Copyright © 1995-2012 The FreeBSD German Documentation Project
Redistribution and use in source (SGML DocBook) and 'compiled' forms (SGML, HTML, PDF, PostScript, RTF and so forth) with or without modification, are permitted provided that the following conditions are met:
Redistributions of source code (SGML DocBook) must retain the above copyright notice, this list of conditions and the following disclaimer as the first lines of this file unmodified.
Redistributions in compiled form (transformed to other DTDs, converted to PDF, PostScript, RTF and other formats) must reproduce the above copyright notice, this list of conditions and the following disclaimer in the documentation and/or other materials provided with the distribution.
THIS DOCUMENTATION IS PROVIDED BY THE FREEBSD DOCUMENTATION PROJECT "AS IS" AND ANY EXPRESS OR IMPLIED WARRANTIES, INCLUDING, BUT NOT LIMITED TO, THE IMPLIED WARRANTIES OF MERCHANTABILITY AND FITNESS FOR A PARTICULAR PURPOSE ARE DISCLAIMED. IN NO EVENT SHALL THE FREEBSD DOCUMENTATION PROJECT BE LIABLE FOR ANY DIRECT, INDIRECT, INCIDENTAL, SPECIAL, EXEMPLARY, OR CONSEQUENTIAL DAMAGES (INCLUDING, BUT NOT LIMITED TO, PROCUREMENT OF SUBSTITUTE GOODS OR SERVICES; LOSS OF USE, DATA, OR PROFITS; OR BUSINESS INTERRUPTION) HOWEVER CAUSED AND ON ANY THEORY OF LIABILITY, WHETHER IN CONTRACT, STRICT LIABILITY, OR TORT (INCLUDING NEGLIGENCE OR OTHERWISE) ARISING IN ANY WAY OUT OF THE USE OF THIS DOCUMENTATION, EVEN IF ADVISED OF THE POSSIBILITY OF SUCH DAMAGE.
FreeBSD ist ein eingetragenes Warenzeichen der FreeBSD Foundation.
3Com und HomeConnect sind eingetragene Warenzeichen der 3Com Corporation.
3ware und Escalade sind eingetragene Warenzeichen von 3ware Inc.
ARM ist ein eingetragenes Warenzeichen von ARM Limited.
Adaptec ist ein eingetragenes Warenzeichen von Adaptec, Inc.
Adobe, Acrobat, Acrobat Reader und PostScript sind entweder eingetragene Warenzeichen oder Warenzeichen von Adobe Systems Incorporated in den Vereinigten Staaten und/oder in anderen Ländern.
Apple, FireWire, Mac, Macintosh, Mac OS, Quicktime und TrueType sind eingetragene Warenzeichen von Apple Computer, Inc., in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern.
Corel und WordPerfect sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen der Corel Corporation und/oder ihren Gesellschaften in den Vereinigten Staaten und/oder anderen Ländern.
Sound Blaster ist ein Warenzeichen von Creative Technology Ltd. in den Vereinigten Staaten und/oder in anderen Ländern.
CVSup ist ein eingetragenes Warenzeichen von John D. Polstra.
Heidelberg, Helvetica, Palatino und Times Roman sind Marken der Heidelberger Druckmaschinen AG in Deutschland und anderen Ländern.
IBM, AIX, EtherJet, Netfinity, OS/2, PowerPC, PS/2, S/390 und ThinkPad sind Warenzeichen der International Business Machines Corporation in den Vereinigten Staaten, anderen Ländern oder beiden.
IEEE, POSIX und 802 sind eingetragene Warenzeichen vom Institute of Electrical and Electronics Engineers, Inc. in den Vereinigten Staaten.
Intel, Celeron, EtherExpress, i386, i486, Itanium, Pentium und Xeon sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen der Intel Corporation oder ihrer Gesellschaften in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern.
Intuit und Quicken sind eingetragene Warenzeichen und/oder Dienstleistungsmarken von Intuit Inc. oder einer ihrer Geselllschaften in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern.
Linux ist ein eingetragenes Warenzeichen von Linus Torvalds.
LSI Logic, AcceleRAID, eXtremeRAID, MegaRAID und Mylex sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen der LSI Logic Corp.
M-Systems und DiskOnChip sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen von M-Systems Flash Disk Pioneers, Ltd.
Macromedia, Flash und Shockwave sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen von Macromedia, Inc. in den Vereinigten Staaten und/oder in anderen Ländern.
Microsoft, MS-DOS, Outlook, Windows, Windows Media und Windows NT sind entweder eingetragene Warenzeichen oder Warenzeichen der Microsoft Corporation in den Vereinigten Staaten und/oder in anderen Ländern.
Netscape und Netscape Navigator sind eingetragene Warenzeichen der Netscape Communications Corporation in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern.
GateD und NextHop sind eingetragene Warenzeichen und Warenzeichen von NextHop in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern.
Motif, OSF/1 und UNIX sind eingetragene Warenzeichen und IT DialTone und The Open Group sind Warenzeichen der The Open Group in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern.
Oracle ist ein eingetragenes Warenzeichen der Oracle Corporation.
PowerQuest und PartitionMagic sind eingetragene Warenzeichender PowerQuest Corporation in den Vereinigten Staaten und/oder anderen Ländern.
RealNetworks, RealPlayer und RealAudio sind eingetragene Warenzeichen von RealNetworks, Inc.
Red Hat, RPM, sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen von Red Hat, Inc. in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern.
SAP, R/3 und mySAP sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen der SAP AG in Deutschland und in anderen Ländern der Welt.
Sun, Sun Microsystems, Java, Java Virtual Machine, JavaServer Pages, JDK, JSP, JVM, Netra, Solaris, StarOffice, Sun Blade, Sun Enterprise, Sun Fire, SunOS und Ultra sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen von Sun Microsystems, Inc. in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern.
Symantec und Ghost sind eingetragene Warenzeichen der Symantec Corporation in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern.
MATLAB ist ein eingetragenes Warenzeichen von The MathWorks, Inc.
SpeedTouch ist ein Warenzeichen von Thomson
U.S. Robotics und Sportster sind eingetragene Warenzeichen der U.S. Robotics Corporation.
VMware ist ein Warenzeichen von VMware, Inc
Waterloo Maple und Maple sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen von Waterloo Maple Inc.
Mathematica ist ein eingetragenes Warenzeichen von Wolfram Research, Inc.
XFree86 ist ein Warenzeichen von The XFree86 Project, Inc.
Ogg Vorbis und Xiph.Org sind Warenzeichen von Xiph.Org.
Viele Produktbezeichnungen von Herstellern und Verkäufern sind Warenzeichen. Soweit dem FreeBSD Project das Warenzeichen bekannt ist, werden die in diesem Dokument vorkommenden Bezeichnungen mit dem Symbol „™“ oder dem Symbol „®“ gekennzeichnet.
Willkommen bei FreeBSD! Dieses Handbuch beschreibt die Installation und den täglichen Umgang mit FreeBSD 8.4-RELEASE und FreeBSD 9.1-RELEASE. Das Handbuch ist jederzeit unter Bearbeitung und das Ergebnis der Arbeit vieler Einzelpersonen. Dies kann dazu führen, dass bestimmte Bereiche nicht mehr aktuell sind und auf den neuesten Stand gebracht werden müssen. Bei Unklarheiten empfiehlt es sich daher stets, die englische Originalversion des Handbuchs zu lesen.
Wenn Sie bei der Übersetzung des Handbuchs mithelfen
möchten, senden Sie bitte
eine E-Mail an die Mailingliste 'FreeBSD German Documentation Project'
<de-bsd-translators@de.FreeBSD.org>.
Die aktuelle Version des Handbuchs ist immer auf dem FreeBSD-Webserver verfügbar und kann in verschiedenen Formaten und in komprimierter Form vom FreeBSD-FTP-Server oder einem der vielen Spiegel herunter geladen werden (ältere Versionen finden Sie hingegen unter http://docs.FreeBSD.org/doc/). Vielleicht möchten Sie das Handbuch aber auch durchsuchen.
X (und älter)
installierenx (und neuer)
installierencron startensyslogdinetd.conf editierenexports editierenroot-Passwort setzenX und 8.X
ISO-Abbilderboot0-Screenshotboot2-Screenshot/etc/ttysrmuserchpass des Superuserschpass eines normalen
Benutzerspw
hinzufügenid die Gruppenzugehörigkeit
bestimmendump mit ssh
benutzendump über ssh
mit gesetzter RSH benutzenmdconfigmdmfs ein dateibasiertes
Dateisystem erstellenmdconfigmdmfs/etc/ttys
hinzufügensrc/-Baum über
SSH auscheckenDer erste Teil dieses Buchs führt FreeBSD-Einsteiger durch den Installationsprozess und stellt leicht verständlich Konzepte und Konventionen vor, die UNIX® zu Grunde liegen. Sie müssen nur neugierig sein und bereitwillig neue Konzepte aufnehmen, wenn diese vorgestellt werden, um diesen Teil durchzuarbeiten.
Wenn Sie den ersten Teil bewältigt haben, bietet der umfangreichere zweite Teil eine verständliche Darstellung vieler Themen, die für FreeBSD-Administratoren relevant sind. Wenn Kapitel auf anderen Kapiteln aufbauen, wird das in der Übersicht am Anfang eines Kapitels erläutert.
Weitere Informationsquellen entnehmen Sie bitte Anhang B, Bibliografie.
Die aktuelle Auflage des Handbuchs ist das Ergebnis der engagierten Arbeit Hunderter Mitarbeiter des FreeBSD Documentation Projects in den vergangenen 10 Jahren. Die wichtigsten Änderungen dieser Auflage gegenüber der dritten Auflage von 2004 sind:
Kapitel 26, DTrace, DTrace, ein neues Kapitel, informiert Sie über die mächtigen Funktionen zur Leistungsmessung, die dieses Werkzeug bietet.
Kapitel 21, Dateisystemunterstützung, File Systems Support, ebenfalls ein neues Kapitel, enthält Informationen über die Unterstützung nicht-nativer Dateisysteme (beispielsweise ZFS von Sun™) durch FreeBSD.
Kapitel 18, Security Event Auditing, Security Event Auditing, wurde neu angelegt, um über die neuen Auditing-Fähigkeiten von FreeBSD zu informieren.
Kapitel 23, Virtualisierung, Virtualisierung, wurde hinzugefügt und enthält Informationen zur Installation von FreeBSD in verschiedenen Virtualisierungs-Programmen.
Kapitel 3, FreeBSD 9.x (und neuer)
installieren,
FreeBSD 9.x (und neuer) installieren,
wurde hinzugefügt, um die Installation von FreeBSD mit dem neuen
Installationswerkzeug, bsdinstall, zu
dokumentieren.
Die dritte Auflage des Handbuchs war das Ergebnis der über zwei Jahre dauernden engagierten Arbeit des FreeBSD Documentation Projects. Die gedruckte Ausgabe war derart umfangreich, dass es notwendig wurde, sie in zwei Bände aufzuteilen. Die wichtigsten Änderungen dieser Auflage waren:
Kapitel 12, Konfiguration und Tuning, Konfiguration und Tuning,
enthält neue Abschnitte über ACPI, Energie- und
Ressourcenverwaltung und das Werkzeug
cron.
Kapitel 15, Sicherheit, Sicherheit, erläutert nun Virtual Private Networks (VPNs), Zugriffskontrolllisten (ACLs) und Sicherheitshinweise.
Kapitel 17, Verbindliche Zugriffskontrolle, Mandatory Access Control (MAC), ist ein neues Kapitel, das vorgeschriebene Zugriffskontrollen vorstellt und erklärt, wie FreeBSD-Systeme mit MACs abgesichert werden können.
Kapitel 22, Der Vinum Volume Manager, Vinum, ist ebenfalls ein neues Kapitel in dieser Auflage. Dieses Kapitel beschreibt den Logical-Volume-Manager Vinum, der geräteunabhängige logische Platten und RAID-0, RAID-1 sowie RAID-5 auf Software-Ebene bereitstellt.
Zum Kapitel Kapitel 28, PPP und SLIP, PPP und SLIP, wurde ein Abschnitt über Fehlersuche hinzugefügt.
Kapitel 29, Elektronische Post (E-Mail), Elektronische Post (E-Mail), wurde um Abschnitte über andere Transport-Agenten (MTAs), SMTP-Authentifizierung, UUCP, fetchmail, procmail und weitere Themen erweitert.
Kapitel 30, Netzwerkserver, Netzwerkserver, ist ein weiteres neues Kapitel dieser Auflage. Das Kapitel beschreibt, wie der Apache HTTP-Server, ftpd und ein Samba-Server für Microsoft® Windows®-Clients eingerichtet werden. Einige Abschnitte aus dem Kapitel 32, Weiterführende Netzwerkthemen, Weiterführende Netzwerkthemen, befinden sich nun, wegen des thematischen Zusammenhangs, in diesem Kapitel.
Das Kapitel 32, Weiterführende Netzwerkthemen, Weiterführende Netzwerkthemen, beschreibt nun den Einsatz von Bluetooth®-Geräten unter FreeBSD und das Einrichten von drahtlosen Netzwerken sowie ATM-Netzwerken.
Neu hinzugefügt wurde ein Glossar, das die im Buch verwendeten technischen Ausdrücke definiert.
Das Erscheinungsbild der Tabellen und Abbildungen im Buch wurde verbessert.
Die zweite Auflage ist das Ergebnis der engagierten Arbeit der Mitglieder des FreeBSD Documentation Projects über zwei Jahre. Die wichtigsten Änderungen gegenüber der ersten Auflage sind:
Ein Index wurde erstellt.
Alle ASCII-Darstellungen wurden durch Grafiken ersetzt.
Jedes Kapitel wird durch eine Übersicht eingeleitet, die den Inhalt des Kapitels zusammenfasst und die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Durcharbeiten des Kapitels darstellt.
Der Inhalt wurde in die logischen Abschnitte „Erste Schritte“, „Systemadministration“ und „Anhänge“ unterteilt.
Kapitel 2, FreeBSD 8.X (und älter)
installieren („FreeBSD
installieren“) wurde komplett neu geschrieben und mit
Abbildungen versehen, die Einsteigern das Verständnis des Texts
erleichtern.
Kapitel 4, Grundlagen des UNIX Betriebssystems („Grundlagen des UNIX® Betriebssystems“) wurde um den Abschnitt „Dämonen, Signale und Stoppen von Prozessen“ erweitert.
Das Kapitel 5, Installieren von Anwendungen: Pakete und Ports („Installieren von Anwendungen“) behandelt nun auch Pakete.
Kapitel 6, Das X-Window-System („Das X Window System“) wurde neu geschrieben. Der Schwerpunkt liegt auf modernen Benutzeroberflächen unter XFree86™ 4.X wie KDE und GNOME.
Das Kapitel 13, FreeBSDs Bootvorgang („FreeBSDs Bootvorgang“) wurde erweitert.
Kapitel 19, Speichermedien („Speichermedien“) ist aus den beiden Kapiteln „Laufwerke“ und „Sicherungen“ entstanden. Die in den beiden Kapiteln diskutierten Themen sind so leichter zu verstehen. Hinzugekommen ist ein Abschnitt über Software- und Hardware-RAID.
Das Kapitel 27, Serielle Datenübertragung („Serielle Datenübertragung“) wurde umorganisiert und auf FreeBSD 4.X/5.X angepasst.
Das Kapitel 28, PPP und SLIP („PPP und SLIP“) wurde aktualisiert.
Kapitel 32, Weiterführende Netzwerkthemen („Weiterführende Netzwerkthemen“) wurde um viele neue Abschnitte erweitert.
Kapitel 29, Elektronische Post (E-Mail) („Electronic Mail“) wurde um einen Abschnitt über die Konfiguration von sendmail erweitert.
Kapitel 11, Linux-Binärkompatibilität („Linux® Compatibility“) behandelt zusätzlich die Installation von Oracle® und Mathematica®.
Neu hinzugekommen sind:
Konfiguration und Tuning (Kapitel 12, Konfiguration und Tuning) und
Multimedia (Kapitel 8, Multimedia).
Dieses Buch ist in fünf Abschnitte unterteilt. Der erste Abschnitt, Erste Schritte, behandelt die Installation und die Grundlagen von FreeBSD. Dieser Abschnitt sollte in der vorgegebenen Reihenfolge durchgearbeitet werden, schon Bekanntes darf aber übersprungen werden. Der zweite Abschnitt, Oft benutzte Funktionen, behandelt häufig benutzte Funktionen von FreeBSD. Dieser Abschnitt sowie alle nachfolgenden Abschnitte können in beliebiger Reihenfolge gelesen werden. Jeder Abschnitt beginnt mit einer kurzen Übersicht, die das Thema des Abschnitts und das nötige Vorwissen erläutert. Die Übersichten helfen dem Leser, interessante Kapitel zu finden und erleichtern das Stöbern im Handbuch. Der dritte Abschnitt, Systemadministration, behandelt die Administration eines FreeBSD-Systems. Der vierte Abschnitt, Netzwerke, bespricht Netzwerke und Netzwerkdienste. Der fünfte Abschnitt enthält Anhänge und Verweise auf weitere Informationen.
Dieses Kapitel macht Einsteiger mit FreeBSD vertraut. Es behandelt die Geschichte, die Ziele und das Entwicklungsmodell des FreeBSD-Projekts.
X (und älter)
installieren,
FreeBSD 8.x (und älter)
installierenBeschreibt den Ablauf der Installation von
FreeBSD 8.x und früher mittels
sysinstall. Spezielle
Installationsmethoden, wie die Installation mit einer seriellen
Konsole, werden ebenfalls behandelt.
x (und neuer)
installieren,
FreeBSD 9.x (und neuer)
installierenBeschreibt den Ablauf der Installation von
FreeBSD 9.x und neuere mittels
bsdinstall.
Erläutert die elementaren Kommandos und Funktionen von FreeBSD. Wenn Sie schon mit Linux® oder einem anderen UNIX® System vertraut sind, können Sie dieses Kapitel überspringen.
Zeigt wie mit der innovativen Ports-Sammlung oder mit Paketen Software von Fremdherstellern installiert wird.
Beschreibt allgemein das X Window System und geht speziell auf X11 unter FreeBSD ein. Weiterhin werden grafische Benutzeroberflächen wie KDE und GNOME behandelt.
Enthält eine Aufstellung verbreiteter Anwendungen wie Browser, Büroanwendungen und Office-Pakete und beschreibt wie diese Anwendungen installiert werden.
Erklärt, wie Sie auf Ihrem System Musik und Videos abspielen können. Beispielhaft werden auch Anwendungen aus dem Multimedia-Bereich beleuchtet.
Erklärt, warum Sie einen angepassten Kernel erzeugen sollten und gibt ausführliche Anweisungen wie Sie einen angepassten Kernel konfigurieren, bauen und installieren.
Beschreibt, wie Sie Drucker unter FreeBSD verwalten. Diskutiert werden Deckblätter, das Einrichten eines Druckers und ein Abrechnungssystem für ausgedruckte Seiten.
Beschreibt die binäre Kompatibilität zu Linux®. Weiterhin werden ausführliche Installationsanleitungen für Oracle®, SAP® R/3® und Mathematica gegeben.
Beschreibt die Einstellungen, die ein Systemadministrator vornehmen kann, um die Leistungsfähigkeit eines FreeBSD Systems zu verbessern. In diesem Kapitel werden auch verschiedene Konfigurationsdateien besprochen.
Erklärt den Bootprozess von FreeBSD und beschreibt die Optionen, mit denen sich der Bootprozess beeinflussen lässt.
Beschreibt, wie Benutzer-Accounts angelegt, verändert und verwaltet werden. Weiterhin wird beschrieben, wie dem Benutzer zur Verfügung stehende Ressourcen beschränkt werden können.
Beschreibt die Werkzeuge mit denen Sie Ihr FreeBSD-System absichern. Unter Anderem werden Kerberos, IPsec und OpenSSH besprochen.
Dieses Kapitel beschreibt das Jails-Framework sowie die Vorteile von Jails gegenüber der traditionellen chroot-Unterstützung von FreeBSD.
Erklärt vorgeschriebene Zugriffskontrollen (MACs) und wie mit ihrer Hilfe FreeBSD-Systeme gesichert werden.
Beschreibt, was FreeBSD Event Auditing ist, wie Sie diese Funktion installieren und konfigurieren und die damit erzeugten Audit-Trails überwachen und auswerten können.
Erläutert den Umgang mit Speichermedien und Dateisystemen. Behandelt werden Plattenlaufwerke, RAID-Systeme, optische Medien, Bandlaufwerke, RAM-Laufwerke und verteilte Dateisysteme.
Beschreibt das GEOM-Framework von FreeBSD sowie die Konfiguration der verschiedenen unterstützten RAID-Level.
Beschreibt die Unterstützung nicht-nativer Dateisysteme (beispielsweise des Z-Dateisystems (zfs) von Sun™) durch FreeBSD.
Beschreibt den Vinum Volume Manager, der virtuelle Laufwerke, RAID-0, RAID-1 und RAID-5 auf Software-Ebene bereitstellt.
Dieses Kapitel beschreibt verschiedene Virtualisierungslösungen und wie diese mit FreeBSD zusammenarbeiten.
Zeigt wie Sie FreeBSD mit anderen Sprachen als Englisch einsetzen. Es wird sowohl die Lokalisierung auf der System-Ebene wie auch auf der Anwendungs-Ebene betrachtet.
Erklärt die Unterschiede zwischen FreeBSD-STABLE, FreeBSD-CURRENT und FreeBSD-Releases. Das Kapitel enthält Kriterien anhand derer Sie entscheiden können, ob es sich lohnt, ein Entwickler-System zu installieren und aktuell zu halten. Außerdem wird beschrieben, wie Sie Ihr System durch das Einspielen neuer Sicherheits-Patches absichern.
Beschreibt, wie das von Sun™ entwickelte DTrace-Werkzeug unter FreeBSD konfiguriert und eingesetzt werden kann. Dynamisches Tracing kann Ihnen beim Aufspüren von Leistungsproblemen helfen, indem Sie Echtzeit-Systemanalysen durchführen.
Erläutert, wie Sie Terminals und Modems an Ihr FreeBSD-System anschließen und sich so ein- und auswählen können.
Erklärt wie Sie mit PPP, SLIP oder PPP über Ethernet ein FreeBSD-System mit einem entfernten System verbinden.
Erläutert die verschiedenen Bestandteile eines E-Mail Servers und zeigt einfache Konfigurationen für sendmail, dem meist genutzten E-Mail-Server.
Bietet ausführliche Informationen und Beispielkonfigurationen, die es Ihnen ermöglichen, Ihren FreeBSD-Rechner als Network File System Server, Domain Name Server, Network Information Server, oder als Zeitsynchronisationsserver einzurichten.
Erklärt die Philosophie hinter softwarebasierten Firewalls und bietet ausführliche Informationen zur Konfiguration der verschiedenen, für FreeBSD verfügbaren Firewalls.
Behandelt viele Netzwerkthemen, beispielsweise das Verfügbarmachen einer Internetverbindung für andere Rechner eines LANs, Routing, drahtlose Netzwerke, Bluetooth®, IPv6, ATM und andere mehr.
Enthält eine Aufstellung der Quellen von denen Sie FreeBSD beziehen können: CD-ROM, DVD sowie Internet-Sites.
Dieses Buch behandelt viele Themen und kann nicht alle Fragen erschöpfend beantworten. Die Bibliografie enthält weiterführende Bücher, die im Text zitiert werden.
Enthält eine Aufstellung der Foren, die FreeBSD Benutzern für Fragen und Diskussionen zur Verfügung stehen.
Enthält PGP-Fingerabdrücke von etlichen FreeBSD Entwicklern.
Damit der Text einheitlich erscheint und leicht zu lesen ist, werden im ganzen Buch die nachstehenden Konventionen beachtet:
Für Dateinamen, URLs, betonte Teile eines Satzes und das erste Vorkommen eines Fachbegriffs wird ein kursiver Zeichensatz benutzt.
FixschriftFehlermeldungen, Kommandos, Umgebungsvariablen, Namen von
Ports, Hostnamen, Benutzernamen, Gruppennamen, Gerätenamen,
Variablen und Code-Ausschnitte werden in einer
Fixschrift dargestellt.
Fett kennzeichnet Anwendungen, Kommandozeilen und Tastensymbole.
Tasten werden fett dargestellt, um sie von dem
umgebenden Text abzuheben. Tasten, die gleichzeitig gedrückt
werden müssen, werden durch ein + zwischen
den einzelnen Tasten dargestellt:
Ctrl+Alt+Del
Im gezeigten Beispiel soll der Benutzer die Tasten Ctrl, Alt und Del gleichzeitig drücken.
Tasten, die nacheinander gedrückt werden müssen, sind durch Kommas getrennt:
Ctrl+X, Ctrl+S
Das letzte Beispiel bedeutet, dass die Tasten Ctrl und X gleichzeitig betätigt werden und danach die Tasten Ctrl und S gleichzeitig gedrückt werden müssen.
Beispiele, die durch E:\> eingeleitet
werden, zeigen ein MS-DOS® Kommando. Wenn nichts Anderes angezeigt
wird, können diese Kommandos unter neuen Versionen von
Microsoft® Windows® auch in einem DOS-Fenster
ausgeführt werden.
E:\> tools\fdimage floppies\kern.flp A:Beispiele, die mit # beginnen, müssen unter
FreeBSD mit Superuser-Rechten ausgeführt werden. Dazu melden Sie
sich entweder als root an oder Sie wechseln von
Ihrem normalen Account mit su(1) zu dem Benutzer
root.
# dd if=kern.flp of=/dev/fd0Beispiele, die mit % anfangen, werden unter einem
normalen Benutzer-Account ausgeführt. Sofern nichts Anderes
angezeigt wird, verwenden die Beispiele die Syntax der C-Shell.
% topDieses Buch ist aus Beiträgen von vielen Leuten aus allen Teilen der Welt entstanden. Alle eingegangen Beiträge, zum Beispiel Korrekturen oder vollständige Kapitel, waren wertvoll.
Einige Firmen haben dieses Buch dadurch unterstützt, dass Sie Autoren in Vollzeit beschäftigt und die Veröffentlichung des Buchs finanziert haben. Besonders BSDi (das später von Wind River Systems übernommen wurde) beschäftigte Mitglieder des FreeBSD Documentation Projects, um dieses Buch zu erstellen. Dadurch wurde die erste (englische) gedruckte Auflage im März 2000 möglich (ISBN 1-57176-241-8). Wind River Systems bezahlte dann weitere Autoren, die die zum Drucken nötige Infrastruktur verbesserten und zusätzliche Kapitel beisteuerten. Das Ergebnis dieser Arbeit ist die zweite (englische) Auflage vom November 2001 (ISBN 1-57176-303-1). Zwischen 2003 und 2004 bezahlte FreeBSD Mall, Inc mehrere Mitarbeiter für die Vorbereitung der gedruckten dritten Auflage.
Dieser Teil des FreeBSD-Handbuchs richtet sich an Benutzer und Administratoren für die FreeBSD neu ist. Diese Kapitel
geben Ihnen eine Einführung in FreeBSD,
geleiten Sie durch den Installationsprozess,
erklären Ihnen die Grundlagen von UNIX® Systemen,
zeigen Ihnen, wie Sie die Fülle der erhältlichen Anwendungen Dritter installieren und
führen Sie in X, der Benutzeroberfläche von UNIX® Systemen ein. Es wird gezeigt, wie Sie den Desktop konfigurieren, um effektiver arbeiten zu können.
Wir haben uns bemüht, Referenzen auf weiter vorne liegende Textteile auf ein Minimum zu beschränken, so dass Sie diesen Teil des Handbuchs ohne viel Blättern durcharbeiten können.
X (und älter)
installierenx (und neuer)
installierenHerzlichen Dank für Ihr Interesse an FreeBSD! Das folgende Kapitel behandelt verschiedene Aspekte des FreeBSD Projects wie dessen geschichtliche Entwicklung, dessen Ziele oder dessen Entwicklungsmodell.
Nach dem Durcharbeiten des Kapitels wissen Sie über folgende Punkte Bescheid:
Wo FreeBSD im Vergleich zu anderen Betriebssystemen steht
Die Geschichte des FreeBSD Projects
Die Ziele des FreeBSD Projects
Die Grundlagen des FreeBSD-Open-Source-Entwicklungsmodells
Und natürlich wo der Name „FreeBSD“ herrührt
FreeBSD ist ein auf 4.4BSD-Lite basierendes Betriebssystem für Intel (x86 und Itanium®), AMD64 und Sun UltraSPARC® Rechner. An Portierungen zu anderen Architekturen wird derzeit gearbeitet. Mehr zu Geschichte von FreeBSD können Sie im kurzen geschichtlichen Abriss zu FreeBSD oder im Abschnitt Das aktuelle FreeBSD-Release nachlesen. Falls Sie das FreeBSD Project unterstützen wollen (mit Quellcode, Hardware- oder Geldspenden), sollten Sie den Artikel FreeBSD unterstützen lesen.
FreeBSD hat zahlreiche bemerkenswerte Eigenschaften. Um nur einige zu nennen:
Präemptives Multitasking mit dynamischer Prioritätsanpassung zum reibungslosen und ausgeglichenen Teilen der Systemressourcen zwischen Anwendungen und Anwendern, selbst unter schwerster Last.
Der Mehrbenutzerbetrieb von FreeBSD erlaubt es, viele Anwender gleichzeitig am System mit verschiedenen Aufgaben arbeiten zu lassen. Beispielsweise Geräte wie Drucker oder Bandlaufwerke, die sich nur schwerlich unter allen Anwendern des Systems oder im Netzwerk teilen lassen, können durch Setzen von Verwendungsbeschränkungen auf Benutzer oder Benutzergruppen wichtige Systemressourcen vor Überbeanspruchung schützen.
Hervorragende TCP/IP-Netzwerkfähigkeit mit Unterstützung von Industriestandards wie SCTP, DHCP, NFS, NIS, PPP, SLIP, IPsec und IPv6. Das heißt, Ihr FreeBSD-System kann in einfachster Weise mit anderen Systemen interagieren. Zudem kann es als Server-System im Unternehmen wichtige Aufgaben übernehmen, beispielsweise als NFS- oder E-Mail-Server oder es kann Ihren Betrieb durch HTTP- und FTP-Server beziehungsweise durch Routing und Firewalling Internet-fähig machen.
Der Speicherschutz stellt sicher, dass Anwendungen (oder Anwender) sich nicht gegenseitig stören. Stürzt eine Anwendung ab, hat das keine Auswirkung auf andere Prozesse.
FreeBSD ist ein 32-Bit-Betriebssystem (64-Bit auf Itanium®, AMD64, und UltraSPARC®) und wurde als solches von Grund auf neu entworfen.
Das X-Window-System (X11R7) als Industriestandard bietet eine grafische Benutzeroberfläche (GUI). Minimale Voraussetzung zur Verwendung ist lediglich eine Grafikkarte und ein Bildschirm, die beide den VGA-Modus unterstützen.
Binärkompatibilität mit vielen unter verschiedenen Betriebssystemen erstellten Programmen wie Linux, SCO, SVR4, BSDI und NetBSD.
Tausende von sofort lauffähigen Anwendungen sind aus den Ports- und Packages-Sammlungen für FreeBSD verfügbar. Warum mühselig im Netz Software suchen, wenn sie bereits hier vorhanden ist?
Tausende zusätzliche leicht zu portierende Anwendungen sind über das Internet zu beziehen. FreeBSD ist Quellcode-kompatibel mit den meisten kommerziellen UNIX® Systemen. Daher bedürfen Anwendungen häufig nur geringer oder gar keiner Anpassung, um auf einem FreeBSD-System zu kompilieren.
Seitenweise anforderbarer Virtueller Speicher und der „merged VM/buffer cache“-Entwurf bedient effektiv den großen Speicherhunger mancher Anwendungen bei gleichzeitigem Aufrechterhalten der Bedienbarkeit des Systems für weitere Benutzer.
SMP-Unterstützung für Mehrprozessorsysteme
Ein voller Satz von C, C++ und Fortran- Entwicklungswerkzeugen. Viele zusätzliche Programmiersprachen für Wissenschaft und Entwicklung sind aus der Ports- und Packages-Sammlung zu haben.
Quellcode für das gesamte System bedeutet größtmögliche Kontrolle über Ihre Umgebung. Warum sollte man sich durch proprietäre Lösungen knebeln und sich auf Gedeih und Verderb der Gnade eines Herstellers ausliefern, wenn man doch ein wahrhaft offenes System haben kann?
Umfangreiche Online-Dokumentation.
FreeBSD basiert auf dem 4.4BSD-Lite-Release der Computer Systems Research Group (CSRG) der Universität von Kalifornien in Berkeley und führt die namhafte Tradition der Entwicklung von BSD-Systemen fort. Zusätzlich zu der herausragenden Arbeit der CSRG hat das FreeBSD Project tausende weitere Arbeitsstunden investiert, um das System zu verfeinern und maximale Leistung und Zuverlässigkeit bei Alltagslast zu bieten. Während viele kommerzielle Riesen Probleme haben PC-Betriebssysteme mit derartigen Funktionen, Leistungpotential und Zuverlässigkeit anzubieten, kann FreeBSD damit schon jetzt aufwarten!
Die Anwendungsmöglichkeiten von FreeBSD werden nur durch Ihre Vorstellungskraft begrenzt. Von Software-Entwicklung bis zu Produktionsautomatisierung, von Lagerverwaltung über Abweichungskorrektur bei Satelliten; Falls etwas mit kommerziellen UNIX® Produkten machbar ist, dann ist es höchstwahrscheinlich auch mit FreeBSD möglich. FreeBSD profitiert stark von tausenden hochwertigen Anwendungen aus wissenschaftlichen Instituten und Universitäten in aller Welt. Häufig sind diese für wenig Geld oder sogar kostenlos zu bekommen. Kommerzielle Anwendungen sind ebenso verfügbar und es werden täglich mehr.
Durch den freien Zugang zum Quellcode von FreeBSD ist es in unvergleichbarer Weise möglich, das System für spezielle Anwendungen oder Projekte anzupassen. Dies ist mit den meisten kommerziellen Betriebssystemen einfach nicht möglich. Beispiele für Anwendungen, die unter FreeBSD laufen, sind:
Internet-Dienste: Die robuste TCP/IP-Implementierung in FreeBSD macht es zu einer idealen Plattform für verschiedenste Internet-Dienste, wie zum Beispiel:
Zum Betreiben von FreeBSD reicht schon ein günstiger 386-PC. Wenn es das Wachstum Ihres Unternehmens verlangt, kann FreeBSD aber auch auf einem hochgerüsteten 4-Wege-System mit Xeon-Prozessoren und RAID-Plattenspeicher Verwendung finden.
Bildung: Sind Sie Informatikstudent oder Student eines verwandten Studiengangs? Die praktischen Einblicke in FreeBSD sind die beste Möglichkeit etwas über Betriebssysteme, Rechnerarchitektur und Netzwerke zu lernen. Einige frei erhältliche CAD-, mathematische und grafische Anwendungen sind sehr nützlich, gerade für diejenigen, die FreeBSD nicht zum Selbstzweck, sondern als Arbeitsmittel einsetzen.
Wissenschaft: Mit dem frei verfügbaren Quellcode für das gesamte System bildet FreeBSD ein exzellentes Studienobjekt in der Disziplin der Betriebssysteme, wie auch in anderen Zweigen der Informatik. Es ist beispielsweise denkbar, das räumlich getrennte Gruppen gemeinsam an einer Idee oder Entwicklung arbeiten. Das Konzept der freien Verfügbarkeit und -nutzung von FreeBSD ermöglicht so einen Gebrauch, auch ohne sich groß Gedanken über Lizenzbedingungen oder -beschränkungen machen zu müssen.
Netzwerkfähigkeit: Brauchen Sie einen neuen Router? Oder einen Name-Server (DNS)? Eine Firewall zum Schutze Ihres Intranets vor Fremdzugriff? FreeBSD macht aus dem in der Ecke verstaubenden 386- oder 486-PC im Handumdrehen einen leistungsfähigen Router mit anspruchsvollen Packet-Filter-Fähigkeiten.
X-Window-Workstation: FreeBSD ist eine gute Wahl für kostengünstige X-Terminals mit dem frei verfügbaren X11-Server. Im Gegensatz zu einem X-Terminal erlaubt es FreeBSD, viele Anwendungen lokal laufen zu lassen, was die Last eines zentralen Servers erleichtern kann. FreeBSD kann selbst „plattenlos“ starten, was einzelne Workstations noch günstiger macht und die Wartung erleichtert.
Software-Entwicklung: Das Standard-System von FreeBSD wird mit einem kompletten Satz an Entwicklungswerkzeugen bereitgestellt, unter anderem mit dem bekannten GNU C/C++-Kompiler und -Debugger.
FreeBSD ist sowohl in Form von Quellcode als auch in Binärform auf CD-ROM, DVD und über anonymous FTP erhältlich. Näheres zum Bezug von FreeBSD enthält Anhang A, Bezugsquellen für FreeBSD.
Der folgende Abschnitt bietet einige Hintergrundinformationen zum FreeBSD Project, einschließlich einem kurzen geschichtlichen Abriss, den Projektzielen und dem Entwicklungsmodell.
Das FreeBSD Project erblickte das Licht der Welt Anfang 1993 teils als Auswuchs des „Unofficial 386BSD Patchkit“ unter der Regie der letzten drei Koordinatoren des Patchkits: Nate Williams, Rod Grimes und mir.
Unser eigentliches Ziel war es, einen zwischenzeitlichen Abzug von 386BSD zu erstellen, um ein paar Probleme zu beseitigen, die das Patchkit-Verfahren nicht lösen konnte. Einige von Ihnen werden sich in dem Zusammenhang noch an die frühen Arbeitstitel „386BSD 0.5“ oder „386BSD Interim“ erinnern.
386BSD war das Betriebssystem von Bill Jolitz. Dieses litt bis zu diesem Zeitpunkt heftig unter fast einjähriger Vernachlässigung. Als das Patchkit mit jedem Tag anschwoll und unhandlicher wurde, waren wir einhellig der Meinung, es müsse etwas geschehen. Wir entschieden uns Bill Jolitz zu helfen, indem wir den übergangsweise „bereinigten“ Abzug zur Verfügung stellten. Diese Pläne wurden unschön durchkreuzt als Bill Jolitz plötzlich seine Zustimmung zu diesem Projekt zurückzog, ohne einen Hinweis darauf, was stattdessen geschehen sollte.
Es hat nicht lange gedauert zu entscheiden, dass das Ziel es wert war, weiterverfolgt zu werden, selbst ohne Bills Unterstützung. Also haben wir den von David Greenman geprägten Namen „FreeBSD“ angenommen. Unsere anfänglichen Ziele setzten wir nach Rücksprache mit den damaligen Benutzern des Systems fest. Und als deutlich wurde, das Projekt würde möglicherweise Realität, nahm ich Kontakt mit Walnut Creek CDROM auf, mit einem Auge darauf, den Vertriebsweg für die vielen Missbegünstigten zu verbessern, die keinen einfachen Zugang zum Internet hatten. Walnut Creek CDROM unterstützte nicht nur die Idee des CD-ROM-Vertriebs, sondern stellte sogar dem Projekt einen Arbeitsrechner und eine schnelle Internetverbindung zur Verfügung. Ohne den beispiellosen Glauben von Walnut Creek CDROM in ein zu der Zeit absolut unbekanntes Projekt, gäbe es FreeBSD in der heutigen Form wohl nicht.
Die erste auf CD-ROM (und netzweit) verfügbare Veröffentlichung war FreeBSD 1.0 im Dezember 1993. Diese basierte auf dem Band der 4.3BSD-Lite („Net/2“) der Universität von Kalifornien in Berkeley. Viele Teile stammten aus 386BSD und von der Free Software Foundation. Gemessen am ersten Angebot, war das ein ziemlicher Erfolg und wir ließen dem das extrem erfolgreiche FreeBSD 1.1 im Mai 1994 folgen.
Zu dieser Zeit formierten sich unerwartete Gewitterwolken am Horizont, als Novell und die Universität von Kalifornien in Berkeley (UCB) ihren langen Rechtsstreit über den rechtlichen Status des Berkeley Net/2-Bandes mit einem Vergleich beilegten. Eine Bedingung dieser Einigung war es, dass die UCB große Teile des Net/2-Quellcodes als „belastet“ zugestehen musste, und dass diese Besitz von Novell sind, welches den Code selbst einige Zeit vorher von AT&T bezogen hatte. Im Gegenzug bekam die UCB den „Segen“ von Novell, dass sich das 4.4BSD-Lite-Release bei seiner endgültigen Veröffentlichung als unbelastet bezeichnen darf. Alle Net/2-Benutzer sollten auf das neue Release wechseln. Das betraf auch FreeBSD. Dem Projekt wurde eine Frist bis Ende Juli 1994 eingeräumt, das auf Net/2-basierende Produkt nicht mehr zu vertreiben. Unter den Bedingungen dieser Übereinkunft war es dem Projekt noch erlaubt ein letztes Release vor diesem festgesetzten Zeitpunkt herauszugeben. Das war FreeBSD 1.1.5.1.
FreeBSD machte sich dann an die beschwerliche Aufgabe, sich Stück für Stück, aus einem neuen und ziemlich unvollständigen Satz von 4.4BSD-Lite-Teilen, wieder aufzubauen. Die „Lite“-Veröffentlichungen waren deswegen leicht, weil Berkeleys CSRG große Code-Teile, die für ein start- und lauffähiges System gebraucht wurden, aufgrund diverser rechtlicher Anforderungen entfernen musste und weil die 4.4-Portierung für Intel-Rechner extrem unvollständig war. Das Projekt hat bis November 1994 gebraucht diesen Übergang zu vollziehen, was dann zu dem im Netz veröffentlichten FreeBSD 2.0 und zur CD-ROM-Version (im späten Dezember) führte. Obwohl FreeBSD gerade die ersten Hürden genommen hatte, war dieses Release ein maßgeblicher Erfolg. Diesem folgte im Juni 1995 das robustere und einfacher zu installierende FreeBSD 2.0.5.
Im August 1996 veröffentlichten wir FreeBSD 2.1.5. Es schien unter ISPs und der Wirtschaft beliebt genug zu sein, ein weiteres Release aus dem 2.1-STABLE-Zweig zu rechtfertigen. Das war FreeBSD 2.1.7.1. Es wurde im Februar 1997 veröffentlicht und bildete das Ende des Hauptentwicklungszweiges 2.1-STABLE. Derzeit unterliegt dieser Zweig dem Wartungsmodus, das heißt, es werden nur noch Sicherheitsverbesserungen und die Beseitigung von kritischen Fehlern vorgenommen (RELENG_2_1_0).
FreeBSD 2.2 entsprang dem Hauptentwicklungszweig („-CURRENT“) im November 1996 als RELENG_2_2-Zweig und das erste komplette Release (2.2.1) wurde im April 1997 herausgegeben. Weitere Veröffentlichungen des 2.2-Zweiges gab es im Sommer und Herbst 1997. Das letzte Release des 2.2-Zweiges bildete die Version 2.2.8, die im November 1998 erschien. Das erste offizielle 3.0-Release erschien im Oktober 1998 und läutete das Endes des 2.2-Zweiges ein.
Am 20. Januar 1999 teilte sich der Quellbaum in die Zweige 4.0-CURRENT und 3.X-STABLE. Auf dem 3.X-STABLE-Zweig wurden folgende Releases erstellt: 3.1 am 15. Februar 1999, 3.2 am 15. Mai 1999, 3.3 am 16. September 1999, 3.4 am 20. Dezember 1999 und 3.5 am 24. Juni 2000. Letzterem folgte ein paar Tage später das Release 3.5.1, welches einige akute Sicherheitslöcher von Kerberos stopfte und die letzte Veröffentlichung des 3.X-Zweiges darstellte.
Eine weitere Aufspaltung, aus dem der 4.X-STABLE-Zweig hervorging, erfolgte am 13. März 2000. Bisher gab es mehrere Veröffentlichungen aus diesem Zweig: 4.0-RELEASE erschien im März 2000. Das letzte Release, 4.11-RELEASE, erschien im Januar 2005.
Das lang erwartete 5.0-RELEASE wurde am
19. Januar 2003 veröffentlicht. Nach nahezu
drei Jahren Entwicklungszeit brachte dieses Release die
Unterstützung für Mehrprozessor-Systeme sowie
für Multithreading. Mit diesem Release lief FreeBSD
erstmalig auf den Plattformen UltraSPARC®
und ia64. Im Juni 2003 folgte
5.1-RELEASE. Das letzte 5.X-Release aus dem CURRENT-Zweig war
5.2.1-RELEASE, das im Februar 2004 veröffentlicht
wurde.
Der Zweig RELENG_5 wurde im August 2004 erzeugt. Als erstes Release dieses Zweiges wurde 5.3-RELEASE veröffentlicht, bei dem es sich gleichzeitig auch um das erste 5-STABLE-Release handelte. Das aktuelle 5.5-RELEASE (dem keine RELENG_5-Versionen mehr folgen werden) erschien im Mai 2006.
Der Zweig RELENG_6 wurde im Juli 2005 erzeugt. 6.0-RELEASE, das erste Release des 6.X-Zweiges, wurde im November 2005 veröffentlicht. Das aktuelle 6.4-RELEASE (erschienen im November 2008) ist das letzte Release aus RELENG_6-Zweig. RELENG_6 ist der letzte Zweig, der die Alpha-Architektur noch unterstützt.
Der Zweig RELENG_7 wurde im Oktober 2007 erzeugt. 7.0-RELEASE, das erste Release des 7.X-Zweiges, wurde im Februar 2008 veröffentlicht. Das aktuelle 8.4-RELEASE (dem keine weiteren RELENG_7-Versionen folgen werden) erschien im Februar 2011.
Im August 2009 wurde der RELENG_8-Zweig angelegt. 8.0-RELEASE, das erste Release des 8.X-Zweiges, erschien im November 2009. Das aktuelle 9.1-RELEASE (dem weitere RELENG_8-Versionen folgen werden) wurde im Juli 2010 veröffentlicht.
Zurzeit werden Projekte mit langem Entwicklungshorizont im Zweig 9.X-CURRENT verfolgt, Schnappschüsse von 9.X auf CD-ROM (und natürlich im Netz) werden bei fortlaufender Entwicklung auf dem Snapshot-Server zur Verfügung gestellt.
Das FreeBSD Project stellt Software her, die ohne Einschränkungen für beliebige Zwecke eingesetzt werden kann. Viele von uns haben beträchtlich in Quellcode und Projekt investiert und hätten sicher nichts dagegen, hin und wieder ein wenig finanziellen Ausgleich dafür zu bekommen. Aber in keinem Fall bestehen wir darauf. Wir glauben unsere erste und wichtigste „Mission“ ist es, Software für jeden Interessierten und zu jedem Zweck zur Verfügung zu stellen, damit die Software größtmögliche Verbreitung erlangt und größtmöglichen Nutzen stiftet. Das ist, glaube ich, eines der grundlegenden Ziele freier Software, welche wir mit größter Begeisterung unterstützen.
Der Code in unserem Quellbaum, der unter die General Public License (GPL) oder die Library General Public License (LGPL) fällt, stellt geringfügig mehr Bedingungen. Das aber vielmehr im Sinne von eingefordertem Zugriff, als das übliche Gegenteil der Beschränkungen. Aufgrund zusätzlicher Abhängigkeiten, die sich durch die Verwendung von GPL-Software bei kommerziellem Gebrauch ergeben, bevorzugen wir daher Software unter dem transparenteren BSD-Copyright, wo immer es angebracht ist.
Die Entwicklung von FreeBSD ist ein offener und vielseitiger Prozess. FreeBSD besteht aus Beisteuerungen von Hunderten Leuten rund um die Welt, wie Sie aus der Liste der Beitragenden ersehen können. Die vielen Entwickler können aufgrund der Entwicklungs-Infrastruktur von FreeBSD über das Internet zusammenarbeiten. Wir suchen ständig nach neuen Entwicklern, Ideen und jenen, die sich in das Projekt tiefer einbringen wollen. Nehmen Sie einfach auf der Mailingliste FreeBSD technical discussions Kontakt mit uns auf. Die Mailingliste FreeBSD announcements steht für wichtige Ankündigungen, die alle FreeBSD-Benutzer betreffen, zur Verfügung.
Unabhängig davon ob Sie alleine oder mit anderen eng zusammen arbeiten, enthält die folgende Aufstellung nützliche Informationen über das FreeBSD Project und dessen Entwicklungsabläufe.
Der Hauptquellbaum von FreeBSD wurde über viele Jahre ausschließlich mit CVS gepflegt, einem frei erhältlichen Versionskontrollsystem, welches mit FreeBSD geliefert wird. Im Juni 2008 begann das FreeBSD Project mit dem Umstieg auf SVN (Subversion). Dieser Schritt wurde notwendig, weil CVS aufgrund des rapide wachsenden Quellcodebaumes und dem Umfang der bereits gespeichterten Revisisionsinformationen an seine Grenzen zu stoßen begann. Während das Hauptrepository nun SVN verwendet, hat sich auf der Client-Seite nichts geändert. Werkzeuge wie CVSup und csup, die auf der alten CVS-Infrastruktur aufbauen, funktionieren weiterhin, weil alle Änderungen, die im SVN-Repository erfolgen, in das CVS-Repository portiert werden. Im Moment wird nur src-Quellcodebaum über SVN verwaltet. Die Dokumentation, die Webseiten sowie die Ports befinden sich weiterhin in einem CVS-Repository. Das Haupt-CVS-Repository läuft auf einer Maschine in Santa Clara, Kalifornien, USA. Von dort wird es auf zahlreiche Server in aller Welt gespiegelt. Der SVN-Quellbaum, der die Zweige -CURRENT und -STABLE enthält, kann so einfach auf Ihr eigenes System gespiegelt werden. Näheres dazu können Sie im Handbuch unter Synchronisation der Quellen in Erfahrung bringen.
Die Committer sind Personen
mit Schreibzugriff auf den
CVS-Quellbaum (der Begriff „Committer“
stammt vom cvs(1)-Befehl commit,
der zum Einspeisen von Änderungen ins Repository
gebraucht wird). Der beste Weg, Vorschläge zur
Prüfung durch die Mitglieder der Committer-Liste
einzureichen, bietet der Befehl send-pr(1). Sollte es
unerwartete Probleme mit diesem Verfahren geben, besteht
immer noch die Möglichkeit eine E-Mail an die Liste
„FreeBSD committers“ zu schicken.
Würde man das FreeBSD Project mit einem Unternehmen vergleichen, so wäre das FreeBSD-Core-Team das Gegenstück zum Vorstand. Die Hauptaufgabe des Core-Teams ist es, das Projekt als Ganzes in gesunder Verfassung zu halten und die weitere Entwicklung in die richtige Bahn zu lenken. Das Anwerben leidenschaftlicher und verantwortungsbewusster Entwickler ist eine Aufgabe des Core-Team, genauso wie die Rekrutierung neuer Mitglieder für das Core-Team, im Falle, dass Altmitglieder aus dem Projekt aussteigen. Das derzeitige Core-Team wurde im Juli 2010 aus einem Kreis kandidierender Committer gewählt. Wahlen werden alle zwei Jahre abgehalten.
Einige Core-Team-Mitglieder haben auch spezielle Verantwortungsbereiche. Das bedeutet, sie haben sich darauf festgelegt, sicherzustellen, dass ein größerer Teil des Systems so funktioniert wie ausgewiesen. Eine vollständige Liste an FreeBSD beteiligter Entwickler und ihrer Verantwortungsbereiche kann in der Liste der Beitragenden eingesehen werden.
Die Mehrzahl der Mitglieder des Core-Teams sind Freiwillige in Bezug auf die FreeBSD-Entwicklung und profitieren nicht finanziell vom Projekt. Daher sollte „Verpflichtung“ nicht als „garantierter Support“ fehlinterpretiert werden. Der oben angeführte Vergleich mit einem Vorstand hinkt und es wäre angebrachter zu erwähnen, dass diese Leute – wider besseres Wissen – ihr eigenes Leben für FreeBSD aufgegeben haben!
Die größte Entwicklergruppe sind nicht zuletzt die Anwender selbst, die Rückmeldungen und Fehlerbehebungen in einem anhaltend hohen Maße an uns senden. Der bevorzugte Weg an dem weniger zentralisierten Bereich der FreeBSD-Entwicklung teilzuhaben, ist die Möglichkeit sich bei der Liste FreeBSD technical discussions anzumelden. Weitere Informationen über die verschiedenen FreeBSD-Mailinglisten erhalten Sie in Anhang C, Ressourcen im Internet.
Die Liste der zu FreeBSD Beitragenden ist eine lange und wachsende. Also warum nicht selbst dort stehen, indem Sie gleich persönlich etwas zu FreeBSD beitragen?
Quellcode ist nicht der einzige Weg, etwas zum Projekt beizusteuern. Eine genauere Übersicht über offene Aufgaben finden Sie auf der FreeBSD-Web-Site.
Zusammengefasst bildet unser Entwicklungsmodell einen losen Verbund konzentrischer Kreise. Das zentralisierte Modell ist auf die Bedürfnisse der Anwender zugeschnitten, mit der einfachen Möglichkeit eine zentrale Code-Basis zu verfolgen und möglichen neuen Beitragenden nicht das Leben zu erschweren! Unser Ziel ist es, ein stabiles Betriebssystem mit einer großen Zahl passender Programme zu bieten, die der Anwender leicht installieren und anwenden kann. Und dieses Modell funktioniert für diese Aufgabe ziemlich gut.
Das Einzige was wir von möglichen neuen Mitgliedern fordern, ist die gleiche Hingabe, mit der die jetzigen Mitglieder am dauerhaften Erfolg arbeiten!
FreeBSD ist ein (mit vollem Quellcode und ein frei erhältliches) auf 4.4BSD-Lite-basierendes Release für Intel i386™, i486™, Pentium®, Pentium® Pro, Celeron®, Pentium® II, Pentium® III, Pentium® 4 (oder ein dazu kompatibler Prozessor), Xeon™, und Sun UltraSPARC® Systeme. Es stützt sich zum größten Teil auf Software der Computer Systems Research Group (CSRG) der Universität von Kalifornien in Berkeley mit einigen Verbesserungen aus NetBSD, OpenBSD, 386BSD und der Free Software Foundation.
Seit unserem FreeBSD 2.0 von Ende 1994 haben sich Leistung, Funktionsvielfalt und Stabilität dramatisch verbessert. Die größte Änderung erfuhr das virtuelle Speichermanagement durch eine Kopplung von virtuellem Speicher und dem Buffer-Cache, das nicht nur die Leistung steigert, sondern auch den Hauptspeicherverbrauch reduziert und ein 5 MB-System zu einem nutzbaren Minimal-System verhilft. Weitere Verbesserungen sind volle NIS-Client- und Server-Unterstützung, T/TCP, Dial-On-Demand-PPP, integriertes DHCP, ein verbessertes SCSI-Subsystem, ISDN-Support, Unterstützung für ATM-, FDDI-, Fast- und Gigabit-Ethernet-Karten (1000 Mbit), verbesserter Support der neusten Adaptec-Controller und tausende Fehlerkorrekturen.
Zusätzlich zur Standard-Distribution bietet FreeBSD
eine Sammlung von portierter Software mit tausenden begehrten
Programmen. Zum Verfassungszeitpunkt waren über
24,000 Anwendungen in der Ports-Sammlung! Das Spektrum
der Ports-Sammlung reicht von HTTP-Servern über Spiele,
Programmiersprachen, Editoren und so ziemlich allem
dazwischen. Die gesamte Ports-Sammlung benötigt
500 MB an Speicherplatz, wobei jeder Port anhand eines
„Deltas“ zu den Quellen angegeben wird. Das
macht es für uns erheblich leichter, Ports zu
aktualisieren und es verringert den Plattenbedarf im Vergleich
zur älteren 1.0-Port-Sammlung. Um ein Port zu
übersetzen, müssen Sie einfach ins Verzeichnis des
Programms wechseln und ein make install
absetzen. Den Rest erledigt das System. Die originalen
Quellen jedes zu installierenden Port werden dynamisch von
CD-ROM oder einem FTP-Server bezogen. Es reicht also für
genügend Plattenplatz zu sorgen, um die gewünschten
Ports zu erstellen. Allen, die Ports nicht selbst kompilieren
wollen: Es gibt zu fast jedem Port ein vorkompiliertes
Paket, das einfach mit dem Befehl (pkg_add)
installiert wird. Pakete und Ports werden in
Kapitel 5, Installieren von Anwendungen: Pakete und Ports beschrieben.
Eine Reihe von weiteren Dokumenten, die sich als hilfreich
bei der Installation oder dem Arbeiten mit FreeBSD erweisen
könnten, liegen auf neueren FreeBSD-Systemen im Verzeichnis
/usr/share/doc. Die lokal installierten
Anleitungen lassen sich mit jedem HTML-fähigen Browser
unter folgenden Adressen betrachten:
Es besteht auch die Möglichkeit, sich die jeweils aktuellste Version der Referenzdokumente auf der FreeBSD-Homepage anzusehen.
FreeBSD wird mit dem textorientierten und einfach zu benutzendem
Installationsprogramm installiert. Beginnend mit
FreeBSD 9.0-RELEASE handelt es sich dabei um das Programm
bsdinstall. Ältere FreeBSD-Versionen
verwenden hingegen nach wie vor sysinstall
für die Installation. Dieses Kapitel beschreibt die
Installation von FreeBSD über sysinstall.
Der Einsatz von bsdinstall wird hingegen
in Kapitel 3, FreeBSD 9.x (und neuer)
installieren besprochen.
Dieses Kapitel behandelt folgende Punkte:
Das Erzeugen von FreeBSD-Startdisketten.
Wie FreeBSD Platten anspricht und aufteilt.
Wie sysinstall ausgeführt wird.
Die Menüs von sysinstall und die erforderlichen Eingaben in den Menüs.
Bevor Sie dieses Kapitel lesen, sollten Sie
Die Hardware-Notes der FreeBSD-Release, die Sie installieren wollen, lesen und sicherstellen, dass Ihre Hardware unterstützt wird.
Diese Installationsanleitung gilt für Rechner mit i386™-Architektur (PC-kompatible Rechner). Abweichende Anweisungen für andere Plattformen werden, falls notwendig, gegeben. Obwohl diese Anleitung so aktuell wie möglich ist, kann das Installationsverfahren von dem hier gezeigten geringfügig abweichen. Legen Sie bitte daher diese Anleitung nicht wortwörtlich aus, sondern lassen Sie sich von diesem Kapitel durch den Installationsprozess leiten.
Die zur Installation von FreeBSD erforderliche Minimalkonfiguration hängt von der zu installierenden FreeBSD-Version sowie von der Hardware-Architektur ab.
Informationen zur jeweiligen Minimalkonfiguration finden Sie in den folgenden Abschnitten dieses Kapitels. Je nachdem, wie Sie FreeBSD installieren, benötigen Sie eventuell auch ein Diskettenlaufwerk, ein unterstütztes CD-ROM-Laufwerk, oder auch eine Netzwerkkarte. Abschnitt 2.3.7, „Das Startmedium vorbereiten“ des Handbuchs enthält weitere Informationen zu den verschiedenen Installationsarten.
Sowohl FreeBSD/i386 als auch FreeBSD/pc98 benötigen jeweils mindestens einen 486-Prozessor sowie mindestens 24 MB RAM. Außerdem benötigen Sie für eine Minimalinstallation mindestens 150 MB freien Platz auf Ihrer Festplatte.
In den meisten derartigen Konfigurationen ist es besser, für mehr RAM und mehr Plattenplatz zu sorgen, statt einen schnelleren Prozessor einzubauen.
Es gibt zwei Klassen von Prozessoren, auf denen Sie FreeBSD/amd64 ausführen können. Die erste Klasse bilden die AMD64-Prozessoren (zu denen AMD Athlon 64-, AMD Athlon 64-FX-, oder AMD Opteron-Prozessoren gehören).
Die zweite Klasse von Prozessoren, auf denen Sie diese FreeBSD/amd64 einsetzen können, ist die Intel® EM64T-Architektur. Prozessoren dieser Klasse sind beispielsweise Intel® Core™ 2 Duo-, Quad-, und Extreme-Prozessoren sowie die Intel® Xeon™-Prozessorreihen 3000, 5000, und 7000.
Wenn Sie einen auf dem Chipsatz nVidia nForce3 Pro-150 basierenden Rechner haben, müssen Sie im BIOS das IO-APIC deaktivieren. Erlaubt ihr BIOS dies nicht, müssen Sie stattdessen ACPI deaktivieren. Der Grund dafür sind Fehler im Pro-150-Chipsatz, die bis jetzt nicht behoben werden konnten.
Um FreeBSD/sparc64 zu installieren, benötigen Sie eine unterstützte Plattform (lesen Sie dazu auch Abschnitt 2.2.2, „Unterstützte Hardware“ des Handbuchs).
Sie benötigen außerdem eine seperate Festplatte, wenn Sie FreeBSD/sparc64 installieren wollen, da es derzeit leider noch nicht möglich ist, die Platte mit einem weiteren Betriebssystem zu teilen.
Die Hardware-Notes, die mit jedem FreeBSD-Release
ausgeliefert werden, enthalten eine Liste lauffähiger
Hardware. Die Hardware-Notes befinden sich üblicherweise
in der Datei HARDWARE.TXT im
Wurzelverzeichnis der Distribution (CD-ROM oder FTP).
Sie können die Hardware-Notes außerdem im
Dokumentationsmenü von
sysinstall oder auf der Webseite
Release Information
lesen.
Bevor Sie FreeBSD installieren, erfassen Sie die Komponenten Ihres Rechners. Die FreeBSD-Installation wird die Komponenten (Festplatten, Netzwerkkarten, CD-ROM-Laufwerke) zusammen mit der Modellbezeichnung und des Herstellers anzeigen. FreeBSD wird auch versuchen, die richtige Konfiguration der Geräte zu ermitteln. Dazu gehören die benutzten Interrupts (IRQ) und IO-Ports. Wegen der Unwägbarkeiten von PC-Hardware kann die Konfiguration der Geräte allerdings fehlschlagen. In diesem Fall müssen Sie die von FreeBSD ermittelte Konfiguration korrigieren.
Wenn Sie schon ein anderes Betriebssystem, wie Windows®
oder Linux installiert haben, können Sie die
Hardware-Konfiguration mit den Mitteln dieses Betriebssystems
bestimmen. Wenn Sie nicht sicher sind, welche Einstellungen
eine Erweiterungskarte besitzt, sehen Sie auf der Karte
selbst nach. Manchmal sind die Einstellungen dort
aufgedruckt. Gebräuchliche IRQs sind 3,
5 und 7. Die
Adressen von IO-Ports werden normalerweise hexadezimal,
zum Beispiel 0x330, angegeben.
Halten Sie die Gerätekonfiguration vor der Installation in einer Tabelle wie der nachstehenden fest:
| Gerät | IRQ | IO-Ports | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| erste Festplatte | - | - | 40 GB, Seagate, erster IDE-Master |
| CD-ROM | - | - | erster IDE-Slave |
| zweite Festplatte | - | - | 20 GB, IBM, zweiter IDE-Master |
| erster IDE-Controller | 14 | 0x1f0 | |
| Netzwerkkarte | - | - | Intel® 10/100 |
| Modem | - | - | 3Com® 56K Faxmodem, an COM1 |
| … |
Nachdem Sie wissen, über welche Hardware Ihr Rechner verfügt, müssen Sie diese Informationen mit den Hardwareanforderungen der zu installierenden FreeBSD-Version abgleichen.
Wenn der Rechner, auf dem Sie FreeBSD installieren wollen, wichtige Daten enthält, sichern Sie bitte diese Daten. Prüfen Sie auch, dass Sie die Daten aus der Sicherung wiederherstellen können, bevor Sie FreeBSD installieren. Die FreeBSD-Installation fragt zwar nach, bevor Sie Daten auf Ihre Festplatte schreibt, Ihre Daten sind allerdings unwiderruflich verloren, wenn der Installationsvorgang einmal angelaufen ist.
Wenn Sie die gesamte Festplatte für FreeBSD verwenden wollen, müssen Sie sich an dieser Stelle keine weiteren Gedanken machen – lesen Sie bitte im nächsten Abschnitt weiter.
Wenn Sie allerdings FreeBSD neben anderen Betriebssystemen betreiben wollen, müssen Sie wissen, wie Daten auf einer Festplatte abgelegt werden und welche Auswirkungen dies hat.
Eine PC-Festplatte wird in einzelne Bereiche unterteilt,
die Partitionen heißen.
FreeBSD verwendet intern ebenfalls Partitionen. Um
Verwechslungen und Unklarheiten zu vermeiden, werden diese
Plattenbereiche unter FreeBSD als Slices bezeichnet. So
verwendet beispielsweise das Werkzeug
fdisk den Begriff Slices, um sich auf
PC-Partitionen zu beziehen. Auf
einer PC-Festplatte können maximal vier Partitionen,
die primäre Partitionen genannt
werden, angelegt werden. Eine
erweiterte Partition hebt diese
Beschränkung auf. Eine Festplatte kann nur eine
erweiterte Partition enthalten, die wiederum weitere
so genannte logische Partitionen
enthalten kann.
