Das FreeBSD-Handbuch

The FreeBSD German Documentation Project

Version: 45611

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FreeBSD ist ein eingetragenes Warenzeichen der FreeBSD Foundation.

3Com und HomeConnect sind eingetragene Warenzeichen der 3Com Corporation.

3ware und Escalade sind eingetragene Warenzeichen von 3ware Inc.

ARM ist ein eingetragenes Warenzeichen von ARM Limited.

Adaptec ist ein eingetragenes Warenzeichen von Adaptec, Inc.

Adobe, Acrobat, Acrobat Reader und PostScript sind entweder eingetragene Warenzeichen oder Warenzeichen von Adobe Systems Incorporated in den Vereinigten Staaten und/oder in anderen Lndern.

Apple, FireWire, Mac, Macintosh, Mac OS, Quicktime und TrueType sind eingetragene Warenzeichen von Apple Computer, Inc., in den Vereinigten Staaten und anderen Lndern.

Corel und WordPerfect sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen der Corel Corporation und/oder ihren Gesellschaften in den Vereinigten Staaten und/oder anderen Lndern.

Sound Blaster ist ein Warenzeichen von Creative Technology Ltd. in den Vereinigten Staaten und/oder in anderen Lndern.

CVSup ist ein eingetragenes Warenzeichen von John D. Polstra.

Heidelberg, Helvetica, Palatino und Times Roman sind Marken der Heidelberger Druckmaschinen AG in Deutschland und anderen Lndern.

IBM, AIX, OS/2, PowerPC, PS/2, S/390 und ThinkPad sind Warenzeichen der International Business Machines Corporation in den Vereinigten Staaten, anderen Lndern oder beiden.

IEEE, POSIX und 802 sind eingetragene Warenzeichen vom Institute of Electrical and Electronics Engineers, Inc. in den Vereinigten Staaten.

Intel, Celeron, EtherExpress, i386, i486, Itanium, Pentium und Xeon sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen der Intel Corporation oder ihrer Gesellschaften in den Vereinigten Staaten und in anderen Lndern.

Intuit und Quicken sind eingetragene Warenzeichen und/oder Dienstleistungsmarken von Intuit Inc. oder einer ihrer Geselllschaften in den Vereinigten Staaten und in anderen Lndern.

Linux ist ein eingetragenes Warenzeichen von Linus Torvalds.

LSI Logic, AcceleRAID, eXtremeRAID, MegaRAID und Mylex sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen der LSI Logic Corp.

Microsoft, MS-DOS, Outlook, Windows, Windows Media und Windows NT sind entweder eingetragene Warenzeichen oder Warenzeichen der Microsoft Corporation in den Vereinigten Staaten und/oder in anderen Lndern.

Netscape und Netscape Navigator sind eingetragene Warenzeichen der Netscape Communications Corporation in den Vereinigten Staaten und in anderen Lndern.

Motif, OSF/1 und UNIX sind eingetragene Warenzeichen und IT DialTone und The Open Group sind Warenzeichen der The Open Group in den Vereinigten Staaten und in anderen Lndern.

Oracle ist ein eingetragenes Warenzeichen der Oracle Corporation.

PowerQuest und PartitionMagic sind eingetragene Warenzeichender PowerQuest Corporation in den Vereinigten Staaten und/oder anderen Lndern.

RealNetworks, RealPlayer und RealAudio sind eingetragene Warenzeichen von RealNetworks, Inc.

Red Hat, RPM, sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen von Red Hat, Inc. in den Vereinigten Staaten und in anderen Lndern.

Sun, Sun Microsystems, Java, Java Virtual Machine, JDK, JSP, JVM, Netra, Solaris, StarOffice und SunOS sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen von Sun Microsystems, Inc. in den Vereinigten Staaten und in anderen Lndern.

Symantec und Ghost sind eingetragene Warenzeichen der Symantec Corporation in den Vereinigten Staaten und in anderen Lndern.

MATLAB ist ein eingetragenes Warenzeichen von The MathWorks, Inc.

SpeedTouch ist ein Warenzeichen von Thomson

U.S. Robotics und Sportster sind eingetragene Warenzeichen der U.S. Robotics Corporation.

VMware ist ein Warenzeichen von VMware, Inc

Waterloo Maple und Maple sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen von Waterloo Maple Inc.

Mathematica ist ein eingetragenes Warenzeichen von Wolfram Research, Inc.

XFree86 ist ein Warenzeichen von The XFree86 Project, Inc.

Ogg Vorbis und Xiph.Org sind Warenzeichen von Xiph.Org.

Viele Produktbezeichnungen von Herstellern und Verkufern sind Warenzeichen. Soweit dem FreeBSD Project das Warenzeichen bekannt ist, werden die in diesem Dokument vorkommenden Bezeichnungen mit dem Symbol oder dem Symbol gekennzeichnet.

2014-09-15 von bcr.
Zusammenfassung

Willkommen bei FreeBSD! Dieses Handbuch beschreibt die Installation und den täglichen Umgang mit FreeBSD 9.3-RELEASE und FreeBSD 10.0-RELEASE. Das Handbuch ist jederzeit unter Bearbeitung und das Ergebnis der Arbeit vieler Einzelpersonen. Dies kann dazu führen, dass bestimmte Bereiche nicht mehr aktuell sind und auf den neuesten Stand gebracht werden müssen. Bei Unklarheiten empfiehlt es sich daher stets, die englische Originalversion des Handbuchs zu lesen.

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[ einzelne Abschnitte / komplettes Dokument ]

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
I. Erste Schritte
1. Einleitung
1.1. berblick
1.2. Willkommen zu FreeBSD
1.3. ber das FreeBSD Projekt
2. FreeBSD8.X (und lter) installieren
2.1. bersicht
2.2. Hardware-Anforderungen
2.3. Vor der Installation
2.4. Die Installation starten
2.5. Das Werkzeug sysinstall
2.6. Plattenplatz fr FreeBSD bereitstellen
2.7. Den Installationsumfang bestimmen
2.8. Das Installationsmedium auswhlen
2.9. Die Installation festschreiben
2.10. Arbeiten nach der Installation
2.11. Fehlersuche
2.12. Anspruchsvollere Installationen
2.13. Eigene Installationsmedien herstellen
3. FreeBSD9.x (und neuer) installieren
3.1. bersicht
3.2. Hardware-Anforderungen
3.3. Vor der Installation
3.4. Die Installation starten
3.5. Das bsdinstall-Werkzeug
3.6. Installation aus dem Netzwerk
3.7. Plattenplatz bereitstellen
3.8. Die Installation festschreiben
3.9. Arbeiten nach der Installation
3.10. Fehlerbehebung
4. Grundlagen des UNIX Betriebssystems
4.1. bersicht
4.2. Virtuelle Konsolen und Terminals
4.3. Zugriffsrechte
4.4. Verzeichnis-Strukturen
4.5. Festplatten, Slices und Partitionen
4.6. Anhngen und Abhngen von Dateisystemen
4.7. Prozesse
4.8. Dmonen, Signale und Stoppen von Prozessen
4.9. Shells
4.10. Text-Editoren
4.11. Gerte und Gertedateien
4.12. Binrformate
4.13. Weitere Informationen
5. Installieren von Anwendungen: Pakete und Ports
5.1. bersicht
5.2. Installation von Software
5.3. Suchen einer Anwendung
5.4. Benutzen des Paketsystems
5.5. Benutzen der Ports-Sammlung
5.6. Nach der Installation
5.7. Kaputte Ports
6. Das X-Window-System
6.1. bersicht
6.2. X-Grundlagen
6.3. X11 installieren
6.4. X11 konfigurieren
6.5. Schriftarten in X11 benutzen
6.6. Der X-Display-Manager
6.7. Grafische Oberflchen
II. Oft benutzte Funktionen
7. Desktop-Anwendungen
7.1. bersicht
7.2. Browser
7.3. Broanwendungen
7.4. Anzeigen von Dokumenten
7.5. Finanzsoftware
7.6. Zusammenfassung
8. Multimedia
8.1. bersicht
8.2. Soundkarten einrichten
8.3. MP3-Audio
8.4. Videos wiedergeben
8.5. TV-Karten einrichten
8.6. MythTV
8.7. Scanner
9. Konfiguration des FreeBSD-Kernels
9.1. bersicht
9.2. Wieso einen eigenen Kernel bauen?
9.3. Informationen ber die vorhandene Hardware beschaffen
9.4. Kerneltreiber, Subsysteme und Module
9.5. Erstellen und Installation eines angepassten Kernels
9.6. Die Kernelkonfigurationsdatei
9.7. Wenn etwas schiefgeht
10. Drucken
10.1. bersicht
10.2. Einfhrung
10.3. Grund-Konfiguration
10.4. Erweiterte Drucker-Konfiguration
10.5. Drucker verwenden
10.6. Alternativen zum LPD-Drucksystem
10.7. Problembehandlung
11. Linux-Binrkompatibilitt
11.1. bersicht
11.2. Installation
11.3. Mathematica installieren
11.4. Maple™ installieren
11.5. MATLAB installieren
11.6. Oracle installieren
11.7. Weiterfhrende Themen
III. Systemadministration
12. Konfiguration und Tuning
12.1. bersicht
12.2. Vorbereitende Konfiguration
12.3. Basiskonfiguration
12.4. Konfiguration von Anwendungen
12.5. Start von Diensten
12.6. Programme mit cron starten
12.7. Das rc-System fr Systemdienste
12.8. Einrichten von Netzwerkkarten
12.9. Virtual Hosts
12.10. Konfigurationsdateien
12.11. Einstellungen mit sysctl
12.12. Tuning von Laufwerken
12.13. Einstellungen von Kernel Limits
12.14. Hinzufgen von Swap-Bereichen
12.15. Energie- und Ressourcenverwaltung
12.16. ACPI-Fehlersuche
13. FreeBSDs Bootvorgang
13.1. bersicht
13.2. Das Problem des Bootens
13.3. Boot-Manager und Boot-Phasen
13.4. Kernel Interaktion whrend des Bootprozesses
13.5. Konfiguration von Gerten
13.6. Init: Initialisierung der Prozess-Kontrolle
13.7. Der Shutdown-Vorgang
14. Benutzer und grundlegende Account-Verwaltung
14.1. bersicht
14.2. Einfhrung
14.3. Der Superuser-Account
14.4. System-Accounts
14.5. Benutzer-Accounts
14.6. Accounts verndern
14.7. Benutzer einschrnken
14.8. Gruppen
15. Sicherheit
15.1. bersicht
15.2. Einfhrung
15.3. Absichern von FreeBSD
15.4. DES, Blowfish, MD5, und Crypt
15.5. Einmalpasswrter
15.6. TCP-Wrapper
15.7. Kerberos5
15.8. OpenSSL
15.9. VPNs mit IPsec
15.10. OpenSSH
15.11. Zugriffskontrolllisten fr Dateisysteme
15.12. Sicherheitsprobleme in Software Dritter berwachen
15.13. FreeBSD Sicherheitshinweise
15.14. Prozess-berwachung
16. Jails
16.1. bersicht
16.2. Jails - Definitionen
16.3. Einfhrung
16.4. Einrichtung und Verwaltung von Jails
16.5. Feinabstimmung und Administration
16.6. Anwendung von Jails
17. Verbindliche Zugriffskontrolle
17.1. bersicht
17.2. Schlsselbegriffe
17.3. Erluterung
17.4. MAC Labels verstehen
17.5. Planung eines Sicherheitsmodells
17.6. Modulkonfiguration
17.7. Das MAC Modul seeotheruids
17.8. Das MAC Modul bsdextended
17.9. Das MAC Modul ifoff
17.10. Das MAC Modul portacl
17.11. Das MAC Modul partition
17.12. Das MAC Modul Multi-Level Security
17.13. Das MAC Modul Biba
17.14. Das MAC Modul LOMAC
17.15. Beispiel 1: Nagios in einer MAC Jail
17.16. Beispiel 2: User Lock Down
17.17. Fehler im MAC beheben
18. Security Event Auditing
18.1. Einleitung
18.2. Schlsselbegriffe
18.3. Installation der Audit-Untersttzung
18.4. Die Konfiguration des Audit
18.5. Administration des Audit-Subsystems
19. Speichermedien
19.1. bersicht
19.2. Gertenamen
19.3. Hinzufgen von Laufwerken
19.4. RAID
19.5. USB Speichermedien
19.6. CDs benutzen
19.7. DVDs benutzen
19.8. Disketten benutzen
19.9. Bandmedien benutzen
19.10. Was ist mit Backups auf Disketten?
19.11. Backup-Strategien
19.12. Datensicherung
19.13. Netzwerk-, speicher- und dateibasierte Dateisysteme
19.14. Schnappschsse von Dateisystemen
19.15. Dateisystem-Quotas
19.16. Partitionen verschlsseln
19.17. Den Auslagerungsspeicher verschlsseln
19.18. Highly Available Storage (HAST)
20. GEOM: Modulares Framework zur Plattentransformation
20.1. bersicht
20.2. Einfhrung in GEOM
20.3. RAID0 - Striping
20.4. RAID1 - Spiegelung
20.5. GEOM Gate Netzwerkgerte
20.6. Das Labeln von Laufwerken
20.7. UFS Journaling in GEOM
21. Dateisystemuntersttzung
21.1. bersicht
21.2. Das Z-Dateisystem (ZFS)
22. Der Vinum Volume Manager
22.1. bersicht
22.2. Ihre Platten sind zu klein.
22.3. Mgliche Engpsse
22.4. Datenintegritt
22.5. Vinum-Objekte
22.6. Einige Beispiele
22.7. Objektbenennung
22.8. Vinum konfigurieren
22.9. Vinum fr das Root-Dateisystem benutzen
23. Virtualisierung
23.1. bersicht
23.2. FreeBSD als Gast-Betriebssystem
23.3. FreeBSD als Host-Betriebssystem
24. Lokalisierung – I18N/L10N einrichten und benutzen
24.1. bersicht
24.2. Grundlagen
24.3. Lokale Anpassungen benutzen
24.4. I18N-Programme bersetzen
24.5. Lokalisierung fr einzelne Sprachen
25. FreeBSD aktualisieren
25.1. bersicht
25.2. FreeBSD-Update
25.3. Portsnap: Ein Werkzeug zur Aktualisierung der Ports-Sammlung
25.4. Aktualisieren der Dokumentationssammlung
25.5. Einem Entwicklungszweig folgen
25.6. Synchronisation der Quellen
25.7. Das komplette Basissystem neu bauen
25.8. Veraltete Dateien, Verzeichnisse und Bibliotheken lschen
25.9. Installation mehrerer Maschinen
26. DTrace
26.1. berblick
26.2. Unterschiede in der Implementierung
26.3. Die DTrace Untersttzung aktivieren
26.4. DTrace verwenden
26.5. Die Sprache D
IV. Netzwerke
27. Serielle Datenbertragung
27.1. bersicht
27.2. Einfhrung
27.3. Terminals
27.4. Einwhlverbindungen
27.5. Verbindungen nach Auen
27.6. Einrichten der seriellen Konsole
28. PPP und SLIP
28.1. bersicht
28.2. User-PPP
28.3. Kernel-PPP
28.4. Probleme bei PPP-Verbindungen
28.5. PPP over Ethernet (PPPoE)
28.6. PPP over ATM (PPPoA)
28.7. SLIP
29. Elektronische Post (E-Mail)
29.1. Terminologie
29.2. bersicht
29.3. Elektronische Post benutzen
29.4. sendmail-Konfiguration
29.5. Wechseln des Mailbertragungs-Agenten
29.6. Fehlerbehebung
29.7. Weiterfhrende Themen
29.8. SMTP ber UUCP
29.9. Ausgehende E-Mail ber einen Relay versenden
29.10. E-Mail ber Einwahl-Verbindungen
29.11. SMTP-Authentifizierung
29.12. E-Mail-Programme
29.13. E-Mails mit fetchmail abholen
29.14. E-Mails mit procmail filtern
30. Netzwerkserver
30.1. bersicht
30.2. Der inetd Super-Server
30.3. NFS – Network File System
30.4. NIS/YP – Network Information Service
30.5. Automatische Netzwerkkonfiguration mit DHCP
30.6. DNS – Domain Name Service
30.7. Der Apache HTTP-Server
30.8. FTP – File Transfer Protocol
30.9. Mit Samba einen Datei- und Druckserver fr MicrosoftWindows-Clients einrichten
30.10. Die Uhrzeit mit NTP synchronisieren
30.11. Protokollierung von anderen Hosts mittels syslogd
31. Firewalls
31.1. Einfhrung
31.2. Firewallkonzepte
31.3. Firewallpakete
31.4. Paket Filter (PF) von OpenBSD und ALTQ
31.5. Die IPFILTER-Firewall (IPF)
31.6. IPFW
32. Weiterfhrende Netzwerkthemen
32.1. bersicht
32.2. Gateways und Routen
32.3. Drahtlose Netzwerke
32.4. USB Tethering
32.5. Bluetooth
32.6. LAN-Kopplung mit einer Bridge
32.7. Link-Aggregation und Failover
32.8. Plattenloser Betrieb mit PXE
32.9. ISDN – dienstintegrierendes digitales Netzwerk
32.10. PLIP – Parallel Line IP
32.11. IPv6 – Internet Protocol Version 6
32.12. CARP - Common Address Redundancy Protocol
V. Anhang
A. Bezugsquellen fr FreeBSD
A.1. CD-ROM und DVD Verleger
A.2. FTP-Server
A.3. BitTorrent
A.4. Anonymous CVS
A.5. CTM
A.6. Benutzen von CVSup
A.7. CVS-Tags
A.8. AFS-Server
A.9. rsync-Server
B. Bibliografie
B.1. Bcher und Magazine speziell fr FreeBSD
B.2. Handbcher
B.3. Administrations-Anleitungen
B.4. Programmierhandbcher
B.5. Betriebssystem-Interna
B.6. Sicherheits-Anleitung
B.7. Hardware-Anleitung
B.8. UNIX Geschichte
B.9. Magazine und Journale
C. Ressourcen im Internet
C.1. Mailinglisten
C.2. Usenet-News
C.3. World Wide Web Server
C.4. E-Mail Adressen
D. PGP Schlssel
D.1. Ansprechpartner
D.2. Mitglieder des Core Teams
D.3. Entwickler
FreeBSD Glossar
Stichwortverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
2.1. FreeBSD Boot Loader Menu
2.2. Ausgabe der Gerteerkennung
2.3. Ihr Land auswhlen
2.4. Die Tastaturbelegung auswhlen
2.5. Die Gebrauchsanweisung von sysinstall auswhlen
2.6. Die Dokumentation abrufen
2.7. Das Dokumentationsmen von sysinstall
2.8. Das Hauptmen von sysinstall
2.9. Sysinstall Keymap Menu
2.10. Das Hauptmen von sysinstall
2.11. Optionen von sysinstall
2.12. Die Standard-Installation starten
2.13. Ein Laufwerk fr Fdisk aussuchen
2.14. Typischer Fdisk-Bildschirm vor dem Editieren
2.15. Eine Partition ber die gesamte Platte
2.16. Sysinstall Boot-Manager-Men
2.17. Die Laufwerksauswahl verlassen
2.18. Sysinstall Disklabel-Editor
2.19. Sysinstall Disklabel-Editor mit automatischen Vorgaben
2.20. Die Gre einer Partition festlegen
2.21. Die Gre einer Partition ndern
2.22. Den Partitionstyp festlegen
2.23. Den Mountpoint festlegen
2.24. Sysinstall Disklabel-Editor
2.25. Die Distribution auswhlen
2.26. Die Distributionen besttigen
2.27. Das Installationsmedium auswhlen
2.28. Eine Netzwerkkarte auswhlen
2.29. Die Netzwerkkarte ed0 konfigurieren
2.30. inetd.conf editieren
2.31. Anonymous-FTP konfigurieren
2.32. Begrungsmeldung des FTP-Servers editieren
2.33. exports editieren
2.34. Merkmale der Systemkonsole
2.35. Bildschirmschoner auswhlen
2.36. Den Bildschirmschoner einstellen
2.37. Die Konfiguration der Systemkonsole verlassen
2.38. Das Gebiet auswhlen
2.39. Das Land auswhlen
2.40. Die Zeitzone auswhlen
2.41. Das Mausprotokoll festlegen
2.42. Das Mausprotokoll festlegen
2.43. Den Mausport einstellen
2.44. Den Mausport einstellen
2.45. Den Mouse-Daemon aktivieren
2.46. Den Mouse-Daemon testen
2.47. Die Paketkategorie aussuchen
2.48. Pakete auswhlen
2.49. Pakete installieren
2.50. Paketinstallation besttigen
2.51. Benutzerkonto auswhlen
2.52. Benutzerkonto anlegen
2.53. Benutzermen verlassen
2.54. Die Installation beenden
2.55. Netzwerkdienste – obere Hlfte
2.56. Den MTA festlegen
2.57. Ntpdate konfigurieren
2.58. Netzwerkdienste – untere Hlfte
3.1. Das FreeBSD-Bootloader Men
3.2. Typical Device Probe Results
3.3. Auswahl der Verwendung des Installationsmediums
3.4. Tastaturbelegung festlegen
3.5. Tastaturauswahlbildschirm
3.6. Festlegen des Rechnernamens
3.7. Komponenten fr die Installation auswhlen
3.8. Installation ber das Netzwerk
3.9. Einen Spiegelserver whlen
3.10. Gefhrte oder manuelle Partitionierung auswhlen
3.11. Aus mehreren Platten eine auswhlen
3.12. Auswahl der gesamten Platte oder einer Partition
3.13. berprfen der erstellen Partitionen
3.14. Partitionen manuell erstellen
3.15. Partitionen manuell anlegen
3.16. Partitionen manuell erzeugen
3.17. Letzte Besttigung
3.18. Herunterladen der Distributionsdateien
3.19. berprfen der Distributionsdateien
3.20. Entpacken der Distributionsdateien
3.21. Das root-Passwort setzen
3.22. Eine zu konfigurierende Netzwerkschnittstelle auswhlen
3.23. Nach drahtlosen Access Points scannen
3.24. Ein drahtloses Netzwerk auswhlen
3.25. Verbindungsaufbau mit WPA2
3.26. Auswahl von IPv4
3.27. Auswhlen der IPv4-Konfiguration ber DHCP
3.28. Statische IPv4-Konfiguration
3.29. Auswahl von IPv6
3.30. Auswahl der IPv6 SLAAC-Konfiguration
3.31. Statische IPv6-Konfiguration
3.32. DNS-Konfiguration
3.33. Lokale oder UTC-Zeit
3.34. Das Gebiet auswhlen
3.35. Das Land auswhlen
3.36. Whlen einer Zeitzone
3.37. Besttigen der Zeitzone
3.38. Auswahl zustzlicher Dienste
3.39. Aktivierung der Absturzaufzeichnung
3.40. Benutzerkonten hinzufgen
3.41. Benutzerinformationen eingeben
3.42. Verlassen der Benutzer- und Gruppenverwaltung
3.43. Letzte Schritte der Konfiguration
3.44. Manuelle Konfiguration
3.45. Die Installation vervollstndigen
22.1. Konkatenierte Anordnung
22.2. Striped-Anordnung
22.3. RAID-5 Aufbau
22.4. Ein einfaches Vinum-Volume
22.5. Ein gespiegeltes Vinum Volume
22.6. Ein Striped Vinum Volume
22.7. Ein gespiegeltes, Striped Vinum Volume
32.1. PXE-Bootvorgang mit NFS Root Mount
Tabellenverzeichnis
2.1. Gertekonfiguration
2.2. Partitionen auf dem ersten Laufwerk
2.3. Partitionen auf weiteren Laufwerken
2.4. FreeBSD7.X und 8.X ISO-Abbilder
3.1. Partitionierungsschemas
4.1. Laufwerk-Codes
19.1. Namenskonventionen von physikalischen Laufwerken
22.1. Vinum-Plexus - Aufbau
27.1. Nullmodemkabel vom Typ DB-25-zu-DB-25
27.2. Nullmodemkabel vom Typ DB-9-zu-DB-9
27.3. Nullmodemkabel vom Typ DB-9-zu-DB-25
27.4. Signalnamen
32.1. Die Netzwerk-Verdrahtung eines parallelen Kabels
32.2. Reservierte IPv6-Adressen
Liste der Beispiele
2.1. Eine bestehende Partition verwenden
2.2. Eine bestehende Partition verkleinern
3.1. Eine existierende Partition verndern
3.2. Verkleinern einer bestehenden Partition
3.3. Ein traditionelles, partitioniertes Dateisystem erstellen
4.1. Namen von Platten, Slices und Partitionen
4.2. Aufteilung einer Festplatte
5.1. Download vor Installation eines Pakets
12.1. Erstellen einer Swap-Datei
13.1. boot0-Screenshot
13.2. boot2-Screenshot
13.3. Auf insecure gesetzte Konsole in /etc/ttys
14.1. Einen Benutzer unter FreeBSD anlegen
14.2. Interaktives Lschen von Account mit rmuser
14.3. Interaktives chpass des Superusers
14.4. Interaktives chpass eines normalen Benutzers
14.5. Wechseln des Passworts
14.6. Als Superuser das Passwort eines anderen Accounts verndern
14.7. Setzen der Mitgliederliste einer Gruppe mit pw(8)
14.8. Ein Gruppenmitglied mit pw hinzufgen
14.9. Hinzufgen eines neuen Gruppenmitglieds mittels pw(8)
14.10. Mit id die Gruppenzugehrigkeit bestimmen
15.1. Mit SSH einen sicheren Tunnel fr SMTP erstellen
19.1. dump mit ssh benutzen
19.2. dump ber ssh mit gesetzter RSH benutzen
19.3. Einhngen eines existierenden Abbildes unter FreeBSD
19.4. Erstellen eines dateibasierten Laufwerks mit mdconfig
19.5. Mit mdmfs ein dateibasiertes Dateisystem erstellen
19.6. Erstellen eines speicherbasierten Laufwerks mit mdconfig
19.7. Erstellen eines speicherbasierten Laufwerks mit mdmfs
20.1. Die Partitionen einer Bootplatte labeln
27.1. Eintrge in /etc/ttys hinzufgen
29.1. Konfigurieren der sendmail Zugriffsdatenbank
29.2. E-Mail Aliases
29.3. Beispiel einer virtuellen Domnen Zuordnung
30.1. Die inetd-Konfiguration neu einlesen
30.2. Ein exportiertes Dateisystem mit amd in den Verzeichnisbaum einhngen
30.3. Django mit Apache2, mod_python3, und PostgreSQL installieren
30.4. Apache-Konfiguration fr Django/mod_python
32.1. LACP Aggregation mit einem Switch von Cisco
32.2. Ausfallsicherer Modus
32.3. Failover Modus zwischen Ethernet- und Wireless-Schnittstellen
32.4. Kleines Netzwerk (Privatnetz)
32.5. Groes Netzwerk (Firmennetz)
A.1. ls(1) von -CURRENT auschecken
A.2. Den src/-Baum ber SSH auschecken
A.3. ls(1) aus dem 8-STABLE-Zweig auschecken
A.4. nderungen in ls(1) zwischen 5.3RELEASE und 5.4RELEASE (als unified diff)
A.5. Gltige Modulnamen herausfinden

