2G/varbspvarfs
freebsd-ufs1G/tmpbsptmpfs
freebsd-ufsAkzeptieren Sie die Standardeinstellungen (Rest der Platte)/usrbspusrfs

Nachdem die selbstgewählten Partitionen erzeugt wurden, wählen Sie [ Finish ], um mit der Installation fortzusetzen.

3.7.4. Root-on-ZFS automatische Partitionierung

Die Unterstützung für die automatische Erstellung von Root-on-ZFS Installationen wurde in FreeBSD 10.0-RELEASE hinzugefügt. Dieser Modus funktioniert nur mit ganzen Laufwerken und wird alle vorhandenen Daten auf der Platte löschen. Das Installationsprogramm wird die Partitionen für ZFS automatisch an 4k Sektoren ausrichten. Dies funktioniert auch zuverlässig bei einer Sektorgröße von 512 Byte und hat den Vorteil, dass nachträglich Laufwerke mit einer Sektorgröße von 4k hinzugefügt werden können, entweder als zusätzlicher Speicherplatz oder als Ersatz für eine ausgefallene Platte. Das Installationsprogramm kann auch optional die Platte mit GELI verschlüsseln, wie in Abschnitt 18.12.2, „Plattenverschlüsselung mit geli beschrieben. Wird die Verschlüsselung aktiviert, wird eine 2 GB große unverschlüsselte Partition für /boot erstellt. Diese Partition enthält den Kernel und weitere Dateien, die nötig sind um den Kernel zu booten. Zudem wird eine Swap-Partition erstellt. Der verbleibende Platz wird für den ZFS-Pool verwendet.

Das Konfigurationsmenü für ZFS bietet einige Optionen, um die Erstellung des Pools zu beeinflussen.

Abbildung 3.20. ZFS Konfigurationsmenü
ZFS Konfigurationsmenü

Die wichtigste Option ist die Auswahl des vdev-Typs und der Festplatten, die das vdev für den Pool bilden werden. Mit Ausnahme des Stripe Modus, unterstützt das automatische ZFS Installationsprogramm derzeit nur die Erstellung eines einzigen Top-Level-vdevs. Wenn Sie komplexere Pools erstellen möchten, folgen Sie den Anweisungen in Abschnitt 3.7.5, „Shell Partitionierung“. Das Installationsprogramm unterstützt verschiedene Pool Typen, einschließlich Stripe (nicht empfohlen, keine Redundanz), Spiegel (beste Leistung, weniger nutzbarer Speicherplatz), und RAID-Z 1, 2 und 3 (übersteht den Ausfall von jeweils einer, zwei und drei Platten). Am unteren Rand des Bildschirms werden Hinweise zur Anzahl der benötigten Platten angezeigt. Im Fall von RAID-Z wird die optimale Anzahl von Platten für die jeweilige Konfiguration angezeigt.

Abbildung 3.21. ZFS Pool Typen
ZFS Pool Typen

Sobald ein Pool Typ ausgewählt wurde, wird eine Liste der verfügbaren Laufwerke angezeigt und der Benutzer wird aufgefordert, eine oder mehrere Festplatten auszuwählen um den Pool zu bilden. Anschließend wie die Konfiguration geprüft um zu gewährleisten, dass genug Platten ausgewählt wurden. Wählen Sie <Change Selection> um zur Auswahl der Laufwerke zurückzukehren, oder <Cancel> um den Pool Typ zu ändern.

Abbildung 3.22. Auswahl der Laufwerke
Auswahl der Laufwerke

Abbildung 3.23. Ungültige Auswahl
Ungültige Auswahl

Wenn eine oder mehrere Platten in der Liste fehlen, oder wenn Festplaten angebunden wurden, nachdem das Installationsprogramm gestartet wurde, wählen Sie - Rescan Devices um die Laufwerke nochmals zu suchen und anzuzeigen. Um sicherzustellen, dass die richtigen Platten ausgewählt wurden, können Sie das - Disk-Info Menü verwenden. Dieses Menü zeigt verschiedene Informationen, einschließlich der Partitionstabelle, der Modelnummer und der Seriennummer, falls verfügbar.

Abbildung 3.24. Eigenschaften einer Festplatte
Eigenschaften einer Festplatte

Das Menü ermöglicht es dem Benutzer auch, einen Namen für den Pool zu vergeben, 4k Sektoren zu deaktivieren, Tabellentypen zu aktivieren oder deaktivieren, und die Größe des Swap-Bereichs zu wählen. Wenn alle Optionen auf die gewünschten Werte eingestellt sind, wählen Sie >>> Install am oberen Rand des Menüs.

Abbildung 3.25. Passwort für die Verschlüsselung der Platte
Passwort für die Verschlüsselung der Platte

Das Installationsprogramm bietet dann eine letzte Chance, abzubrechen, bevor der Inhalt der ausgewählten Laufwerken zerstört wird, um den neuen ZFS-Pool zu erstellen.

Abbildung 3.26. Letzte Chance
Letzte Chance

Danach wird die Installation normal weitergeführt.

3.7.5. Shell Partitionierung

bsdinstall bietet bei fortgeschrittenen Installationen womöglich nicht die benötigte Flexibilität. Erfahrene Benutzer können die Option Shell im Menü auswählen, um die Laufwerke manuell zu partitionieren, Dateisysteme zu erstellen, /tmp/bsdinstall_etc/fstab zu befüllen und Dateisysteme unter /mnt einzuhängen. Geben Sie anschließend exit ein, um zu bsdinstall zurückzukehren und die Installation fortzusetzen.

Wenn Sie Fragen zu FreeBSD haben, schicken Sie eine E-Mail an <de-bsd-questions@de.FreeBSD.org>.

Wenn Sie Fragen zu dieser Dokumentation haben, schicken Sie eine E-Mail an <de-bsd-translators@de.FreeBSD.org>.