Jede Partition besitzt eine Partitions-ID
– eine Zahl, die den Typ der Partition festlegt.
FreeBSD-Partitionen tragen die Partitions-ID
165.
Üblicherweise kennzeichnen Betriebssysteme Partitionen
in einer besonderen Art und Weise. Beispielsweise werden
jeder primären und logischen Partition unter MS-DOS®
und dem verwandten Windows® Laufwerksbuchstaben beginnend
mit C: zugewiesen.
FreeBSD muss auf einer primären Partition installiert werden. In dieser Partition hält FreeBSD alle Daten einschließlich der Dateien, die Sie anlegen. Verfügt das System über mehrere Festplatten, können Sie auf allen oder einigen Platten eine FreeBSD-Partition einrichten. Zur Installation von FreeBSD benötigen Sie eine freie Partition: Dies kann eine extra für die Installation eingerichtete Partition sein oder eine existierende Partition, die nicht mehr benötigte Daten enthält.
Wenn auf allen Platten bereits sämtliche Partitionen
benutzt werden, müssen Sie eine der Partitionen
für FreeBSD frei machen. Benutzen Sie dazu die Werkzeuge
des eingesetzten Betriebssystems (fdisk
unter MS-DOS® oder Windows®).
Verfügt das System über eine freie Partition, benutzen Sie diese Partition. Es kann allerdings sein, dass Sie eine oder mehrere der vorhandenen Partitionen vorher verkleinern müssen.
Eine minimale FreeBSD-Installation benötigt nur 100 MB Plattenplatz. Diese Installation ist allerdings sehr begrenzt und lässt wenig Platz für Ihre eigenen Dateien. Realistischer sind 250 MB für FreeBSD ohne graphische Benutzeroberfläche und 350 MB für FreeBSD mit einer graphischen Benutzeroberfläche. Sie benötigen weiteren Platz für die Installation zusätzlicher Software.
Um die Partitionen zu verkleinern, können Sie beispielsweise das kommerzielle PartitionMagic® oder das freie GParted benutzen. Sowohl GParted als auch PartitionMagic® können auch NTFS-Partitionen verändern. GParted ist auf vielen Linux-Live-CDs, beispielsweise der SystemRescueCD, verfügbar.
Bei der Veränderung von Microsoft® Vista-Partionen kommt es manchmal zu Problemen. In einem solchen Fall ist es von Vorteil, wenn Sie eine Vista-Installations-CD zur Verfügung haben. Wie bei jeder Änderung an Ihrer Festplatte sollten Sie auch hier zuerst ein aktuelles Backup anlegen.
Der falsche Gebrauch dieser Werkzeuge kann Daten auf der Festplatte löschen. Vor dem Einsatz dieser Werkzeuge stellen Sie bitte sicher, dass Sie frische, funktionierende Datensicherungen besitzen.
Nehmen wir an, Sie haben einen Rechner mit einer
4 GB Festplatte, auf der schon eine Version von
Windows® installiert ist. Weiterhin haben Sie die
Platte in zwei Laufwerke C:
und D: unterteilt, die jeweils
2 GB groß sind. Auf C:
wird 1 GB benutzt und 0,5 GB von Laufwerk
D: werden benutzt.
Sie haben also eine Festplatte mit zwei Partitionen
und könnten alle Daten von Laufwerk
D: auf das Laufwerk
C: kopieren. Damit wäre
die zweite Partition für FreeBSD frei.
Nehmen wir an, Sie haben einen Rechner mit einer
4 GB Festplatte auf der schon eine Version von
Windows® installiert ist. Während der Installation
von Windows® haben sie eine große Partition
C: angelegt, die 4 GB
groß ist. Von den 4 GB werden 1,5 GB
benutzt und Sie wollen 2 GB für FreeBSD verwenden.
Sie haben zwei Möglichkeiten, FreeBSD zu installieren:
Sichern Sie die Daten der Windows®-Partition und installieren Sie Windows® erneut auf einer 2 GB großen Partition.
Verkleinern Sie die Windows®-Partition mit einem der oben aufgeführten Werkzeuge.
Wird während der Installation ein Netzwerk benötigt (weil Sie über FTP oder von einem NFS-Server installieren wollen), müssen Sie die Konfiguration des Netzwerks kennen. Während der Installation werden Netzwerkparameter abgefragt, damit sich FreeBSD mit dem Netzwerk verbinden und die Installation abschließen kann.
Wenn Sie sich mit einem Ethernet verbinden oder eine Internet-Verbindung mit einem Ethernet-Adapter über Kabel oder DSL herstellen, benötigen Sie die nachstehenden Daten:
IP-Adresse
IP-Adresse des Default-Gateways
Hostname
IP-Adressen der DNS-Server
Subnetzmaske
Wenn Sie die Daten nicht besitzen, fragen Sie bitte Ihren Systemadministrator oder Ihren Service-Provider. Können die Daten über DHCP bezogen werden, merken Sie sich diese Tatsache.
Auch wenn Sie sich mit einem normalen Modem bei einem ISP einwählen, können Sie FreeBSD aus dem Internet installieren. Die Installation über ein Modem dauert nur sehr lange.
Sie benötigen die nachstehenden Daten:
Die Telefonnummer des ISPs.
Die COM-Schnittstelle, an der das Modem angeschlossen ist.
Den Benutzernamen und das Passwort für Ihr Konto.
Auch wenn das FreeBSD-Project bemüht ist, ein Release so stabil wie möglich herzustellen, treten ab und an Fehler auf. In seltenen Fällen betrifft ein Fehler die Installations-Prozedur. Die Fehler und deren Behebungen werden in den FreeBSD-Errata festgehalten. Lesen Sie bitte die Errata, bevor Sie FreeBSD installieren, damit Sie nicht in frisch entdeckte Probleme laufen.
Dokumentation zu jedem Release, inklusive der Errata zu jedem Release, finden Sie im Release-Bereich des FreeBSD Webauftritts.
FreeBSD kann von Dateien aus irgendeiner der nachstehenden Quellen installiert werden:
von einer CD-ROM oder einer DVD
von einem USB-Stick
von einer MS-DOS®-Partition auf demselben Rechner
von einem SCSI- oder QIC-Bandlaufwerk
von Disketten
von einem FTP-Server, wenn erforderlich auch durch eine Firewall oder durch einen HTTP-Proxy
von einem NFS-Server
über eine feste serielle oder eine feste parallele Verbindung
Wenn Sie eine FreeBSD-CD oder FreeBSD-DVD gekauft haben, besitzen Sie schon alles, was Sie zur Installation benötigen. Lesen Sie bitte im nächsten Abschnitt (Abschnitt 2.3.7, „Das Startmedium vorbereiten“) weiter.
Wenn Sie sich die FreeBSD-Installationsdateien noch nicht besorgt haben, lesen Sie bitte zuerst den Abschnitt 2.13, „Eigene Installationsmedien herstellen“. Dort werden die notwendigen Vorbereitungen für eine Installation von den eben genannten Medien beschrieben. Wenn Sie den Abschnitt durchgearbeitet haben, lesen Sie bitte in Abschnitt 2.3.7, „Das Startmedium vorbereiten“ weiter.
Um FreeBSD zu installieren, müssen Sie Ihren Rechner mit einem speziellen Startmedium hochfahren, das die Installationsroutine startet. Sie können das Installationsprogramm nicht unter einem anderen Betriebssystem ausführen. Ein Rechner startet normalerweise das auf der Festplatte installierte Betriebssystem, er kann aber auch von Disketten gestartet werden. Aktuelle Rechner können in der Regel auch von einer CD-ROM oder von einem USB-Stick starten.
Wenn Sie eine FreeBSD CD-ROM oder DVD besitzen (gekauft
oder selbst erstellt) und Ihr Rechner von CD-ROM oder DVD
starten kann (üblicherweise können Sie das
mit der BIOS-Option Boot Order einstellen),
können Sie diesen Abschnitt überspringen.
Eine FreeBSD CD-ROM oder DVD lässt sich direkt starten;
Sie können damit FreeBSD ohne weitere Vorbereitungen
installieren.
Um einen bootbaren USB-Stick zu erstellen, gehen Sie wie folgt vor:
Das Speicherabbild für den USB-Stick herunterladen
Das Speicherabbild finden Sie auf dem FreeBSD-FTP-Server
ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/releases/
(oder einem Spiegelserver) im Verzeichnis arch/ISO-IMAGES/version/FreeBSD-version-RELEASE-arch-memstick.imgISO-IMAGES/. Ersetzen Sie
arch und
version durch die von
Ihnen verwendete Architektur und die FreeBSD-Version, die Sie
einsetzen wollen. Für
FreeBSD/i386 9.1-RELEASE finden Sie das
Speicherabbild für den USB-Stick beispielsweise unter
folgenden Link: ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/releases/i386/ISO-IMAGES/9.1/FreeBSD-9.1-RELEASE-i386-memstick.img.
Das benötigte Speicherabbild hat den Dateityp
.img. Das Verzeichnis ISO-IMAGES/ enthält
verschiedene Speicherabbilder. Sie müssen also
(basierend auf der zu installierenden FreeBSD-Version
und/oder Ihrer Hardware) das für Sie passende
Speicherabbild herunterladen.
Sichern Sie Ihre Daten, bevor Sie fortfahren, da im nächsten Schritt alle auf dem USB-Stick befindlichen Daten gelöscht werden.
Den USB-Stick vorbereiten
Das Beispiel im nächsten Schritt verwendet
/dev/da0
als die Gerätedatei,
über die Sie den USB-Stick ansprechen. Achten
Sie besonders darauf, dass Sie die richtige
Gerätedatei verwenden, da Sie ansonsten unbeabsichtigt
Daten löschen könnten.
Das Image mit dd(1) auf den Stick schreiben
Bei der .img-Datei handelt es sich
nicht um eine normale Datei, die Sie
einfach auf den Stick kopieren können. Vielmehr handelt
es sich dabei um ein Image des kompletten Dateisystems, das
Sie mit dd(1) direkt auf den USB-Stick schreiben müssen:
# dd if=FreeBSD-9.1-RELEASE-i386-memstick.img of=/dev/da0 bs=64kWird dabei die Fehlermeldung
Operation not permitted
angezeigt, stellen Sie bitte sicher, dass das Zielgerät
nicht verwendet, manuell eingehängt oder von einem
Systemprogramm automatisch eingehängt wurde. Dann
versuchen Sie es erneut.
Stellen Sie unbedingt sicher, dass Sie im folgenden Schritt den korrekten Laufwerkbuchstaben für Ihren USB-Stick angeben, da Sie ansonsten unbeabsichtigt Daten löschen könnten.
Image Writer für Windows herunterladen
Image Writer für Windows ist ein frei verfügbares Programm, mit dem Sie ein Image auf einen USB-Stick schreiben können. Laden Sie das Programm von https://launchpad.net/win32-image-writer/ herunter und entpacken Sie es in einen Ordner auf Ihrer Festplatte.
Das Image mit Image Writer auf den Stick schreiben
Klicken Sie doppelt auf das Symbol
Win32DiskImager, um das Programm
zu starten. Vergewissern Sie sich, dass es sich bei dem
unter Device angezeigten
Laufwerk um Ihren USB-Stick handelt. Danach klicken Sie auf
das Ordnersymbol und wählen die zuvor heruntergeladene
Image-Datei aus. Klicken Sie auf ,
um die Image-Datei zu laden. Nachdem Sie alle Eingaben
nochmals geprüft haben, müssen Sie noch
sicherstellen, dass kein anderes Programm auf den USB-Stick
zugreift. Danach klicken Sie auf den Button
, um das Image auf den USB-Stick
zu schreiben.
Um Startdisketten zu erzeugen, benutzen Sie die nachstehende Anleitung:
Abbilder der Startdisketten besorgen
Beachten Sie, dass ab
FreeBSD 8.X Startdisketten
nicht mehr unterstützt werden. Lesen Sie bitte
weiter oben in diesem Kapitel, wie Sie FreeBSD von einer
CD-ROM, einer DVD oder einem USB-Stick installieren
können.
Die Abbilder der Startdisketten befinden sich auf dem
Installationsmedium im Verzeichnis
floppies/; sie
können auch aus dem Internet heruntergeladen werden:
ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/releases/.
Ersetzen Sie arch/version-RELEASE/floppies/arch und
version durch die
passende Architektur und die passende Version.
Beispielsweise stehen die Startdisketten von
FreeBSD/i386 8.4-RELEASE unter
ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/releases/i386/8.4-RELEASE/floppies/.
Die Abbilder besitzen die Dateinamenerweiterung
.flp. Im Verzeichnis
floppies/ befinden
sich verschiedene Abbilder; welches Sie benutzen,
hängt von der zu installierenden FreeBSD-Version
und in einigen Fällen vom Zielrechner ab. In den
meisten Fällen werden Sie vier Disketten benötigen:
boot.flp,
kern1.flp,
kern2.flp sowie
kern3.flp.
Lesen Sie bitte die Datei README.TXT
im Verzeichnis floppies/,
sie enthält aktuelle Informationen zu den
Abbildern.
Wenn Sie die Abbilder aus dem Internet herunterladen, benutzen Sie bitte den Binärmodus des FTP-Programms. Einige Web-Browser verwenden den Textmodus (oder ASCII-Modus), was dazu führt, dass sich die erstellten Disketten nicht starten lassen.
Die Disketten vorbereiten
Pro Abbild benötigen Sie eine Diskette. Es ist wichtig, dass die verwendeten Disketten fehlerfrei sind. Sie können dies sicherstellen, indem Sie die Disketten selbst formatieren, verlassen Sie sich bitte nicht auf vorformatierte Disketten. Das Formatierprogramm von Windows® zeigt fehlerhafte Blöcke nicht an, es markiert die Blöcke einfach als fehlerhaft und ignoriert sie dann. Benutzen Sie neue Disketten, wenn Sie diese Installationsart verwenden.
Wenn Sie FreeBSD installieren und das Installationsprogramm abstürzt, einfriert oder sich merkwürdig verhält, sind oft fehlerbehaftete Disketten die Ursache. Schreiben Sie die Abbilder auf neue Disketten und versuchen Sie, noch mal zu installieren.
Die Abbilder auf Disketten schreiben
Die .flp-Dateien sind
keine normalen Dateien, die
Sie auf eine Diskette kopieren. Sie können
die Abbilder nicht von einem
Laufwerk auf ein anderes Laufwerk kopieren. Die
Abbilder werden mit einem speziellen Werkzeug direkt
auf die Diskette geschrieben.
Wenn Sie die Startdisketten unter MS-DOS® oder
Windows® erstellen, können Sie das mitgelieferte
Werkzeug fdimage verwenden.
Wenn Sie die Abbilder auf der CD-ROM verwenden und
das CD-ROM-Laufwerk den Laufwerksbuchstaben
E: besitzt, führen Sie
den nachstehenden Befehl aus:
E:\> tools\fdimage floppies\boot.flp A:Führen Sie das Kommando für jede
.flp-Datei aus. Wechseln Sie
bitte jedes Mal die Diskette und beschriften Sie die
Diskette mit dem Namen der kopierten Datei. Falls Sie
die Abbilder an anderer Stelle liegen haben, passen Sie
bitte die Kommandozeile an. Wenn Sie keine CD-ROM
besitzen, können Sie fdimage
aus dem Verzeichnis
tools
des FreeBSD-FTP-Servers herunterladen.
Wenn Sie Startdisketten auf einem UNIX® System (zum Beispiel einem anderen FreeBSD System) erstellen, schreiben Sie die Abbilder mit dem Befehl dd(1) direkt auf die Disketten. Auf einem FreeBSD-System lautet die Kommandozeile:
# dd if=boot.flp of=/dev/fd0Unter FreeBSD spricht /dev/fd0
das erste Diskettenlaufwerk an (das Laufwerk
A:), /dev/fd1
spricht das Laufwerk B: an.
Andere UNIX® Varianten verwenden unter Umständen
andere Gerätenamen, die in der Dokumentation
des jeweiligen Systems beschrieben sind.
Nun ist alles für die FreeBSD-Installation vorbereitet.
Die Installationsprozedur lässt die Daten auf Ihren Laufwerken solange unverändert bis die nachstehende Meldung erscheint:
Last Chance: Are you SURE you want continue the installation? If you're running this on a disk with data you wish to save then WE STRONGLY ENCOURAGE YOU TO MAKE PROPER BACKUPS before proceeding! We can take no responsibility for lost disk contents!
Vor dieser Meldung kann die Installationsprozedur jederzeit abgebrochen werden, ohne die Daten auf der Festplatte zu verändern. Wenn Sie meinen, etwas falsch konfiguriert zu haben, können Sie vor diesem Zeitpunkt einfach den Rechner ausschalten.
Schalten Sie zunächst Ihren Rechner aus.
Schalten Sie den Rechner ein. Während des Starts sollte angezeigt werden, wie Sie das Systemeinstellungsmenü (oder BIOS) erreichen. Meist drücken Sie dazu die Tasten F2, F10, Del oder Alt+S. Benutzen Sie die angezeigte Tastenkombination. Viele Rechner zeigen beim Systemstart eine Grafik an. Typischerweise können Sie die Grafik mit der Taste Esc entfernen und so die angezeigten Meldungen lesen.
Suchen Sie Option, die einstellt von welchem Gerät
der Rechner startet. Normalerweise wird die Option
Boot Order genannt und zeigt eine
Geräteliste, beispielsweise Floppy,
CD-ROM, First Hard Disk
an.
Wenn Sie von einer CD-ROM starten, stellen Sie sicher, das das CD-ROM-Laufwerk ausgewählt ist. Starten Sie hingegen von einem USB-Stick oder von einer Startdiskette, wählen Sie ebenfalls den entsprechenden Eintrag aus. Wenn Sie nicht sicher sind, lesen Sie bitte im Handbuch des Rechners oder im Handbuch der Systemplatine nach.
Stellen Sie das gewünschte Startmedium ein und sichern Sie die Einstellungen. Der Rechner sollte dann neu starten.
Wenn Sie (wie in Abschnitt 2.3.7, „Das Startmedium vorbereiten“ beschrieben) ein bootbaren USB-Stick vorbereitet haben, stöpseln Sie diesen bitte ein, bevor Sie Ihren Rechner einschalten.
Wenn Sie den Rechner von einer CD-ROM starten, legen Sie die CD-ROM so früh wie möglich in das Laufwerk ein.
Bis einschließlich FreeBSD 7.3 kann FreeBSD
auch von einer Startdiskette aus installiert werden.
Eine Anleitung hierzu finden Sie in Abschnitt 2.3.7, „Das Startmedium vorbereiten“). Legen Sie die erste
Diskette (diese enthält das Abbild
boot.flp) in das Diskettenlaufwerk
ein und starten Sie den Rechner.
Wenn Ihr Rechner wieder normal startet und das existierende Betriebssystem lädt, kann das folgende Ursachen haben:
Das Startmedium (Diskette, CD-ROM) ist nicht schnell genug eingelegt worden. Belassen Sie das Startmedium im Laufwerk und starten Sie Ihren Rechner neu.
Die BIOS-Einstellungen sind falsch vorgenommen worden. Wiederholen Sie diesen Schritt, bis Sie die richtige Einstellung gefunden haben.
Das verwendete BIOS kann nicht von dem gewünschten Medium starten.
FreeBSD startet jetzt. Wenn Sie von einer CD-ROM starten, sehen Sie die folgenden Meldungen (Versionsangaben entfernt):
Wenn Sie mit Startdisketten hochfahren, sehen Sie folgende Meldungen (Versionsangaben entfernt):
Folgen Sie der Anweisung und entfernen Sie die
boot.flp-Diskette,
anschließend legen Sie die
kern1.flp-Diskette ein
und drücken Enter.
Starten Sie das System mit der ersten
Diskette und legen Sie, wenn Sie dazu aufgefordert
werden, die anderen Disketten ein.
Unabhängig davon, ob Sie von Disketten oder von CD-ROM gestartet haben, erscheint danach das FreeBSD Bootloader-Menü:
Warten Sie entweder zehn Sekunden oder drücken Sie Enter.
Die meisten SPARC64®-Systeme sind so konfiguriert, dass sie automatisch von der Festplatte starten. Um FreeBSD auf einem solchen System zu installieren, müssen Sie das System aber über das Netzwerk oder von einer CD-ROM starten. Daher müssen Sie den Bootprozess unterbrechen und das System über das PROM (OpenFirmware) starten.
Dazu starten Sie Ihr System neu und warten, bis die Startmeldung erscheint. Der genaue Wortlaut hängt vom eingesetzten Modell ab, die Nachricht sollte aber ähnlich der folgenden aussehen:
Um den Startvorgang zu unterbrechen, drücken Sie nun
die Tastenkombination L1+A
oder Stop+A.
Verwenden Sie eine serielle Verbindung, senden Sie das Signal
BREAK über die serielle Konsole
(etwa durch die Eingabe von ~# in den
Programmen tip(1) oder cu(1)). In beiden Fällen
landen Sie anschließend am PROM-Prompt:
Der auf Einprozessorsystemen verwendete Prompt. | |
Der Prompt auf Mehrprozessorsystemen. Die Zahl steht dabei für die Anzahl der vorhandenen Prozessoren. |
Nun legen Sie Ihre CD-ROM in das Laufwerk ein und geben am
PROM-Prompt boot cdrom ein. Danach startet Ihr
System von der eingelegten CD-ROM.
Die letzten paar Hundert Zeilen der Bildschirmausgabe werden gesichert und können geprüft werden.
Um sich den Bildschirmpuffer anzusehen, drücken Sie die Taste Scroll-Lock. Im Puffer können Sie mit den Pfeiltasten oder den Tasten PageUp und PageDown blättern. Um zur normalen Bildschirmausgabe zurückzukehren, drücken Sie nochmals die Taste Scroll-Lock.
Prüfen Sie mit diesem Verfahren nun die Ausgaben der Geräteerkennung. Sie werden einen Text ähnlich wie in Abbildung 2.2, „Ausgabe der Geräteerkennung“ sehen. Die genauen Ausgaben sind abhängig von den in Ihrem System installierten Geräten.
Prüfen Sie die Ausgabe der Geräteerkennung
sorgfältig und stellen Sie sicher, dass FreeBSD alle
erwarteten Geräte gefunden hat. Wenn ein Gerät
nicht gefunden wurde, wird es nicht angezeigt. Ist dies
bei Ihnen der Fall, müssen Sie einen angepassten Kernel erstellen,
da das betroffene Gerät (beispielsweise eine Soundkarte)
in diesem Fall vom GENERIC-Kernel nicht
unterstützt wird.
Sie gelangen im nächsten Schritt in ein Menü, in dem Sie über die Cursortasten das Land, in dem Sie sich befinden, auswählen können (Abbildung 2.3, „Ihr Land auswählen“). Durch die Bestätigung mit der Enter-Taste wird automatisch das von Ihnen gewählte Land sowie die dazu passende Tastaturbelegung gewählt.
Haben Sie als Land gewählt, wird automatisch die amerikanische Standardtastatur verwendet. Haben Sie hingegen ein anderes Land angegeben, erscheint das folgende Menü, in dem Sie Ihre Tastaturbelegung auswählen können (bestätigen Sie Ihre Auswahl mit der Enter-Taste).
Nachdem Sie das Land ausgewählt haben, erscheint das Hauptmenü von sysinstall.
Zum Installieren von FreeBSD stellt das FreeBSD-Project das Werkzeug sysinstall zur Verfügung. Das Werkzeug arbeitet textorientiert und bietet eine Reihe von Menüs und Bildschirmen, um den Installationsprozess zu konfigurieren und zu steuern.
Die Menüs von sysinstall werden mit Tasten wie den Pfeiltasten, Enter, Tab oder Space bedient. Eine ausführliche Beschreibung der Tastenbelegung ist in der Gebrauchsanweisung von sysinstall enthalten.
Die Gebrauchsanweisung können Sie lesen, indem Sie den Menüpunkt auswählen. Stellen Sie sicher, dass die Schaltfläche , wie in Abbildung 2.5, „Die Gebrauchsanweisung von sysinstall auswählen“ gezeigt, aktiviert ist und drücken Sie die Taste Enter.
Es erscheinen Anweisungen wie das Menüsystem zu bedienen ist. Wenn Sie diese gelesen haben, drücken Sie Enter, um in das Hauptmenü zurückzukehren.
Aus dem Hauptmenü wählen Sie mit den Pfeiltasten aus und drücken Enter.
Es wird das Dokumentationsmenü angezeigt.
Lesen Sie bitte unbedingt die mitgelieferte Dokumentation.
Um ein Dokument zu lesen, wählen Sie das Dokument mit den Pfeiltasten aus und drücken Enter. Wenn Sie das Dokument gelesen haben, kommen Sie mit der Taste Enter in das Dokumentationsmenü zurück.
Um in das Hauptmenü zurückzukommen, wählen Sie mit den Pfeiltasten aus und drücken die Taste Enter.
Um die Tastaturbelegung zu ändern, wählen Sie den Menüpunkt und drücken Enter. Dies ist nur erforderlich wenn Sie eine nicht standard-konforme Tastatur oder eine andere als eine amerikanische Tastatur einsetzen.
Eine andere Tastaturbelegung können Sie mit den Pfeiltasten markieren und der Taste Space auswählen. Wenn Sie die Taste Space nochmals drücken wird die Auswahl aufgehoben. Haben Sie eine Tastaturbelegung ausgewählt, markieren Sie mit den Pfeiltasten und drücken Sie Enter.
Der Bildschirmabzug zeigt nur einen der verfügbaren Belegungen an. Mit der Taste Tab markieren Sie die Schaltfläche , die mit der Vorgabe-Belegung wieder in das Hauptmenü zurückführt.
Wählen Sie aus und rücken die Taste Enter.
Für die meisten Benutzer sind die voreingestellten Werte völlig ausreichend und brauchen daher nicht geändert werden. Der Name des Releases variiert mit der zu installierenden Version von FreeBSD.
Eine Beschreibung der ausgewählten Option erscheint blau hervorgehoben am unteren Ende des Bildschirms. Mit der Option können Sie alle Optionen auf die Vorgabewerte zurückstellen.
Wenn Sie die Hilfeseite zu den verschiedenen Optionen lesen wollen, drücken Sie die Taste F1.
Die Taste Q führt in das Hauptmenü zurück.
Ihre erste Aufgabe ist, FreeBSD Plattenplatz bereitzustellen und den Plattenplatz für sysinstall kenntlich zu machen (label). Sie müssen daher wissen, wie FreeBSD mit Platten umgeht.
Bevor Sie FreeBSD installieren und konfigurieren, sollten Sie Sie einen wichtigen Punkt beachten. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie mehrere Festplatten besitzen.
In einem PC, der unter einem vom BIOS abhängigen Betriebssystem, wie MS-DOS® oder Microsoft® Windows® läuft, kann das BIOS die normale Reihenfolge der Laufwerke verändern und das Betriebssystem beachtet diese Änderung. Mit dieser Funktion kann der Rechner von einem anderen Laufwerk als dem so genannten „primären Laufwerk“ gestartet werden. Die Funktion ist sehr zweckmäßig für Benutzer, die Datensicherungen auf einer zweiten Platte erstellen und dafür Werkzeuge wie Ghost® oder xcopy einsetzen. Wenn die erste Platte ausfällt, von einem Virus befallen wird oder durch einen Fehler des Betriebssystems verunstaltet wird, können die Platten im BIOS logisch getauscht werden. Es sieht so aus, als wären die Laufwerke, ohne Öffnen des Gehäuses getauscht worden.
Teurere Systeme mit SCSI-Controllern haben oft BIOS-Erweiterungen, mit denen die Reihenfolge von bis zu sieben SCSI-Platten in ähnlicher Weise verändert werden kann.
Ein Benutzer, der es gewohnt ist, diese BIOS-Funktionen zu benutzen, mag überrascht sein, dass FreeBSD sich nicht wie erwartet verhält. FreeBSD verwendet das BIOS nicht und weiß daher nichts von der logischen Plattenordnung im BIOS. Dies kann zu sehr verwirrenden Situationen führen, insbesondere wenn die Platten identische Geometrien besitzen und Kopien voneinander sind.
Vor der Installation von FreeBSD sollte im BIOS die normale Nummerierung der Laufwerke eingestellt und so belassen werden. Ist es nötig, die Reihenfolge der Laufwerke zu verändern, so sollte das immer auf dem schweren Weg, also durch Öffnen des Gehäuses und Verändern der Jumper und Kabel, erfolgen.
Zu diesem Zeitpunkt werden noch keine Änderungen auf die Festplatte ausgeschrieben. Sie können daher sysinstall jederzeit verlassen, und erneut beginnen, wenn Sie denken, einen Fehler gemacht zu haben. Sie können sysinstall über die Menüs verlassen, die Taste U drücken oder die Option wählen. Wenn Sie einmal nicht wissen, wie Sie ein Menü verlassen, können Sie den Rechner auch einfach ausschalten.
Nachdem Sie in sysinstall die Standard-Installation ausgewählt haben, werden Sie folgende Meldung sehen:
Drücken Sie, wie angegeben, Enter.
Im nächsten Bildschirm werden alle Festplatten
angezeigt, die der Kernel während der Geräteerkennung
gefunden hat. Abbildung 2.13, „Ein Laufwerk für Fdisk aussuchen“
zeigt ein Beispiel von einem System mit zwei IDE-Platten,
die als ad0 und
ad2 erkannt wurden.
Sie fragen sich vielleicht, warum ad1
nicht angezeigt wird. Wurde die Platte vielleicht
nicht erkannt?
Stellen Sie sich ein System mit zwei IDE-Platten vor.
Eine Platte ist als Master am ersten Controller, die andere
als Master am zweiten Controller angeschlossen. Wenn FreeBSD
die Platten in der Reihenfolge, in der sie gefunden werden,
nummerieren würde, hießen die Platten
ad0 und ad1
und alles würde funktionieren.
Wenn Sie nun am ersten IDE-Controller eine dritte
Platte als Slave anschließen würden, wäre
diese Platte ad1. Die vorher
ad1 genannte Platte würde
nun ad2 heißen. Dateisysteme
werden auf Geräten wie ad1s1a
angelegt. Daher könnte es passieren, dass auf
einmal Dateisysteme nicht mehr gefunden werden und Sie
FreeBSD umkonfigurieren müssten.
Um diese Probleme zu umgehen, kann der Kernel so
eingestellt werden, dass er Platten nach ihrem Anschlussort
anstelle der gefundenen Reihenfolge benennt. Nach diesem
Schema ist die Master-Platte am zweiten IDE-Controller
immer ad2,
auch wenn es die Geräte ad0
oder ad1 gar nicht gibt.
Dieses Verhalten ist in FreeBSD voreingestellt und der
Grund warum im Beispiel die Geräte
ad0 und ad2
angezeigt werden. Der Rechner, von dem die gezeigte
Ausgabe stammt, hatte zwei IDE-Platten, die beide als
Master konfiguriert waren, und keine Slave-Platten.
Wählen Sie die Platte aus, auf die Sie FreeBSD installieren wollen und drücken Sie . Anschließend startet Fdisk und zeigt einen Bildschirm wie den in Abbildung 2.14, „Typischer Fdisk-Bildschirm vor dem Editieren“.
Der Bildschirm von Fdisk ist in drei Abschnitte unterteilt.
Der erste Abschnitt umfasst die ersten beiden Zeilen der Anzeige. Er enthält Einzelheiten über die aktuell ausgewählte Platte, unter anderem den FreeBSD-Gerätenamen, die Plattengeometrie und die Kapazität der Platte.
Der zweite Abschnitt zeigt die auf der Platte befindlichen
Slices. Angezeigt wird der Anfang und das Ende der Slice,
die Größe der Slice, der FreeBSD-Gerätename,
eine Beschreibung und der Subtyp. Im Beispiel sehen Sie
zwei unbenutzte Slices, die durch die Plattenbelegung auf
PCs entstehen. Weiterhin sehen Sie eine große
FAT-Slice, die ziemlich sicher unter
MS-DOS®/Windows® als Laufwerk C:
auftaucht und eine erweiterte Slice, die unter MS-DOS®/Windows®
weitere Laufwerke enthalten kann.
Im dritten Abschnitt sind die Kommandos von Fdisk zusammengefasst.
Die nächsten Schritte hängen von der beabsichtigten Einteilung der Festplatte ab.
Wenn Sie die gesamte Festplatte für FreeBSD verwenden
wollen, drücken Sie die Taste A
(entspricht dem Menüpunkt
). Später
im Installationsverlauf müssen Sie diese Auswahl
bestätigen, danach werden alle bisherigen Daten von
der Festplatte gelöscht. Diese Auswahl löscht
vorher vorhandene Slices und ersetzt sie durch einen
kleinen unbenutzten Bereich (der wieder durch das PC-Design
bedingt ist) und eine große Slice für FreeBSD.
Wählen Sie dann die neu erstellte Slice mit den Pfeiltasten
aus und drücken Sie die Taste S, um
die Slice als startfähig (bootbar) zu markieren.
Abbildung 2.15, „Eine Partition über die gesamte Platte“ zeigt den Bildschirm zu
diesem Zeitpunkt. Beachten Sie das A
in der Spalte Flags. Dies zeigt an,
dass die Slice aktiv ist und das System
von dieser Slice starten wird.
Um Platz für FreeBSD zu schaffen, können Sie auch bestehende Slices löschen. Markieren Sie dazu die Slice mit den Pfeiltasten und drücken Sie die Taste D. Danach legen Sie eine neue Slice mit der Taste C an. Sie werden nach der Größe der zu erstellenden Slice gefragt; der Vorgabewert entspricht der größten Slice, die angelegt werden kann (entspricht entweder dem größten freien Bereich auf der Festplatte oder der ganzen Festplatte).
Wenn Sie schon Platz für FreeBSD geschaffen haben (beispielsweise mit PartitionMagic®), können Sie eine neue Slice direkt mit der Taste C anlegen. Sie werden wieder nach der Größe der anzulegenden Slice gefragt.
Drücken Sie die Taste Q, wenn Sie fertig sind. Sysinstall merkt sich die Änderungen, schreibt sie aber noch nicht auf die Festplatte.
Sie können nun einen Boot-Manager installieren. Unter folgenden Umständen sollten Sie den FreeBSD-Boot-Manager installieren:
Das System besitzt mehr als ein Laufwerk und FreeBSD ist auf einem anderen Laufwerk als dem ersten Laufwerk installiert.
FreeBSD teilt sich das Laufwerk mit einem anderen Betriebssystem. Beim Systemstart wollen Sie auswählen, welches Betriebssystem gestartet wird.
Wird der Rechner ausschließlich mit FreeBSD betrieben und FreeBSD ist auf dem ersten Laufwerk installiert, dann genügt der -Boot-Manager. Wenn Sie einen anderen Boot-Manager benutzen, der FreeBSD starten kann, wählen Sie bitte aus.
Nachdem Sie die Auswahl getroffen haben, drücken Sie die Taste Enter.
In der Hilfe, die Sie mit der Taste F1 aufrufen, werden Probleme beschrieben, die entstehen können, wenn sich zwei Betriebssysteme ein Laufwerk teilen.
Wenn das System mehr als ein Laufwerk besitzt, kehrt
die Installationsprozedur nach der Auswahl des Boot-Managers
zum Bildschirm Select Drives zurück.
Sie können hier ein anderes Laufwerk auswählen
und auf diesem Laufwerk mit Fdisk
weitere Slices anlegen.
Wenn Sie FreeBSD auf einem anderen Laufwerk als dem ersten Laufwerk installieren, müssen Sie den FreeBSD-Boot-Manager auf beiden Laufwerken installieren.
Die Taste Tab wechselt zwischen dem zuletzt ausgewählten Laufwerk und den Schaltflächen und .
Drücken Sie einmal die Taste Tab, um auszuwählen und drücken Sie anschließend Enter um die Installation weiterzuführen.
In jeder angelegten Slice müssen Sie Partitionen
anlegen. Die Partitionen werden mit Buchstaben von
a bis h gekennzeichnet.
Die Buchstaben b, c
und d haben eine besondere Bedeutung,
die Sie beachten sollten.
Einige Anwendungen profitieren von einer besonderen Aufteilung der Partitionen, insbesondere wenn das System mehr als ein Laufwerk besitzt. Bei der ersten FreeBSD-Installation sollten Sie sich allerdings nicht zu viele Gedanken über die Partitionen machen. Wichtiger ist, dass Sie FreeBSD installieren und benutzen. Wenn Sie mehr Erfahrung mit FreeBSD gesammelt haben, können Sie FreeBSD jederzeit mit anderen Partitionen installieren.
Das folgende Schema legt vier Partitionen an: Eine Partition für den Auslagerungsbereich (swap space) und drei Partitionen für Dateisysteme.
| Partition | Dateisystem | Größe | Beschreibung |
|---|---|---|---|
a | / | 1 GB | Das Root-Dateisystem. Jedes andere Dateisystem
wird irgendwo unterhalb von diesem Dateisystem
eingehangen. 1 GB ist eine vernünftige
Größe für dieses Dateisystem.
Sie werden hier wenig Daten speichern und FreeBSD
benötigt ungefähr 128 MB Platz auf
diesem Dateisystem. Der Rest ist für temporäre
Daten und die Reserve, falls künftige Versionen
von FreeBSD mehr Platz in /
benötigen. |
b | N/A | 2-3 x RAM | Der Auslagerungsbereich befindet sich auf der
Besitzt das System mehr als ein Laufwerk, können Sie auf jedem Laufwerk Auslagerungsbereiche anlegen. Da FreeBSD alle Auslagerungsbereiche benutzt, wird der Vorgang des Auslagerns durch mehrere Bereiche beschleunigt. Berechnen Sie in diesem Fall die Größe des benötigten Auslagerungsbereichs, beispielsweise 128 MB, und teilen Sie die Größe durch die Anzahl der Laufwerke. Dies gibt die Größe des Auslagerungsbereichs auf jedem Laufwerk. Mit zwei Platten ergibt das in diesem Beispiel 64 MB Auslagerungsbereich pro Platte. |
e | /var | 512 MB bis 4096 MB | Das Verzeichnis /var
enthält Dateien, die sich dauernd
ändern (Protokolldateien und Dateien für
Verwaltungszwecke) und auf die im Normalbetrieb
oft zugegriffen wird. Liegen diese Dateien in
einem gesonderten Dateisystem, kann FreeBSD den Zugriff
auf die Dateien optimieren, ohne den Zugriff auf
Dateien mit einem anderen Zugriffmuster zu
stören. |
f | /usr | Der Rest des Laufwerks (mindestens 8 GB) | Alle anderen Dateien werden normalerweise
im Verzeichnis /usr oder
einem Unterverzeichnis von /usr
abgelegt. |
Die eben genannten Werte dienen nur als Beispiel und sollten
nur von erfahrenen Benutzern editiert werden. Wir empfehlen Ihnen,
die vom Partitionseditor vorgeschlagene Aufteilung
(Auto Defaults) zu verwenden.
Wenn Sie FreeBSD auf mehr als einem Laufwerk installieren, müssen Sie noch weitere Partitionen in den Slices auf den anderen Laufwerken anlegen. Am einfachsten legen Sie pro Laufwerk zwei Partitionen an: eine für den Auslagerungsbereich und eine andere für ein Dateisystem.
| Partition | Dateisystem | Größe | Beschreibung |
|---|---|---|---|
b | - | - | Wie schon besprochen, können Sie den
Auslagerungsbereich auf mehrere Platten verteilen.
Auch wenn die a-Partition frei
ist, sollte der Auslagerungsbereich entsprechend
der Konvention auf der b-Partition
angelegt werden. |
e | /diskn | Der Rest des Laufwerks | Der Rest der Platte wird von einer großen
Partition eingenommen. Sie könnten für
diese Partition die a-Partition
anstelle der e-Partition benutzen.
Allerdings ist die a-Partition
per Konvention für das Root-Dateisystem
(/) reserviert. Sie brauchen
die Konvention nicht zu beachten, da aber
sysinstall die Konvention
beachtet, ist die Installation sauberer, wenn Sie
das auch tun. Sie können das Dateisystem
irgendwo einhängen. Das Beispiel schlägt
die Verzeichnisse
/disk
vor, wobei n die Laufwerke
nummeriert. Sie können ein anderes Schema
verwenden, wenn Sie möchten. |
Wenn Sie die Aufteilung der Partitionen festgelegt haben, können Sie die Partitionen mit sysinstall anlegen. Es erscheint die nachstehende Meldung:
Drücken Sie Enter, um den FreeBSD-Partitionseditor, der Disklabel heißt, zu starten.
Abbildung 2.18, „Sysinstall Disklabel-Editor“ zeigt den Einstiegsbildschirm von Disklabel. Der Bildschirm ist in drei Bereiche geteilt.
Die ersten Zeilen zeigen den Namen des Laufwerks, das Sie gerade bearbeiten und die Slice, die die erstellten Partitionen enthält (Disklabel spricht hier von Partitionen anstatt von Slices). Der freie Platz einer Slice, der noch keiner Partition zugeordnet ist, wird ebenfalls angezeigt.
In der Mitte des Bildschirms werden die angelegten Partitionen, der Name des Dateisystems, das sich in der Partition befindet, dessen Größe und die Optionen zum Erstellen des Dateisystems angezeigt.
Das untere Drittel des Bildschirms zeigt die in Disklabel gültigen Tastenkombinationen.
Disklabel kann für Sie automatisch Partitionen mit vorgegebenen Größen erstellen (diese Standardgrößen werden durch einen internen Partitionierungsalgorithmus ermittelt, der auf der Plattengröße beruht). Probieren Sie das bitte jetzt aus und drücken Sie die Taste A. Der Bildschirm sieht danach ähnlich wie in Abbildung 2.19, „Sysinstall Disklabel-Editor mit automatischen Vorgaben“ aus. Abhängig von der Größe des Laufwerks können die Vorgabewerte richtig oder falsch sein. Da Sie die Vorgaben nicht akzeptieren müssen, spielt das keine Rolle.
FreeBSD legt das Verzeichnis /tmp
in einer eigenen Partition an. Dies verhindert,
dass sich die Root-Partition mit temporären
Dateien füllt.
Wollen Sie die vorgegebenen Partitionen nicht verwenden und durch eigene ersetzen, markieren Sie mit den Pfeiltasten die erste Partition und drücken Sie die Taste D, um die Partition zu löschen. Wiederholen Sie dies für alle vorgegebenen Partitionen.
Um die erste Partition (a), die als
/ eingehangen wird, zu erstellen,
drücken Sie die Taste C. Stellen Sie
dabei sicher, dass die richtige Slice im oberen Teil des
Bildschirms markiert ist. Wie in
Abbildung 2.20, „Die Größe einer Partition festlegen“, erscheint ein Fenster,
in dem Sie die Größe der Partition angeben
müssen. Sie können die Größe in
Blöcken oder einer Zahl gefolgt von M
für Megabyte, G für Gigabyte
oder C für Zylinder angeben.
Die vorgegebene Größe erstellt eine Partition,
die den Rest der Slice ausfüllt. Wenn Sie die
Größen aus dem früheren Beispiel verwenden,
löschen Sie die vorgeschlagene Größe mit
der Taste Backspace und tragen Sie
512M ein, wie in
Abbildung 2.21, „Die Größe einer Partition
ändern“ gezeigt. Drücken
Sie anschließend .
Nachdem Sie die Größe der Partition festgelegt haben, werden Sie gefragt, ob die Partition ein Dateisystem oder einen Auslagerungsbereich enthalten soll (siehe Abbildung 2.22, „Den Partitionstyp festlegen“). Die erste Partition enthält ein Dateisystem, wählen Sie aus und drücken Sie die Taste Enter.
Abschließend müssen Sie, weil Sie ein
Dateisystem erstellen, angeben, wo das Dateisystem
eingehangen wird. Die Eingabe ist in
Abbildung 2.23, „Den Mountpoint festlegen“ dargestellt.
Das Root-Dateisystem wird in /
eingehangen, geben Sie daher /
ein und drücken Sie die Taste Enter.
Auf dem Bildschirm wird jetzt die neu angelegte Partition
angezeigt. Wiederholen Sie diese Prozedur für die
restlichen Partitionen. Beim Anlegen des Auslagerungsbereichs
werden Sie nicht nach einem Mountpoint gefragt, da
ein Auslagerungsbereich nie eingehangen wird. Wenn
Sie die letzte Partition anlegen, /usr,
können Sie die vorgeschlagene Größe
stehen lassen. Das Dateisystem wird dann den Rest der
Slice einnehmen.
Der letzte Bildschirm von Disklabel sieht wie in Abbildung 2.24, „Sysinstall Disklabel-Editor“ aus (Ihre Werte werden von den gezeigten Werten abweichen). Drücken Sie die Taste Q, um Disklabel zu verlassen.
Welche Software Sie installieren, hängt hauptsächlich vom Zweck des Rechners und dem zur Verfügung stehenden Plattenplatz ab. Die vorgegebenen Distributionen reichen von der minimalen Installation bis hin zu einer kompletten Installation. Anfänger sollten eine der vorgegebenen Distributionen auswählen, erfahrene Benutzer können die zu installierende Distribution anpassen.
Die Taste F1 führt zu einem Hilfebildschirm, der die Distributionen und deren Inhalte beschreibt. Drücken Sie Enter, um die Hilfe zu verlassen und zur Auswahl der Distribution zurückzukehren.
Wenn Sie eine graphische Benutzeroberfläche installieren wollen, müssen Sie die Konfiguration des X-Servers und die Auswahl der Benutzeroberfläche nach erfolgreicher Installation durchführen. Die Installation und Konfiguration des X-Servers wird in Kapitel 6, Das X-Window-System besprochen.
Wenn Sie einen angepassten Kernel erstellen wollen, wählen Sie eine Distribution aus, die den Quellcode (source code) enthält. Warum und wie Sie einen angepassten Kernel erstellen, erfahren Sie in Kapitel 9, Konfiguration des FreeBSD-Kernels.
Natürlich ist das flexibelste System das, auf dem alles installiert ist. Wenn das System über ausreichend Plattenplatz verfügt, wählen Sie mit den Pfeiltasten die Option aus (siehe Abbildung 2.25, „Die Distribution auswählen“) und drücken die Taste Enter. Wenn Sie Bedenken haben, dass der Plattenplatz nicht ausreicht, wählen Sie eine Distribution, die weniger Software enthält. Machen Sie sich keine unnötigen Sorgen um die richtige Distribution, ausgelassene Distribution können später nachinstalliert werden.
Nach der Auswahl der Distribution haben Sie Gelegenheit, die FreeBSD-Ports-Sammlung zu installieren. Mit der Ports-Sammlung lässt sich Software Dritter auf einfache Art und Weise installieren. Der Quellcode der zu installierenden Software ist nicht in der Ports-Sammlung enthalten. Stattdessen enthält die Ports-Sammlung Dateien, die den Installationsprozess (herunterladen, übersetzen und installieren) automatisieren. Die Ports-Sammlung wird in Kapitel 5, Installieren von Anwendungen: Pakete und Ports besprochen.
Der Installationsprozess prüft nicht, ob ausreichend Platz für die Ports-Sammlung vorhanden ist. Wählen Sie die Ports-Sammlung bitte nur aus, wenn das System über ausreichenden Platz verfügt. In FreeBSD 9.1 nimmt die Ports-Sammlung ungefähr 500 MB Plattenplatz in Anspruch. Neuere Versionen von FreeBSD benötigen mit Sicherheit noch mehr Platz.
Wählen Sie mit den Pfeiltasten aus, um die Ports-Sammlung zu installieren. Wählen Sie aus, um die Ports-Sammlung auszulassen. Drücken Sie danach die Taste Enter, es erscheint wieder das Distributionsmenü.
Wenn Sie mit den ausgewählten Optionen zufrieden sind, wählen Sie mit den Pfeiltasten aus (stellen Sie sicher, dass aktiv ist) und drücken Sie die Taste Enter.
Wenn Sie von einer CD-ROM oder einer DVD installieren, wählen Sie bitte aus. Stellen Sie sicher, dass aktiv ist und drücken Sie dann die Taste Enter, um mit der Installation fortzufahren.
Wenn Sie ein anderes Installationsmedium benutzen, wählen Sie die passende Option aus und folgen den angezeigten Anweisungen.
Die Hilfeseiten über Installationsmedien erreichen Sie mit der Taste F1. Drücken Sie Enter, um zur Auswahl des Installationsmediums zurückzukehren.
Sie können zwischen drei FTP-Installationsmodi wählen: Active-FTP, Passive-FTP oder über einen HTTP-Proxy.
Diese Option führt alle FTP-Operationen im Active-Mode aus. Dieser Modus funktioniert nicht durch Firewalls, er funktioniert aber mit alten FTP-Servern, die den Passive-Mode nicht beherrschen. Wenn die Verbindung im Passive-Mode (das ist die Vorgabe) hängt, versuchen Sie den Active-Mode.
Mit dieser Option benutzt sysinstall den Passive-Mode für alle FTP-Operationen. In diesem Modus funktionieren Verbindungen durch Firewalls, die einkommende Pakete auf beliebigen TCP-Ports blockieren.
Diese Option weist sysinstall an, alle FTP-Operationen mit HTTP über einen Proxy (wie ein Web-Browser) durchzuführen. Der Proxy leitet die Anfragen an den richtigen FTP-Server weiter. Mit dieser Option passieren Sie eine Firewall, die FTP-Verbindungen verbietet, aber einen HTTP-Proxy anbietet. Neben dem FTP-Server müssen Sie in diesem Fall den Proxy-Server angeben.
Bei einem FTP-Proxy-Server müssen Sie normalerweise
den Ziel-FTP-Server als Teil des Benutzernamens hinter dem
Klammeraffen („@“) angeben. Der Proxy-Server
übernimmt die Kommunikation mit dem Ziel-FTP-Server.
Nehmen wir an, Sie wollen von
ftp.FreeBSD.org über
den FTP-Proxy foo.example.com
auf Port 1234 installieren.
Wählen Sie das Menü
aus und setzen Sie
dort den FTP-Benutzernamen (username)
auf ftp@ftp.FreeBSD.org. Als Passwort
geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Setzen Sie das
Installationsmedium auf Active-FTP oder Passive-FTP, je
nachdem welchen Modus der Proxy-Server unterstützt.
Für die URL geben Sie
ftp://foo.example.com:1234/pub/FreeBSD an.
Der Proxy-Server foo.example.com
leitet Zugriffe auf das Verzeichnis
/pub/FreeBSD
an den Server ftp.FreeBSD.org
weiter. Daher können
foo.example.com als
FTP-Server angeben.
Wenn Sie wünschen, kann die Installation nun beginnen. Dies ist die letzte Gelegenheit, die Installation abzubrechen und Änderungen auf der Festplatte zu vermeiden.
Wählen Sie aus und drücken Sie Enter, um weiter zu machen.
Die Installationsdauer hängt von den ausgewählten Distributionen, dem Installationsmedium und der Geschwindigkeit des Rechners ab. Während der Installation wird der Fortgang mit Statusmeldungen angezeigt.
Die Installation ist beendet, wenn die folgende Meldung erscheint:
Drücken Sie die Taste Enter, um die Nacharbeiten durchzuführen.
Wenn Sie auswählen und Enter drücken wird die Installation abgebrochen und das System wird nicht verändert. Die nachstehende Meldung wird angezeigt:
Die Meldung wird angezeigt, weil nichts installiert wurde. Drücken Sie Enter, um in das Hauptmenü zurückzukehren. Dort können Sie die Installationsprozedur verlassen.
Nach einer erfolgreichen Installation wird das System
konfiguriert. Sie können das System direkt konfigurieren
oder nach einem Neustart. Nach einem Neustart rufen Sie
sysinstall auf und wählen
den Menüpunkt .
Wenn Sie schon PPP für eine FTP-Installation konfiguriert haben, erscheint dieser Bildschirm nicht. Sie können die Konfiguration später in sysinstall vornehmen.
Netzwerke und die Konfiguration von FreeBSD als Gateway oder Router werden eingehend im Kapitel Weiterführende Netzwerkthemen behandelt.
Wenn Sie eine Netzwerkkarte konfigurieren wollen, wählen Sie aus und drücken Sie die Taste Enter. Wählen Sie , um die Netzwerkkonfiguration zu überspringen.
Wählen Sie die zu konfigurierende Karte mit den Pfeiltasten aus und drücken Sie die Taste Enter.
Für das gezeigte Installationsbeispiel genügte das momentan verwendete Internet-Protokoll (IPv4). Daher wurde mit den Pfeiltasten ausgewählt und mit der Taste Enter bestätigt.
Wenn Sie durch einen RA-Server mit einem IPv6-Netzwerk verbunden sind, wählen Sie bitte und drücken die Taste Enter. Die Suche nach den RA-Servern dauert einige Sekunden.
Falls Sie das Dynamic Host Configuration Protocol (DHCP) nicht verwenden, wählen Sie aus und drücken Sie Enter.
Wenn Sie auswählen, wird das Programm dhclient ausgeführt und bei Erfolg die Netzwerkkarte konfiguriert. Mehr über DHCP können Sie in Abschnitt 30.5, „Automatische Netzwerkkonfiguration mit DHCP“ nachlesen.
Der nächste Bildschirmabzug zeigt die Netzwerkkonfiguration eines Systems, das Gateway für das lokale Netz ist.
Tragen Sie in die Felder, die Sie mit der Taste Tab auswählen können, die richtige Konfiguration ein.
Der vollständige Rechnername
(fully-qualified hostname),
wie in diesem Beispiel
k6-2.example.com.
Der Domain-Name, in dem sich der Rechner befindet.
Im Beispiel ist das
example.com.
Die IP-Adresse des Rechners, der Pakete an entfernte Netze weiterleitet. Sie müssen dieses Feld ausfüllen, wenn der sich der Rechner in einem Netzwerk befindet. Lassen Sie das Feld leer, wenn der Rechner der Gateway in das Internet ist. Der IPv4-Gateway wird auch default gateway oder default route genannt.
Die IP-Adresse des lokalen DNS-Servers. Im Beispiel
gibt es keinen lokalen DNS-Server, daher wurde der
DNS-Server des Providers
(208.163.10.2) benutzt.
Die IP-Adresse der Netzwerkkarte
(192.168.0.1).
Im Beispiel werden Adressen aus einem Klasse C
Netz (192.168.0.0 bis
192.168.0.255) benutzt.
Standardmäßig besitzt ein Klasse C Netz
die Netzmaske
255.255.255.0.
Zusätzliche Optionen für den Befehl
ifconfig, die spezifisch für die
verwendete Netzwerkkarte sind. Im Beispiel sind
keine Optionen angegeben.
Wenn Sie alle Werte eingegeben haben, wählen Sie mit Tab aus und drücken Sie Enter.
Wenn Sie auswählen und Enter drücken, wird die Netzwerkkonfiguration aktiviert. Allerdings bringt dies zu diesem Zeitpunkt nicht viel, da der Rechner noch neu gestartet werden muss.
Wählen Sie , wenn der Rechner ein Gateway für ein lokales Netz ist und Pakete an andere Netze weiterleitet. Wenn der Rechner ein normaler Netzknoten ist, wählen Sie aus. Bestätigen Sie die auswahl mit der Taste Enter.
Wenn ausgewählt wird, werden Dienste wie telnetd nicht aktiviert. Benutzer können sich dann von entfernten Rechnern nicht mit telnet an dieser Maschine anmelden. Lokale Benutzer können aber auf entfernte Rechner mit telnet zugreifen.
Die Dienste können Sie nach der Installation
aktivieren, indem Sie die Datei /etc/inetd.conf
editieren. Dies wird in Abschnitt 30.2.1, „Überblick“
beschrieben.
Wenn Sie jetzt weitere Dienste aktivieren möchten, wählen Sie aus. Es erscheint die nachstehende Rückfrage:
Bestätigen Sie die Rückfrage mit .
Wenn Sie auswählen,
können Sie Dienste aktivieren, in dem Sie das Zeichen
# am Zeilenanfang entfernen.
Wenn Sie die gewünschten Dienste aktiviert haben, drücken Sie die Taste Esc. Es erscheint ein Menü, in dem Sie die Änderungen abspeichern und den Editor verlassen können.
Durch die Auswahl von , wird sshd(8), der OpenSSH-Daemon aktiviert. Danach ist es möglich, sich über eine verschlüsselte Verbindung auf Ihrem System anzumelden. Weitere Informationen über OpenSSH finden Sie in Abschnitt 15.10, „OpenSSH“ des FreeBSD-Handbuchs.
Wenn Sie die vorgegebene Auswahl mit der Taste Enter bestätigen, können Benutzer, die ein Konto und ein Passwort auf dem System besitzen, immer noch mit FTP auf das System zugreifen.
Wenn Sie Anonymous-FTP erlauben, darf jeder auf Ihr System zugreifen. Bedenken Sie die Folgen für die Systemsicherheit (siehe Kapitel 15, Sicherheit) bevor Sie diese Option aktivieren.
Um Anonymous-FTP zu aktivieren, wählen Sie mit den Pfeiltasten aus und drücken Sie die Taste Enter. Es erscheint folgende Meldung:
Diese Nachricht informiert Sie darüber, dass der
FTP-Dienst auch in der Datei
/etc/inetd.conf aktiviert werden muss,
wenn Sie anonyme FTP-Verbindungen erlauben wollen (lesen Sie
dazu auch Abschnitt 2.10.3, „IP-Dienste einrichten“ des FreeBSD-Handbuchs).
Wählen Sie und drücken Sie
Enter, um fortzufahren. Danach erscheint der
folgende Bildschirm:
Mit der Taste Tab wechseln Sie zwischen den Feldern, in die Sie die benötigten Informationen eingeben.
Die User-ID, die dem anonymen FTP-Benutzer zugewiesen werden soll. Alle hochgeladenen Dateien werden diesem User-ID gehören.
Die Gruppe, zu der der anonyme FTP-Benutzer gehören soll.
Eine Beschreibung dieses Benutzers in der Datei
/etc/passwd.
Ort, an dem Dateien für anonymen FTP-Zugang bereitgestellt werden sollen.
Das Verzeichnis, in dem von einem anonymen FTP-Benutzer hochgeladene Dateien gespeichert werden.
Das FTP-Wurzelverzeichnis wird per Voreinstellung
in /var angelegt.
Wenn in /var
zu wenig Platz vorhanden ist, können Sie das
FTP-Wurzelverzeichnis beispielsweise nach
/usr/ftp verlegen.
Wenn Sie mit den Einstellungen zufrieden sind, drücken Sie die Taste Enter.
Wenn Sie auswählen und mit Enter bestätigen, können Sie die Begrüßungsmeldung des FTP-Servers in einem Editor ändern.
Der Editor, in dem Sie sich befinden, heißt
ee. Folgen Sie den Anweisungen,
um die Meldung zu editieren. Sie können die
Meldung auch später in einem Editor Ihrer
Wahl editieren. Merken Sie sich dazu den Dateinamen,
der im Editor unten angezeigt wird.
Wenn Sie die Taste Esc drücken, erscheint ein Menü, in dem vorgewählt ist. Drücken Sie die Taste Enter, um den Editor zu verlassen. Falls Sie Änderungen vorgenommen haben, bestätigen Sie die Änderungen nochmals mit Enter.
Mit dem Network-File-System (NFS) können Sie über ein Netzwerk auf Dateien zugreifen. Ein Rechner kann NFS-Server, NFS-Client oder beides sein. NFS wird in Abschnitt 30.3, „NFS – Network File System“ besprochen.
Wenn Sie keinen NFS-Server benötigen, wählen Sie aus und bestätigen Sie mit Enter.
Wenn Sie auswählen,
erscheint der Hinweis, dass die Datei
exports angelegt werden muss.
Drücken Sie Enter und es
wird ein Editor gestartet, in dem Sie die Datei
exports editieren können.
Folgen Sie den Anweisungen, um Dateisysteme zu exportieren. Sie können die Datei auch später in einem Editor Ihrer Wahl editieren. Merken Sie sich dazu den Dateinamen, der im Editor unten angezeigt wird.
Drücken Sie die Taste Esc und es erscheint ein Menü, in dem vorgewählt ist. Drücken Sie die Taste Enter, um den Editor zu verlassen.
Sie können verschiedene Merkmale der Systemkonsole anpassen.
Wenn Sie die Merkmale der Systemkonsole anpassen wollen, wählen Sie aus und drücken Sie die Taste Enter.
Oft wird ein Bildschirmschoner auf der Konsole aktiviert. Wälen Sie mit den Pfeiltasten aus und drücken Sie die Taste Enter.
Wählen Sie den gewünschten Bildschirmschoner mit den Pfeiltasten aus und drücken Sie Enter. Das Konfigurationsmenü der Systemkonsole erscheint wieder.
In der Voreinstellung wird der Bildschirmschoner nach 300 Sekunden aktiviert. Um diese Zeitspanne zu ändern, wählen Sie wieder aus. Mit den Pfeiltasten wählen Sie dann aus und drücken Enter. Es erscheint ein Eingabefenster:
Ändern Sie die Zeitspanne und wählen Sie aus. Mit Enter kehren Sie in das Konfigurationsmenü der Systemkonsole zurück.
Um die Nacharbeiten fortzuführen, wählen Sie aus und drücken Sie Enter.
Wenn Sie die Zeitzone richtig einstellen, kann Ihr Rechner automatisch regional bedingte Zeitumstellungen ausführen und andere von der Zeitzone abhängige Funktionen handhaben.
Das folgende Beispiel gilt für den Osten der USA. Ihre Auswahl hängt vom geographischen Standort Ihres Rechners ab.
Um die Zeitzone einzustellen, wählen Sie und drücken Enter.
Je nachdem ob die Systemzeit die Zeitzone UTC verwendet, wählen Sie oder aus. Bestätigen Sie die Auswahl mit der Taste Enter.
Wählen Sie mit den Pfeiltasten das richtige Gebiet aus und drücken Sie Enter.
Wählen Sie mit den Pfeiltasten das richtige Land aus und drücken Sie Enter.
Wählen Sie mit den Pfeiltasten die richtige Zeitzone aus drücken Sie Enter.
Wenn die angezeigte Abkürzung der Zeitzone richtig ist, bestätigen Sie diese mit der Taste Enter.
Die folgenden Anweisungen sind nur für FreeBSD 7.X gültig. Installieren Sie eine FreeBSD 8.X-Version, wird der folgende Bildschirm nicht angezeigt.
Wenn Sie auswählen und Enter drücken, können Sie Linux-Software auf FreeBSD laufen lassen. Später wird dazu die notwendige Software installiert.
Wenn Sie über FTP installieren, müssen Sie mit dem Internet verbunden sein. Einige FTP-Server bieten nicht alle verfügbare Software an. Es kann sein, dass die nötige Software für die Linux-Kompatibilität nicht installiert werden kann, dies können Sie später jedoch nachholen.
Mit einer 3-Tasten-Maus können Sie Texte auf der Konsole und in Programmen markieren und einfügen (cut and paste). Wenn Sie eine 2-Tasten-Maus besitzen, können Sie eine 3-Tasten-Maus emulieren. Lesen Sie dazu nach der Installation die Hilfeseite moused(8). Das folgende Beispiel zeigt die Konfiguration einer nicht-USB-Maus (PS/2 oder serielle Maus):
Wählen Sie für eine PS/2-, eine serielle oder eine Bus-Maus. Haben Sie hingegen eine USB-Maus, wählen Sie . Danach drücken Sie Enter.
Markieren Sie mit den Pfeiltasten und drücken Sie press Enter.
Im Beispiel wurde eine PS/2-Maus verwendet, sodass die Vorgabe passend war. Sie können das Protokoll mit den Pfeiltasten ändern. Stellen Sie sicher, dass aktiviert ist und verlassen Sie das Menü mit der Taste Enter.
Wählen Sie mit den Pfeiltasten und drücken Sie die Taste Enter.
Im Beispiel wurde eine PS/2-Maus verwendet, sodass die Vorgabe richtig war. Sie können den Port mit den Pfeiltasten ändern. Bestätigen Sie die Auswahl mit der Taste Enter.
Wählen Sie nun mit den Pfeiltasten aus und drücken Sie die Taste Enter, um den Mouse-Daemon zu aktivieren und zu testen.
Bewegen Sie die Maus hin und her und prüfen Sie, dass sich der Mauszeiger entsprechend bewegt. Wenn alles in Ordnung ist, wählen Sie aus und drücken Sie Enter. Wenn sich die Maus nicht richtig verhält, wurde sie nicht korrekt konfiguriert. Wählen Sie in diesem Fall und versuchen Sie, die Einstellungen zu korrigieren.
Um mit den Nacharbeiten fortzufahren, wählen Sie mit den Pfeiltasten aus und drücken Sie Enter.
Pakete (packages) sind schon übersetzte Programme und sind ein zweckmäßiger Weg, Programme zu installieren.
Beispielhaft wird im Folgenden die Installation
eines Paketes gezeigt. In diesem Schritt können
auch weitere Pakete installiert werden. Nach der
Installation können Sie mit
sysinstall zusätzliche
Pakete installieren.
Nachdem Sie ausgewählt und Enter gedrückt haben, gelangen Sie in die Paketauswahl:
Es stehen nur die Pakete zur Auswahl, die sich auf dem momentanen Installationsmedium befinden.
Wenn Sie auswählen, werden alle Pakete angezeigt. Sie können die Anzeige auf die Pakete einer Kategorie beschränken. Wählen Sie mit den Pfeiltasten die Kategorie aus und drücken Sie die Taste Enter.