Vorwort

ber dieses Buch

Der erste Teil dieses Buchs fhrt FreeBSD-Einsteiger durch den Installationsprozess und stellt leicht verstndlich Konzepte und Konventionen vor, die UNIX zu Grunde liegen. Sie mssen nur neugierig sein und bereitwillig neue Konzepte aufnehmen, wenn diese vorgestellt werden, um diesen Teil durchzuarbeiten.

Wenn Sie den ersten Teil bewltigt haben, bietet der umfangreichere zweite Teil eine verstndliche Darstellung vieler Themen, die fr FreeBSD-Administratoren relevant sind. Wenn Kapitel auf anderen Kapiteln aufbauen, wird das in der bersicht am Anfang eines Kapitels erlutert.

Weitere Informationsquellen entnehmen Sie bitte AnhangB, Bibliografie.

nderungen gegenber der dritten Auflage

Die aktuelle Auflage des Handbuchs ist das Ergebnis der engagierten Arbeit Hunderter Mitarbeiter des FreeBSD Documentation Projects in den vergangenen 10 Jahren. Die wichtigsten nderungen dieser Auflage gegenber der dritten Auflage von 2004 sind:

  • Kapitel26, DTrace, DTrace, ein neues Kapitel, informiert Sie ber die mchtigen Funktionen zur Leistungsmessung, die dieses Werkzeug bietet.

  • Kapitel21, Dateisystemuntersttzung, File Systems Support, ebenfalls ein neues Kapitel, enthlt Informationen ber die Untersttzung nicht-nativer Dateisysteme (beispielsweise ZFS von Sun™) durch FreeBSD.

  • Kapitel18, Security Event Auditing, Security Event Auditing, wurde neu angelegt, um ber die neuen Auditing-Fhigkeiten von FreeBSD zu informieren.

  • Kapitel23, Virtualisierung, Virtualisierung, wurde hinzugefgt und enthlt Informationen zur Installation von FreeBSD in verschiedenen Virtualisierungs-Programmen.

  • Kapitel3, FreeBSD9.x (und neuer) installieren, FreeBSD9.x (und neuer) installieren, wurde hinzugefgt, um die Installation von FreeBSD mit dem neuen Installationswerkzeug, bsdinstall, zu dokumentieren.

nderungen gegenber der zweiten Auflage (2004)

Die dritte Auflage des Handbuchs war das Ergebnis der ber zwei Jahre dauernden engagierten Arbeit des FreeBSD Documentation Projects. Die gedruckte Ausgabe war derart umfangreich, dass es notwendig wurde, sie in zwei Bnde aufzuteilen. Die wichtigsten nderungen dieser Auflage waren:

  • Kapitel12, Konfiguration und Tuning, Konfiguration und Tuning, enthlt neue Abschnitte ber ACPI, Energie- und Ressourcenverwaltung und das Werkzeug cron.

  • Kapitel15, Sicherheit, Sicherheit, erlutert nun Virtual Private Networks (VPNs), Zugriffskontrolllisten (ACLs) und Sicherheitshinweise.

  • Kapitel17, Verbindliche Zugriffskontrolle, Mandatory Access Control (MAC), ist ein neues Kapitel, das vorgeschriebene Zugriffskontrollen vorstellt und erklrt, wie FreeBSD-Systeme mit MACs abgesichert werden knnen.

  • Kapitel22, Der Vinum Volume Manager, Vinum, ist ebenfalls ein neues Kapitel in dieser Auflage. Dieses Kapitel beschreibt den Logical-Volume-Manager Vinum, der gerteunabhngige logische Platten und RAID-0, RAID-1 sowie RAID-5 auf Software-Ebene bereitstellt.

  • Zum Kapitel Kapitel28, PPP und SLIP, PPP und SLIP, wurde ein Abschnitt ber Fehlersuche hinzugefgt.

  • Kapitel29, Elektronische Post (E-Mail), Elektronische Post (E-Mail), wurde um Abschnitte ber andere Transport-Agenten (MTAs), SMTP-Authentifizierung, UUCP, fetchmail, procmail und weitere Themen erweitert.

  • Kapitel30, Netzwerkserver, Netzwerkserver, ist ein weiteres neues Kapitel dieser Auflage. Das Kapitel beschreibt, wie der Apache HTTP-Server, ftpd und ein Samba-Server fr Microsoft Windows-Clients eingerichtet werden. Einige Abschnitte aus dem Kapitel32, Weiterfhrende Netzwerkthemen, Weiterfhrende Netzwerkthemen, befinden sich nun, wegen des thematischen Zusammenhangs, in diesem Kapitel.

  • Das Kapitel32, Weiterfhrende Netzwerkthemen, Weiterfhrende Netzwerkthemen, beschreibt nun den Einsatz von Bluetooth-Gerten unter FreeBSD und das Einrichten von drahtlosen Netzwerken sowie ATM-Netzwerken.

  • Neu hinzugefgt wurde ein Glossar, das die im Buch verwendeten technischen Ausdrcke definiert.

  • Das Erscheinungsbild der Tabellen und Abbildungen im Buch wurde verbessert.

nderungen gegenber der ersten Auflage (2001)

Die zweite Auflage ist das Ergebnis der engagierten Arbeit der Mitglieder des FreeBSD Documentation Projects ber zwei Jahre. Die wichtigsten nderungen gegenber der ersten Auflage sind:

Gliederung

Dieses Buch ist in fnf Abschnitte unterteilt. Der erste Abschnitt, Erste Schritte, behandelt die Installation und die Grundlagen von FreeBSD. Dieser Abschnitt sollte in der vorgegebenen Reihenfolge durchgearbeitet werden, schon Bekanntes darf aber bersprungen werden. Der zweite Abschnitt, Oft benutzte Funktionen, behandelt hufig benutzte Funktionen von FreeBSD. Dieser Abschnitt sowie alle nachfolgenden Abschnitte knnen in beliebiger Reihenfolge gelesen werden. Jeder Abschnitt beginnt mit einer kurzen bersicht, die das Thema des Abschnitts und das ntige Vorwissen erlutert. Die bersichten helfen dem Leser, interessante Kapitel zu finden und erleichtern das Stbern im Handbuch. Der dritte Abschnitt, Systemadministration, behandelt die Administration eines FreeBSD-Systems. Der vierte Abschnitt, Netzwerke, bespricht Netzwerke und Netzwerkdienste. Der fnfte Abschnitt enthlt Anhnge und Verweise auf weitere Informationen.

Kapitel1, Einleitung, Einfhrung

Dieses Kapitel macht Einsteiger mit FreeBSD vertraut. Es behandelt die Geschichte, die Ziele und das Entwicklungsmodell des FreeBSD-Projekts.

Kapitel2, FreeBSD8.X (und lter) installieren, FreeBSD8.x (und lter) installieren

Beschreibt den Ablauf der Installation von FreeBSD8.x und frher mittels sysinstall. Spezielle Installationsmethoden, wie die Installation mit einer seriellen Konsole, werden ebenfalls behandelt.

Kapitel3, FreeBSD9.x (und neuer) installieren, FreeBSD9.x (und neuer) installieren

Beschreibt den Ablauf der Installation von FreeBSD9.x und neuere mittels bsdinstall.

Kapitel4, Grundlagen des UNIX Betriebssystems, Grundlagen des UNIX Betriebssystems

Erlutert die elementaren Kommandos und Funktionen von FreeBSD. Wenn Sie schon mit Linux oder einem anderen UNIX System vertraut sind, knnen Sie dieses Kapitel berspringen.

Kapitel5, Installieren von Anwendungen: Pakete und Ports, Installieren von Anwendungen

Zeigt wie mit der innovativen Ports-Sammlung oder mit Paketen Software von Fremdherstellern installiert wird.

Kapitel6, Das X-Window-System, Das X Window System

Beschreibt allgemein das X Window System und geht speziell auf X11 unter FreeBSD ein. Weiterhin werden grafische Benutzeroberflchen wie KDE und GNOME behandelt.

Kapitel7, Desktop-Anwendungen, Desktop-Anwendungen

Enthlt eine Aufstellung verbreiteter Anwendungen wie Browser, Broanwendungen und Office-Pakete und beschreibt wie diese Anwendungen installiert werden.

Kapitel8, Multimedia, Multimedia

Erklrt, wie Sie auf Ihrem System Musik und Videos abspielen knnen. Beispielhaft werden auch Anwendungen aus dem Multimedia-Bereich beleuchtet.

Kapitel9, Konfiguration des FreeBSD-Kernels, Konfiguration des FreeBSD-Kernels

Erklrt, warum Sie einen angepassten Kernel erzeugen sollten und gibt ausfhrliche Anweisungen wie Sie einen angepassten Kernel konfigurieren, bauen und installieren.

Kapitel10, Drucken, Drucken

Beschreibt, wie Sie Drucker unter FreeBSD verwalten. Diskutiert werden Deckbltter, das Einrichten eines Druckers und ein Abrechnungssystem fr ausgedruckte Seiten.

Kapitel11, Linux-Binrkompatibilitt, Linux-Binrkompatibilitt

Beschreibt die binre Kompatibilitt zu Linux. Weiterhin werden ausfhrliche Installationsanleitungen fr Oracle, SAPR/3 und Mathematica gegeben.

Kapitel12, Konfiguration und Tuning, Konfiguration und Tuning

Beschreibt die Einstellungen, die ein Systemadministrator vornehmen kann, um die Leistungsfhigkeit eines FreeBSD Systems zu verbessern. In diesem Kapitel werden auch verschiedene Konfigurationsdateien besprochen.

Kapitel13, FreeBSDs Bootvorgang, FreeBSDs Bootvorgang

Erklrt den Bootprozess von FreeBSD und beschreibt die Optionen, mit denen sich der Bootprozess beeinflussen lsst.

Kapitel14, Benutzer und grundlegende Account-Verwaltung, Benutzer und grundlegende Account-Verwaltung

Beschreibt, wie Benutzer-Accounts angelegt, verndert und verwaltet werden. Weiterhin wird beschrieben, wie dem Benutzer zur Verfgung stehende Ressourcen beschrnkt werden knnen.

Kapitel15, Sicherheit, Sicherheit

Beschreibt die Werkzeuge mit denen Sie Ihr FreeBSD-System absichern. Unter Anderem werden Kerberos, IPsec und OpenSSH besprochen.

Kapitel16, Jails, Jails

Dieses Kapitel beschreibt das Jails-Framework sowie die Vorteile von Jails gegenber der traditionellen chroot-Untersttzung von FreeBSD.

Kapitel17, Verbindliche Zugriffskontrolle, Mandatory Access Control

Erklrt vorgeschriebene Zugriffskontrollen (MACs) und wie mit ihrer Hilfe FreeBSD-Systeme gesichert werden.

Kapitel18, Security Event Auditing, Security Event Auditing

Beschreibt, was FreeBSD Event Auditing ist, wie Sie diese Funktion installieren und konfigurieren und die damit erzeugten Audit-Trails berwachen und auswerten knnen.

Kapitel19, Speichermedien, Speichermedien

Erlutert den Umgang mit Speichermedien und Dateisystemen. Behandelt werden Plattenlaufwerke, RAID-Systeme, optische Medien, Bandlaufwerke, RAM-Laufwerke und verteilte Dateisysteme.

Kapitel20, GEOM: Modulares Framework zur Plattentransformation, GEOM

Beschreibt das GEOM-Framework von FreeBSD sowie die Konfiguration der verschiedenen untersttzten RAID-Level.

Kapitel21, Dateisystemuntersttzung, File Systems Support

Beschreibt die Untersttzung nicht-nativer Dateisysteme (beispielsweise des Z-Dateisystems (zfs) von Sun™) durch FreeBSD.

Kapitel22, Der Vinum Volume Manager, Vinum

Beschreibt den Vinum Volume Manager, der virtuelle Laufwerke, RAID-0, RAID-1 und RAID-5 auf Software-Ebene bereitstellt.

Kapitel23, Virtualisierung, Virtualisierung

Dieses Kapitel beschreibt verschiedene Virtualisierungslsungen und wie diese mit FreeBSD zusammenarbeiten.

Kapitel24, Lokalisierung – I18N/L10N einrichten und benutzen, Lokalisierung

Zeigt wie Sie FreeBSD mit anderen Sprachen als Englisch einsetzen. Es wird sowohl die Lokalisierung auf der System-Ebene wie auch auf der Anwendungs-Ebene betrachtet.

Kapitel25, FreeBSD aktualisieren, FreeBSD aktualisieren

Erklrt die Unterschiede zwischen FreeBSD-STABLE, FreeBSD-CURRENT und FreeBSD-Releases. Das Kapitel enthlt Kriterien anhand derer Sie entscheiden knnen, ob es sich lohnt, ein Entwickler-System zu installieren und aktuell zu halten. Auerdem wird beschrieben, wie Sie Ihr System durch das Einspielen neuer Sicherheits-Patches absichern.

Kapitel26, DTrace, DTrace

Beschreibt, wie das von Sun™ entwickelte DTrace-Werkzeug unter FreeBSD konfiguriert und eingesetzt werden kann. Dynamisches Tracing kann Ihnen beim Aufspren von Leistungsproblemen helfen, indem Sie Echtzeit-Systemanalysen durchfhren.

Kapitel27, Serielle Datenbertragung, Serielle Datenbertragung

Erlutert, wie Sie Terminals und Modems an Ihr FreeBSD-System anschlieen und sich so ein- und auswhlen knnen.

Kapitel28, PPP und SLIP, PPP und SLIP

Erklrt wie Sie mit PPP, SLIP oder PPP ber Ethernet ein FreeBSD-System mit einem entfernten System verbinden.

Kapitel29, Elektronische Post (E-Mail), Elektronische Post (E-Mail)

Erlutert die verschiedenen Bestandteile eines E-Mail Servers und zeigt einfache Konfigurationen fr sendmail, dem meist genutzten E-Mail-Server.

Kapitel30, Netzwerkserver, Netzwerkserver

Bietet ausfhrliche Informationen und Beispielkonfigurationen, die es Ihnen ermglichen, Ihren FreeBSD-Rechner als Network File System Server, Domain Name Server, Network Information Server, oder als Zeitsynchronisationsserver einzurichten.

Kapitel31, Firewalls, Firewalls

Erklrt die Philosophie hinter softwarebasierten Firewalls und bietet ausfhrliche Informationen zur Konfiguration der verschiedenen, fr FreeBSD verfgbaren Firewalls.

Kapitel32, Weiterfhrende Netzwerkthemen, Weiterfhrende Netzwerkthemen

Behandelt viele Netzwerkthemen, beispielsweise das Verfgbarmachen einer Internetverbindung fr andere Rechner eines LANs, Routing, drahtlose Netzwerke, Bluetooth, IPv6, ATM und andere mehr.

AnhangA, Bezugsquellen fr FreeBSD, Bezugsquellen fr FreeBSD

Enthlt eine Aufstellung der Quellen von denen Sie FreeBSD beziehen knnen: CD-ROM, DVD sowie Internet-Sites.

AnhangB, Bibliografie, Bibliografie

Dieses Buch behandelt viele Themen und kann nicht alle Fragen erschpfend beantworten. Die Bibliografie enthlt weiterfhrende Bcher, die im Text zitiert werden.

AnhangC, Ressourcen im Internet, Ressourcen im Internet

Enthlt eine Aufstellung der Foren, die FreeBSD Benutzern fr Fragen und Diskussionen zur Verfgung stehen.