Ein Menü mit allen Paketen der ausgewählten Kategorie erscheint:
Im gezeigten Bildschirm ist das Paket bash ausgewählt. Sie können weitere Pakete auswählen, indem Sie die Pakete mit den Pfeiltasten markieren und die Taste Space drücken. In der unteren linken Ecke des Bildschirms wird eine Kurzbeschreibung des ausgewählten Pakets angezeigt.
Die Taste Tab wechselt zwischen dem zuletzt ausgesuchten Paket, und .
Wenn Sie die zu installierenden Pakete ausgewählt haben, drücken Sie einmal Tab, um zu markieren. Drücken Sie dann Enter, um wieder in die Paketauswahl zu gelangen.
Die rechte und die linke Pfeiltaste wechseln ebenfalls zwischen und . Mit diesen Tasten können Sie auch auswählen und dann mit Enter zur Paketauswahl zurückkehren.
Benutzen Sie die Taste Tab und die Pfeiltasten um auszuwählen. Drücken Sie anschließend die Taste Enter. Sie müssen jetzt die Installation der Pakete bestätigen:
Die Paketinstallation wird gestartet, wenn Sie auswählen und Enter drücken. Den Verlauf der Installation können Sie anhand der angezeigten Meldungen verfolgen; achten Sie dabei auf Fehlermeldungen.
Nach der Paketinstallation können Sie die Nacharbeiten fortsetzen. Wenn Sie keine Pakete ausgewählt haben und die Nacharbeiten fortsetzen möchten, wählen Sie trotzdem aus.
Während der Installation sollten Sie mindestens
ein Benutzerkonto anlegen, sodass Sie das System
ohne das Konto root benutzen
können. Normalerweise ist die Root-Partition
recht klein und läuft schnell voll, wenn Sie
Anwendungen unter dem root-Konto
laufen lassen. Vor der größten Gefahr
warnt der nachstehende Hinweis:
Der Bildschirm auf Deutsch:
Um ein Benutzerkonto anzulegen, wählen Sie aus und drücken Enter.
Markieren Sie mit den Pfeiltasten und drücken Sie die Taste Enter.
Wählen Sie die Felder zum Ausfüllen mit der Taste Tab aus. Zur Hilfe werden die nachstehenden Beschreibungen werden im unteren Teil des Bildschirms angezeigt:
Der Name des Benutzerkontos (verpflichtend).
Die numerische ID dieses Kontos. Wenn Sie das Feld leer lassen, wird eine ID automatisch zugeteilt.
Die diesem Konto zugeordnete Login-Gruppe. Wenn Sie das Feld leer lassen, wird automatisch eine Gruppe zugeteilt.
Das Passwort des Benutzerkontos. Füllen Sie dieses Feld sehr sorgfätig aus.
Der vollständige Name des Benutzers (Kommentarfeld).
Die Gruppen, in denen dieses Konto Mitglied ist (das Konto erhält Zugriffsrechte auf Dateien dieser Gruppe).
Das Heimatverzeichnis des Benutzerkontos. Wenn Sie das Feld leer lassen, wird das Verzeichnis automatisch festgelegt.
Die Login-Shell des Kontos. Wenn Sie das
Feld leer lassen, wird /bin/sh
als Login-Shell festgesetzt.
Im Beispiel wurde die Login-Shell von
/bin/sh zu der vorher installierten
/usr/local/bin/bash geändert.
Tragen Sie keine Shell ein, die nicht existiert, da sich
sonst nicht anmelden können. In der BSD-Welt wird
häufig die C-Shell benutzt, die Sie mit
/bin/tcsh angeben können.
Damit ein Wechsel auf den Superuser
root möglich ist, wurde dem
Benutzerkonto die Gruppe wheel
zugeordnet.
Wenn Sie zufrieden sind, drücken Sie . Es erscheint wieder das Benutzer-Menü:
Weitere Gruppen können, wenn Sie die Anforderungen
schon kennen, zu diesem Zeitpunkt angelegt werden.
Nach der Installation können Sie Gruppen mit
dem Werkzeug sysinstall anlegen.
Wenn Sie alle Benutzer angelegt haben, wählen Sie mit den Pfeiltasten aus und drücken Sie die Taste Enter.
Um das root-Passwort festzulegen,
drücken Sie die Taste Enter.
Sie müssen das Passwort zweimal eingeben. Stellen Sie sicher, dass Sie das Passwort nicht vergessen. Beachten Sie, dass bei der Eingabe das Passwort weder ausgegeben wird noch Sterne angezeigt werden.
Nach der erfolgreichen Eingabe des Passworts kann die Installation fortgesetzt werden.
Wenn Sie noch weitere Netzwerkkarten konfigurieren
oder weitere
Einstellungen vornehmen wollen, können
Sie das jetzt tun. Sie können die Einstellungen auch
nach der Installation mit sysinstall
vornehmen.
Um in das Hauptmenü zurückzukehren, wählen Sie mit den Pfeiltasten aus und drücken Sie Enter.
Wählen Sie mit den Pfeiltasten aus und drücken Sie die Taste Enter. Sie müssen das Beenden der Installation bestätigen:
Wählen Sie . Wenn Sie von einer CD-ROM gestartet haben, erhalten Sie die folgende Meldung, die Sie daran erinnert, die CD-ROM aus dem Laufwerk zu entfernen:
Das CD-Laufwerk ist bis zum Neustart des Systems verriegelt. Entfernen Sie die CD zügig, wenn der Rechner startet.
Achten Sie beim Neustart des Systems auf eventuell auftauchende Fehlermeldungen (lesen Sie Abschnitt 2.10.16, „FreeBSD starten“ für weitere Informationen).
Anfänger ohne Vorwissen finden das Einrichten von Netzwerkdiensten oft deprimierend. Netzwerke und das Internet sind für moderne Betriebssysteme von entscheidender Bedeutung. Es ist daher wichtig, die Netzwerkfunktionen von FreeBSD zu kennen. Die von FreeBSD angebotenen Netzwerkdienste können Sie während der Installation kennen lernen.
Netzwerkdienste sind Programme, die Eingaben aus dem
Netzwerk entgegennehmen. Es wird große Mühe
darauf verwendet, dass diese Programme keinen Schaden
verursachen. Leider können auch Programmierern
Fehler unterlaufen und es gibt Fälle, in denen Fehler
in Netzwerkdiensten von Angreifern ausgenutzt wurden.
Es ist daher wichtig, dass Sie nur Dienste aktivieren,
die Sie benötigen. Im Zweifallsfall sollten Sie
einen Dienst solange nicht aktivieren, bis Sie herausfinden,
dass Sie den Dienst benötigen. Einen Dienst können
Sie später immer noch mit sysinstall
oder in der Datei /etc/rc.conf
aktivieren.
Wählen Sie den Menüpunkt und es erscheint ein Menü wie das nachstehende:
Die erste Option, , wurde schon in Abschnitt 2.10.1, „Netzwerkkonfiguration“ konfiguriert. Sie können daher diesen Punkt überspringen.
Der Punkt aktiviert einen Dienst, der automatisch Dateisysteme einhängt. Normalerweise wird der Dienst zusammen mit dem NFS-Protokoll (siehe unten) verwendet, um automatisch entfernte Dateisysteme einzuhängen. Dieser Menüpunkt erfordert keine weitere Konfiguration.
Der nächste Menüpunkt ist . Wenn Sie den Punkt auswählen, erscheint ein Fenster, in dem Sie AMD-spezifische Optionen eingeben können. Die nachstehenden Optionen sind schon vorgegeben:
Die Option -a legt das Verzeichnis
fest (hier /.amd_mnt),
unter dem Dateisysteme eingehangen werden. Die
Option -l legt die Protokolldatei
fest. Wenn syslogd verwendet
wird, werden alle Meldungen an den Daemon
syslogd gesendet. Das Verzeichnis
/host dient zum
Zugriff auf exportierte Verzeichnisse von entfernten Rechnern,
das Verzeichnis /net
dient zum Zugriff auf exportierte Verzeichnisse von entfernten
IP-Adressen. Die Datei /etc/amd.map
enthält die Einstellungen für von
AMD verwaltete Dateisysteme.
Die Auswahl erlaubt Anonymous-FTP-Verbindungen. Wählen Sie diese Option, wenn Sie einen Anonymous-FTP-Server einrichten wollen. Seien Sie sich über die Sicherheitsrisiken bewusst, wenn Sie Anonymous-FTP erlauben. Die Sicherheitsrisiken und die Konfiguration von Anonymous-FTP werden in einem gesonderten Fenster erklärt, das aufgeht, wenn Sie diese Option auswählen.
Der Menüpunkt konfiguriert das System, wie vorher erläutert, als Gateway. Wenn Sie während der Installation den Rechner aus Versehen als Gateway konfiguriert haben, können Sie dies hier wieder rückgängig machen.
Der Menüpunkt konfiguriert, wie schon oben besprochen, den Daemon inetd(8).
Die Auswahl konfiguriert den Mail Transfer Agent (MTA) des Systems. Wenn Sie diesen Punkt auswählen, erscheint das folgende Menü:
In diesem Menü wählen Sie aus, welcher MTA installiert und benutzt wird. Ein MTA ist ein Mail-Server, der E-Mails an lokale Empfänger oder an Empfänger im Internet ausliefert.
Die Auswahl installiert das verbreitete sendmail (in FreeBSD die Voreinstellung). Die Auswahl verwendet sendmail als MTA, deaktiviert aber den Empfang von E-Mails aus dem Internet. und sind ähnlich wie . Beide Programme liefern E-Mails aus und einige Anwender verwenden lieber eines der beiden Programme als MTA.
Nachdem Sie einen MTA ausgewählt haben (oder beschlossen haben, keinen MTA zu benutzen), erscheint wieder das Menü Netzwerkdienste. Der nächste Menüpunkt ist .
Die Auswahl erlaubt es dem System, mit einem NFS-Server zu kommunizieren. Ein NFS-Server stellt mithilfe des NFS-Protokolls Dateisysteme für andere Systeme auf dem Netzwerk bereit. Wenn der Rechner alleine für sich steht, können Sie diesen Menüpunkt auslassen. Wahrscheinlich müssen Sie noch weitere Einstellungen vornehmen; der Abschnitt 30.3, „NFS – Network File System“ beschreibt die Einstellungen für NFS-Server und NFS-Clients.
Der Menüpunkt richtet einen NFS-Server auf dem Rechner ein. Durch die Auswahl dieses Punktes werden die für Remote-Procedure-Call (RPC) benötigten Dienste gestartet. Mit RPC werden Routinen auf entfernten Rechnern aufgerufen.
Der nächste Punkt, , konfiguriert die Zeitsynchronisation. Wenn Sie diesen Punkt auswählen, erscheint das folgende Menü:
Wählen Sie aus diesem Menü einen nahe liegenden Server aus. Die Zeitsynchronisation mit einem nahe liegenden Server ist, wegen der geringeren Latenzzeit, genauer als die Synchronisation mit einem weiter entfernten Server.
Der nächste Menüpunkt ist
. Wenn Sie diesen Punkt
auswählen, wird net/pcnfsd
aus der Ports-Sammlung installiert.
Dieses nützliche Werkzeug stellt
NFS-Authentifizierungsdienste für
Systeme bereit, die diese Dienste nicht anbieten
(beispielsweise Microsofts MS-DOS®).
Um die nächsten Menüpunkte zu sehen, müssen Sie herunterblättern:
Die Programme rpcbind(8), rpc.statd(8) und
rpc.lockd(8) werden für Remote-Procedure-Calls
(RPC) benutzt. Das Programm
rpcbind verwaltet die Kommunikation
zwischen NFS-Servern und
NFS-Clients und ist für den
Betrieb eines NFS-Servers erforderlich.
Der Daemon rpc.statd hält
zusammen mit dem Daemon rpc.statd
des entfernten Rechners den Status der Verbindung. Der
Status einer Verbindung wird normalerweise in der Datei
/var/db/statd.status festgehalten.
Der nächste Menüpunkt ist
, der Dateisperren
(file locks) bereitstellt.
rpc.lockd wird normalerweise
zusammen mit dem Daemon rpc.statd
benutzt, der festhält welche Rechner Sperren anfordern
und wie oft Sperren angefordert werden. Beide Dienste
sind wunderbar zur Fehlersuche geeignet, doch werden
Sie zum Betrieb von NFS-Servern und
NFS-Clients nicht benötigt.
Der nächste Punkt in der Auswahl ist
, der Routing-Daemon.
Das Programm routed(8) verwaltet die Routing-Tabelle,
entdeckt Multicast-Router und stellt die Routing-Tabelle
auf Anfrage jedem mit dem Netz verbundenen Rechner zur
Verfügung. Der Daemon wird hauptsächlich auf
Gateways eines lokalen Netzes eingesetzt.
Wenn Sie den Punkt auswählen müssen Sie
den Ort des Programms angeben. Die Vorgabe können
Sie mit der Taste Enter übernehmen.
Anschließend werden Sie nach den Kommandozeilenoptionen
für routed gefragt. Vorgegeben
ist die Option -q.
Der nächste Menüpunkt ist
. Wenn Sie diesen Punkt
auswählen, wird während des Systemstarts der
Daemon rwhod(8) gestartet. Das Kommando
rwhod schickt Broadcast-Meldungen
in das Netz oder empfängt diese im Consumer-Mode.
Die Funktion der Werkzeuge wird in den Hilfeseiten
ruptime(1) und rwho(1) beschrieben.
Der vorletzte Menüpunkt aktiviert den Daemon sshd(8), den OpenSSH Secure-Shell-Server. Wo möglich sollte SSH anstelle von telnet und FTP eingesetzt werden. Der Secure-Shell-Server erstellt verschlüsselte und daher sichere Verbindungen zwischen zwei Rechnern.
ist der letzte Menüpunkt. Diese Auswahl aktiviert die TCP-Erweiterungen aus RFC 1323 und RFC 1644. Obwohl dies auf vielen Rechnern die Verbindungsgeschwindigkeit erhöht, können durch diese Option auch Verbindungsabbrüche auftreten. Auf Servern sollte diese Option nicht aktiviert werden, auf Einzelmaschinen kann diese Option nützlich sein.
Wenn Sie die Netzwerkdienste eingerichtet haben, blättern Sie zum Menüpunkt hoch, um die Nacharbeiten fortzusetzen oder verlassen Sie sysinstall, indem Sie zweimal und danach wählen.
Wenn alles funktioniert hat, laufen viele Meldungen über den Bildschirm und schließlich erscheint ein Anmeldeprompt. Um sich die Meldungen anzusehen. drücken Sie die Taste Scroll-Lock. Sie können dann mit den Tasten PgUp und PgDn blättern. Wenn Sie erneut Scroll-Lock drücken, kehren Sie zum Anmeldeprompt zurück.
Es kann sein, dass der Puffer zu klein ist, um alle
Meldungen anzuzeigen. Nachdem Sie sich angemeldet haben,
können Sie sich mit dem Kommando dmesg
alle Meldungen ansehen.
Melden Sie sich bitte mit dem Benutzerkonto an
(rpratt im Beispiel),
das Sie während der Installation eingerichtet haben.
Arbeiten Sie mit root nur dann
wenn es erforderlich ist.
Die nachfolgende Abbildung zeigt typische Startmeldungen (Versionsangaben entfernt):
Das Erzeugen der RSA- und DSA-Schlüssel kann auf langsamen Maschinen lange dauern. Die Schlüssel werden nur beim ersten Neustart erzeugt, spätere Neustarts sind schneller.
Wenn der X-Server konfiguriert ist und eine
Oberfläche ausgewählt wurde, können Sie
X mit dem Kommando startx starten.
Es ist wichtig, dass Sie das Betriebssystem richtig
herunterfahren. Wechseln Sie zunächst mit dem
Befehl su zum Superuser; Sie müssen
dazu das root-Passwort eingeben.
Der Wechsel auf den Superuser gelingt nur, wenn der
Benutzer ein Mitglied der Gruppe wheel
ist. Ansonsten melden Sie sich direkt als Benutzer
root an. Der Befehl
shutdown -h now hält das System
an.
Sie können den Rechner ausschalten, nachdem die
Meldung Please press any key to reboot
erschienen ist. Wenn Sie stattdessen eine Taste drücken,
startet das System erneut.
Sie können das System auch mit der Tastenkombination Ctrl+Alt+Del neu starten. Sie sollten diese Tastenkombination allerdings nicht gewohnheitsmäßig benutzen.
Dieser Abschnitt behandelt häufig auftretende Installationsprobleme. Weiterhin enthält er Hinweise, wie FreeBSD parallel mit MS-DOS® oder Windows® betrieben wird.
Aufgrund der Beschränkungen der PC-Architektur ist eine zuverlässige Geräteerkennung nicht möglich. Falls die Geräteerkennung fehlschlägt, können Sie einige Dinge versuchen.
Sehen Sie in den Hardware Notes Ihrer FreeBSD-Version nach, ob Ihre Hardware unterstützt wird.
Wenn Ihre Hardware unterstützt wird und sich
der Installationsprozess aufhängt oder sonstige
Probleme auftauchen, müssen Sie einen angepassten Kernel
erstellen, da Ihre Hardware in diesem Fall nicht vom
GENERIC-Kernel unterstützt wird.
Der Kernel auf den Startdisketten
verwendet die Werkseinstellungen für IRQs,
IO-Adressen und DMA-Kanäle. Geänderte
Einstellungen müssen Sie daher in der
Kernelkonfigurationsdatei angeben, damit FreeBSD diese
Geräte korrekt erkennt.
Es ist auch möglich, dass die Suche nach einem nicht vorhandenen Gerät dazu führt, dass die Erkennung eines vorhandenen Geräts fehlschlägt. In diesem Fall sollten Sie nicht vorhandene Geräte, deren Einstellungen sich mit vorhandenen Geräten überschneiden, deaktivieren.
Einige Installationsprobleme können Sie vermeiden oder umgehen, indem Sie die Firmware der Hardware, insbesondere die Firmware der Systemplatine, aktualisieren. Die Firmware der Systemplatine ist das BIOS. Die meisten Hardware-Hersteller bieten aktuelle Firmware und Anleitungen zur Aktualisierung der Firmware auf dem Internet an.
Viele Hersteller raten davon ab, ohne guten Grund das BIOS zu aktualisieren. Die Aktualisierung kann fehlschlagen und den BIOS-Chip dauerhaft beschädigen.
Mit Double Space™ komprimierte Dateisysteme werden zurzeit von FreeBSD nicht unterstützt. Damit FreeBSD auf die Daten zugreifen kann, müssen Sie das Dateisystem daher dekomprimieren. Rufen Sie dazu den Compression Agent aus dem Menü > > auf.
FreeBSD unterstützt MS-DOS®-Dateisysteme
(manchmal auch als FAT-Dateisysteme bezeichnet). Der
Befehl mount_msdosfs(8) bindet diese Dateisysteme in den
FreeBSD-Verzeichnisbaum ein und erlaubt dadurch den Zugriff auf
die darin enthaltenen Daten. mount_msdosfs(8) wird
normalerweise nicht direkt, sondern über einen Eintrag
in der Datei /etc/fstab oder durch den
Aufruf des Befehls mount(8) (in Kombination mit den
korrekten Parametern).
Ein typischer Eintrag in /etc/fstab
sieht so aus:
Das Verzeichnis /dos muss bereits
vorhanden sein, damit dieser Eintrag funktioniert. Weitere
Informationen zu den Einstellungen in der Datei
/etc/fstab finden sich in der Manualpage
fstab(5).
Ein typischer Aufruf von mount(8) zum Einhängen eines MS-DOS®-Dateisystems sieht so aus:
# mount -t msdosfs /dev/ad0s1 /mntDas MS-DOS®-Dateisystem befindet sich hier auf
der ersten Partition der primären Platte. Dies kann
bei Ihnen anders sein. Die Anordnung der Partitionen
entnehmen Sie den Ausgaben von dmesg
und mount.
FreeBSD numeriert Platten (genauer MS-DOS®-Partitionen) anders als andere Betriebssysteme. Die Nummern von erweiterten Partitionen sind in der Regel höher als die Nummern von primären Partitionen. Das Werkzeug fdisk(8) kann Ihnen dabei helfen, festzustellen, welche Partitionen zu FreeBSD und welche zu einem anderen Betriebssystem gehören.
Analog werden NTFS-Partitionen mit dem Kommando mount_ntfs(8) eingehangen.
2.11.3.1. | Mein System hängt sich beim Testen der Hardware auf, oder es verhält sich seltsam während der Installation oder das Diskettenlaufwerk wird nicht getestet. |
FreeBSD 5.0 und neuer machen ausgiebig Gebrauch
von den ACPI-Systemdiensten zur Systemkonfiguration
der i386-, amd64- und ia64-Plattformen, falls diese
während des Bootvorgangs gefunden werden.
Leider enthalten sowohl der ACPI-Treiber
als auch manche Motherboard- und BIOS-Implementierungen
für ACPI noch einige Fehler. Kommt es auf Ihrem
System zu Problemen, können Sie ACPI daher
deaktivieren, indem während des Bootvorganges
den „Hint“
set hint.acpi.0.disabled="1"Da diese Einstellung bei jedem Neustart verloren geht,
aktivieren Sie sie dauerhaft, indem Sie die Zeile
| |
2.11.3.2. | Direkt nach der Installation beginnt das System zwar zu booten, der Kernel wird geladen und meine Hardware getestet. Dann bricht der Bootvorgang aber mit der folgenden (oder einer ähnlichen) Fehlermeldung ab: changing root device to ad1s1a panic: cannot mount root Was läuft hier falsch? Was kann/muss ich tun? Was soll ich mit diesem
|
Dabei handelt es sich um ein lange bekanntes Problem, das nur dann auftritt, wenn es sich bei der Bootplatte nicht um die erste Platte im System handelt. Das BIOS numeriert die Festplatten anders als FreeBSD, daher ist das System manchmal nicht in der Lage, diese Numerierungen selbst automatisch in Einklang zu bringen. Sollte Ihre Bootplatte nicht die erste Platte im System sein, können Sie FreeBSD dabei helfen, diese Platte zu finden. Es gibt zwei Situationen, in denen Sie FreeBSD mitteilen müssen, wo sich das root-Dateisystem befindet. Dazu müssen Sie die Nummer der Platte im BIOS, den Plattentyp sowie die Nummer der Platte unter FreeBSD angeben. Im ersten Fall verfügen Sie über zwei
IDE-Platten, die beide als Master an ihrem jeweiligen
IDE-Controller konfiguriert sind. FreeBSD soll dabei
von der zweiten Platte booten. Ihr BIOS erkennt die
beiden Platten als „Platte 1“ und
„Platte 2“, während FreeBSD die
Platten als Für das BIOS befindet sich FreeBSD auf der Platte
Nummer 1, der Typ ist 1:ad(2,a)kernelBeachten Sie, dass dieser Eintrag nicht notwendig ist, wenn die zweite Platte als Slave am primären IDE-Controller konfiguriert ist (sondern sogar falsch wäre). Die zweite Situation entsteht, wenn Sie von einer
SCSI-Platte booten und zusätzlich eine oder mehrere
IDE-Platten installiert haben. In diesem Fall ist die
Plattennummer unter FreeBSD kleiner als die Plattennummer im
BIOS. Verfügen Sie über zwei IDE-Platten und
eine SCSI-Platte, hat die SCSI-Platte im BIOS die Nummer
2, den Typ 2:da(0,a)kernelDurch diese Zeile teilen Sie FreeBSD mit, dass Sie von
der BIOS-Platte Nummer 2 booten wollen (bei der es sich um
die erste SCSI-Platte Ihres Systems handelt). Verfügen
Sie nur über eine IDE-Platte, geben Sie hingegen
Nachdem Sie die korrekten Werte ermittelt haben,
können Sie die entsprechende Zeile in exakt der gleichen
Form in die Datei | |
2.11.3.3. | Nach der Installation beginnt das System zu booten,
der Bootmanager zeigt im Bootmenü aber immer nur
|
Sie haben bei der FreeBSD-Installation eine falsche Plattengeometrie angegeben. Starten Sie den Partitionseditor neu und geben Sie die korrekte Plattengeometrie an. Danach installieren Sie FreeBSD erneut (diesmal mit der korrekten Plattengeometrie). Ist es Ihnen nicht möglich, die korrekte Plattengeometrie herauszufinden, hilft Ihnen vielleicht der folgende Tipp weiter: Legen Sie eine kleine MS-DOS®-Partition am Beginn Ihrer Bootplatte an und installieren Sie anschließend FreeBSD auf diese Platte. Das FreeBSD-Installationsprogramm wird die MS-DOS®-Partition erkennen und ist dadurch normalerweise in der Lage, die korrekte Plattenkonfiguration automatisch zu erkennen. Die Vorgangsweise im folgenden Tipp wird zwar nicht länger empfohlen, soll aber trotzdem dokumentiert werden:
| |
2.11.3.4. | FreeBSD erkennt meine ed(4)-Netzwerkkarte. Trotzdem erhalte ich weiterhein Timeout-Meldungen für dieses Gerät. |
Ihre Karte verwendet wahrscheinlich einen anderen IRQ
als den, der in der Datei
Entweder verändern Sie die Jumper-Konfiguration
der Karte (und, falls notwendig, die Kerneleinstellungen).
Oder Sie geben den IRQ als Prüfen Sie auch, ob Ihre Karte nicht etwa IRQ 9 verwendet, da dieser mit IRQ 2 geteilt wird. Diese Einstellung verursacht häufig Probleme (insbesondere dann, wenn IRQ 2 durch eine VGA-Grafikkarte belegt ist!). Wenn irgend möglich, sollten Sie daher IRQ 2 oder 9 nicht verwenden. | |
2.11.3.5. | Wenn ich sysinstall aus einen X-Terminal starte, ist die gelbe Schritt auf dem grauen Hintergrund nur schwer zu erkennen. Gibt es eine Möglichkeit, den Kontrast für dieses Programm zu erhöhen? |
Haben Sie X11 bereits installiert und die von
sysinstall verwendeten Farben
bereiten Ihnen beim Lesen von Text Probleme (wenn Sie
ein X-Terminal verwenden), sollten Sie die Zeile
|
Dieser Abschnitt beschreibt die Installation von FreeBSD in besonderen Situationen.
Diese Methode wird als „headless install“ (kopflose Installation) bezeichnet, da die Maschine, auf die FreeBSD installiert werden soll, entweder keinen Monitor angeschlossen hat oder über keine VGA-Karte verfügt. Wie kann FreeBSD dennoch installiert werden? Eben mithilfe einer seriellen Konsole. Im Wesentlichen ist eine serielle Konsole eine andere Maschine, die Ein- und Ausgaben für eine andere Maschine bereitstellt. Um über eine serielle Konsole zu installieren, erstellen Sie zunächst (wie in Abschnitt 2.3.7, „Das Startmedium vorbereiten“ beschrieben) einen bootbaren USB-Stick oder laden Sie das passende CD-ISO-Abbild herunter.
Um von diesen Medien in eine serielle Konsole booten zu können, müssen Sie die folgenden Schritte durchführen (bei Verwendung einer Boot-CD kann der erste Schritt entfallen):
Den USB-Stick für eine serielle Konsole anpassen
Wenn Sie ein System mit den frisch erstellten USB-Stick starten, läuft der normale FreeBSD-Installationsprozess an. Diese Installation soll aber über die serielle Konsole gesteuert werden. Daher müssen Sie den USB-Stick mit dem Befehl mount(8) in den Verzeichnisbaum einhängen:
# mount /dev/da0a /mntPassen Sie den Mountpunkt und die Gerätedatei falls nötig an Ihre Gegebenheiten an.
Nachdem Sie den USB-Stick eingehängt haben,
müssen Sie ihn rekonfigurieren, damit er in eine
serielle Konsole startet. Dazu nehmen Sie in die
Datei loader.conf des USB-Sticks eine
Zeile auf, die die serielle Konsole als Systemkonsole
festlegt:
# echo 'console="comconsole"' >> /mnt/boot/loader.confDamit ist Ihr USB-Stick für die Installation vorbereitet. Sie können ihn daher wieder aus dem Dateisystem aushängen:
# umount /mntEntfernen Sie nun den USB-Stick und machen Sie direkt mit Schritt 3 weiter.
Die Installations-CD für eine serielle Konsole anpassen
Wenn Sie von dem soeben heruntergeladenen CD-ISO-Abbild (siehe Abschnitt 2.13.1, „Eine Installations-CD-ROM erzeugen“) starten, gelangen Sie in den normalen Installationsmodus von FreeBSD. Da wir aber in eine serielle Konsole booten wollen, muss das CD-Image extrahiert, modifiziert und neu erzeugt werden, bevor Sie es auf eine CD-R brennen.
Entpacken Sie alle Dateien des CD-ISO-Abbilds
(beispielsweise
FreeBSD-)
auf dem System, auf das Sie das Abbild heruntergeladen
haben unter Verwendung von tar(1):9.1-RELEASE-i386-disc1.iso
# mkdir /path/to/headless-iso
# tar -C /path/to/headless-iso -pxvf FreeBSD-9.1-RELEASE-i386-disc1.isoNun müssen Sie das entpackte ISO-Abbild
rekonfigurieren, damit es künftig in eine
serielle Konsole startet. Dazu nehmen Sie in die
Datei loader.conf des entpackten
ISO-Abbild eine Zeile auf, die die serielle Konsole als
Systemkonsole festlegt:
# echo 'console="comconsole"' >> /path/to/headless-iso/boot/loader.confDamit ist der Dateibaum des entpackten ISO-Abbilds
für die Installation vorbereitet und Sie können
über den Befehl mkisofs(8) (das Sie über
den Port sysutils/cdrtools installieren
können) ein neues CD-ISO-Abbild erzeugen:
# mkisofs -v -b boot/cdboot -no-emul-boot -r -J -V "Headless_install" \
-o Headless-FreeBSD-9.1-RELEASE-i386-disc1.iso /path/to/headless-isoDieses rekonfigurierte ISO-Abbild brennen Sie nun mit dem Brennprogramm Ihrer Wahl auf eine CD-R.
Das Nullmodemkabel anschließen
Sie müssen beide Maschinen mit einem Nullmodemkabel verbinden. Schließen Sie das Nullmodemkabel an die seriellen Schnittstellen beider Maschinen an. Sie können kein direktes serielles Kabel verwenden, Nullmodemkabel besitzen gekreuzte Leitungen.
Die Installation starten
Sie können die Installation jetzt starten. Stöpseln Sie den vorbereiteten USB-Stick ein und starten Sie Ihren Computer. Alternativ starten Sie Ihren Computer und legen die vorbereitete Installations-CD ein.
Die Verbindung mit der zur installierenden Maschine herstellen
Mit dem Kommando cu(1) verbinden Sie sich mit der zu installierenden Maschine:
# cu -l /dev/cuau0Unter FreeBSD 7.X verwenden Sie hingegen den folgenden Befehl:
# cu -l /dev/cuad0Fertig! Über die cu-Sitzung
können Sie nun die zu installierende Maschine steuern.
Der Kernel wird automatisch geladen und Sie können
anschließend den Terminaltyp festlegen.
Wählen Sie die FreeBSD color console
aus und fahren wie gewohnt mit der Installation fort.
Im Folgenden ist mit „Installations-CD“ eine CD-ROM oder DVD gemeint, die Sie gekauft oder selbst hergestellt haben.
Oft müssen Sie eigene Installationsmedien erzeugen. Dies können physische Medien wie Bänder sein oder Installationsquellen sein, aus denen sysinstall Dateien herunterlädt, beispielsweise ein lokaler FTP-Server oder eine MS-DOS®-Partition.
Beispiele:
Im lokalen Netzwerk befinden sich viele Maschinen, Sie besitzen allerdings nur eine Installations-CD. Den Inhalt der Installations-CD wollen Sie auf einem lokalem FTP-Server bereitstellen. Zur Installation wird der lokale FTP-Server anstelle eines Internet-Servers benutzt.
Sie haben eine Installations-CD, allerdings erkennt FreeBSD im Gegensatz zu MS-DOS®/Windows® das CD- oder DVD-Laufwerk nicht. Sie können die Installationsdateien auf eine MS-DOS®-Partition desselben Rechners kopieren und FreeBSD von der MS-DOS®-Partition installieren.
Der Rechner, auf dem Sie FreeBSD installieren wollen, besitzt kein CD- oder DVD-Laufwerk. Ein anderer Rechner, zu dem eine serielle oder parallele Verbindung besteht, besitzt allerdings ein CD- oder DVD-Laufwerk.
Sie wollen ein Band erzeugen, mit dem Sie FreeBSD installieren können.
Mit jeder Release stellt das FreeBSD-Project für jede unterstützte Architektur mindestens zwei CD-Abbilder („ISO-Images“) zur Verfügung. Wenn Sie einen CD-Brenner besitzen, können Sie diese Abbilder brennen und damit FreeBSD installieren. Wenn Sie einen CD-Brenner besitzen und über eine gute Internet-Verbindung verfügen, ist das die preiswerteste Art, FreeBSD zu installieren.
Das richtige Abbild herunterladen
Die ISO-Abbilder für jedes Releases
können Sie von
ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/ISO-IMAGES-
oder einem nahe gelegenen Spiegel herunterladen.
Ersetzen Sie arch/versionarch und
version durch passende
Werte.
Das Verzeichnis enthält die folgenden Abbilder:
X und 8.X
ISO-Abbilder| Dateiname | Inhalt |
|---|---|
FreeBSD- | Enthält alles, was Sie benötigen, um um den FreeBSD-Kernel zu laden und das Installationsprogramm zu starten. Die zu installierenden Dateien müssen allerdings über FTP oder eine andere geeignete Quelle bezogen werden, da sie in diesem Abbild nicht enthalten sind. |
FreeBSD- | Dieses DVD-Abbild enthält alle zur Installation von FreeBSD nötigen Dateien, eine Auswahl an Paketen Dritter sowie die Dokumentation. Zusätzlich ermöglicht es Ihnen dieses Abbild, einen „livefs“-basierten Rettungsmodus zu starten. |
FreeBSD- | Dieses Abbild kann auf einen USB-Stick geschrieben werden. Dieser kann danach als Installationsmedium verwendet werden (wenn Ihr System dies unterstützt). Zusätzlich ermöglicht es Ihnen dieses Abbild, einen „livefs“-basierten Rettungsmodus zu starten. Die FreeBSD-Dokumentation ist ebenfalls enthalten, aber keine Pakete Dritter. Dieses Abbild ist erst ab FreeBSD 8.0 verfügbar. |
FreeBSD- | Dieses CD-Abbild enthält alle für die Installation von FreeBSD nötigen Dateien sowie die Dokumentation. Es sind allerdings keine Pakete Dritter enthalten. |
FreeBSD- | So viele Pakete Dritter, wie auf dem
Installationsmedium Platz hatten. Dieses Abbild ist
für FreeBSD 8.X
nicht mehr verfügbar. |
FreeBSD- | Ein weiteres Abbild mit so vielen Paketen
Dritter, wie auf dem Installationsmedium Platz
hatten. Dieses Abbild ist für
FreeBSD 8.X
nicht mehr verfügbar. |
| Die FreeBSD-Dokumentation. |
FreeBSD- | Dieses Abbild enthät einen „livefs“-basierten Rettungsmodus. Eine Installation von FreeBSD ist mit diesem Abbild allerdings nicht möglich. |
Die Abbilder für
FreeBSD 7.X-Releases vor
FreeBSD 7.3 sowie für FreeBSD 8.0
wurden noch unterschiedlich benannt. Bei Ihnen fehlt die
Bezeichnung FreeBSD- am Anfang des
Abbildnamens.
Sie benötigen nur eines der beiden Abbilder
bootonly oder
disc1. Laden Sie bitte nicht
beide Abbilder herunter, das disc1-Abbild
enthält alles, was das bootonly-Abbild
enthält.
Benutzen Sie das bootonly-Abbild,
wenn Sie eine preiswerte Internet-Anbindung besitzen.
Mit diesem Abbild können Sie FreeBSD installieren.
Software Dritter können Sie anschließend
mithilfe des Ports-Systems (Kapitel 5, Installieren von Anwendungen: Pakete und Ports)
herunterladen.
Benutzen Sie das dvd1-Abbild,
wenn Sie FreeBSD installieren wollen und das
Installationsmedium eine angemessene Auswahl an Software
Dritter enthalten soll.
Die zusätzlichen Abbilder sind nützlich, aber nicht notwendig, insbesondere wenn Sie eine schnelle Internet-Verbindung besitzen.
Die CDs brennen
Sie müssen die Abbilder auf eine CD brennen. Das Brennen von CDs unter FreeBSD wird in Abschnitt 19.6, „CDs benutzen“ erläutert (sehen Sie sich insbesondere Abschnitt 19.6.3, „burncd“ und Abschnitt 19.6.4, „cdrecord“ an).
Wenn Sie die CDs unter einem anderen Betriebssystem erstellen, benutzen Sie die entsprechenden Werkzeuge des Betriebssystems. Die Abbilder sind Standard-ISO-Abbilder und können von vielen Brennprogrammen verarbeitet werden.
Wenn Sie eine angepasste Version von FreeBSD erstellen wollen, sollten Sie den Release Engineering Article lesen.
Die Dateien auf der Installations-CD sind genauso angeordnet wie auf den FreeBSD-FTP-Servern. Daher ist es einfach, einen lokalen FTP-Server für die FreeBSD-Installation über ein Netzwerk einzurichten.
Hängen Sie auf dem FTP-Server die CD-ROM in
das Verzeichnis /cdrom
ein:
# mount /cdromLegen Sie ein Konto für Anonymous-FTP an.
Dazu editieren Sie die Datei
/etc/passwd mit dem Kommando
vipw(8) und fügen die nachstehende Zeile
hinzu:
Stellen Sie sicher, dass der FTP-Dienst in der Datei
/etc/inetd.conf aktiviert ist.
Jeder, der Ihren Rechner über das Netzwerk
erreicht, kann nun FreeBSD über FTP installieren.
In sysinstall wird dazu
FTP als Installationsmedium wählt. Der
FTP-Server wird durch die Auswahl
(andere als die vorgegebenen
Server) und anschließende Eingabe von
ftp://
festgelegt.Ihr Rechner
Wenn die Version der für die FTP-Installation Ihrer Clients verwendeten Bootmedien (normalerweise Disketten) nicht exakt der von Ihnen auf Ihrem lokalen FTP-Server angebotenen Version entspricht, ist sysinstall nicht in der Lage, die Installation abzuschließen. Sind die Versionsnummern unterschiedlich, können Sie durch das Aufrufen des Punktes sysinstall dazu zwingen, die Installation dennoch abzuschließen. Dazu setzen Sie den Namen der Distribution auf .
Diese Vorgehensweise ist in Ihrem lokalen Netzwerk, das durch eine Firewall geschützt ist, völlig in Ordnung. Wenn Sie FTP für Rechner auf dem Internet (und nicht für lokale Rechner) anbieten, zieht Ihr Server die Aufmerksamkeit von Crackern und andere Unannehmlichkeiten auf sich. Achten Sie in diesem Fall darauf, dass Sie gute Sicherheitsverfahren anwenden.
Wenn Sie, was wir nicht empfehlen, von Disketten installieren müssen, weil Disketten das einzig unterstützte Installationsmedium sind oder Sie es sich einfach schwer machen wollen, müssen Sie zunächst einige Disketten vorbereiten.
Sie müssen mindestens den Inhalt des Verzeichnisses
base auf
1.44 MB Disketten kopieren.
Wenn Sie die Disketten unter MS-DOS® erstellen,
müssen
Sie die Disketten mit dem MS-DOS®-Kommando
FORMAT formatieren. Unter Windows®
können Sie Disketten mithilfe des Explorers
formatieren (klicken Sie mit der rechten Maustaste auf
das A:-Laufwerk und wählen
Sie aus).
Vertrauen Sie vorformatierten Disketten nicht; formatieren Sie die Disketten zur Sicherheit immer selbst. In der Vergangenheit waren vorformatierte Disketten der Verursacher vieler Probleme.
Falls Sie die Disketten auf einer FreeBSD-Maschine
erstellen, sollten Sie immer noch formatieren. Allerdings
brauchen Sie kein MS-DOS®-Dateisystem auf den Disketten
anzulegen. Mit den Kommandos bsdlabel
und newfs können Sie das Dateisystem
UFS verwenden, wie im nachstehenden Beispiel für
3.5" 1.44 MB Disketten gezeigt:
# fdformat -f 1440 fd0.1440
# bsdlabel -w fd0.1440 floppy3
# newfs -t 2 -u 18 -l 1 -i 65536 /dev/fd0Anschließend können Sie die Disketten wie ein normales Dateisystem einhängen und beschreiben.
Nachdem Sie die Disketten formatiert haben, kopieren
Sie die Dateien der Distribution auf die Disketten. Die
Dateien der Distribution sind in Stücke geteilt, sodass
fünf Dateien auf eine 1.44 MB Diskette passen.
Kopieren Sie die gewünschten Distribution auf
Disketten, wobei Sie so viele Dateien wie möglich
auf eine Diskette kopieren. Jede Distribution wird auf
der Diskette in einem eigenen Verzeichnis abgelegt,
beispielsweise a:\base\base.aa,
a:\base\base.ab und so weiter.
Die Datei base.inf muss
unbedingt auf die erste Diskette des
base-Diskettensatzes kopiert werden,
damit das Installationsprogramm feststellen kann, wie viele
Disketten geladen werden müssen, um die Distribution
wieder zusammenzusetzen.
Im Installationsprozess wählen Sie als Installationsmedium aus. Folgen Sie dann den gegebenen Anweisungen.
Um eine Installation von einer MS-DOS®-Partition
vorzubereiten, kopieren Sie Dateien der Distributionen
in das Verzeichnis freebsd
direkt unterhalb des Wurzelverzeichnisses (zum Beispiel
c:\freebsd).
In diesem Verzeichnis muss sich dieselbe Verzeichnisstruktur
wie auf dem Installationsmedium befinden. Wenn Sie
die Dateien von einer Installations-CD kopieren, empfehlen
wir den MS-DOS®-Befehl xcopy. Das
nachstehende Beispiel bereitet eine minimale Installation
von FreeBSD vor:
C:\> md c:\freebsd
C:\> xcopy e:\bin c:\freebsd\bin\ /s
C:\> xcopy e:\manpages c:\freebsd\manpages\ /sIm Beispiel wurde angenommen, dass auf Laufwerk
C: ausreichend Platz vorhanden
ist und die CD-ROM Laufwerk E:
ist.
Wenn Sie kein CD-Laufwerk besitzen, können Sie die Distributionen von ftp.FreeBSD.org herunterladen. Jede Distribution liegt in einem eigenen Verzeichnis. Beispielsweise liegt die Base-Distribution im Verzeichnis 9.1/base/.
Kopieren Sie jede Distribution, die Sie von einer
MS-DOS®-Partition installieren wollen (und für
die Platz ist) in das Verzeichnis
c:\freebsd.
Für eine minimale Installation benötigen
Sie nur die Base-Distribution.
Falls Sie nicht über FTP oder von einer CD-ROM
installieren können, ist die Installation von Band
wahrscheinlich die einfachste Methode. Das
Installationsprogramm erwartet, dass sich die Distributionen
im tar-Format auf dem Band befinden.
Von den Distributions-Dateien erstellen Sie das
Installationsband einfach mit dem Kommando
tar:
# cd /freebsd/distdir
# tar cvf /dev/rwt0 dist1 ... dist2Stellen Sie während der Installation sicher, dass Sie über genügend freien Platz in einem temporären Verzeichnis (das Sie festlegen können) verfügen. Das temporäre Verzeichnis muss den gesamten Inhalt des Bands aufnehmen können. Da auf Bänder nicht wahlfrei zugegriffen werden kann, benötigt diese Installationsmethode temporär sehr viel Platz.
Das Band muss sich vor dem Neustart mit der Startdiskette im Laufwerk befinden. Ansonsten wird das Band während der Geräteerkennung vielleicht nicht erkannt.
Sie können drei Verbindungsarten für eine Netzwerkinstallation benutzen: Eine Ethernet-Verbindung, eine serielle Verbindung (PPP), oder eine parallele Verbindung (PLIP, Laplink-Kabel).
Die schnellste Netzwerkinstallation ist natürlich mit einer Netzwerkkarte möglich. FreeBSD unterstützt die meisten der üblichen Netzwerkkarten. Eine Liste der unterstützten Netzwerkkarten ist in den Hardware-Notes jedes Releases enthalten. Wenn Sie eine unterstützte PCMCIA-Netzwerkkarte benutzen, stellen Sie sicher, dass die Karte eingesteckt ist, bevor der Laptop eingeschaltet wird. Leider unterstützt FreeBSD das Einstecken von PCMCIA-Karten während der Installation noch nicht.
Für eine Netzwerkinstallation müssen Sie Ihre IP-Adresse, die Netzwerkmaske und den Namen Ihres Rechner kennen. Wenn Sie über eine PPP-Verbindung installieren und keine feste IP-Adresse besitzen, braucht Sie der vorgehende Satz nicht zu beunruhigen. Sie können eine IP-Adresse dynamisch von Ihrem ISP beziehen. Fragen Sie Ihren Systemadministrator nach den richtigen Netzwerkeinstellungen. Wenn Sie andere Rechner über Namen anstatt über IP-Adressen erreichen wollen, brauchen Sie zudem einen Nameserver und möglicherweise die Adresse eines Gateways (mit PPP ist das die Adresse des ISPs), über den Sie den Nameserver erreichen. Wenn Sie von einem FTP-Server über einen HTTP-Proxy installieren wollen, benötigen Sie außerdem noch die Adresse des Proxy-Servers. Wenn Sie nicht alle oder zumindest die meisten der benötigten Daten kennen, sollten Sie wirklich vor der Installation mit Ihrem Systemadministrator oder ISP reden!
Wenn Sie ein Modem benutzen, ist PPP ziemlich sicher die einzige Wahl. Stellen Sie sicher, dass Sie die Daten Ihres Service Providers bereitliegen haben, da Sie während der Installation die Daten früh benötigen.
Wenn Sie PAP oder CHAP benutzen, um sich mit Ihrem ISP
zu verbinden (wenn Sie unter Windows® kein Skript
benötigen, um die Verbindung herzustellen), brauchen
Sie an der ppp-Eingabeaufforderung
nur das Kommando dial abzusetzen.
Ansonsten müssen Sie sich mit Modem-spezifischen
AT-Kommandos bei Ihrem ISP einwählen (PPP stellt
nur einen einfachen Terminal-Emulator zur Verfügung).
Weiteres über PPP erfahren Sie im Abschnitt
User-PPP des Handbuchs
und im PPP-Abschnitt
der FAQ. Bei Problemen können Sie mit dem Kommando
set log local Meldungen auf den Bildschirm
umleiten.
Wenn eine feste Verbindung zu einer anderen FreeBSD-Maschine besteht, sollten Sie ein paralleles Laplink-Kabel in Betracht ziehen. Über eine parallele Verbindung sind höhrere Geschwindigkeiten als über eine serielle Verbindung (typischerweise bis zu 50 kByte/s) möglich. Daher ist die Installation über eine parallele Verbindung schneller als eine Installation über eine serielle Verbindung.
Eine NFS-Installation ist unkompliziert. Kopieren Sie einfach die Distributionen auf einen NFS-Server und wählen Sie NFS als Installationsmedium aus.
Wenn der NFS-Server nur Verbindungen über
privilegierte Ports (Ports kleiner 1024) annimmt,
setzen Sie vor der Installation die Option
NFS Secure im Menü
.
Wenn Sie eine schlechte Netzwerkkarte besitzen,
die sehr langsam ist, wählen Sie die Option
NFS Slow.
Damit die NFS-Installation funktioniert, muss der
NFS-Server auch Unterverzeichnisse von exportierten
Verzeichnissen zum Einhängen freigeben. Wenn
beispielsweise die Distribution von FreeBSD 9.1
unter ziggy:/usr/archive/stuff/FreeBSD
liegt, muss der Rechner ziggy erlauben,
das Verzeichnis
/usr/archive/stuff/FreeBSD
einzuhängen. Es reicht nicht, dass
ziggy erlaubt das Verzeichnis
/usr oder
/usr/archive/stuff
einzuhängen.
Unter FreeBSD werden diese Freigaben in der Datei
/etc/exports mit der Option
-alldirs eingestellt. Die nötigen
Einstellungen können auf einem anderen NFS-Server
unterschiedlich sein. Wenn Sie vom NFS-Server die
Fehlermeldung permission denied
erhalten, dann haben Sie wahrscheinlich die Freigaben
nicht richtig konfiguriert.
FreeBSD enthält ein text-basiertes, einfach zu verwendendes
Installationsprogramm. FreeBSD 9.0-RELEASE und neuer verwendet
ein Installationsprogramm genannt
bsdinstall, während Versionen vor
FreeBSD 9.0-RELEASE stattdessen
sysinstall zur Installation einsetzten.
Dieses Kapitel beschreibt die Verwendung von
bsdinstall. Der Einsatz von
sysinstall wird in Kapitel 2, FreeBSD 8.X (und älter)
installieren behandelt.
Nachdem Sie dieses Kapitel gelesen haben, werden Sie wissen:
wie man FreeBSD Installationsmedien erstellt.
wie FreeBSD Festplatten unterteilt und darauf verweist.
wie man bsdinstall startet.
welche Fragen Sie von bsdinstall gestellt bekommen, was sie bedeuten und und wie man diese beantwortet.
Bevor Sie dieses Kapitel lesen, sollten Sie:
Die Liste von unterstützter Hardware lesen, die mit Ihrer zu installierenden Version von FreeBSD ausgeliefert wird, um sicherzustellen, dass Ihre Hardware auch unterstützt wird.
Generell wurden diese Installationsanweisungen für Rechner der i386™ („PC-kompatibel“) Architektur verfasst. An Stellen, an denen sich die Anweisungen speziell auf eine andere Plattform beziehen, wird darauf hingewiesen. Es mag kleinere Unterschiede geben zwischen dem Installationsprogramm und dem, was hier beschrieben steht. Sie sollten daher dieses Kapitel als eine Art Wegweiser und keine exakte Anleitung betrachten.
Die Minimalkonfiguration zur Installation von FreeBSD variiert mit der Version von FreeBSD und der Hardwarearchitektur.
Eine Zusammenfassung dieser Informationen wird in den folgenden Abschnitten gegeben. Abhängig von der Installationsmethode, die Sie verwenden, um FreeBSD zu installieren, werden Sie unter Umständen ein unterstütztes CD-ROM-Laufwerk benötigen und in manchen Fällen eine Netzwerkkarte. Dies wird im Abschnitt Abschnitt 3.3.5, „Die Installationsmedien beschaffen“ genauer betrachtet.
FreeBSD/i386 benötigt einen 486er oder einen schnelleren Prozessor und mindestens 64 MB RAM. Es sollte mindestens 1.1 GB freier Festplattenspeicher für die Installation zur Verfügung stehen.
Auf alten Rechnern hat die Aufrüstung von RAM und dem Festplattenplatz normalerweise einen höheren geschwindigkeitssteigernden Effekt als einen schnelleren Prozessor einzubauen.
Es gibt zwei Klassen von Prozessoren, die in der Lage sind, auf FreeBSD/amd64 zu laufen. Die erste Klasse sind AMD64-Prozessoren, was sowohl AMD Athlon™64, AMD Athlon™64-FX, AMD Opteron™ oder bessere Prozessoren beinhaltet.
Die zweite Klasse von Prozessoren, die FreeBSD/amd64 benutzen kann, besteht aus der Intel® EM64T-Architektur. Beispiele dieser Prozessoren beinhalten die Intel® Core™ 2 Duo, Quad, Extreme Prozessorfamilien, die Intel® Xeon™ 3000, 5000, und 7000 Reihe von Prozessoren, sowie die Intel® Core™ i3, i5 and i7 Prozessoren.
Sollten Sie einen Rechner basierend auf der nVidia nForce3 Pro-150 besitzen, müssen Sie im BIOS das IO APIC deaktivieren. Falls Sie keine solche Option zum deaktivieren besitzen, werden Sie wahrscheinlich ACPI deaktivieren müssen. Der Pro-150 Chipsatz enthält Fehler, für die wir noch keine Abhilfe gefunden haben.
Alle neuen Apple® Macintosh® Systeme mit eingebautem USB werden unterstützt. SMP wird auf Maschinen mit mehreren CPUs unterstützt.
Ein 32-bit Kernel kann nur die ersten 2 GB des Hauptspeichers verwenden. FireWire® wird auf den blauen und weissen PowerMac G3s nicht unterstützt.
Systeme, die von FreeBSD/sparc64 unterstützt werden, sind auf der FreeBSD/sparc64-Projektseite aufgelistet.
Eine dedizierte Platte wird für FreeBSD/sparc64 benötigt. Es ist nicht möglich, eine Platte mit einem anderen Betriebssystem zur gleichen Zeit zu teilen.
Hardwarearchitekturen und von FreeBSD unterstützte
Geräte werden in der Datei mit Hardware Notes aufgelistet.
Normalerweise heisst diese Datei
HARDWARE.TXT und befindet sich im
Wurzelverzeichnis des Veröffentlichungsmediums. Kopien
dieser unterstützten Hardwareliste ist ebenfalls auf der
Seite Release
Information der FreeBSD Webseite abrufbar.
Sichern Sie alle wichtigen Daten auf dem Zielcomputer, auf dem FreeBSD installiert werden soll. überprüfen Sie diese Sicherungen, bevor Sie fortfahren. Die FreeBSD Installation wird Sie vor Änderungen an den Platten danach fragen, jedoch kann dies nicht mehr rückgängig gemacht werden, sobald der Prozess gestartet wurde.
Falls FreeBSD das einzige installierte Betriebssystem sein wird und die gesamte Platte dazu verwenden kann, kann der Rest dieses Abschnitts übersprungen werden. Sollten Sie allerdings die Platte mit anderen Betriebssystemen teilen, ist ein Verständnis des Plattenlayouts hilfreich für die Installation.
Festplatten können in mehrere verschiedene Bereiche aufgeteilt werden. Diese Bereiche werden Partitionen genannt.
Es gibt zwei Arten, eine Festplatte in mehrere Partitionen einzuteilen. Traditionell enthält ein Master Boot Record (MBR) eine Partitionstabelle, welche bis zu vier primäre Partitionen aufnehmen kann (aus historischen Gründen werden diese primären Partitionen in FreeBSD slices genannt). Eine Begrenzung von nur vier Partitionen ist für grosse Platten sehr beschränkt, so dass eine dieser primären Partitionen als erweiterte Partition eingesetzt wird. Mehrere logische Partitionen können dann innerhalb der erweiterten Partition angelegt werden. Dies mag etwas unhandlich erscheinen und das ist auch der Fall.
Die GUID-Partitionstabelle (GPT) ist eine neuere und einfachere Methode zur Partition einer Festplatte. GPT ist weitaus flexibler als die traditionelle MBR-Partitionstabelle. Geläufige GPT-Implementierungen erlauben bis zu 128 Partitionen pro Platte, was die Notwendigkeit von umständlichen Behelfen wie logische Partitionen eliminiert.
Manche älteren Betriebssysteme wie Windows® XP sind mit dem GPT-Partitionsschema nicht kompatibel. Wenn sich FreeBSD die Platte mit einem solchen Betriebssystem teilen soll, werden MBR Partitionen benötigt.
FreeBSDs Standard-Bootloader benötigt entweder eine primäre oder eine GPT-Partition (lesen Sie dazu Kapitel 13, FreeBSDs Bootvorgang für weitere Informationen zum FreeBSD Bootvorgang). Wenn alle der primären oder GPT-Partitionen bereits in Verwendung sind, muss eine davon für FreeBSD zur Verfügung gestellt werden.
Eine Minimalinstallation von FreeBSD braucht ungefähr 1 GB Plattenplatz. Dies ist jedoch eine sehr minimale Installation, die fast gar keinen freien Speicherplatz übrig lässt. Eine etwas realistischere Minimalangabe sind 3 GB ohne eine graphische Umgebung und 5 GB oder mehr, falls eine graphische Benutzeroberfläche verwendet werden soll. Anwendungen von Drittanbietern benötigt sogar noch mehr Platz.
Eine Vielzahl freier und kommerzieller Werkzeuge zur Veränderung der Partitionsgrössen sind verfügbar. GParted Live ist eine freie Live-CD, die den GParted-Partitionseditor enthält. GParted ist auch in einer Vielzahl von anderen Linux Live-CD Distributionen enthalten.
Anwendungen zur Festplattenpartition kann Daten zerstören. Erstellen Sie eine Vollsicherung und überprüfen Sie deren Integrität bevor Sie die Partitionen auf der Platte verändern.
Die Veränderung der Grösse von Microsoft® Vista-Partitionen kann schwierig sein. Eine Vista Installations-CD-ROM kann hilfreich sein, wenn eine solche Aktion versucht wird.
Ein Windows®-Computer besitzt eine einzelne 40 GB
Platte, die in zwei 20 GB Partitionen aufgeteilt wurde.
Windows® nennt diese C: und
D:. Die C:
Partition enthält 10 GB und the
D: Partition 5 GB an Daten.
Durch kopieren der Daten von D:
nach C: macht die zweite Partition
frei, so dass FreeBSD sie benutzen kann.
Ein Windows®-Computer besitzt eine einzelne 40 GB
Platte und eine grosse Partition, welche die gesamte Platte
einnimmt. Windows® zeigt diese 40 GB Partition als
einzelne C: Partition. 15 GB
Plattenplatz wird verwendet. Das Ziel ist, für Windows®
eine 20 GB Partition einzurichten und eine weitere
20 GB-Partition für FreeBSD bereitzustellen.
Es gibt zwei Wege, dieses Ziel zu erreichen.
Sichern Sie Ihre Windows®-Daten. Installieren Sie dann Windows® neu, indem Sie eine 20 GB-Partition während der Installation anlegen.
Verwenden Sie ein Werkzeug zur Veränderung einer Partition wie GParted, um die Windows®-Partition zu verkleinern und eine neue Partition im freigewordenen Plattenplatz für FreeBSD anzulegen.
Festplattenpartitionen, die unterschiedliche Betriebssysteme enthalten, ermöglichen es, jeweils eines dieser Systeme zu verwenden. Eine andere Methode, die es erlaubt, mehrere Betriebssysteme gleichzeitig einzusetzen, wird in Kapitel 23, Virtualisierung behandelt.
Manche FreeBSD Installationsarten benötigen eine Netzwerkverbindung, um Dateien herunter zu laden. Um zu einem Ethernet-Netzwerk (bzw. Kabel oder DSL-Modem mit einem Ethernet-Anschluss) eine Verbindung herzustellen, wird das Installationsprogramm bestimmte Information zum Netzwerk abfragen.
DHCP wird allgemein verwendet, um automatisch Netzwerkeinstellungen vorzunehmen. Falls DHCP nicht verfügbar ist, müssen diese Netzwerkeinstellungen vom lokalen Netzwerkadministrator oder Provider erfragt werden:
IP-Adresse
Subnetz-Maske
Default-Router IP-Adresse
Domänenname des lokalen Netzwerks
DNS-Server IP-Adresse(n)
Obwohl das FreeBSD Projekt sich bemüht, jede veröffentlichte Version von FreeBSD so stabil wie möglich zu machen, können sich doch gelegentlich Fehler in den Veröffentlichungsprozess einschleichen. In sehr seltenen Fällen betreffen diese Fehler den Installationsvorgang. Wenn diese Probleme entdeckt und behoben sind, werden dazu Hinweise in der FreeBSD Errata auf der FreeBSD Webseite veröffentlicht. Prüfen Sie die Errata vor der Installation, um sicherzustellen, dass es keine Probleme gibt, welche die Installation betreffen.
Informationen und Errata für all diese Veröffentlichungen können über den Abschnitt release information der FreeBSD Webseite abgerufen werden.
Eine FreeBSD-Installation wird durch das starten des Computers mit einer eingelegten FreeBSD-Installations-CD/DVD oder eines USB-Sticks begonnen. Das Installationsprogramm ist kein Programm das aus einem anderen Betriebssystem heraus gestartet werden kann.
Zusätzlich zum Standardinstallationsmedium, welches Kopien von allen FreeBSD-Installationsdateien enthält, gibt es auch eine bootonly-Variante. Ein solches Installationsmedium besitzt keine Kopien der Installationsdateien, jedoch kann es diese während der Installation aus dem Netzwerk nachladen. Die bootonly Installations-CD ist dadurch viel kleiner und reduziert die benötigte Bandbreite während der Installation durch herunterladen der allernötigsten Dateien.
Kopien der FreeBSD-Installationsmedien sind auf der FreeBSD Webseite verfügbar.
Falls Sie bereits eine Kopie von FreeBSD auf CD-ROM, DVD oder USB-Stick besitzen, kann dieser Abschnitt übersprungen werden.
CD und DVD-Images von FreeBSD sind startfähige ISO-Dateien. Nur eine CD oder DVD wird für eine Installation benötigt. Brennen Sie ein ISO-Image auf eine startfähige CD oder DVD mit Hilfe eines CD-Brennprogramms, das für Ihr aktuelles Betriebssystem zur Verfügung steht.
Um einen startfähigen USB-Stick zu erstellen, führen Sie die folgenden Schritte durch:
Das Image für den USB-Stick herunterladen
Das Image für FreeBSD 9.0-RELEASE und
höhere kann von dem ISO-IMAGES/-Verzeichnis unter
ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/releases/ bezogen
werden. Ersetzen Sie jeweils arch/arch/ISO-IMAGES/version/FreeBSD-version-RELEASE-arch-memstick.imgarch
und version mit der Architektur und
der Versionsnummer, die Sie installieren möchten.
Beispielsweise sind die USB-Stick Images für
FreeBSD/i386 9.0-RELEASE verfügbar unter ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/releases/i386/i386/ISO-IMAGES/9.0/FreeBSD-9.0-RELEASE-i386-memstick.img.
Für
FreeBSD 8.X und
frühere Versionen wird ein anderer Pfad
verwendet. Details
für das Herunterladen und Installieren von
FreeBSD 8.X und
frühere werden in Kapitel 2, FreeBSD 8.X (und älter)
installieren behandelt.
Das USB-Stick Image hat die Endung
.img. Das ISO-IMAGES/-Verzeichnis
enthält eine Vielzahl von verschiedenen
Installations-Images und die jeweils benötigte Version
von FreeBSD, sowie in manchen Fällen die
Zielhardware.
Bevor Sie fortfahren, machen Sie Sicherungskopien der Daten auf dem USB-Stick, da die folgende Prozedur alle Daten löscht.
Das Image auf den USB-Stick schreiben
Das Beispiel unten verwendet /dev/da0 als das
Zielgerät, auf welches das Image geschrieben werden
soll. Seien Sie vorsichtig, dass das richtige Gerät
als das Ausgabe benutzt wird oder Sie zerstören
wichtige Daten.
Das Image mit dd(1) schreiben
Die .img-Datei ist
keine gewöhnliche Datei. Es ist
ein Image des kompletten
späteren Inhalts des USB-Sticks. Es kann
nicht einfach wie eine
gewöhnliche Datei kopiert werden, sondern muss direkt
auf das Zielgerät mit dd(1) geschrieben
werden:
# dd if=FreeBSD-9.0-RELEASE-i386-memstick.img of=/dev/da0 bs=64kVersichern Sie sich, dass Sie den korrekten Laufwerksbuchstaben als Ausgabe angeben oder Sie überschreiben und zerstören bestehende Daten.
Image Writer für Windows® herunterladen
Image Writer für Windows® ist eine frei verfügbare Anwendung, welche eine Imagedatei korrekt auf einen SB-Stick schreiben kann. Laden Sie diese von https://launchpad.net/win32-image-writer/ herunter und entpacken Sie sie in einen Ordner.
Das Image mit Image Writer auf den USB-Stick schreiben
Klicken Sie doppelt auf das
Win32DiskImager-Icon, um das
Programm zu starten. Prüfen Sie dabei, dass der
Laufwerksbuchstabe unter
Device dem Gerät
entspricht, in dem sich der USB-Stick befindet. Klicken
Sie auf das Ordnersymbol und wählen Sie das Image
aus, welches auf den USB-Stick geschrieben werden soll.
Um den Image-Dateinamen zu akzeptieren, klicken Sie auf
.
Überprüfen Sie erneut, ob alles stimmt und dass
keine Ordner auf dem USB-Stick in anderen Fenstern
geöffnet sind. Sobald alles bereit ist, klicken Sie
auf , um die
Imagedatei auf den USB-Stick zu schreiben.
Die Installation von Disketten wird nicht mehr unterstützt.
Sie sind jetzt dazu bereit, mit der Installation von FreeBSD zu beginnen.
Es werden durch die Installation keine Änderungen an Ihren Festplatten durchgeführt, so lange Sie nicht die folgende Meldung sehen:
Your changes will now be written to disk. If you have chosen to overwrite existing data, it will be PERMANENTLY ERASED. Are you sure you want to commit your changes?
Die Installation kann vor dieser Warnung zu jeder Zeit abgebrochen werden, ohne dass die Inhalte der Festplatte geändert davon betroffen sind. Falls Sie besorgt sind, dass etwas falsch konfiguriert wurde, schalten Sie einfach den Computer vor diesem Punkt aus und es wird kein Schaden angerichtet.
Falls Sie einen „startfähigen“ USB-Stick einsetzen, wie in Abschnitt 3.3.5, „Die Installationsmedien beschaffen“ beschrieben ist, dann stecken Sie diesen vor dem Anschalten des Computers hinein.
Falls Sie von einer CD-ROM starten, müssen Sie den Computer anschalten und die CD-ROM so bald wie möglich einlegen.
Konfigurieren Sie Ihren Rechner so, dass er entweder von der CD-ROM oder dem USB-Stick startet, abhängig davon, welches Installationsmedium Sie verwenden. Die Konfiguration im BIOS erlaubt es, das Gerät, von dem gestartet werden soll, auszuwählen. Die meisten Systeme erlauben es auch, das Startgerät während des Startvorgangs zu wählen, typischerweise durch drücken von entweder F10, F11, F12 oder Escape.
Falls Ihr Computer wie normal startet und Ihr bestehendes Betriebssystem lädt, befolgen Sie einen der hier aufgeführten Schritte:
Die Medien wurden während des Startvorgangs nicht früh genug eingelegt. Lassen Sie diese wo sie sind und versuchen Sie, den Rechner davon neu zu starten.
Die Änderungen am BIOS haben nicht richtig funktioniert. Sie sollten diese erneut durchführen, um die richtige Option auszuwälen.
Das von Ihnen verwendete BIOS unterstützt das starten vom gewählten Medium nicht. Der Plop Boot Manager kann in diesem Fall verwendet werden, um ältere Computer von CD or USB-Medien zu starten.
FreeBSD wird anfangen zu starten. Falls Sie von CD-ROM starten, werden Sie eine Anzeige ähnlich wie die folgende zu sehen bekommen (Versionsinformationen wurden hier entfernt):
Der FreeBSD-Bootloader wird angezeigt:
Warten Sie entweder zehn Sekunden oder drücken Sie Enter.
Auf den meisten Maschinen können Sie C
auf der Tastatur gedrückt halten, um von der CD zu starten.
Andernfalls, halten Sie
Command+Option+O+F,
oder
Windows+Alt+O+F
auf nicht-Apple® Tastaturen gedrückt. Geben Sie an der
0 >-Eingabeaufforderung folgendes ein:
boot cd:,\ppc\loader cd:0Für Xserves ohne Tastatur, lesen Sie Apple®s Support Webseite über das starten in die Open Firmware.
Die meisten SPARC64®-Systeme sind so eingerichtet, dass diese automatisch von CD starten. Um FreeBSD zu installieren, müssen Sie über das Netzwerk oder von einer CD-ROM starten, was es nötig macht, in die PROM OpenFirmware einzubrechen.
Um dies zu tun, starten Sie das System neu und warten Sie bis die Startmeldungen erscheinen. Abhängig vom Modell sollte dies in etwa folgendermaßen aussehen:
Falls Ihr System damit fortfährt, von diesem Zeitpunkt
an von Platte zu starten, müssen Sie L1+A
oder Stop+A
auf der Tastatur eingeben oder ein
BREAK-Kommando (indem Sie z.B.
~# in tip(1) oder cu(1) absetzen)
über die serielle Konsole senden, um zur PROM
Befehlszeile zu gelangen. Es sieht dann so aus:
Dies ist die Eingabeaufforderung, welche auf Systemen mit nur einer CPU verwendet wird. | |
Dies ist die Eingabeaufforderung auf SMP-Systemen. Die Zahl gibt die Nummer der aktiven CPU an. |
An dieser Eingabeaufforderung angekommen, legen Sie nun
die CD-ROM in Ihr Laufwerk und geben Sie
boot cdrom ein.
Die letzten hundert Zeilen, die am Bildschirm angezeigt wurden, sind gespeichert worden und können erneut abgerufen werden.
Um diesen Puffer anzusehen, drücken Sie Scroll Lock. Das bewirkt, dass Sie die Bildschirmanzeige hoch und runter bewegen (scrollen) können. Sie können dann die Pfeiltasten oder PageUp und PageDown benutzen, um die Meldungen zu sehen. Drücken Sie Scroll Lock erneut, um das scrollen zu stoppen.
Tun Sie dies jetzt, um den Text, der aus den Bildschirm gelaufen ist, als der Kernel die Geräteerkennung durchgeführt hat, erneut zu prüfen. Sie werden einen Text ähnlich zu Abbildung 3.2, „Typical Device Probe Results“ sehen, obwohl sich der genaue Text, abhängig von den Geräten in Ihrem Computer, unterscheiden wird.
Prüfen Sie die Ergebnisse der Geräteerkennung genau,
um sicher zu stellen, dass FreeBSD alle Geräte, die Sie
erwarten, auch gefunden hat. Falls ein Gerät nicht gefunden
wurde, wird es auch nicht aufgelistet. Kernelmodule erlauben es,
Unterstützung für Geräte, die nicht im
GENERIC-Kernel vorhanden sind,
hinzuzufügen.
Nach der Geräteerkennungsprozedur, werden Sie Abbildung 3.3, „Auswahl der Verwendung des Installationsmediums“ sehen. Das Installationsmedium kann auf drei Arten verwendet werden: um FreeBSD zu installieren, als eine "live CD" oder um einfach eine FreeBSD-Shell zu öffnen. Benutzen Sie die Pfeiltasten, um eine Option auszuwählen und druücken Sie Enter zum bestätigen.
Wählen Sie hier , gelangen Sie in das Installationsprogramm.
bsdinstall ist ein textbasiertes FreeBSD Installationsprogramm, geschrieben von Nathan Whitehorn und im Jahr 2011 für FreeBSD 9.0 vorgestellt wurde.
Kris Moores pc-sysinstall ist in PC-BSD enthalten und kann ebenfalls verwendet werden, um FreeBSD zu installieren. Obwohl es manchmal mit bsdinstall verwechselt wird, sind die beiden Programme nicht miteinander verwandt.
Das bsdinstall Menüsystem wird durch die Pfeiltasten gesteuert, Enter, Tab, Space und andere Tasten.
Abhängig davon, welche Systemkonsole verwendet wird, fragt bsdinstall am Anfang ab, ob eine nicht-Standard Tastaturbelegung festgelegt werden soll.
Wenn ausgewählt wird, wird der folgende Tastaturauswahlbildschirm angezeigt. Andernfalls wird dieser Auswahlbildschirm nicht gezeigt und eine Standardtastaturbelegung genutzt.
Wählen Sie die Tastenbelegung, die Ihrer am System angeschlossenen Tastatur am nächsten kommt, indem Sie die Pfeiltasten Hoch/Runter verwenden und anschliessend Enter drücken.
Durch drücken von Esc wird die Standardbelegung eingestellt. ist eine sichere Option, falls Sie sich unsicher sind, welche Auswahl Sie treffen sollen.
Als nächstes fragt Sie bsdinstall nach dem Rechnernamen, der in dem neu zu installierenden System verwendet werden soll.
Der eingegebene Rechnername sollte ein voll-qualifizierter
Rechnername sein, so wie z.B. machine3.example.com
Im nächsten Schritt fragt Sie bsdinstall, die optionalen Komponenten für die Installation auszuwählen.
Die Entscheidung, welche Komponenten auszuwählen sind, hängt grösstenteils davon ab, für was das System künftig eingesetzt werden soll und der zur Verfügung stehende Plattenplatz. Der FreeBSD-Kernel und die Systemprogramme (zusammengenommen auch als „Basissystem“ bezeichnet) werden immer installiert.
Abhängig vom Typ der Installation, werden manche dieser Komponenten nicht erscheinen.
doc - Zusätzliche Dokumentation,
meistens eher von historischem Interesse. Dokumentation, wie
Sie vom FreeBSD Dokumentationsprojekt bereitgestellt wird, kann
zu einem späteren Zeitpunkt noch installiert
werden.
games - Mehrere traditionelle
BSD-Spiele, sowohl fortune,
rot13 und andere.
lib32 -
Kompatibilitäts-Bibliotheken, um 32-bit Anwendungen auf
der 64-bit Version von FreeBSD laufen zu lassen.
ports - Die FreeBSD Ports-Sammlung.
Die Ports-Sammlung stellt eine einfache und praktische Art dar, Software zu installieren. Die Ports-Sammlung enthält nicht den nötigen Quellcode, um die Software zu erstellen. Stattdessen handelt es sich um einen Sammlung von Dateien, die das herunterladen, erstellen und installieren von Drittanbietersoftware automatisiert. Kapitel 5, Installieren von Anwendungen: Pakete und Ports behandelt die Verwendung der Ports-Sammlung.
Das Installationsprogramm prüft nicht, ob genügend Plattenplatz zur Verfügung steht. Wählen Sie diese Option nur, wenn Sie über ausreichend Festplattenspeicher verfügen. Seit FreeBSD 9.0, nimmt die Ports-Sammlung etwa ports.size; Plattenplatz ein. Sie können für neuere Versionen von FreeBSD einen grösseren Wert annehmen.
src - Quellcode für das System.
FreeBSD wird mit allen Quellen für den Kernel und die Systemprogramme ausgeliefert. Obwohl dies für die meisten Anwendungen nicht benötigt wird, kann es doch für manche Software, die als Quellcode verbreitet wird (beispielsweise Gerätetreiber oder Kernelmodule), oder um an FreeBSD selbst mitzuentwickeln, notwendig sein.
Der komplette Quellcodebaum benötigt 1 GB Plattenplatz und um das gesamte Betriebssystem neu zu erstellen, werden zusätzliche 5 GB Platz benötigt.
Die bootonly-Installationsmedien enthält keine Kopien der Installationsdateien. Wenn eine bootonly-Installationsmethode verwendet wird, müssen die Dateien über eine Netzwerkverbindung übertragen werden, sobald diese benötigt werden.
Nachdem die Netzwerkverbindung wie in Abschnitt 3.9.2, „Die Netzwerkschnittstelle konfigurieren“ konfiguriert wurde, kann ein Spiegelserver ausgewählt werden. Spiegelserver dienen zur Zwischenspeicherung von Kopien der FreeBSD-Dateien. Wählen Sie einen Spiegelserver, welcher in der gleichen Region auf der Welt beheimatet ist, wie der Computer, auf dem FreeBSD installiert werden soll. Dateien können so viel schneller übertragen werden, wenn der Spiegelserver sich n¨her am Zielcomputer befindet und die Installationszeit wird somit reduziert.
Die Installation wird auf die gleiche Weise fortfahren, als würden die Installationsdateien auf einem lokalen Medium vorliegen.
Es gibt drei Arten, Plattenplatz für FreeBSD zur Verfügung zu stellen. Geführte Partitionierung richtet Partitionen automatisch ein, während manuelle Partitionierung es fortgeschrittenen Anwendern erlaubt, selbstgewählte Partitionen zu erzeugen. Schliesslich gbt es noch die Option eine Shell zu starten, auf der Kommandozeilenprogramme wie gpart(8), fdisk(8) und bsdlabel(8) direkt ausgeführt werden können.
Sollten mehrere Platten angeschlossen sein, wählen Sie diejenige aus, auf der FreeBSD installiert werden soll.
Die gesamte Festplatte oder nur ein Teil davon kann für FreeBSD verwendet werden. Ein allgemeines Partitionslayout, das die gesamte Platte einnimmt wird erstellt, wenn ausgewählt wird. Durch die Wahl von wird ein Partitionslayout im unbenutzten Speicherplatz der Platte eingerichtet.
Nachdem das Partitionslayout nun erstellt wurde, sollten Sie es danach noch einmal auf Korrektheit prüfen. Sollten Sie einen Fehler gemacht haben, können Sie durch Auswahl von wieder die ursprünglichen Partitionen setzen oder durch die automatischen FreeBSD Partitionen wiederherstellen. Partitionen können manuell erstellt, geändert oder gelöscht werden. Sollte die Partitionierung richtig sein, wählen Sie aus, um mit der Installation fortzufahren.
Manuelle Partitionierung führt Sie direkt zum Partitionseditor.
Durch hervorheben einer Platte (in diesem Fall
ada0) und die Auswahl von
, wird ein Menü
zur Wahl des Partitionierungsschemas
angezeigt.
GPT-Partitionierung ist normalerweise die passendste Auswahl für PC-kompatible Rechner. Ältere PC Betriebssysteme, die nicht mit GPT kompatibel und benötigen stattdessen MBR-Partitionen. Die anderen Partitionsschemata werden für gewöhnlich für ältere Computersysteme benutzt.
| Abkürzung | Beschreibung |
|---|---|
| APM | Apple Partition Map, von PowerPC® Macintosh® verwendet. |
| BSD | BSD-Labels ohne einen MBR, manchmal auch "dangerously dedicated mode" genannt. Lesen Sie dazu bsdlabel(8). |
| GPT | GUID Partition Table. |
| MBR | Master Boot Record. |
| PC98 | MBR-Variante, verwendet von NEC PC-98 Computern. |
| VTOC8 | Volume Table Of Contents, von Sun SPARC64 und UltraSPARC Computern verwendet. |
Nachdem das Partitionierungsschema ausgewählt und erstellt wurde, werden durch erneute Auswahl von neue Partitionen erzeugt.
Eine FreeBSD-Standardinstallation mit GPT legt mindestens die folgenden drei Partitionen an:
freebsd-boot - FreeBSD-Bootcode. Diese
Partition muss die erste auf der Festplatte sein.
freebsd-ufs - Ein FreeBSD
UFS-Dateisystem.
freebsd-swap - FreeBSD Auslagerungsbereich
(swap space).
Mehere Dateisystempartitionen können benutzt werden und
manche Leute ziehen es vor, ein traditionelles Layout mit
getrennten Partitionen für die Dateisysteme
/, /var,
/tmp und
/usr zu erstellen. Lesen Sie dazu
Beispiel 3.3, „Ein traditionelles, partitioniertes Dateisystem
erstellen“, um ein
Beispiel zu erhalten.
Lesen Sie gpart(8) für eine vollständige Liste von verfügbaren GPT-Partitionstypen.
Grössenangaben können mit gängigen Abkürzungen eingegeben werden: K für Kilobytes, M für Megabytes oder G für Gigabytes.
Korrekte Sektorausrichtung ermöglicht grösstmögliche Geschwindigkeit und das Anlegen von Partitionsgrössen als vielfaches von 4K-Bytes hilft, die passende Ausrichtung auf Platten mit entweder 512-Bytes oder 4K-Bytes Sektorgrössen, festzulegen. Generell sollte die Verwendung von Partitionsgrössen, die sogar vielfache von 1M oder 1G sind, den einfachsten Weg darstellen, um sicher zu stellen, dass jede Partition an einem vielfachen von 4K beginnt. Eine Ausnahme gibt es: momentan sollte die freebsd-boot-Partition aufgrund von Beschränkungen im Bootcode nicht grösser sein als 512K.
Ein Einhägepunkt wird benötigt, falls diese
Partition ein Dateisystem enthält. Falls nur eine einzelne
UFS-Partition erstellt wird, sollte der Einhängepunkt
/ lauten.
Ein label wird ebenfalls benötigt.
Ein Label ist ein Name, durch den diese Partition angesprochen
wird. Festplattennamen oder -nummern können sich
ändern, falls die Platte einmal an einem anderen Controller
oder Port angeschlossen sein sollte, doch das Partitionslabel
ändert sich dadurch nicht. Anstatt auf Plattennamen und
Partitionsnummern in Dateien wie /etc/fstab
zu verweisen, sorgen Labels dafür, dass das System
Hardwäreänderungen eher toleriert. GPT-Labels
erscheinen in /dev/gpt/, wenn eine Platte
angeschlossen wird. Andere Partitionierungsschemas besitzen
unterschiedliche Fähigkeiten, Labels zu verwenden und diese
erscheinen in anderen
/dev/-Verzeichnissen.
Vergeben Sie ein einzigartiges Label auf jedem Dateisystem um Konflikte mit identischen Labels zu verhindern. Ein paar Buchstaben des Computernamens, dessen Verwendungszweck oder Ortes kann dem Label hinzugefügt werden. Beispielsweise "labroot" oder "rootfs-lab" für die UFS root-Partition auf einem Laborrechner.
Für ein traditionelles Partitionslayout, in dem sich
/, /var,
/tmp und /usr in
getrennten Partitionen befinden sollen, erstellen Sie ein
GPT-Partitionsschema und anschliessend die Partitionen selbst.
Die gezeigten Partitionsgrössen sind typisch für eine
Festplatte von 20 G. Falls mehr Platz verfügbar ist,
sind grössere Swap oder
/var-Partitionen nützlich. Den hier
gezeigten Beschreibungen sind bsp für
"Beispiel" vorangestellt, jedoch sollten Sie andere, einzigartige
Beschreibungen verwenden, wie oben beschrieben.
| Partitionstyp | Grösse | Eingehängt als | Beschreibung |
|---|---|---|---|
freebsd-boot | 512K | ||
freebsd-ufs | 2G | / | bsprootfs |
freebsd-swap | 4G | bspswap | |
freebsd-ufs | 2G | /var | bspvarfs |
freebsd-ufs | 1G | /tmp | bsptmpfs |
freebsd-ufs | Akzeptieren Sie die Standardeinstellungen (Rest der Platte) | /usr | bspusrfs |
Nachdem die selbstgewählten Partitionen erzeugt wurden, wählen Sie , um mit der Installation fortzusetzen.
Dies ist die letzte Chance, die Installation abzubrechen, ohne Änderungen an den Festplatten vorzunehmen.
Wählen Sie und drücken Sie Enter, um fortzufahren. Fall noch Änderungen zu machen sind, wählen Sie , um zum Partitionseditor zurück zu gelangen. Mittels wird das Installationsprogramm beendet, ohne Änderungen an den Festplatten durchzuführen.
Die Installationsdauer hängt von den gewählten Distributionen, dem Installationsmedium und der Geschwindigkeit des Computers ab. Eine Reihe von Nachrichten werden angezeigt, um den Fortschritt darzustellen.
Zuerst wird das Installationsprogramm die Partitionen auf die
Platte schreiben und den Befehl newfs
ausführen, um die Partitionen zu initialisieren.
Falls Sie eine Netzwerkinstallation vornehmen, wird bsdinstall dann mit dem herunterladen der benötigten Distributionsdateien fortfahren.
Als nächstes wird die Integrität der Distributionsdateien überprüft, um sicherzustellen, dass diese während des Ladevorgangs nicht beschädigt oder unsauber vom Installationsmedium gelesen wurden.
Zum Schluss werden die überprüften Distributionsdateien auf die Festplatte entpackt.
Sobald alle benötigten Distributionsdateien entpackt wurden, wird bsdinstall direkt mit den Arbeiten nach der Installation fortsetzen (siehe Abschnitt 3.9, „Arbeiten nach der Installation“).
Die Konfiguration von verschiedenen Optionen folgt auf eine erfolgreiche FreeBSD-Installation. Eine solche Option kann durch das erneute betreten der Konfigurationsoptionen aus dem letzten Menü vor dem Neustart in das gerade installierte FreeBSD-System angepasst werden.
Das root-Password muss gesetzt werden.
Wichtig ist dabei zu wissen, dass die eingegebenen Zeichen nicht
auf dem Bildschirm angezeigt werden. Nachdem das Passwort
eingegeben wurde, muss es zur Bestätigung erneut eingetippt
werden. Damit werden auch Tippfehler verhindert.
Nachdem das Passwort erfolgreich gesetzt wurde, wird die Installation nun fortgesetzt.
Die Netzwerkkonfiguration wird übersprungen, falls dies bereits als Teil der bootonly durchgeführt worden ist.
Eine Liste aller gefundenen Netzwerkschnittstellen, die auf diesem Computer gefunden wurden, wird als nächstes angezeigt. Wählen Sie davon eine aus, um diese zu konfigurieren.
Sollte eine drahtlose Netzwerkverbindung ausgewählt worden sein, müssen WLAN-Identifikation und Sicherheitsparameter nun eingegeben werden, um die Verbindung mit dem Netzwerk herzustellen.
Drahtlose Netzwerke werden durch einen Service Set Identifier oder auch SSID genannt, identifiziert. Der SSID ist ein kurzer, eindeutiger Namen, der für jedes Netzwerk vergeben wird.
Die meisten drahtlosen Netzwerke verschlüsseln die übertragenen Daten, um die Information darin vor unautorisiertem Zugriff zu schützen. Die Verwendung von WPA2-Verschlüsselung wird empfohlen. Ältere Verschlüsselungstypen, wie WEP, bieten nur sehr wenig Sicherheit.
Der erste Schritt des Verbindungsaufbaus ist das drahtlose Netzwerk nach drahtlosen Zugriffspunkten (access points) zu scannen.
SSIDs, die während des scannens gefunden wurden, werden aufgelistet, gefolgt von einer Beschreibung der Verschlüsselungsarten, die für dieses Netzwerk verfügbar sind. Falls die gewünschte SSID nicht in der Liste auftaucht, wählen Sie , um erneut einen Scanvorgang durchzuführen. Falls dann das gewünschte Netzwerk immer noch nicht erscheint, überprüfen Sie Ihre Antenne auf Verbindungsprobleme oder versuchen Sie, näher an den Access point zu gelangen. Scannen Sie erneut nach jeder vorgenommenen Änderung.
Die Verschlüsselungsinformationen, um sich mit dem Netzwerk zu verbinden, werden nach der Auswahl des Netzwerks eingegeben. Mit WPA2 wird nur ein Passwort (auch bekannt als Pre-Shared Key oder PSK) benötigt. Zeichen, die in die Eingabebox getippt werden, erscheinen aus Sicherheitsgründen als Sternchen.
Die Netzwerkkonfiguration wird fortgesetzt, nachdem das drahtlose Netzwerk und die Verbindungsinformationen eingegeben wurden.
Wählen Sie, ob Sie ein IPv4-Netzwerk verwenden möchten. Dies ist der am häufigsten vorkommende Typ einer Netzwerkverbindung.
Es gibt zwei Arten, ein IPv4-Netzwerk zu konfigurieren. DHCP wird automatisch die Netzwerkschnittstelle richtig konfigurieren und sollte als bevorzugte Methode verwendet werden. Statische Konfiguration erfordert die manuelle Eingabe von Netzwerkinformationen.
Geben Sie keine zufällig gewählten Netzwerkinformationen ein, da dies nicht funktionieren wird. Holen Sie sich die in Abschnitt 3.3.3, „Netzwerkparameter ermitteln“ gezeigten Informationen von Ihrem Netzwerkadministrator oder Serviceprovider.
Falls ein DHCP-Server zur Verfügung steht, wählen Sie , um die Netzwerkschnittstelle automatisch einrichten zu lassen.
Statische Konfiguration der Netzwerkschnittstelle erfordert die die Eingabe einiger IPv4-Informationen.
IP-Adresse - Die manuell festgelegte
IPv4-Adresse, welche diesem Computer zugewiesen werden soll.
Diese Adresse muss eindeutig sein und darf von keinem
anderen Gerät im lokalen Netzwerk bereits verwendet
werden.
Subnetzmaske - Die Subnetzmaske, die
im lokalen Netzwerk Verwendung findet. Typischerweise ist
dies 255.255.255.0.
Defaultrouter - Die IP-Adresse des
Defaultrouters in diesem Netzwerk. Normalerweise ist das
die Adresse des Routers oder einer anderen
Netzwerkkomponente, die das lokale Netzwerk mit dem Internet
verbindet. Auch bekannt als das
Default Gateway.
IPv6 ist eine neuere Methode der Netzwerkkonfiguration. Falls IPv6 verfügbar ist und verwendet werden soll, wählen Sie aus.
IPv6 besitzt ebenfalls zwei Arten der Konfiguration. SLAAC, oder StateLess Address AutoConfiguration, wird die Netzwerkschnittstelle automatisch richtig konfigurieren. Statische Konfiguration verlangt die manuelle Eingabe von Netzwerkinformationen.
SLAAC erlaubt es einer IPv6-Netzwerkkomponente, die Information zur automatischen Konfiguration von einem lokalen Router abzufragen. Lesen Sie RFC4862 für weitere Informationen.
Statische Konfiguration der Netzwerkschnittstelle benötigt die Eingabe von IPv6-Konfigurationsinformationen.
IPv6-Adresse - The manuell
zugewiesene IP-Adresse, welche dem
Computer zugeteilt werden soll. Diese Adresse muss
eindeutig sein und nicht bereits von einer anderen
Netzwerkkomponente im lokalen Netzwerk verwendet
werden.
Defaultrouter - Die IPv6-Adresse des
Defaultrouters in diesem Netzwerk. Normalerweise ist dies
die Adresse des Routers oder einer anderen
Netzwerkkomponente, welche das lokale Netz mit dem Internet
verbindet. Auch bekannt als
Default Gateway.
Der Domain Name System (oder auch DNS) Auflöser wandelt Hostnamen von und zu Netzwerkadressen um. Falls DHCP oder SLAAC verwendet wurde, um die Netzwerkschnittstelle zu konfigurieren, ist die Konfiguration für den Auflöser möglicherweise bereits vorhanden. Andernfalls geben Sie den lokalen Netzwerkdomänennamen in das Suchfeld ein. DNS #1 und DNS #2 sind die IP-Adressen der lokalen DNS-Server. Zumindest ein DNS-Server wird benötigt.
Das Setzen der Zeitzone für Ihre Maschine erlaubt es, diese auf regionale Zeitveränderungen hin anzupassen und um andere zeitzonenbezogene Funktionen richtig durchzuführen.
Das hier Beispiel gezeigte Beispiel bezieht sich auf einen Rechner in der östlichen Zeitzone der Vereinigten Staaten. Ihre Auswahl wird von Ihrer geographischen Position davon abweichen.
Wählen Sie oder , abhängig davon, wie die Rechneruhr konfiguriert ist und drücken Sie dann Enter. Wenn Sie nicht wissen, ob Ihr System UTC oder lokale Zeit verwendet, wählen Sie , um die am häufigsten verwendete lokale Zeit zu setzen.
Das passende Gebiet wird durch die Pfeiltasten und das anschliessende druücken von Enter gewählt.
Wählen Sie das zutreffende Land mit den Pfeiltasten und durch anschliessendes drücken von Enter aus.
Die passende Zeitzone wird durch die Pfeiltasten und anschliessendes drücken von Enter ausgewählt.
Bestätigen Sie, dass die Abkürzung für die Zeitzone richtig ist. Wenn Ihnen diese richtig erscheint, drücken Sie Enter, um mit dem Rest der Konfiguration nach der Installation fortzufahren.
Zusätzliche Systemdienste, die zur Startzeit aktiviert werden sollen, können eingeschaltet werden. All diese Dienste sind optional.
sshd - Secure Shell (SSH)-Dienst für sicheren
Fernzugriff.
moused - Sorgt für
Mausunterstützung innerhalb der Systemkonsole.
ntpd - Network Time Protocol (NTP)-Dienst zur
automatischen Uhrzeitsynchronisation.
powerd -
Systemleistungskontrollwerkzeug zur Leistungsregelung und
für Stromsparfunktionen.
bsdinstall wird Sie fragen, ob die Absturzaufzeichnung auf dem Zielsystem aktiviert werden soll. Die Aktivierung von Absturzaufzeichnungen kann sehr nützlich sein, um Systemfehler aufzuspüren, deswegen wird Anwendern empfohlen, diese so oft wie möglich einzusetzen. Wählen Sie , um Absturzaufzeichnungen zu aktivieren oder , um ohne die Aufzeichnung von Abstürzen fortzufahren.
Das hinzufügen von mindestens einem Benutzer während
der Installaton erlaubt das Benutzen des Systems ohne als
root-Benutzer angemeldet zu sein. Wenn man
als root angemeldet ist, gibt es so gut wie
keine Beschränkungen oder Schutz vor dem, was man tun kann.
Anmeldenals normaler Benutzer ist daher sicherer und bietet mehr
Schutz.
Wählen Sie , um neue Benutzer hinzuzufügen.
Geben Sie die nötigen Informationen für den Benutzer ein, der dem System hinzugefügt werden soll.
Username - Der Name des Benutzers, den
man zur Anmeldung eingeben muss. Typischerweise der erste
Buchstabe des Vornamens, gefolgt vom Nachnamen.
Full name - Der volle Name des
Benutzers.
Uid - User ID. Normalerweise wird dieses
Feld leer gelassen, so dass das System einen Wert
vergibt.
Login group - Die Benutzergruppe.
Normalerweise bleibt dieses Feld leer, um die Standardgruppe zu
akzeptieren.
Invite - Zusätzliche Gruppen zu denen der
Benutzer als Mitglied hinzugefügt werden soll.user into
other groups?
Login class - In der Regel bleibt dieses
Feld leer.
Shell - Die interaktive Shell für
diesen Benutzer. In diesem Beispiel wurde csh(1)
ausgewält.
Home directory - Das Heimatverzeichnis
des Benutzers. Die Vorgabe ist für gewöhnlich
richtig.
Home directory permissions -
Zugriffsrechte auf das Heimatverzeichnis des Benutzers. Die
Vorgabe ist normalerweise die passende.
Use password-based authentication?
Normalerweise "yes".
Use an empty password? -
Normalerweise "no".
Use a random password? - Normalerweise
"no".
Enter password - Das Passwort f¨r
diesem Benutzer. Eingegebene Zeichen werden nicht am Bildschirm
angezeigt.
Enter password again - Das Passwort muss
zur Überprüfung erneut eingegeben werden.
Lock out the account after creation?
- Normalerweise "no".
Nachdem alles eingegeben wurde, wird eine Zusammenfassung
angezeigt und das System fragt Sie, dies so korrekt ist. Falls ein
Eingabefehler gemacht wurde, geben Sie no ein und
versuchen es erneut. Falls alles in Ordnung ist, drücken Sie
yes, um den neuen Benutzer anzulegen.
Falls es mehr Benutzer hinzuzufügen gibt, beantworten Sie
die Frage "Add another user?" mit yes. Geben
Sie no ein, wird das hinzufügen von
Benutzern beendet und die Installation fortgesetzt.
Für weitere Informationen zum hinzufügen von Benutzern und deren Verwaltung, lesen Sie Kapitel 14, Benutzer und grundlegende Account-Verwaltung.
Nachdem alles installiert und konfiguriert wurde, bekommen Sie noch eine letzte Chance, um Einstellungen zu verändern.
Verwenden Sie dieses Menü, um noch letzte Änderungen oder zusätzliche Konfigurationen vor dem Abschliessen der Installation zu tätigen.
Add User - Beschrieben in Abschnitt 3.9.6, „Benutzer hinzufügen“.
Root Password - Beschrieben in Abschnitt 3.9.1, „Setzen des root-Passworts“.
Hostname - Beschrieben in Abschnitt 3.5.2, „Den Rechnernamen festlegen“.
Network - Beschrieben in Abschnitt 3.9.2, „Die Netzwerkschnittstelle konfigurieren“.
Services - Beschrieben in Abschnitt 3.9.4, „Zu aktivierende Dienste auswählen“.
Time Zone - Beschrieben in Abschnitt 3.9.3, „Setzen der Zeitzone“.
Handbook - Herunterladen und installieren
des FreeBSD Handbuchs (welches Sie gerade lesen).
Nachdem die lezten Konfigurationsschritte beendet sind, wählen Sie , um die Installation zu verlassen.
bsdinstall wird nach zusätzlichen Konfigurationen, die noch zu tätigen sind, fragen, bevor in das neue System gebootet wird. Wählen Sie , um in eine Shell innerhalb des neuen Systems zu wechseln oder , um mit dem letzten Schritt der Installation zu beginnen.
Wenn weitere Konfigurationen oder besondere Einstellungen benötigt werden, kann durch auswählen von das Installationsmedium im Live CD Modus gestartet werden.
Wenn die Installation vollständig ist, wählen Sie , um den Computer neu zu starten und das neu installierte FreeBSD-System zu booten. Vergessen Sie nicht, die FreeBSD Installations-CD, -DVD oder den USB-Stick zu entfernen, oder der Computer wird erneut davon starten.
Wenn FreeBSD startet, werden viele Informationsmeldungen ausgegeben. Die meisten davon werden aus dem Bildschirm verschwinden, das ist normal. Nachdem das System den Startvorgang abgeschlossen hat, wird eine Anmeldeaufforderungen angezeigt. Um Nachrichten, die aus dem Bildschirm gelaufen sind, zu sehen, aktivieren Sie durch drücken von Scroll-Lock den scroll-back buffer. Die Tasten PgUp, PgDn und die Pfeiltasten dienen zur Navigation durch die Nachrichten. Durch erneutes drücken von Scroll-Lock wird der Bildschirm wieder entsperrt und kehrt zur normalen Anzeige zurück.
Am login:-Bildschirm geben Sie den
Benutzernamen ein, den Sie während der Installation
angelegt haben, in diesem Fall ist das
asample. Vermeiden Sie die Anmeldung als
root, ausser wenn es wirklich
notwendig ist.
Der oben beschriebene scroll-back buffer ist in der
Grösse beschränkt, somit werden vielleicht nicht alle
Nachrichten sichtbar sein. Nach dem Anmelden können die
meisten davon aus der Kommandozeile aus durch eingabe von
dmesg | less betrachtet werden. Durch
drücken von q kehren Sie wieder zur
Kommandozeile zurück.
Typische Startmeldungen (Versionsinformationen wurden hier weggelassen):
Das Generieren der RSA- und DSA-Schlüssel kann auf langsameren Rechnern einige Zeit benötigen. Dies geschieht nur während der Startphase einer neuen Installation und auch nur, wenn sshd zum automatischen Start gesetzt ist. Die nachfolgenden Startvorgänge werden schneller sein.
FreeBSD installiert standardmässig keine graphische Umgebung, jedoch stehen viele zur Verfügung. Lesen Sie Kapitel 6, Das X-Window-System für weitere Informationen.
Das korrekte herunterfahren eines FreeBSD-Computers hilft, beugt
dem Datenverlust vor und schützt sogar die Hardware vor
Schäden. Schalten Sie nicht einfach den Strom ab. Wenn der
Benutzer ein Mitglied der wheel-Gruppe ist,
können Sie zum Superuser durch die Eingabe von
su und der anschliessenden Eingabe des
Passworts von root werden. Andernfalls
melden Sie sich mit root an und verwenden den
Befehl shutdown -p now. Das System wird jetzt
sauber heruntergefahren und den Rechner ausschalten.
Die Ctrl+Alt+Del Kombination kann verwendet werden, um das System neu zu starten, jedoch wird dies nicht während des normalen Betriebs empfohlen.
Der folgende Abschnitt behandelt einfache Fehlerbehebungen für die Installation, wie beispielsweise häufig auftretende Fehler, die von Anwendern berichtet wurden.
Wegen verschiedener Limitierungen der PC-Architektur ist es unmöglich dass die Geräteerkennung 100% verlässlich funktioniert. Jedoch gibt es ein paar Dinge, die man tun kann, wenn es fehlschlägt.
Überprüfen Sie das Dokument Hardware Notes nach Ihrer Version von FreeBSD, um sicher zu stellen, dass Ihre Hardware auch unterstützt wird.
Wenn Ihre Hardware unterstützt wird und Sie immer noch
Abstürze oder andere Probleme erleben, müssen Sie einen
eigenen Kernel bauen. Das
wird Ihnen erlauben, Unterstützung für Geräte, die
im GENERIC-Kernel nicht vorhanden sind,
hinzuzufügen. Der Kernel auf den Bootmedien ist mit der
Annahme konfiguriert, dass die Hardwaregeräte sich in Ihren
Fabrikeinstellungen in Bezug auf IRQs, I/O-Adressen und
DMA-Kanälen befinden. Wenn Ihre Hardware neu konfiguriert
wurde, werden Sie möglicherweise die Konfiguration des
Kernels bearbeiten und diesen neu erstellen müssen, um FreeBSD
mitzuteilen, wo es gewisse Dinge zu finden hat.
Es ist auch möglich, dass ein fehlerhaft erkanntes Gerät die Erkennung eines vorhandenen, späteren Geräts ebenfalls fehlschlagen lässt. In diesem Fall sollte die Erkennung des fehlerhaften Gerätetreibers deaktiviert werden.
Manche Installationsprobleme können Aktualisierung der Firmware auf verschiedenen Hardwarekomponenten verhindert oder verringert werden, meistens am Mainboard. Mit Mainboard-Firmware ist für gewöhnlich das BIOS gemeint. Die meisten Mainboard- und Computerhersteller haben eine Webseite mit Aktualisierungen und Informationen zur Durchführung.
Hersteller raten meist von einer Aktualisierung des Mainboard-BIOS ab, ausser es gibt einen guten Grund dafür, wie beispielsweise eine kritische Aktualisierung. Der Aktualisierungsvorgang kann schiefgehen, was das BIOS unvollständig macht und den Computer nicht mehr starten lässt.
3.10.2.1. | Mein System hängt während die Geräteerkennung beim Starten durchgeführt wird oder verhält sich merkwürdig während der Installation. |
FreeBSD macht starken Gebrauch vom ACPI-Dienst des Systems
auf den i386-, amd64-, and ia64-Platformen, um den System
bei der Konfiguration während des Startvorgangs zu
helfen. Leider existieren immer noch Fehler im
ACPI-Treiber, in den Mainboards und der
BIOS-Firmware. ACPI kann durch setzen
der Einstellung set hint.acpi.0.disabled="1"Dies wird nach jedem Neustart des Systems wieder
zurückgesetzt, also ist es notwendig, die Zeile
|
Das folgende Kapitel umfasst die grundlegenden Kommandos und Funktionsweisen des Betriebssystems FreeBSD. Viel von dem folgenden Material gilt auch für jedes andere UNIX®-artige System. Falls Sie mit dem Material schon vertraut sind, können Sie dieses Kapitel überlesen. Wenn FreeBSD neu für Sie ist, dann sollten Sie dieses Kapitel auf jeden Fall aufmerksam lesen.
Dieser Abschnitt behandelt die folgenden Themen:
virtuelle Konsolen,
Zugriffsrechte unter UNIX® sowie Datei-Flags unter FreeBSD,
Zugriffskontrolllisten für Dateisysteme,
die Verzeichnisstruktur von FreeBSD,
Organisation von Dateisystemen unter FreeBSD,
Ein- und Abhängen von Dateisystemen,
Prozesse, Dämonen und Signale,
Shells und die Login-Umgebung,
Texteditoren,
Geräte und Gerätedateien,
Binärformate unter FreeBSD und
wie Sie in den Manualpages nach weiteren Informationen suchen können.
Sie können FreeBSD mit einem Terminal benutzen, der nur Text darstellen kann. Wenn Sie FreeBSD auf diese Weise benutzen, stehen Ihnen alle Möglichkeiten eines UNIX® Betriebssystems zur Verfügung. Dieser Abschnitt beschreibt was Terminals und Konsolen sind und wie sie unter FreeBSD eingesetzt werden.
Wenn Ihr FreeBSD-System ohne eine graphische Benutzeroberfläche startet, wird am Ende des Systemstarts, nachdem die Startskripten gelaufen sind, ein Anmeldeprompt ausgegeben. Die letzten Startmeldungen sollten ähnlich wie die Folgenden aussehen:
Beachten Sie die letzten beiden Zeilen der Ausgabe, die vorletzte lautet:
Diese Zeile enthält einige Informationen über das
gerade gestartete System. Die Ausgabe stammt von der
FreeBSD-Konsole einer Maschine mit einem Intel oder
Intel-kompatiblen Prozessor der x86-Architektur[1]. Der Name des Systems (jedes UNIX® System besitzt
einen Namen) ist pc3.example.org und die Ausgabe
stammt von der Systemkonsole, dem Terminal
ttyv0.
Das Ende der Ausgabe ist immer die Aufforderung zur Eingabe eines Benutzernamens:
Der Anmeldevorgang wird im nächsten Abschnitt erläutert.
FreeBSD ist ein Mehrbenutzersystem, das Multitasking unterstützt. Das heißt mehrere Benutzer können gleichzeitig viele Programme auf einem System laufen lassen.
Jedes Mehrbenutzersystem muss die Benutzer voneinander unterscheiden können. Bei FreeBSD und allen anderen UNIX®-artigen Betriebssystemen wird dies dadurch erreicht, dass sich die Benutzer anmelden müssen, bevor sie Programme laufen lassen können. Jeder Benutzer besitzt einen eindeutigen Namen (den Account) und ein dazugehörendes Passwort, die beide bei der Anmeldung abgefragt werden.
Nachdem FreeBSD gestartet ist und die Startskripten[2], gelaufen sind, erscheint eine Aufforderung zur Eingabe des Benutzernamens:
Wenn Ihr Benutzername beispielsweise john
ist, geben Sie jetzt john gefolgt von
Enter ein. Sie sollten dann eine Aufforderung zur
Eingabe des Passworts erhalten:
john
Password:Geben Sie jetzt das Passwort von john
gefolgt von Enter ein. Das Passwort wird aus
Sicherheitsgründen nicht auf dem Bildschirm angezeigt.
Wenn Sie das richtige Passwort eingegeben haben, sind Sie am System angemeldet und können nun alle verfügbaren Kommandos absetzen.
Anmgemeldet sind Sie, wenn Sie die Tagesmeldungen
(message of today) gefolgt
von einer Eingabeaufforderung (dem Zeichen #,
$ oder %) gesehen
haben.
Da FreeBSD mehrere Programme gleichzeitig laufen lassen kann, ist eine einzige Konsole, an der Kommandos abgesetzt werden können, zu wenig. Abhilfe schaffen virtuelle Konsolen, die mehrere Konsolen zur Verfügung stellen.
Die Anzahl der virtuellen Konsolen unter FreeBSD können Sie einstellen. Zwischen den einzelnen Konsolen können Sie mit speziellen Tastenkombinationen wechseln. Jede Konsole verfügt über einen eigenen Ausgabekanal und FreeBSD ordnet die Tastatureingaben und Monitorausgaben der richtigen Konsole zu, wenn Sie zwischen den Konsolen wechseln.
Zum Umschalten der Konsolen stellt FreeBSD spezielle Tastenkombinationen bereit[3]. Benutzen Sie Alt+F1, Alt+F2 bis Alt+F8, um zwischen den verschiedenen Konsolen umzuschalten.
Wenn Sie zu einer anderen Konsole wechseln, sichert FreeBSD den Bildschirminhalt und gibt den Bildschirminhalt der neuen Konsole aus. Dies erzeugt die Illusion mehrerer Bildschirme und Tastaturen, an denen Sie Kommandos absetzen können. Wenn eine Konsole nicht sichtbar ist, weil Sie auf eine andere Konsole gewechselt haben, laufen die dort abgesetzten Kommandos weiter.
In der Voreinstellung stehen unter FreeBSD acht virtuelle
Konsolen zur Verfügung, deren Anzahl Sie leicht erhöhen
oder verringern können. Die Anzahl und Art der Konsolen wird
in /etc/ttys eingestellt.
Jede Zeile in /etc/ttys, die nicht mit
# anfängt, konfiguriert einen Terminal oder
eine virtuelle Konsole. In der Voreinstellung werden in dieser
Datei neun virtuelle Konsolen definiert, von denen acht aktiviert
sind. Die Konsolen sind in den Zeilen, die mit
ttyv beginnen, definiert:
Die Hilfeseite ttys(5) enthält eine ausführliche Beschreibung der Spalten dieser Datei und der Optionen, die Sie zum Konfigurieren der virtuellen Konsolen benutzen können.
Eine eingehende Beschreibung des Single-User-Modus finden Sie
in Abschnitt 13.6.2, „Der Single-User Modus“. Im Single-User-Modus steht
Ihnen nur eine Konsole zur Verfügung.
Die Definition dieser Konsole befindet sich ebenfalls in
/etc/ttys. Suchen Sie nach einer Zeile, die
mit console beginnt:
In der Zeile, die mit console beginnt,
können Sie secure durch
insecure ersetzen. Wenn Sie danach in den
Single-User-Modus booten, verlangt das System ebenfalls die
Eingabe des root-Passworts.
Setzen Sie insecure nicht
leichtfertig ein. Wenn Sie das Passwort von
root vergessen, wird es schwierig, in den
Single-User-Modus zu gelangen, wenn Sie den
FreeBSD-Boot-Prozess nicht genau verstehen.
Der Standard-Videomodus der FreeBSD-Konsole kann auf jeden Modus eingestellt werden, der von Ihrer Grafikkarte und Ihrem Monitor unterstützt wird (beispielsweise 1024x768 oder 1280x1024). Wollen Sie eine andere Einstellung verwenden, müssen Sie Ihren Kernel neu kompilieren, nachdem Sie die zwei folgenden Zeilen in Ihre Kernelkonfigurationsdatei aufgenommen haben:
Nachdem Sie den Kernel mit diesen zwei Optionen neu kompiliert haben, bestimmen Sie die möglichen Videomodi mit dem Werkzeug vidcontrol(1). Um beispielsweise einer Liste aller unterstützten Modi zu erhalten, verwenden Sie den folgenden Befehl:
# vidcontrol -i modeAls Ergebnis erhalten Sie eine Liste aller Videomodi,
die von Ihrer Hardware unterstützt werden. Sie wählen
einen neuen Modus aus, indem Sie den entsprechenden Wert
(wiederum als Benutzer root) an
vidcontrol(1) übergeben:
# vidcontrol MODE_279Um diese Einstellung dauerhaft zu speichern, müssen Sie
die folgende Zeile in die Datei
/etc/rc.conf aufnehmen:
FreeBSD, das ein direkter Abkömmling von BSD UNIX® ist, stützt sich auf mehrere Grundkonzepte von UNIX® Systemen. Das erste und ausgeprägteste: FreeBSD ist ein Mehrbenutzer-Betriebssystem. Das System ermöglicht, dass mehrere Benutzer gleichzeitig an völlig verschiedenen und unabhängigen Aufgaben arbeiten können. Es ist verantwortlich für eine gerechte Auf- und Zuteilung von Nachfragen nach Hardware- und Peripheriegeräten, Speicher und CPU-Zeit unter den Benutzern.
Da das System mehrere Benutzer unterstützt, hat alles, was das System verwaltet, einen Satz von Rechten, die bestimmen, wer die jeweilige Ressource lesen, schreiben oder ausführen darf. Diese Zugriffsrechte stehen in drei Achtergruppen, die in drei Teile unterteilt sind: einen für den Besitzer der Datei, einen für die Gruppe, zu der die Datei gehört und einen für alle anderen. Die numerische Darstellung sieht wie folgt aus:
| Wert | Zugriffsrechte | Auflistung im Verzeichnis |
|---|---|---|
| 0 | Kein Lesen, Kein Schreiben, Kein Ausführen | --- |
| 1 | Kein Lesen, Kein Schreiben, Ausführen | --x |
| 2 | Kein Lesen, Schreiben, Kein Ausführen | -w- |
| 3 | Kein Lesen, Schreiben, Ausführen | -wx |
| 4 | Lesen, Kein Schreiben, Kein Ausführen | r-- |
| 5 | Lesen, Kein Schreiben, Ausführen | r-x |
| 6 | Lesen, Schreiben, Kein Ausführen | rw- |
| 7 | Lesen, Schreiben, Ausführen | rwx |
Sie können -l auf der Kommandozeile
von ls(1) angeben, um eine ausführliche Verzeichnisauflistung
zu sehen, die in einer Spalte die Zugriffsrechte für den
Besitzer, die Gruppe und alle anderen enthält.
Die Ausgabe von ls -l könnte
wie folgt aussehen:
% ls -l
total 530
-rw-r--r-- 1 root wheel 512 Sep 5 12:31 myfile
-rw-r--r-- 1 root wheel 512 Sep 5 12:31 otherfile
-rw-r--r-- 1 root wheel 7680 Sep 5 12:31 email.txt
...Die erste Spalte der Ausgabe enthält die Zugriffsrechte:
Das erste Zeichen von links ist ein Symbol, welches angibt,
ob es sich um eine normale Datei, ein Verzeichnis, ein
zeichenorientiertes Gerät, ein Socket oder irgendeine andere
Pseudo-Datei handelt. In diesem Beispiel zeigt - eine
normale Datei an. Die nächsten drei Zeichen,
dargestellt als rw-, ergeben die Rechte
für den Datei-Besitzer. Die drei Zeichen danach
r-- die Rechte der Gruppe, zu der die Datei
gehört. Die letzten drei Zeichen, r--,
geben die Rechte für den Rest der Welt an. Ein Minus
bedeutet, dass das Recht nicht gegeben ist. In diesem Fall
sind die Zugriffsrechte also: der Eigentümer kann die Datei
lesen und schreiben, die Gruppe kann lesen und alle anderen
können auch nur lesen. Entsprechend obiger Tabelle
wären die Zugriffsrechte für diese Datei
644, worin jede Ziffer die drei Teile der
Zugriffsrechte dieser Datei verkörpert.
Das ist alles schön und gut, aber wie kontrolliert das
System die Rechte von Hardware-Geräten? FreeBSD behandelt
die meisten Hardware-Geräte als Dateien, welche Programme
öffnen, lesen und mit Daten beschreiben können wie
alle anderen Dateien auch. Diese Spezial-Dateien sind im
Verzeichnis /dev gespeichert.
Verzeichnisse werden ebenfalls wie Dateien behandelt. Sie
haben Lese-, Schreib- und Ausführ-Rechte. Das
Ausführungs-Bit hat eine etwas andere Bedeutung für
ein Verzeichnis als für eine Datei. Die Ausführbarkeit
eines Verzeichnisses bedeutet, dass in das Verzeichnis
zum Beispiel mit cd gewechselt werden kann.
Das bedeutet auch, dass in dem Verzeichnis auf Dateien, deren
Namen bekannt sind, zugegriffen werden kann, vorausgesetzt die
Zugriffsrechte der Dateien lassen dies zu.
Das Leserecht auf einem Verzeichnis erlaubt es, sich den Inhalt des Verzeichnisses anzeigen zu lassen. Um eine Datei mit bekanntem Namen in einem Verzeichnis zu löschen, müssen auf dem Verzeichnis Schreib- und Ausführ-Rechte gesetzt sein.
Es gibt noch mehr Rechte, aber die werden vor allem in speziellen Umständen benutzt, wie zum Beispiel bei SetUID-Binaries und Verzeichnissen mit gesetztem Sticky-Bit. Mehr über Zugriffsrechte von Dateien und wie sie gesetzt werden, finden Sie in chmod(1).
Die Zugriffsrechte lassen sich auch über Symbole
anstelle von oktalen Werten festlegen. Symbolische
Zugriffsrechte werden in der Reihenfolge
Wer, Aktion
und Berechtigung angegeben.
Die folgenden Symbole stehen zur Auswahl:
| Option | Symbol | Bedeutung |
|---|---|---|
Wer | u | Benutzer (user) |
Wer | g | Gruppe (group) |
Wer | o | Andere (other) |
Wer | a | Alle |
Aktion | + | Berechtigungen hinzufügen |
Aktion | - | Berechtigungen entziehen |
Aktion | = | Berechtigungen explizit setzen |
Berechtigung | r | lesen (read) |
Berechtigung | w | schreiben (write) |
Berechtigung | x | ausführen (execute) |
Berechtigung | t | Sticky-Bit |
Berechtigung | s | Set-UID oder Set-GID |
Symbolische Zugriffsrechte werden wie die numerischen
mit dem Kommando chmod(1) vergeben. Wenn
Sie beispielsweise allen anderen Benutzern den Zugriff auf
die Datei FILE verbieten wollen,
benutzen Sie den nachstehenden Befehl:
% chmod go= FILEWenn Sie mehr als eine Änderung der Rechte einer
Datei vornehmen wollen, können Sie eine durch Kommata
getrennte Liste der Rechte angeben. Das folgende Beispiel
entzieht der Gruppe und der Welt (den anderen) die
Schreibberechtigung auf die Datei FILE
und fügt dann für alle Ausführungsrechte
hinzu:
% chmod go-w,a+x FILEZusätzlich zu den vorhin diskutierten Zugriffsrechten unterstützt FreeBSD auch die sogenannten „Datei-Flags“. Diese erhöhen die Sicherheit Ihres Systems, indem sie eine verbesserte Kontrolle von Dateien erlauben. Verzeichnisse werden allerdings nicht unterstützt.
Diese verbesserte Sicherheit führt dazu, dass manche
Dateien nicht einmal von root gelöscht
oder bearbeitet werden können.
Datei-Flags können über chflags(1) gesetzt
oder gelöscht werden. Um beispielsweise die Datei
file1 mit dem
„unlöschbar“-Flag zu sichern, geben Sie
folgenden Befehl ein:
# chflags sunlink file1Um dieses Flag wieder zu löschen, geben Sie den
Befehl erneut ein. Allerdings setzen Sie ein
„no“ vor sunlink:
# chflags nosunlink file1Um die Flags dieser Datei anzuzeigen, verwenden Sie
ls(1) zusammen mit der Option -lo:
# ls -lo file1Dadurch erhalten Sie eine Ausgabe ähnlich der folgenden:
Viele Flags können nur von root
gesetzt oder gelöscht werden. Andere wiederum können
auch vom Eigentümer der Datei gesetzt werden. Weitere
Informationen zu Datei-Flags finden sich in den Manualpages
chflags(1) und chflags(2).
Anders als die Berechtigungen, die bereits angesprochen wurden,
existieren drei weitere Einstellungen, über die alle
Administratoren Bescheid wissen sollten. Dies sind die Berechtigungen
setuid, setgid und
sticky.
Diese Einstellungen sind wichtig für manche UNIX®-Operationen, da sie Funktionalitäten zur Verfügung stellen, die normalerweise nicht an gewöhnliche Anwender vergeben wird. Um diese zu verstehen, muss der Unterschied zwischen der realen und der effektiven Benutzer-ID erwähnt werden.
Die reale Benutzer-ID ist die UID, welche den
Prozess besitzt oder gestartet hat. Die effektive
UID ist diejenige, als die der Prozess läuft.
Beispielsweise wird passwd(1) mit der realen ID des Benutzers
ausgeführt, der sein Passwort ändert. Um jedoch die
Passwortdatenbank zu bearbeiten, wird es effektiv als
root-Benutzer ausgeführt. Das
ermöglicht es normalen Benutzern, ihr Passwort zu ändern, ohne
einen Permission Denied-Fehler angezeigt zu
bekommen.
Die nosuid mount(8)-Option wird dafür
sorgen, dass diese Anwendungen stillschweigend scheitern. Genauer
gesagt, sie werden nicht ausgeführt und der Anwender wird
darüber auch nicht informiert. Auf diese Option kann man sich
nicht vollständig verlassen, da ein
nosuid-Wrapper in der Lage wäre, dies zu
umgehen, wie in der mount(8) Manualpage zu lesen ist.
Die setuid-Berechtigung kann durch das Voranstellen bei einer Berechtigungsgruppe mit der Nummer Vier (4) gesetzt werden, wie im folgenden Beispiel gezeigt wird:
# chmod 4755 suidexample.shDie Berechtigungen auf der
-Datei
sollten jetzt wie folgt aussehen:suidexample.sh
In dem Beispiel sollte auffallen, dass ein s
jetzt Teil der Berechtigungen des Dateibesitzers geworden ist, welches
das Ausführen-Bit ersetzt. Dies ermöglicht es Werkzeugen
mit erhöhten Berechtigungen zu laufen, wie z.B.
passwd.
Um dies in Echtzeit zu beobachten, öffnen Sie zwei Terminals.
Starten Sie auf einem den passwd-Prozess als normaler
Benutzer. Während es auf die Passworteingabe wartet,
überprüfen Sie die Prozesstabelle und sehen Sie sich die
Informationen des passwd-Kommandos an.
Im Terminal A:
Im Terminal B:
# ps aux | grep passwdWie oben erwähnt, wird passwd von einem
normalen Benutzer ausgeführt, benutzt aber die effektive
UID von root.
Die setgid-Berechtigung führt die gleiche
Aktion wie die setuid-Berechtigung durch, allerdings
verändert sie die Gruppenberechtigungen. Wenn eine Anwendung
oder ein Werkzeug mit dieser Berechtigung ausgeführt wird,
erhält es die Berechtigungen basierend auf der Gruppe, welche die
Datei besitzt und nicht die des Benutzers, der den Prozess gestartet
hat.
Um die setgid-Berechtigung auf einer Datei zu
setzen, geben Sie dem chmod-Befehl eine
führende Zwei (2) mit, wie im folgenden gezeigt:
# chmod 2755 sgidexample.shDie neue Einstellung kann wie zuvor betrachtet werden. Beachten Sie,
dass das s sich jetzt in dem Feld befindet, das
für die Berechtigungen der Gruppe bestimmt ist:
Obwohl es sich bei dem in diesen Beispielen gezeigten Shellskript um eine ausführbare Datei handelt, wird es nicht mit einer anderen EUID oder effektiven Benutzer-ID ausgeführt. Das ist so, weil Shellskripte keinen Zugriff auf setuid(2)-Systemaufrufe erhalten.
Diese beiden ersten angesprochenen Spezialberechtigungen (die
setuid und setgid
Berechtigungs-Bits) können die Systemsicherheit verringern, da
sie erhöhte Rechte ermöglichen. Es gibt noch ein drittes
Berechtigungs-Bit, das die Sicherheit eines Systems erhöhen kann:
das sticky bit.
Das sticky bit erlaubt, wenn es auf ein
Verzeichnis angewendet wird, nur dem Besitzer der Datei diese Dateien
auch zu löschen. Dieses Recht ist nützlich, um die
Löschung von Dateien in öffentlichen Verzeichnissen durch
Benutzer, denen diese Dateien nicht gehören, zu verhindern, wie
z.B. in /tmp. Um diese Berechtigung anzuwenden,
stellen Sie der Berechtigung eine Eins (1) voran, beispielsweise
so:
# chmod 1777 /tmpDen Effekt können Sie sich ansehen, indem Sie
das Kommando ls ausführen:
# ls -al / | grep tmpDas sticky bit kann anhand des
t ganz am Ende der Berechtigungen abgelesen
werden.
Die FreeBSD-Verzeichnishierarchie ist die Grundlage, um ein umfassendes Verständnis des Systems zu erlangen. Das wichtigste Konzept, das Sie verstehen sollten, ist das Root-Verzeichnis „/“. Dieses Verzeichnis ist das erste, das während des Bootens eingehangen wird. Es enthält das notwendige Basissystem, um das System in den Mehrbenutzerbetrieb zu bringen. Das Root-Verzeichnis enthält auch die Mountpunkte für Dateisysteme, die beim Wechsel in den Multiuser-Modus eingehängt werden.
Ein Mountpunkt ist ein Verzeichnis, in das zusätzliche
Dateisysteme (in der Regel unterhalb des Wurzelverzeichnisses)
eingehängt werden können. Dieser Vorgang wird in
Abschnitt 4.5, „Festplatten, Slices und Partitionen“ ausführlich beschrieben.
Standard-Mountpunkte sind /usr,
/var, /tmp,
/mnt sowie /cdrom.
Auf diese Verzeichnisse verweisen üblicherweise Einträge
in der Datei /etc/fstab.
/etc/fstab ist
eine Tabelle mit verschiedenen Dateisystemen und Mountpunkten
als Referenz des Systems. Die meisten der Dateisysteme in
/etc/fstab werden beim Booten automatisch
durch das Skript rc(8) gemountet, wenn die zugehörigen
Einträge nicht mit der Option noauto
versehen sind. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie
im Abschnitt 4.6.1, „Die fstab Datei“.
Eine vollständige Beschreibung der Dateisystem-Hierarchie finden Sie in hier(7). Als Beispiel sei eine kurze Übersicht über die am häufigsten verwendeten Verzeichnisse gegeben:
| Verzeichnis | Beschreibung |
|---|---|
/ | Wurzelverzeichnis des Dateisystems. |
/bin/ | Grundlegende Werkzeuge für den Single-User-Modus sowie den Mehrbenutzerbetrieb. |
/boot/ | Programme und Konfigurationsdateien, die während des Bootens benutzt werden. |
/boot/defaults/ | Vorgaben für die Boot-Konfiguration, siehe loader.conf(5). |
/dev/ | Gerätedateien, siehe intro(4). |
/etc/ | Konfigurationsdateien und Skripten des Systems. |
/etc/defaults/ | Vorgaben für die System Konfigurationsdateien, siehe rc(8). |
/etc/mail/ | Konfigurationsdateien von MTAs wie sendmail(8). |
/etc/namedb/ | Konfigurationsdateien von named,
siehe named(8). |
/etc/periodic/ | Täglich, wöchentlich oder monatlich ablaufende Skripte, die von cron(8) gestartet werden. Siehe periodic(8). |
/etc/ppp/ | Konfigurationsdateien von ppp,
siehe ppp(8). |
/mnt/ | Ein leeres Verzeichnis, das von Systemadministratoren häufig als temporärer Mountpunkt genutzt wird. |
/proc/ | Prozess Dateisystem, siehe procfs(5) und mount_procfs(8). |
/rescue/ | Statisch gelinkte Programme zur Wiederherstellung des Systems, lesen Sie dazu auch rescue(8). |
/root/ | Home Verzeichnis von root. |
/sbin/ | Systemprogramme und administrative Werkzeuge, die grundlegend für den Single-User-Modus und den Mehrbenutzerbetrieb sind. |
/tmp/ | Temporäre Dateien, die für gewöhnlich
bei einem Neustart des Systems verloren gehen.
Häufig wird ein speicherbasiertes Dateisystem unter
/tmp
eingehängt. Dieser Vorgang kann automatisiert werden,
wenn Sie die tmpmfs-bezogenen Variablen von
rc.conf(5) verwenden. Alternativ können Sie
auch einen entsprechenden Eintrag in
/etc/fstab aufnehmen. Weitere
Informationen finden Sie in mdmfs(8). |
/usr/ | Der Großteil der Benutzerprogramme und Anwendungen. |
/usr/bin/ | Gebräuchliche Werkzeuge, Programmierhilfen und Anwendungen. |
/usr/include/ | Standard C include-Dateien. |
/usr/lib/ | Bibliotheken. |
/usr/libdata/ | Daten verschiedener Werkzeuge. |
/usr/libexec/ | System-Dämonen und System-Werkzeuge, die von anderen Programmen ausgeführt werden. |
/usr/local/ | Lokale Programme, Bibliotheken usw. Die Ports-Sammlung
benutzt dieses Verzeichnis als Zielverzeichnis für zu
installierende Anwendungen. Innerhalb von
/usr/local sollte das von
hier(7) beschriebene Layout für
/usr benutzt werden. Das
man Verzeichnis wird direkt unter
/usr/local anstelle unter
/usr/local/share angelegt. Die
Dokumentation der Ports findet sich in
share/doc/.
|
/usr/obj/ | Von der Architektur abhängiger Verzeichnisbaum,
der durch das Bauen von /usr/src
entsteht. |
/usr/ports/ | Die FreeBSD-Ports-Sammlung (optional). |
/usr/sbin/ | System-Dämonen und System-Werkzeuge, die von Benutzern ausgeführt werden. |
/usr/share/ | Von der Architektur unabhängige Dateien. |
/usr/src/ | Quelldateien von BSD und/oder lokalen Ergänzungen. |
/usr/X11R6/ | Optionale X11R6-Programme und Bibliotheken. |
/var/ | Wird für mehrere Zwecke genutzt und enthält
Logdateien, temporäre Daten und Spooldateien.
Manchmal wird ein speicherbasiertes Dateisystem unter
/var
eingehängt. Dieser Vorgang kann automatisiert werden,
wenn Sie die varmfs-bezogenen Variablen von
rc.conf(5) verwenden. Alternativ können Sie
auch einen entsprechenden Eintrag in
/etc/fstab aufnehmen. Weitere
Informationen finden Sie in mdmfs(8). |
/var/log/ | Verschiedene Logdateien des Systems. |
/var/mail/ | Postfächer der Benutzer. |
/var/spool/ | Verschiedene Spool-Verzeichnisse der Drucker- und Mailsysteme. |
/var/tmp/ | Temporäre Dateien. Dateien in diesem
Verzeichnis bleiben in der Regel auch bei einem Neustart
des Systems erhalten, es sei denn, bei
/var handelt es
sich um ein speicherbasiertes Dateisystem. |
/var/yp/ | NIS maps. |
FreeBSD identifiziert Dateien anhand eines Dateinamens.
In Dateinamen wird zwischen Groß- und Kleinschreibung
unterschieden: readme.txt und
README.TXT bezeichnen daher zwei
verschiedene Dateien. FreeBSD benutzt keine Dateiendungen wie
.txt, um den Typ der Datei
(ein Programm, ein Dokument oder andere Daten) zu
bestimmen.
Dateien werden in Verzeichnissen gespeichert. In einem Verzeichnis können sich keine oder hunderte Dateien befinden. Ein Verzeichnis kann auch andere Verzeichnisse enthalten und so eine Hierarchie von Verzeichnissen aufbauen, die Ihnen die Ablage von Daten erleichtert.
In Dateinamen werden Verzeichnisse durch einen
Schrägstrich (/,
Slash) getrennt. Wenn
das Verzeichnis foo
ein Verzeichnis bar
enthält, in dem sich die Datei readme.txt
befindet, lautet der vollständige Name der Datei
(oder der Pfad zur Datei)
foo/bar/readme.txt.
Verzeichnisse und Dateien werden in einem Dateisystem gespeichert. Jedes Dateisystem besitzt ein Wurzelverzeichnis (Root-Directory), das weitere Verzeichnisse enthalten kann.
Dieses Konzept kennen Sie vielleicht von anderen
Betriebssystemen, aber es gibt einige Unterschiede:
In MS-DOS® werden Datei- und Verzeichnisnamen mit dem
Zeichen \ getrennt, Mac OS® benutzt
dazu das Zeichen :.