AnhangD, PGP Schlssel, PGP Schlssel

Enthlt PGP-Fingerabdrcke von etlichen FreeBSD Entwicklern.

Konventionen in diesem Buch

Damit der Text einheitlich erscheint und leicht zu lesen ist, werden im ganzen Buch die nachstehenden Konventionen beachtet:

Typographie

Kursiv

Fr Dateinamen, URLs, betonte Teile eines Satzes und das erste Vorkommen eines Fachbegriffs wird ein kursiver Zeichensatz benutzt.

Fixschrift

Fehlermeldungen, Kommandos, Umgebungsvariablen, Namen von Ports, Hostnamen, Benutzernamen, Gruppennamen, Gertenamen, Variablen und Code-Ausschnitte werden in einer Fixschrift dargestellt.

Fett

Fett kennzeichnet Anwendungen, Kommandozeilen und Tastensymbole.

Benutzereingaben

Tasten werden fett dargestellt, um sie von dem umgebenden Text abzuheben. Tasten, die gleichzeitig gedrckt werden mssen, werden durch ein + zwischen den einzelnen Tasten dargestellt:

Ctrl+Alt+Del

Im gezeigten Beispiel soll der Benutzer die Tasten Ctrl, Alt und Del gleichzeitig drcken.

Tasten, die nacheinander gedrckt werden mssen, sind durch Kommas getrennt:

Ctrl+X, Ctrl+S

Das letzte Beispiel bedeutet, dass die Tasten Ctrl und X gleichzeitig bettigt werden und danach die Tasten Ctrl und S gleichzeitig gedrckt werden mssen.

Beispiele

Beispiele, die durch E:\> eingeleitet werden, zeigen ein MS-DOS Kommando. Wenn nichts Anderes angezeigt wird, knnen diese Kommandos unter neuen Versionen von MicrosoftWindows auch in einem DOS-Fenster ausgefhrt werden.

E:\> tools\fdimage floppies\kern.flp A:

Beispiele, die mit # beginnen, mssen unter FreeBSD mit Superuser-Rechten ausgefhrt werden. Dazu melden Sie sich entweder als root an oder Sie wechseln von Ihrem normalen Account mit su(1) zu dem Benutzer root.

# dd if=kern.flp of=/dev/fd0

Beispiele, die mit % anfangen, werden unter einem normalen Benutzer-Account ausgefhrt. Sofern nichts Anderes angezeigt wird, verwenden die Beispiele die Syntax der C-Shell.

% top

Danksagung

Dieses Buch ist aus Beitrgen von vielen Leuten aus allen Teilen der Welt entstanden. Alle eingegangen Beitrge, zum Beispiel Korrekturen oder vollstndige Kapitel, waren wertvoll.

Einige Firmen haben dieses Buch dadurch untersttzt, dass Sie Autoren in Vollzeit beschftigt und die Verffentlichung des Buchs finanziert haben. Besonders BSDi (das spter von Wind River Systems bernommen wurde) beschftigte Mitglieder des FreeBSD Documentation Projects, um dieses Buch zu erstellen. Dadurch wurde die erste (englische) gedruckte Auflage im Mrz2000 mglich (ISBN 1-57176-241-8). Wind River Systems bezahlte dann weitere Autoren, die die zum Drucken ntige Infrastruktur verbesserten und zustzliche Kapitel beisteuerten. Das Ergebnis dieser Arbeit ist die zweite (englische) Auflage vom November2001 (ISBN 1-57176-303-1). Zwischen 2003 und 2004 bezahlte FreeBSD Mall, Inc mehrere Mitarbeiter fr die Vorbereitung der gedruckten dritten Auflage.

TeilI.Erste Schritte

Dieser Teil des FreeBSD-Handbuchs richtet sich an Benutzer und Administratoren für die FreeBSD neu ist. Diese Kapitel

  • geben Ihnen eine Einführung in FreeBSD,

  • geleiten Sie durch den Installationsprozess,

  • erklären Ihnen die Grundlagen von UNIX Systemen,

  • zeigen Ihnen, wie Sie die Fülle der erhältlichen Anwendungen Dritter installieren und

  • führen Sie in X, der Benutzeroberfläche von UNIX Systemen ein. Es wird gezeigt, wie Sie den Desktop konfigurieren, um effektiver arbeiten zu können.

Wir haben uns bemüht, Referenzen auf weiter vorne liegende Textteile auf ein Minimum zu beschränken, so dass Sie diesen Teil des Handbuchs ohne viel Blättern durcharbeiten können.

Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. berblick
1.2. Willkommen zu FreeBSD
1.3. ber das FreeBSD Projekt
2. FreeBSD8.X (und lter) installieren
2.1. bersicht
2.2. Hardware-Anforderungen
2.3. Vor der Installation
2.4. Die Installation starten
2.5. Das Werkzeug sysinstall
2.6. Plattenplatz fr FreeBSD bereitstellen
2.7. Den Installationsumfang bestimmen
2.8. Das Installationsmedium auswhlen
2.9. Die Installation festschreiben
2.10. Arbeiten nach der Installation
2.11. Fehlersuche
2.12. Anspruchsvollere Installationen
2.13. Eigene Installationsmedien herstellen
3. FreeBSD9.x (und neuer) installieren
3.1. bersicht
3.2. Hardware-Anforderungen
3.3. Vor der Installation
3.4. Die Installation starten
3.5. Das bsdinstall-Werkzeug
3.6. Installation aus dem Netzwerk
3.7. Plattenplatz bereitstellen
3.8. Die Installation festschreiben
3.9. Arbeiten nach der Installation
3.10. Fehlerbehebung
4. Grundlagen des UNIX Betriebssystems
4.1. bersicht
4.2. Virtuelle Konsolen und Terminals
4.3. Zugriffsrechte
4.4. Verzeichnis-Strukturen
4.5. Festplatten, Slices und Partitionen
4.6. Anhngen und Abhngen von Dateisystemen
4.7. Prozesse
4.8. Dmonen, Signale und Stoppen von Prozessen
4.9. Shells
4.10. Text-Editoren
4.11. Gerte und Gertedateien
4.12. Binrformate
4.13. Weitere Informationen
5. Installieren von Anwendungen: Pakete und Ports
5.1. bersicht
5.2. Installation von Software
5.3. Suchen einer Anwendung
5.4. Benutzen des Paketsystems
5.5. Benutzen der Ports-Sammlung
5.6. Nach der Installation
5.7. Kaputte Ports
6. Das X-Window-System
6.1. bersicht
6.2. X-Grundlagen
6.3. X11 installieren
6.4. X11 konfigurieren
6.5. Schriftarten in X11 benutzen
6.6. Der X-Display-Manager
6.7. Grafische Oberflchen

Kapitel 1. Einleitung

Restrukturiert, umorganisiert und Abschnitte neu geschrieben von Jim Mock.

1.1. berblick

Herzlichen Dank fr Ihr Interesse an FreeBSD! Das folgende Kapitel behandelt verschiedene Aspekte des FreeBSD Projekts wie dessen geschichtliche Entwicklung, seine Ziele oder das Entwicklungsmodell.

Nach dem Durcharbeiten des Kapitels wissen Sie ber folgende Punkte Bescheid:

  • Wo FreeBSD im Vergleich zu anderen Betriebssystemen steht

  • Die Geschichte des FreeBSD Projekts

  • Die Ziele des FreeBSD Projekts

  • Die Grundlagen des FreeBSD-Open-Source-Entwicklungsmodells

  • Und natrlich woher der Name FreeBSD kommt.

1.2. Willkommen zu FreeBSD

FreeBSD ist ein auf 4.4BSD-Lite basierendes Betriebssystem fr Intel (x86 und Itanium), AMD64 und Sun UltraSPARC Rechner. An Portierungen zu anderen Architekturen wird derzeit gearbeitet. Mehr zur Geschichte von FreeBSD erfahren Sie in die Geschichte von FreeBSD oder aus den aktuellen Release-Informationen. Falls Sie das FreeBSD Projekt untersttzen wollen (z.B. mit Quellcode, Hardware- oder Geldspenden), lesen Sie den FreeBSD untersttzen Artikel.

1.2.1. Was kann FreeBSD?

FreeBSD hat zahlreiche bemerkenswerte Eigenschaften. Um nur einige zu nennen:

  • Premptives Multitasking mit dynamischer Priorittsanpassung zum reibungslosen und ausgeglichenen Teilen der Systemressourcen zwischen Anwendungen und Anwendern, selbst unter schwerster Last.

  • Mehrbenutzerbetrieb erlaubt es, viele FreeBSD-Anwender gleichzeitig am System mit verschiedenen Aufgaben arbeiten zu lassen. Beispielsweise knnen Gerte wie Drucker oder Bandlaufwerke, die sich nur schwerlich unter allen Anwendern des Systems oder im Netzwerk teilen lassen, durch setzen von Beschrnkungen auf Benutzer oder Gruppen wichtige Systemressourcen vor berbeanspruchung geschtzt werden.

  • StarkeTCP/IP-Netzwerkfhigkeit mit Untersttzung von Industriestandards wie SCTP, DHCP, NFS, NIS, PPP, SLIP, IPsec und IPv6. Das bedeutet, Ihr FreeBSD-System kann in einfachster Weise mit anderen Systemen interagieren. Zudem kann es als Server-System im Unternehmen wichtige Aufgaben bernehmen, beispielsweise als NFS- oder E-Mail-Server oder es kann Ihren Betrieb durch HTTP- und FTP-Server beziehungsweise durch Routing und Firewalling Internetfhig machen.

  • Speicherschutz stellt sicher, dass Anwendungen (oder Anwender) sich nicht gegenseitig stren. Strzt eine Anwendung ab, hat das keine Auswirkung auf andere Prozesse.

  • Der Industriestandard X-Window-System (X11R7) als Industriestandard bietet eine grafische Benutzeroberflche (GUI). Minimale Voraussetzung zur Verwendung ist lediglich eine Grafikkarte und ein Bildschirm, die beide den VGA-Modus untersttzen.

  • Binrkompatibilitt mit vielen auf anderen Betriebssystemen erstellten Programmen wie Linux, SCO, SVR4, BSDI und NetBSD.

  • Tausende zustzliche leicht zu portierende Anwendungen sind ber die FreeBSD Ports und Paket-Sammlung verfgbar. Warum mhselig im Netz nach Software suchen, wenn diese bereits vorhanden ist?

  • Tausende zustzliche leicht zu portierende Anwendungen sind ber das Internet zu beziehen. FreeBSD ist Quellcode-kompatibel mit den meisten kommerziellen UNIX Systemen. Daher bedrfen Anwendungen hufig nur geringer oder gar keiner Anpassung, um auf einem FreeBSD-System zu kompilieren.

  • Seitenweise anforderbarer virtueller Speicher und merged VM/buffer cache -Entwurf bedient effektiv den groen Speicherhunger mancher Anwendungen bei gleichzeitigem Aufrechterhalten der Bedienbarkeit des Systems fr weitere Benutzer.

  • SMP-Untersttzung fr Systeme mit mehreren CPUs.

  • Ein voller Satz von C und C++ Entwicklungswerkzeugen. Viele zustzliche Programmiersprachen fr hhere Wissenschaft und Entwicklung sind in der Ports- und Packages-Sammlung verfgbar.

  • Quellcode fr das gesamte System bedeutet grtmgliche Kontrolle ber Ihre Umgebung. Warum sollte man sich durch proprietre Lsungen knebeln und sich auf Gedeih und Verderb der Gnade eines Herstellers ausliefern, wenn man doch ein wahrhaft offenes System haben kann?

  • Umfangreiche Online-Dokumentation.

  • und viele weitere!

FreeBSD basiert auf dem 4.4BSD-Lite-Release der Computer Systems Research Group (CSRG) der Universitt vn Kalifornien in Berkeley und fhrt die namhafte Tradition der Entwicklung von BSD-Systemen fort. Zustzlich zu der herausragenden Arbeit der CSRG hat das FreeBSD Projekt tausende weitere Arbeitsstunden investiert, um das System zu verfeinern und maximale Leistung und Zuverlssigkeit bei Alltagslast zu bieten. Whrend viele kommerzielle Riesen Probleme damit haben, PC-Betriebssysteme mit derartigen Funktionen, Leistungspotential und Zuverlssigkeit anzubieten, kann FreeBSD damit schon jetzt aufwarten!

Die Anwendungsmglichkeiten von FreeBSD werden nur durch Ihre Vorstellungskraft begrenzt. Von Software-Entwicklung bis zu Produktionsautomatisierung, von Lagerverwaltung ber Abweichungskorrektur bei Satelliten; Falls etwas mit kommerziellen UNIX Produkten machbar ist, dann ist es hchstwahrscheinlich auch mit FreeBSD mglich. FreeBSD profitiert stark von tausenden hochwertigen Anwendungen aus wissenschaftlichen Instituten und Universitten in aller Welt. Hufig sind diese fr wenig Geld oder sogar kostenlos zu bekommen. Kommerzielle Anwendungen sind ebenso verfgbar und es werden tglich mehr.

Durch den freien Zugang zum Quellcode von FreeBSD ist es in unvergleichbarer Weise mglich, das System fr spezielle Anwendungen oder Projekte anzupassen. Dies ist mit den meisten kommerziellen Betriebssystemen einfach nicht mglich. Beispiele fr Anwendungen, die unter FreeBSD laufen, sind:

  • Internet-Dienste: Die robuste TCP/IP-Implementierung in FreeBSD macht es zu einer idealen Plattform fr verschiedenste Internet-Dienste, wie zum Beispiel:

    • HTTP-Server (Standard oder mit SSL-Verschlsselung)

    • IPv4- und IPv6-Routing

    • Firewall NAT (IP-Masquerading)-Gateways

    • FTP-Server

    • E-Mail-Server

    • Und mehr...

  • Bildung: Sind Sie Informatikstudent oder Student eines verwandten Studiengangs? Die praktischen Einblicke in FreeBSD sind die beste Mglichkeit etwas ber Betriebssysteme, Rechnerarchitektur und Netzwerke zu lernen. Einige frei erhltliche CAD-, mathematische und grafische Anwendungen sind sehr ntzlich, gerade fr diejenigen, deren Hauptinteresse in einem Computer darin besteht, andere Arbeit zu erledigen!

  • Forschung: Mit dem frei verfgbaren Quellcode fr das gesamte System bildet FreeBSD ein exzellentes Studienobjekt in der Disziplin der Betriebssysteme, wie auch in anderen Zweigen der Informatik. Es ist beispielsweise denkbar, das rumlich getrennte Gruppen gemeinsam an einer Idee oder Entwicklung arbeiten. Das Konzept der freien Verfgbarkeit und -nutzung von FreeBSD ermglicht so die freie Verwendung, ohne sich gross Gedanken ber Lizenzbedingungen zu machen oder aufgrund von Beschrnkungen evtl. in einem offenen Forum bestimmte Dinge nicht diskutieren zu drfen.

  • Netzwerkfhigkeit: Brauchen Sie einen neuen Router? Oder einen Name-Server (DNS)? Eine Firewall zum Schutze Ihres Intranets vor Fremdzugriff? FreeBSD macht aus dem in der Ecke verstaubenden 386- oder 486-PC im Handumdrehen einen leistungsfhigen Router mit anspruchsvollen Paketfilter-Funktionen.

  • Embedded: FreeBSD ist eine exzellente Plattform, um auf embedded Systemen aufzubauen. Mit der Untersttzung fr die ARM-, MIPS- und PowerPC-Plattformen, verbunden mit dem robusten Netzwerkstack, aktuellen Neuerungen und der freizgigen BSD-Lizenz stellt FreeBSD eine ausgezeichnete Basis fr embedded Router, Firewalls und andere Gerte dar.

  • Desktop: FreeBSD ist eine gute Wahl fr kostengnstige X-Terminals mit dem frei verfgbaren X11-Server. FreeBSD bietet die Auswahl aus vielen Open Source Desktop Umgebungen, dazu gehren auch die GNOME und KDE GUIs. FreeBSD kann sogar plattenlos booten, was einzelne Workstations sogar noch gnstiger macht und die Verwaltung erleichtert.

  • Software-Entwicklung: Das Standard-FreeBSD-System wird mit einem kompletten Satz an Entwicklungswerkzeugen bereitgestellt, unter anderem einem vollstndigen C/C++-Compiler und -Debugger. Entwicklungswerkzeugen. Viele zustzliche Programmiersprachen fr Wissenschaft und Entwicklung sind aus der Ports- und Packages-Sammlung zu haben.

FreeBSD ist sowohl in Form von Quellcode als auch in Binrform auf CD-ROM, DVD und ber Anonymus FTP erhltlich. Lesen Sie dazu AnhangA, Bezugsquellen fr FreeBSD, um weitere Informationen zum Bezug von FreeBSD zu erhalten.

1.2.2. Wer verwendet FreeBSD?

FreeBSDs fortgeschrittene Eigenschaften, bewhrte Sicherheit und vorhersehbare Release-Zyklen, genauso wie seine tolerante Lizenz haben dazu gefhrt, dass es als Plattform zum Aufbau vieler kommerzieller und quelloffener Gerte und Produkte verwendet wird, dazu gehren ein paar der weltgrssten IT-Unternehmen:

  • Apache - Die Apache Software Foundation lsst den Grossteil seiner der ffentlichkeit zugnglichen Infrastruktur, inklusive des mglicherweise grssten SVN-Repositories der Welt mit ber 1,4 Millionen Commits, auf FreeBSD laufen.

  • Apple - OS X verwendet viel von FreeBSDs eigenem Netzwerkstack, virtuellem Dateisystem und den Benutzerumgebungskomponenten fr sein eigenes System. Apple iOS nutzt ebenso Elemente, die es von FreeBSD bernommen hat

  • Cisco - IronPort Network Sicherheits- und Anti-Spam-Appliance verwendet einen modifizierten FreeBSD-Kernel.

  • Citrix - Die NetScaler Reihe von Sicherheits-Appliances bietet auf den Schichten 4-7 Load-Balancing, Content Caching, Anwendungsfirewall, gesichertes VPN und mobilen Cloud-Netzwerkzugriff, gepaart mit der Mchtigkeit der FreeBSD-Shell.

  • Dell KACE - Die KACE Systemmanagement-Appliances nutzen FreeBSD wegen seiner Zuverlssigkeit, Skalierbarkeit und Gemeinschaft, welche deren zuknftige Weiterentwicklung frdert.

  • Experts Exchange - Alle ffentlich zugnglichen Webserver werden von FreeBSD betrieben und machen starken Gebrauch von Jails, ohne den berhang von Virtualisierung, um Entwicklungs- und Testumgebung voneinander zu isolieren.

  • Isilon - Isilons Unternehmens-Speicherappliances basieren auf FreeBSD. Die extrem liberale FreeBSD-Lizenz erlaubt Isilon ihr intellektuelles Eigentum durch den gesamten Kernel zu integrieren und kann sich so auf das Erstellen ihres Produktes und nicht des Betriebssystems fokussieren.

  • iXsystems - Die TrueNAS-Linie von vereinheitlichten Speicherappliances beruht auf FreeBSD. Zustzlich zu deren kommerziellen Produkten, managed iXsystems auch noch die beiden Open Source Projekte PC-BSD und FreeNAS.

  • Juniper - Das JunOS Betriebssystem, welches alle Juniper Netzwerkgerte (inklusive Router, Switche, Sicherheits- und Netzwerkappliances) antreibt, verwendet FreeBSD Juniper ist einer der vielen Hersteller, welcher das symbolische Verhltnis zwischen dem Projekt und dem Hersteller von kommerziellen Produkten darstellt. Verbesserungen, die Juniper entwickelt hat, werden ebenso in FreeBSD aufgenommen, um die Komplexitt der Integration neuer Eigenschaften von FreeBSD zurck in zuknftige JunOS Versionen zu vereinfachen.

  • McAfee - SecurOS, die Basis von McAfee Enterprise-Firewallprodukten inkl. Sidewinder basiert auf FreeBSD.

  • NetApp - Die Data ONTAP GX Reihe von Speicherappliances basieren auf FreeBSD. Zustzlich hat NetApp viele Neuheiten beigesteuert, inklusive des neuen BSD-lizensierten Hypervisors bhyve.

  • Netflix - Die OpenConnect-Appliance, die Netflix verwendet, um Filme zu seinen Kunden zu streamen basiert auf FreeBSD. Netflix hat weitreichende Beitrge zum Quellcode von FreeBSD beigetragen und arbeitet daran, ein mglichst geringes Delta zur normalen Version beizubehalten. Netflix OpenConnect-Appliances sind fr mehr als 32% vom gesamten Internetverkehr in Nordamerika verantwortlich.

  • Sandvine - Sandvine nutzt FreeBSD as die Basis fr deren Echtzeit Hochgeschwindigkeits-Netzwerkplattform, welche den Kern deren intelligenter Netzwerkpolicy-Kontrollprodukte darstellt.

  • Sony - Sowohl die PlayStation 3 und PlayStation 4 Spielekonsolen verwenden modifizierte Versionen von FreeBSD.

  • Sophos - Das Sophos Email-Appliance Produkt basiert auf einem abgesicherten FreeBSD und scannt eingehende E-Mail auf Spam und Viren, whrend es gleichzeitig ausgehende Mail auf Schadsoftware und versehentlichen Versand von vertraulichen Informationen berwacht.

  • Spectra Logic - Die nTier Reihe von archivspeicherfhigen Appliances nutzt FreeBSD und OpenZFS.