FreeBSD kennt keine Laufwerksbuchstaben und in Pfaden
werden keine Bezeichnungen für Laufwerke benutzt.
Die Pfadangabe c:/foo/bar/readme.txt
gibt es in FreeBSD nicht.
Stattdessen wird ein Dateisystem als Wurzeldateisystem
(root file system)
ausgewählt. Das Wurzelverzeichnis dieses Dateisystems
wird / genannt.
Jedes andere Dateisystem wird unter dem Wurzeldateisystem
eingehangen
(mount). Daher scheint
jedes Verzeichnis, unabhängig von der Anzahl der
Platten, auf derselben Platte zu liegen.
Betrachten wir drei Dateisysteme A,
B und C. Jedes
Dateisystem besitzt ein eigenes Wurzelverzeichnis, das
zwei andere Verzeichnisse enthält:
A1,
A2,
B1,
B2,
C1 und
C2.
Das Wurzeldateisystem soll A sein.
Das Kommando ls zeigt darin
die beiden Verzeichnisse A1
und A2 an.
Der Verzeichnisbaum sieht wie folgt aus:

Ein Dateisystem wird in einem Verzeichnis eines anderen
Dateisystems eingehangen. Wir hängen nun das Dateisystem
B in das Verzeichnis
A1 ein. Das
Wurzelverzeichnis von B ersetzt nun
das Verzeichnis A1 und
die Verzeichnisse des Dateisystems B
werden sichtbar:

Jede Datei in den Verzeichnissen
B1 oder
B2 kann
über den Pfad /A1/B1
oder /A1/B2
erreicht werden. Dateien aus dem Verzeichnis
/A1 sind jetzt
verborgen. Wenn das Dateisystem B
wieder abgehangen wird
(umount), erscheinen
die verborgenen Dateien wieder.
Wenn das Dateisystem B unter dem
Verzeichnis A2
eingehangen würde, sähe der Verzeichnisbaum
so aus:

Die Dateien des Dateisystems B wären
unter den Pfaden /A2/B1 und
/A2/B2 erreichbar.
Dateisysteme können übereinander eingehangen
werden. Der folgende Baum entsteht, wenn im letzten
Beispiel das Dateisystem C in das Verzeichnis
B1 des Dateisystems
B eingehangen wird:

C könnte auch im Verzeichnis
A1 eingehangen
werden:

Der MS-DOS®-Befehl join kann Ähnliches
bewirken.
Normalerweise müssen Sie sich nicht mit Dateisystemen beschäftigen. Während der Installation werden die Dateisysteme und die Stellen, in der sie eingehangen werden, festgelegt. Dateisysteme müssen Sie erst wieder anlegen, wenn Sie eine neue Platte hinzufügen.
Sie können sogar mit nur einem großen Dateisystem auskommen. Dies hat mehrere Nachteile und einen Vorteil.
Die Dateisysteme können mit unterschiedlichen
Optionen (mount options)
eingehangen werden. Bei sorgfältiger Planung können
Sie beispielsweise das Wurzeldateisystem nur lesbar
einhängen. Damit schützen Sie sich vor dem
unabsichtlichen Löschen oder Editieren kritischer
Dateien. Von Benutzern beschreibbare Dateisysteme
wie /home
können Sie mit der Option nosuid
einhängen, wenn sie von anderen Dateisystemen getrennt
sind. Die SUID- und
GUID-Bits verlieren auf solchen
Dateisystemen ihre Wirkung und die Sicherheit des
Systems kann dadurch erhöht werden.
Die Lage von Dateien im Dateisystem wird, abhängig vom Gebrauch des Dateisystems, automatisch von FreeBSD optimiert. Ein Dateisystem mit vielen kleinen Dateien, die häufig geschrieben werden, wird anders behandelt als ein Dateisystem mit wenigen großen Dateien. Mit nur einem Dateisystem ist diese Optimierung unmöglich.
In der Regel übersteht ein FreeBSD-Dateisystem auch einen Stromausfall. Allerdings kann ein Stromausfall zu einem kritischen Zeitpunkt das Dateisystem beschädigen. Wenn die Daten über mehrere Dateisysteme verteilt sind, lässt sich das System mit hoher Wahrscheinlichkeit noch starten. Dies erleichtert das Zurückspielen von Datensicherungen.
Die Größe von Dateisystemen liegt fest. Es kann passieren, dass Sie eine Partition vergrößern müssen. Dies ist nicht leicht: Sie müssen die Daten sichern, das Dateisystem vergrößert anlegen und die gesicherten Daten zurückspielen.
FreeBSD kennt den Befehl growfs(8), mit dem man Dateisysteme im laufenden Betrieb vergrößern kann.
Dateisysteme befinden sich in Partitionen (damit sind
nicht die normalen MS-DOS®-Partitionen gemeint). Jede Partition
wird mit einem Buchstaben von a bis
h bezeichnet und kann nur ein Dateisystem
enthalten. Dateisysteme können daher über ihren
Mount-Point, den Punkt an dem sie eingehangen sind, oder
den Buchstaben der Partition, in der sie liegen, identifiziert
werden.
FreeBSD benutzt einen Teil der Platte für den Swap-Bereich, der dem Rechner virtuellen Speicher zur Verfügung stellt. Dadurch kann der Rechner Anwendungen mehr Speicher zur Verfügung stellen als tatsächlich eingebaut ist. Wenn der Speicher knapp wird, kann FreeBSD nicht benutzte Daten in den Swap-Bereich auslagern. Die ausgelagerten Daten können später wieder in den Speicher geholt werden (dafür werden dann andere Daten ausgelagert).
Für einige Partitionen gelten besondere Konventionen:
| Partition | Konvention |
|---|---|
a | Enthält normalerweise das Wurzeldateisystem |
b | Enthält normalerweise den Swap-Bereich |
c | Ist normalerweise genauso groß wie
die Slice in der die Partition liegt. Werkzeuge,
die auf der kompletten Slice arbeiten, wie ein
Bad-Block-Scanner, können so die
c-Partition benutzen.
Für gewöhnlich legen Sie in dieser
Partition kein Dateisystem an. |
d | Früher hatte die d-Partition
eine besondere Bedeutung. Heute ist dies nicht mehr der
Fall und die Partition d kann wie
jede andere Partition auch verwendet werden. |
Jede Partition, die ein Dateisystem enthält, wird in einer Slice angelegt. Slice ist der Begriff, den FreeBSD für MS-DOS®-Partitionen verwendet. Slices werden von eins bis vier durchnummeriert.
Die Slice-Nummern werden mit vorgestelltem
s hinter den Gerätenamen gestellt:
„da0s1“
ist die erste Slice auf dem ersten SCSI-Laufwerk. Auf einer
Festplatte gibt es höchstens vier Slices. In einer
Slice des passenden Typs kann es weitere logische Slices
geben. Diese erweiterten Slices werden ab fünf durchnummeriert:
„ad0s5“ ist
die erste erweiterte Slice auf einer IDE-Platte. Diese
Geräte werden von Dateisystemen benutzt, die sich in
einer kompletten Slice befinden müssen.
Slices, „dangerously dedicated“-Festplatten
und andere Platten enthalten Partitionen, die mit Buchstaben
von a bis h bezeichnet
werden. Der Buchstabe wird an den Gerätenamen
gehangen: „da0a“
ist die a-Partition des ersten
da-Laufwerks. Dieses Laufwerk ist
„dangerously dedicated“.
„ad1s3e“ ist
die fünfte Partition in der dritten Slice der zweiten
IDE-Platte.
Schließlich wird noch jede Festplatte des Systems eindeutig bezeichnet. Der Name einer Festplatte beginnt mit einem Code, der den Typ der Platte bezeichnet. Es folgt eine Nummer, die angibt, um welche Festplatte es sich handelt. Anders als bei Slices werden Festplatten von Null beginnend durchnummeriert. Gängige Festplatten-Namen sind in Tabelle 4.1, „Laufwerk-Codes“ zusammengestellt.
Wenn Sie eine Partition angeben, erwartet FreeBSD, dass Sie
auch die Slice und die Platte angeben, in denen sich die
Partition befindet. Wenn Sie eine Slice angeben, müssen
Sie auch die Platte der Slice angeben. Setzen Sie den Namen
aus dem Plattennamen gefolgt von einem s,
der Slice-Nummer und dem Buchstaben der Partition zusammen.
Einige Beispiele finden Sie in
Beispiel 4.1, „Namen von Platten, Slices und Partitionen“.
Der Aufbau einer Festplatte wird in Beispiel 4.2, „Aufteilung einer Festplatte“ dargestellt.
Um FreeBSD zu installieren, müssen Sie zuerst Slices auf den Festplatten anlegen. Innerhalb der Slices, die Sie für FreeBSD verwenden wollen, müssen Sie dann Partitionen anlegen. In den Partitionen wiederum werden die Dateisysteme (oder der Auslagerungsbereich) angelegt. Für Dateisysteme müssen Sie schließlich noch festlegen, wo diese eingehangen werden (Mount-Point).
| Code | Bedeutung |
|---|---|
ad | ATAPI (IDE) Festplatte |
da | SCSI-Festplatte |
acd | ATAPI (IDE) CD-ROM |
cd | SCSI-CD-ROM |
fd | Disketten-Laufwerk |
| Name | Bedeutung |
|---|---|
ad0s1a | Die erste Partition (a)
in der ersten Slice (s1) der
ersten IDE-Festplatte (ad0). |
da1s2e | Die fünfte Partition (e)
der zweiten Slice (s2) auf
der zweiten SCSI-Festplatte
(da1). |
Das folgende Diagramm zeigt die Sicht von FreeBSD auf die
erste IDE-Festplatte eines Rechners. Die Platte soll
4 GB groß sein und zwei Slices (MS-DOS®-Partitionen)
mit je 2 GB besitzen. Die erste Slice enthält
ein MS-DOS®-Laufwerk (C:), die zweite
Slice wird von FreeBSD benutzt. Im Beispiel verwendet die
FreeBSD-Installationen drei Datenpartitionen und einen
Auslagerungsbereich.
Jede der drei Partitionen enthält ein Dateisystem.
Das Wurzeldateisystem ist die a-Partition.
In der e-Partition befindet sich
der /var-Verzeichnisbaum
und in der f-Partition befindet sich
der Verzeichnisbaum unterhalb von
/usr.

Ein Dateisystem wird am besten als ein Baum mit der
Wurzel / veranschaulicht.
/dev, /usr, und
die anderen Verzeichnisse im Rootverzeichnis sind Zweige,
die wiederum eigene Zweige wie /usr/local
haben können.
Es gibt verschiedene Gründe, bestimmte dieser Verzeichnisse
auf eigenen Dateisystemen anzulegen. /var
enthält log/, spool/
sowie verschiedene andere temporäre
Dateien und kann sich daher schnell füllen. Es empfiehlt sich,
/var von / zu trennen,
da es schlecht ist, wenn das Root-Dateisystem voll
läuft.
Ein weiterer Grund bestimmte Verzeichnisbäume auf andere Dateisysteme zu legen, ist gegeben, wenn sich die Verzeichnisbäume auf gesonderten physikalischen oder virtuellen Platten, wie Network File System oder CD-ROM-Laufwerken, befinden.
Während des Boot-Prozesses
werden in /etc/fstab aufgeführte
Verzeichnisse, sofern sie nicht mit der Option noauto
versehen sind, automatisch angehangen.
Die Zeilen in /etc/fstab haben das
folgende Format:
device /mount-point fstype options dumpfreq passnodeviceEin existierender Gerätename wie in Abschnitt 19.2, „Gerätenamen“ beschrieben.
mount-pointEin existierendes Verzeichnis, an das das Dateisystem angehangen wird.
fstypeDer Typ des Dateisystems,
der an mount(8) weitergegeben wird. FreeBSDs
Standarddateisystem ist ufs.
optionsEntweder rw
für beschreibbare Dateisysteme oder ro
für schreibgeschützte Dateisysteme, gefolgt von
weiteren benötigten Optionen. Eine häufig verwendete
Option ist noauto für Dateisysteme,
die während der normalen Bootsequenz nicht angehangen
werden sollen. Weitere Optionen finden sich
in mount(8).
dumpfreqGibt die Anzahl der Tage an, nachdem das
Dateisystem gesichert werden soll. Fehlt der Wert, wird
0 angenommen.
passnoBestimmt die Reihenfolge, in der die Dateisysteme
überprüft werden sollen. Für Dateisysteme,
die übersprungen werden sollen, ist
passno auf null zu setzen. Für das
Root-Dateisystem, das vor allen anderen überprüft
werden muss, sollte der Wert von
passno eins betragen. Allen anderen
Dateisystemen sollten Werte größer eins zugewiesen
werden. Wenn mehrere Dateisysteme den gleichen Wert
besitzen, wird fsck(8) versuchen, diese parallel zu
überprüfen.
mount(8) hängt schließlich Dateisysteme an.
In der grundlegenden Form wird es wie folgt benutzt:
# mount device mountpointViele Optionen werden in mount(8) beschrieben, die am häufigsten verwendeten sind:
mount-aHängt alle Dateisysteme aus
/etc/fstab an. Davon ausgenommen
sind Dateisysteme, die mit „noauto“ markiert
sind, die mit der Option -t ausgeschlossen
wurden und Dateisysteme, die schon angehangen sind.
-dFührt alles bis auf den
mount-Systemaufruf aus.
Nützlich ist diese Option in Verbindung
mit -v. Damit wird angezeigt, was
mount(8) tatsächlich versuchen
würde, um das Dateisystem anzuhängen.
-fErzwingt das Anhängen eines unsauberen Dateisystems oder erzwingt die Rücknahme des Schreibzugriffs, wenn der Status des Dateisystems von beschreibbar auf schreibgeschützt geändert wird.
-rHängt das Dateisystem schreibgeschützt ein. Das
kann auch durch Angabe von ro als Argument
der Option -o erreicht werden.
-t
fstypeHängt das Dateisystem mit dem angegebenen Typ an,
oder hängt nur Dateisysteme mit dem angegebenen Typ
an, wenn auch -a angegeben
wurde.
Die Voreinstellung für den Typ des Dateisystems ist „ufs“.
-uAktualisiert die Mountoptionen des Dateisystems.
-vGeschwätzig sein.
-wHängt das Dateisystem beschreibbar an.
-o erwartet eine durch Kommata separierte Liste
von Optionen, unter anderem die folgenden:
Verbietet das Ausführen von binären Dateien auf dem Dateisystem. Dies ist eine nützliche Sicherheitsfunktion.
SetUID und SetGID Bits werden auf dem Dateisystem nicht beachtet. Dies ist eine nützliche Sicherheitsfunktion.
umount(8) akzeptiert als Parameter entweder
einen Mountpoint, einen Gerätenamen, oder die
Optionen -a oder -A.
Jede Form akzeptiert -f, um das
Abhängen zu erzwingen, und -v, um
etwas geschwätziger zu sein. Seien Sie bitte vorsichtig mit
-f: Ihr Computer kann abstürzen oder es
können Daten auf dem Dateisystem beschädigt werden, wenn
Sie das Abhängen erzwingen.
-a und -A werden benutzt
um alle Dateisysteme, deren Typ durch -t
modifiziert werden kann, abzuhängen. -A
hängt das Rootdateisystem nicht ab.
Da FreeBSD ein Multitasking-Betriebssystem ist, sieht es so aus, als ob mehrere Prozesse zur gleichen Zeit laufen. Jedes Programm, das zu irgendeiner Zeit läuft, wird Prozess genannt. Jedes Kommando startet mindestens einen Prozess. Einige Systemprozesse laufen ständig und stellen die Funktion des Systems sicher.
Jeder Prozess wird durch eine eindeutige Nummer identifiziert,
die Prozess-ID oder
PID genannt wird. Prozesse haben ebenso
wie Dateien einen Besitzer und eine Gruppe, die festlegen, welche
Dateien und Geräte der Prozess benutzen kann. Dabei
finden die vorher beschriebenen Zugriffsrechte Anwendung. Die meisten
Prozesse haben auch einen Elternprozess, der sie gestartet hat.
Wenn Sie in der Shell Kommandos eingeben, dann ist die Shell ein
Prozess und jedes Kommando, das Sie starten, ist auch ein
Prozess. Jeder Prozess, den Sie auf diese Weise starten,
besitzt den Shell-Prozess als Elternprozess. Die Ausnahme
hiervon ist ein spezieller Prozess, der init(8)
heißt. init ist immer der erste Prozess
und hat somit die PID 1. init wird vom Kernel
beim Booten von FreeBSD gestartet.
Die Kommandos ps(1) und top(1) sind besonders
nützlich, um sich die Prozesse auf einem System anzusehen.
ps zeigt eine statische Liste der laufenden
Prozesse und kann deren PID, Speicherverbrauch und die
Kommandozeile, mit der sie gestartet wurden und vieles mehr
anzeigen. top zeigt alle laufenden Prozesse
an und aktualisiert die Anzeige, so dass Sie Ihrem Computer
bei der Arbeit zuschauen können.
Normal zeigt Ihnen ps nur die laufenden
Prozesse, die Ihnen gehören. Zum Beispiel:
% ps
PID TT STAT TIME COMMAND
298 p0 Ss 0:01.10 tcsh
7078 p0 S 2:40.88 xemacs mdoc.xsl (xemacs-21.1.14)
37393 p0 I 0:03.11 xemacs freebsd.dsl (xemacs-21.1.14)
48630 p0 S 2:50.89 /usr/local/lib/netscape-linux/navigator-linux-4.77.bi
48730 p0 IW 0:00.00 (dns helper) (navigator-linux-)
72210 p0 R+ 0:00.00 ps
390 p1 Is 0:01.14 tcsh
7059 p2 Is+ 1:36.18 /usr/local/bin/mutt -y
6688 p3 IWs 0:00.00 tcsh
10735 p4 IWs 0:00.00 tcsh
20256 p5 IWs 0:00.00 tcsh
262 v0 IWs 0:00.00 -tcsh (tcsh)
270 v0 IW+ 0:00.00 /bin/sh /usr/X11R6/bin/startx -- -bpp 16
280 v0 IW+ 0:00.00 xinit /home/nik/.xinitrc -- -bpp 16
284 v0 IW 0:00.00 /bin/sh /home/nik/.xinitrc
285 v0 S 0:38.45 /usr/X11R6/bin/sawfishWie Sie sehen, gibt ps(1) mehrere Spalten aus. In der
PID Spalte findet sich die vorher besprochene
Prozess-ID. PIDs werden von 1 beginnend bis 99999 zugewiesen
und fangen wieder von vorne an, wenn die Grenze überschritten
wird. Ist eine PID bereits vergeben, wird diese allerdings nicht
erneut vergeben.
Die Spalte TT zeigt den Terminal, auf dem das
Programm läuft. STAT zeigt den Status
des Programms an und kann für die Zwecke dieser Diskussion ebenso
wie TT ignoriert werden. TIME
gibt die Zeit an, die das Programm auf der CPU gelaufen ist –
dies ist nicht unbedingt die Zeit, die seit dem Start des Programms
vergangen ist, da die meisten Programme hauptsächlich auf
bestimmte Dinge warten, bevor sie wirklich CPU-Zeit verbrauchen.
Unter der Spalte COMMAND finden Sie schließlich
die Kommandozeile, mit der das Programm gestartet wurde.
ps(1) besitzt viele Optionen, um die angezeigten Informationen
zu beeinflussen. Eine nützliche Kombination ist
auxww. Mit a werden Information
über alle laufenden Prozesse und nicht nur Ihrer eigenen
angezeigt. Der Name des Besitzers des Prozesses, sowie Informationen
über den Speicherverbrauch werden mit u
angezeigt. x zeigt auch Dämonen-Prozesse an,
und ww veranlasst ps(1) die komplette
Kommandozeile für jeden Befehl anzuzeigen, anstatt sie
abzuschneiden, wenn sie zu lang für die Bildschirmausgabe
wird.
Die Ausgabe von top(1) sieht ähnlich aus:
% top
last pid: 72257; load averages: 0.13, 0.09, 0.03 up 0+13:38:33 22:39:10
47 processes: 1 running, 46 sleeping
CPU states: 12.6% user, 0.0% nice, 7.8% system, 0.0% interrupt, 79.7% idle
Mem: 36M Active, 5256K Inact, 13M Wired, 6312K Cache, 15M Buf, 408K Free
Swap: 256M Total, 38M Used, 217M Free, 15% Inuse
PID USERNAME PRI NICE SIZE RES STATE TIME WCPU CPU COMMAND
72257 nik 28 0 1960K 1044K RUN 0:00 14.86% 1.42% top
7078 nik 2 0 15280K 10960K select 2:54 0.88% 0.88% xemacs-21.1.14
281 nik 2 0 18636K 7112K select 5:36 0.73% 0.73% XF86_SVGA
296 nik 2 0 3240K 1644K select 0:12 0.05% 0.05% xterm
48630 nik 2 0 29816K 9148K select 3:18 0.00% 0.00% navigator-linu
175 root 2 0 924K 252K select 1:41 0.00% 0.00% syslogd
7059 nik 2 0 7260K 4644K poll 1:38 0.00% 0.00% mutt
...Die Ausgabe ist in zwei Abschnitte geteilt. In den ersten fünf Kopfzeilen finden sich die zuletzt zugeteilte PID, die Systemauslastung (engl. load average), die Systemlaufzeit (die Zeit seit dem letzten Reboot) und die momentane Zeit. Die weiteren Zahlen im Kopf beschreiben wie viele Prozesse momentan laufen (im Beispiel 47), wie viel Speicher und Swap verbraucht wurde und wie viel Zeit das System in den verschiedenen CPU-Modi verbringt.
Darunter befinden sich einige Spalten mit ähnlichen Informationen wie in der Ausgabe von ps(1). Wie im vorigen Beispiel können Sie die PID, den Besitzer, die verbrauchte CPU-Zeit und das Kommando erkennen. top(1) zeigt auch den Speicherverbrauch des Prozesses an, der in zwei Spalten aufgeteilt ist. Die erste Spalte gibt den gesamten Speicherverbrauch des Prozesses an, in der zweiten Spalte wird der aktuelle Verbrauch angegeben. Netscape® hat im gezeigten Beispiel insgesamt 30 MB Speicher verbraucht. Momentan benutzt es allerdings nur 9 MB.
Die Anzeige wird von top(1) automatisch alle zwei Sekunden
aktualisiert. Der Zeitraum kann mit -s eingestellt
werden.
Wenn Sie einen Editor starten, können Sie ihn leicht bedienen und Dateien laden. Sie können das, weil der Editor dafür Vorsorge getroffen hat und auf einem Terminal läuft. Manche Programme erwarten keine Eingaben von einem Benutzer und lösen sich bei erster Gelegenheit von ihrem Terminal. Ein Web-Server zum Beispiel verbringt den ganzen Tag damit, auf Anfragen zu antworten und erwartet keine Eingaben von Ihnen. Programme, die E-Mail von einem Ort zu einem anderen Ort transportieren sind ein weiteres Beispiel für diesen Typ von Anwendungen.
Wir nennen diese Programme Dämonen. Dämonen stammen aus der griechischen Mythologie und waren weder gut noch böse. Sie waren kleine dienstbare Geister, die meistens nützliche Sachen für die Menschheit vollbrachten. Ähnlich wie heutzutage Web-Server und Mail-Server nützliche Dienste verrichten. Seit langer Zeit ist daher das BSD Maskottchen dieser fröhlich aussehende Dämon mit Turnschuhen und Dreizack.
Programme, die als Dämon laufen, werden entsprechend einer
Konvention mit einem „d“ am Ende benannt.
BIND steht beispielsweise für
Berkeley Internet Name Domain, das tatsächlich laufende Programm
heißt aber
named. Der Apache Webserver wird
httpd genannt, der Druckerspool-Dämon heißt
lpd usw. Dies ist allerdings eine Konvention
und keine unumstößliche Regel: Der Dämon der
Anwendung sendmail heißt
sendmail und nicht maild, wie
Sie vielleicht gedacht hatten.
Manchmal müssen Sie mit einem Dämon kommunizieren. Dazu
verwenden Sie Signale. Sie können
mit einem Dämonen oder jedem anderen laufenden Prozess
kommunizieren, indem Sie diesem ein Signal schicken. Sie können
verschiedene Signale verschicken – manche haben eine festgelegte
Bedeutung, andere werden von der Anwendung interpretiert. Die
Dokumentation zur fraglichen Anwendung wird erklären, wie
die Anwendung Signale interpretiert. Sie können nur Signale
zu Prozessen senden, die Ihnen gehören. Normale Benutzer haben
nicht die Berechtigung, Prozessen anderer Benutzer mit kill(1)
oder kill(2) Signale zu schicken. Der Benutzer
root darf jedem Prozess Signale schicken.
In manchen Fällen wird FreeBSD Signale senden. Wenn eine
Anwendung schlecht geschrieben ist und auf Speicher zugreift, auf
den sie nicht zugreifen soll, so sendet FreeBSD dem Prozess
das Segmentation Violation Signal
(SIGSEGV). Wenn eine Anwendung den alarm(3)
Systemaufruf benutzt hat, um nach einiger Zeit benachrichtigt zu
werden, bekommt sie das Alarm Signal (SIGALRM)
gesendet.
Zwei Signale können benutzt werden, um Prozesse zu stoppen:
SIGTERM und SIGKILL. Mit
SIGTERM fordern Sie den Prozess höflich zum
Beenden auf. Der Prozess kann das Signal abfangen und merken,
dass er sich beenden soll. Er hat dann Gelegenheit Logdateien
zu schließen und die Aktion, die er vor der Aufforderung
sich zu beenden durchführte, abzuschließen. Er kann
sogar SIGTERM ignorieren, wenn er eine Aktion
durchführt, die nicht unterbrochen werden darf.
SIGKILL kann von keinem Prozess ignoriert
werden. Das Signal lässt sich mit „Mich interessiert
nicht, was du gerade machst, hör sofort auf damit!“
umschreiben. Wenn Sie einem Prozess SIGKILL
schicken, dann wird FreeBSD diesen sofort beenden[4].
Andere Signale, die Sie vielleicht verschicken wollen, sind
SIGHUP, SIGUSR1 und
SIGUSR2. Diese Signale sind für allgemeine
Zwecke vorgesehen und verschiedene Anwendungen werden unterschiedlich
auf diese Signale reagieren.
Nehmen wir an, Sie haben die Konfiguration Ihres Webservers
verändert und möchten dies dem Server mitteilen. Sie
könnten den Server natürlich stoppen und
httpd wieder starten. Die Folge wäre eine
kurze Zeit, in der der Server nicht erreichbar ist. Die meisten
Dämonen lesen Ihre Konfigurationsdatei beim Empfang eines
SIGHUP neu ein. Da es keinen Standard gibt, der
vorschreibt, wie auf diese Signale zu reagieren ist, lesen
Sie bitte die Dokumentation zu dem in Frage kommenden Dämon.
Mit kill(1) können Sie, wie unten gezeigt, Signale verschicken.
Das folgende Beispiel zeigt, wie Sie inetd(8) ein
Signal schicken. Die Konfigurationsdatei von
inetd ist /etc/inetd.conf.
Diese Konfigurationsdatei liest inetd ein,
wenn er ein SIGHUP empfängt.
Suchen Sie die Prozess-ID des Prozesses, dem Sie ein Signal
schicken wollen. Benutzen Sie dazu ps(1) und grep(1).
Mit grep(1) können Sie in einer Ausgabe nach einem
String suchen. Da inetd(8) unter dem Benutzer
root läuft und Sie das Kommando als
normaler Benutzer absetzen, müssen Sie ps(1) mit
ax aufrufen:
% ps -ax | grep inetd
198 ?? IWs 0:00.00 inetd -wWDie Prozess-ID von inetd(8) ist 198. In einigen
Fällen werden Sie auch das grep inetd
Kommando in der Ausgabe sehen. Dies hat damit zu tun, wie
ps(1) die Liste der laufenden Prozesse untersucht.
Senden Sie das Signal mit kill(1). Da inetd(8)
unter dem Benutzer root läuft, müssen
Sie zuerst mit su(1) root werden:
% su
Password:
# /bin/kill -s HUP 198kill(1) wird, wie andere Kommandos von UNIX® Systemen auch, keine Ausgabe
erzeugen, wenn das Kommando erfolgreich war. Wenn Sie versuchen,
einem Prozess, der nicht Ihnen gehört, ein Signal zu
senden, dann werden Sie die Meldung
kill: PID: Operation not
permitted sehen. Wenn Sie sich bei der Eingabe der
PID vertippen, werden Sie das Signal dem falschen Prozess
schicken, was schlecht sein kann. Wenn Sie Glück haben,
existiert der Prozess nicht und Sie werden mit der Ausgabe
kill: PID: No such
process belohnt.
/bin/kill benutzen?: Viele Shells stellen kill als internes
Kommando zur Verfügung, das heißt die Shell sendet
das Signal direkt, anstatt /bin/kill
zu starten. Das kann nützlich sein, aber die
unterschiedlichen Shells benutzen eine verschiedene Syntax,
um die Namen der Signale anzugeben. Anstatt jede Syntax zu
lernen, kann es einfacher sein, /bin/kill
direkt aufzurufen....
Andere Signale senden Sie auf die gleiche Weise, ersetzen
Sie nur TERM oder KILL
entsprechend.
Von der tagtäglichen Arbeit mit FreeBSD wird eine Menge
mit der Kommandozeilen Schnittstelle der Shell erledigt. Die
Hauptaufgabe einer Shell besteht darin, Kommandos der Eingabe
anzunehmen und diese auszuführen. Viele Shells haben
außerdem eingebaute Funktionen, die die tägliche
Arbeit erleichtern, beispielsweise eine Dateiverwaltung,
die Vervollständigung von Dateinamen (Globbing), einen
Kommandozeileneditor, sowie Makros und Umgebungsvariablen. FreeBSD
enthält die Shells sh (die Bourne Shell) und
tcsh (die verbesserte C-Shell) im Basissystem.
Viele andere Shells, wie zsh oder
bash, befinden sich in der Ports-Sammlung.
Welche Shell soll ich benutzen? Das ist wirklich eine
Geschmacksfrage. Sind Sie ein C-Programmierer, finden Sie
vielleicht eine C-artige Shell wie die tcsh
angenehmer. Kommen Sie von Linux oder ist Ihnen der Umgang mit UNIX® Systemen
neu, so könnten Sie die bash probieren.
Der Punkt ist, dass
jede Shell ihre speziellen Eigenschaften hat, die mit Ihrer
bevorzugten Arbeitsumgebung harmonieren können oder nicht.
Sie müssen sich eine Shell aussuchen.
Ein verbreitetes Merkmal in Shells ist die
Dateinamen-Vervollständigung. Sie müssen nur einige
Buchstaben eines Kommandos oder eines Dateinamen eingeben und
die Shell vervollständigt den Rest automatisch durch
drücken der Tab-Taste. Hier ist ein Beispiel.
Angenommen, Sie
haben zwei Dateien foobar und
foo.bar. Die Datei
foo.bar möchten Sie löschen. Nun
würden Sie an der Tastatur eingeben:
rm fo[Tab].
[Tab].
Die Shell würde dann rm
foo[BEEP].bar ausgeben.
[BEEP] meint den Rechner-Piepser. Diesen gibt die Shell
aus, um anzuzeigen, dass es den Dateinamen nicht
vervollständigen konnte, da es mehrere Möglichkeiten
gibt. Beide Dateien foobar und
foo.bar beginnen mit fo,
so konnte nur bis foo ergänzt werden.
Nachdem Sie . eingaben und dann die
Tab-Taste
drückten, konnte die Shell den Rest für Sie
ausfüllen.
Ein weiteres Merkmal der Shell ist der Gebrauch von Umgebungsvariablen. Dies sind veränderbare Schlüsselpaare im Umgebungsraum der Shell, die jedes von der Shell aufgerufene Programm lesen kann. Daher enthält der Umgebungsraum viele Konfigurationsdaten für Programme. Die folgende Liste zeigt verbreitete Umgebungsvariablen und was sie bedeuten:
| Variable | Beschreibung |
|---|---|
USER | Name des angemeldeten Benutzers. |
PATH | Liste mit Verzeichnissen (getrennt durch Doppelpunkt) zum Suchen nach Programmen. |
DISPLAY | Der Name des X11-Bildschirms, auf dem Ausgaben erfolgen sollen. |
SHELL | Die aktuelle Shell. |
TERM | Name des Terminaltyps des Benutzers. Benutzt, um die Fähigkeiten des Terminals zu bestimmen. |
TERMCAP | Datenbankeintrag der Terminal Escape Codes, benötigt um verschieden Terminalfunktionen auszuführen. |
OSTYPE | Typ des Betriebsystems, beispielsweise FreeBSD. |
MACHTYPE | Die CPU Architektur auf dem das System läuft. |
EDITOR | Vom Benutzer bevorzugter Text-Editor. |
PAGER | Vom Benutzer bevorzugter Text-Betrachter. |
MANPATH | Liste mit Verzeichnissen (getrennt durch Doppelpunkt) zum Suchen nach Manualpages. |
Das Setzen von Umgebungsvariablen funktioniert
von Shell zu Shell unterschiedlich. Zum Beispiel benutzt man
in C-artigen Shells wie der tcsh dazu
setenv. Unter Bourne-Shells wie sh
oder bash benutzen Sie zum Setzen von
Umgebungsvariablen export. Um
beispielsweise die Variable EDITOR mit
csh oder tcsh auf
/usr/local/bin/emacs zu setzen, setzen Sie das
folgende Kommando ab:
% setenv EDITOR /usr/local/bin/emacsUnter Bourne-Shells:
% export EDITOR="/usr/local/bin/emacs"Sie können die meisten Shells Umgebungsvariablen
expandieren lassen, in dem Sie in der Kommandozeile ein
$ davor eingeben. Zum Beispiel gibt
echo $TERM aus, worauf $TERM
gesetzt ist, weil die Shell $TERM expandiert
und das Ergebnis an echo gibt.
Shells behandeln viele Spezialzeichen, so genannte
Metazeichen, als besondere Darstellungen für Daten.
Das allgemeinste ist das Zeichen *, das eine
beliebige Anzahl Zeichen in einem Dateinamen repräsentiert.
Diese Metazeichen können zum Vervollständigen von
Dateinamen (Globbing) benutzt werden. Beispielsweise liefert
das Kommando echo * nahezu das gleiche
wie die Eingabe von ls, da die Shell alle
Dateinamen die mit * übereinstimmen, an
echo weitergibt.
Um zu verhindern, dass die Shell diese Sonderzeichen
interpretiert, kann man sie schützen, indem man ihnen einen
Backslash (\) voranstellt. echo
$TERM gibt aus, auf was auch immer Ihr Terminal
gesetzt ist. echo \$TERM gibt
$TERM genauso aus, wie es hier steht.
Der einfachste Weg Ihre Shell zu ändern, ist das
Kommando chsh zu benutzen.
chsh platziert Sie im Editor, welcher durch
Ihre Umgebungsvariable EDITOR gesetzt ist,
im vi wenn die Variable nicht gesetzt ist.
Ändern Sie die Zeile mit „Shell:“
entsprechend Ihren Wünschen.
Sie können auch chsh mit der Option
-s aufrufen, dann wird Ihre Shell gesetzt,
ohne dass Sie in einen Editor gelangen. Um Ihre Shell
zum Beispiel auf die bash zu ändern,
geben Sie das folgende Kommando ein:
% chsh -s /usr/local/bin/bashDie von Ihnen gewünschte Shell
muss in /etc/shells
aufgeführt sein. Haben Sie eine Shell aus der
Ports-Sammlung installiert,
sollte das schon automatisch erledigt werden. Installierten
Sie die Shell von Hand, so müssen Sie sie dort
eintragen.
Haben Sie beispielsweise die bash nach
/usr/local/bin installiert, geben Sie
Folgendes ein:
# echo "/usr/local/bin/bash" >> /etc/shellsDanach können Sie chsh aufrufen.
Eine großer Teil der Konfiguration wird bei FreeBSD durch das Editieren von Textdateien erledigt. Deshalb ist es eine gute Idee, mit einem Texteditor vertraut zu werden. FreeBSD hat ein paar davon im Basissystem und sehr viel mehr in der Ports-Sammlung.
Der am leichtesten und einfachsten zu erlernende Editor nennt
sich ee, was für
easy editor steht.
Um ee zu starten, gibt man in der
Kommandozeile ee filename ein, wobei
filename den Namen der zu editierenden
Datei darstellt. Um zum Beispiel /etc/rc.conf
zu editieren, tippen Sie ee /etc/rc.conf ein.
Einmal im Editor, finden Sie alle Editor-Funktionen oben im
Display aufgelistet. Das Einschaltungszeichen
^ steht für die Ctrl (oder
Strg) Taste, mit ^e ist also die
Tastenkombination Ctrl+e
gemeint. Um ee zu verlassen, drücken
Sie Esc und wählen dann leave
editor aus. Der Editor fragt nach, ob Sie speichern
möchten, wenn die Datei verändert wurde.
FreeBSD verfügt über leistungsfähigere Editoren wie vi als Teil des Basissystems, andere Editoren wie emacs oder vim sind Teil der Ports-Sammlung. Diese Editoren bieten höhere Funktionalität und Leistungsfähigkeit, jedoch auf Kosten einer etwas schwierigeren Erlernbarkeit. Wenn Sie viele Textdateien editieren, sparen Sie auf lange Sicht mehr Zeit durch das Erlernen von Editoren wie vim oder emacs ein.
Viele Anwendungen, die Dateien verändern oder Texteingabe
erwarten, werden automatisch einen Texteditor öffnen. Um den
Standardeditor zu ändern, setzen Sie die Umgebungsvariable
EDITOR. Um mehr darüber zu erfahren, lesen Sie den
Abschnitt Shells.
Der Begriff Gerät wird meist in Verbindung mit Hardware
wie Laufwerken, Druckern, Grafikkarten oder Tastaturen gebraucht.
Der Großteil der Meldungen, die beim Booten von FreeBSD angezeigt
werden, beziehen sich auf gefundene Geräte. Sie können sich
die Bootmeldungen später in /var/run/dmesg.boot
ansehen.
Gerätenamen, die Sie wahrscheinlich in den Bootmeldungen sehen
werden, sind zum Beispiel acd0, das erste
IDE CD-ROM oder kbd0, die Tastatur.
Auf die meisten Geräte wird unter UNIX® Systemen über spezielle
Gerätedateien im /dev Verzeichnis
zugegriffen.
Wenn sie ein neues Gerät zu Ihrem System hinzufügen, oder die Unterstützung für zusätzliche Geräte kompilieren, müssen ein oder mehrere Gerätedateien erstellt werden.
Das Gerätedateisystem DEVFS
ermöglicht durch den
Namensraum des Dateisystems Zugriff auf den Namensraum der
Geräte im Kernel. Damit müssen Gerätedateien
nicht mehr extra angelegt werden, sondern werden von
DEVFS verwaltet.
Weitere Informationen finden Sie in devfs(5).
Um zu verstehen, warum FreeBSD das Format elf(5) benutzt, müssen Sie zunächst etwas über die drei gegenwärtig „dominanten“ ausführbaren Formate für UNIX® Systeme wissen:
Das älteste und „klassische“ Objektformat von UNIX® Systemen. Es benutzt einen kurzen, kompakten Header mit einer magischen Nummer am Anfang, die oft benutzt wird, um das Format zu charakterisieren (weitere Details finden Sie unter a.out(5)). Es enthält drei geladene Segmente: .text, .data und .bss, sowie eine Symboltabelle und eine Stringtabelle.
COFF
Das Objektformat von SVR3. Der Header enthält nun eine „Sectiontable“. Man kann also mit mehr als nur den Sections .text, .data und .bss arbeiten.
Der Nachfolger von COFF. Kennzeichnend sind mehrere Sections und mögliche 32-Bit- oder 64-Bit-Werte. Ein wesentlicher Nachteil: ELF wurde auch unter der Annahme entworfen, dass es nur eine ABI (Application Binary Interface) pro Systemarchitektur geben wird. Tatsächlich ist diese Annahme falsch – nicht einmal für die kommerzielle SYSV-Welt (in der es mindestens drei ABIs gibt: SVR4, Solaris, SCO) trifft sie zu.
FreeBSD versucht, dieses Problem zu umgehen, indem ein Werkzeug bereitgestellt wird, um ausführbare Dateien im ELF-Format mit Informationen über die ABI zu versehen, zu der sie passen. Weitere Informationen finden Sie in der Manualpage brandelf(1).
FreeBSD kommt aus dem „klassischen“ Lager
und verwendete traditionell das Format a.out(5), eine
Technik, die bereits über viele BSD-Releases
hinweg eingesetzt und geprüft worden ist. Obwohl es
bereits seit einiger Zeit möglich war, auf einem
FreeBSD-System auch Binaries (und Kernel) im
ELF-Format zu erstellen und
auszuführen, widersetzte FreeBSD sich anfangs dem
„Druck“, auf ELF als
Standardformat umzusteigen. Warum? Nun, als das
Linux-Lager die schmerzhafte Umstellung auf
ELF durchführte, ging es nicht so
sehr darum, dem ausführbaren Format
a.out zu entkommen, als dem
unflexiblen, auf Sprungtabellen basierten Mechanismus
für „Shared-Libraries“ der die Konstruktion von
Shared-Libraries für Hersteller und Entwickler
gleichermaßen sehr kompliziert machte. Da die
verfügbaren ELF-Werkzeuge eine
Lösung für das Problem mit den Shared-Libraries
anboten und ohnehin generell als „ein Schritt
vorwärts“ angesehen wurden, wurde der Aufwand
für die Umstellung als notwendig akzeptiert und die
Umstellung wurde durchgeführt. Unter FreeBSD ist der
Mechanismus von Shared-Libraries enger an den Stil des
Shared-Library-Mechanismus von Suns SunOS™
angelehnt und von daher sehr einfach zu verwenden.
Ja, aber warum gibt es so viele unterschiedliche Formate?
In alter, grauer Vorzeit gab es simple Hardware.
Diese simple Hardware unterstützte ein einfaches,
kleines System. a.out war absolut passend
für die Aufgabe, Binaries auf diesem simplen System (eine PDP-11)
darzustellen. Als UNIX® von diesem simplen System portiert
wurde, wurde auch das a.out-Format beibehalten,
weil es für die frühen Portierungen auf Architekturen
wie den Motorola 68000 und VAX ausreichte.
Dann dachte sich ein schlauer Hardware-Ingenieur,
dass, wenn er Software zwingen könnte, einige
Tricks anzustellen, es ihm möglich wäre, ein
paar Gatter im Design zu sparen, und seinen CPU-Kern
schneller zu machen. Obgleich es dazu gebracht wurde, mit
dieser neuen Art von Hardware (heute als RISC
bekannt) zu arbeiten, war a.out für
diese Hardware schlecht geeignet. Deshalb wurden viele neue
Formate entwickelt, um eine bessere Leistung auf dieser
Hardware zu erreichen, als mit dem begrenzten, simplen
a.out-Format. Dinge wie
COFF, ECOFF und
einige andere obskure wurden erdacht und ihre Grenzen
untersucht, bevor die Dinge sich in Richtung
ELF entwickelten.
Hinzu kam, dass die Größe von
Programmen gewaltig wurde und Festplatten sowie
physikalischer Speicher immer noch relativ klein waren.
Also wurde das Konzept von Shared-Libraries geboren. Das
VM-System wurde auch immer fortgeschrittener. Obwohl bei
jedem dieser Fortschritte das
a.out-Format benutzt worden ist,
wurde sein Nutzen mit jedem neuen Merkmal mehr und mehr
gedehnt. Zusätzlich wollte man Dinge dynamisch zur
Ausführungszeit laden, oder Teile ihres Programms
nach der Initialisierung wegwerfen, um Hauptspeicher
oder Swap-Speicher zu sparen. Programmiersprachen
wurden immer fortschrittlicher und man wollte, dass
Code automatisch vor der main-Funktion aufgerufen wird.
Das a.out-Format wurde oft
überarbeitet, um alle diese Dinge zu ermöglichen
und sie funktionierten auch für einige Zeit.
a.out konnte diese Probleme nicht
ohne ein ständiges Ansteigen eines Overheads im Code
und in der Komplexität handhaben. Obwohl
ELF viele dieser Probleme löste,
wäre es sehr aufwändig, ein System umzustellen, das
im Grunde genommen funktionierte. Also musste
ELF warten, bis es aufwändiger war, bei
a.out zu bleiben, als zu
ELF überzugehen.
Im Laufe der Zeit haben sich die Erstellungswerkzeuge, von denen FreeBSD seine Erstellungswerkzeuge abgeleitet hat (speziell der Assembler und der Loader), in zwei parallele Zweige entwickelt. Im FreeBSD-Zweig wurden Shared-Libraries hinzugefügt und einige Fehler behoben. Das GNU-Team, das diese Programme ursprünglich geschrieben hat, hat sie umgeschrieben und eine simplere Unterstützung zur Erstellung von Cross-Compilern durch beliebiges Einschalten verschiedener Formate usw. hinzugefügt. Viele Leute wollten Cross-Compiler für FreeBSD erstellen, aber sie hatten kein Glück, denn FreeBSD's ältere Sourcen für as und ld waren hierzu nicht geeignet. Die neuen GNU-Werkzeuge (binutils) unterstützen Cross-Compilierung, ELF, Shared-Libraries, C++-Erweiterungen und mehr. Weiterhin geben viele Hersteller ELF-Binaries heraus und es ist gut, wenn FreeBSD sie ausführen kann.
ELF ist ausdrucksfähiger als
a.out und gestattet eine bessere Erweiterbarkeit
des Basissystems. Die ELF-Werkzeuge werden
besser gewartet und bieten Unterstützung von
Cross-Compilierung, was für viele Leute wichtig ist.
ELF mag etwas langsamer sein, als
a.out, aber zu versuchen, das zu messen,
könnte schwierig werden. Es gibt unzählige Details, in
denen sich die beiden Formate unterscheiden, wie sie Pages
abbilden, Initialisierungscode handhaben usw. Keins davon
ist sehr wichtig, aber es sind Unterschiede. Irgendwann
wird die Unterstützung für Programme im
a.out-Format aus dem
GENERIC-Kernel entfernt werden.
Wenn es dann keinen oder kaum noch
Bedarf für die Unterstützung dieses Formates
gibt, werden die entsprechenden Routinen ganz entfernt
werden.
Die umfassendste Dokumentation rund um FreeBSD gibt es in
Form von Manualpages. Annähernd jedes Programm im System
bringt eine kurze Referenzdokumentation mit, die die
grundsätzliche Funktion und verschiedene Parameter
erklärt. Diese Dokumentationen kann man mit dem
man Kommando benutzen. Die Benutzung des
man Kommandos ist einfach:
% man KommandoKommando ist der Name des Kommandos,
über das Sie etwas erfahren wollen. Um beispielsweise
mehr über das Kommando ls zu lernen,
geben Sie ein:
% man lsDie Online-Dokumentation ist in nummerierte Sektionen unterteilt:
Benutzerkommandos.
Systemaufrufe und Fehlernummern.
Funktionen der C Bibliothek.
Gerätetreiber.
Dateiformate.
Spiele und andere Unterhaltung.
Verschiedene Informationen.
Systemverwaltung und -Kommandos.
Kernel Entwickler.
In einigen Fällen kann dasselbe Thema in mehreren
Sektionen auftauchen. Es gibt zum Beispiel ein chmod
Benutzerkommando und einen chmod()
Systemaufruf. In diesem Fall können Sie dem
man Kommando
sagen, aus welcher Sektion Sie die Information erhalten
möchten, indem Sie die Sektion mit angeben:
% man 1 chmodDies wird Ihnen die Manualpage für das Benutzerkommando
chmod zeigen. Verweise auf eine Sektion
der Manualpages werden traditionell in Klammern
gesetzt. So bezieht sich chmod(1) auf das
Benutzerkommando chmod und mit
chmod(2) ist der Systemaufruf gemeint.
Das ist nett, wenn Sie den Namen eines Kommandos wissen,
und lediglich wissen wollen, wie es zu benutzen ist. Aber was
tun Sie, wenn Sie Sich nicht an den Namen des Kommandos
erinnern können? Sie können mit man
nach Schlüsselbegriffen in den
Kommandobeschreibungen zu suchen, indem Sie den Parameter
-k benutzen:
% man -k mailMit diesem Kommando bekommen Sie eine Liste der
Kommandos, deren Beschreibung das Schlüsselwort
„mail“ enthält. Diese Funktionalität
erhalten Sie auch, wenn Sie das Kommando apropos
benutzen.
Nun, Sie schauen Sich alle die geheimnisvollen Kommandos
in /usr/bin an, haben aber nicht den
blassesten Schimmer, wozu die meisten davon gut sind? Dann
rufen Sie doch das folgende Kommando auf:
% cd /usr/bin
% man -f *Dasselbe erreichen Sie durch Eingabe von:
% cd /usr/bin
% whatis *FreeBSD enthält viele Anwendungen und Utilities
der Free Software Foundation (FSF). Zusätzlich zu den
Manualpages bringen diese Programme ausführlichere
Hypertext-Dokumente (info genannt) mit,
welche man sich mit dem Kommando info
ansehen kann. Wenn Sie emacs
installiert haben, können Sie auch dessen info-Modus
benutzen.
Um das Kommando info(1) zu benutzen, geben Sie ein:
% infoEine kurze Einführung gibt es mit
h; eine Befehlsreferenz erhalten Sie durch
Eingabe von: ?.
[1] Genau das ist mit i386 gemeint. Auch
wenn Ihr System keine Intel 386 CPU besitzt, wird
i386 ausgegeben. Es wird immer die
Architektur und nicht der Typ des Prozessors ausgegeben.
[2] Startskripten sind Programme, die FreeBSD automatisch bei jedem Startvorgang ausführt. Der Zweck der Skripte besteht darin, das System zu konfigurieren und nützliche Dienste im Hintergrund zu starten.
[3] Eine recht technische und genaue Beschreibung der FreeBSD-Konsole und der Tastatur-Treiber finden Sie in den Hilfeseiten syscons(4), atkbd(4), vidcontrol(1) und kbdcontrol(1). Lesen Sie diese Seiten, wenn Sie an den Einzelheiten interessiert sind.
[4] Das stimmt nicht ganz: Es gibt Fälle, in denen ein Prozess nicht unterbrochen werden kann. Wenn der Prozesss zum Beispiel eine Datei von einem anderen Rechner auf dem Netzwerk liest und dieser Rechner aus irgendwelchen Gründen nicht erreichbar ist (ausgeschaltet, oder ein Netzwerkfehler), dann ist der Prozess nicht zu unterbrechen. Wenn der Prozess den Lesezugriff nach einem Timeout von typischerweise zwei Minuten aufgibt, dann wir er beendet.
FreeBSD enthält sehr viele Systemwerkzeuge, die Teil des Basissystems sind. Allerdings sind Sie früher oder später auf Software Dritter angewiesen, damit Sie bestimmte Arbeiten durchführen können. Um diese Software zu installieren, stellt FreeBSD zwei sich ergänzende Methoden zur Verfügung: Die Ports-Sammlung (zur Installation aus dem Quellcode) sowie Pakete (auch als Packages bezeichnet, zur Installation von vorkompilierten binären Softwarepaketen). Sie können beide Methoden benutzen, um Ihre Lieblingsanwendungen von lokalen Medien oder über das Netzwerk zu installieren.
Dieses Kapitel behandelt die folgenden Themen:
Die Installation binärer Softwarepakete.
Der Bau Software Dritter aus dem Quellcode mithilfe der Ports-Sammlung.
Wie zuvor installierte Pakete oder Ports entfernt werden.
Wie Sie die Voreinstellungen der Ports-Sammlung überschreiben.
Die Suche nach geeigneter Software.
Wie Sie Ihre Anwendungen aktualisieren.
Wenn Sie schon einmal ein UNIX® System benutzt haben, werden Sie wissen, dass zusätzliche Software meist wie folgt installiert wird:
Download der Software, die als Quelltext oder im Binärformat vorliegen kann.
Auspacken der Software, die typischerweise ein mit compress(1), gzip(1) oder bzip2(1) komprimiertes Tar-Archiv enthält.
Durchsuchen der Dokumentation, die sich meist in Dateien wie
INSTALL, README oder
mehreren Dateien im Verzeichnis doc/
befindet, nach Anweisungen, wie die Software
zu installieren ist.
Kompilieren der Software wenn sie als Quelltext vorliegt.
Dazu müssen Sie vielleicht das Makefile
anpassen, oder configure laufen lassen, oder
andere Arbeiten durchführen.
Testen und installieren der Software.
Das beschreibt aber nur den optimalen Fall. Wenn Sie Software installieren, die nicht speziell für FreeBSD geschrieben wurde, müssen Sie vielleicht sogar den Quelltext anpassen, damit die Software funktioniert.
Wenn Sie unbedingt wollen, können Sie mit FreeBSD Software nach der „althergebrachten“ Methode installieren. Mit Paketen oder Ports bietet Ihnen FreeBSD allerdings zwei Methoden an, die Ihnen sehr viel Zeit sparen können. Zurzeit werden über 24,000 Anwendungen Dritter über diese Methoden zur Verfügung gestellt.
Das FreeBSD-Paket einer Anwendung besteht aus einer einzigen
Datei, die Sie sich herunterladen müssen. Das Paket
enthält schon übersetzte Kommandos der Anwendung, sowie
zusätzliche Konfigurationsdateien oder Dokumentation. Zur
Handhabung der Pakete stellt FreeBSD-Kommandos wie pkg_add(1),
pkg_delete(1) oder pkg_info(1) zur Verfügung.
Mit diesem System können neue Anwendungen mit einem
Kommando, pkg_add, installiert werden.
Der FreeBSD-Port einer Anwendung ist eine Sammlung von Dateien, die das Kompilieren der Quelltexte einer Anwendung automatisieren.
Die Dateien eines Ports führen für Sie alle oben aufgeführten Schritte zum Installieren einer Anwendung durch. Mit einigen wenigen Kommandos wird der Quellcode der Anwendung automatisch heruntergeladen, ausgepackt, gepatcht, übersetzt und installiert.
Tatsächlich kann das Portsystem auch dazu benutzt werden,
Pakete zu generieren, die Sie mit den gleich beschriebenen Kommandos,
wie pkg_add, manipulieren können.
Pakete und Ports beachten Abhängigkeiten zwischen
Anwendungen. Angenommen, Sie wollen eine Anwendung installieren,
die von einer Bibliothek abhängt und die Anwendung wie die
Bibliothek sind als Paket oder Port für FreeBSD verfügbar.
Wenn Sie pkg_add oder das Portsystem benutzen,
um die Anwendung zu installieren, werden Sie bemerken, dass
die Bibliothek zuerst installiert wird, wenn sie nicht schon vorher
installiert war.
Sie werden sich fragen, warum FreeBSD-Pakete und -Ports unterstützt, wo doch beide Methoden fast gleiches leisten. Beide Methoden haben ihre Stärken und welche Sie einsetzen, hängt letztlich von Ihren Vorlieben ab.
Das komprimierte Paket einer Anwendung ist normalerweise kleiner als das komprimierte Archiv der Quelltexte.
Pakete müssen nicht mehr kompiliert werden. Dies ist ein Vorteil, wenn Sie große Pakete, wie Mozilla, KDE oder GNOME auf langsamen Maschinen installieren.
Wenn Sie Pakete verwenden, brauchen Sie nicht zu verstehen, wie Sie Software unter FreeBSD kompilieren.
Da die Pakete auf möglichst vielen System laufen sollen, werden Optionen beim Übersetzen zurückhaltend gesetzt. Wenn Sie eine Anwendung über die Ports installieren, können Sie die Angabe der Optionen optimieren. Zum Beispiel können Sie spezifischen Code für Pentium 4 oder Athlon Prozessoren erzeugen.
Die Eigenschaften einiger Anwendungen werden über Optionen zum Zeitpunkt des Übersetzens festgelegt. Apache kann zum Beispiel über viele eingebaute Optionen konfiguriert werden. Wenn Sie das Portsystem benutzen, können Sie die Vorgaben für die Optionen überschreiben.
Für einige Fälle existieren verschiedene
Pakete einer Anwendung, die beim Übersetzen
unterschiedlich konfiguriert wurden. Für
Ghostscript gibt es ein
ghostscript-Paket und ein
ghostscript-nox11-Paket, die sich durch die
X11 Unterstützung unterscheiden. Diese grobe Unterscheidung
ist mit dem Paketsystem möglich, wird aber schnell
unhandlich, wenn eine Anwendung mehr als ein oder zwei Optionen
zum Zeitpunkt des Übersetzens besitzt.
Die Lizenzbestimmungen mancher Software verbietet ein Verbreiten in binärer Form. Diese Software muss als Quelltext ausgeliefert werden.
Einige Leute trauen binären Distributionen nicht. Wenn Sie den Quelltext besitzen, können Sie sich diesen (zumindest theoretisch) durchlesen und nach möglichen Problemen durchsuchen.
Wenn Sie eigene Anpassungen besitzen, benötigen Sie den Quelltext, um diese anzuwenden.
Manch einer besitzt gerne den Quelltext, um ihn zu lesen, wenn es einmal langweilig ist, ihn zu hacken, oder sich einfach ein paar Sachen abzugucken (natürlich nur, wenn es die Lizenzbestimmungen erlauben).
Wenn Sie über aktualisierte Ports informiert sein wollen, lesen Sie bitte die Mailinglisten FreeBSD ports und FreeBSD ports bugs.
Bevor Sie eine Anwendung installieren, sollten Sie auf der Seite http://vuxml.FreeBSD.org/ über mögliche Sicherheitsprobleme mit der Anwendung informieren.
Die Anwendung
ports-mgmt/portaudit
prüft automatisch alle installierten Anwendungen
auf bekannte Sicherheitslöcher. Vor dem Bau eines
Ports findet ebenfalls eine Prüfung statt.
Installierte Pakete prüfen Sie mit dem
Kommando portaudit -F -a.
Der Rest dieses Kapitels beschreibt, wie Sie Software Dritter mit Paketen oder Ports auf einem FreeBSD-System installieren und verwalten.
Bevor Sie eine Anwendung installieren, müssen Sie deren Art und Namen kennen.
Die Anzahl der nach FreeBSD portierten Anwendungen steigt ständig. Zum Glück gibt es einige Wege, die richtige zu finden.
Eine aktuelle Liste verfügbarer Anwendungen, die sich auch durchsuchen lässt, finden Sie unter http://www.FreeBSD.org/ports/. Die Anwendungen sind in Kategorien unterteilt und Sie können sich alle Anwendungen einer Kategorie anzeigen lassen. Wenn Sie den Namen der Anwendung kennen, können Sie natürlich auch direkt nach dem Namen suchen.
FreshPorts, das von Dan Langille gepflegt wird, erreichen Sie unter http://www.FreshPorts.org/. FreshPorts verfolgt Änderungen an Anwendungen aus den Ports. Mit FreshPorts können Sie ein oder mehrere Ports beobachten und sich eine E-Mail schicken lassen, wenn ein Port aktualisiert wird.
Wenn Sie den Namen einer Anwendung nicht kennen, versuchen Sie eine Webseite wie FreshMeat (http://www.freshmeat.net/), um eine passende Anwendung zu finden. Schauen Sie dann auf der FreeBSD-Webseite nach, ob die Anwendung schon portiert wurde.
Wenn Sie den Portnamen kennen und nur nach der
Kategorie suchen wollen, verwenden Sie das Kommando
whereis(1). Geben Sie einfach
whereis ein.
DateiDatei ist der Name des
Programms, das Sie suchen:
# whereis lsof
lsof: /usr/ports/sysutils/lsofDamit haben wir herausgefunden, dass sich
lsof, ein Systemwerkzeug, im Verzeichnis
/usr/ports/sysutils/lsof
befindet.
Auch mit einem einfachen echo(1)-Befehl können Sie herausfinden, wo Sie einen bestimmten Port finden. Dazu ein Beispiel:
# echo /usr/ports/*/*lsof*
/usr/ports/sysutils/lsofBeachten Sie aber, dass dieser Befehl auch alle Dateien
im Verzeichnis /usr/ports/distfiles
findet, auf die der angegebene Suchbegriff passt.
Ein weiterer Weg, einen bestimmten Port zu finden, ist es,
die eingebaute Suchfunktion der Ports-Sammlung zu benutzen.
Dazu muss Ihr Arbeitsverzeichnis /usr/ports
sein. In diesem Verzeichnis rufen Sie
make
auf, wobei search
name=AnwendungsnameAnwendungsname
der Name der gesuchten Anwendung ist. Wenn Sie
zum Beispiel nach lsof suchen:
# cd /usr/ports
# make search name=lsof
Port: lsof-4.56.4
Path: /usr/ports/sysutils/lsof
Info: Lists information about open files (similar to fstat(1))
Maint: obrien@FreeBSD.org
Index: sysutils
B-deps:
R-deps: Der Teil der Ausgabe der Sie interessiert ist die Zeile, die mit „Path:“ beginnt, weil sie Ihnen sagt, wo der Port zu finden ist. Die anderen Informationen werden zum Installieren des Ports nicht direkt benötigt, Sie brauchen sich darum jetzt nicht weiter zu kümmern.
Erweiterte Suchen führen Sie mit dem Kommando
make
aus. Damit werden Portnamen, Kommentare, Beschreibungen und
Abhängigkeiten nach search
key=TextText
durchsucht. Dies kann sehr nützlich sein, wenn Sie
den Namen des Programms, nach dem Sie suchen, nicht kennen.
In beiden Fällen wird Groß- und Kleinschreibung bei der Suche ignoriert. Die Suche nach „LSOF“ wird dieselben Ergebnisse wie die Suche nach „lsof“ liefern.
Es gibt viele unterschiedliche Werkzeuge um Pakete in FreeBSD zu verwalten:
Auf einem laufenden System kann sysinstall
benutzt werden, um Pakete zu installieren, zu löschen und
verfügbare und installierte anzuzeigen. Weitere Informationen
finden Sie unter Abschnitt 2.10.11, „Pakete installieren“.
Die Paketverwaltungswerkzeuge der Kommandozeile sind die Themen von diesem Kapitel.
Mit pkg_add(1) können Sie ein FreeBSD-Paket von einer lokalen Datei oder über das Netzwerk installieren.
# ftp -a ftp2.FreeBSD.org
Connected to ftp2.FreeBSD.org.
220 ftp2.FreeBSD.org FTP server (Version 6.00LS) ready.
331 Guest login ok, send your email address as password.
230-
230- This machine is in Vienna, VA, USA, hosted by Verio.
230- Questions? E-mail freebsd@vienna.verio.net.
230-
230-
230 Guest login ok, access restrictions apply.
Remote system type is UNIX.
Using binary mode to transfer files.
ftp> cd /pub/FreeBSD/ports/packages/sysutils/
250 CWD command successful.
ftp> get lsof-4.56.4.tgz
local: lsof-4.56.4.tgz remote: lsof-4.56.4.tgz
200 PORT command successful.
150 Opening BINARY mode data connection for 'lsof-4.56.4.tgz' (92375 bytes).
100% |**************************************************| 92375 00:00 ETA
226 Transfer complete.
92375 bytes received in 5.60 seconds (16.11 KB/s)
ftp> exit
# pkg_add lsof-4.56.4.tgzWenn Sie die Pakete nicht lokal vorliegen haben (zum Beispiel
auf den FreeBSD-CD-ROMs), ist es wahrscheinlich einfacher den
Schalter -r von pkg_add(1) zu verwenden. Das
Werkzeug bestimmt dann automatisch das nötige Objektformat und
die richtige Version des Pakets, lädt dieses dann von einem
FTP-Server und installiert das Paket.
# pkg_add -r lsofDas obige Beispiel würde ohne weitere Interaktion das
richtige Paket herunterladen und installieren. Pakete
werden vom FreeBSD-Hauptserver heruntergeladen. Wenn Sie
anderen Server verwenden möchten, geben Sie den
Server in der Umgebungsvariablen PACKAGESITE
an. Die Dateien werden
mit fetch(3), das Umgebungsvariablen wie
FTP_PASSIVE_MODE, FTP_PROXY und
FTP_PASSWORD berücksichtigt, heruntergeladen.
Wenn Sie durch eine Firewall geschützt werden, müssen Sie
vielleicht eine oder mehrere dieser Umgebungsvariablen setzen oder
einen FTP oder HTTP Proxy verwenden. Eine Liste der
unterstützten Umgebungsvariablen finden Sie in fetch(3).
Beachten Sie, dass im obigen Beispiel lsof
anstelle von lsof-4.56.4 verwendet wird. Wenn
Sie pkg_add(1) zum Herunterladen eines Pakets verwenden, darf
die Versionsnummer des Pakets nicht angegeben werden, da
automatisch die neuste Version der Anwendung geholt wird.
Unter FreeBSD-CURRENT oder FreeBSD-STABLE holt pkg_add(1)
die neuste Version einer Anwendung, unter einer Release
holt pkg_add(1) die Version der Anwendung, die
im Release enthalten ist. Sie können dies ändern,
indem Sie die Umgebungsvariable PACKAGESITE
überschreiben. Wenn Sie bespielsweise
FreeBSD 8.1-RELEASE installiert haben, versucht
pkg_add(1) in der Voreinstellung die Pakete von
ftp://ftp.freebsd.org/pub/FreeBSD/ports/i386/packages-8.1-release/Latest/
zu laden. Wollen Sie pkg_add(1) dazu zwingen, nur
FreeBSD 8-STABLE-Pakete herunterzuladen, setzen Sie die
Umgebungsvariable PACKAGESITE auf
ftp://ftp.freebsd.org/pub/FreeBSD/ports/i386/packages-8-stable/Latest/.
Pakete werden im .tgz- und
.tbz-Format ausgeliefert. Sie finden Sie unter
ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/ports/packages/
oder auf der FreeBSD-CD-ROM-Distribution. Jede CD der FreeBSD
Distribution (oder des PowerPaks) enthält Pakete im
Verzeichnis /packages. Die Struktur des
Paketbaums entspricht dem /usr/ports Baum.
Jede Kategorie besitzt ein eigenes Verzeichnis und alle
Pakete befinden sich im Verzeichnis
All.
Die Verzeichnisstruktur des Paketbaums ist ein Abbild der Ports, da beide Systeme eng zusammenarbeiten.
pkg_info(1) zeigt alle installierten Pakete und deren Beschreibung an.
# pkg_info
cvsup-16.1 A general network file distribution system optimized for CV
docbook-1.2 Meta-port for the different versions of the DocBook DTD
...pkg_version(1) vergleicht die Version installierter Pakete mit der Version aus der Ports-Sammlung.
# pkg_version
cvsup =
docbook =
...Die Symbole in der zweiten Spalte zeigen das Alter des Pakets im Vergleich zu der lokalen Version aus der Ports-Sammlung an.
| Symbol | Bedeutung |
|---|---|
| = | Die Version des installierten Paketes stimmt mit der Version aus der lokalen Ports-Sammlung überein. |
| < | Die installierte Version ist älter als die der verfügbaren Version aus der Ports-Sammlung. |
| > | Die installierte Version ist neuer als die aus der Ports-Sammlung (Eventuell ist die lokale Ports-Sammlung veraltet). |
| ? | Das installierte Paket konnte in der Ports-Sammlung nicht gefunden werden. Das kann dadurch hervorgerufen werden, dass ein installierter Port aus der Ports-Sammlung entfernt wurde oder einen neuen Namen erhalten hat. |
| * | In der Ports-Sammlung befinden sich mehrere Versionen der Anwendung. |
| ! | Das installierte Paket ist zwar im Index enthalten,
aus irgendeinem Grund war pkg_version
aber dennoch nicht in der Lage, die Versionsnummer des
installierten Pakets mit der Versionsnummer des
entsprechenden Eintrags im Index zu vergleichen. |
Um ein zuvor installiertes Paket zu entfernen, benutzen Sie das Werkzeug pkg_delete(1).
# pkg_delete xchat-1.7.1Beachten Sie, dass pkg_delete(1) die vollständige
Bezeichnung des Pakets benötigt (also Paketname
und Versionsnummer). Die Eingabe von
xchat (anstelle von
xchat-1.7.1) ist daher nicht
ausreichend. Zwar können Sie die Versionsnummer eines
installierten Pakets mit pkg_version(1) herausfinden,
es ist aber auch möglich, ein Paket zu deinstallieren,
ohne die exakte Versionsnummer zu kennen, wenn Sie Wildcards
einsetzen:
# pkg_delete xchat\*In diesem Beispiel werden alle Pakete gelöscht, deren
Name mit xchat beginnt.
Die folgenden Abschnitte stellen die grundlegenden Anweisungen
vor, um Anwendungen aus der Ports-Sammlung auf
Ihren Rechner zu installieren oder zu löschen. ports(7)
enthält eine Auflistung aller verfügbaren
make-Targets und Umgebungsvariablen.
Bevor Sie einen Port installieren können, müssen Sie
zuerst die Ports-Sammlung installieren, die aus Makefiles, Patches
und Beschreibungen besteht. Die Ports-Sammlung wird
für gewöhnlich unter /usr/ports
installiert.
Bei der FreeBSD-Installation hatten Sie in sysinstall die Möglichkeit, die Ports-Sammlung zu installieren. Wenn Sie die Sammlung damals nicht installiert haben, können Sie das mit den folgenden Anweisungen nachholen:
Dies ist eine schnelle Methode, um die Ports-Sammlung zu installieren und zu aktualisieren. CVSup wird im Abschnitt Benutzen von CVSup des Handbuchs beschrieben.
Die im Basissystem enthaltene Variante des CVSup-Protokolls heißt csup.
Achten Sie darauf, dass das Verzeichnis /usr/ports leer ist, bevor Sie
csup das erste Mal ausführen!
Haben Sie die Ports-Sammlung zuvor schon aus einer anderen
Quelle installiert, wird csup
bereits aus dem Repository entfernte Patches nicht aus der
lokalen Kopie der Ports-Sammlung löschen.
Rufen Sie csup auf:
# csup -L 2 -h cvsup.FreeBSD.org /usr/share/examples/cvsup/ports-supfileErsetzen Sie
cvsup.FreeBSD.org durch einen
CVSup-Server in Ihrer Nähe.
Eine vollständige Liste der
CVSup-Spiegel finden Sie im
Abschnitt CVSup-Server
des Handbuchs.
Sie sollten sich eine an Ihre Bedürfnisse angepasste
ports-supfile erstellen, um so
beispielsweise zu vermeiden, dass Sie bei jedem Aufruf von
CVSup wieder die Parameterliste
übergeben müssen.
Dazu kopieren Sie zuerst als root
die Datei
/usr/share/examples/cvsup/ports-supfile
nach /root oder in Ihr
Heimatverzeichnis.
Danach müssen Sie die Datei
ports-supfile anpassen.
Dazu ersetzen Sie
cvsup.FreeBSD.org durch einen
CVSup-Server in Ihrer Nähe.
Eine vollständige Liste der
CVSup-Spiegel finden Sie im
Abschnitt CVSup-Server
des Handbuchs.
Nun können Sie csup mit
folgender Syntax starten:
# csup -L 2 /root/ports-supfileMit csup(1) können Sie später auch die Ports-Sammlung aktualisieren. Die installierten Ports werden mit diesem Kommando allerdings nicht aktualisiert.
Bei Portsnap handelt es sich um ein alternatives System zur Distribution der Ports-Sammlung. Eine detaillierte Beschreibung von Portsnap finden Sie im Abschnitt Portsnap: Ein Werkzeug zur Aktualisierung der Ports-Sammlung des Handbuchs.
Laden Sie einen komprimierten Snapshot der Ports-Sammlung
in das Verzeichnis /var/db/portsnap herunter. Danach
können Sie die Internetverbindung trennen, wenn Sie dies
wünschen.
# portsnap fetchWenn Sie Portsnap das erste
Mal verwenden, müssen Sie den Snapshot nach
/usr/ports
extrahieren:
# portsnap extractIst die Ports-Sammlung bereits installiert, und Sie wollen diese nur aktualisieren, führen Sie stattdessen folgenden Befehl aus:
# portsnap updateNicht zuletzt ist es auch möglich, die Ports-Sammlung über sysinstall zu installieren. Beachten Sie dabei aber, dass bei dieser Methode nicht die aktuellste Version der Ports-Sammlung, sondern die Version, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der installierten FreeBSD-Version aktuell war, installiert wird. Haben Sie Zugriff auf das Internet, so sollten Sie daher stets eine der weiter oben beschriebenen Methoden verwenden, um die Ports-Sammlung zu installieren.
Führen Sie als root
sysinstall aus:
# sysinstallWählen Sie den Punkt aus und drücken Sie Enter.
Wählen Sie dann aus und drücken Sie Enter.
In diesem Menü wählen Sie aus und drücken die Leertaste.
Danach wählen Sie Exit aus und
drücken Enter.
Legen Sie nun ein geeignetes Installationsmedium, wie CD-ROM oder FTP, fest.
Wählen Sie nun Exit aus und
drücken Enter.
Verlassen Sie sysinstall mit X.
Was ist mit einem „Gerüst“ im Zusammenhang mit der Ports-Sammlung gemeint? In aller Kürze: ein Gerüst eines Ports ist ein minimaler Satz von Dateien, mit denen das FreeBSD-System eine Anwendung sauber übersetzen und installieren kann. Ein jeder Port beinhaltet:
Eine Datei Makefile. Das
Makefile enthält verschiedene
Anweisungen, die spezifizieren, wie eine Anwendung kompiliert
wird und wo sie auf Ihrem System installiert werden
sollte.
Eine Datei distinfo. Diese
enthält Informationen, welche Dateien heruntergeladen
werden müssen sowie deren MD5-Prüfsummen
(die Sie mit sha256(1)
überprüfen können, um sicher zu gehen,
dass diese Dateien während des Herunterladens nicht
beschädigt wurden).
Ein files Verzeichnis. Hierin
liegen Patches, welche das Übersetzen und Installieren
der Anwendung ermöglichen. Patches sind im Wesentlichen
kleine Dateien, die Änderungen an speziellen Dateien
spezifizieren. Sie liegen als reiner Text vor und sagen
ungefähr:
„Lösche Zeile 10“ oder
„Ändere Zeile 26 zu ...“. Patches sind
auch bekannt unter dem Namen „diffs“, weil
Sie mit dem Programm diff(1)
erstellt werden.
Dieses Verzeichnis kann auch noch andere Dateien enthalten, welche zum Bauen des Ports benutzt werden.
Eine Datei pkg-descr. Eine
ausführlichere, oft mehrzeilige Beschreibung der
Anwendung.
Eine Datei pkg-plist. Das ist eine
Liste aller Dateien, die durch diesen Port installiert werden.
Außerdem sind hier Informationen enthalten, die zum
Entfernen des Ports benötigt werden.
Einige Ports besitzen noch andere Dateien, wie
pkg-message, die vom Portsystem benutzt
werden, um spezielle Situationen zu handhaben. Wenn Sie mehr
über diese Dateien oder das Port-System erfahren sollen, lesen
Sie bitte das
FreeBSD Porter's Handbook.
Ein Port enthält lediglich Anweisungen, wie der Quelltext zu bauen ist, nicht aber den eigentlichen Quelltext. Den Quelltext erhalten Sie von einer CD-ROM oder aus dem Internet. Quelltexte werden in einem Format nach Wahl des jeweiligen Software-Autors ausgeliefert. Häufig ist dies ein gezipptes Tar-Archiv, aber es kann auch mit einem anderen Tool komprimiert oder gar nicht komprimiert sein. Der Quelltext, in welcher Form er auch immer vorliegen mag, wird „Distfile“ genannt. Die zwei Methoden, mit denen ein Port installiert wird, werden unten besprochen.
Zum Installieren von Ports müssen Sie als Benutzer
root angemeldet sein.
Stellen Sie sicher, dass die Ports-Sammlung aktuell ist, bevor Sie einen Port installieren. Informieren Sie sich vorher zusätzlich unter http://vuxml.FreeBSD.org/ über mögliche Sicherheitsprobleme des zu installierenden Ports.
Vor der Installation kann
portaudit eine neue Anwendung
automatisch auf Sicherheitslöcher prüfen.
Das Werkzeug befindet sich in der Ports-Sammlung
(ports-mgmt/portaudit).
Vor der Installation einer neuen Anwendung sollten
Sie mit portaudit -F die
Sicherheitsdatenbank aktualisieren. Die täglich
laufende Sicherheitsprüfung des Systems
aktualisiert die Datenbank und prüft installierte
Anwendungen auf vorhandene Sicherheitslöcher.
Weiteres erfahren Sie in den Hilfeseiten portaudit(1)
und periodic(8).
Die Ports-Sammlung geht davon, dass Ihr System über
eine funktionierende Internetverbindung verfügt.
Ist dies nicht der Fall, müssen Sie eine Kopie des zu
installierenden Distfiles manuell nach
/usr/ports/distfiles kopieren.
Dazu wechseln Sie als erstes in das Verzeichnis des Ports, den Sie installieren wollen:
# cd /usr/ports/sysutils/lsofIm Verzeichnis lsof kann man das
Gerüst erkennen. Der
nächste Schritt ist das Übersetzen (auch Bauen genannt)
des Ports durch die Eingabe des Befehls
make:
# make
>> lsof_4.57D.freebsd.tar.gz doesn't seem to exist in /usr/ports/distfiles/.
>> Attempting to fetch from ftp://lsof.itap.purdue.edu/pub/tools/unix/lsof/.
===> Extracting for lsof-4.57
...
[Ausgabe des Auspackens weggelassen]
...
>> Checksum OK for lsof_4.57D.freebsd.tar.gz.
===> Patching for lsof-4.57
===> Applying FreeBSD patches for lsof-4.57
===> Configuring for lsof-4.57
...
[configure-Ausgabe weggelassen]
...
===> Building for lsof-4.57
...
[Ausgabe der Übersetzung weggelassen]
...
#Ist die Übersetzungsprozedur beendet, landen Sie
wiederum in der Kommandozeile und können das Programm
im nächsten Schritt installieren. Dazu verwenden Sie
den Befehl make
:install
# make install
===> Installing for lsof-4.57
...
[Ausgabe der Installation weggelassen]
...
===> Generating temporary packing list
===> Compressing manual pages for lsof-4.57
===> Registering installation for lsof-4.57
===> SECURITY NOTE:
This port has installed the following binaries which execute with
increased privileges.
#Nachdem die Installation abgeschlossen ist, können Sie
die gerade installierte Anwendung starten. Da
lsof eine Anwendung ist, die mit erhöhten
Rechten läuft, wird eine Sicherheitswarnung angezeigt. Sie
sollten alle Warnungen während des Baus und der Installation
eines Ports beachten.
Es ist eine gute Idee, das Unterverzeichnis work nach erfolgter Installation
wieder zu löschen. Einerseits gewinnen Sie dadurch
Speicherplatz, andererseits könnte es sonst zu Problemen
bei der Aktualisierung des Ports auf eine neuere Version
kommen.
# make clean
===> Cleaning for lsof-4.57
#Sie können zwei Schritte sparen, wenn Sie gleich
make
anstelle von install clean make, make
install und make
clean eingeben.
Um die Suche nach Kommandos zu beschleunigen, speichern
einige Shells eine Liste der verfügbaren Kommandos in den
durch die Umgebungsvariable PATH gegebenen
Verzeichnissen. Nach der Installation eines Ports müssen
Sie in einer solchen Shell vielleicht das Kommando
rehash absetzen, um die neu installierten
Kommandos benutzen zu können. Das Kommando
rehash gibt es in Shells wie
der tcsh. Unter Shells wie
der sh
benutzen Sie das Kommando hash -r.
Weiteres entnehmen Sie bitte der Dokumentation
Ihrer Shell.
Einige von Dritten angebotenen DVD-ROM-Produkte wie das
FreeBSD Toolkit von der FreeBSD Mall
enthalten auch Distfiles (komprimierte Quellcodepakete).
Diese lassen sich über die Ports-Sammlung installieren.
Dazu hängen Sie die DVD-ROM unter
/cdrom in den Verzeichnisbaum ein. Wenn
Sie einen anderen Mountpunkt verwenden, sollten Sie die
make-Variable CD_MOUNTPTS setzen, damit die
auf der DVD-ROM enthaltenen Distfiles automatisch verwendet
werden.
Beachten Sie bitte, dass die Lizenzen einiger Ports die Einbeziehung auf der CD-ROM verbieten. Das kann verschiedene Gründe haben. Beispielsweise eine Registrierung vor dem Herunterladen erforderlich oder die Weiterverteilung ist verboten. Wenn Sie einen Port installieren wollen, der nicht auf der CD-ROM enthalten ist, müssen Sie online sein.
Die Ports-Sammlung benutzt zum Herunterladen von Dateien
fetch(3), das Umgebungsvariablen wie
FTP_PASSIVE_MODE, FTP_PROXY und
FTP_PASSWORD berücksichtigt. Wenn Sie durch
eine Firewall geschützt werden, müssen Sie vielleicht
eine oder mehrere dieser Umgebungsvariablen setzen, oder einen FTP
oder HTTP Proxy verwenden. Eine Liste der unterstützten
Umgebungsvariablen finden Sie in fetch(3).
Benutzer ohne eine ständige Internet-Verbindung
werden das Kommando make fetch zu
schätzen wissen. Das Kommando lädt alle
benötigten Dateien eines Ports herunter. Sie
können das Kommando im Verzeichnis
/usr/ports laufen lassen. In diesem
Fall werden alle Dateien
heruntergeladen. Es ist auch möglich, make
nur in einem Teil
des Baums, wie fetch/usr/ports/net,
aufzurufen. Die Dateien von allen abhängigen
Ports werden mit diesem Kommando allerdings nicht
heruntergeladen. Wenn Sie diese Dateien ebenfalls
herunterladen wollen, ersetzen Sie im Kommando
fetch durch
fetch-recursive.
Abhängig davon, in welchem Verzeichnis
Sie make aufrufen, können
Sie analog zu make fetch die
Ports einer Kategorie oder alle Ports bauen. Beachten
Sie allerdings, dass manche Ports nicht zusammen
installiert werden können. Weiterhin gibt es
Fälle, in denen zwei Ports unterschiedliche
Inhalte in derselben Datei speichern wollen.
Manchmal ist es erforderlich, die benötigten
Dateien von einem anderen Ort als den im Port vorgesehenen
herunterzuladen. Der Ort wird durch die Variable
MASTER_SITES vorgegeben, die Sie
wie folgt überschreiben können:
# cd /usr/ports/directory
# make MASTER_SITE_OVERRIDE= \
ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/ports/distfiles/ fetchIm Beispiel wurde MASTER_SITES
mit dem Wert
ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/ports/distfiles/
überschrieben.
Einige Ports besitzen Optionen, mit denen Sie
zusätzliche Funktionen oder Sicherheitsoptionen
einstellen können (oder manchmal auch müssen).
Zusätzliche Optionen können beispielsweise für
www/firefox,
security/gpgme und
mail/sylpheed-claws
angegeben werden. Wenn ein Port über zusätzliche
Optionen verfügt, werden diese beim Bau des
Ports auf der Konsole ausgegeben.
Manchmal ist es nützlich (oder erforderlich),
in anderen Verzeichnissen zu arbeiten. Die Verzeichnisse
können Sie mit den Variablen WRKDIRPREFIX
und PREFIX einstellen. Die Variable
WRKDIRPREFIX gibt das Bauverzeichnis an:
# make WRKDIRPREFIX=/usr/home/example/ports installDieses Kommando baut den Port in
/usr/home/example/ports und installiert
ihn unter /usr/local.
Die Variable PREFIX legt das
Installations-Verzeichnis fest:
# make PREFIX=/usr/home/example/local installIn diesem Beispiel wird der Port unter
/usr/ports gebaut und nach
/usr/home/example/local installiert.
Sie können beide Variablen auch zusammen benutzen:
# make WRKDIRPREFIX=../ports PREFIX=../local installDie Kommandozeile ist zu lang, um sie hier komplett wiederzugeben, aber Sie sollten die zugrunde liegende Idee erkennen.
Einige Ports, welche imake(1) (Teil des
X-Window-Systems) benutzen, funktionieren nicht gut
mit PREFIX und bestehen darauf,
unter /usr/X11R6 installiert
zu werden. In ähnlicher Weise verhalten sich
einige Perl-Ports, die PREFIX
ignorieren und sich in den Perl-Verzeichnisbaum
installieren. Zu erreichen, dass solche Ports
PREFIX beachten, ist
schwierig oder sogar unmöglich.
Beim Bau einiger Ports erhalten Sie ein ncurses-basiertes
Menü, über dessen Optionen Sie den Bau dieser Ports
beeinflussen können. Es gibt diverse Möglichkeiten,
dieses Menü nach dem Bau eines Ports erneut aufzurufen, um
beispielsweise Optionen zu entfernen, hinzuzufügen oder
anzupassen. Sie können beispielsweise in das
Verzeichnis des Ports wechseln und dort den Befehl
make config
eingeben, wodurch das Menü mit den ursprünglichen
gewählten Optionen erneut aufgerufen wird. Eine andere
Möglichkeit bietet der Befehl make
showconfig, mit dem Sie eine Liste aller
Konfigurationsoptionen dieses Ports aufrufen. Eine weitere
Alternative bietet der Befehl make
rmconfig, der die von Ihnen
ursprünglich gewählten Optionen zurücksetzt und es
Ihnen dadurch ermöglicht, die Konfiguration erneut zu beginnen.
Die eben erwähnten Optionen (und viele andere) werden
ausführlich in der Manualpage ports(7) beschrieben.
Da Sie nun wissen, wie man einen Port installiert, wollen Sie
sicher auch wissen, wie man ein über einen Port installiertes
Programm wieder deinstallieren kann. Ports werden analog zu
Paketen mit pkg_delete(1) deinstalliert (Lesen Sie sich den
Abschnitt Benutzen des
Paketsystems des Handbuchs durch, wenn Sie weitere Informationen
benötigen.). Für das vorhin installierte Programm
lsof würden Sie dazu wie folgt
vorgehen:
# pkg_delete lsof-4.57Als erstes sollten sie sich alle installierten Ports anzeigen lassen, von denen eine aktuellere Version in der Ports-Sammlung existiert. Dazu verwenden Sie den Befehl pkg_version(1):
# pkg_version -vNachdem Sie die Ports-Sammlung auf den neusten
Stand gebracht haben, lesen Sie bitte zuerst die Datei
/usr/ports/UPDATING, bevor
Sie einen Port aktualisieren. In dieser Datei werden
Probleme und zusätzlich durchzuführende
Schritte bei der Aktualisierung einzelner Ports
beschrieben. Dazu gehören solche Dinge wie
geänderte Dateiformate, verschobene Konfigurationsdateien,
aber auch Inkompatibilitäten zu einer
Vorgängerversion.
Sollte UPDATING etwas hier Gesagtem
widersprechen, so gilt das in UPDATING
Gesagte.
portupgrade wurde entwickelt, um
die Aktualisierung von Ports zu vereinfachen. Sie können
portupgrade über den Port
ports-mgmt/portupgrade wie
jeden anderen Port mit make installieren:install
clean
# cd /usr/ports/ports-mgmt/portupgrade/
# make install cleanDurchsuchen Sie regelmäßig (am besten vor jeder
Aktualisierung) die Liste der installierten Ports mit
pkgdb -F und beheben Sie alle gefundenen
Probleme.
Wenn Sie portupgrade -a eingeben,
beginnt portupgrade automatisch mit
der Aktualisierung aller veralteter Ports Ihres Systems.
Verwenden Sie den Schalter -i, wenn Sie
individuell entscheiden wollen, ob ein Port aktualisiert werden
soll:
# portupgrade -aiWenn Sie nur eine einzelne Anwendung anstelle
aller Anwendungen aktualisieren wollen, verwenden
Sie das Kommando
portupgrade .
Geben Sie den Schalter pkgname-R an, wenn
portupgrade zuvor alle
Ports aktualisieren soll, die von dem gegebenen
Paket abhängen.
Der Schalter -P verwendet zur
Installation Pakete anstelle von Ports. Mit dieser
Option durchsucht portupgrade
die in der Umgebungsvariablen PKG_PATH
aufgeführten Verzeichnisse nach Paketen. Sind
lokal keine Pakete vorhanden, versucht
portupgrade die Pakete
über das Netz herunterzuladen. Gibt es die Pakete
weder lokal noch auf entfernten Rechnern, werden die Ports
verwendet. Um dies zu verhindern, benutzen Sie die
Option -PP.
# portupgrade -PP gnome2Wenn Sie nur die Quelldateien des Ports (oder die Pakete
mit -P) herunterladen möchten,
ohne die Anwendung zu bauen oder zu installieren,
geben Sie die Option -F an.
Weitere Möglichkeiten lesen Sie bitte in
der Hilfeseite portupgrade(1) nach.
Portmanager ist ein weiteres
Werkzeug, das die Aktualisierung installierter Ports
erleichtert. Es kann über den Port
ports-mgmt/portmanager
installiert werden:
# cd /usr/ports/ports-mgmt/portmanager
# make install cleanAlle installierten Ports können danach durch folgende Eingabe aktualisiert werden:
# portmanager -uWenn Sie zusätzlich die Optionen -ui
an Portmanager übergeben, werden
Sie bei jedem Schritt um eine Bestätigung gefragt.
Portmanager ist außerdem in
der Lage, neue Ports auf Ihrem System zu installieren. Im
Gegensatz zum bekannten make install clean
aktualisiert es aber vor dem Bau und der Installation eines
Ports alle abhängigen Ports.
# portmanager x11/gnome2Treten bei den Abhängigkeiten des zu installierenden Ports Probleme auf, ist Portmanager in der Lage, alle Abhängigkeiten in der korrekten Reihenfolge neu zu bauen. Nachdem dieser Schritt abgeschlossen ist, wird der problematische Port ebenfalls neu gebaut.
# portmanager graphics/gimp -fWeitere Informationen finden Sie in der Manualpage portmanager(1).
Bei Portmaster handelt es sich
um ein weiteres Werkzeug zum Aktualisieren von Ports.
Portmaster nutzt nur Werkzeuge, die
bereits im Basissystem vorhanden sind (ist also nicht von
weiteren Ports abhängig). Es verwendet Informationen
in /var/db/pkg/, um
festzustellen, welche Ports aktualisiert werden sollen.
Sie können dieses Program über den Port
ports-mgmt/portmaster
installieren:
# cd /usr/ports/ports-mgmt/portmaster
# make install cleanPortmaster teilt Ports in vier Kategorien ein:
Root ports (no dependencies, not depended on)
Trunk ports (no dependencies, are depended on)
Branch ports (have dependencies, are depended on)
Leaf ports (have dependencies, not depended on)
Um eine Liste aller installierter Ports anzuzeigen (und nach
neueren Versionen zu suchen), verwenden Sie die Option
-L:
# portmaster -L
===>>> Root ports (No dependencies, not depended on)
===>>> ispell-3.2.06_18
===>>> screen-4.0.3
===>>> New version available: screen-4.0.3_1
===>>> tcpflow-0.21_1
===>>> 7 root ports
...
===>>> Branch ports (Have dependencies, are depended on)
===>>> apache-2.2.3
===>>> New version available: apache-2.2.8
...
===>>> Leaf ports (Have dependencies, not depended on)
===>>> automake-1.9.6_2
===>>> bash-3.1.17
===>>> New version available: bash-3.2.33
...
===>>> 32 leaf ports
===>>> 137 total installed ports
===>>> 83 have new versions available
Um alle derzeit installierten Ports zu aktualisieren, verwenden Sie einfach den folgenden Befehl:
# portmaster -aIn der Voreinstellung erzeugt
Portmaster eine Sicherheitskopie,
bevor ein installierter Port gelöscht wird. Ist die
Installation der neuen Version erfolgreich, wird dieses
Backup wieder gelöscht. Wollen Sie das Backup lieber
manuell löschen, verwenden Sie die Option
-b beim Aufruf von
Portmaster. Durch die Verwendung
der Option -i wird
Portmaster im interaktiven
Modus gestartet und fragt bei jedem zu aktualisierenden Port
nach, wie Sie vorgehen wollen.
Treten während der Aktualisierung Fehler auf, können
Sie die Option -f verwenden, um alle Ports zu
aktualisieren beziehungsweise neu zu bauen:
# portmaster -afPortmaster ist auch in der Lage, neue Ports zu installieren, wobei zuvor alle abhängigen Ports aktualisiert werden:
# portmaster shells/bashWeiterführende Informationen finden Sie in der Manualpage portmaster(8).
Die Ports-Sammlung kann sehr viel Plattenplatz
verschlingen. Führen Sie nach dem Bau und der
Installation eines Ports make
aus, um die
Arbeitsverzeichnisse zu löschen. Dieser Befehl
entfernt das Verzeichnis cleanwork des gebauten Ports.
Wollen Sie die gesamte Ports-Sammlung aufräumen,
verwenden Sie folgenden Befehl:
# portsclean -CIm Laufe der Zeit werden sich zahlreiche Distfiles im
Verzeichnis distfiles
ansammeln. Sie können diese entweder händisch
löschen, oder Sie verwenden den folgenden Befehl, um alle
Distfiles zu löschen, die nicht länger
benötigt werden:
# portsclean -DFalls Sie nur alle Distfiles löschen wollen, die von keinem derzeit installierten Port referenziert werden:
# portsclean -DDDas Werkzeug portsclean wird
automatisch bei der Installation von
portupgrade mit installiert.
Denken Sie daran, installierte Ports wieder zu entfernen,
wenn Sie diese nicht mehr benötigen. Um diese Arbeit zu
erleichtern, können Sie den Port ports-mgmt/pkg_cutleaves
installieren.
Nach der Installation einer neuen Anwendung wollen Sie wahrscheinlich die mitgelieferte Dokumentation lesen und die Konfigurationsdateien der Anwendung anpassen. Wenn die Anwendung ein Dæmon ist, sollten Sie sicherstellen, dass die Anwendung beim Booten startet.
Die einzelnen Schritte sind natürlich von Anwendung zu Anwendung verschieden. Wenn Sie sich allerdings nach der Installation einer Anwendung die Frage „Was nun?“ stellen, helfen die folgenden Hinweise vielleicht weiter.
Finden Sie mit pkg_info(1) heraus, welche Dateien die Anwendung wo installiert hat. Wenn Sie beispielsweise gerade die Version 1.0.0 von FooPackage installiert haben, zeigt Ihnen das folgende Kommando alle installierten Dateien des Pakets:
# pkg_info -L foopackage-1.0.0 | lessAchten Sie besonders auf die Manualpages, die Sie in
man/ Verzeichnissen finden und auf
Konfigurationsdateien, die in etc/ abgelegt
werden. Manche Pakete enthalten in doc/
zusätzliche Dokumentation.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Version einer Anwendung Sie gerade installiert haben, können Sie mit dem folgenden Kommando nach der Anwendung suchen:
# pkg_info | grep -i foopackageDas Kommando zeigt alle installierten Pakete, deren
Paketname foopackage enthält.
Ersetzen Sie foopackage durch den
Namen der Anwendung, die Sie suchen.
Nachdem Sie die Manualpages der Anwendung gefunden haben, lesen Sie diese bitte mit man(1). Schauen Sie sich auch die Beispiele für Konfigurationsdateien und die zusätzliche Dokumentation, wenn es welche gibt, an.
Wenn es für die Anwendung eine Webseite gibt, suchen Sie dort nach zusätzlicher Dokumentation wie FAQs (häufig gestellte Fragen). Wenn Sie die Adresse der Webseite nicht kennen, versuchen Sie das folgende Kommando:
# pkg_info foopackage-1.0.0Die Ausgabe enthält oft eine Zeile, die mit
WWW: beginnt und die URL der Webseite
enthält.
Ports, die während des Systemstarts gestartet
werden sollen, installieren meist ein Beispielskript im
Verzeichnis /usr/local/etc/rc.d.
Überprüfen Sie dieses Skript. Wenn nötig,
passen Sie das Skript an und benennen Sie es um. Weitere
Informationen finden Sie in
Abschnitt 12.5, „Start von Diensten“.
Stolpern Sie einmal über einen Port, der bei Ihnen nicht funktioniert, könnten Sie zum Beispiel Folgendes tun:
Stellen Sie fest, ob die Datenbank mit den Problemberichten bereits einen Lösungsvorschlag enthält. Ist dies der Fall, können Sie die vorgeschlagene Lösung testen.
Bitten Sie den Betreuer des Ports um Hilfe. Geben
Sie dazu make
ein oder lesen Sie das maintainerMakefile im Verzeichnis
des Ports, um an die E-Mail-Adresse zu kommen. Vergessen Sie nicht
den Namen und die Version des Ports (schicken Sie die Zeile mit
$FreeBSD: aus dem
Makefile) und die Ausgabe bis zur Fehlermeldung
mitzuschicken.
Einige Ports werden nicht von einer Einzelperson, sondern
von einer
Mailingliste betreut. Viele (aber nicht alle) dieser
Adressen haben die Form
<freebsd-NameDerListe@FreeBSD.org>.
Denken Sie daran, wenn Sie Ihre Fragen formulieren.
Dies gilt insbesondere für Ports, die als als
Betreuer den Eintrag <ports@FreeBSD.org> aufweisen.
Derartige Ports haben überhaupt keinen Betreuer.
Korrekturen und Unterstützung kommen daher nur von
Personen, die diese Mailingliste abonniert haben. Gerade
in diesem Bereich werden jederzeit zusätzliche
freiwillige Helfer benötigt!
Erhalten Sie auf Ihre Anfrage keine Antwort, können Sie über send-pr(1) einen Problembericht erstellen. Bevor Sie einen solchen Bericht erstellen, sollten Sie den Artikel Writing FreeBSD Problem Reports lesen.
Reparieren Sie ihn! Das FreeBSD Porter's Handbook enthält eine detaillierte Beschreibung des Portsystems. Damit sind Sie in der Lage, einen gelegentlich kaputten Port zu reparieren oder einen eigenen Port zu erstellen.
Holen Sie sich das Paket von einem FTP-Server in Ihrer
Nähe. Die „Basis“-Sammlung aller Pakete
liegt auf ftp.de.FreeBSD.org im
Verzeichnis packages.
Aber versuchen Sie zuerst einen Spiegel in Ihrer Nähe! Benutzen Sie
das Programm pkg_add(1), um Pakete auf Ihrem Rechner zu
installieren. Dies hat zudem den Vorteil, dass es schneller
geht.
Mit X11 steht unter FreeBSD eine leistungsfähige frei verfügbare grafische Benutzeroberfläche zur Verfügung, die in Xorg (sowie in weiteren, hier nicht diskutierten Varianten) implementiert wurde. Xorg von der X.Org Foundation ist der voreingestellte Standard-X11-Server, der unter einer Lizenz ähnlich der von FreeBSD steht. Zusätzlich sind einige kommerzielle X-Server für FreeBSD verfügbar.
Auskunft über von X11 unterstützte Video-Hardware gibt die Webseite Xorg.
Nachdem Sie dieses Kapitel gelesen haben, werden Sie
die Komponenten des X-Window-Systems und ihr Zusammenspiel kennen.
Wissen, wie X11 installiert und konfiguriert wird.
Wissen, wie Sie verschiedene Window-Manager installieren und benutzen.
Wissen, wie TrueType®-Schriftarten mit X11 benutzt werden.
Wissen, wie Sie die grafische Anmeldung (XDM) einrichten.
Bevor Sie dieses Kapitel lesen, sollten Sie
wissen, wie Sie Software Dritter installieren (Kapitel 5, Installieren von Anwendungen: Pakete und Ports).
Anwendern anderer grafischer Benutzeroberflächen, wie Microsoft® Windows® oder Mac OS®, kommt X beim ersten Mal oft befremdlich vor.
Man braucht kein weitreichendes Verständnis der X-Komponenten und Ihres Zusammenspiels, um X anzuwenden. Um die Stärken von X auszunutzen, sollten Sie allerdings die Grundlagen verstehen.
X ist nicht die erste grafische Benutzeroberfläche, die für UNIX® geschrieben wurde. Die Entwickler von X arbeiteten vorher an einem anderen System, das W (von engl. window: Fenster) hieß. X ist schlicht der nächste Buchstabe im Alphabet.
X wird „X“, „X-Window-System“ oder „X11“ genannt. Sagen Sie bitte nicht „X-Windows“: das kommt bei einigen Leuten schlecht an (die Hilfeseite X(7) führt dies näher aus).
X wurde von Anfang an netzwerktransparent entworfen und verwendet ein Client-Server-Modell. In diesem Modell läuft der Server auf dem Rechner, an dem die Tastatur, der Bildschirm und die Maus angeschlossen ist. Der Server ist für Dinge wie die Verwaltung des Bildschirms und die Verarbeitung von Tastatur- und Maus-Eingaben sowie anderer Ein- und Ausgabegeräte (beispielsweise könnte ein „Tablet“ zur Eingabe oder ein Videoprojektor zur Ausgabe verwendet werden) verantwortlich. Jede X-Anwendung, beispielsweise ein XTerm oder Netscape® ist ein Client. Der Client sendet dem Server Nachrichten wie „Zeichne an diesen Koordinaten ein Fenster“ und der Server sendet dem Client Nachrichten der Art „Der Benutzer hat gerade den Ok-Knopf gedrückt“.
In kleinen Umgebungen laufen der X-Server und die X-Clients auf demselben Rechner. Es ist aber durchaus möglich, den X-Server auf einem weniger leistungsfähigen Arbeitsplatzrechner laufen zu lassen und die X-Anwendungen (die Clients) auf dem leistungsfähigen und teuren Server der Arbeitsgruppe zu betreiben. In diesem Fall kommunizieren der X-Server und die X-Clients über das Netz.
Dieses Modell verwirrt viele Leute, die erwarten, dass der X-Server der dicke Rechner im Maschinenraum und der X-Client ihr Arbeitsplatzrechner ist.
Merken Sie sich einfach, dass der X-Server der Rechner mit dem Bildschirm und der Maus ist und die X-Clients Programme sind, die in den Fenstern laufen.
Das X-Protokoll ist unabhängig vom verwendeten Betriebssystem und Rechnertyp. Ein X-Server kann durchaus auch unter Microsoft® Windows® oder Apples Mac OS® betrieben werden, wie viele kostenlose und kommerzielle Anwendungen zeigen.
Die X-Philosophie „Werkzeuge statt Richtlinien“ ist wie die UNIX-Philosophie. Es wird nicht vorgeschrieben, wie eine Aufgabe zu lösen ist, stattdessen erhält der Benutzer Werkzeuge, über die er frei verfügen kann.
Dies geht so weit, dass X nicht bestimmt, wie Fenster auf dem Bildschirm auszusehen haben, wie sie mit der Maus zu verschieben sind, welche Tastenkombination benutzt werden muss, um zwischen den Fenstern zu wechseln (z.B. Alt+Tab unter Microsoft® Windows®), oder ob die Fensterrahmen Schaltflächen zum Schließen haben.
X gibt die Verantwortung für all diese Sachen an eine
Anwendung ab, die Window-Manager genannt
wird. Unter X gibt es zahlreiche Window-Manager:
AfterStep,
Blackbox, ctwm,
Enlightenment,
fvwm, Sawfish,
twm,
Window Maker um nur einige zu nennen.
Jeder dieser Window-Manager sieht anders aus: Manche stellen
virtuelle Bildschirme zur Verfügung, in anderen lassen sich
die Tastenkombinationen zur Verwaltung des Bildschirms anpassen,
einige besitzen eine Startleiste
oder etwas Ähnliches und in manchen lässt sich das
Aussehen und Verhalten über die Anwendung von
Themes beliebig einstellen. Die
eben genannten Window-Manager und viele weitere finden Sie in der
Kategorie x11-wm der Ports-Sammlung.
Die grafischen Benutzeroberflächen KDE und GNOME besitzen eigene Window-Manager, die in den grafischen Arbeitsplatz integriert sind.
Die Window-Manager werden unterschiedlich konfiguriert. Einige erwarten eine manuell erstellte Konfigurationsdatei, andere bieten grafische Werkzeuge für die meisten Konfigurationsarbeiten an. Die Konfigurationsdatei von Sawfish ist sogar in einem Lisp-Dialekt geschrieben.
Der Window-Manager ist für die Methode, mit der ein Fenster den Fokus bekommt, verantwortlich. Jedes System, das Fenster verwendet, muss entscheiden, wie ein Fenster aktiviert wird, damit es Eingaben empfangen kann. Das aktive Fenster sollte zudem sichtbar gekennzeichnet werden.
Eine geläufige Methode, den Fokus zu wechseln, wird „click-to-focus“ genannt. Die Methode wird in Microsoft® Windows® benutzt: Ein Fenster wird aktiv, wenn es mit der Maus angeklickt wird.
X legt nicht fest, wie der Fokus einzustellen ist, stattdessen bestimmt der Window-Manager welches Fenster den Fokus zu einem gegebenen Zeitpunkt erhält. Alle Window-Manager stellen die Methode „click-to-focus“ bereit, die meisten stellen auch noch andere Methoden bereit.
Verbreitete Methoden, den Fokus einzustellen, sind:
Den Fokus hat das Fenster, unter dem sich der Mauszeiger befindet. Das muss nicht unbedingt das Fenster, sein, das sich vorne befindet. Wird der Mauszeiger in ein anderes Fenster bewegt, so erhält dieses Fenster den Fokus, ohne das es angeklickt werden muss.
Diese Methode erweitert die Methode „focus-follows-mouse“. Wenn die Maus mit „focus-follows-mouse“ aus dem Fenster auf die Oberfläche bewegt wird, verliert das aktive Fenster den Fokus. Da dann kein Fenster mehr den Fokus hat, gehen alle Eingaben verloren. Die Methode „sloppy-focus“ wechselt den Fokus nur, wenn sich der Mauszeiger in ein neues Fenster bewegt und nicht, wenn er das aktive Fenster verlässt.
Das aktive Fenster wird durch einen Mausklick festgelegt (dabei kann das Fenster vor alle anderen Fenster gesetzt werden). Alle Eingaben werden dann, unabhängig von der Position des Mauszeigers, dem aktiven Fenster zugeordnet.
Viele Window-Manager unterstützen noch andere Methoden, so wie Abwandlungen der hier vorgestellten Methoden. Schauen Sie sich dazu bitte die Hilfeseiten Ihres Window-Managers an.
Die X-Philosophie dehnt sich auch auf die Widgets aus, die von den Anwendungen benutzt werden.
Ein Widget bezeichnet Objekte, die manipuliert werden können, wie buttons (Schaltflächen), check buttons (Mehrfachauswahlknopf), radio buttons (Einfachauswahlknopf), Icons und Auswahllisten. Unter Microsoft® Windows® werden Widgets Controls genannt.
Microsoft® Windows® und Apples Mac OS® geben strenge Richtlinien für Widgets vor: Von den Entwicklern wird erwartet, dass Sie Anwendungen mit einheitlichem Aussehen und einheitlicher Bedienung (look and feel) entwickeln. X gibt weder einen Stil noch Widgets vor, die benutzt werden müssen.
Erwarten Sie daher nicht, dass alle X-Anwendungen gleich aussehen oder sich gleich bedienen lassen. Es gibt mehrere verbreitete Widget-Sammlungen, beispielsweise die Athena-Widgets vom MIT, Motif® (abgeschrägte Ecken und drei Grautöne, danach wurden die Widgets von Microsoft® Windows® entworfen) oder OpenLook.
Die meisten neuen X-Anwendungen benutzen heute modern aussehende Widgets, wie Qt, das von KDE benutzt wird oder GTK+, das von GNOME benutzt wird. Damit wird eine gewisse Einheitlichkeit in Bedienung und Aussehen erreicht, die sicher neuen Benutzern die Arbeit erleichtert.
Xorg ist der Standard-X-Server unter FreeBSD. Xorg ist der von der X.Org Foundation herausgegebene X-Server des Open-Source X Window Systems. Xorg beruht auf XFree86™ 4.4RC2 und X11R6.6. Derzeit ist die Version 7.7 von Xorg in der Ports-Sammlung vorhanden.
Die nachstehenden Kommandos bauen und installieren Xorg aus der Ports-Sammlung:
# cd /usr/ports/x11/xorg
# make install cleanDer komplette Bau von Xorg benötigt mindestens 4 GB freien Plattenplatz.
Mit pkg_add(1) können Sie X11 direkt von fertigen Paketen installieren. Wenn pkg_add(1) die Pakete herunterlädt, lassen Sie die Versionsnummer aus. pkg_add(1) holt automatisch die aktuelle Version eines Pakets.
Das Xorg-Paket holen und installieren Sie wie folgt:
# pkg_add -r xorgDie obigen Beispiele installieren die vollständige X11-Distribution, die unter anderem Server, Clients und Fonts enthält. Für die einzelnen Teile der Distribution gibt es ebenfalls separate Pakete.
Alternativ können Sie x11/xorg-minimal verwenden, um eine minimale
X11-Distribution zu installieren.
Der Rest dieses Kapitels erklärt, wie Sie X11 konfigurieren und sich eine Arbeitsumgebung einrichten.
Bevor Sie X11 konfigurieren, benötigen Sie folgende Informationen:
die Spezifikationen des Monitors
den Chipset des Grafikadapters
die Speichergröße des Grafikadapters
Aus den Spezifikationen des Monitors ermittelt X11 die Auflösung und die Wiederholrate für den Betrieb des X-Servers. Die Spezifikationen entnehmen Sie der Dokumentation des Monitors oder der Webseite des Herstellers. Sie benötigen die horizontale und die vertikale Synchronisationsfrequenz.
Der Chipsatz der Grafikkarte bestimmt den Treiber, den X11 verwendet. Die meisten Chipsätze werden automatisch erkannt, Sie brauchen die Information jedoch, wenn die Erkennung fehlschlägt.
Die Speichergröße der Grafikkarte bestimmt die maximal mögliche Auflösung und Farbtiefe.
Xorg verwendet
HAL, um Tastaturen und Mäuse automatisch
zu erkennen. Die Ports sysutils/hal und devel/dbus werden als
Abhängigkeiten von x11/xorg installiert,
müssen aber durch die folgenden Einträge in
/etc/rc.conf aktiviert werden:
Diese Dienste sollten (entweder manuell oder durch einen Neustart) gestartet werden, bevor mit der weiteren Konfiguration oder Verwendung von Xorg begonnen wird.
Xorg kann oft schon ohne weitere Konfigurationsschritte laufen, indem am Prompt folgendes eingegeben wird:
% startxDie automatische Konfiguration kann mit bestimmter Hardware fehlschlagen oder gewisse Dinge nicht so einrichten, wie gewünscht. In diesen Fällen ist eine manuelle Konfiguration notwendig.
Grafische Oberflächen wie GNOME, KDE oder Xfce besitzen eigene Werkzeuge, die es dem Benutzer erlauben, auf einfache Art und Weise die Bildschirmparameter wie die Auflösung zu ändern. Falls die Standardkonfiguration für Sie nicht akzeptabel ist und die Installation einer grafischen Oberfläche geplant ist, fahren Sie damit fort und benutzen Sie dann das entsprechende Werkzeug für die Bildschirmeinstellungen.
Die X11 Konfiguration spielt sich in mehreren Schritten ab. Dazu
erstellen Sie als erstes eine Vorgabe für die Konfigurationsdatei.
Setzen Sie dazu als root den folgenden Befehl
ab:
# Xorg -configureDie Vorgabe-Konfiguration wird dann unter dem Namen
xorg.conf.new im Verzeichnis
/root gespeichert (das verwendete
Verzeichnis wird durch die Umgebungsvariable $HOME
bestimmt und hängt davon ab, wie Sie zu
root gewechselt sind).
X11 hat in diesem Schritt versucht, die Grafik-Hardware
des Systems zu erkennen und eine Konfigurationsdatei
ausgeschrieben, die zur Hardware passende Treiber lädt.
Im nächsten Schritt wird geprüft, ob Xorg die Grafik-Hardware des Systems verwenden kann. Setzen Sie dazu den folgenden Befehl ab:
# Xorg -config xorg.conf.new -retroWenn jetzt ein graues Raster und der X-Mauszeiger erscheinen,
war die Konfiguration erfolgreich. Beenden Sie den Test, indem Sie
auf die virtuelle Konsole wechseln, die Sie verwendet haben, um
den Test zu starten, durch gleichzeitiges drücken von
Ctrl+Alt+Fn (F1 für die erste virtuelle
Konsole) und drücken anschliessend
Ctrl+C.
Die Tastenkombination Ctrl+Alt+Backspace kann verwendet werden, um Xorg zu beenden. Um diese zu aktivieren, fügen geben Sie entweder den folgenden Befehl von einem X-Terminalemulator ein:
% setxkbmap -option terminate:ctrl_alt_bkspoder erstellen Sie eine Tastaturkonfigurationsdatei für
hald, x11-input.fdi
genannt, und legen Sie diese im Verzeichnis /usr/local/etc/hal/fdi/policy ab. Diese
Datei sollte die folgenden Zeilen enthalten:
Sie müssen anschliessend ihren Computer neu starten, um hald zu zwingen, diese Datei einzulesen.
Die folgende Zeile muss ebenfalls zu
xorg.conf.new hinzugefügt werden,
entweder in den Abschnitt ServerLayout oder
ServerFlags:
Wenn die Maus nicht funktioniert, prüfen Sie, ob die Maus
konfiguriert wurde. Die Mauskonfiguration wird in Abschnitt 2.10.10, „Die Maus konfigurieren“ im FreeBSD-Installationskapitel beschrieben.
In neueren Xorg-Versionen werden die
InputDevice-Abschnitte in
xorg.conf ignoriert, um stattdessen die
automatisch erkannten Geräte zu verwenden. Um das alte
Verhalten wiederherzustellen, fügen Sie die folgende Zeile zum
ServerLayout- oder dem
ServerFlags-Abschnitt dieser Datei hinzu:
Eingabegeräte können dann wie in den vorherigen Versionen konfiguriert werden, zusammen mit anderen benötigen Optionen (z.B. wechseln des Tastaturlayouts).
Wie zuvor erwähnt, wird standardmässig der hald-Dienst automatisch Ihre Tastatur erkennen. Es kann passieren, dass ihr Tastaturlayout oder das Modell nicht korrekt erkannt wird. Grafische Oberflächen wie GNOME, KDE oder Xfce stellen Werkzeuge für die Konfiguration der Tastatur bereit. Es ist allerdings auch möglich, die Tastatureigenschaften direkt zu setzen, entweder mit Hilfe von setxkbmap(1) oder mit einer Konfigurationsregel von hald.
Wenn Sie zum Beispiel eine PC 102-Tasten Tastatur mit
französischem Layout verwenden möchten, mössen Sie
eine Tastaturkonfigurationsdatei für
hald, genannt
x11-input.fdi, im Verzeichnis /usr/local/etc/hal/fdi/policy ablegen.
Diese Datei sollte die folgenden Zeilen enthalten:
Wenn diese Datei bereits existiert, kopieren Sie nur die Zeilen in diese Datei, welche die Tastaturkonfiguration betreffen.
Sie mössen Ihren Computer neu starten, um hald zu zwingen, diese Datei einzulesen.
Es ist möglich, die gleiche Konfiguration von einem X-Terminal oder einem Skript über den folgenden Befehl heraus zu tätigen:
% setxkbmap -model pc102 -layout frDie Datei
/usr/local/share/X11/xkb/rules/base.lst
listet die verschiedenen Tastatur- und Layoutoptionen auf, die
Ihnen zur Verfügung stehen.
Als Nächstes passen Sie xorg.conf.new
an. Öffnen
Sie die Datei in einem Editor, wie emacs(1) oder
ee(1) und fügen Sie die Synchronisationsfrequenzen
des Monitors ein. Die Frequenzen werden im Abschnitt
"Monitor" eingetragen:
Unter Umständen fehlen die Schlüsselwörter
HorizSync und VertRefresh,
die Sie dann nachtragen müssen. Geben Sie, wie im Beispiel
gezeigt, die horizontale Synchronisationsfrequenz hinter
HorizSync und die vertikale
Synchronisationsfrequenz hinter VertRefresh
an.
X unterstützt die Energiesparfunktionen (DPMS,
Energy Star) Ihres Monitors. Mit xset(1) können Sie
Zeitschranken für die DPMS-Modi „standby“,
„suspend“, „off“ vorgeben, oder diese
zwingend aktivieren. Die DPMS-Funktionen können Sie mit der
nachstehenden Zeile im "Monitor"-Abschnitt
aktivieren:
Die gewünschte Auflösung und Farbtiefe stellen Sie im
Abschnitt "Screen" ein:
Mit DefaultDepth wird die
Farbtiefe des X-Servers vorgegeben. Mit der Option
-depth von Xorg(1)
lässt sich die vorgegebene
Farbtiefe überschreiben. Modes
gibt die Auflösung für die angegebene
Farbtiefe an. Die Farbtiefe im Beispiel beträgt
24 Bits pro Pixel, die zugehörige Auflösung
ist 1024x768 Pixel. Beachten Sie, dass in der
Voreinstellung nur Standard-VESA-Modi der Grafikkarte
angegeben werden können.
Sichern Sie die Konfigurationsdatei und testen Sie die Konfiguration wie oben beschrieben.
Bei der Fehlersuche sind Ihnen die Protokolle des
X11-Servers behilflich. In den Protokollen wird die
gefundene Graphik-Hardware protokolliert.
Die Protokolle von Xorg heißen
/var/log/Xorg..
Die Dateinamen enthalten eine laufende Nummer,
der Name variiert daher von 0.logXorg.0.log
zu Xorg.8.log.
Wenn alles funktioniert hat, installieren Sie
die Datei an einen Ort, an dem Xorg(1) sie findet.
Normalerweise wird die Konfigurationsdatei unter
/etc/X11/xorg.conf oder
/usr/local/etc/X11/xorg.conf
gespeichert:
# cp xorg.conf.new /etc/X11/xorg.confDamit ist die X11-Konfiguration beendet und Xorg kann nun mithilfe von startx(1) gestartet werden. Alternativ können Sie X11 auch mit xdm(1) starten.
Der Intel® i810-Chipset benötigt den Treiber
agpgart, die AGP-Schnittstelle
von X11. Weitere Informationen finden sich in
agp(4).
Ab jetzt kann die Hardware wie jede andere Grafikkarte auch
konfiguriert werden. Der Treiber agp(4) kann nicht
nachträglich mit kldload(8) in einen laufenden
Kernel geladen werden. Er muss entweder fest im Kernel
eingebunden sein oder beim Systemstart über
/boot/loader.conf geladen werden.
Dieser Abschnitt geht über die normalen Konfigurationsarbeiten hinaus und setzt einiges an Vorwissen voraus. Selbst wenn die Standardwerkzeuge zur X-Konfiguration bei diesen Geräten nicht zum Erfolg führen, sollten sich in den Logdateien genug Informationen finden, mit denen Sie letztlich doch einen funktionierenden X-Server konfigurieren können. Alles, was Sie dazu noch benötigen, ist ein Texteditor.
Aktuelle Widescreen-Formate (wie WSXGA, WSXGA+, WUXGA, WXGA, WXGA+, und andere mehr) unterstützen Seitenverhältnisse wie 16:10 oder 10:9, die unter X Probleme verursachen können. Bei einem Seitenverhältnis von 16:10 sind beispielsweise folgende Auflösungen möglich:
2560x1600
1920x1200
1680x1050
1440x900
1280x800
Diese Konfiguration könnte so einfach sein
wie das zusätzliche Anlegen eines Eintrags
einer dieser Auflösungen als ein möglicher
Mode in
Section "Screen":
Xorg ist normalerweise intelligent genug, um die Informationen zu den erlaubten Auflösungen über I2C/DDC zu beziehen, und weiß daher, welche Auflösungen und Frequenzen Ihr Widescreen-Monitor unterstützt.
Wenn diese ModeLines in den
Treiberdateien nicht vorhanden sind, kann es sein, dass
Sie Xorg beim Finden der
korrekten Werte unterstützen müssen. Dazu
extrahieren Sie die benötigten Informationen aus der
Datei /var/log/Xorg.0.log und
erzeugen daraus eine funktionierende
ModeLine. Dazu suchen Sie in dieser
Datei nach Zeilen ähnlich den folgenden:
Diese Informationen werden auch als EDID-Informationen
bezeichnet. Um daraus eine funktionierende
ModeLine zu erzeugen, müssen Sie
lediglich die Zahlen in die korrekte Reihenfolge bringen:
Die korrekte ModeLine in
Section "Monitor" würde
für dieses Beispiel folgendermaßen aussehen:
Nachdem diese Äderungen durchgeführt sind, sollte X auch auf Ihrem neuen Widescreen-Monitor starten.
Die Schriftarten, die mit X11
geliefert werden, eignen sich ganz und gar nicht für
Desktop-Publishing-Anwendungen. Große Schriftarten zeigen bei
Präsentationen deutliche Treppenstufen und die kleinen
Schriftarten in Netscape® sind fast
unleserlich. Es gibt allerdings mehrere hochwertige
Type 1 Schriftarten (PostScript®), die mit
X11 benutzt werden können.
Beispielsweise enthalten die URW-Schriftarten
(x11-fonts/urwfonts) hochwertige
Versionen gängiger Type 1 Schriftarten (zum Beispiel
Times Roman®,
Helvetica®,
Palatino®).
Die Sammlung Freefonts (x11-fonts/freefonts) enthält
noch mehr Schriftarten, doch sind diese für den Einsatz
in Grafik-Programmen wie The Gimp
gedacht. Es fehlen auch einige Schriftarten, sodass sich
die Sammlung nicht für den alltäglichen Gebrauch
eignet. Weiterhin kann X11 leicht so konfiguriert werden,
dass es TrueType®-Schriftarten verwendet. Mehr dazu
erfahren Sie in der Hilfeseite X(7) und im Abschnitt
TrueType® Schriftarten.
Die Type 1 Schriftarten lassen sich aus der Ports-Sammlung wie folgt installieren:
# cd /usr/ports/x11-fonts/urwfonts
# make install cleanAnalog lassen sich Freefont und andere Sammlungen
installieren. Die neuen Schriftarten müssen Sie
in die Konfigurationsdatei des X-Servers im Verzeichnis
/etc/X11 eintragen.
Die Konfigurationsdatei von Xorg
heißt xorg.conf. Fügen Sie
die folgende Zeile hinzu:
Sie können aber auch in der X-Sitzung das folgende Kommando absetzen:
% xset fp+ /usr/local/lib/X11/fonts/URW
% xset fp rehashDann kennt der X-Server die neuen Schriftarten nur bis zum Ende
der Sitzung. Wenn die Änderung dauerhaft sein soll, müssen
Sie die Kommandos in ~/.xinitrc eintragen,
wenn Sie X mit startx starten, oder in
~/.xsession, wenn Sie
XDM benutzen. Sie können die
Schriftarten auch in die neue Datei
/usr/local/etc/fonts/local.conf,
die im Abschnitt Anti-aliasing
beschrieben wird, eintragen.
Xorg kann
TrueType®-Schriftarten mithilfe von zwei Modulen
darstellen. Im folgenden Beispiel wird das Freetype-Modul
benutzt, da es besser mit anderen Werkzeugen, die
TrueType®-Schriftarten darstellen, übereinstimmt.
Das Freetype-Modul aktivieren Sie im Abschnitt
"Module" von /etc/X11/xorg.conf
durch Einfügen der Zeile:
Erstellen Sie ein Verzeichnis für die
TrueType®-Schriftarten (z.B.
/usr/local/lib/X11/fonts/TrueType)
und kopieren Sie alle Schriftarten dorthin. Die
Schriftarten müssen im UNIX®/MS-DOS®/Windows®-Format
vorliegen, Schriftarten von einem Macintosh® können
Sie nicht direkt übernehmen. Die Schriftarten
müssen noch im Katalog fonts.dir
erfasst werden. Den Katalog erzeugen Sie mit dem Kommando
ttmkfdir aus dem Port
x11-fonts/ttmkfdir:
# cd /usr/local/lib/X11/fonts/TrueType
# ttmkfdir -o fonts.dirGeben Sie dem System das TrueType®-Verzeichnis, wie im Abschnitt Type 1 Schriftarten beschrieben, bekannt:
% xset fp+ /usr/local/lib/X11/fonts/TrueType
% xset fp rehashOder fügen Sie eine FontPath-Zeile
in die Datei xorg.conf ein.
Das war's. Jetzt sollten Netscape®, Gimp, StarOffice™ und alle anderen X-Anwendungen die TrueType®-Schriftarten benutzen. Extrem kleine Schriftarten (Webseiten, die mit hoher Auflösung betrachtet werden) und sehr große Schriftarten (in StarOffice™) sollten jetzt viel besser aussehen.
Alle Schriftarten in X11, die in den Verzeichnissen
/usr/local/lib/X11/fonts/ und
~/.fonts/ gefunden werden, werden automatisch
für Anti-aliasing an Anwendungen zur Verfügung gestellt,
die Xft beherrschen. Die meisten aktuellen Anwendungen beherrschen
Xft, dazu gehören auch KDE,
GNOME und
Firefox.
In der Datei /usr/local/etc/fonts/local.conf
werden die Schriftarten, die mit dem Anti-aliasing-Verfahren
benutzt werden sollen und die Eigenschaften des Verfahrens
festgelegt. In diesem Abschnitt wird nur die grundlegende
Konfiguration von Xft beschrieben. Weitere Details entnehmen
Sie bitte der Hilfeseite fonts-conf(5).
Die Datei local.conf ist ein
XML-Dokument. Achten Sie beim
Editieren der Datei daher auf die richtige Groß- und
Kleinschreibung und darauf, dass alle Tags geschlossen
sind. Die Datei beginnt mit der üblichen XML-Deklaration
gefolgt von einer DOCTYPE-Definition und dem
<fontconfig>-Tag:
Wie vorher erwähnt, stehen schon alle Schriftarten
in /usr/local/lib/X11/fonts/ und
~/.fonts/ für Anwendungen, die
Xft unterstützen, zur Verfügung. Wenn Sie ein
Verzeichnis außerhalb dieser beiden Bäume
benutzen wollen, fügen Sie eine Zeile wie die
nachstehende zu
/usr/local/etc/fonts/local.conf hinzu:
Wenn Sie neue Schriftarten hinzugefügt haben, müssen Sie den Schriftarten-Cache neu aufbauen:
# fc-cache -fDas Anti-aliasing-Verfahren zeichnet Ränder leicht unscharf,
dadurch werden kleine Schriften besser lesbar und der
Treppenstufen-Effekt bei wird großen Schriften vermieden. Auf
normale Schriftgrößen sollte das Verfahren aber nicht
angewendet werden, da dies die Augen zu sehr anstrengt. Um
kleinere Schriftgrößen als 14 Punkt von dem
Verfahren auszunehmen, fügen Sie in
local.conf die nachstehenden Zeilen ein:
Das Anti-aliasing-Verfahren kann die Abstände einiger
Fixschriften falsch darstellen, dies fällt besonders unter
KDE auf. Sie können das Problem
umgehen, indem Sie die Abstände dieser Schriften auf den Wert
100 festsetzen. Fügen Sie die nachstehenden
Zeilen hinzu:
Damit werden die Namen der gebräuchlichen Fixschriften auf
"mono" abgebildet. Für diese Schriften
setzen Sie dann den Abstand fest:
Bestimmte Schriftarten, wie Helvetica, können
Probleme mit dem Anti-Aliasing-Verfahren verursachen.
In der Regel erscheinen diese Schriftarten dann vertikal
halbiert. Im schlimmsten Fall stürzen Anwendungen als Folge
davon ab. Sie vermeiden dies, indem Sie betroffene Schriftarten in
local.conf von dem Verfahren ausnehmen:
Wenn Sie local.conf editiert haben,
stellen Sie bitte sicher, dass die Datei mit dem Tag
</fontconfig> endet. Ist das
nicht der Fall, werden die Änderungen nicht
berücksichtigt.
Benutzer können eigene Einstellungen in der
Datei ~/.fonts.conf vornehmen.
Achten Sie auch hier auf die richtige XML-Syntax.
Mit einem LCD können Sie
sub-pixel sampling anstelle von
Anti-aliasing einsetzen. Dieses Verfahren behandelt die horizontal
getrennten Rot-, Grün- und Blau-Komponenten eines Pixels
gesondert und verbessert damit (teilweise sehr wirksam) die
horizontale Auflösung. Die nachstehende Zeile in
local.conf aktiviert diese Funktion:
Abhängig von der Art Ihres Bildschirms
müssen Sie anstelle von rgb eines
der folgenden verwenden: bgr,
vrgb oder vbgr.
Experimentieren Sie und vergleichen, was besser aussieht.
Der X-Display-Manager (XDM), eine optionale Komponente des X-Window-Systems, verwaltet Sitzungen. Er kann mit vielen Komponenten, wie minimal ausgestatteten X-Terminals, Arbeitsplatz-Rechnern und leistungsfähigen Netzwerkservern, nutzbringend eingesetzt werden. Da das X-Window-System netzwerktransparent ist, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, X-Clients und X-Server auf unterschiedlichen Rechnern im Netz laufen zu lassen. XDM stellt eine grafische Anmeldemaske zur Verfügung, in der Sie den Rechner, auf dem eine Sitzung laufen soll, auswählen können und in der Sie die nötigen Autorisierungs-Informationen, wie Benutzername und Passwort, eingeben können.
Die Funktion des X-Display-Managers lässt sich mit der von getty(8) (siehe Abschnitt 27.3.2, „Konfiguration“) vergleichen. Er meldet den Benutzer am ausgesuchten System an, startet ein Programm (meist einen Window-Manager) und wartet darauf, dass dieses Programm beendet wird, das heißt der Benutzer die Sitzung beendet hat. Nachdem die Sitzung beendet ist, zeigt XDM den grafischen Anmeldebildschirm für den nächsten Benutzer an.
Um XDM verwenden zu können,
installieren Sie den Port x11/xdm
(dieser wird standardmässig nicht in aktuellen
Xorg-Versionen mitinstalliert).