  • The Weather Channel - Die IntelliStar Appliance, welche am Kopfende eines jeden Kabelversorgers installiert ist und fr das Einspeisen von lokalen Wettervorhersagen in das Kabelfernsehprogramm verantwortlich ist, luft auf FreeBSD.

  • Verisign - Verisign ist fr den Betrieb der .com und .net Root-Domainregistries genauso verantwortlich wie fr die dazugehrige DNS-Infrastruktur. Sie verlassen sich auf einen Reihe von verschiedenen Netzwerkbetriebssystemen inklusive FreeBSD, um zu gewhrleisten, dass es keine gemeinsame Fehlerstelle in deren Infrastruktur gibt.

  • WhatsApp - Als WhatsApp eine Plattform bentigte, die in der Lage ist, mehr als 1 Million gleichzeitiger TCP-Verbindungen pro Server abzuarbeiten, entschied man sich fr FreeBSD. Anschliessend fuhren Sie damit fort, auf 2,5 Millionen Verbindungen pro Server hochzuskalieren.

  • Wheel Systems - Die FUDO Sicherheitsappliance erlaubt es Unternehmen, Vertragspartner und Administratoren, die anderen Systemen arbeiten durchfhren, zu berwachen, zu kontrollieren, aufzuzeichnen und zu begutachten. Dies basiert auf all den besten Sicherheitseigenschaften von FreeBSD, inklusive ZFS, GELI, Capsicum, HAST und auditdistd.

FreeBSD hat ebenfalls eine Reihe von verwandten Open Source Projekten hervorgebracht:

  • BSD Router - Einen FreeBSD-basierten Ersatz fr grosse Unternehmensrouter, der entwickelt wurde, um auf Standard PC-Hardware zu laufen.

  • FreeNAS - Ein eigens dafr entworfenes FreeBSD fr den Zweck als Netzwerk-Dateiserver Appliance zu fungieren. Es enthlt eine Python-basierte Webschnittstelle, um das Management von sowohl UFS- als auch ZFS-Systemen zu vereinfachen. Enthalten sind NFS, SMB/CIFS, AFP, FTP und iSCSI. Ebenfalls enthalten ist ein erweiterteres Plugin-System basierend auf FreeBSD-Jails.

  • GhostBSD - Eine auf den Desktop-Einsatz orientierte Distribution von FreeBSD, welche mit einer Gnome-Desktop-Umgebung ausgeliefert wird.

  • mfsBSD - Eine Sammlung von Werkzeugen zum Erstellen von FreeBSD-Systemimages, welches ausschliesslich im Hauptspeicher luft.

  • NAS4Free - Eine Dateiserverdistribution basierend auf FreeBSD mit einer von PHP-getriebenen Webschnittstelle.

  • PC-BSD - Eine massgeschneiderte Version von FreeBSD, die sich an Desktop-Benutzern mit graphischen Oberflchenwerkzeugen orientiert, um die Mchtigkeit von FreeBSD allen Benutzern zur Verfgung zu stellen. Entwickelt wurde sie mit dem Ziel, den bergang von Windows- und OS X-Benutzern zu erleichtern.

  • pfSense - Eine Firewalldistribution basierend auf FreeBSD mit eine grossen Menge von Fhigkeiten und ausgedehnter IPv6-Untersttzung.

  • m0n0wall - Eine abgespeckt Version von FreeBSD, die zusammen mit einem Webserver und PHP ausgeliefert wird. Entwickelt als eine eingebettete Firewall-Appliance mit einem Verbrauch von weniger als 12MB.

  • ZRouter - Eine Open Source Firmware-Alternative fr eingebettete Gerte, die auf FreeBSD basiert. Entwickelt wurde sie, um die proprietre Firmware von Standard-Routern zu ersetzen.

FreeBSD wird auch dazu eingesetzt, um einige der grssten Webseiten des Internets zu betreiben. Dazu gehren:

und viele weitere. Wikipedia pflegt eine Liste von Produkten, die auf FreeBSD basieren.

1.3. ber das FreeBSD Projekt

Der folgende Abschnitt bietet einige Hintergrundinformationen zum FreeBSD Projekt, einschlielich einem kurzen geschichtlichen Abriss, den Projektzielen und dem Entwicklungsmodell.

1.3.1. Kurzer geschichtlicher Abriss zu FreeBSD

Das FreeBSD Projekt erblickte das Licht der Welt Anfang 1993 teils als Auswuchs des Unofficial 386BSD Patchkit unter der Regie der letzten drei Koordinatoren des Patchkits: Nate Williams, Rod Grimes und Jordan Hubbard.

Das ursprngliche Ziel war es, einen zwischenzeitlichen Abzug von 386BSD zu erstellen, um ein paar Probleme zu beseitigen, die das Patchkit-Verfahren nicht lsen konnte. Der frhe Arbeitstitel fr das Projekt war 386BSD 0.5 oder 386BSD Interim als Referenz darauf.

386BSD war das Betriebssystem von Bill Jolitz, welches bis zu diesem Zeitpunkt heftig unter fast einjhriger Vernachlssigung litt. Als das Patchkit mit jedem Tag anschwoll und unhandlicher wurde, entschied man sich, Bill Jolitz zu helfen, indem ein bergangsweise bereinigter Abzug zur Verfgung gestellt wurde. Diese Plne wurden durchkreuzt, als Bill Jolitz pltzlich seine Zustimmung zu diesem Projekt zurckzog, ohne einen Hinweis darauf, was stattdessen geschehen sollte.

Das Trio entschied, dass das Ziel sich weiterhin lohnen wrde, selbst ohne die Untersttzung von Bill und so wurde entschieden, den Namen FreeBSD zu verwenden, der von David Greenman geprgt wurde. Die anfnglichen Ziele wurden festgelegt, nachdem man sich mit den momentanen Benutzern des Systems besprach und abzusehen war, dass das Projekt die Chance hatte, Realitt zu werden, kontaktierte Jordan Walnut Creek CDROM mit dem Vorhaben, FreeBSDs Verteilung auch auf diejenigen auszuweiten, die noch keinen Internetzugang besaen. Walnut Creek CDROM untersttzte nicht nur die Idee durch die Verbreitung von FreeBSD auf CD, sondern ging auch so weit dass es dem Projekt eine Maschine mit schneller Internetverbindung zur Verfgung stellte, um damit zu arbeiten. Ohne den von Walnut Creek bisher nie dagewesenen Grad von Vertrauen in ein, zur damaligen Zeit, komplett unbekanntes Projekt, wre es unwahrscheinlich, dass FreeBSD so weit gekommen wre, wie es heute ist.

Die erste auf CD-ROM (und netzweit) verfgbare Verffentlichung war FreeBSD1.0 im Dezember 1993. Diese basierte auf dem Band der 4.3BSD-Lite (Net/2) der Universitt von Kalifornien in Berkeley. Viele Teile stammten aus 386BSD und von der Free Software Foundation. Gemessen am ersten Angebot, war das ein ziemlicher Erfolg und Sie lieen dem das extrem erfolgreiche FreeBSD1.1 im Mai 1994 folgen.

Zu dieser Zeit formierten sich unerwartete Gewitterwolken am Horizont, als Novell und die Universitt von Kalifornien in Berkeley (UCB) ihren langen Rechtsstreit ber den rechtlichen Status des Berkeley Net/2-Bandes mit einem Vergleich beilegten. Eine Bedingung dieser Einigung war es, dass die UCB groe Teile des Net/2-Quellcodes als belastet zugestehen musste, und dass diese Besitz von Novell sind, welches den Code selbst einige Zeit vorher von AT&T bezogen hatte. Im Gegenzug bekam die UCB den Segen von Novell, dass sich das 4.4BSD-Lite-Release bei seiner endgltigen Verffentlichung als unbelastet bezeichnen darf. Alle Net/2-Benutzer sollten auf das neue Release wechseln. Das betraf auch FreeBSD. Dem Projekt wurde eine Frist bis Ende Juli 1994 eingerumt, das auf Net/2-basierende Produkt nicht mehr zu vertreiben. Unter den Bedingungen dieser bereinkunft war es dem Projekt noch erlaubt ein letztes Release vor diesem festgesetzten Zeitpunkt herauszugeben. Das war FreeBSD1.1.5.1.

FreeBSD machte sich dann an die beschwerliche Aufgabe, sich Stck fr Stck aus einem neuen und ziemlich unvollstndigen Satz von 4.4BSD-Lite-Teilen, wieder aufzubauen. Die Lite -Verffentlichungen waren deswegen leicht, weil Berkeleys CSRG groe Code-Teile, die fr ein start- und lauffhiges System gebraucht wurden, aufgrund diverser rechtlicher Anforderungen entfernen musste und weil die 4.4-Portierung fr Intel-Rechner extrem unvollstndig war. Das Projekt hat bis November 1994 gebraucht diesen bergang zu vollziehen, was dann zu dem im Netz verffentlichten FreeBSD2.0 und zur CD-ROM-Version (im spten Dezember) fhrte. Obwohl FreeBSD gerade die ersten Hrden genommen hatte, war dieses Release ein mageblicher Erfolg. Diesem folgte im Juni 1995 das robustere und einfacher zu installierende FreeBSD2.0.5.

Seit dieser Zeit hat FreeBSD eine Reihe von Releases verffentlicht, die jedes mal die Stabilitt, Geschwindigkeit und Menge an verfgbaren Eigenschaften der vorherigen Version verbessert.

Momentan werden langfristige Entwicklungsprojekte im 10.X-CURRENT (Trunk)-Zweig durchgefhrt, und Abzge (Snapshots) der Releases von 10.X werden regelmssig auf den Snapshot-Servern zur Verfgung gestellt.

1.3.2. Ziele des FreeBSD-Projekts

Beigetragen von Jordan Hubbard.

Das FreeBSD Projekt stellt Software her, die ohne Einschrnkungen fr beliebige Zwecke eingesetzt werden kann. Viele von uns haben betrchtlich in Quellcode und das Projekt investiert und htten sicher nichts dagegen, hin und wieder ein wenig finanziellen Ausgleich dafr zu bekommen. Aber in keinem Fall bestehen wir darauf. Wir glauben unsere erste und wichtigste Mission ist es, Software fr jeden Interessierten und zu jedem Zweck zur Verfgung zu stellen, damit die Software grtmgliche Verbreitung erlangt und grtmglichen Nutzen stiftet. Das ist, glaube ich, eines der grundlegenden Ziele freier Software, welche wir mit grter Begeisterung untersttzen.

Der Code in unserem Quellbaum, der unter die General Public License (GPL) oder die Library General Public License (LGPL) fllt, stellt geringfgig mehr Bedingungen. Das aber vielmehr im Sinne von eingefordertem Zugriff, als das bliche Gegenteil der Beschrnkungen. Aufgrund zustzlicher Abhngigkeiten, die sich durch die Verwendung von GPL-Software bei kommerziellem Gebrauch ergeben, bevorzugen wir daher Software unter dem transparenteren BSD-Copyright, wo immer es angebracht ist.

1.3.3. Das FreeBSD-Entwicklungsmodell

Beigetragen von Satoshi Asami.

Die Entwicklung von FreeBSD ist ein offener und flexibler Prozess, der durch den Beitrag von buchstblich tausenden Leuten rund um die Welt ermglicht wird, wie an der Liste der Beitragenden ersehen knnen. Die vielen Entwickler knnen aufgrund der Entwicklungs-Infrastruktur von FreeBSD ber das Internet zusammenarbeiten. Wir suchen stndig nach neuen Entwicklern, Ideen und jenen, die sich in das Projekt tiefer einbringen wollen. Nehmen Sie einfach auf der Mailingliste FreeBSD technical discussions Kontakt mit uns auf. Die Mailingliste FreeBSD announcements steht fr wichtige Ankndigungen, die alle FreeBSD-Benutzer betreffen, zur Verfgung.

Unabhngig davon ob Sie alleine oder mit anderen eng zusammen arbeiten, enthlt die folgende Aufstellung ntzliche Informationen ber das FreeBSD Projekt und dessen Entwicklungsablufe.

Die SVN-Repositories

Der Hauptquellbaum von FreeBSD wurde ber viele Jahre ausschlielich mit CVS (Concurrent-Versions-System) gepflegt, einem frei erhltlichen Versionskontrollsystem, welches mit FreeBSD geliefert wird. Im Juni 2008 begann das FreeBSD Project mit dem Umstieg auf SVN (Subversion). Dieser Schritt wurde notwendig, weil durch technische Einschrnkungen von CVS aufgrund des rapide wachsenden Quellcodebaumes und dem Umfang der bereits gespeichterten Revisisionsinformationen an dessen Grenzen zu stoen begann. Die Repositories des Dokumentationsprojekts und die Ports-Sammlung wurden ebenfalls von CVS zu SVN im Mai und Juli 2012 umgezogen. Lesen Sie dazu Synchronisation der Quellen fr weitere Informationen zum Beziehen der FreeBSD src/ Repository und Die Ports-Sammlung verwenden fr Details zum Beziehen der FreeBSD Ports-Sammlung.

Die Committer-Liste

Die Committer sind diejenigen Leute, welche schreibenden Zugriff auf den Subversion-Baum besitzen und berechtigt sind, nderungen an den FreeBSD-Quellen (der Begriff Committer stammt aus dem Versionskontrollbefehl commit , der dazu verwendet wird, nderungen in das Repository zu bringen). Die beste Mglichkeit, Beitrge zur Bewertung der Committer-Liste einzusenden, ist das send-pr(1)-Kommando. Falls etwas an diesem System nicht zu funktionieren scheint, dann knnen Sie diese ebenso durch eine E-Mail an FreeBSD committers erreichen.

The FreeBSD core team

Die FreeBSD core team ist mit dem Vorstand vergleichbar, wenn das FreeBSDProjekt ein Unternehmen wre. Die Hauptaufgabe des Core Teams ist es sicherzustellen, dass sich das Projekt als Ganzes in einem guten Zustand befindet und sich in die richtige Richtung bewegt. Das Einladen von engagierten und verantwortungsvollen Entwicklern zu dem Zweck, sich der Gruppe von Committern anzuschliessen, ist eine der Funktionen des Core Teams, genauso wie neue Mitglieder des Core Teams zu rekrutieren, wenn andere ausscheiden. Das aktuelle Core Team wurde aus einer Menge von Kandidaten aus dem Kreis der Committer im Juli 2012 gewhlt. Wahlen werden alle zwei Jahre abgehalten.

Anmerkung:

Wie die meisten Entwickler auch, sind die Mitglieder des Core Teams Freiwillige, wenn es um die Entwicklung von FreeBSD geht und erhalten keinerlei finanziellen Vorteil aus dem Projekt, deshalb sollte Verpflichtung nicht fehlverstanden werden mit garantierter Untersttzung. Die Vorstands-Analogie oben ist nicht sehr akkurat und kann vielleicht besser damit umschrieben werden, dass diese Leute ihr Leben fr FreeBSD gegen jedwede Vernunft geopfert haben.

Aussenstehende Beitragende

Schliesslich stellt die grsste, aber nichtsdestotrotz wichtigste Gruppe von Entwicklern die der Benutzer selbst dar, die stetig Rckmeldungen und Fehlerbehebungen liefert. Der hauptschliche Weg mit FreeBSDs nicht-zentralisierter Entwicklung Kontakt zu halten, ist, die FreeBSD technical discussions Mailingliste zu abonnieren, auf der solche Dinge diskutiert werden. Lesen Sie dazu AnhangC, Ressourcen im Internet fr weitere Informationen ber die verschiedenen FreeBSD-Mailinglisten.

Liste der Beitragenden ist eine, die lang ist und stetig wchst, also warum nicht FreeBSD beitreten und noch heute etwas zurckgeben?

Code ist nicht die einzige Art, zu dem Projekt etwas beizutragen. Fr eine ausfhrlichere Liste von Dingen die getan werden mssen, lesen Sie auf der FreeBSDProjektwebseite.

Zusammenfassend ist unser Entwicklungsmodell als eine lose Menge von konzentrischen Kreisen organisiert. Das zentralisierte Modell ist mit der Praktikabilitt der Anwender von FreeBSD entworfen worden, die mit der einfachen Art einhergeht, eine zentrale Basis fr den Code zu haben und keine potentiellen Beitrge auszuschliessen! Unser Ansporn ist es, ein stabiles Betriebssystem mit einer grossen Menge von kohrenten Anwendungsprogrammen, welches die Benutzer einfach installieren und verwenden knnen - dieses Modell funktioniert darin sehr gut, dieses Ziel zu erreichen.

Alles was wir von denen verlangen, die uns als FreeBSD-Entwickler beitreten ist, etwas von der gleichen Hingabe an den Erfolg, die seine momentanen Gemeinschaft inne hat, zu besitzen.

1.3.4. Programme von Drittherstellern

Zustzlich zur Basisdistribution bietet FreeBSD eine Sammlung von portierter Software mit tausenden der am meisten nachgefragten Programme an. Als diese Zeilen geschrieben wurden, gab es ber 24,000 Ports! Die Liste der Ports reicht von HTTP-Servern, zu Spielen, Sprachen, Editoren und so ziemlich alles, was dazwischen liegt. Die gesamte Port-Sammlung ist geschtzt 500MB gross. Um einen Port zu bersetzen, wechseln Sie einfach in das Verzeichnis des Programms, das sie installieren mchten und geben make install ein und das System erledigt den Rest. Die gesamte Originaldistribution fr jeden Port, den Sie bauen wird dynamisch heruntergeladen, so dass sie nur gengend Plattenplatz zum bauen des Ports, den sie haben mchten, zur Verfgung stellen mssen. Fast jeder Port ist auch als vorkompiliertesPaket, das ber das folgende einfache Kommando (pkg_add) fr diejenigen, die keine kompilierten Port aus den Quellen wnschen. Weitere Informationen zu Ports und Paketen finden Sie in Kapitel5, Installieren von Anwendungen: Pakete und Ports.

1.3.5. Zustzliche Dokumentation

Alle momentanen FreeBSD Versionen bieten eine Option im Installer (entweder sysinstall(8) oder bsdinstall(8)), um zustzliche Dokumentation unter /usr/local/share/doc/freebsd whrend des initialen Systemsetups zu installieren. Dokumentation kann auch zu einem spteren Zeitpunkt ber Pakete installiert werden, wie es Abschnitt25.4.6.2, „Verwendung von Dokumentations-Paketen“ beschreibt. Sie knnen ebenso die lokal installierten Anleitungen mit jedem HTML-fhigen Browser lesen, indem Sie die folgende URL verwenden:

Genauso erhalten Sie auch die Master (und am hufigsten aktualisierten) Kopien von http://www.FreeBSD.org/.

Kapitel 2. FreeBSD8.X (und lter) installieren

berarbeitet und teilweise neu geschrieben von Jim Mock.
Der Gang durch sysinstall und alle Bildschirmabzge von Randy Pratt.
bersetzt von Martin Heinen und Johann Kois.

2.1. bersicht

FreeBSD wird mit dem textorientierten und einfach zu benutzendem Installationsprogramm installiert. Beginnend mit FreeBSD9.0-RELEASE handelt es sich dabei um das Programm bsdinstall. ltere FreeBSD-Versionen verwenden hingegen nach wie vor sysinstall fr die Installation. Dieses Kapitel beschreibt die Installation von FreeBSD ber sysinstall. Der Einsatz von bsdinstall wird hingegen in Kapitel3, FreeBSD9.x (und neuer) installieren besprochen.

Dieses Kapitel behandelt folgende Punkte:

  • Das Erzeugen von FreeBSD-Startdisketten.

  • Wie FreeBSD Platten anspricht und aufteilt.

  • Wie sysinstall ausgefhrt wird.

  • Die Mens von sysinstall und die erforderlichen Eingaben in den Mens.

Bevor Sie dieses Kapitel lesen, sollten Sie

  • Die Hardware-Notes der FreeBSD-Release, die Sie installieren wollen, lesen und sicherstellen, dass Ihre Hardware untersttzt wird.

Anmerkung:

Diese Installationsanleitung gilt fr Rechner mit i386™-Architektur (PC-kompatible Rechner). Abweichende Anweisungen fr andere Plattformen werden, falls notwendig, gegeben. Obwohl diese Anleitung so aktuell wie mglich ist, kann das Installationsverfahren von dem hier gezeigten geringfgig abweichen. Legen Sie bitte daher diese Anleitung nicht wortwrtlich aus, sondern lassen Sie sich von diesem Kapitel durch den Installationsprozess leiten.

2.2. Hardware-Anforderungen

2.2.1. Minimalkonfiguration

Die zur Installation von FreeBSD erforderliche Minimalkonfiguration hngt von der zu installierenden FreeBSD-Version sowie von der Hardware-Architektur ab.

Informationen zur jeweiligen Minimalkonfiguration finden Sie in den folgenden Abschnitten dieses Kapitels. Je nachdem, wie Sie FreeBSD installieren, bentigen Sie eventuell auch ein Diskettenlaufwerk, ein untersttztes CD-ROM-Laufwerk, oder auch eine Netzwerkkarte. Abschnitt2.3.7, „Das Startmedium vorbereiten“ des Handbuchs enthlt weitere Informationen zu den verschiedenen Installationsarten.

2.2.1.1. Die FreeBSD/i386- und FreeBSD/pc98-Architekturen

Sowohl FreeBSD/i386 als auch FreeBSD/pc98 bentigen jeweils mindestens einen 486-Prozessor sowie mindestens 24MB RAM. Auerdem bentigen Sie fr eine Minimalinstallation mindestens 150MB freien Platz auf Ihrer Festplatte.

Anmerkung:

In den meisten derartigen Konfigurationen ist es besser, fr mehr RAM und mehr Plattenplatz zu sorgen, statt einen schnelleren Prozessor einzubauen.

2.2.1.2. Die FreeBSD/amd64-Architektur

Es gibt zwei Klassen von Prozessoren, auf denen Sie FreeBSD/amd64 ausfhren knnen. Die erste Klasse bilden die AMD64-Prozessoren (zu denen AMDAthlon64-, AMDAthlon64-FX-, oder AMDOpteron-Prozessoren gehren).

Die zweite Klasse von Prozessoren, auf denen Sie diese FreeBSD/amd64 einsetzen knnen, ist die Intel EM64T-Architektur. Prozessoren dieser Klasse sind beispielsweise IntelCore™2 Duo-, Quad-, und Extreme-Prozessoren sowie die IntelXeon™-Prozessorreihen 3000, 5000, und 7000.

Wenn Sie einen auf dem Chipsatz nVidia nForce3 Pro-150 basierenden Rechner haben, mssen Sie im BIOS das IO-APIC deaktivieren. Erlaubt ihr BIOS dies nicht, mssen Sie stattdessen ACPI deaktivieren. Der Grund dafr sind Fehler im Pro-150-Chipsatz, die bis jetzt nicht behoben werden konnten.

2.2.1.3. Die FreeBSD/sparc64-Architektur

Um FreeBSD/sparc64 zu installieren, bentigen Sie eine untersttzte Plattform (lesen Sie dazu auch Abschnitt2.2.2, „Untersttzte Hardware“ des Handbuchs).

Sie bentigen auerdem eine seperate Festplatte, wenn Sie FreeBSD/sparc64 installieren wollen, da es derzeit leider noch nicht mglich ist, die Platte mit einem weiteren Betriebssystem zu teilen.

2.2.2. Untersttzte Hardware

Die Hardware-Notes, die mit jedem FreeBSD-Release ausgeliefert werden, enthalten eine Liste lauffhiger Hardware. Die Hardware-Notes befinden sich blicherweise in der Datei HARDWARE.TXT im Wurzelverzeichnis der Distribution (CD-ROM oder FTP). Sie knnen die Hardware-Notes auerdem im Dokumentationsmen von sysinstall oder auf der Webseite Release Information lesen.

2.3. Vor der Installation

2.3.1. Erstellen Sie eine Gerteliste

Bevor Sie FreeBSD installieren, erfassen Sie die Komponenten Ihres Rechners. Die FreeBSD-Installation wird die Komponenten (Festplatten, Netzwerkkarten, CD-ROM-Laufwerke) zusammen mit der Modellbezeichnung und des Herstellers anzeigen. FreeBSD wird auch versuchen, die richtige Konfiguration der Gerte zu ermitteln. Dazu gehren die benutzten Interrupts (IRQ) und IO-Ports. Wegen der Unwgbarkeiten von PC-Hardware kann die Konfiguration der Gerte allerdings fehlschlagen. In diesem Fall mssen Sie die von FreeBSD ermittelte Konfiguration korrigieren.

Wenn Sie schon ein anderes Betriebssystem, wie Windows oder Linux installiert haben, knnen Sie die Hardware-Konfiguration mit den Mitteln dieses Betriebssystems bestimmen. Wenn Sie nicht sicher sind, welche Einstellungen eine Erweiterungskarte besitzt, sehen Sie auf der Karte selbst nach. Manchmal sind die Einstellungen dort aufgedruckt. Gebruchliche IRQs sind 3, 5 und 7. Die Adressen von IO-Ports werden normalerweise hexadezimal, zum Beispiel 0x330, angegeben.

Halten Sie die Gertekonfiguration vor der Installation in einer Tabelle wie der nachstehenden fest:

Tabelle 2.1. Gertekonfiguration
GertIRQIO-PortsAnmerkung
erste Festplatte--40GB, Seagate, erster IDE-Master
CD-ROM--erster IDE-Slave
zweite Festplatte--20GB, IBM, zweiter IDE-Master
erster IDE-Controller140x1f0
Netzwerkkarte--Intel 10/100
Modem--3Com 56K Faxmodem, an COM1

Nachdem Sie wissen, ber welche Hardware Ihr Rechner verfgt, mssen Sie diese Informationen mit den Hardwareanforderungen der zu installierenden FreeBSD-Version abgleichen.

2.3.2. Sichern Sie Ihre Daten

Wenn der Rechner, auf dem Sie FreeBSD installieren wollen, wichtige Daten enthlt, sichern Sie bitte diese Daten. Prfen Sie auch, dass Sie die Daten aus der Sicherung wiederherstellen knnen, bevor Sie FreeBSD installieren. Die FreeBSD-Installation fragt zwar nach, bevor Sie Daten auf Ihre Festplatte schreibt, Ihre Daten sind allerdings unwiderruflich verloren, wenn der Installationsvorgang einmal angelaufen ist.

2.3.3. Den Installationsort von FreeBSD festlegen

Wenn Sie die gesamte Festplatte fr FreeBSD verwenden wollen, mssen Sie sich an dieser Stelle keine weiteren Gedanken machen – lesen Sie bitte im nchsten Abschnitt weiter.

Wenn Sie allerdings FreeBSD neben anderen Betriebssystemen betreiben wollen, mssen Sie wissen, wie Daten auf einer Festplatte abgelegt werden und welche Auswirkungen dies hat.

2.3.3.1. Platteneinteilung von FreeBSD/i386-Systemen

Eine PC-Festplatte wird in einzelne Bereiche unterteilt, die Partitionen heien. FreeBSD verwendet intern ebenfalls Partitionen. Um Verwechslungen und Unklarheiten zu vermeiden, werden diese Plattenbereiche unter FreeBSD als Slices bezeichnet. So verwendet beispielsweise das Werkzeug fdisk den Begriff Slices, um sich auf PC-Partitionen zu beziehen. Auf einer PC-Festplatte knnen maximal vier Partitionen, die primre Partitionen genannt werden, angelegt werden. Eine erweiterte Partition hebt diese Beschrnkung auf. Eine Festplatte kann nur eine erweiterte Partition enthalten, die wiederum weitere so genannte logische Partitionen enthalten kann.

Jede Partition besitzt eine Partitions-ID – eine Zahl, die den Typ der Partition festlegt. FreeBSD-Partitionen tragen die Partitions-ID 165.

blicherweise kennzeichnen Betriebssysteme Partitionen in einer besonderen Art und Weise. Beispielsweise werden jeder primren und logischen Partition unter MS-DOS und dem verwandten Windows Laufwerksbuchstaben beginnend mit C: zugewiesen.

FreeBSD muss auf einer primren Partition installiert werden. In dieser Partition hlt FreeBSD alle Daten einschlielich der Dateien, die Sie anlegen. Verfgt das System ber mehrere Festplatten, knnen Sie auf allen oder einigen Platten eine FreeBSD-Partition einrichten. Zur Installation von FreeBSD bentigen Sie eine freie Partition: Dies kann eine extra fr die Installation eingerichtete Partition sein oder eine existierende Partition, die nicht mehr bentigte Daten enthlt.

Wenn auf allen Platten bereits smtliche Partitionen benutzt werden, mssen Sie eine der Partitionen fr FreeBSD frei machen. Benutzen Sie dazu die Werkzeuge des eingesetzten Betriebssystems (fdisk unter MS-DOS oder Windows).

Verfgt das System ber eine freie Partition, benutzen Sie diese Partition. Es kann allerdings sein, dass Sie eine oder mehrere der vorhandenen Partitionen vorher verkleinern mssen.

Eine minimale FreeBSD-Installation bentigt nur 100MB Plattenplatz. Diese Installation ist allerdings sehr begrenzt und lsst wenig Platz fr Ihre eigenen Dateien. Realistischer sind 250MB fr FreeBSD ohne graphische Benutzeroberflche und 350MB fr FreeBSD mit einer graphischen Benutzeroberflche. Sie bentigen weiteren Platz fr die Installation zustzlicher Software.

Um die Partitionen zu verkleinern, knnen Sie beispielsweise das kommerzielle PartitionMagic oder das freie GParted benutzen. Sowohl GParted als auch PartitionMagic knnen auch NTFS-Partitionen verndern. GParted ist auf vielen Linux-Live-CDs, beispielsweise der SystemRescueCD, verfgbar.

Bei der Vernderung von Microsoft Vista-Partionen kommt es manchmal zu Problemen. In einem solchen Fall ist es von Vorteil, wenn Sie eine Vista-Installations-CD zur Verfgung haben. Wie bei jeder nderung an Ihrer Festplatte sollten Sie auch hier zuerst ein aktuelles Backup anlegen.

Warnung:

Der falsche Gebrauch dieser Werkzeuge kann Daten auf der Festplatte lschen. Vor dem Einsatz dieser Werkzeuge stellen Sie bitte sicher, dass Sie frische, funktionierende Datensicherungen besitzen.

Beispiel 2.1. Eine bestehende Partition verwenden

Nehmen wir an, Sie haben einen Rechner mit einer 4GB Festplatte, auf der schon eine Version von Windows installiert ist. Weiterhin haben Sie die Platte in zwei Laufwerke C: und D: unterteilt, die jeweils 2GB gro sind. Auf C: wird 1GB benutzt und 0,5GB von Laufwerk D: werden benutzt.

Sie haben also eine Festplatte mit zwei Partitionen und knnten alle Daten von Laufwerk D: auf das Laufwerk C: kopieren. Damit wre die zweite Partition fr FreeBSD frei.


Beispiel 2.2. Eine bestehende Partition verkleinern

Nehmen wir an, Sie haben einen Rechner mit einer 4GB Festplatte auf der schon eine Version von Windows installiert ist. Whrend der Installation von Windows haben sie eine groe Partition C: angelegt, die 4GB gro ist. Von den 4GB werden 1,5GB benutzt und Sie wollen 2GB fr FreeBSD verwenden.

Sie haben zwei Mglichkeiten, FreeBSD zu installieren:

  1. Sichern Sie die Daten der Windows-Partition und installieren Sie Windows erneut auf einer 2GB groen Partition.

  2. Verkleinern Sie die Windows-Partition mit einem der oben aufgefhrten Werkzeuge.


2.3.4. Netzwerkparameter ermitteln

Wird whrend der Installation ein Netzwerk bentigt (weil Sie ber FTP oder von einem NFS-Server installieren wollen), mssen Sie die Konfiguration des Netzwerks kennen. Whrend der Installation werden Netzwerkparameter abgefragt, damit sich FreeBSD mit dem Netzwerk verbinden und die Installation abschlieen kann.

2.3.4.1. Verbindung ber Ethernet oder ein Kabel/DSL-Modem

Wenn Sie sich mit einem Ethernet verbinden oder eine Internet-Verbindung mit einem Ethernet-Adapter ber Kabel oder DSL herstellen, bentigen Sie die nachstehenden Daten:

  1. IP-Adresse

  2. IP-Adresse des Default-Gateways

  3. Hostname

  4. IP-Adressen der DNS-Server

  5. Subnetzmaske

Wenn Sie die Daten nicht besitzen, fragen Sie bitte Ihren Systemadministrator oder Ihren Service-Provider. Knnen die Daten ber DHCP bezogen werden, merken Sie sich diese Tatsache.

2.3.4.2. Verbindung ber ein Modem

Auch wenn Sie sich mit einem normalen Modem bei einem ISP einwhlen, knnen Sie FreeBSD aus dem Internet installieren. Die Installation ber ein Modem dauert nur sehr lange.

Sie bentigen die nachstehenden Daten:

  1. Die Telefonnummer des ISPs.

  2. Die COM-Schnittstelle, an der das Modem angeschlossen ist.

  3. Den Benutzernamen und das Passwort fr Ihr Konto.

2.3.5. Lesen Sie die FreeBSD-Errata

Auch wenn das FreeBSD-Project bemht ist, ein Release so stabil wie mglich herzustellen, treten ab und an Fehler auf. In seltenen Fllen betrifft ein Fehler die Installations-Prozedur. Die Fehler und deren Behebungen werden in den FreeBSD-Errata festgehalten. Lesen Sie bitte die Errata, bevor Sie FreeBSD installieren, damit Sie nicht in frisch entdeckte Probleme laufen.

Dokumentation zu jedem Release, inklusive der Errata zu jedem Release, finden Sie im Release-Bereich des FreeBSD Webauftritts.

2.3.6. Die Installationsdateien beschaffen

FreeBSD kann von Dateien aus irgendeiner der nachstehenden Quellen installiert werden:

Lokale Medien
  • von einer CD-ROM oder einer DVD

  • von einem USB-Stick

  • von einer MS-DOS-Partition auf demselben Rechner

  • von einem SCSI- oder QIC-Bandlaufwerk

  • von Disketten

Netzwerk
  • von einem FTP-Server, wenn erforderlich auch durch eine Firewall oder durch einen HTTP-Proxy

  • von einem NFS-Server

  • ber eine feste serielle oder eine feste parallele Verbindung

Wenn Sie eine FreeBSD-CD oder FreeBSD-DVD gekauft haben, besitzen Sie schon alles, was Sie zur Installation bentigen. Lesen Sie bitte im nchsten Abschnitt (Abschnitt2.3.7, „Das Startmedium vorbereiten“) weiter.

Wenn Sie sich die FreeBSD-Installationsdateien noch nicht besorgt haben, lesen Sie bitte zuerst den Abschnitt2.13, „Eigene Installationsmedien herstellen“. Dort werden die notwendigen Vorbereitungen fr eine Installation von den eben genannten Medien beschrieben. Wenn Sie den Abschnitt durchgearbeitet haben, lesen Sie bitte in Abschnitt2.3.7, „Das Startmedium vorbereiten“ weiter.

2.3.7. Das Startmedium vorbereiten

Um FreeBSD zu installieren, mssen Sie Ihren Rechner mit einem speziellen Startmedium hochfahren, das die Installationsroutine startet. Sie knnen das Installationsprogramm nicht unter einem anderen Betriebssystem ausfhren. Ein Rechner startet normalerweise das auf der Festplatte installierte Betriebssystem, er kann aber auch von Disketten gestartet werden. Aktuelle Rechner knnen in der Regel auch von einer CD-ROM oder von einem USB-Stick starten.

Tipp:

Wenn Sie eine FreeBSD CD-ROM oder DVD besitzen (gekauft oder selbst erstellt) und Ihr Rechner von CD-ROM oder DVD starten kann (blicherweise knnen Sie das mit der BIOS-Option Boot Order einstellen), knnen Sie diesen Abschnitt berspringen. Eine FreeBSD CD-ROM oder DVD lsst sich direkt starten; Sie knnen damit FreeBSD ohne weitere Vorbereitungen installieren.

Um einen bootbaren USB-Stick zu erstellen, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Das Speicherabbild fr den USB-Stick herunterladen

    Das Speicherabbild finden Sie auf dem FreeBSD-FTP-Server ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/releases/arch/ISO-IMAGES/version/FreeBSD-version-RELEASE-arch-memstick.img (oder einem Spiegelserver) im Verzeichnis ISO-IMAGES/. Ersetzen Sie arch und version durch die von Ihnen verwendete Architektur und die FreeBSD-Version, die Sie einsetzen wollen. Fr FreeBSD/i38610.0-RELEASE finden Sie das Speicherabbild fr den USB-Stick beispielsweise unter folgenden Link: ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/releases/i386/ISO-IMAGES/10.0/FreeBSD-10.0-RELEASE-i386-memstick.img.

    Das bentigte Speicherabbild hat den Dateityp .img. Das Verzeichnis ISO-IMAGES/ enthlt verschiedene Speicherabbilder. Sie mssen also (basierend auf der zu installierenden FreeBSD-Version und/oder Ihrer Hardware) das fr Sie passende Speicherabbild herunterladen.

    Wichtig:

    Sichern Sie Ihre Daten, bevor Sie fortfahren, da im nchsten Schritt alle auf dem USB-Stick befindlichen Daten gelscht werden.

  2. Den USB-Stick vorbereiten

    Prozedur 2.1. Den USB-Stick unter FreeBSD vorbereiten

    Warnung:

    Das Beispiel im nchsten Schritt verwendet /dev/da0 als die Gertedatei, ber die Sie den USB-Stick ansprechen. Achten Sie besonders darauf, dass Sie die richtige Gertedatei verwenden, da Sie ansonsten unbeabsichtigt Daten lschen knnten.

    • Das Image mit dd(1) auf den Stick schreiben

      Bei der .img-Datei handelt es sich nicht um eine normale Datei, die Sie einfach auf den Stick kopieren knnen. Vielmehr handelt es sich dabei um ein Image des kompletten Dateisystems, das Sie mit dd(1) direkt auf den USB-Stick schreiben mssen:

      # dd if=FreeBSD-10.0-RELEASE-i386-memstick.img of=/dev/da0 bs=64k

      Wird dabei die Fehlermeldung Operation not permitted angezeigt, stellen Sie bitte sicher, dass das Zielgert nicht verwendet, manuell eingehngt oder von einem Systemprogramm automatisch eingehngt wurde. Dann versuchen Sie es erneut.

    Prozedur 2.2. Den USB-Stick unter Windows vorbereiten

    Warnung:

    Stellen Sie unbedingt sicher, dass Sie im folgenden Schritt den korrekten Laufwerkbuchstaben fr Ihren USB-Stick angeben, da Sie ansonsten unbeabsichtigt Daten lschen knnten.

    1. Image Writer fr Windows herunterladen

      Image Writer fr Windows ist ein frei verfgbares Programm, mit dem Sie ein Image auf einen USB-Stick schreiben knnen. Laden Sie das Programm von https://launchpad.net/win32-image-writer/ herunter und entpacken Sie es in einen Ordner auf Ihrer Festplatte.

    2. Das Image mit Image Writer auf den Stick schreiben

      Klicken Sie doppelt auf das Symbol Win32DiskImager, um das Programm zu starten. Vergewissern Sie sich, dass es sich bei dem unter Device angezeigten Laufwerk um Ihren USB-Stick handelt. Danach klicken Sie auf das Ordnersymbol und whlen die zuvor heruntergeladene Image-Datei aus. Klicken Sie auf Save, um die Image-Datei zu laden. Nachdem Sie alle Eingaben nochmals geprft haben, mssen Sie noch sicherstellen, dass kein anderes Programm auf den USB-Stick zugreift. Danach klicken Sie auf den Button Write, um das Image auf den USB-Stick zu schreiben.

Um Startdisketten zu erzeugen, benutzen Sie die nachstehende Anleitung:

  1. Abbilder der Startdisketten besorgen

    Wichtig:

    Beachten Sie, dass ab FreeBSD8.X Startdisketten nicht mehr untersttzt werden. Lesen Sie bitte weiter oben in diesem Kapitel, wie Sie FreeBSD von einer CD-ROM, einer DVD oder einem USB-Stick installieren knnen.

    Die Abbilder der Startdisketten befinden sich auf dem Installationsmedium im Verzeichnis floppies/; sie knnen auch aus dem Internet heruntergeladen werden: ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/releases/arch/version-RELEASE/floppies/. Ersetzen Sie arch und version durch die passende Architektur und die passende Version. Beispielsweise stehen die Startdisketten von FreeBSD/i3869.3-RELEASE unter ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/releases/i386/9.3-RELEASE/floppies/.

    Die Abbilder besitzen die Dateinamenerweiterung .flp. Im Verzeichnis floppies/ befinden sich verschiedene Abbilder; welches Sie benutzen, hngt von der zu installierenden FreeBSD-Version und in einigen Fllen vom Zielrechner ab. In den meisten Fllen werden Sie vier Disketten bentigen: boot.flp, kern1.flp, kern2.flp sowie kern3.flp. Lesen Sie bitte die Datei README.TXT im Verzeichnis floppies/, sie enthlt aktuelle Informationen zu den Abbildern.

    Wichtig:

    Wenn Sie die Abbilder aus dem Internet herunterladen, benutzen Sie bitte den Binrmodus des FTP-Programms. Einige Web-Browser verwenden den Textmodus (oder ASCII-Modus), was dazu fhrt, dass sich die erstellten Disketten nicht starten lassen.

  2. Die Disketten vorbereiten

    Pro Abbild bentigen Sie eine Diskette. Es ist wichtig, dass die verwendeten Disketten fehlerfrei sind. Sie knnen dies sicherstellen, indem Sie die Disketten selbst formatieren, verlassen Sie sich bitte nicht auf vorformatierte Disketten. Das Formatierprogramm von Windows zeigt fehlerhafte Blcke nicht an, es markiert die Blcke einfach als fehlerhaft und ignoriert sie dann. Benutzen Sie neue Disketten, wenn Sie diese Installationsart verwenden.

    Wichtig:

    Wenn Sie FreeBSD installieren und das Installationsprogramm abstrzt, einfriert oder sich merkwrdig verhlt, sind oft fehlerbehaftete Disketten die Ursache. Schreiben Sie die Abbilder auf neue Disketten und versuchen Sie, noch mal zu installieren.

  3. Die Abbilder auf Disketten schreiben

    Die .flp-Dateien sind keine normalen Dateien, die Sie auf eine Diskette kopieren. Sie knnen die Abbilder nicht von einem Laufwerk auf ein anderes Laufwerk kopieren. Die Abbilder werden mit einem speziellen Werkzeug direkt auf die Diskette geschrieben.