Der XDM-Dæmon befindet sich dann in
/usr/local/bin/xdm und kann jederzeit von
root gestartet werden. Er verwaltet dann den
X-Bildschirm des lokalen Rechners. XDM
lässt sich bequem mit einem Eintrag in
/etc/ttys (siehe Abschnitt 27.3.2.1, „Hinzufügen eines Eintrags in
/etc/ttys“)
bei jedem Start des Rechners aktivieren. In
/etc/ttys sollte schon der nachstehende
Eintrag vorhanden sein:
In der Voreinstellung ist dieser Eintrag nicht aktiv. Um den
Eintrag zu aktivieren, ändern Sie den Wert in Feld 5 von
off zu on und starten Sie
init(8) entsprechend der Anleitung in Abschnitt 27.3.2.2, „init zwingen,
/etc/ttys erneut zu lesen“ neu. Das erste Feld gibt den Namen des
Terminals an, auf dem das Programm läuft. Im Beispiel wird
ttyv8 verwendet, das heißt
XDM läuft auf dem neunten
virtuellen Terminal.
Das Verhalten und Aussehen von XDM
steuern Sie mit Konfigurationsdateien, die im Verzeichnis
/usr/local/lib/X11/xdm stehen.
Üblicherweise finden Sie dort die folgenden Dateien vor:
| Datei | Beschreibung |
|---|---|
Xaccess | Regelsatz, der zur Autorisierung von Clients benutzt wird. |
Xresources | Vorgabewerte für X-Ressourcen. |
Xservers | Liste mit lokalen und entfernten Bildschirmen, die verwaltet werden. |
Xsession | Vorgabe für das Startskript der Sitzung. |
Xsetup_* | Skript, das dazu dient, Anwendungen vor der Anmeldung zu starten. |
xdm-config | Konfiguration für alle auf der Maschine verwalteten Bildschirme. |
xdm-errors | Fehlermeldungen des Servers. |
xdm-pid | Die Prozess-ID des gerade laufenden XDM-Prozesses. |
Im Verzeichnis /usr/local/lib/X11/xdm
befinden sich auch noch Skripten und Programme, die zum Einrichten
der XDM-Oberfläche dienen. Der
Zweck dieser Dateien und der Umgang mit ihnen wird in der
Hilfeseite xdm(1) erklärt. Wir gehen im Folgenden nur
kurz auf ein paar der Dateien ein.
Die vorgegebene Einstellung zeigt ein rechteckiges
Anmeldefenster, in dem der Rechnername in großer Schrift
steht. Darunter befinden sich die Eingabeaufforderungen
Login: und Password:.
Mit dieser Maske können Sie anfangen, wenn Sie das
Erscheinungsbild von XDM
verändern wollen.
Verbindungen zu XDM werden
über das „X Display Manager Connection Protocol“
(XDMCP) hergestellt.
XDMCP-Verbindungen von entfernten Maschinen
werden über den Regelsatz in Xaccess
kontrolliert. Diese Datei wird allerdings ignoriert, wenn in
xdm-config keine Verbindungen entfernter
Maschinen erlaubt sind (dies ist auch die Voreinstellung).
In dieser Datei kann das Erscheinungsbild der
Bildschirmauswahl und der Anmeldemasken festgelegt werden. Das
Format entspricht den Dateien im Verzeichnis
app-defaults, die in der
X11-Dokumentation beschrieben sind.
Diese Datei enthält eine Liste entfernter Maschinen, die in der Bildschirmauswahl angeboten werden.
Dieses Skript wird vom XDM
aufgerufen, nachdem sich ein Benutzer erfolgreich angemeldet hat.
Üblicherweise besitzt jeder Benutzer eine angepasste Version
dieses Skripts in ~/.xsession, das dann
anstelle von Xsession ausgeführt
wird.
Diese Skripten werden automatisch ausgeführt bevor die
Bildschirmauswahl oder die Anmeldemasken angezeigt werden.
Für jeden lokalen Bildschirm gibt es ein Skript, dessen
Namen aus Xsetup_ gefolgt von der
Bildschirmnummer gebildet wird (zum Beispiel
Xsetup_0). Normalerweise werden damit ein
oder zwei Programme, wie xconsole, im
Hintergrund gestartet.
Diese Datei enthält Einstellungen, die für jeden
verwalteten Bildschirm zutreffen. Das Format entspricht dem der
Dateien aus app-defaults.
Die Ausgaben jedes X-Servers, den
XDM versucht zu starten, werden in
dieser Datei gesammelt. Wenn ein von
XDM verwalteter Bildschirm aus
unbekannten Gründen hängen bleibt, sollten Sie in
dieser Datei nach Fehlermeldungen suchen. Für jede Sitzung
werden die Meldungen auch in die Datei
~/.xsession-errors des Benutzers
geschrieben.
Damit sich Clients mit dem Bildschirm-Server verbinden
können, muss der Zugriffsregelsatz editiert und der
Listener aktiviert werden. Die Vorgabewerte sind sehr
restriktiv eingestellt. Damit XDM
Verbindungen annimmt, kommentieren Sie eine Zeile in der
xdm-config Datei aus:
Starten Sie danach XDM neu.
Beachten Sie, dass Kommentare in den
Ressourcen-Konfigurationsdateien mit einem !
anstelle des sonst üblichen Zeichens #
beginnen. Wenn Sie strengere Zugriffskontrollen einrichten wollen,
sehen Sie sich die Beispiele in Xaccess und
die Hilfeseite xdm(1) an.
Es gibt mehrere Anwendungen, die XDM ersetzen können, zum Beispiel kdm, der Teil von KDE ist und später in diesem Kapitel besprochen wird. kdm ist ansprechender gestaltet und bietet neben einigen Schnörkeln die Möglichkeit, den zu verwendenden Window-Manager bei der Anmeldung auszuwählen.
Dieser Abschnitt beschreibt verschiedene grafische Oberflächen, die es für X unter FreeBSD gibt. Eine Oberfläche (desktop environment) kann alles von einem einfachen Window-Manager bis hin zu kompletten Anwendungen wie KDE oder GNOME sein.
GNOME ist eine benutzerfreundliche Oberfläche, mit der Rechner leicht benutzt und konfiguriert werden können. GNOME besitzt eine Leiste, mit der Anwendungen gestartet werden und die Statusinformationen anzeigen kann. Programme und Daten können auf der Oberfläche abgelegt werden und Standardwerkzeuge stehen zur Verfügung. Es gibt Konventionen, die es Anwendungen leicht machen, zusammenzuarbeiten und ein konsistentes Erscheinungsbild garantieren. Benutzer anderer Betriebssysteme oder anderer Arbeitsumgebungen sollten mit der leistungsfähigen grafischen Oberfläche von GNOME sehr gut zurechtkommen. Auf der Webseite FreeBSD GNOME Project finden Sie weitere Informationen über GNOME auf FreeBSD. Zusätzlich finden Sie dort umfassende FAQs zur Installation, Konfiguration und zum Betrieb von GNOME.
Am einfachsten installieren Sie GNOME als Paket oder über die Ports-Sammlung.
Wenn Sie das GNOME-Paket über das Netz installieren wollen, setzen Sie den nachstehenden Befehl ab:
# pkg_add -r gnome2Wenn Sie den Quellcode von GNOME übersetzen wollen, benutzen Sie die Ports-Sammlung:
# cd /usr/ports/x11/gnome2
# make install cleanDamit GNOME korrekt funktioniert,
muss das /proc-Dateisystem
eingehängt sein. Fügen Sie daher die folgende Zeile
in /etc/fstab ein, damit procfs(5)
beim Systemstart automatisch eingehängt wird:
Nachdem GNOME installiert ist, muss der X-Server GNOME anstelle eines Window-Managers starten.
Der einfachste Weg, GNOME zu
starten, ist GDM, der GNOME Display
Manager. GDM wird zwar als Teil des
GNOME-Desktops installiert, ist aber
in der Voreinstellung deaktiviert. Um
GDM zu aktivieren, fügen Sie
folgende Zeile in /etc/rc.conf ein:
Nach einem Systemneustart wird GDM ab sofort automatisch gestartet.
In der Regel ist es ratsam, alle
GNOME-Dienste beim Start von
GDM zu aktivieren. Um dies zu
erreichen, fügen Sie die folgende Zeile in
/etc/rc.conf ein:
GNOME kann auch von der
Kommandozeile gestartet werden, wenn Sie eine entsprechend
konfigurierte .xinitrc in Ihrem
Heimatverzeichnis besitzen. Existiert eine solche Version,
ersetzen Sie den Aufruf des Window-Managers durch
/usr/local/bin/gnome-session. Wenn
.xinitrc nicht gesondert angepasst wurde,
reicht es, den nachstehenden Befehl abzusetzen:
% echo "/usr/local/bin/gnome-session" > ~/.xinitrcRufen Sie danach startx auf, um die
GNOME Oberfläche zu starten.
Wenn Sie einen älteren Display-Manager wie
XDM verwenden, müssen Sie
anders vorgehen. Legen Sie eine ausführbare
.xsession an, die das Kommando
zum Start von GNOME enthält.
Ersetzen Sie dazu den Start des Window-Managers durch
/usr/local/bin/gnome-session:
% echo "#!/bin/sh" > ~/.xsession
% echo "/usr/local/bin/gnome-session" >> ~/.xsession
% chmod +x ~/.xsessionSie können den Display-Manager auch so konfigurieren, dass der Window-Manager beim Anmelden gewählt werden kann. Im Abschnitt Details zu KDE wird das für kdm, den Display-Manager von KDE erklärt.
KDE ist eine moderne, leicht zu benutzende Oberfläche, die unter anderem Folgendes bietet:
eine schöne und moderne Oberfläche,
eine Oberfläche, die völlig netzwerktransparent ist,
ein integriertes Hilfesystem, das bequem und konsistent Hilfestellungen bezüglich der Bedienung der KDE-Oberfläche und ihrer Anwendungen gibt,
ein konstantes Erscheinungsbild (look and feel) aller KDE-Anwendungen,
einheitliche Menüs, Werkzeugleisten, Tastenkombinationen und Farbschemata,
Internationalisierung: KDE ist in mehr als 40 Sprachen erhältlich,
durch Dialoge gesteuerte zentrale Konfiguration der Oberfläche,
viele nützliche KDE-Anwendungen.
In KDE ist mit Konqueror auch ein Webbrowser enthalten, der sich durchaus mit anderen Webbrowsern auf UNIX®-Systemen messen kann. Weitere Informationen über KDE erhalten Sie auf den KDE-Webseiten. Auf der Webseite KDE on FreeBSD finden Sie weitere FreeBSD-spezifische Informationen über KDE.
Es sind zwei Versionen von KDE unter FreeBSD verfügbar. Version 3 ist schon seit einiger Zeit erhältlich und ist sehr ausgereift. Version 4, die nächste Generation, ist ebenfalls über die Ports-Sammlung verfügbar. Beide Versionen können sogar gleichzeitig installiert werden.
Am einfachsten installieren Sie KDE, wie jede andere grafische Oberfläche auch, als Paket oder über die Ports-Sammlung.
Um KDE3 über das Netz zu installieren, setzen Sie den nachstehenden Befehl ab:
# pkg_add -r kdeUm KDE4 über das Netzwerk zu installieren, geben Sie folgendes ein:
# pkg_add -r kde4pkg_add(1) installiert automatisch die neuste Version einer Anwendung.
Benutzen Sie die Ports-Sammlung, wenn Sie den Quellcode von KDE3 übersetzen wollen:
# cd /usr/ports/x11/kde3
# make install cleanUm KDE4 aus dem Quellcode zu übersetzen, geben Sie folgendes ein:
# cd /usr/ports/x11/kde4
# make install cleanNachdem KDE installiert ist, muss
der X-Server KDE anstelle eines
Window-Managers starten. Legen Sie dazu die Datei
.xinitrc an:
Für KDE3:
% echo "exec startkde" > ~/.xinitrcFür KDE4:
% echo "exec /usr/local/kde4/bin/startkde" > ~/.xinitrcWenn das X-Window-System danach mit startx
gestartet wird, erscheint die
KDE-Oberfläche.
Wird ein Display-Manager wie XDM
benutzt, muss .xsession angepasst werden.
Eine Anleitung für kdm folgt
gleich in diesem Kapitel.
Wenn KDE erst einmal installiert ist, erschließen sich die meisten Sachen durch das Hilfesystem oder durch Ausprobieren. Benutzer von Windows oder Mac OS® werden sich sehr schnell zurecht finden.
Die beste Referenz für KDE ist die Online-Dokumentation. KDE besitzt einen eigenen Webbrowser, sehr viele nützliche Anwendungen und ausführliche Dokumentation. Der Rest dieses Abschnitts beschäftigt sich daher mit Dingen, die schlecht durch einfaches Ausprobieren erlernbar sind.
Der Administrator eines Mehrbenutzersystems will den Benutzern vielleicht eine grafische Anmeldung wie mit XDM ermöglichen. KDE besitzt einen eigenen Display-Manager, der schöner aussieht und auch über mehr Optionen verfügt. Insbesondere können sich die Benutzer die Oberfläche für die Sitzung (beispielsweise KDE oder GNOME) aussuchen.
Die Art und Weise, wie kdm aktiviert wird, hängt dabei von der von Ihnen eingesetzten KDE-Version ab.
Für KDE3 müssen die
ttyv8-Zeile wie folgt anpassen:
Verwenden Sie hingegen KDE4,
müssen Sie folgende Zeilen in die Datei
/etc/rc.conf aufnehmen:
Xfce ist eine grafische Oberfläche, die auf den GTK+-Bibliotheken, die auch von GNOME benutzt werden, beruht. Die Oberfläche ist allerdings weniger aufwändig und für diejenigen gedacht, die eine schlichte und effiziente Oberfläche wollen, die dennoch einfach zu benutzen und zu konfigurieren ist. Die Oberfläche sieht ähnlich wie CDE aus, das in kommerziellen UNIX® Systemen verwendet wird. Einige Merkmale von Xfce sind:
eine schlichte einfach zu benutzende Oberfläche,
vollständig mit Mausoperationen konfigurierbar, Unterstützung von drag and drop,
ähnliche Hauptleiste wie CDE, die Menüs enthält und über die Anwendungen gestartet werden können,
integrierter Window-Manager, Datei-Manager und Sound-Manager, GNOME-compliance-Modul,
mit Themes anpassbar (da GTK+ benutzt wird),
schnell, leicht und effizient: ideal für ältere oder langsamere Maschinen oder Maschinen mit wenig Speicher.
Weitere Information über Xfce erhalten Sie auf der Xfce-Webseite.
Das Xfce-Paket installieren Sie mit dem nachstehenden Kommando:
# pkg_add -r xfce4Mit der Ports-Sammlung können Sie auch den Quellcode übersetzen:
# cd /usr/ports/x11-wm/xfce4
# make install cleanDamit beim nächsten Start des X-Servers Xfce benutzt wird, setzen Sie das folgende Kommando ab:
% echo "/usr/local/bin/startxfce4" > ~/.xinitrcWenn Sie einen Display-Manager benutzen, erstellen Sie die
Datei .xsession, wie im GNOME Abschnitt beschrieben.
Verwenden Sie jetzt allerdings das Kommando
/usr/local/bin/startxfce4. Sie können
auch den Display-Manager wie im kdm Abschnitt beschrieben, so
konfigurieren, dass die Oberfläche für die Sitzung
ausgewählt werden kann.
Nach den Grundlagen beschäftigt sich das FreeBSD-Handbuch mit oft benutzten Funktionen von FreeBSD. Die Kapitel behandeln die nachstehenden Themen:
Zeigen Ihnen beliebte und nützliche Werkzeuge wie Browser, Büroanwendungen und Programme zum Anzeigen von Dokumenten.
Zeigen Ihnen Multimedia-Werkzeuge für FreeBSD.
Erklären den Bau eines angepassten FreeBSD-Kernels, der die Systemfunktionen erweitert.
Beschreiben ausführlich das Drucksystem, sowohl für direkt angeschlossene Drucker als auch für Netzwerkdrucker.
Erläutern, wie Sie Linux-Anwendungen auf einem FreeBSD-System laufen lassen.
Damit Sie einige Kapitel verstehen, sollten Sie vorher andere Kapitel gelesen haben. Die Übersicht zu jedem Kapitel zählt die Voraussetzungen für das erolgreiche Durcharbeiten des Kapitels auf.
FreeBSD bietet eine reiche Auswahl an Desktop-Anwendungen, wie Browser und Textverarbeitungen, die als Pakete oder mit der Ports-Sammlung installiert werden. Gerade neue Benutzer erwarten Anwendungen mit einer grafischen Benutzeroberfläche an ihrem Arbeitsplatz. Dieses Kapitel zeigt Ihnen, wie Sie einige der beliebtesten Desktop-Anwendungen mühelos installieren.
Wenn Sie Ports installieren, beachten Sie, dass dabei die Quelltexte der Programme übersetzt werden. Abhängig von dem Programm und der Geschwindigkeit Ihrer Maschinen kann das sehr lange dauern. Wenn Ihnen das Übersetzen zu lange dauert, können Sie die meisten Programme der Ports-Sammlung auch als fertige Pakete installieren.
Da FreeBSD binär kompatibel zu Linux ist, können Sie
zahlreiche für Linux entwickelte Desktop-Anwendungen einsetzen.
Bevor Sie allerdings Linux-Anwendungen installieren, sollten Sie das
Kapitel 11, Linux-Binärkompatibilität lesen. Wenn Sie nach einem bestimmten Port
suchen, zum Beispiel mit whereis(1), beachten Sie, dass die
Namen vieler Programme, die die Linux-Binärkompatibilität
benutzen, mit linux- anfangen. Wir gehen im
Folgenden davon aus, dass Sie die Linux-Binärkompatibilität
aktiviert haben, bevor Sie Linux-Anwendungen installieren.
Dieses Kapitel behandelt Anwendungen aus den Bereichen:
Browser (Firefox, Opera, Konqueror), Chromium)
Büroanwendungen (KOffice, AbiWord, The GIMP, OpenOffice.org, LibreOffice)
Dokumentformate(Acrobat Reader®, gv, Xpdf, GQview)
Finanzsoftware ( GnuCash, Gnumeric, Abacus)
Bevor Sie dieses Kapitel lesen, sollten Sie
Software Dritter installieren können (Kapitel 5, Installieren von Anwendungen: Pakete und Ports) und
Linux-Anwendungen installieren können (Kapitel 11, Linux-Binärkompatibilität).
Wie Sie Multimedia-Anwendungen einrichten, wird in einem gesonderten Kapitel erklärt. Wie Sie E-Mail einrichten und benutzen, wird in Kapitel 29, Elektronische Post (E-Mail) beschrieben.
FreeBSD besitzt keinen vorinstallierten Browser, stattdessen enthält das www-Verzeichnis der Ports-Sammlung Browser, die Sie installieren können. Wenn Ihnen das Übersetzen der Browser zu lange dauert, bei einigen Browsern dauert das wirklich lange, installieren Sie die Pakete, die es für viele Browser gibt.
KDE und GNOME enthalten schon HTML-Browser. Das Einrichten dieser grafischen Benutzeroberflächen ist in Abschnitt 6.7, „Grafische Oberflächen“ beschrieben.
Wenn Sie besonders schlanke Browser benötigen, suchen Sie in
der Ports-Sammlung nach
www/dillo2,
www/links oder
www/w3m.
Dieser Abschnitt behandelt die nachstehenden Anwendungen:
| Anwendung | Ressourcenbedarf | Installationsaufwand aus den Ports | wichtige Abhängigkeiten |
|---|---|---|---|
| Firefox | mittel | hoch | Gtk+ |
| Opera | niedrig | niedrig | Es gibt eine FreeBSD- und eine Linux-Version. Die Linux-Version hängt von der Linux-Kompatibilität (Linux Binary Compatibility) und linux-openmotif ab. |
| Konqueror | mittel | hoch | KDE-Biliotheken |
| Chromium | mittel | mittel | Gtk+ |
Firefox ist ein moderner, freier und stabiler Open-Source Browser, der vollständig auf FreeBSD portiert wurde. Er bietet eine dem HTML-Standard konforme Anzeige, Browserfenster als Tabs, Blockierung von Werbefenstern, Erweiterungen, verbesserte Sicherheit und mehr. Firefox basiert auf der Mozilla Codebasis.
Das Paket können Sie mit dem nachstehenden Befehl installieren:
# pkg_add -r firefoxDamit installieren Sie Firefox 10.0, wenn Sie stattdessen Firefox 3.6 einsetzen möchten, geben Sie folgenden Befehl ein:
# pkg_add -r firefox36Alternativ können Sie auch die Ports-Sammlung verwenden, um das Programm aus dem Quellcode zu installieren:
# cd /usr/ports/www/firefox
# make install cleanErsetzen Sie im vorherigen Kommando firefox
durch firefox36, falls Sie
Firefox 3.6 verwenden wollen.
Dieser und die beiden nächsten Abschnitte gehen davon aus, dass Sie Firefox bereits installiert haben.
Die Schritte zur Installation des Plugins hängen davon, welche Firefox Sie installiert haben.
Installieren Sie das OpenJDK 6 über die Ports-Sammlung:
# cd /usr/ports/java/openjdk6
# make install cleanDanach installieren Sie den Port java/icedtea-web:
# cd /usr/ports/java/icedtea-web
# make install cleanStellen Sie dabei sicher, dass Sie jeweils die Standardoptionen verwenden.
Starten Sie nun Ihren Browser, geben Sie in der Adresszeile
about:plugins ein und bestätigen Sie diese
Eingabe mit der Enter-Taste. Dadurch wird eine
Seite geöffnet, die alle installierten Plugins auflistet. In
dieser Liste sollte sich nun auch das
Java™-Plugin befinden.
Wird das Plugin nicht gefunden, muss für jeden Benutzer der folgende Befel ausgeführt werden:
% ln -s /usr/local/lib/IcedTeaPlugin.so \
$HOME/.mozilla/plugins/Das Adobe® Flash™-Plugin ist für FreeBSD nicht verfügbar. Es existiert jedoch ein Software-Layer (ein sogenannter Wrapper), der es erlaubt, die Linux-Version des Plugins unter FreeBSD einzusetzen. Dieser Wrapper unterstützt außerdem das Adobe® Acrobat®-Plugin, das RealPlayer®-Plugin und andere mehr.
Je nachdem, welche Version von FreeBSD Sie verwenden, sind unterschiedliche Schritte notwendig:
Für FreeBSD 7.X
Installieren Sie den Port www/nspluginwrapper. Dieser Port
setzt voraus, dass Sie den Port emulators/linux_base-fc4 bereits
installiert haben, der sehr gross ist.
Anschließend installieren Sie den Port www/linux-flashplugin9. Dadurch wird
Flash™ 9.X installiert, denn diese Version läuft
zuverlässig auf FreeBSD 7.X.
Für FreeBSD 8.X oder Neuere
Installieren Sie den Port www/nspluginwrapper. Dieser Port
benötigt den emulators/linux_base-f10 Port, der sehr
gross ist.
Als nächstes installieren Sie Flash™ 11.X aus dem
Port www/linux-f10-flashplugin11.
Für diese Version muss der folgende symbolische Link angelegt werden:
# ln -s /usr/local/lib/npapi/linux-f10-flashplugin/libflashplayer.so \
/usr/local/lib/browser_plugins/Falls das Verzeichnis /usr/local/lib/browser_plugins
auf Ihrem System nicht existiert, müssen Sie es manuell
anlegen.
Sobald der richtige Flash™-Port passend zu ihrer FreeBSD Version
installiert ist, muss das Plugin von jedem Benutzer mittels
nspluginwrapper installiert werden:
% nspluginwrapper -v -a -iDas Linux® Prozessdateisystem, linprocfs(5), muss unter
/compat/linux/proc eingehängt
werden, wenn Sie Flash™-Animationen abspielen möchten. Dies
kann mittels des folgenden Kommandos geschehen:
# mount -t linprocfs linproc /compat/linux/procDieser Schritt kann automatisiert zur Bootzeit ablaufen, indem Sie
die passende Zeile in /etc/fstab eintragen:
Rufen Sie dann Ihren Browser auf und geben in der Adresszeile
about:plugins ein. Diese Eingabe muss mit der
Enter-Taste bestätigt werden. Danach wird eine
Seite geladen, auf der alle installierten Plugins aufgelistet
werden.
Swfdec ist die Bibliothek zum Dekodieren und Rendern von Flash™ Animationen. Swfdec-Mozilla ist ein Plugin für Firefox-Browser, welches die Swfdec-Bibliothek zum Abspielen von SWF-Dateien benutzt. Momentan befindet sie sich noch in der Entwicklung.
Wenn Sie diese nicht übersetzen können oder wollen, dann installieren Sie einfach das Paket aus dem Netz:
# pkg_add -r swfdec-pluginWenn das Paket nicht verfügbar ist, können Sie es auch über die Ports-Sammlung bauen und installieren:
# cd /usr/ports/www/swfdec-plugin
# make install cleanStarten Sie anschliessend ihren Browser neu, damit dieses Plugin aktiviert wird.
Opera ist ein schneller, vollwertiger und standardkonformer Browser, der wie Mozilla über einen eingebauten E-Mail- und Newsreader verfügt. Zusätzlich sind ein IRC-Client, ein RSS/Atom-Feeds-Reader sowie weitere Programme enthalten. Dennoch handelt es sich bei Opera weiterhin um ein relativ kleines und sehr schnelles Programmpaket. Sie haben die Wahl zwei Versionen dieses Browsers: Der „nativen“ FreeBSD-Version und der Linux-Version.
Wenn Sie das Web mit der FreeBSD-Version von Opera erkunden wollen, installieren Sie das Paket:
# pkg_add -r operaEinige FTP-Server haben nicht alle Pakete, Sie können Opera aber über die Ports-Sammlung installieren:
# cd /usr/ports/www/opera
# make install cleanWenn Sie die Linux-Version des Browsers verwenden wollen,
ersetzen Sie in den Beispielen opera durch
linux-opera.
Das Adobe® Flash™-Plugin ist für FreeBSD nicht
verfügbar. Es gibt aber eine Linux®-Version des Plugins, die
auch unter FreeBSD installiert werden kann. Dazu installieren Sie zuerst
den Port www/linux-f10-flashplugin11, danach den Port
www/opera-linuxplugins:
# cd /usr/ports/www/linux-f10-flashplugin11
# make install clean
# cd /usr/ports/www/opera-linuxplugins
# make install cleanDanach sollte das Plugin installiert sein. Um dies zu
überprüfen, starten Sie den Browser und geben in die
Adresszeile opera:plugins ein und bestätigen
diese Eingabe mit der Return-Taste. Dadurch
erhalten Sie eine Liste aller derzeit installierter Plugins.
Um das Java™-Plugin zu installieren, folgen Sie bitte den entsprechenden Anweisungen für Firefox.
Konqueror ist Teil von
KDE, kann aber außerhalb
von KDE benutzt werden,
wenn der Port x11/kdebase3
installiert ist. Konqueror
ist mehr als nur ein Browser. Sie können das
Programm weiters zur Dateiverwaltung und zum Abspielen
von Multimedia-Dateien benutzen.
Der Port misc/konq-plugins
installiert verschiedene Plugins für
Konqueror.
Konqueror kann Flash™-Seiten darstellen. Wie Sie die Flash™-Unterstützung aktiviern, können Sie unter http://freebsd.kde.org/howtos/konqueror-flash.php nachlesen.
Chromium ist ein quelloffenes Browserprojekt mit dem Ziel ein sicheres, schnelleres und stabileres Surferlebnis im Web zu ermöglichen. Chromium ermöglicht surfen mit Tabs, Blockieren von Pop-Ups, Erweiterungen und vieles mehr. Chromium ist das Open Source Projekt, welches auf dem Google Chrome Webbrowser basiert.
Chromium kann als Paket durch die Eingabe des folgenden Befehls installiert werden:
# pkg_add -r chromiumAls Alternative kann Chromium aus dem Quellcode durch die Ports Collection übersetzt werden:
# cd /usr/ports/www/chromium
# make install cleanChromium wird als
/usr/local/bin/chrome installiert und
nicht als
/usr/local/bin/chromium.
Dieser Abschnitt setzt voraus, dass Chromium bereits installiert ist.
Installieren Sie OpenJDK 6 mit Hilfe der Ports Collection durch Eingabe von:
# cd /usr/ports/java/openjdk6
# make install cleanAls nächstes installieren Sie java/icedtea-web aus der Ports
Collection:
# cd /usr/ports/java/icedtea-web
# make install cleanStarten Sie Chromium und geben Sie
about:plugins in die Addresszeile ein.
IcedTea-Web sollte dort als eines der installierten Plug-Ins
aufgelistet sein.
Falls Chromium das IcedTea-Web Plug-In nicht anzeigt, geben Sie das folgende Kommando ein und starten Sie den Webbrowser anschliessend neu:
# mkdir -p /usr/local/share/chromium/plugins
# ln -s /usr/local/lib/IcedTeaPlugin.so \
/usr/local/share/chromium/plugins/Dieser Abschnitt setzt voraus, dass Chromium bereits installiert ist.
Die Konfiguration von Chromium und Adobe® Flash™ ist ähnlich zur Anleitung für Firefox. Für genauere Hinweise zur Installation von Adobe® Flash™ auf FreeBSD, wenden Sie sich bitte an diesen Abschnitt. Es sollte keine weitere Konfiguration notwendig sein, da Chromium in der Lage ist, Plug-Ins von anderen Browsern mit zu benutzen.
Neue Benutzer suchen oft ein komplettes Office-Paket oder eine leicht zu bedienende Textverarbeitung. Einige Benutzeroberflächen wie KDE enthalten zwar ein Office-Paket, diese werden in der Standardeinstellung unter FreeBSD aber nicht installiert. Unabhängig von der verwendeten Benutzeroberfläche können Sie diverse Office-Pakete aber jederzeit über die Ports-Sammlung installlieren.
Dieser Abschnitt behandelt die nachstehenden Anwendungen:
| Anwendung | Ressourcenbedarf | Installationsaufwand aus den Ports | wichtige Abhängigkeiten |
|---|---|---|---|
| KOffice | niedrig | hoch | KDE |
| AbiWord | niedrig | niedrig | Gtk+ oder GNOME |
| The Gimp | niedrig | hoch | Gtk+ |
| OpenOffice.org | hoch | enorm | JDK™, Mozilla |
| LibreOffice | etwas hoch | enorm | Gtk+, KDE/ GNOME oder JDK™ |
Die KDE-Gemeinschaft stellt ein Office-Paket bereit, das auch außerhalb von KDE eingesetzt werden kann. Es besteht aus vier, von anderen Office-Paketen bekannten, Komponenten: KWord ist die Textverarbeitung, KSpread die Tabellenkalkulation, mit KPresenter werden Präsentationen erstellt und Kontour ist ein Zeichenprogramm.
Stellen Sie vor der Installation des neusten KOffice sicher, dass Sie eine aktuelle Version von KDE besitzen.
Mit dem folgenden Kommando installieren Sie das KOffice-Paket für KDE4:
# pkg_add -r koffice-kde4Wenn das Paket nicht zur Verfügung steht, benutzen Sie bitte die Ports-Sammlung. Wenn Sie beispielsweise KOffice für KDE4 installieren wollen, setzen Sie die nachstehendenen Befehle ab:
# cd /usr/ports/editors/koffice-kde4
# make install cleanAbiWord ist eine freie Textverarbeitung, die ähnlich wie Microsoft® Word ist. Sie können damit Artikel, Briefe, Berichte, Notizen usw. verfassen. Das Programm ist sehr schnell, besitzt viele Funktionen und ist sehr benutzerfreundlich.
AbiWord kann viele Dateiformate,
unter anderem nicht offene wie .doc von
Microsoft®, importieren und exportieren.
Das AbiWord-Paket installieren Sie wie folgt:
# pkg_add -r AbiWordSollte das Paket nicht zur Verfügung stehen, können Sie das Programm mit der Ports-Sammlung, die zudem aktueller als die Pakete ist, übersetzen. Gehen Sie dazu folgendermaßen vor:
# cd /usr/ports/editors/AbiWord
# make install cleanThe GIMP ist ein sehr ausgereiftes Bildverarbeitungsprogramm mit dem Sie Bilder erstellen oder retuschieren können. Sie können es sowohl als einfaches Zeichenprogramm als auch zum retuschieren von Fotografien benutzen. Das Programm besitzt eine eingebaute Skriptsprache und es existieren sehr viele Plug-Ins. The GIMP kann Bilder in zahlreichen Formaten lesen und speichern und stellt Schnittstellen zu Scannern und grafischen Tabletts zur Verfügung.
Sie installieren das Paket mit dem nachstehenden Befehl:
# pkg_add -r gimpBenutzen Sie die Ports-Sammlung, wenn Ihr FTP-Server das Paket nicht bereitstellt. Im Verzeichnis graphics finden Sie das Handbuch The Gimp Manual. Sie können alles mit den folgenden Befehlen installieren:
# cd /usr/ports/graphics/gimp
# make install clean
# cd /usr/ports/graphics/gimp-manual-pdf
# make install cleanDie Entwickler-Version von The GIMP
finden Sie im Verzeichnis graphics
der Ports-Sammlung. Das Handbuch ist im HTML-Format
(graphics/gimp-manual-html)
erhältlich.
OpenOffice.org enthält alles, was von einem Office-Paket erwartet wird: Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation und ein Zeichenprogramm. Die Bedienung gleicht anderen Office-Paketen und das Programm kann zahlreiche Dateiformate importieren und exportieren. Es gibt lokalisierte Versionen mit angepassten Menüs, Rechtschreibkontrollen und Wörterbüchern.
Die Textverarbeitung von OpenOffice.org speichert Dateien im XML-Format. Dadurch wird die Verwendbarkeit der Dateien auf anderen Systemen erhöht und die Handhabung der Daten vereinfacht. Die Tabellenkalkulation besitzt eine Makrosprache und eine Schnittstelle zu Datenbanken. OpenOffice.org läuft auf Windows®, Solaris™, Linux, FreeBSD und Mac OS® X. Weitere Informationen über OpenOffice.org finden Sie auf der OpenOffice.org Website. Spezifische Informationen für FreeBSD finden Sie auf der Webseite FreeBSD OpenOffice.org Porting Team. Von dort können Sie auch direkt das OpenOffice-Paket herunterladen.
OpenOffice.org installieren Sie wie folgt:
# pkg_add -r openoffice.orgDiese Art der Installation sollte mit einer -RELEASE-Version funktionieren. Verwenden Sie eine andere Version, sollten Sie die Internetseite des FreeBSD OpenOffice.org Porting Teams besuchen und das entsprechende Paket herunterladen und über pkg_add(1) installieren, wobei Sie zwischen der aktuellen Version und der Entwicklerversion wählen können.
Nachdem das Paket installiert ist, müssen Sie lediglich folgenden Befehl eingeben, um OpenOffice.org zu starten:
% openoffice.orgNach dem ersten Start werden Ihnen einige Fragen gestellt.
Außerdem wird in Ihrem Heimatverzeichnis der neue
Unterordner .openoffice.org
angelegt.
Falls die OpenOffice.org-Pakete nicht zur Verfügung stehen, können Sie immer noch die Ports-Sammlung benutzen. Beachten Sie aber bitte, dass Sie sehr viel Plattenplatz und Zeit benötigen, um die Quellen zu übersetzen.
# cd /usr/ports/editors/openoffice-3
# make install cleanWenn Sie ein lokalisierte Version bauen wollen, ersetzen Sie den letzten Befehl durch die folgende Zeile:
# make LOCALIZED_LANG=Ihre_Sprache install cleanDabei ersetzen Sie Ihre_Sprache
durch den korrekten ISO-Code. Eine Liste der
unterstützten Codes enthält die Datei
files/Makefile.localized, die sich im
Portsverzeichnis befindet.
Nachdem die Installation abgeschlossen ist, können Sie OpenOffice.org durch folgenden Befehl starten:
% openoffice.orgLibreOffice ist ein als freie Software verfügbares Office-Paket, welches von The Document Foundation entwickelt wird, das mit anderen grossen Office-Paketen kompatibel ist und auf einer Vielzahl von Plattformen lauffähig ist. Es ist ein Fork von OpenOffice.org unter neuem Namen, der alle notwendigen Anwendungen in einem kompletten Büroanwendungspaket enthält: eine Textverarbeitung, eine Tabellenkalkulation, ein Präsentationsmanager, ein Zeichenprogramm, ein Datenbankmanagementprogramm und ein Werkzeug zum Erstellen und Bearbeiten von mathematischen Formeln. Es steht in einer Reihe von Sprachen zur Verfügung; die Internationalisierung wurde auf die Oberfläche, Rechtschreibkorrektur und die Wörterbücher ausgeweitet.
Das Textverarbeitungsprogramm von LibreOffice benutzt ein natives XML-Dateiformat für erhöhte Portabilität und Flexibilität. Die Tabellenkalkulation enthält eine Makrosprache und kann mit externen Datenbanken Verbindungen herstellen. LibreOffice ist bereits stabil genug und läuft nativ auf Windows®, Linux, FreeBSD und Mac OS® X. Weitere Informationen zu LibreOffice können auf der LibreOffice Webseite abgerufen werden.
Um LibreOffice als Paket zu installieren, geben Sie folgenden Befehl ein:
# pkg_add -r libreofficeDies sollte funktionieren, wenn Sie eine -RELEASE-Version von FreeBSD einsetzen.
Sobald das Paket installiert ist, geben Sie das folgende Kommando ein, um LibreOffice zu starten:
% libreofficeWährend des ersten Starts werden Sie ein paar Fragen
gestellt bekommen und es wird ein Verzeichnis
.libreoffice in Ihrem
Heimatverzeichnis erstellt.
Wenn die LibreOffice-Pakete nicht verfügbar sind, haben Sie immer noch die Möglichkeit, den Port zu verwenden. Jedoch müssen Sie bedenken, dass dies eine Menge Speicherplatz benötigt und viel Zeit in Anspruch nimmt, bis der Port fertig gebaut ist.
# cd /usr/ports/editors/libreoffice
# make install cleanWenn Sie eine Version in Ihrer Sprache bauen möchten, ersetzen Sie das vorhergehende Kommando mit dem folgenden:
# make LOCALIZED_LANG=ihre_Sprache install cleanSie müssen ihre_Sprache mit dem
richtigen ISO-Code für ihre Sprache ersetzen. Eine Liste von
unterstützten Sprachcodes sind im Makefile
des Ports als pre-fetch-Target
verfügbar.
Sobald dies abgeschlossen ist, kann LibreOffice mit dem folgenden Befehl gestartet werden:
% libreofficeEinige neuere Dokumentformate, die sich aktuell großer Beliebtheit erfreuen, können Sie sich mit den im Basissystem enthaltenen Programmen und Werkzeugen nicht ansehen. Dieser Abschnitt behandelt Programme, mit denen Sie sich Dokumente in unterschiedlichsten Formaten ansehen können.
Die nachstehenden Anwendungen werden behandelt:
| Anwendung | Ressourcenbedarf | Installationsaufwand aus den Ports | wichtige Abhängigkeiten |
|---|---|---|---|
| Acrobat Reader® | niedrig | niedrig | Linux Binary Compatibility |
| gv | niedrig | niedrig | Xaw3d |
| Xpdf | niedrig | niedrig | FreeType |
| GQview | niedrig | niedrig | Gtk+ oder GNOME |
Viele Dokumente werden heute im „Portable Document Format“ (PDF) zur Verfügung gestellt. PDF-Dokumente schauen Sie sich am Besten mit dem Programm Acrobat Reader® an, das von Adobe für Linux freigegeben wurde. Da Linux-Programme unter FreeBSD laufen, steht Ihnen das Programm auch hier zur Verfügung.
Um Acrobat Reader® 8 über die Ports-Sammlung zu installieren, geben Sie Folgendes ein:
# cd /usr/ports/print/acroread8
# make install cleanAufgrund der Lizenzbedinungen ist eine Paketversion leider nicht verfügbar.
gv kann PostScript®- und PDF-Dokumente anzeigen. Es stammt von ghostview ab, besitzt aber wegen der Xaw3d-Bibliothek eine schönere Benutzeroberfläche. In gv können Sie viele Operationen durchführen: Sie können die Ausrichtung und die Papiergröße eines Dokuments ändern, das Dokument skalieren oder die Kantenglättung (Anti-Aliasing) aktivieren. Fast jede Operation kann sowohl mit der Tastatur als auch mit der Maus durchgeführt werden.
Installieren Sie das gv-Paket wie folgt:
# pkg_add -r gvBenutzen Sie die Ports-Sammlung, wenn das Paket nicht zur Verfügung steht:
# cd /usr/ports/print/gv
# make install cleanEin schlankes und effizientes Programm zum Betrachten von PDF-Dateien ist Xpdf. Es benötigt wenige Ressourcen und ist sehr stabil. Da das Programm die Standard X-Zeichensätze benutzt, ist es nicht auf Motif® oder ein anderes X-Toolkit angewiesen.
Das Xpdf-Paket können Sie mit dem folgenden Kommando installieren:
# pkg_add -r xpdfWenn das Paket nicht verfügbar ist, oder Sie lieber die Ports-Sammlung benutzen möchten, gehen Sie wie folgt vor:
# cd /usr/ports/graphics/xpdf
# make install cleanWenn Sie nach Abschluss der Installation Xpdf starten, öffnen Sie das Menü mit der rechten Maustaste.
Mit GQview lassen sich Bilder verwalten. Unter anderem können Sie sich Bilder (auch auf dem ganzen Bildschirm) anschauen, ein externes Werkzeug aufrufen und eine Vorschau (thumbnail) erzeugen. Weiterhin können Sie automatisch ablaufende Präsentationen erstellen und grundlegende Dateioperationen durchführen, Bildersammlungen verwalten und doppelte Bilder aufspüren. GQview ist internationalisiert, das heißt es berücksichtigt die Spracheinstellungen des Systems.
Wenn Sie das GQview-Paket installieren wollen, geben Sie das folgende Kommando ein:
# pkg_add -r gqviewIst das Paket nicht erhältlich, oder wenn Sie die Ports-Sammlung bevorzugen, setzen Sie die folgenden Kommandos ab:
# cd /usr/ports/graphics/gqview
# make install cleanWenn Sie, warum auch immer, Ihre Finanzen mit einem FreeBSD Arbeitsplatz verwalten wollen, stehen Ihnen verschiedene Anwendungen zur Verfügung. Einige von ihnen unterstützen verbreitete Formate, darunter Dateiformate, die von Quicken® oder Excel verwendet werden.
Dieser Abschnitt behandelt die folgenden Anwendungen:
| Anwendung | Ressourcenbedarf | Installationsaufwand aus den Ports | wichtige Abhängigkeiten |
|---|---|---|---|
| GnuCash | niedrig | hoch | GNOME |
| Gnumeric | niedrig | hoch | GNOME |
| Abacus | niedrig | niedrig | Tcl/Tk |
| KMyMoney | niedrig | hoch | KDE |
GnuCash ist Teil des GNOME-Projekts, dessen Ziel es ist, leicht zu bedienende und doch leistungsfähige Anwendungen zu erstellen. Mit GnuCash können Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben, Ihre Bankkonten und Wertpapiere verwalten. Das Programm ist leicht zu bedienen und genügt dennoch hohen Ansprüchen.
GnuCash stellt ein Register, ähnlich dem in einem Scheckheft und ein hierarchisches System von Konten zur Verfügung. Eine Transaktion kann in einzelne Teile aufgespaltet werden. GnuCash kann Quicken-Dateien (QIF) importieren und einbinden. Weiterhin unterstützt das Programm die meisten internationalen Formate für Zeitangaben und Währungen. Die Bedienung des Programms kann durch zahlreiche Tastenkombinationen und dem automatischen Vervollständigen von Eingaben beschleunigt werden.
Das GnuCash-Paket installieren Sie wie folgt:
# pkg_add -r gnucashWenn das Paket nicht zur Verfügung steht, benutzen Sie die Ports-Sammlung:
# cd /usr/ports/finance/gnucash
# make install cleanGnumeric ist eine
Tabellenkalkulation, die Teil der GNOME
Benutzeroberfläche ist. Das Programm kann Eingaben anhand des
Zellenformats oder einer Folge von Eingaben vervollständigen.
Dateien verbreiteter Formate, wie die von
Excel,
Lotus 1-2-3 oder
Quattro Pro lassen sich importieren.
Grafiken erstellt Gnumeric mit dem
Programm math/guppi.
Gnumeric besitzt viele eingebaute
Funktionen und Zellenformate (zum Beispiel die üblich
verwendeten, wie Zahl, Währung, Datum oder Zeit).
Installieren Sie das Gnumeric-Paket mit dem folgenden Kommando:
# pkg_add -r gnumericWenn das Paket nicht zur Verfügung steht, benutzen Sie die Ports-Sammlung:
# cd /usr/ports/math/gnumeric
# make install cleanAbacus ist eine kleine und leicht zu bedienende Tabellenkalkulation. Die vordefinierten Funktionen stammen aus verschiedenen Bereichen wie der Statistik, der Wirtschaft und der Mathematik. Das Programm kann Dateien im Excel Dateiformat importieren und exportieren sowie Ausgaben in PostScript® erzeugen.
Installieren Sie das Abacus-Paket mit dem folgenden Kommando:
# pkg_add -r abacusWenn das Paket nicht zur Verfügung steht, benutzen Sie die Ports-Sammlung:
# cd /usr/ports/deskutils/abacus
# make install cleanBei KMyMoney handelt es sich ein Programm zur Verwaltung der persönlichen Finanzen, das unter KDE entwickelt wird. KMyMoney hat das Ziel, alle wichtigen Funktionen zu bieten, die auch von kommerziellen Programmen zur Verwaltung der persönlichen Finanzen unterstützt werden. Weiters zählen einfache Benutzung sowie korrekte doppelte Buchführung zu den herausragenden Fähigkeiten dieses Programms. KMyMoney unterstützt den Import von Datendateien im Format Quicken Interchange Format (QIF), kann Investionen verfolgen, unterstützt verschiedene Währungen und bietet umfangreiche Reportmöglichkeiten. OFX-Import wird über ein separates Plugin realisiert.
Um KMyMoney über das FreeBSD-Paketsystem zu installieren, geben Sie Folgendes ein:
# pkg_add -r kmymoney2Sollte das Paket nicht verfügbar sein, können Sie das Programm auch über die Ports-Sammlung installieren:
# cd /usr/ports/finance/kmymoney2
# make install cleanFreeBSD wird von Internet Service Providern wegen seiner Schnelligkeit und Stabilität eingesetzt, es ist aber auch zum Einrichten eines Arbeitsplatzes geeignet. Mit tausenden Anwendungen, die als Pakete oder Ports zur Verfügung stehen, können Sie sich einen Arbeitsplatz nach Ihren Wünschen einrichten.
Die folgende Aufstellung fasst die in diesem Kapitel besprochenen Anwendungen zusammen:
| Anwendung | Paket-Name | Port-Name |
|---|---|---|
| Opera | opera | www/opera |
| Firefox | firefox | www/firefox |
| Chromium | chromium | www/chromium |
| KOffice | koffice-kde4 | editors/koffice-kde4 |
| AbiWord | abiword | editors/abiword |
| The GIMP | gimp | graphics/gimp |
| OpenOffice.org | openoffice | editors/openoffice.org-3 |
| LibreOffice | libreoffice | editors/libreoffice |
| Acrobat Reader® | acroread | print/acroread8 |
| gv | gv | print/gv |
| Xpdf | xpdf | graphics/xpdf |
| GQview | gqview | graphics/gqview |
| GnuCash | gnucash | finance/gnucash |
| Gnumeric | gnumeric | math/gnumeric |
| Abacus | abacus | deskutils/abacus |
| KMyMoney | kmymoney2 | finance/kmymoney2 |
FreeBSD unterstützt viele unterschiedliche Soundkarten, die Ihnen den Genuss von Highfidelity-Klängen auf Ihrem Computer ermöglichen. Dazu gehört unter anderem die Möglichkeit, Tonquellen in den Formaten MPEG Audio Layer 3 (MP3), WAV, Ogg Vorbis und vielen weiteren Formaten aufzunehmen und wiederzugeben. Darüber hinaus enthält die FreeBSD Ports-Sammlung Anwendungen, die Ihnen das Bearbeiten Ihrer aufgenommenen Tonspuren, das Hinzufügen von Klangeffekten und die Kontrolle der angeschlossenen MIDI-Geräte erlauben.
Wenn Sie etwas Zeit investieren, können Sie
mit FreeBSD auch Videos und DVDs abspielen. Im Vergleich
zu Audio-Anwendungen gibt es weniger Anwendungen zum
Kodieren, Konvertieren und Abspielen von Video-Formaten.
Es gab, als dieses Kapitel geschrieben wurde, keine
Anwendung, die einzelne Video-Formate ähnlich wie
audio/sox konvertieren
konnte. Allerdings ändert sich die Software in
diesem Umfeld sehr schnell.
In diesem Kapitel wird das Einrichten von Soundkarten besprochen. Kapitel 6, Das X-Window-System beschreibt die Installation und Konfiguration von X11 und das Einrichten von Videokarten. Hinweise zur Verbesserung der Wiedergabe finden sich in diesem Kapitel.
Dieses Kapitel behandelt die folgenden Punkte:
Die Konfiguration des Systems damit Ihre Soundkarte erkannt wird.
Wie Sie die Funktion einer Soundkarte testen können.
Wie Sie Fehler in den Einstellungen von Soundkarten finden.
Wie Sie MP3s und andere Audio-Formate wiedergeben und erzeugen.
Die Video-Unterstützung des X-Servers.
Gute Anwendungen, die Videos abspielen und kodieren.
Die Wiedergabe von DVDs, .mpg-
und .avi-Dateien.
Wie Sie CDs und DVDs in Dateien rippen.
Die Konfiguration von TV-Karten.
Das Einrichten von Scannern.
Bevor Sie dieses Kapitel lesen, sollten Sie:
Wissen, wie Sie einen neuen Kernel konfigurieren und installieren (Kapitel 9, Konfiguration des FreeBSD-Kernels).
Der Versuch eine Audio-CD mit mount(8) einzuhängen erzeugt mindestens einen Fehler; schlimmstenfalls kann es zu einer Kernel-Panic kommen. Die Medien besitzen eine andere Kodierung als normale ISO-Dateisysteme.
Zunächst sollten Sie in Erfahrung bringen, welches Soundkartenmodell Sie besitzen, welchen Chip die Karte benutzt und ob es sich um eine PCI- oder ISA-Karte handelt. FreeBSD unterstützt eine Reihe von PCI- als auch von ISA-Karten. Die Hardware-Notes zählen alle unterstützten Karten und deren Treiber auf.
Um Ihre Soundkarte benutzen zu können, müssen Sie den richtigen Gerätetreiber laden. Sie haben zwei Möglichkeiten, den Treiber zu laden: Am einfachsten ist es, das Modul mit kldload(8) zu laden. Sie können dazu die Kommandozeile verwenden:
# kldload snd_emu10k1Alternativ können Sie auch einen Eintrag
in der Datei /boot/loader.conf
erstellen:
Beide Beispiele gelten für eine Creative SoundBlaster®
Live! Soundkarte. Weitere ladbare Soundmodule sind in
der Datei /boot/defaults/loader.conf
aufgeführt. Wenn Sie nicht sicher sind, welchen
Gerätetreiber Sie laden müssen, laden Sie den
Treiber snd_driver:
# kldload snd_driverDer Treiber snd_driver ist ein
Meta-Treiber, der alle gebräuchlichen Treiber lädt
und die Suche nach dem richtigen Treiber vereinfacht.
Weiterhin können alle Treiber über
/boot/loader.conf geladen werden.
Wollen Sie feststellen, welcher Treiber für Ihre
Soundkarte vom Metatreiber snd_driver
geladen wurde, sollten Sie sich mit
cat /dev/sndstat den Inhalt der Datei
/dev/sndstat ansehen.
Alternativ können Sie die Unterstützung für die Soundkarte direkt in den Kernel einkompilieren. Diese Methode im nächsten Abschnitt beschrieben. Weiteres über den Bau eines Kernels erfahren Sie im Kapitel Kernelkonfiguration.
Zuerst müssen Sie sound(4), den Treiber für das Audio-Framework in die Kernelkonfiguration aufnehmen. Fügen Sie dazu die folgende Zeile in die Kernelkonfigurationsdatei ein:
Als Nächstes müssen Sie den richtigen Treiber in die Kernelkonfiguration einfügen. Den Treiber entnehmen Sie bitte der Liste der unterstützen Soundkarten aus den Hardware-Notes. Zum Beispiel wird die Creative SoundBlaster® Live! Soundkarte vom Treiber snd_emu10k1(4) unterstützt. Für diese Karte verwenden Sie die nachstehende Zeile:
Die richtige Syntax für die Zeile lesen
Sie bitte in der Hilfeseite des entsprechenden
Treibers nach. Die korrekte Syntax für alle
unterstützten Treiber finden Sie außerdem
in der Datei
/usr/src/sys/conf/NOTES.
Nicht PnP-fähige ISA-Soundkarten benötigen
(wie alle anderen ISA-Karten auch) weiterhin Angaben zu
den Karteneinstellungen (wie IRQ und I/O-Port).
Die Karteneinstellungen tragen
Sie in die Datei /boot/device.hints
ein. Während des Systemstarts liest der
loader(8) diese Datei und reicht die Einstellungen
an den Kernel weiter. Für eine alte Creative
SoundBlaster® 16 ISA-Karte, die sowohl den
snd_sbc(4)- als auch den
snd_sb16-Treiber
benötigt, fügen Sie folgende Zeilen in die
Kernelkonfigurationsdatei ein:
In die Datei /boot/device.hints
tragen Sie für diese Karte zusätzlich die
folgenden Einstellungen ein:
In diesem Beispiel benutzt die Karte den
I/O-Port 0x220 und den
IRQ 5.
Die Manualpage sound(4) sowie des jeweiligen
Treibers beschreiben die Syntax der Einträge in der
Datei /boot/device.hints.
Das Beispiel verwendet die vorgegebenen Werte. Falls Ihre Karteneinstellungen andere Werte vorgeben, müssen Sie die Werte in der Kernelkonfiguration anpassen. Weitere Informationen zu dieser Soundkarte entnehmen Sie bitte der Manualpage snd_sbc(4).
Nachdem Sie den neuen Kernel gestartet oder das erforderliche Modul geladen haben, sollte Ihre Soundkarte in den Systemmeldungen (dmesg(8)) auftauchen. Zum Beispiel:
Den Status der Karte können Sie über
die Datei /dev/sndstat
prüfen:
# cat /dev/sndstat
FreeBSD Audio Driver (newpcm)
Installed devices:
pcm0: <Intel ICH3 (82801CA)> at io 0xd800, 0xdc80 irq 5 bufsz
16384
kld snd_ich (1p/2r/0v channels duplex default)Die Ausgaben können auf Ihrem System anders
aussehen. Wenn das Gerät pcm
nicht erscheint, prüfen Sie bitte Ihre Konfiguration.
Stellen sie sicher, dass Sie den richtigen Treiber
gewählt haben. Abschnitt 8.2.2.1, „Häufige Probleme“
beschreibt häufig auftretende Probleme.
Wenn alles glatt lief, haben Sie nun eine funktionierende Soundkarte. Wenn ein CD-ROM oder DVD-ROM-Laufwerk an Ihrer Soundkarte angeschlossen ist, können Sie jetzt mit cdcontrol(1) eine CD abspielen:
% cdcontrol -f /dev/acd0 play 1Es gibt viele Anwendungen, wie
audio/workman, die
eine bessere Benutzerschnittstelle besitzen. Um sich
MP3-Audiodateien anzuhören, können Sie
eine Anwendung wie audio/mpg123 installieren.
Eine weitere schnelle Möglichkeit die Karte zu
prüfen, ist es, Daten an das Gerät
/dev/dsp zu senden:
% cat Datei > /dev/dspFür
können
Sie eine beliebige Datei verwenden. Wenn Sie einige
Geräusche hören, funktioniert die Soundkarte.Datei
Die Gerätedateien /dev/dsp*
werden automatisch erzeugt, wenn sie das erste Mal benötigt
werden. Werden sie nicht verwendet, sind sie hingegen nicht
vorhanden und tauchen daher auch nicht in der Ausgabe von
ls(1) auf.
Die Einstellungen des Mixers können Sie mit dem Kommando mixer(8) verändern. Weiteres lesen Sie bitte in der Hilfeseite mixer(8) nach.
| Fehler | Lösung |
|---|---|
| sb_dspwr(XX) timed out | Der I/O Port ist nicht korrekt angegeben. |
| bad irq XX | Der IRQ ist falsch angegeben. Stellen Sie sicher, dass der angegebene IRQ mit dem Sound IRQ übereinstimmt. |
| xxx: gus pcm not attached, out of memory | Es ist nicht genug Speicher verfügbar, um das Gerät zu betreiben. |
| xxx: can't open /dev/dsp! | Überprüfen Sie mit |
Ein weiterer Fall ist der, dass moderne Graphikkarten oft auch
ihre eigenen Soundtreiber mit sich führen, um
HDMI oder ähnliches zu verwenden. Diese
Audiogeräte werden manchmal vor der eigentlichen, separaten
Soundkarte aufgeführt und dadurch nicht als das
Standardgerät zum Abspielen von Tönen benutzt. Um zu
prüfen, ob das bei Ihnen der Fall ist, führen Sie
dmesg aus und suchen Sie nach der
Zeichenfolge pcm. Die Ausgabe sieht in etwa so
aus wie folgt:
Hier wurde die Graphikkarte (NVidia)
vor der Soundkarte (Realtek ALC889)
aufgeführt. Um die Soundkarte als
Standardabspielgerät einzusetzen, ändern Sie
hw.snd.default_unit auf die Einheit,
welche für das Abspielen benutzt werden soll, wie
folgt:
# sysctl hw.snd.default_unit=nHier repräsentiert n die Nummer
der Soundkarte, die verwendet werden soll, in diesem Beispiel
also 4. Sie können diese
Änderung dauerhaft machen, indem Sie die folgende Zeile
zu der /etc/sysctl.conf Datei
hinzufügen:
4Oft sollen mehrere Tonquellen gleichzeitig abgespielt werden, auch wenn beispielsweise esound oder artsd das Audiogerät nicht mit einer anderen Anwendung teilen können.
Unter FreeBSD können mit sysctl(8) virtuelle Tonkanäle eingerichtet werden. Virtuelle Kanäle mischen die Tonquellen im Kernel (so können mehr Kanäle als von der Hardware unterstützt benutzt werden).
Die Anzahl der virtuellen Kanäle können
Sie als Benutzer root wie folgt
einstellen:
# sysctl dev.pcm.0.play.vchans=4
# sysctl dev.pcm.0.rec.vchans=4
# sysctl hw.snd.maxautovchans=4Im Beispiel werden vier virtuelle Kanäle
eingerichtet, eine im Normalfall ausreichende Anzahl.
Sowohl dev.pcm.0.play.vchans=4 und
dev.pcm.0.rec.vchans=4 sind die Anzahl
der virtuellen Kanäle des Geräts
pcm0, die fürs Abspielen und Aufnehmen
verwendet werden und sie können konfiguriert werden, sobald das
Gerät existiert.
hw.snd.maxautovchans ist die Anzahl der
virtuellen Kanäle, die einem Gerät zugewiesen
werden, wenn es durch kldload(8) eingerichtet
wird. Da das Modul pcm
unabhängig von den Hardware-Treibern geladen werden kann,
gibt hw.snd.maxautovchans die Anzahl
der virtuellen Kanäle an, die später eingerichtete
Geräte erhalten. Lesen Sie dazu pcm(4) für weitere
Informationen.
Sie können die Anzahl der virtuellen Kanäle nur ändern, wenn das Gerät nicht genutzt wird. Schließen Sie daher zuerst alle Programme (etwa Musikabspielprogramme oder Sound-Daemonen), die auf dieses Gerät zugreifen.
Die korrekte pcm-Gerätedatei
wird automatisch zugeteilt, wenn ein Programm das Gerät
/dev/dsp0 anfordert.
Die Voreinstellungen des Mixers sind im Treiber
pcm(4) fest kodiert. Es gibt zwar viele Anwendungen
und Dienste, die den Mixer einstellen können
und die eingestellten Werte bei jedem Start wieder
setzen, am einfachsten ist es allerdings, die
Standardwerte für den Mixer
direkt im Treiber einzustellen. Der Mixer kann in
der Datei /boot/device.hints
eingestellt werden:
Die Zeile setzt die Lautstärke des Mixers
beim Laden des Moduls pcm(4) auf den Wert
50.
MP3 (MPEG Layer 3 Audio) ermöglicht eine Klangwiedergabe in CD-ähnlicher Qualität, was Sie sich auf Ihrem FreeBSD-Rechner nicht entgehen lassen sollten.
XMMS (X Multimedia System) ist bei weitem der beliebteste MP3-Player für X11. WinAmp-Skins können auch mit XMMS genutzt werden, da die Benutzerschnittstelle fast identisch mit der von Nullsofts WinAmp ist. Daneben unterstützt XMMS auch eigene Plugins.
XMMS kann als
multimedia/xmms Port oder Package installiert
werden.
Die Benutzerschnittstelle von XMMS ist leicht zu erlernen und enthält eine Playlist, einen graphischen Equalizer und vieles mehr. Diejenigen, die mit WinAmp vertraut sind, werden XMMS sehr leicht zu benutzen finden.
Der Port audio/mpg123 ist
ein alternativer, kommandozeilenorientierter MP3-Player.
mpg123 kann ausgeführt
werden, indem man das zu benutzende Sound Device und die
abzuspielende MP3-Datei auf der Kommandozeile angibt. Wenn ihr
Sound Device beispielsweise /dev/dsp1.0 lautet
und Sie die MP3-Datei Foobar-GreatestHits.mp3
hören wollen, geben Sie Folgendes ein:
# mpg123 -a /dev/dsp1.0 Foobar-GreatestHits.mp3
High Performance MPEG 1.0/2.0/2.5 Audio Player for Layer 1, 2 and 3.
Version 0.59r (1999/Jun/15). Written and copyrights by Michael Hipp.
Uses code from various people. See 'README' for more!
THIS SOFTWARE COMES WITH ABSOLUTELY NO WARRANTY! USE AT YOUR OWN RISK!
Playing MPEG stream from Foobar-GreatestHits.mp3 ...
MPEG 1.0 layer III, 128 kbit/s, 44100 Hz joint-stereo
Bevor man eine ganze CD oder einen CD-Track in das MP3-Format umwandeln kann, müssen die Audiodaten von der CD auf die Festplatte gerippt werden. Dabei werden die CDDA (CD Digital Audio) Rohdaten in WAV-Dateien kopiert.
Die Anwendung cdda2wav die im
sysutils/cdrtools Paket enthalten
ist, kann zum Rippen der Audiodaten und anderen Informationen von CDs
genutzt werden.
Wenn die Audio CD in dem Laufwerk liegt, können Sie
mit folgendem Befehl (als root) eine
ganze CD in einzelne WAV-Dateien (eine Datei für jeden
Track) rippen:
# cdda2wav -D 0,1,0 -Bcdda2wav unterstützt auch ATAPI (IDE) CD-ROM-Laufwerke. Um von einem IDE-Laufwerk zu rippen, übergeben Sie auf der Kommandozeile statt der SCSI-IDs den Gerätenamen. Das folgende Kommando rippt den 7. Track:
# cdda2wav -D /dev/acd0 -t 7Der Schalter -D
bezieht sich auf
das SCSI Device 0,1,00,1,0, das sich aus
dem Ergebnis des Befehls cdrecord -scanbus
ergibt.
Um einzelne Tracks zu rippen, benutzen Sie den
-t Schalter wie folgt:
# cdda2wav -D 0,1,0 -t 7Dieses Beispiel rippt den siebten Track der Audio CD-ROM. Um mehrere Tracks zu rippen, zum Beispiel die Tracks eins bis sieben, können Sie wie folgt einen Bereich angeben:
# cdda2wav -D 0,1,0 -t 1+7Mit dd(1) können Sie ebenfalls Audio-Stücke von ATAPI-Laufwerken kopieren. Dies wird in Abschnitt 19.6.5, „Kopieren von Audio-CDs“ erläutert.
Gegenwärtig ist Lame der
meistbenutzte MP3-Encoder. Lame
finden Sie unter audio/lame im
Ports-Verzeichnis.
Benutzen Sie die WAV-Dateien, die sie von CD gerippt
haben, und wandeln sie mit dem folgenden Befehl die Datei
in
audio01.wav um:audio01.mp3
# lame -h -b 128 \
--tt "Foo Liedtitel" \
--ta "FooBar Künstler" \
--tl "FooBar Album" \
--ty "2001" \
--tc "Geripped und kodiert von Foo" \
--tg "Musikrichtung" \
audio01.wav audio01.mp3128 kbits ist die gewöhnliche MP3-Bitrate. Viele
bevorzugen mit 160 oder 192 kbits eine höhere Qualität.
Je höher die Bitrate ist, desto mehr Speicherplatz
benötigt die resultierende MP3-Datei, allerdings wird die
Qualität dadurch auch besser. Der Schalter
-h verwendet den „higher quality but a
little slower“ (höhere Qualität, aber etwas
langsamer) Modus. Die Schalter, die mit
--t beginnen, sind ID3-Tags, die in der Regel
Informationen über das Lied enthalten und in die
MP3-Datei eingebettet sind. Weitere Optionen können in
der Manualpage von Lame nachgelesen
werden.
Um aus MP3-Dateien eine Audio CD zu erstellen, müssen diese in ein nicht komprimiertes WAV-Format umgewandelt werden. Sowohl XMMS als auch mpg123 unterstützen die Ausgabe der MP3-Dateien in unkomprimierte Dateiformate.
Dekodieren mit XMMS:
Starten Sie XMMS.