    Wenn Sie die Startdisketten unter MS-DOS oder Windows erstellen, knnen Sie das mitgelieferte Werkzeug fdimage verwenden.

    Wenn Sie die Abbilder auf der CD-ROM verwenden und das CD-ROM-Laufwerk den Laufwerksbuchstaben E: besitzt, fhren Sie den nachstehenden Befehl aus:

    E:\> tools\fdimage floppies\boot.flp A:

    Fhren Sie das Kommando fr jede .flp-Datei aus. Wechseln Sie bitte jedes Mal die Diskette und beschriften Sie die Diskette mit dem Namen der kopierten Datei. Falls Sie die Abbilder an anderer Stelle liegen haben, passen Sie bitte die Kommandozeile an. Wenn Sie keine CD-ROM besitzen, knnen Sie fdimage aus dem Verzeichnis tools des FreeBSD-FTP-Servers herunterladen.

    Wenn Sie Startdisketten auf einem UNIX System (zum Beispiel einem anderen FreeBSD System) erstellen, schreiben Sie die Abbilder mit dem Befehl dd(1) direkt auf die Disketten. Auf einem FreeBSD-System lautet die Kommandozeile:

    # dd if=boot.flp of=/dev/fd0

    Unter FreeBSD spricht /dev/fd0 das erste Diskettenlaufwerk an (das Laufwerk A:), /dev/fd1 spricht das Laufwerk B: an. Andere UNIX Varianten verwenden unter Umstnden andere Gertenamen, die in der Dokumentation des jeweiligen Systems beschrieben sind.

Nun ist alles fr die FreeBSD-Installation vorbereitet.

2.4. Die Installation starten

Wichtig:

Die Installationsprozedur lsst die Daten auf Ihren Laufwerken solange unverndert bis die nachstehende Meldung erscheint:

Last Chance: Are you SURE you want continue the installation?

If you're running this on a disk with data you wish to save then WE
STRONGLY ENCOURAGE YOU TO MAKE PROPER BACKUPS before proceeding!

We can take no responsibility for lost disk contents!

Vor dieser Meldung kann die Installationsprozedur jederzeit abgebrochen werden, ohne die Daten auf der Festplatte zu verndern. Wenn Sie meinen, etwas falsch konfiguriert zu haben, knnen Sie vor diesem Zeitpunkt einfach den Rechner ausschalten.

2.4.1. Der Systemstart

2.4.1.1. Systemstart von i386™-Systemen

  1. Schalten Sie zunchst Ihren Rechner aus.

  2. Schalten Sie den Rechner ein. Whrend des Starts sollte angezeigt werden, wie Sie das Systemeinstellungsmen (oder BIOS) erreichen. Meist drcken Sie dazu die Tasten F2, F10, Del oder Alt+S. Benutzen Sie die angezeigte Tastenkombination. Viele Rechner zeigen beim Systemstart eine Grafik an. Typischerweise knnen Sie die Grafik mit der Taste Esc entfernen und so die angezeigten Meldungen lesen.

  3. Suchen Sie Option, die einstellt von welchem Gert der Rechner startet. Normalerweise wird die Option Boot Order genannt und zeigt eine Gerteliste, beispielsweise Floppy, CD-ROM, First Hard Disk an.

    Wenn Sie von einer CD-ROM starten, stellen Sie sicher, das das CD-ROM-Laufwerk ausgewhlt ist. Starten Sie hingegen von einem USB-Stick oder von einer Startdiskette, whlen Sie ebenfalls den entsprechenden Eintrag aus. Wenn Sie nicht sicher sind, lesen Sie bitte im Handbuch des Rechners oder im Handbuch der Systemplatine nach.

    Stellen Sie das gewnschte Startmedium ein und sichern Sie die Einstellungen. Der Rechner sollte dann neu starten.

  4. Wenn Sie (wie in Abschnitt2.3.7, „Das Startmedium vorbereiten“ beschrieben) ein bootbaren USB-Stick vorbereitet haben, stpseln Sie diesen bitte ein, bevor Sie Ihren Rechner einschalten.

    Wenn Sie den Rechner von einer CD-ROM starten, legen Sie die CD-ROM so frh wie mglich in das Laufwerk ein.

    Anmerkung:

    Bis einschlielich FreeBSD7.3 kann FreeBSD auch von einer Startdiskette aus installiert werden. Eine Anleitung hierzu finden Sie in Abschnitt2.3.7, „Das Startmedium vorbereiten“). Legen Sie die erste Diskette (diese enthlt das Abbild boot.flp) in das Diskettenlaufwerk ein und starten Sie den Rechner.

    Wenn Ihr Rechner wieder normal startet und das existierende Betriebssystem ldt, kann das folgende Ursachen haben:

    1. Das Startmedium (Diskette, CD-ROM) ist nicht schnell genug eingelegt worden. Belassen Sie das Startmedium im Laufwerk und starten Sie Ihren Rechner neu.

    2. Die BIOS-Einstellungen sind falsch vorgenommen worden. Wiederholen Sie diesen Schritt, bis Sie die richtige Einstellung gefunden haben.

    3. Das verwendete BIOS kann nicht von dem gewnschten Medium starten.

  5. FreeBSD startet jetzt. Wenn Sie von einer CD-ROM starten, sehen Sie die folgenden Meldungen (Versionsangaben entfernt):

    Booting from CD-Rom...
    645MB medium detected
    CD Loader 1.2
    
    Building the boot loader arguments
    Looking up /BOOT/LOADER... Found
    Relocating the loader and the BTX
    Starting the BTX loader
    
    BTX loader 1.00 BTX version is 1.02
    Consoles: internal video/keyboard
    BIOS CD is cd0
    BIOS drive C: is disk0
    BIOS drive D: is disk1
    BIOS 636kB/261056kB available memory
    
    FreeBSD/i386 bootstrap loader, Revision 1.1
    
    Loading /boot/defaults/loader.conf
    /boot/kernel/kernel text=0x64daa0 data=0xa4e80+0xa9e40 syms=[0x4+0x6cac0+0x4+0x88e9d]
    \           

    Wenn Sie mit Startdisketten hochfahren, sehen Sie folgende Meldungen (Versionsangaben entfernt):

    Booting from Floppy...
    Uncompressing ... done
    
    BTX loader 1.00  BTX version is 1.01
    Console: internal video/keyboard
    BIOS drive A: is disk0
    BIOS drive C: is disk1
    BIOS 639kB/261120kB available memory
    
    FreeBSD/i386 bootstrap loader, Revision 1.1
    
    Loading /boot/defaults/loader.conf
    /kernel text=0x277391 data=0x3268c+0x332a8 |
    
    Insert disk labelled "Kernel floppy 1" and press any key...

    Folgen Sie der Anweisung und entfernen Sie die boot.flp-Diskette, anschlieend legen Sie die kern1.flp-Diskette ein und drcken Enter. Starten Sie das System mit der ersten Diskette und legen Sie, wenn Sie dazu aufgefordert werden, die anderen Disketten ein.

  6. Unabhngig davon, ob Sie von Disketten oder von CD-ROM gestartet haben, erscheint danach das FreeBSD Bootloader-Men:

    Abbildung 2.1. FreeBSD Boot Loader Menu
    FreeBSD Boot Loader Menu

    Warten Sie entweder zehn Sekunden oder drcken Sie Enter.

2.4.1.2. Systemstart bei SPARC64-Systemen

Die meisten SPARC64-Systeme sind so konfiguriert, dass sie automatisch von der Festplatte starten. Um FreeBSD auf einem solchen System zu installieren, mssen Sie das System aber ber das Netzwerk oder von einer CD-ROM starten. Daher mssen Sie den Bootprozess unterbrechen und das System ber das PROM (OpenFirmware) starten.

Dazu starten Sie Ihr System neu und warten, bis die Startmeldung erscheint. Der genaue Wortlaut hngt vom eingesetzten Modell ab, die Nachricht sollte aber hnlich der folgenden aussehen:

Sun Blade 100 (UltraSPARC-IIe), Keyboard Present
Copyright 1998-2001 Sun Microsystems, Inc.  All rights reserved.
OpenBoot 4.2, 128 MB memory installed, Serial #51090132.
Ethernet address 0:3:ba:b:92:d4, Host ID: 830b92d4.

Um den Startvorgang zu unterbrechen, drcken Sie nun die Tastenkombination L1+A oder Stop+A. Verwenden Sie eine serielle Verbindung, senden Sie das Signal BREAK ber die serielle Konsole (etwa durch die Eingabe von ~# in den Programmen tip(1) oder cu(1)). In beiden Fllen landen Sie anschlieend am PROM-Prompt:

ok     1
ok {0} 2

1

Der auf Einprozessorsystemen verwendete Prompt.

2

Der Prompt auf Mehrprozessorsystemen. Die Zahl steht dabei fr die Anzahl der vorhandenen Prozessoren.

Nun legen Sie Ihre CD-ROM in das Laufwerk ein und geben am PROM-Prompt boot cdrom ein. Danach startet Ihr System von der eingelegten CD-ROM.

2.4.2. Die Gerteerkennung prfen

Die letzten paar Hundert Zeilen der Bildschirmausgabe werden gesichert und knnen geprft werden.

Um sich den Bildschirmpuffer anzusehen, drcken Sie die Taste Scroll-Lock. Im Puffer knnen Sie mit den Pfeiltasten oder den Tasten PageUp und PageDown blttern. Um zur normalen Bildschirmausgabe zurckzukehren, drcken Sie nochmals die Taste Scroll-Lock.

Prfen Sie mit diesem Verfahren nun die Ausgaben der Gerteerkennung. Sie werden einen Text hnlich wie in Abbildung2.2, „Ausgabe der Gerteerkennung“ sehen. Die genauen Ausgaben sind abhngig von den in Ihrem System installierten Gerten.

Abbildung 2.2. Ausgabe der Gerteerkennung
avail memory = 253050880 (247120K bytes)
Preloaded elf kernel "kernel" at 0xc0817000.
Preloaded mfs_root "/mfsroot" at 0xc0817084.
md0: Preloaded image </mfsroot> 4423680 bytes at 0xc03ddcd4

md1: Malloc disk
Using $PIR table, 4 entries at 0xc00fde60
npx0: <math processor> on motherboard
npx0: INT 16 interface
pcib0: <Host to PCI bridge> on motherboard
pci0: <PCI bus> on pcib0
pcib1:<VIA 82C598MVP (Apollo MVP3) PCI-PCI (AGP) bridge> at device 1.0 on pci0
pci1: <PCI bus> on pcib1
pci1: <Matrox MGA G200 AGP graphics accelerator> at 0.0 irq 11
isab0: <VIA 82C586 PCI-ISA bridge> at device 7.0 on pci0
isa0: <iSA bus> on isab0
atapci0: <VIA 82C586 ATA33 controller> port 0xe000-0xe00f at device 7.1 on pci0
ata0: at 0x1f0 irq 14 on atapci0
ata1: at 0x170 irq 15 on atapci0
uhci0 <VIA 83C572 USB controller> port 0xe400-0xe41f irq 10 at device 7.2 on pci
0
usb0: <VIA 83572 USB controller> on uhci0
usb0: USB revision 1.0
uhub0: VIA UHCI root hub, class 9/0, rev 1.00/1.00, addr1
uhub0: 2 ports with 2 removable, self powered
pci0: <unknown card> (vendor=0x1106, dev=0x3040) at 7.3
dc0: <ADMtek AN985 10/100BaseTX> port 0xe800-0xe8ff mem 0xdb000000-0xeb0003ff ir
q 11 at device 8.0 on pci0
dc0: Ethernet address: 00:04:5a:74:6b:b5
miibus0: <MII bus> on dc0
ukphy0: <Generic IEEE 802.3u media interface> on miibus0
ukphy0: 10baseT, 10baseT-FDX, 100baseTX, 100baseTX-FDX, auto
ed0: <NE2000 PCI Ethernet (RealTek 8029)> port 0xec00-0xec1f irq 9 at device 10.
0 on pci0
ed0 address 52:54:05:de:73:1b, type NE2000 (16 bit)
isa0: too many dependant configs (8)
isa0: unexpected small tag 14
orm0: <Option ROM> at iomem 0xc0000-0xc7fff on isa0
fdc0: <NEC 72065B or clone> at port 0x3f0-0x3f5,0x3f7 irq 6 drq2 on isa0
fdc0: FIFO enabled, 8 bytes threshold
fd0: <1440-KB 3.5” drive> on fdc0 drive 0
atkbdc0: <Keyboard controller (i8042)> at port 0x60,0x64 on isa0
atkbd0: <AT Keyboard> flags 0x1 irq1 on atkbdc0
kbd0 at atkbd0
psm0: <PS/2 Mouse> irq 12 on atkbdc0
psm0: model Generic PS/@ mouse, device ID 0
vga0: <Generic ISA VGA> at port 0x3c0-0x3df iomem 0xa0000-0xbffff on isa0
sc0: <System console> at flags 0x100 on isa0
sc0: VGA <16 virtual consoles, flags=0x300>
sio0 at port 0x3f8-0x3ff irq 4 flags 0x10 on isa0
sio0: type 16550A
sio1 at port 0x2f8-0x2ff irq 3 on isa0
sio1: type 16550A
ppc0: <Parallel port> at port 0x378-0x37f irq 7 on isa0
pppc0: SMC-like chipset (ECP/EPP/PS2/NIBBLE) in COMPATIBLE mode
ppc0: FIFO with 16/16/15 bytes threshold
plip0: <PLIP network interface> on ppbus0
ad0: 8063MB <IBM-DHEA-38451> [16383/16/63] at ata0-master UDMA33
acd0: CD-RW <LITE-ON LTR-1210B> at ata1-slave PIO4
Mounting root from ufs:/dev/md0c
/stand/sysinstall running as init on vty0

Prfen Sie die Ausgabe der Gerteerkennung sorgfltig und stellen Sie sicher, dass FreeBSD alle erwarteten Gerte gefunden hat. Wenn ein Gert nicht gefunden wurde, wird es nicht angezeigt. Ist dies bei Ihnen der Fall, mssen Sie einen angepassten Kernel erstellen, da das betroffene Gert (beispielsweise eine Soundkarte) in diesem Fall vom GENERIC-Kernel nicht untersttzt wird.

Sie gelangen im nchsten Schritt in ein Men, in dem Sie ber die Cursortasten das Land, in dem Sie sich befinden, auswhlen knnen (Abbildung2.3, „Ihr Land auswhlen“). Durch die Besttigung mit der Enter-Taste wird automatisch das von Ihnen gewhlte Land sowie die dazu passende Tastaturbelegung gewhlt.

Abbildung 2.3. Ihr Land auswhlen
Ihr Land auswhlen

Haben Sie als Land United States gewhlt, wird automatisch die amerikanische Standardtastatur verwendet. Haben Sie hingegen ein anderes Land angegeben, erscheint das folgende Men, in dem Sie Ihre Tastaturbelegung auswhlen knnen (besttigen Sie Ihre Auswahl mit der Enter-Taste).

Abbildung 2.4. Die Tastaturbelegung auswhlen
Die Tastaturbelegung auswhlen

Nachdem Sie das Land ausgewhlt haben, erscheint das Hauptmen von sysinstall.

2.5. Das Werkzeug sysinstall

Zum Installieren von FreeBSD stellt das FreeBSD-Project das Werkzeug sysinstall zur Verfgung. Das Werkzeug arbeitet textorientiert und bietet eine Reihe von Mens und Bildschirmen, um den Installationsprozess zu konfigurieren und zu steuern.

Die Mens von sysinstall werden mit Tasten wie den Pfeiltasten, Enter, Tab oder Space bedient. Eine ausfhrliche Beschreibung der Tastenbelegung ist in der Gebrauchsanweisung von sysinstall enthalten.

Die Gebrauchsanweisung knnen Sie lesen, indem Sie den Menpunkt Usage auswhlen. Stellen Sie sicher, dass die Schaltflche [Select], wie in Abbildung2.5, „Die Gebrauchsanweisung von sysinstall auswhlen“ gezeigt, aktiviert ist und drcken Sie die Taste Enter.

Es erscheinen Anweisungen wie das Mensystem zu bedienen ist. Wenn Sie diese gelesen haben, drcken Sie Enter, um in das Hauptmen zurckzukehren.

Abbildung 2.5. Die Gebrauchsanweisung von sysinstall auswhlen
Die Gebrauchsanweisung von sysinstall auswhlen

2.5.1. Die Dokumentation abrufen

Aus dem Hauptmen whlen Sie mit den Pfeiltasten Doc aus und drcken Enter.

Abbildung 2.6. Die Dokumentation abrufen
Die Dokumentation abrufen

Es wird das Dokumentationsmen angezeigt.

Abbildung 2.7. Das Dokumentationsmen von sysinstall
Das Dokumentationsmen von sysinstall

Lesen Sie bitte unbedingt die mitgelieferte Dokumentation.

Um ein Dokument zu lesen, whlen Sie das Dokument mit den Pfeiltasten aus und drcken Enter. Wenn Sie das Dokument gelesen haben, kommen Sie mit der Taste Enter in das Dokumentationsmen zurck.

Um in das Hauptmen zurckzukommen, whlen Sie mit den Pfeiltasten Exit aus und drcken die Taste Enter.

2.5.2. Die Tastaturbelegung ndern

Um die Tastaturbelegung zu ndern, whlen Sie den Menpunkt Keymap und drcken Enter. Dies ist nur erforderlich wenn Sie eine nicht standard-konforme Tastatur oder eine andere als eine amerikanische Tastatur einsetzen.

Abbildung 2.8. Das Hauptmen von sysinstall
Das Hauptmen von sysinstall

Eine andere Tastaturbelegung knnen Sie mit den Pfeiltasten markieren und der Taste Space auswhlen. Wenn Sie die Taste Space nochmals drcken wird die Auswahl aufgehoben. Haben Sie eine Tastaturbelegung ausgewhlt, markieren Sie mit den Pfeiltasten [OK] und drcken Sie Enter.

Der Bildschirmabzug zeigt nur einen der verfgbaren Belegungen an. Mit der Taste Tab markieren Sie die Schaltflche [Cancel], die mit der Vorgabe-Belegung wieder in das Hauptmen zurckfhrt.

Abbildung 2.9. Sysinstall Keymap Menu
Sysinstall Keymap Menu

2.5.3. Installationsoptionen einstellen

Whlen Sie Options aus und rcken die Taste Enter.

Abbildung 2.10. Das Hauptmen von sysinstall
Das Hauptmen von sysinstall

Abbildung 2.11. Optionen von sysinstall
Optionen von sysinstall

Fr die meisten Benutzer sind die voreingestellten Werte vllig ausreichend und brauchen daher nicht gendert werden. Der Name des Releases variiert mit der zu installierenden Version von FreeBSD.

Eine Beschreibung der ausgewhlten Option erscheint blau hervorgehoben am unteren Ende des Bildschirms. Mit der Option Use Defaults knnen Sie alle Optionen auf die Vorgabewerte zurckstellen.

Wenn Sie die Hilfeseite zu den verschiedenen Optionen lesen wollen, drcken Sie die Taste F1.

Die Taste Q fhrt in das Hauptmen zurck.

2.5.4. Eine Standard-Installation starten

Die Standard-Installation sollte von allen UNIX- oder FreeBSD-Anfngern benutzt werden. Markieren Sie mit den Pfeiltasten Standard und drcken Sie Enter, um die Installation zu starten.

Abbildung 2.12. Die Standard-Installation starten
Die Standard-Installation starten

2.6. Plattenplatz fr FreeBSD bereitstellen

Ihre erste Aufgabe ist, FreeBSD Plattenplatz bereitzustellen und den Plattenplatz fr sysinstall kenntlich zu machen (label). Sie mssen daher wissen, wie FreeBSD mit Platten umgeht.

2.6.1. Nummerierung der Laufwerke im BIOS

Bevor Sie FreeBSD installieren und konfigurieren, sollten Sie Sie einen wichtigen Punkt beachten. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie mehrere Festplatten besitzen.

In einem PC, der unter einem vom BIOS abhngigen Betriebssystem, wie MS-DOS oder MicrosoftWindows luft, kann das BIOS die normale Reihenfolge der Laufwerke verndern und das Betriebssystem beachtet diese nderung. Mit dieser Funktion kann der Rechner von einem anderen Laufwerk als dem so genannten primren Laufwerk gestartet werden. Die Funktion ist sehr zweckmig fr Benutzer, die Datensicherungen auf einer zweiten Platte erstellen und dafr Werkzeuge wie Ghost oder xcopy einsetzen. Wenn die erste Platte ausfllt, von einem Virus befallen wird oder durch einen Fehler des Betriebssystems verunstaltet wird, knnen die Platten im BIOS logisch getauscht werden. Es sieht so aus, als wren die Laufwerke, ohne ffnen des Gehuses getauscht worden.

Teurere Systeme mit SCSI-Controllern haben oft BIOS-Erweiterungen, mit denen die Reihenfolge von bis zu sieben SCSI-Platten in hnlicher Weise verndert werden kann.