Klicken Sie mit der rechten Maustaste, um das XMMS-Menu zu öffnen.
Wählen Sie Preference im
Untermenü Options.
Ändern Sie das Output-Plugin in „Disk Writer Plugin“.
Drücken Sie Configure.
Geben Sie ein Verzeichnis ein (oder wählen Sie browse), in das Sie die unkomprimierte Datei schreiben wollen.
Laden Sie die MP3-Datei wie gewohnt in XMMS mit einer Lautstärke von 100% und einem abgeschalteten EQ.
Drücken Sie Play und es wird
so aussehen, als spiele XMMS
die MP3-Datei ab, aber keine Musik ist zu hören. Der
Player überspielt die MP3-Datei in eine Datei.
Vergessen Sie nicht, das Output-Plugin wieder in den Ausgangszustand zurückzusetzen um wieder MP3-Dateien anhören zu können.
Mit mpg123 nach stdout schreiben:
Geben Sie mpg123 -s
ein.audio01.mp3 >
audio01.pcm
XMMS schreibt die Datei im
WAV-Format aus während mpg123 die
MP3-Datei in rohe PCM-Audiodaten umwandelt.
cdrecord kann mit beiden Formaten
Audio-CDs erstellen, burncd(8) kann nur rohe
PCM-Audiodaten verarbeiten. Der Dateikopf von WAV-Dateien
erzeugt am Anfang des Stücks ein Knacken. Sie können
den Dateikopf mit dem Werkzeug SoX,
das sich als Paket oder aus dem Port
audio/sox installieren
lässt, entfernen:
% sox -t wav -r 44100 -s -w -c 2 track.wav track.rawLesen Sie Abschnitt 19.6, „CDs benutzen“ in diesem Handbuch, um mehr Informationen zur Benutzung von CD-Brennern mit FreeBSD zu erhalten.
Die Wiedergabe von Videos ist ein neues, sich schnell entwickelndes, Anwendungsgebiet. Seien Sie geduldig, es wird nicht alles so glatt laufen, wie bei den Audio-Anwendungen.
Bevor Sie beginnen, sollten Sie das Modell Ihrer Videokarte und den benutzten Chip kennen. Obwohl Xorg viele Videokarten unterstützt, können nur einige Karten Videos schnell genug wiedergeben. Eine Liste der Erweiterungen, die der X-Server für eine Videokarte unterstützt, erhalten Sie unter laufendem X11 mit dem Befehl xdpyinfo(1).
Halten Sie eine kurze MPEG-Datei bereit, mit der
Sie Wiedergabeprogramme und deren Optionen testen
können. Da einige DVD-Spieler in der Voreinstellung
das DVD-Gerät mit /dev/dvd ansprechen
oder diesen Namen fest einkodiert haben, wollen Sie
vielleicht symbolische Links auf die richtigen
Geräte anlegen:
# ln -sf /dev/acd0 /dev/dvd
# ln -sf /dev/acd0 /dev/rdvdWegen devfs(5) gehen gesondert angelegte Links
wie diese bei einem Neustart des Systems verloren.
Damit die symbolischen Links automatisch beim Neustart
des Systems angelegt werden, fügen Sie die
folgenden Zeilen in /etc/devfs.conf
ein:
Zum Entschlüsseln von DVDs müssen bestimmte DVD-ROM-Funktionen aufgerufen werden und schreibender Zugriff auf das DVD-Gerät erlaubt sein.
X11 benutzt Shared-Memory und Sie sollten die nachstehenden sysctl(8)-Variablen auf die gezeigten Werte erhöhen:
Es gibt einige Möglichkeiten, Videos unter X11 abzuspielen. Welche Möglichkeit funktioniert, hängt stark von der verwendeten Hardware ab. Ebenso hängt die erzielte Qualität von der Hardware ab. Die Videowiedergabe unter X11 ist ein aktuelles Thema, sodass jede neue Version von Xorg wahrscheinlich erhebliche Verbesserungen enthält.
Gebräuchliche Video-Schnittstellen sind:
X11: normale X11-Ausgabe über Shared-Memory.
XVideo: Eine Erweiterung der X11-Schnittstelle, die Videos in jedem X11-Drawable anzeigen kann.
SDL: Simple Directmedia Layer.
DGA: Direct Graphics Access.
SVGAlib: Eine Schnittstelle zur Grafikausgabe auf der Konsole.
Die Erweiterung XVideo (auch Xvideo, Xv oder xv) von Xorg erlaubt die beschleunigte Wiedergabe von Videos in jedem Drawable. Diese Erweiterung liefert auch auf weniger leistungsfähigen Systemen (beispielsweise einem PIII 400 MHz Laptop) eine gute Wiedergabe.
Ob die Erweiterung läuft, entnehmen Sie der
Ausgabe von xvinfo:
% xvinfoXVideo wird untertsützt, wenn die Ausgabe wie folgt aussieht:
Einige der aufgeführten Formate (wie YUV2 oder YUV12) existieren in machen XVideo-Implementierungen nicht. Dies kann zu Problemen mit einigen Spielern führen.
XVideo wird wahrscheinlich von Ihrer Karte nicht unterstützt, wenn die die Ausgabe wie folgt aussieht:
Wenn die XVideo-Erweiterung auf Ihrer Karte nicht läuft, wird es nur etwas schwieriger, die Anforderungen für die Wiedergabe von Videos zu erfüllen. Abhängig von Ihrer Videokarte und Ihrem Prozessor können Sie dennoch zufriedenstellende Ergebnisse erzielen. Sie sollten vielleicht die weiterführenden Quellen in Abschnitt 8.4.3, „Weiterführende Quellen“ zu Rate ziehen, um die Geschwindigkeit Ihres Systems zu steigern.
Die Simple Directmedia Layer, SDL, ist eine zwischen Microsoft® Windows®, BeOS und UNIX® portable Schnittstelle. Mit dieser Schnittstelle können Anwendungen plattformunabhängig und effizient Ton und Grafik benutzen. SDL bietet eine hardwarenahe Schnittstelle, die manchmal schneller als die X11-Schnittstelle sein kann.
SDL finden Sie in den Ports
im Verzeichnis devel/sdl12.
Die X11-Erweiterung
Direct Graphics Access (DGA) erlaubt es
Anwendungen, am X-Server vorbei direkt in den Framebuffer
zu schreiben. Da die Anwendung und der X-Server auf gemeinsame
Speicherbereiche zugreifen, müssen die Anwendungen
unter dem Benutzer root laufen.
Die DGA-Erweiterung kann mit dga(1) getestet
werden. Das Kommando dga wechselt,
jedes Mal wenn eine Taste gedrückt wird, die Farben
der Anzeige. Sie können das Programm mit der
Taste q verlassen.
Dieser Abschnitt behandelt Anwendungen aus der FreeBSD-Ports-Sammlung, die Videos abspielen. An der Videowiedergabe wird derzeit aktiv gearbeitet, sodass der Funktionsumfang der Anwendungen von dem hier beschriebenen abweichen kann.
Viele unter FreeBSD laufende Videoanwendungen wurden unter Linux entwickelt und befinden sich noch im Beta-Status. Der Betrieb dieser Anwendungen unter FreeBSD stößt vielleicht auf einige der nachstehenden Probleme:
Eine Anwendung kann eine Datei einer anderen Anwendung nicht abspielen.
Eine Anwendung kann eine selbst produzierte Datei nicht abspielen.
Wenn dieselbe Anwendung auf unterschiedlichen Maschinen gebaut wird, wird ein Video unterschiedlich wiedergegeben.
Ein vergleichsweise einfacher Filter, wie die Skalierung eines Bildes, führt zu deutlichen Artefakten in der Darstellung.
Eine Anwendung stürzt häufig ab.
Die Dokumentation wird bei der Installation des Ports
nicht installiert. Sie befindet sich entweder auf
dem Internet oder im Verzeichnis
work des Ports.
Viele Anwendungen sind zudem sehr „Linux-lastig“. Probleme entstehen durch die Implementierung von Standard-Bibliotheken in Linux-Distributionen oder dadurch, dass die Anwendung bestimmte Linux-Kernelfunktionen voraussetzt. Diese Probleme werden nicht immer vom Betreuer eines Ports bemerkt und umgangen. In der Praxis entstehen dadurch folgende Probleme:
Eigenschaften des Prozessors werden über
/proc/cpuinfo ermittelt.
Die falsche Anwendung von Threads führt dazu, dass sich ein Programm aufhängt statt sich zu beenden.
Die Anwendung hängt von anderen Anwendungen ab, die sich noch nicht in der FreeBSD-Ports-Sammlung befinden.
Allerdings arbeiten die Anwendungsentwickler bislang mit den Betreuern der Ports zusammen, sodass zusätzlicher Portierungsaufwand minimiert wird.
MPlayer ist ein kürzlich entstandener und sich stark weiterentwickelnder Video-Spieler. Das Hauptaugenmerk des MPlayer-Teams liegt auf Geschwindigkeit und Flexibilität auf Linux und anderen UNIX® Systemen. Das Projekt entstand weil der Gründer des Teams unzufrieden mit der Geschwindigkeit bestehender Video-Spieler war. Kritiker behaupten, dass die Benutzeroberfläche der einfachen Gestaltung zum Opfer fiel. Wenn Sie sich allerdings erstmal an die Kommandozeilenoptionen und die Tastensteuerung gewöhnt haben, funktioniert die Anwendung sehr gut.
MPlayer finden Sie in der
Ports-Sammlung unter
multimedia/mplayer.
Der Bau von MPlayer
berücksichtigt die vorhandene Harware und erzeugt
ein Programm, das nicht auf ein anderes System übertragbar
ist. Es ist daher wichtig, dass Sie das Programm aus
den Ports bauen und nicht das fertige Paket installieren.
Zusätzlich können Sie auf der Kommandozeile
von make noch einige Optionen angeben,
die im Makefile beschrieben sind
und am die Anfang des Baus ausgegeben werden:
# cd /usr/ports/multimedia/mplayer
# make
N - O - T - E
Take a careful look into the Makefile in order
to learn how to tune mplayer towards you personal preferences!
For example,
make WITH_GTK1
builds MPlayer with GTK1-GUI support.
If you want to use the GUI, you can either install
/usr/ports/multimedia/mplayer-skins
or download official skin collections from
http://www.mplayerhq.hu/homepage/dload.htmlFür die meisten Benutzer sind die
voreingestellten Option in Ordnung. Wenn Sie
den XviD-Codec benötigen, müssen
Sie auf der Kommandozeile die Option
WITH_XVID angeben. Das
DVD-Gerät können Sie mit der
Option WITH_DVD_DEVICE
angeben. Wenn Sie die Option nicht angeben,
wird /dev/acd0 benutzt.
Als dieser Abschnitt verfasst wurde, baute der
MPlayer-Port die
HTML-Dokumentation sowie die beiden Programme
mplayer und
mencoder. Mit
mencoder können Sie
Videodateien umwandeln.
Die HTML-Dokumentation von MPlayer ist sehr lehrreich. Wenn Sie in diesem Kapitel Informationen über Video-Hardware oder Schnittstellen vermissen, ist die MPlayer-Dokumentation eine ausgezeichnete Quelle. Wenn Sie Informationen über die Video-Unterstützung unter UNIX® benötigen, sollten Sie die MPlayer-Dokumentation auf jeden Fall lesen.
Jeder Benutzer von MPlayer
muss in seinem Heimatverzeichnis das Verzeichnis
.mplayer
anlegen. Dieses Verzeichnis können Sie
wie folgt anlegen:
% cd /usr/ports/multimedia/mplayer
% make install-userDie Kommandozeilenoptionen von mplayer
sind in der Hilfeseite aufgeführt. Eine genaue
Beschreibung befindet sich in der HTML-Dokumentation.
In diesem Abschnitt wird nur der normale Gebrauch
von mplayer beschrieben.
Um eine Datei, wie
,
unter verschiedenen Video-Schnittstellen abzuspielen,
benutzen Sie die Option testfile.avi-vo:
% mplayer -vo xv testfile.avi% mplayer -vo sdl testfile.avi% mplayer -vo x11 testfile.avi# mplayer -vo dga testfile.avi# mplayer -vo 'sdl:dga' testfile.aviEs lohnt sich, alle Option zu testen. Die erzielte Geschwindigkeit hängt von vielen Faktoren ab und variiert beträchtlich je nach eingesetzter Hardware.
Wenn Sie eine DVD abspielen wollen, ersetzen Sie
durch
testfile.avi-dvd://.
N
GerätN ist die Nummer des
Stücks, das Sie abspielen wollen und
Gerät gibt den
Gerätenamen des DVD-ROMs an. Das nachstehende
Kommando spielt das dritte Stück von
/dev/dvd:
# mplayer -vo dga -dvd://3 /dev/dvdDas standardmäßig verwendete
DVD-Laufwerk kann beim Bau des
MPlayer-Ports
mit der Option WITH_DVD_DEVICE
festgelegt werden. Die Voreinstellung verwendet
das Gerät /dev/acd0.
Genaueres finden Sie im Makefile
des Ports.
Die Tastenkombinationen zum Abbrechen, Anhalten
und Weiterführen der Wiedergabe entnehmen Sie
bitte der Ausgabe von mplayer -h
oder der Hilfeseite.
Weitere nützliche Optionen für die
Wiedergabe sind -fs -zoom zur Wiedergabe
im Vollbild-Modus und -framedrop
zur Steigerung der Geschwindigkeit.
Damit die Kommandozeile von mplayer
kurz bleibt, kann ein Benutzer Vorgaben in der Datei
.mplayer/config hinterlegen:
Schließlich kann mplayer
noch DVD-Stücke in .vob-Dateien
rippen. Das zweite Stück einer DVD wandeln Sie
wie folgt in eine Datei um:
# mplayer -dumpstream -dumpfile out.vob -dvd://2 /dev/dvdDie Ausgabedatei out.vob
wird im MPEG-Format abgespeichert und kann mit
anderen Werkzeugen aus diesem Abschnitt bearbeitet
werden.
Sie sollten die HTML-Dokumentation lesen, bevor
Sie mencoder benutzen. Es gibt
zwar eine Hilfeseite, die aber ohne die HTML-Dokumentation
nur eingeschräkt nützlich ist. Es gibt
viele Möglichkeiten die Qualität zu verbessern,
die Bitrate zu verringern und Formate zu konvertieren.
Einige davon haben erhebliche Auswirkungen auf die
Geschwindigkeit der Wiedergabe. Zum Start finden
Sie im Folgenden einige Kommandozeilen. Die erste
kopiert einfach eine Datei:
% mencoder input.avi -oac copy -ovc copy -o output.aviFalsche Kombinationen von Kommandozeilenparametern
ergeben eventuell Dateien, die selbst
mplayer nicht mehr abspielen kann.
Wenn Sie in eine Datei rippen, sollten Sie daher auf
jeden Fall die Option -dumpfile von
mplayer verwenden.
Die nachstehende Kommandozeile wandelt die Datei
nach
MPEG4 mit MPEG3 für den Ton um (hierfür wird der Ports
input.aviaudio/lame
benötigt):
% mencoder input.avi -oac mp3lame -lameopts br=192 \
-ovc lavc -lavcopts vcodec=mpeg4:vhq -o output.aviDie Ausgabedatei lässt sowohl mit
mplayer als auch
xine abspielen.
Wenn Sie
durch
input.avi-dvd://1 /dev/dvd ersetzen und das
Kommando unter root laufen lassen,
können Sie ein DVD-Stück direkt konvertieren.
Da Sie wahrscheinlich beim ersten Mal unzufrieden mit
den Ergebnissen sind, sollten Sie das Stück zuerst
in eine Datei schreiben und anschließend
die Datei weiterverarbeiten.
Der Video-Spieler xine
ist ein Projekt mit großem Umfang. Das Projekt
will nicht nur ein Programm für alle Video-Anwendungen
bieten, sondern auch eine wiederverwendbare Bibliothek
und ein Programm, das durch Plugins erweiterbar ist.
Das Programm steht als fertiges Paket oder als Port
unter multimedia/xine
zur Verfügung.
Der multimedia/xine-Spieler
hat noch ein paar Ecken und Kanten, macht aber insgesamt
einen guten Eindruck. Für einen reibungslosen
Betrieb benötigt xine
entweder eine schnelle CPU oder
die XVideo-Erweiterung. Das GUI
ist etwas schwerfällig.
Zurzeit gibt es kein xine-Modul, das CSS-kodierte DVDs abspielen kann und sich in der FreeBSD Ports-Sammlung befindet.
xine ist benutzerfreundlicher als MPlayer, bietet allerdings nicht soviele Möglichkeiten. Am schnellsten läuft xine mit der XVideo-Erweiterung.
In der Voreinstellung startet xine eine grafische Benutzeroberfläche. Über Menüs können Sie Dateien öffnen:
% xineAlternativ können Sie das Programm auch ohne GUI aufrufen und Dateien direkt abspielen:
% xine -g -p mymovie.avitranscode ist kein Spieler,
sondern eine Sammlung von Werkzeugen zur Umwandlung von
Video- und Sounddateien.
transcode mischt Video-Dateien
und kann kaputte Video-Dateien reparieren. Die
Werkzeuge werden als Filter verwendet, das heißt
die Ein- und Ausgaben verwenden
stdin/stdout.
Beim Bau von transcode
über den Port multimedia/transcode können
zwar zahreiche Optionen angegeben werden. Empfehlenswert
ist es aber, den Bau mit folgendem Befehl zu starten:
# make WITH_OPTIMIZED_CFLAGS=yes WITH_LIBA52=yes WITH_LAME=yes WITH_OGG=yes \
WITH_MJPEG=yes -DWITH_XVID=yesDiese Einstellungen sollen für die meisten Anwender ausreichend sein.
Um die Fähigkeiten von
transcode zu illustrieren, wird im
folgenden Beispiel eine DivX-Datei in eine PAL MPEG-1-Datei
konvertiert:
% transcode -i input.avi -V --export_prof vcd-pal -o output_vcd
% mplex -f 1 -o output_vcd.mpg output_vcd.m1v output_vcd.mpaDie daraus resultierende MPEG-Datei,
,
kann beispielsweise mit MPlayer abgespielt
werden. Sie können sie sogar als Video-CD auf eine CD-R brennen.
Wenn Sie diese Funktion benötigen, müssen Sie
zusätzlich die beiden Programme output_vcd.mpgmultimedia/vcdimager und sysutils/cdrdao installieren.
Zwar gibt es eine Manualpage zu
transcode, Sie sollen aber auf jeden Fall
auch die Informationen und Beispiele im
transcode-Wiki lesen.
Die Video-Software für FreeBSD entwickelt sich sehr schnell. Es ist wahrscheinlich, dass die hier angesprochenen Probleme bald gelöst sind. Bis dahin müssen Anwender, die das meiste aus den Audio- und Video-Fähigkeiten von FreeBSD machen wollen, Informationen aus mehreren FAQs und Tutorien zusammensuchen und verschiedene Anwendungen nebeneinander betreiben. Dieser Abschnitt weist auf weitere Informationsquellen hin.
Die MPlayer-Dokumentation ist sehr aufschlussreich. Die Dokumente sollten wahrscheinlich von jedem gelesen werden, der hohe Fachkenntnisse über Video auf UNIX® Systemen erlangen will. Die MPlayer-Mailinglisten reagiert feindselig auf Personen, die es nicht für nötig halten, die Dokumentation zu lesen. Wenn Sie Fehlerberichte an die Liste schicken wollen, lesen Sie bitte vorher die ausgezeichnete Dokumentation (RTFM).
Das xine HOWTO enthält allgemein gültige Hinweise zur Verbesserung der Wiedergabegeschwindigkeit.
Schließlich gibt es noch weitere vielversprechende Anwendungen, die Sie vielleicht ausprobieren wollen:
Mit TV-Karten können Sie mit Ihrem Rechner über Kabel oder Antenne fernsehen. Die meisten Karten besitzen einen RCA- oder S-Video-Eingang. Einige Karten haben auch einen FM-Radio-Empfänger.
Der bktr(4)-Treiber von FreeBSD unterstützt PCI-TV-Karten mit einem Brooktree Bt848/849/878/879 oder einem Conexant CN-878/Fusion 878a Chip. Die Karte sollte einen der unterstützten Empfänger besitzen, die in der Hilfeseite bktr(4) aufgeführt sind.
Um Ihre Karte zu benutzen, müssen Sie den
bktr(4)-Treiber laden. Fügen Sie die
nachstehende Zeile in die Datei
/boot/loader.conf ein:
Sie können den Treiber für die TV-Karte auch fest in den Kernel compilieren. Erweitern Sie dazu Ihre Kernelkonfiguration um die folgenden Zeilen:
Die zusätzlichen Treiber werden benötigt, da die Komponenten der Karte über einen I2C-Bus verbunden sind. Bauen und installieren Sie dann den neuen Kernel.
Anschließend müssen Sie Ihr System neu starten. Während des Neustarts sollte Ihre TV-Karte erkannt werden:
Abhängig von Ihrer Hardware können die Meldungen natürlich anders aussehen. Sie sollten aber prüfen, dass der Empfänger richtig erkannt wird. Die entdeckten Geräte lassen sich mit sysctl(8) oder in der Kernelkonfigurationsdatei überschreiben. Wenn Sie beispielsweise einen Philips-SECAM-Empfänger erzwingen wollen, fügen Sie die folgende Zeile zur Kernelkonfigurationsdatei hinzu:
Alternativ können Sie direkt sysctl(8) benutzen:
# sysctl hw.bt848.tuner=6Weitere Informationen zu den verschiedenen Optionen finden
Sie in bktr(4) sowie in der Datei
/usr/src/sys/conf/NOTES.
Um die TV-Karte zu benutzen, müssen Sie eine der nachstehenden Anwendungen installieren:
multimedia/fxtv
lässt das Fernsehprogramm in einem Fenster laufen
und kann Bilder, Audio und Video aufzeichnen.
multimedia/xawtv
eine weitere TV-Anwendung, mit den gleichen Funktionen
wie fxtv.
misc/alevt dekodiert
und zeigt Videotext/Teletext an.
Mit audio/xmradio
lässt sich der FM-Radio-Empfänger, der sich
auf einigen TV-Karten befindet, benutzen.
audio/wmtune
ein leicht zu bedienender Radio-Empfänger.
Weitere Anwendungen finden Sie in der FreeBSD Ports-Sammlung.
Wenn Sie Probleme mit Ihrer TV-Karte haben, prüfen Sie zuerst, ob der Video-Capture-Chip und der Empfänger auch wirklich vom bktr(4)-Treiber unterstützt werden. Prüfen Sie dann, ob Sie die richtigen Optionen verwenden. Weitere Hilfe erhalten Sie auf der Mailingliste freebsd-multimedia und in deren Archiven.
MythTV ist ein Open Source PVR-Softwareprojekt.
Es ist in der Linux®-Welt als komplexe Anwendung mit vielen Abhängigkeiten bekannt und deshalb schwierig zu installieren. Das FreeBSD Portssystem vereinfacht diesen Prozess sehr stark, jedoch müssen manche Komponenten manuell eingerichtet werden. Dieser Abschnitt soll dazu dienen, bei der Einrichtung von MythTV zu helfen.
MythTV wurde entwickelt, um V4L zu verwenden, so dass auf
Videoeingabegeräte wie Kodierer und Empfänger
zugegriffen werden kann. Aktuell funktioniert MythTV am besten
mit USB DVB-S/C/T
Karten, die von multimedia/webcamd unterstützt
werden, weil webcamd eine
V4L-Anwendung zur
Verfügung stellt, die als Benutzerprogramm läft. Jede
DVB-Karte,
welche von webcamd unterstützt
wird, sollte mit MythTV funktionieren, jedoch gibt es eine Liste
von Karten, die hier
abgerufen werden kann. Es existieren auch Treiber für
Hauppauge-Karten in den folgenden Paketen: multimedia/pvr250 und multimedia/pvrxxx, allerdings liefern
diese nur eine Treiberschnittstelle, die nicht dem Standard
entspricht und die nicht mit MythTV-Versionen grösser als
0.23 funktionieren.
HTPC enthält eine Liste von allen verfügbaren DVB-Treibern.
Da MythTV flexibel und modular aufgebaut ist, ist der Benutzer in der Lage, das Frontend und Backend auf unterschiedlichen Rechnern laufen zu lassen.
Für das Frontend wird multimedia/mythtv-frontend, sowie
ein X-Server benötigt, welcher in x11/xorg zu finden ist. Idealerweise
besitzt der Frontend-Computer auch eine Videokarte, die XvMC
unterstützt, sowie optional eine LIRC-kompatible
Fernbedienung.
Für das Backend wird multimedia/mythtv benötigt, ebenso
wie eine MySQL™-Datenbank, sowie zusätzlich einen
Empfänger und Speicherplatz für Aufzeichnungen. Das
MySQL™-Paket sollte automatisch als Abhängigkeit
mitinstalliert werden, wenn multimedia/mythtv gebaut wird.
Um MythTV zu installieren, befolgen Sie die hier aufgeführten Schritte. Zuerst installieren Sie MythTV aus der Ports-Sammlung:
# cd /usr/ports/multimedia/mythtv
# make installRichten Sie anschliessend die MythTV-Datenbank ein:
# mysql -uroot -p < /usr/local/share/mythtv/database/mc.sqlKonfigurieren Sie dann das Backend:
# mythtv-setupZum Schluss starten Sie das Backend:
# echo 'mythbackend_enable="YES"' >> /etc/rc.conf
# /usr/local/etc/rc.d/mythbackend startUnter FreeBSD stellt SANE (Scanner Access Now Easy) aus der Ports-Sammlung eine einheitliche Schnittstelle (API) für den Zugriff auf Scanner bereit. SANE wiederum greift auf Scanner mithilfe einiger FreeBSD-Treiber zu.
FreeBSD unterstützt sowohl SCSI- als auch USB-Scanner. Prüfen Sie vor der Konfiguration mithilfe der Liste der unterstützten Geräte ob Ihr Scanner von SANE unterstützt wird. Bei Systemen vor FreeBSD 8.X zählt die Hilfeseite uscanner(4) ebenfalls die unterstützten USB-Scanner auf.
Da sowohl SCSI- als auch USB-Scanner unterstützt werden, werden abhängig von der Schnittstelle unterschiedliche Treiber benötigt.
Im GENERIC-Kernel sind
schon alle, für einen USB-Scanner notwendigen,
Treiber enthalten. Wenn Sie einen angepassten Kernel
benutzen, prüfen Sie, dass die Kernelkonfiguration
die nachstehenden Zeilen enthält:
Bei Systemen vor FreeBSD 8.X wird ausserdem noch die folgende Zeile benötigt:
Bei diesen FreeBSD-Versionen liefert das uscanner(4)-Gerät die Unterstützung für USB-Scanner. Seit FreeBSD 8.0 ist diese Unterstützung direkt in der libusb(3)-Bibliothek enthalten.
Nachdem Sie das System mit dem richtigen Kernel neu gestartet haben, stecken Sie den USB-Scanner ein. Danach sollte in den Systemmeldungen (die Sie mit dmesg(8) betrachten können) eine Zeile ähnlich der folgenden erscheinen:
bzw. auf einem FreeBSD 7.X System:
Diese Meldung besagt, dass der Scanner entweder die
Gerätedatei /dev/ugen0.2 oder
/dev/uscanner0 benutzt, je nachdem, welche
FreeBSD-Version eingesetzt wird. In diesem Beispiel wurde ein
EPSON
Perfection® 1650 USB-Scanner verwendet.
Wenn Ihr Scanner eine SCSI-Schnittstelle besitzt,
ist die Kernelkonfiguration abhängig vom
verwendeten SCSI-Controller. Der
GENERIC-Kernel unterstützt
die gebräuchlichen SCSI-Controller. Den richtigen
Treiber finden Sie in der Datei NOTES.
Neben dem Treiber muss Ihre Kernelkonfiguration
noch die nachstehenden Zeilen enthalten:
Nachdem Sie einen Kernel gebaut und installiert haben, sollte der Scanner beim Neustart in den Systemmeldungen erscheinen:
Wenn der Scanner während des Systemstarts ausgeschaltet war, können Sie die Geräteerkennung erzwingen, indem Sie den SCSI-Bus erneut absuchen. Verwenden Sie dazu das Kommando camcontrol(8):
# camcontrol rescan all
Re-scan of bus 0 was successful
Re-scan of bus 1 was successful
Re-scan of bus 2 was successful
Re-scan of bus 3 was successfulDer Scanner wird anschließend in der SCSI-Geräteliste angezeigt:
# camcontrol devlist
<IBM DDRS-34560 S97B> at scbus0 target 5 lun 0 (pass0,da0)
<IBM DDRS-34560 S97B> at scbus0 target 6 lun 0 (pass1,da1)
<AGFA SNAPSCAN 600 1.10> at scbus1 target 2 lun 0 (pass3)
<PHILIPS CDD3610 CD-R/RW 1.00> at scbus2 target 0 lun 0 (pass2,cd0)Weiteres über SCSI-Geräte lesen Sie bitte in den Hilfeseiten scsi(4) und camcontrol(8) nach.
SANE besteht aus zwei
Teilen, den Backends
(graphics/sane-backends)
und den Frontends
(graphics/sane-frontends).
Das Backend greift auf den Scanner zu. Welches Backend
welchen Scanner unterstützt, entnehmen Sie der
Liste der unterstützten Geräte.
Der Betrieb eines Scanners ist nur mit dem richtigen
Backend möglich. Die Frontends sind die Anwendungen,
mit denen gescannt wird (xscanimage).
Installieren Sie zuerst den Port oder das Paket
graphics/sane-backends.
Anschließend können Sie mit dem Befehl
sane-find-scanner prüfen, ob
SANE Ihren Scanner erkennt:
# sane-find-scanner -q
found SCSI scanner "AGFA SNAPSCAN 600 1.10" at /dev/pass3Die Ausgabe zeigt die Schnittstelle und die verwendete Gerätedatei des Scanners. Der Hersteller und das Modell können in der Ausgabe fehlen.
Bei einigen USB-Scannern müssen Sie die Firmware aktualisieren, dies wird in der Hilfeseite des Backends erklärt. Lesen Sie bitte auch die Hilfeseiten sane-find-scanner(1) und sane(7).
Als nächstes müssen Sie prüfen, ob
der Scanner vom Frontend erkannt wird. Die
SANE-Backends werden
mit dem Kommandozeilenwerkzeug scanimage(1)
geliefert. Mit diesem Werkzeug können Sie
sich Scanner anzeigen lassen und den Scan-Prozess
von der Kommandozeile starten. Die Option
-L zeigt die Scanner an:
# scanimage -L
device `snapscan:/dev/pass3' is a AGFA SNAPSCAN 600 flatbed scannerOder, für das Beispiel mit dem USB-Scanner in Abschnitt 8.7.2.1, „USB-Scanner“:
# scanimage -L
device 'epson2:libusb:/dev/usb:/dev/ugen0.2' is a Epson GT-8200 flatbed scannerDiese Ausgabe stammt von einem FreeBSD 8.X System, die Zeile
'epson2:libusb:/dev/usb:/dev/ugen0.2' nennt das
Backend (epson2) und die Gerätedatei
(/dev/ugen0.2), die der Scanner verwendet.
Erscheint die Meldung, dass kein Scanner gefunden
wurde oder wird gar keine Ausgabe erzeugt, konnte
scanimage(1) keinen Scanner erkennen. In diesem
Fall müssen Sie in der Konfigurationsdatei des Backends
das zu benutzende Gerät eintragen. Die
Konfigurationsdateien der Backends befinden sich
im Verzeichnis /usr/local/etc/sane.d/.
Erkennungsprobleme treten bei bestimmten USB-Scannern auf.
Mit dem USB-Scanner aus Abschnitt 8.7.2.1, „USB-Scanner“
zeigt sane-find-scanner unter FreeBSD 8.X die
folgende Ausgabe:
# sane-find-scanner -q
found USB scanner (UNKNOWN vendor and product) at device /dev/uscanner0Der Scanner wurde richtig erkennt, er benutzt eine
USB-Schnittstelle und verwendet die Gerätedatei
/dev/uscanner0. Ob der Scanner
vom Frontend erkannt wird, zeigt das nachstehende
Kommando:
# scanimage -L
No scanners were identified. If you were expecting something different,
check that the scanner is plugged in, turned on and detected by the
sane-find-scanner tool (if appropriate). Please read the documentation
which came with this software (README, FAQ, manpages).Da der Scanner nicht erkannt wurde, muss die Datei
/usr/local/etc/sane.d/epson2.conf editiert
werden. Der verwendete Scanner war ein
EPSON
Perfection® 1650, daher wird das
epson2-Backend benutzt. Lesen Sie
bitte alle Kommentare in der Konfigurationsdatei des
Backends. Die durchzuführenden Änderungen
sind einfach. Kommentieren Sie zunächst alle
Zeilen mit der falschen Schnittstelle aus. Da der
Scanner eine USB-Schnittstelle besitzt, wurden im
Beispiel alle Zeilen, die mit scsi
anfingen, auskommentiert. Fügen Sie dann die
Schnittstelle und den Gerätenamen am Ende der
Datei ein. In diesem Beispiel wurde die nachstehende
Zeile eingefügt:
Weitere Hinweise entnehmen Sie bitte der Hilfeseite des Backends. Jetzt können Sie prüfen, ob der Scanner richtig erkannt wird:
# scanimage -L
device `epson:/dev/uscanner0' is a Epson GT-8200 flatbed scannerDer Scanner wurde nun erkannt. Es ist nicht wichtig,
ob der Hersteller oder das Modell Ihres Scanners korrekt
angezeigt werden. Wichtig ist nur die Ausgabe
`epson:/dev/uscanner0',
die das richtige Backend und den richtigen Gerätenamen
anzeigt.
Wenn scanimage -L den Scanner erkannt
hat, ist der Scanner eingerichtet und bereit, zu
scannen.
Obwohl wir mit scanimage(1) von der Kommandozeile
scannen können, ist eine graphische Anwendung
zum Scannen besser geeignet. SANE
bietet ein einfaches und effizientes Werkzeug:
xscanimage (graphics/sane-frontends).
Xsane
(graphics/xsane)
ist eine weitere beliebte graphische Anwendung.
Dieses Frontend besitzt erweiterte Funktionen
wie den Scan-Modus (beispielsweise Photo, Fax),
eine Farbkorrektur und Batch-Scans. Beide Anwendungen
lassen sich als
GIMP-Plugin verwenden.
Zuvor wurden alle Tätigkeiten mit
root-Rechten ausgeführt.
Wenn andere Benutzer den Scanner benutzen sollen,
müssen sie Lese- und Schreibrechte auf die
Gerätedatei des Scanners besitzen. Im
Beispiel wird die Datei /dev/ugen0.2
verwendet, die faktisch nur ein Symlink auf die echte Gerätedatei,
/dev/usb/0.2.0 genannt, darstellt (ein kurzer
Blick auf das /dev-Verzeichnis
bestätigt dies). Sowohl der Symlink als auch die
Gerätedatei sind jeweils im Besitz der Gruppen
wheel und operator.
Damit der Benutzer
auf den Scanner zugreifen kann, muss das Konto in
die Gruppe joeoperator aufgenommen
werden. Allerdings sollten Sie, aus Sicherheitsgründen, genau
überlegen, welche Benutzer Sie zu welcher Gruppe hinzufügen,
besonders bei der Gruppe wheel. Eine bessere
Lösung ist es, eine spezielle Gruppe für den Zugriff auf
USB-Geräte anzulegen und den Scanner für Mitglieder dieser
Gruppe zugänglich zu machen.
Beispielsweise kann man eine
-Gruppe
verwenden. Der erste Schritt dazu ist das erstellen der Gruppe mit
Hilfe des pw(8)-Kommandos:usb
# pw groupadd usbAnschliessend muss der /dev/ugen0.2-Symlink
und der Gerätename /dev/usb/0.2.0 für
die usb-Gruppe mit den richtigen
Schreibrechten (0660 oder 0664)
ausgestattet werden, denn standardmässig kann nur der Besitzer
dieser Dateien (root) darauf schreiben. All
dies kann durch das Hinzufügen der folgenden Zeile in die
/etc/devfs.rules-Datei erreicht werden:
FreeBSD 7.X-Anwender benötigen unter Umständen die
folgenden Zeilen mit der korrekten Gerätedatei
/dev/uscanner0:
In die Datei /etc/rc.conf
fügen Sie noch die folgende Zeile ein:
Starten Sie anschließend Ihr System neu.
Weitere Informationen finden Sie in devfs(8).
Jetzt braucht man nur noch Benutzer der Gruppe
hinzufügen,
um ihnen Zugriff auf den Scanner zu erlauben:usb
#pw groupmod usb -m joeWeitere Details können Sie in der pw(8)-Manualpage nachlesen.
Der Kernel ist das Herz des FreeBSD Betriebssystems. Er ist verantwortlich für die Speicherverwaltung, das Durchsetzen von Sicherheitsdirektiven, Netzwerkfähigkeit, Festplattenzugriffen und vieles mehr. Obwohl FreeBSD es immer mehr ermöglicht, dynamisch konfiguriert zu werden, ist es ab und an notwendig, den Kernel neu zu konfigurieren und zu kompilieren.
Nachdem Sie dieses Kapitel gelesen haben, werden Sie Folgendes wissen:
Wieso Sie Ihren Kernel neu konfigurieren sollten.
Wie Sie eine Kernelkonfigurationsdatei erstellen oder verändern.
Wie Sie mit der Konfigurationsdatei einen neuen Kernel kompilieren.
Wie Sie den neuen Kernel installieren.
Was zu tun ist, falls etwas schiefgeht.
Alle Kommandos, aus den Beispielen dieses Kapitels,
müssen mit root-Rechten
ausgeführt werden.
Traditionell besaß FreeBSD einen monolithischen Kernel. Das bedeutet, dass der Kernel ein einziges großes Programm war, das eine bestimmte Auswahl an Hardware unterstützte. Also musste man immer, wenn man das Kernelverhalten verändern wollte, zum Beispiel wenn man neue Hardware hinzufügen wollte, einen neuen Kernel kompilieren, installieren und das System neu starten.
Heutzutage vertritt FreeBSD immer mehr die Idee eines modularen Kernels, bei dem bestimmte Funktionen, je nach Bedarf, als Module geladen werden können. Ein bekanntes Beispiel dafür sind die Module für die PCMCIA-Karten in Laptops, die zum Starten nicht zwingend benötigt und erst bei Bedarf geladen werden.
Trotzdem ist es noch immer nötig, einige statische Kernelkonfigurationen durchzuführen. In einigen Fällen ist die Funktion zu systemnah, um durch ein Modul zu realisiert werden. In anderen Fällen hat eventuell noch niemand ein ladbares Kernelmodul für diese Funktion geschrieben.
Das Erstellen eines angepaßten Kernels ist eines der
wichtigsten Rituale für erfahrene BSD-Benutzer. Obwohl dieser
Prozess recht viel Zeit in Anspruch nimmt,
bringt er doch viele Vorteile für Ihr FreeBSD System. Der
GENERIC-Kernel muss eine Vielzahl
unterschiedlicher Hardware unterstützen, im Gegensatz dazu
unterstützt ein angepasster Kernel nur
Ihre Hardware. Dies hat einige Vorteile:
Schnellerer Bootvorgang. Da der Kernel nur nach der Hardware des Systems sucht, kann sich die Zeit für einen Systemstart erheblich verkürzen.
Geringerer Speicherbedarf. Ein eigener Kernel
benötigt in der Regel weniger Speicher als ein
GENERIC-Kernel durch das Entfernen von
Funktionen und Gerätetreibern. Das ist vorteilhaft, denn der
Kernel verweilt immer im RAM und verhindert dadurch, dass dieser
Speicher von Anwendungen genutzt wird. Insbesondere
profitieren Systeme mit wenig RAM davon.
Zusätzliche Hardwareunterstützung. Ein
angepasster Kernel kann Unterstützung für
Geräte wie Soundkarten bieten, die im
GENERIC-Kernel nicht enthalten
sind.
Bevor Sie mit der Kernelkonfiguration beginnen, sollten Sie wissen, über welche Hardware Ihr System verfügt. Verwenden Sie derzeit noch ein anderes Betriebssystem, ist es meist sehr einfach, eine Liste der installierten Hardware zu erzeugen. Verwenden Sie beispielsweise Microsoft® Windows®, können Sie dafür den Gerätemanager verwenden, den Sie in der „Systemsteuerung“ finden.
Einige Versionen von Microsoft® Windows® verfügen über ein System-Icon auf dem Desktop, über das Sie den Gerätemanager direkt aufrufen können.
Haben Sie außer FreeBSD kein weiteres Betriebssystem,
müssen Sie diese Informationen manuell zusammentragen.
Eine Möglichkeit, an Informationen über die
vorhandene Hardware zu gelangen, ist der Einsatz von dmesg(8)
in Kombination mit man(1). Die meisten FreeBSD-Gerätetreiber
haben eine eigene Manualpage, die Informationen über die
unterstützte Hardware enthält. Während des
Systemstarts werden Informationen über die vorhandene
Hardware ausgegeben. Die folgenden Zeilen zeigen beispielsweise
an, dass der psm-Treiber eine
angeschlossene Maus gefunden hat:
Dieser Treiber muss in Ihrer Kernelkonfigurationsdatei vorhanden sein oder durch das Werkzeug loader.conf(5) geladen werden.
Manchmal zeigt dmesg während des
Systemstarts nur Systemmeldungen, aber keine Informationen
zur gefundenen Hardware an. In diesem Fall können Sie
diese Informationen durch das Studium der Datei
/var/run/dmesg.boot
herausfinden.
Eine weitere Möglichkeit bietet das Werkzeug pciconf(8), das ausführliche Informationen bereitstellt. Dazu ein Beispiel:
Diese Zeilen, die Sie durch den Aufruf des Befehls
pciconf erhalten, zeigen,
dass der Treiber -lvath eine drahtlose
Ethernetkarte gefunden hat. Durch Eingabe des Befehls
man öffnet
sich die Manualpage ath(4).ath
Rufen Sie man(1) mit der Option -k
auf, können Sie die Datenbank der Manualpages auch
durchsuchen. Für das angegebene Beispiel würde
dieser Befehl beispielsweise so aussehen:
# man -k AtherosDadurch erhalten Sie eine Liste aller Manualpages, die das angegebene Suchkriterium enthalten:
Mit diesen Informationen ausgestattet, sollte der Bau eines angepassten Kernel keine allzugroßen Probleme mehr bereiten.
Bevor Sie einen angepassten Kernel erstellen, überlegen Sie sich bitte, warum Sie dies tun wollen. Wenn Sie lediglich eine bestimmte Hardwareunterstützung benötigen, existiert diese vielleicht schon als Kernelmodul.
Kernelmodule existieren im Verzeichnis /boot/kernel und können dynamisch in
den laufenden Kernel über kldload(8) geladen werden. Die
meisten, wenn nicht sogar alle, Kerneltreiber besitzen ein spezifisches
Modul und eine Manualpage. Beispielsweise erwähnte der letzte
Abschnitt den drahtlosen Ethernettreiber ath.
Dieses Gerät hat die folgende Information in seiner
Manualpage:
Wie dort angegeben, wird das Modul durch die Zeile
if_ath_load="YES" in der Datei
/boot/loader.conf dynamisch beim Systemstart
geladen.
Allerdings gibt es in manchen Fällen kein dazugehöriges Modul. Das gilt insbesondere für bestimmte Teilsysteme und sehr wichtige Treiber. Beispielsweise ist das Fast File System (FFS) eine notwendige Kerneloption, genauso wie die Netzwerkunterstützung (INET). Die einzige Möglichkeit, herauszufinden, ob ein Treiber benötigt ist, ist die Überprüfung des jeweiligen Moduls.
Es ist erstaunlich einfach, einen defekten Kernel zu erhalten
(beispielsweise durch das Entfernen der eingebauten
Unterstützung für ein Gerät oder einer Kerneloption).
Wenn beispielsweise der ata(4)-Treiber aus der
Kernelkonfigurationsdatei entfernt wird, kann ein
System, das den ATA-Festplattentreiber
benötigt, nicht mehr starten, ohne dass Sie das entsprechende
Kernelmodul durch einen Eintrag in loader.conf
aufnehmen. Wenn Sie nicht sicher sind, wie Sie vorgehen sollen,
überprüfen Sie zuerst das Modul. Im Zweifelsfall belassen
Sie die Unterstützung für ein bestimmtes Gerät
besser im Kernel.
Sie benötigen den kompletten Quellcodebaum, um den Kernel zu bauen.
Zuerst erläutern wir die Verzeichnisstruktur, in der der
Kernel gebaut wird. Die im Folgenden genannten Verzeichnisse sind
relativ zum Verzeichnis
/usr/src/sys
angegeben, das Sie auch über den Pfad
/sys erreichen können. Es existieren
mehrere Unterverzeichnisse, die bestimmte Teile des Kernels
darstellen, aber die für uns wichtigsten sind
, in dem
Sie die Konfigurationsdatei für den angepassten Kernel
erstellen werden, und arch/confcompile, in dem der Kernel
gebaut wird. arch kann entweder
i386,
amd64, ia64,
powerpc, sparc64 oder
pc98 (eine in Japan beliebte Architektur) sein.
Alles in diesen Verzeichnissen ist nur für die jeweilige
Architektur relevant. Der Rest des Codes ist
maschinenunabhängig und für alle
Plattformen, auf die FreeBSD portiert werden kann, gleich.
Beachten Sie die Verzeichnisstruktur, die jedem unterstützten
Gerät, jedem Dateisystem und jeder Option ein eigenes
Verzeichnis zuordnet.
Die Beispiele in diesem Kapitel verwenden ein i386-System. Wenn Sie ein anderes System benutzen, passen Sie bitte die Pfade entsprechend der Architektur des Systems an.
Falls Sie kein /usr/src/-Verzeichnis
vorfinden (oder dieses leer ist), so sind die Quellen nicht
installiert. Der einfachste Weg, dies nachzuholen, ist
sysinstall als root
auszuführen. Dort wählen Sie
, dann
, dann
, und schließlich
. Falls nicht vorhanden, sollten
Sie auch noch einen symbolischen Link auf
/usr/src/sys/ anlegen:
# ln -s /usr/src/sys /sysAls nächstes wechseln sie in das Verzeichnis
und kopieren die Konfigurationsdatei
arch/confGENERIC in eine Datei, die den
Namen Ihres Kernels trägt. Zum Beispiel:
# cd /usr/src/sys/i386/conf
# cp GENERIC MYKERNELTraditionell ist der Name des Kernels immer in Großbuchstaben.
Wenn Sie mehrere FreeBSD mit unterschiedlicher Hardware warten, ist
es nützlich, wenn Sie Konfigurationsdatei nach dem Hostnamen der
Maschinen benennen. Im Beispiel verwenden wir den Namen
.MYKERNEL
Es ist nicht zu empfehlen die Konfigurationsdatei direkt
unterhalb von /usr/src abzuspeichern.
Wenn Sie Probleme haben, könnten Sie der Versuchung
erliegen, /usr/src
einfach zu löschen und wieder von vorne anzufangen.
Wenn Sie so vorgehen, werden Sie kurz darauf merken,
dass Sie soeben Ihre Kernelkonfigurationsdatei
gelöscht haben.
Editieren Sie immer eine Kopie von GENERIC.
Änderungen an GENERIC können
verloren gehen, wenn der
Quellbaum aktualisiert
wird.
Sie sollten die Konfigurationsdatei an anderer Stelle
aufheben und im Verzeichnis
einen Link auf die Datei erstellen.i386
Beispiel:
# cd /usr/src/sys/i386/conf
# mkdir /root/kernels
# cp GENERIC /root/kernels/MYKERNEL
# ln -s /root/kernels/MYKERNELJetzt editieren Sie
mit einem
Texteditor Ihres Vertrauens. Wenn Sie gerade neu anfangen, ist Ihnen
vielleicht nur der vi Editor bekannt,
der allerdings zu komplex ist, um hier erklärt zu werden.
Er wird aber in vielen Büchern aus der
Bibliographie gut erklärt. FreeBSD bietet aber auch
einen leichter zu benutzenden Editor, den ee
an, den Sie, wenn Sie Anfänger sind, benutzen sollten. Sie
können die Kommentare am Anfang der Konfigurationsdatei
ändern, um die Änderungen gegenüber
MYKERNELGENERIC zu dokumentieren.
Falls Sie schon einmal einen Kernel unter SunOS™ oder einem
anderen BSD kompiliert haben, werden Sie diese Konfigurationsdatei
bereits kennen. Wenn Sie mit einem anderen Betriebssystem wie DOS
vertraut sind, könnte die GENERIC
Konfigurationsdatei Sie verschrecken. In diesen Fall sollten Sie
den Beschreibungen im Abschnitt über die
Konfigurationsdatei
langsam und vorsichtig folgen.
Wenn Sie die FreeBSD Quellen
synchronisieren, sollten Sie immer, bevor Sie etwas
verändern, /usr/src/UPDATING
durchlesen. Diese Datei enthält alle wichtigen Informationen,
die Sie beim Aktualisieren beachten müssen.
Da /usr/src/UPDATING immer zu Ihrer Version
der FreeBSD Quellen passt, sind die Informationen dort genauer,
als in diesem Handbuch.
Nun müssen Sie die Kernelquellen kompilieren.
Sie benötigen den kompletten Quellcodebaum, um den Kernel zu bauen.
Wechseln Sie in das Verzeichnis /usr/src:
# cd /usr/srcKompilieren Sie den neuen Kernel:
# make buildkernel KERNCONF=MYKERNELInstallieren Sie den neuen Kernel:
# make installkernel KERNCONF=MYKERNELIn der Voreinstellung werden beim Bau eines angepassten
Kernels stets alle Kernelmodule neu gebaut.
Wollen Sie Ihren Kernel schneller bauen oder nur bestimmte
Module bauen, sollten Sie /etc/make.conf
anpassen, bevor Sie Ihren Kernel bauen:
Wenn Sie diese Variable setzen, werden ausschließlich die hier angegebenen Module gebaut (und keine anderen).
Durch das Setzen dieser Variable werden werden alle Module auf oberster Ebene bis auf die angegebenen gebaut. Weitere Variablen, die beim Bau eines Kernels von Interesse sein könnten, finden Sie in make.conf(5).
Der neue Kernel wird im Verzeichnis
/boot/kernel, genauer
unter /boot/kernel/kernel abgelegt,
während der alte Kernel nach
/boot/kernel.old/kernel verschoben wird.
Um den neuen Kernel zu benutzen, sollten Sie Ihren Rechner
jetzt neu starten. Falls etwas schief geht, sehen Sie
bitte in dem Abschnitt zur
Fehlersuche am Ende dieses Kapitels nach. Dort sollten Sie
auch unbedingt den Abschnitt lesen, der erklärt, was zu tun
ist, wenn der neue Kernel nicht
startet.
Im Verzeichnis /boot werden andere
Dateien, die zum Systemstart benötigt werden, wie der
Boot-Loader (loader(8)) und dessen Konfiguration, abgelegt.
Module von Fremdherstellern oder angepasste Module
werden in /boot/kernel
abgelegt. Beachten Sie bitte, dass diese Module immer
zu dem verwendeten Kernel passen müssen. Module,
die nicht zu dem verwendeten Kernel passen,
gefährden die Stabilität des Systems.
Das Format der Konfigurationsdatei ist recht einfach. Jede Zeile
enthält ein Schlüsselwort und ein oder mehrere Argumente.
Eine Zeile, die von einen # eingeleitet wird, gilt
als Kommentar und wird ignoriert. Die folgenden Abschnitte
beschreiben jedes Schlüsselwort in der Reihenfolge, in der es
in GENERIC auftaucht.
Eine ausführliche Liste aller
Optionen mit detaillierten Erklärungen finden Sie in der
Konfigurationsdatei NOTES, die sich in demselben
Verzeichnis wie die Datei GENERIC befindet.
Von der Architektur unabhängige Optionen sind in
der Datei /usr/src/sys/conf/NOTES
aufgeführt.
Es ist möglich, eine include-Anweisung
in die Kernelkonfigurationsdatei aufzunehmen.
Diese erlaubt das lokale Einfügen von anderen Konfigurationsdateien
in die aktuelle, was es einfacher macht, kleinere Änderungen an
einer existierenden Datei zu vollziehen. Wenn Sie beispielsweise einen
GENERIC-Kernel mit nur einer kleinen Anzahl von
zusätzlichen Optionen und Treibern benötigen, brauchen Sie
mit den folgenden Zeilen nur ein kleines Delta im Vergleich zu GENERIC
anpassen:
Für viele Administratoren bietet dieses Modell entscheidende
Vorteile über das bisherige Erstellen von Konfigurationsdateien von
Grund auf: die lokalen Konfigurationdateien enthalten auch nur die
lokalen Unterschiede zu einem GENERIC-Kernel und
sobald Aktulaisierungen durchgeführt werden, können neue
Eigenschaften, die zu GENERIC hinzugefügt
werden, auch dem lokalen Kernel angehängt werden, es sei denn, es
wird durch nooptions oder nodevice
verhindert. Der übrige Teil dieses Kapitels behandelt die Inhalte
einer typischen Konfigurationsdatei und die Rolle, die unterschiedliche
Optionen und Geräte dabei spielen.
Um einen Kernel mit allen möglichen Optionen zu bauen
beispielsweise für Testzwecke), führen Sie als
root die folgenden Befehle aus:
# cd /usr/src/sys/i386/conf && make LINTDas folgende Beispiel zeigt eine GENERIC
Konfigurationsdatei, die, wo notwendig, zusätzliche Kommentare
enthält. Sie sollte der Datei
/usr/src/sys/
auf Ihrem System sehr ähnlich sein.i386/conf/GENERIC
Gibt die Architektur der Maschine an und muss entweder
amd64,
i386, ia64,
pc98, powerpc
oder sparc64 sein.
Die vorigen Zeilen geben den Typ der CPU Ihres Systems an. Sie
können mehrere CPU Typen angeben, wenn Sie sich zum Beispiel
nicht sicher sind, ob Sie I586_CPU oder
I686_CPU benutzen sollen. Für einen
angepassten Kernel ist es aber am besten, wenn Sie nur die CPU
angeben, die sich in der Maschine befindet. Der CPU-Typ wird
in den Boot-Meldungen ausgegeben, die in der Datei
/var/run/dmesg.boot gespeichert sind.
Gibt den Namen Ihres Kernels an. Hier sollten Sie den Namen
einsetzen, den Sie Ihrer Konfigurationsdatei gegeben haben. In
unserem Beispiel ist das MYKERNEL. Der Wert, den
Sie ident zuweisen, wird beim Booten des neuen
Kernels ausgegeben. Wenn Sie den Kernel von Ihrem normal verwendeten
Kernel unterscheiden wollen, weil Sie zum Beispiel einen Kernel zum
Testen bauen, ist es nützlich, hier einen anderen Namen
anzugeben.
Unter FreeBSD werden Geräte mit device.hints(5)
konfiguriert. In der Voreinstellung überprüft
loader(8) beim Systemstart die Datei
/boot/device.hints. Die Option
hints erlaubt es, die Gerätekonfiguration
statisch in den Kernel einzubinden, sodass die Datei
device.hints in /boot
nicht benötigt wird.
Der normale Bauprozess von FreeBSD erstellt nur dann einen
Kernel, der Debugging-Informationen enthält, wenn Sie die
Option -g von gcc(1) aktivieren.
Der voreingestellte Scheduler von FreeBSD. Ändern Sie diesen Wert nicht!
Erlaubt es Kernelthreads, vor Threads eigentlich höherer Prioritält ausgeführt zu werden. Die Interaktivitält des Systems wird dadurch erhölt. Interrupt-Threads werden dabei bevorzugt ausgeführt.
Netzwerkunterstützung. Auch wenn Sie nicht planen, den Rechner mit einem Netzwerk zu verbinden, sollten Sie diese Option aktiviert lassen. Die meisten Programme sind mindestens auf die Loopback Unterstützung (Verbindungen mit sich selbst) angewiesen. Damit ist diese Option im Endeffekt notwendig.
Aktiviert die Unterstützung für das IPv6 Protokoll.
Das Dateisystem für Festplatten. Wenn Sie von einer Festplatte booten wollen, lassen Sie diese Option aktiviert.
Mit dieser Option wird die Unterstützung für Soft
Updates, die Schreibzugriffe beschleunigen, in den Kernel
eingebunden. Auch wenn die Funktion im Kernel ist, muss
sie für einzelne Dateisysteme explizit aktiviert werden.
Überprüfen Sie mit mount(8), ob die Dateisysteme
Soft Updates benutzen. Wenn die Option
soft-updates nicht aktiviert ist, können
Sie die Option nachträglich mit tunefs(8) aktivieren.
Für neue Dateisysteme können Sie Option beim Anlegen mit
newfs(8) aktivieren.
Diese Option aktiviert die Unterstützung für Zugriffskontrolllisten (ACL). Die ACLs hängen von erweiterten Attributen und UFS2 ab, eine genaue Beschreibung finden Sie in Abschnitt 15.11, „Zugriffskontrolllisten für Dateisysteme“. Die Zugriffskontrolllisten sind in der Voreinstellung aktiviert und sollten auch nicht deaktiviert werden, wenn Sie schon einmal auf einem Dateisystem verwendet wurden, da dies die Zugriffsrechte auf Dateien in unvorhersehbarer Art und Weise ändern kann.
Diese Option steigert die Geschwindigkeit von Plattenzugriffen auf großen Verzeichnissen. Dadurch verbraucht das System etwas mehr Speicher als vorher. Für stark beschäftigte Server oder Arbeitsplatzrechner sollten Sie diese Option aktiviert lassen. Auf kleineren Systemen, bei denen Speicher eine kostbare Ressource darstellt oder Systemen, auf denen die Geschwindigkeit der Plattenzugriffe nicht wichtig ist, wie Firewalls, können Sie diese Option abstellen.
Diese Option aktiviert die Unterstüztung für ein Root-Dateisystem auf einem speicherbasierten Laufwerk (RAM-Disk).
Das Network Filesystem. Wenn Sie keine Partitionen von einem UNIX® File-Server über TCP/IP einhängen wollen, können Sie diese Zeile auskommentieren.
Das MS-DOS® Dateisystem. Sie können diese Zeile
auskommentieren, wenn Sie nicht vorhaben, eine DOS-Partition
beim Booten einzuhängen. Das nötige Modul wird
ansonsten automatisch geladen, wenn Sie das erste Mal eine
DOS-Partition einhängen. Außerdem können
Sie mit den ausgezeichneten
emulators/mtools aus
der Ports-Sammlung auf DOS-Floppies zugreifen, ohne diese
an- und abhängen zu müssen (MSDOSFS
wird in diesem Fall nicht benötigt).
Das ISO 9660 Dateisystem für CD-ROMs. Sie können diese Zeile auskommentieren, wenn Sie kein CD-ROM-Laufwerk besitzen oder nur ab und an CDs einhängen. Das Modul wird automatisch geladen, sobald Sie das erste Mal eine CD einhängen. Für Audio-CDs benötigen Sie dieses Dateisystem nicht.
Das Prozessdateisystem. Dies ist ein Pseudo-Dateisystem,
das auf /proc eingehangen wird und es Programmen
wie ps(1) erlaubt, mehr Informationen über laufende Prozesse
auszugeben. PROCFS sollte von FreeBSD nicht mehr
benötigt werden, da die meisten Debug- und
Überwachungs-Werkzeuge nicht mehr darauf angewiesen sind.
Daher wird das Prozessdateisystem auch nicht mehr automatisch
in das System eingebunden.
Kernel, die PROCFS verwenden, müssen
auch die Option PSEUDOFS verwenden.
Diese Option ermöglicht eine große Anzahl Partitionen auf einem einzelnen Laufwerk.
Stellt die Kompatibilität zu 4.3BSD sicher. Belassen Sie diese Option, da sich manche Programme recht sonderbar verhalten werden, wenn Sie diese auskommentieren.
Diese Option stellt sicher, dass Anwendungen, die auf älteren FreeBSD Versionen übersetzt wurden und alte Systemaufrufe verwenden, noch lauffähig sind. Wir empfehlen, diese Option auf allen i386™-Systemen zu verwenden, auf denen vielleicht noch ältere Anwendungen laufen sollen. Auf Plattformen, die erst ab FreeBSD 5.0 unterstützt werden (wie ia64 und SPARC®), wird diese Option nicht benötigt.
Diese Option wird ab FreeBSD 6.X benötigt, um Programme, die unter FreeBSD 5.X-Versionen mit FreeBSD 5.X-Systemaufrufen kompiliert wurden, unter FreeBSD 6.X ausführen zu können.
Diese Option wird ab FreeBSD 7.X benötigt, um Programme, die unter FreeBSD 6.X-Versionen mit FreeBSD 6.X-Systemaufrufen kompiliert wurden, unter FreeBSD 7.X ausführen zu können.
Diese Option wird ab FreeBSD 8.X benötigt, um Programme, die unter FreeBSD 7.X-Versionen mit FreeBSD 7.X-Systemaufrufen kompiliert wurden, unter FreeBSD 8.X ausführen zu können.
Dies weist den Kernel an, 5 Sekunden zu warten, bevor er anfängt nach SCSI-Geräten auf dem System zu suchen. Wenn Sie nur IDE-Geräte besitzen, können Sie die Anweisung ignorieren. Sie können versuchen, den Wert zu senken, um den Startvorgang zu beschleunigen. Wenn FreeBSD dann Schwierigkeiten hat, Ihre SCSI-Geräte zu erkennen, sollten Sie den Wert natürlich wieder erhöhen.
Dies schaltet die Kernel-Prozessverfolgung (engl. kernel process tracing) ein, die sehr nützlich bei der Fehlersuche ist.
Diese Option aktiviert die Unterstützung für System V Shared-Memory. Die XSHM-Erweiterung von X benötigt diese Option und viele Graphik-Programme werden die Erweiterung automatisch benutzen und schneller laufen. Wenn Sie X benutzen, sollten Sie diese Option auf jeden Fall aktivieren.
Unterstützung für System V Messages. Diese Option vergrößert den Kernel nur um einige hundert Bytes.
Unterstützung für System V Semaphoren. Dies wird selten gebraucht, vergrößert aber den Kernel nur um einige hundert Bytes.
Die Option -p des Kommandos
ipcs(1) zeigt Programme an, die diese System V
Erweiterungen benutzen.
Echtzeit-Erweiterungen, die 1993 zu POSIX® hinzugefügt wurden. Bestimmte Programme wie StarOffice™ benutzen diese Erweiterungen.
Diese Option erstellt für die Tastatur einen
Eintrag im Verzeichnis /dev.
Giant ist der Name einer Sperre (Mutex) die viele
Kernel-Ressourcen schützt. Heutzutage ist Giant ein
unannehmbarer Engpass, der die Leistung eines Systems
beeinträchtigt. Daher wird Giant durch Sperren ersetzt,
die einzelne Ressourcen schützen. Die Option
ADAPTIVE_GIANT fügt Giant zu den
Sperren hinzu, auf die gewartet werden kann. Ein Thread,
der die Sperre Giant von einem anderen Thread benutzt
vorfindet, kann nun weiterlaufen und auf die Sperre Giant
warten. Früher wäre der Prozess in den schlafenden
Zustand (sleep) gewechselt
und hätte darauf warten müssen, dass er wieder
laufen kann. Wenn Sie sich nicht sicher sind, belassen
Sie diese Option.
Beachten Sie, dass ab FreeBSD 8.0-RELEASE und neuer alle
Mutexe in der Voreinstellung adaptiv sein werden, es sei denn,
Sie werden durch das Setzen der Option
NO_ADAPTIVE_MUTEXES explizit als
nichtadaptiv deklariert. Als Folge dessen ist Giant nun in
in der Voreinstellung ebenfalls adaptiv, daher ist in diesen
Versionen die Kerneloption ADAPTIVE_GIANT
nicht mehr in der Kernelkonfigurationsdatei enthalten.
Das apic-Gerält ermöglicht die Benutzung
des I/O APIC für die Interrupt-Auslieferung.
Das apic-Gerält kann mit Kerneln für
Einprozessorsysteme und Mehrprozessorsysteme benutzt
werden. Kernel für Mehrprozessorsysteme benötigen
diese Option zwingend. Die Unterstützung für
Mehrprozessorsysteme aktivieren Sie mit der Option
options SMP.
Das apic-Gerät existiert nur unter der i386-Architektur, daher ist es sinnlos, diese Zeile unter einer anderen Architektur in Ihre Kernelkonfigurationsdatei aufzunehmen.
Fügen Sie diese Zeile ein, wenn Sie ein EISA-Motherboard besitzen. Dies aktiviert die Erkennung und Konfiguration von allen Geräten auf dem EISA Bus.
Wenn Sie ein PCI-Motherboard besitzen, fügen Sie diese Zeile ein. Dies aktiviert die Erkennung von PCI-Karten und die PCI-ISA bridge.
Der Floppy-Controller.
Dieser Treiber unterstützt alle ATA und ATAPI Geräte.
Eine device ata Zeile reicht aus und der
Kernel wird auf modernen Maschinen alle PCI ATA/ATAPI Geräte
entdecken.
Für ATA-Plattenlaufwerke brauchen Sie diese Zeile zusammen
mit device ata.
Für ATA-RAID brauchen Sie diese Zeile zusammen
mit device ata.<