Ein Benutzer, der es gewohnt ist, diese BIOS-Funktionen zu benutzen, mag berrascht sein, dass FreeBSD sich nicht wie erwartet verhlt. FreeBSD verwendet das BIOS nicht und wei daher nichts von der logischen Plattenordnung im BIOS. Dies kann zu sehr verwirrenden Situationen fhren, insbesondere wenn die Platten identische Geometrien besitzen und Kopien voneinander sind.

Vor der Installation von FreeBSD sollte im BIOS die normale Nummerierung der Laufwerke eingestellt und so belassen werden. Ist es ntig, die Reihenfolge der Laufwerke zu verndern, so sollte das immer auf dem schweren Weg, also durch ffnen des Gehuses und Verndern der Jumper und Kabel, erfolgen.

2.6.2. Slices mit Fdisk erstellen

Anmerkung:

Zu diesem Zeitpunkt werden noch keine nderungen auf die Festplatte ausgeschrieben. Sie knnen daher sysinstall jederzeit verlassen, und erneut beginnen, wenn Sie denken, einen Fehler gemacht zu haben. Sie knnen sysinstall ber die Mens verlassen, die Taste U drcken oder die Option Undo whlen. Wenn Sie einmal nicht wissen, wie Sie ein Men verlassen, knnen Sie den Rechner auch einfach ausschalten.

Nachdem Sie in sysinstall die Standard-Installation ausgewhlt haben, werden Sie folgende Meldung sehen:

                                 Message
 In the next menu, you will need to set up a DOS-style ("fdisk")
 partitioning scheme for your hard disk. If you simply wish to devote
 all disk space to FreeBSD (overwriting anything else that might be on
 the disk(s) selected) then use the (A)ll command to select the default
 partitioning scheme followed by a (Q)uit. If you wish to allocate only
 free space to FreeBSD, move to a partition marked "unused" and use the
 (C)reate command.
                                [  OK  ]

                      [ Press enter or space ]

Drcken Sie, wie angegeben, Enter. Im nchsten Bildschirm werden alle Festplatten angezeigt, die der Kernel whrend der Gerteerkennung gefunden hat. Abbildung2.13, „Ein Laufwerk fr Fdisk aussuchen“ zeigt ein Beispiel von einem System mit zwei IDE-Platten, die als ad0 und ad2 erkannt wurden.

Abbildung 2.13. Ein Laufwerk fr Fdisk aussuchen
Ein Laufwerk fr Fdisk aussuchen

Sie fragen sich vielleicht, warum ad1 nicht angezeigt wird. Wurde die Platte vielleicht nicht erkannt?

Stellen Sie sich ein System mit zwei IDE-Platten vor. Eine Platte ist als Master am ersten Controller, die andere als Master am zweiten Controller angeschlossen. Wenn FreeBSD die Platten in der Reihenfolge, in der sie gefunden werden, nummerieren wrde, hieen die Platten ad0 und ad1 und alles wrde funktionieren.

Wenn Sie nun am ersten IDE-Controller eine dritte Platte als Slave anschlieen wrden, wre diese Platte ad1. Die vorher ad1 genannte Platte wrde nun ad2 heien. Dateisysteme werden auf Gerten wie ad1s1a angelegt. Daher knnte es passieren, dass auf einmal Dateisysteme nicht mehr gefunden werden und Sie FreeBSD umkonfigurieren mssten.

Um diese Probleme zu umgehen, kann der Kernel so eingestellt werden, dass er Platten nach ihrem Anschlussort anstelle der gefundenen Reihenfolge benennt. Nach diesem Schema ist die Master-Platte am zweiten IDE-Controller immer ad2, auch wenn es die Gerte ad0 oder ad1 gar nicht gibt.

Dieses Verhalten ist in FreeBSD voreingestellt und der Grund warum im Beispiel die Gerte ad0 und ad2 angezeigt werden. Der Rechner, von dem die gezeigte Ausgabe stammt, hatte zwei IDE-Platten, die beide als Master konfiguriert waren, und keine Slave-Platten.

Whlen Sie die Platte aus, auf die Sie FreeBSD installieren wollen und drcken Sie [OK]. Anschlieend startet Fdisk und zeigt einen Bildschirm wie den in Abbildung2.14, „Typischer Fdisk-Bildschirm vor dem Editieren“.

Der Bildschirm von Fdisk ist in drei Abschnitte unterteilt.

Der erste Abschnitt umfasst die ersten beiden Zeilen der Anzeige. Er enthlt Einzelheiten ber die aktuell ausgewhlte Platte, unter anderem den FreeBSD-Gertenamen, die Plattengeometrie und die Kapazitt der Platte.

Der zweite Abschnitt zeigt die auf der Platte befindlichen Slices. Angezeigt wird der Anfang und das Ende der Slice, die Gre der Slice, der FreeBSD-Gertename, eine Beschreibung und der Subtyp. Im Beispiel sehen Sie zwei unbenutzte Slices, die durch die Plattenbelegung auf PCs entstehen. Weiterhin sehen Sie eine groe FAT-Slice, die ziemlich sicher unter MS-DOS/Windows als Laufwerk C: auftaucht und eine erweiterte Slice, die unter MS-DOS/Windows weitere Laufwerke enthalten kann.

Im dritten Abschnitt sind die Kommandos von Fdisk zusammengefasst.

Abbildung 2.14. Typischer Fdisk-Bildschirm vor dem Editieren
Typischer Fdisk-Bildschirm vor dem Editieren

Die nchsten Schritte hngen von der beabsichtigten Einteilung der Festplatte ab.

Wenn Sie die gesamte Festplatte fr FreeBSD verwenden wollen, drcken Sie die Taste A (entspricht dem Menpunkt Use Entire Disk). Spter im Installationsverlauf mssen Sie diese Auswahl besttigen, danach werden alle bisherigen Daten von der Festplatte gelscht. Diese Auswahl lscht vorher vorhandene Slices und ersetzt sie durch einen kleinen unbenutzten Bereich (der wieder durch das PC-Design bedingt ist) und eine groe Slice fr FreeBSD. Whlen Sie dann die neu erstellte Slice mit den Pfeiltasten aus und drcken Sie die Taste S, um die Slice als startfhig (bootbar) zu markieren. Abbildung2.15, „Eine Partition ber die gesamte Platte“ zeigt den Bildschirm zu diesem Zeitpunkt. Beachten Sie das A in der Spalte Flags. Dies zeigt an, dass die Slice aktiv ist und das System von dieser Slice starten wird.

Um Platz fr FreeBSD zu schaffen, knnen Sie auch bestehende Slices lschen. Markieren Sie dazu die Slice mit den Pfeiltasten und drcken Sie die Taste D. Danach legen Sie eine neue Slice mit der Taste C an. Sie werden nach der Gre der zu erstellenden Slice gefragt; der Vorgabewert entspricht der grten Slice, die angelegt werden kann (entspricht entweder dem grten freien Bereich auf der Festplatte oder der ganzen Festplatte).

Wenn Sie schon Platz fr FreeBSD geschaffen haben (beispielsweise mit PartitionMagic), knnen Sie eine neue Slice direkt mit der Taste C anlegen. Sie werden wieder nach der Gre der anzulegenden Slice gefragt.

Abbildung 2.15. Eine Partition ber die gesamte Platte
Eine Partition ber die gesamte Platte

Drcken Sie die Taste Q, wenn Sie fertig sind. Sysinstall merkt sich die nderungen, schreibt sie aber noch nicht auf die Festplatte.

2.6.3. Einen Boot-Manager installieren

Sie knnen nun einen Boot-Manager installieren. Unter folgenden Umstnden sollten Sie den FreeBSD-Boot-Manager installieren:

  • Das System besitzt mehr als ein Laufwerk und FreeBSD ist auf einem anderen Laufwerk als dem ersten Laufwerk installiert.

  • FreeBSD teilt sich das Laufwerk mit einem anderen Betriebssystem. Beim Systemstart wollen Sie auswhlen, welches Betriebssystem gestartet wird.

Wird der Rechner ausschlielich mit FreeBSD betrieben und FreeBSD ist auf dem ersten Laufwerk installiert, dann gengt der Standard-Boot-Manager. Wenn Sie einen anderen Boot-Manager benutzen, der FreeBSD starten kann, whlen Sie bitte None aus.

Nachdem Sie die Auswahl getroffen haben, drcken Sie die Taste Enter.

Abbildung 2.16. Sysinstall Boot-Manager-Men
Sysinstall Boot-Manager-Men

In der Hilfe, die Sie mit der Taste F1 aufrufen, werden Probleme beschrieben, die entstehen knnen, wenn sich zwei Betriebssysteme ein Laufwerk teilen.

2.6.4. Slices auf einem anderen Laufwerk anlegen

Wenn das System mehr als ein Laufwerk besitzt, kehrt die Installationsprozedur nach der Auswahl des Boot-Managers zum Bildschirm Select Drives zurck. Sie knnen hier ein anderes Laufwerk auswhlen und auf diesem Laufwerk mit Fdisk weitere Slices anlegen.

Wichtig:

Wenn Sie FreeBSD auf einem anderen Laufwerk als dem ersten Laufwerk installieren, mssen Sie den FreeBSD-Boot-Manager auf beiden Laufwerken installieren.

Abbildung 2.17. Die Laufwerksauswahl verlassen
Die Laufwerksauswahl verlassen

Die Taste Tab wechselt zwischen dem zuletzt ausgewhlten Laufwerk und den Schaltflchen [OK] und [Cancel].

Drcken Sie einmal die Taste Tab, um [OK] auszuwhlen und drcken Sie anschlieend Enter um die Installation weiterzufhren.

2.6.5. Partitionen mit Bsdlabel anlegen

In jeder angelegten Slice mssen Sie Partitionen anlegen. Die Partitionen werden mit Buchstaben von a bis h gekennzeichnet. Die Buchstaben b, c und d haben eine besondere Bedeutung, die Sie beachten sollten.

Einige Anwendungen profitieren von einer besonderen Aufteilung der Partitionen, insbesondere wenn das System mehr als ein Laufwerk besitzt. Bei der ersten FreeBSD-Installation sollten Sie sich allerdings nicht zu viele Gedanken ber die Partitionen machen. Wichtiger ist, dass Sie FreeBSD installieren und benutzen. Wenn Sie mehr Erfahrung mit FreeBSD gesammelt haben, knnen Sie FreeBSD jederzeit mit anderen Partitionen installieren.

Das folgende Schema legt vier Partitionen an: Eine Partition fr den Auslagerungsbereich (swap space) und drei Partitionen fr Dateisysteme.

Tabelle 2.2. Partitionen auf dem ersten Laufwerk
PartitionDateisystemGreBeschreibung
a/1GBDas Root-Dateisystem. Jedes andere Dateisystem wird irgendwo unterhalb von diesem Dateisystem eingehangen. 1GB ist eine vernnftige Gre fr dieses Dateisystem. Sie werden hier wenig Daten speichern und FreeBSD bentigt ungefhr 128MB Platz auf diesem Dateisystem. Der Rest ist fr temporre Daten und die Reserve, falls knftige Versionen von FreeBSD mehr Platz in / bentigen.
bN/A2-3 x RAM

Der Auslagerungsbereich befindet sich auf der b-Partition. Es ist schon fast eine Kunst, die Gre des Auslagerungsbereichs richtig zu bestimmen. Eine gute Daumenregel ist, den Auslagerungsbereich zwei bis dreimal grer als den Hauptspeicher (RAM) anzulegen. Sie sollten mindestens 64MB fr den Auslagerungsbereich vorsehen. Wenn das System also weniger als 32MB Hauptspeicher besitzt, richten Sie einen 64MB groen Auslagerungsbereich ein.

Besitzt das System mehr als ein Laufwerk, knnen Sie auf jedem Laufwerk Auslagerungsbereiche anlegen. Da FreeBSD alle Auslagerungsbereiche benutzt, wird der Vorgang des Auslagerns durch mehrere Bereiche beschleunigt. Berechnen Sie in diesem Fall die Gre des bentigten Auslagerungsbereichs, beispielsweise 128MB, und teilen Sie die Gre durch die Anzahl der Laufwerke. Dies gibt die Gre des Auslagerungsbereichs auf jedem Laufwerk. Mit zwei Platten ergibt das in diesem Beispiel 64MB Auslagerungsbereich pro Platte.

e/var512MB bis 4096MBDas Verzeichnis /var enthlt Dateien, die sich dauernd ndern (Protokolldateien und Dateien fr Verwaltungszwecke) und auf die im Normalbetrieb oft zugegriffen wird. Liegen diese Dateien in einem gesonderten Dateisystem, kann FreeBSD den Zugriff auf die Dateien optimieren, ohne den Zugriff auf Dateien mit einem anderen Zugriffmuster zu stren.
f/usrDer Rest des Laufwerks (mindestens 8GB)Alle anderen Dateien werden normalerweise im Verzeichnis /usr oder einem Unterverzeichnis von /usr abgelegt.

Warnung:

Die eben genannten Werte dienen nur als Beispiel und sollten nur von erfahrenen Benutzern editiert werden. Wir empfehlen Ihnen, die vom Partitionseditor vorgeschlagene Aufteilung (Auto Defaults) zu verwenden.

Wenn Sie FreeBSD auf mehr als einem Laufwerk installieren, mssen Sie noch weitere Partitionen in den Slices auf den anderen Laufwerken anlegen. Am einfachsten legen Sie pro Laufwerk zwei Partitionen an: eine fr den Auslagerungsbereich und eine andere fr ein Dateisystem.

Tabelle 2.3. Partitionen auf weiteren Laufwerken
PartitionDateisystemGreBeschreibung
b--Wie schon besprochen, knnen Sie den Auslagerungsbereich auf mehrere Platten verteilen. Auch wenn die a-Partition frei ist, sollte der Auslagerungsbereich entsprechend der Konvention auf der b-Partition angelegt werden.
e/disknDer Rest des LaufwerksDer Rest der Platte wird von einer groen Partition eingenommen. Sie knnten fr diese Partition die a-Partition anstelle der e-Partition benutzen. Allerdings ist die a-Partition per Konvention fr das Root-Dateisystem (/) reserviert. Sie brauchen die Konvention nicht zu beachten, da aber sysinstall die Konvention beachtet, ist die Installation sauberer, wenn Sie das auch tun. Sie knnen das Dateisystem irgendwo einhngen. Das Beispiel schlgt die Verzeichnisse /diskn vor, wobei n die Laufwerke nummeriert. Sie knnen ein anderes Schema verwenden, wenn Sie mchten.

Wenn Sie die Aufteilung der Partitionen festgelegt haben, knnen Sie die Partitionen mit sysinstall anlegen. Es erscheint die nachstehende Meldung:

                                 Message
 Now, you need to create BSD partitions inside of the fdisk
 partition(s) just created. If you have a reasonable amount of disk
 space (1GB or more) and don't have any special requirements, simply
 use the (A)uto command to allocate space automatically. If you have
 more specific needs or just don't care for the layout chosen by
 (A)uto, press F1 for more information on manual layout.

                                [  OK  ]
                          [ Press enter or space ]

Drcken Sie Enter, um den FreeBSD-Partitionseditor, der Disklabel heit, zu starten.

Abbildung2.18, „Sysinstall Disklabel-Editor“ zeigt den Einstiegsbildschirm von Disklabel. Der Bildschirm ist in drei Bereiche geteilt.

Die ersten Zeilen zeigen den Namen des Laufwerks, das Sie gerade bearbeiten und die Slice, die die erstellten Partitionen enthlt (Disklabel spricht hier von Partitionen anstatt von Slices). Der freie Platz einer Slice, der noch keiner Partition zugeordnet ist, wird ebenfalls angezeigt.

In der Mitte des Bildschirms werden die angelegten Partitionen, der Name des Dateisystems, das sich in der Partition befindet, dessen Gre und die Optionen zum Erstellen des Dateisystems angezeigt.

Das untere Drittel des Bildschirms zeigt die in Disklabel gltigen Tastenkombinationen.

Abbildung 2.18. Sysinstall Disklabel-Editor
Sysinstall Disklabel-Editor

Disklabel kann fr Sie automatisch Partitionen mit vorgegebenen Gren erstellen (diese Standardgren werden durch einen internen Partitionierungsalgorithmus ermittelt, der auf der Plattengre beruht). Probieren Sie das bitte jetzt aus und drcken Sie die Taste A. Der Bildschirm sieht danach hnlich wie in Abbildung2.19, „Sysinstall Disklabel-Editor mit automatischen Vorgaben“ aus. Abhngig von der Gre des Laufwerks knnen die Vorgabewerte richtig oder falsch sein. Da Sie die Vorgaben nicht akzeptieren mssen, spielt das keine Rolle.

Anmerkung:

FreeBSD legt das Verzeichnis /tmp in einer eigenen Partition an. Dies verhindert, dass sich die Root-Partition mit temporren Dateien fllt.

Abbildung 2.19. Sysinstall Disklabel-Editor mit automatischen Vorgaben
Sysinstall Disklabel-Editor mit automatischen Vorgaben

Wollen Sie die vorgegebenen Partitionen nicht verwenden und durch eigene ersetzen, markieren Sie mit den Pfeiltasten die erste Partition und drcken Sie die Taste D, um die Partition zu lschen. Wiederholen Sie dies fr alle vorgegebenen Partitionen.

Um die erste Partition (a), die als / eingehangen wird, zu erstellen, drcken Sie die Taste C. Stellen Sie dabei sicher, dass die richtige Slice im oberen Teil des Bildschirms markiert ist. Wie in Abbildung2.20, „Die Gre einer Partition festlegen“, erscheint ein Fenster, in dem Sie die Gre der Partition angeben mssen. Sie knnen die Gre in Blcken oder einer Zahl gefolgt von M fr Megabyte, G fr Gigabyte oder C fr Zylinder angeben.

Abbildung 2.20. Die Gre einer Partition festlegen
Die Gre einer Partition festlegen

Die vorgegebene Gre erstellt eine Partition, die den Rest der Slice ausfllt. Wenn Sie die Gren aus dem frheren Beispiel verwenden, lschen Sie die vorgeschlagene Gre mit der Taste Backspace und tragen Sie 512M ein, wie in Abbildung2.21, „Die Gre einer Partition ndern“ gezeigt. Drcken Sie anschlieend [OK].

Abbildung 2.21. Die Gre einer Partition ndern
Die Gre einer Partition ndern

Nachdem Sie die Gre der Partition festgelegt haben, werden Sie gefragt, ob die Partition ein Dateisystem oder einen Auslagerungsbereich enthalten soll (siehe Abbildung2.22, „Den Partitionstyp festlegen“). Die erste Partition enthlt ein Dateisystem, whlen Sie FS aus und drcken Sie die Taste Enter.

Abbildung 2.22. Den Partitionstyp festlegen
Den Partitionstyp festlegen

Abschlieend mssen Sie, weil Sie ein Dateisystem erstellen, angeben, wo das Dateisystem eingehangen wird. Die Eingabe ist in Abbildung2.23, „Den Mountpoint festlegen“ dargestellt. Das Root-Dateisystem wird in / eingehangen, geben Sie daher / ein und drcken Sie die Taste Enter.

Abbildung 2.23. Den Mountpoint festlegen
Den Mountpoint festlegen

Auf dem Bildschirm wird jetzt die neu angelegte Partition angezeigt. Wiederholen Sie diese Prozedur fr die restlichen Partitionen. Beim Anlegen des Auslagerungsbereichs werden Sie nicht nach einem Mountpoint gefragt, da ein Auslagerungsbereich nie eingehangen wird. Wenn Sie die letzte Partition anlegen, /usr, knnen Sie die vorgeschlagene Gre stehen lassen. Das Dateisystem wird dann den Rest der Slice einnehmen.

Der letzte Bildschirm von Disklabel sieht wie in Abbildung2.24, „Sysinstall Disklabel-Editor“ aus (Ihre Werte werden von den gezeigten Werten abweichen). Drcken Sie die Taste Q, um Disklabel zu verlassen.

Abbildung 2.24. Sysinstall Disklabel-Editor
Sysinstall Disklabel-Editor

2.7. Den Installationsumfang bestimmen

2.7.1. Die Distribution auswhlen

Welche Software Sie installieren, hngt hauptschlich vom Zweck des Rechners und dem zur Verfgung stehenden Plattenplatz ab. Die vorgegebenen Distributionen reichen von der minimalen Installation bis hin zu einer kompletten Installation. Anfnger sollten eine der vorgegebenen Distributionen auswhlen, erfahrene Benutzer knnen die zu installierende Distribution anpassen.

Die Taste F1 fhrt zu einem Hilfebildschirm, der die Distributionen und deren Inhalte beschreibt. Drcken Sie Enter, um die Hilfe zu verlassen und zur Auswahl der Distribution zurckzukehren.

Wenn Sie eine graphische Benutzeroberflche installieren wollen, mssen Sie die Konfiguration des X-Servers und die Auswahl der Benutzeroberflche nach erfolgreicher Installation durchfhren. Die Installation und Konfiguration des X-Servers wird in Kapitel6, Das X-Window-System besprochen.

Wenn Sie einen angepassten Kernel erstellen wollen, whlen Sie eine Distribution aus, die den Quellcode (source code) enthlt. Warum und wie Sie einen angepassten Kernel erstellen, erfahren Sie in Kapitel9, Konfiguration des FreeBSD-Kernels.

Natrlich ist das flexibelste System das, auf dem alles installiert ist. Wenn das System ber ausreichend Plattenplatz verfgt, whlen Sie mit den Pfeiltasten die Option All aus (siehe Abbildung2.25, „Die Distribution auswhlen“) und drcken die Taste Enter. Wenn Sie Bedenken haben, dass der Plattenplatz nicht ausreicht, whlen Sie eine Distribution, die weniger Software enthlt. Machen Sie sich keine unntigen Sorgen um die richtige Distribution, ausgelassene Distribution knnen spter nachinstalliert werden.

Abbildung 2.25. Die Distribution auswhlen
Die Distribution auswhlen

2.7.2. Die Ports-Sammlung installieren

Nach der Auswahl der Distribution haben Sie Gelegenheit, die FreeBSD-Ports-Sammlung zu installieren. Mit der Ports-Sammlung lsst sich Software Dritter auf einfache Art und Weise installieren. Der Quellcode der zu installierenden Software ist nicht in der Ports-Sammlung enthalten. Stattdessen enthlt die Ports-Sammlung Dateien, die den Installationsprozess (herunterladen, bersetzen und installieren) automatisieren. Die Ports-Sammlung wird in Kapitel5, Installieren von Anwendungen: Pakete und Ports besprochen.

Der Installationsprozess prft nicht, ob ausreichend Platz fr die Ports-Sammlung vorhanden ist. Whlen Sie die Ports-Sammlung bitte nur aus, wenn das System ber ausreichenden Platz verfgt. In FreeBSD10.0 nimmt die Ports-Sammlung ungefhr 500MB Plattenplatz in Anspruch. Neuere Versionen von FreeBSD bentigen mit Sicherheit noch mehr Platz.

                         User Confirmation Requested
 Would you like to install the FreeBSD ports collection?

 This will give you ready access to over 24,000 ported software packages,
 at a cost of around 500MB of disk space when "clean" and possibly much
 more than that if a lot of the distribution tarballs are loaded
 (unless you have the extra CDs from a FreeBSD CD/DVD distribution
 available and can mount it on /cdrom, in which case this is far less
 of a problem).

 The ports collection is a very valuable resource and well worth having
 on your /usr partition, so it is advisable to say Yes to this option.

 For more information on the ports collection & the latest ports,
 visit:
     http://www.FreeBSD.org/ports

                              [ Yes ]     No

Whlen Sie mit den Pfeiltasten [Yes] aus, um die Ports-Sammlung zu installieren. Whlen Sie [No] aus, um die Ports-Sammlung auszulassen. Drcken Sie danach die Taste Enter, es erscheint wieder das Distributionsmen.

Abbildung 2.26. Die Distributionen besttigen
Die Distributionen besttigen

Wenn Sie mit den ausgewhlten Optionen zufrieden sind, whlen Sie mit den Pfeiltasten Exit aus (stellen Sie sicher, dass [OK] aktiv ist) und drcken Sie die Taste Enter.

2.8. Das Installationsmedium auswhlen

Wenn Sie von einer CD-ROM oder einer DVD installieren, whlen Sie bitte Install from a FreeBSD CD/DVD aus. Stellen Sie sicher, dass [OK] aktiv ist und drcken Sie dann die Taste Enter, um mit der Installation fortzufahren.

Wenn Sie ein anderes Installationsmedium benutzen, whlen Sie die passende Option aus und folgen den angezeigten Anweisungen.

Die Hilfeseiten ber Installationsmedien erreichen Sie mit der Taste F1. Drcken Sie Enter, um zur Auswahl des Installationsmediums zurckzukehren.

Abbildung 2.27. Das Installationsmedium auswhlen
Das Installationsmedium auswhlen

FTP-Installationsmodi:

Sie knnen zwischen drei FTP-Installationsmodi whlen: Active-FTP, Passive-FTP oder ber einen HTTP-Proxy.

FTP Active: Install from an FTP server

Diese Option fhrt alle FTP-Operationen im Active-Mode aus. Dieser Modus funktioniert nicht durch Firewalls, er funktioniert aber mit alten FTP-Servern, die den Passive-Mode nicht beherrschen. Wenn die Verbindung im Passive-Mode (das ist die Vorgabe) hngt, versuchen Sie den Active-Mode.

FTP Passive: Install from an FTP server through a firewall

Mit dieser Option benutzt sysinstall den Passive-Mode fr alle FTP-Operationen. In diesem Modus funktionieren Verbindungen durch Firewalls, die einkommende Pakete auf beliebigen TCP-Ports blockieren.

FTP via a HTTP proxy: Install from an FTP server through a http proxy

Diese Option weist sysinstall an, alle FTP-Operationen mit HTTP ber einen Proxy (wie ein Web-Browser) durchzufhren. Der Proxy leitet die Anfragen an den richtigen FTP-Server weiter. Mit dieser Option passieren Sie eine Firewall, die FTP-Verbindungen verbietet, aber einen HTTP-Proxy anbietet. Neben dem FTP-Server mssen Sie in diesem Fall den Proxy-Server angeben.

Bei einem FTP-Proxy-Server mssen Sie normalerweise den Ziel-FTP-Server als Teil des Benutzernamens hinter dem Klammeraffen (@) angeben. Der Proxy-Server bernimmt die Kommunikation mit dem Ziel-FTP-Server. Nehmen wir an, Sie wollen von ftp.FreeBSD.org ber den FTP-Proxy foo.example.com auf Port 1234 installieren.

Whlen Sie das Men Options aus und setzen Sie dort den FTP-Benutzernamen (username) auf ftp@ftp.FreeBSD.org. Als Passwort geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Setzen Sie das Installationsmedium auf Active-FTP oder Passive-FTP, je nachdem welchen Modus der Proxy-Server untersttzt. Fr die URL geben Sie ftp://foo.example.com:1234/pub/FreeBSD an.

Der Proxy-Server foo.example.com leitet Zugriffe auf das Verzeichnis /pub/FreeBSD an den Server ftp.FreeBSD.org weiter. Daher knnen foo.example.com als FTP-Server angeben.

2.9. Die Installation festschreiben

Wenn Sie wnschen, kann die Installation nun beginnen. Dies ist die letzte Gelegenheit, die Installation abzubrechen und nderungen auf der Festplatte zu vermeiden.

                       User Confirmation Requested
 Last Chance! Are you SURE you want to continue the installation?

 If you're running this on a disk with data you wish to save then WE
 STRONGLY ENCOURAGE YOU TO MAKE PROPER BACKUPS before proceeding!

 We can take no responsibility for lost disk contents!

                             [ Yes ]    No

Whlen Sie [Yes] aus und drcken Sie Enter, um weiter zu machen.

Die Installationsdauer hngt von den ausgewhlten Distributionen, dem Installationsmedium und der Geschwindigkeit des Rechners ab. Whrend der Installation wird der Fortgang mit Statusmeldungen angezeigt.

Die Installation ist beendet, wenn die folgende Meldung erscheint:

                               Message

Congratulations! You now have FreeBSD installed on your system.

We will now move on to the final configuration questions.
For any option you do not wish to configure, simply select No.

If you wish to re-enter this utility after the system is up, you may
do so by typing: /usr/sbin/sysinstall.

                                 [ OK ]

                      [  Press enter or space  ]

Drcken Sie die Taste Enter, um die Nacharbeiten durchzufhren.

Wenn Sie [No] auswhlen und Enter drcken wird die Installation abgebrochen und das System wird nicht verndert. Die nachstehende Meldung wird angezeigt:

                                Message
Installation complete with some errors.  You may wish to scroll
through the debugging messages on VTY1 with the scroll-lock feature.
You can also choose "No" at the next prompt and go back into the
installation menus to retry whichever operations have failed.

                                 [ OK ]

Die Meldung wird angezeigt, weil nichts installiert wurde. Drcken Sie Enter, um in das Hauptmen zurckzukehren. Dort knnen Sie die Installationsprozedur verlassen.

2.10. Arbeiten nach der Installation

Nach einer erfolgreichen Installation wird das System konfiguriert. Sie knnen das System direkt konfigurieren oder nach einem Neustart. Nach einem Neustart rufen Sie sysinstall auf und whlen den Menpunkt Configure.

2.10.1. Netzwerkkonfiguration

Wenn Sie schon PPP fr eine FTP-Installation konfiguriert haben, erscheint dieser Bildschirm nicht. Sie knnen die Konfiguration spter in sysinstall vornehmen.

Netzwerke und die Konfiguration von FreeBSD als Gateway oder Router werden eingehend im Kapitel Weiterfhrende Netzwerkthemen behandelt.

                      User Confirmation Requested
   Would you like to configure any Ethernet or PPP network devices?

                             [ Yes ]   No

Wenn Sie eine Netzwerkkarte konfigurieren wollen, whlen Sie [Yes] aus und drcken Sie die Taste Enter. Whlen Sie [No], um die Netzwerkkonfiguration zu berspringen.

Abbildung 2.28. Eine Netzwerkkarte auswhlen
Eine Netzwerkkarte auswhlen

Whlen Sie die zu konfigurierende Karte mit den Pfeiltasten aus und drcken Sie die Taste Enter.

                      User Confirmation Requested
       Do you want to try IPv6 configuration of the interface?

                              Yes   [ No ]

Fr das gezeigte Installationsbeispiel gengte das momentan verwendete Internet-Protokoll (IPv4). Daher wurde mit den Pfeiltasten [No] ausgewhlt und mit der Taste Enter besttigt.

Wenn Sie durch einen RA-Server mit einem IPv6-Netzwerk verbunden sind, whlen Sie bitte [Yes] und drcken die Taste Enter. Die Suche nach den RA-Servern dauert einige Sekunden.

                             User Confirmation Requested
        Do you want to try DHCP configuration of the interface?

                              Yes   [ No ]

Falls Sie das Dynamic Host Configuration Protocol (DHCP) nicht verwenden, whlen Sie [No] aus und drcken Sie Enter.

Wenn Sie [Yes] auswhlen, wird das Programm dhclient ausgefhrt und bei Erfolg die Netzwerkkarte konfiguriert. Mehr ber DHCP knnen Sie in Abschnitt30.5, „Automatische Netzwerkkonfiguration mit DHCP“ nachlesen.

Der nchste Bildschirmabzug zeigt die Netzwerkkonfiguration eines Systems, das Gateway fr das lokale Netz ist.

Abbildung 2.29. Die Netzwerkkarte ed0 konfigurieren
Die Netzwerkkarte ed0 konfigurieren

Tragen Sie in die Felder, die Sie mit der Taste Tab auswhlen knnen, die richtige Konfiguration ein.

Host

Der vollstndige Rechnername (fully-qualified hostname), wie in diesem Beispiel k6-2.example.com.

Domain

Der Domain-Name, in dem sich der Rechner befindet. Im Beispiel ist das example.com.

IPv4 Gateway

Die IP-Adresse des Rechners, der Pakete an entfernte Netze weiterleitet. Sie mssen dieses Feld ausfllen, wenn der sich der Rechner in einem Netzwerk befindet. Lassen Sie das Feld leer, wenn der Rechner der Gateway in das Internet ist. Der IPv4-Gateway wird auch default gateway oder default route genannt.

Name server

Die IP-Adresse des lokalen DNS-Servers. Im Beispiel gibt es keinen lokalen DNS-Server, daher wurde der DNS-Server des Providers (208.163.10.2) benutzt.

IPv4 address

Die IP-Adresse der Netzwerkkarte (192.168.0.1).

Netmask (Netzmaske)

Im Beispiel werden Adressen aus einem KlasseC Netz (192.168.0.0 bis 192.168.0.255) benutzt. Standardmig besitzt ein KlasseC Netz die Netzmaske 255.255.255.0.

Extra options to ifconfig (Optionen fr ifconfig)

Zustzliche Optionen fr den Befehl ifconfig, die spezifisch fr die verwendete Netzwerkkarte sind. Im Beispiel sind keine Optionen angegeben.

Wenn Sie alle Werte eingegeben haben, whlen Sie mit Tab [OK] aus und drcken Sie Enter.

                      User Confirmation Requested
        Would you like to bring the ed0 interface up right now?

                             [ Yes ]   No

Wenn Sie [Yes] auswhlen und Enter drcken, wird die Netzwerkkonfiguration aktiviert. Allerdings bringt dies zu diesem Zeitpunkt nicht viel, da der Rechner noch neu gestartet werden muss.

2.10.2. Gateway einrichten

                       User Confirmation Requested
       Do you want this machine to function as a network gateway?

                              [ Yes ]    No

Whlen Sie [Yes], wenn der Rechner ein Gateway fr ein lokales Netz ist und Pakete an andere Netze weiterleitet. Wenn der Rechner ein normaler Netzknoten ist, whlen Sie [No] aus. Besttigen Sie die auswahl mit der Taste Enter.

2.10.3. IP-Dienste einrichten

                      User Confirmation Requested
Do you want to configure inetd and the network services that it provides?

                               Yes   [ No ]

Wenn [No] ausgewhlt wird, werden Dienste wie telnetd nicht aktiviert. Benutzer knnen sich dann von entfernten Rechnern nicht mit telnet an dieser Maschine anmelden. Lokale Benutzer knnen aber auf entfernte Rechner mit telnet zugreifen.

Die Dienste knnen Sie nach der Installation aktivieren, indem Sie die Datei /etc/inetd.conf editieren. Dies wird in Abschnitt30.2.1, „berblick“ beschrieben.

Wenn Sie jetzt weitere Dienste aktivieren mchten, whlen Sie [Yes] aus. Es erscheint die nachstehende Rckfrage:

                      User Confirmation Requested
The Internet Super Server (inetd) allows a number of simple Internet
services to be enabled, including finger, ftp and telnetd.  Enabling
these services may increase risk of security problems by increasing
the exposure of your system.

With this in mind, do you wish to enable inetd?

                             [ Yes ]   No

Besttigen Sie die Rckfrage mit [Yes].

                      User Confirmation Requested
inetd(8) relies on its configuration file, /etc/inetd.conf, to determine
which of its Internet services will be available.  The default FreeBSD
inetd.conf(5) leaves all services disabled by default, so they must be
specifically enabled in the configuration file before they will
function, even once inetd(8) is enabled.  Note that services for
IPv6 must be separately enabled from IPv4 services.

Select [Yes] now to invoke an editor on /etc/inetd.conf, or [No] to
use the current settings.

                             [ Yes ]   No

Wenn Sie [Yes] auswhlen, knnen Sie Dienste aktivieren, in dem Sie das Zeichen # am Zeilenanfang entfernen.

Abbildung 2.30. inetd.conf editieren
inetd.conf editieren

Wenn Sie die gewnschten Dienste aktiviert haben, drcken Sie die Taste Esc. Es erscheint ein Men, in dem Sie die nderungen abspeichern und den Editor verlassen knnen.

2.10.4. SSH aktivieren

                      User Confirmation Requested
                  Would you like to enable SSH login?
                           Yes        [  No  ]

Durch die Auswahl von [Yes], wird sshd(8), der OpenSSH-Daemon aktiviert. Danach ist es mglich, sich ber eine verschlsselte Verbindung auf Ihrem System anzumelden. Weitere Informationen ber OpenSSH finden Sie in Abschnitt15.10, „OpenSSH“ des FreeBSD-Handbuchs.

2.10.5. Anonymous-FTP

                      User Confirmation Requested
 Do you want to have anonymous FTP access to this machine?

                              Yes    [ No ]

2.10.5.1. Anonymous-FTP verbieten

Wenn Sie die vorgegebene Auswahl [No] mit der Taste Enter besttigen, knnen Benutzer, die ein Konto und ein Passwort auf dem System besitzen, immer noch mit FTP auf das System zugreifen.

2.10.5.2. Anonymous-FTP erlauben

Wenn Sie Anonymous-FTP erlauben, darf jeder auf Ihr System zugreifen. Bedenken Sie die Folgen fr die Systemsicherheit (siehe Kapitel15, Sicherheit) bevor Sie diese Option aktivieren.

Um Anonymous-FTP zu aktivieren, whlen Sie mit den Pfeiltasten [Yes] aus und drcken Sie die Taste Enter. Es erscheint folgende Meldung:

                       User Confirmation Requested
 Anonymous FTP permits un-authenticated users to connect to the system
 FTP server, if FTP service is enabled.  Anonymous users are
 restricted to a specific subset of the file system, and the default
 configuration provides a drop-box incoming directory to which uploads
 are permitted.  You must separately enable both inetd(8), and enable
 ftpd(8) in inetd.conf(5) for FTP services to be available.  If you
 did not do so earlier, you will have the opportunity to enable inetd(8)
 again later.

 If you want the server to be read-only you should leave the upload
 directory option empty and add the -r command-line option to ftpd(8)
 in inetd.conf(5)

 Do you wish to continue configuring anonymous FTP?

                          [ Yes ]         No

Diese Nachricht informiert Sie darber, dass der FTP-Dienst auch in der Datei /etc/inetd.conf aktiviert werden muss, wenn Sie anonyme FTP-Verbindungen erlauben wollen (lesen Sie dazu auch Abschnitt2.10.3, „IP-Dienste einrichten“ des FreeBSD-Handbuchs). Whlen Sie [Yes] und drcken Sie Enter, um fortzufahren. Danach erscheint der folgende Bildschirm:

Abbildung 2.31. Anonymous-FTP konfigurieren
Anonymous-FTP konfigurieren

Mit der Taste Tab wechseln Sie zwischen den Feldern, in die Sie die bentigten Informationen eingeben.

UID

Die User-ID, die dem anonymen FTP-Benutzer zugewiesen werden soll. Alle hochgeladenen Dateien werden diesem User-ID gehren.

Group

Die Gruppe, zu der der anonyme FTP-Benutzer gehren soll.

Comment

Eine Beschreibung dieses Benutzers in der Datei /etc/passwd.

FTP Root Directory

Ort, an dem Dateien fr anonymen FTP-Zugang bereitgestellt werden sollen.

Upload Subdirectory

Das Verzeichnis, in dem von einem anonymen FTP-Benutzer hochgeladene Dateien gespeichert werden.

Das FTP-Wurzelverzeichnis wird per Voreinstellung in /var angelegt. Wenn in /var zu wenig Platz vorhanden ist, knnen Sie das FTP-Wurzelverzeichnis beispielsweise nach /usr/ftp verlegen.

Wenn Sie mit den Einstellungen zufrieden sind, drcken Sie die Taste Enter.

                          User Confirmation Requested
         Create a welcome message file for anonymous FTP users?

                              [ Yes ]    No

Wenn Sie [Yes] auswhlen und mit Enter besttigen, knnen Sie die Begrungsmeldung des FTP-Servers in einem Editor ndern.

Abbildung 2.32. Begrungsmeldung des FTP-Servers editieren
Begrungsmeldung des FTP-Servers editieren

Der Editor, in dem Sie sich befinden, heit ee. Folgen Sie den Anweisungen, um die Meldung zu editieren. Sie knnen die Meldung auch spter in einem Editor Ihrer Wahl editieren. Merken Sie sich dazu den Dateinamen, der im Editor unten angezeigt wird.

Wenn Sie die Taste Esc drcken, erscheint ein Men, in dem a) leave editor vorgewhlt ist. Drcken Sie die Taste Enter, um den Editor zu verlassen. Falls Sie nderungen vorgenommen haben, besttigen Sie die nderungen nochmals mit Enter.

2.10.6. Network-File-System einrichten

Mit dem Network-File-System (NFS) knnen Sie ber ein Netzwerk auf Dateien zugreifen. Ein Rechner kann NFS-Server, NFS-Client oder beides sein. NFS wird in Abschnitt30.3, „NFS – Network File System“ besprochen.

2.10.6.1. NFS-Server einrichten

                       User Confirmation Requested
 Do you want to configure this machine as an NFS server?

                              Yes    [ No ]

Wenn Sie keinen NFS-Server bentigen, whlen Sie [No] aus und besttigen Sie mit Enter.

Wenn Sie [Yes] auswhlen, erscheint der Hinweis, dass die Datei exports angelegt werden muss.

                               Message
Operating as an NFS server means that you must first configure an
/etc/exports file to indicate which hosts are allowed certain kinds of
access to your local filesystems.
Press [Enter] now to invoke an editor on /etc/exports
                               [ OK ]

Drcken Sie Enter und es wird ein Editor gestartet, in dem Sie die Datei exports editieren knnen.

Abbildung 2.33. exports editieren
exports editieren

Folgen Sie den Anweisungen, um Dateisysteme zu exportieren. Sie knnen die Datei auch spter in einem Editor Ihrer Wahl editieren. Merken Sie sich dazu den Dateinamen, der im Editor unten angezeigt wird.

Drcken Sie die Taste Esc und es erscheint ein Men, in dem a) leave editor vorgewhlt ist. Drcken Sie die Taste Enter, um den Editor zu verlassen.

2.10.6.2. NFS-Client einrichten

Mit einem NFS-Client knnen Sie auf NFS-Server zugreifen.

                       User Confirmation Requested
 Do you want to configure this machine as an NFS client?

                              Yes   [ No ]

Whlen Sie entweder [Yes] oder [No] aus und drcken Sie Enter.

2.10.7. Die Systemkonsole einrichten

Sie knnen verschiedene Merkmale der Systemkonsole anpassen.

                      User Confirmation Requested
       Would you like to customize your system console settings?

                              [ Yes ]  No

Wenn Sie die Merkmale der Systemkonsole anpassen wollen, whlen Sie [Yes] aus und drcken Sie die Taste Enter.

Abbildung 2.34. Merkmale der Systemkonsole
Merkmale der Systemkonsole

Oft wird ein Bildschirmschoner auf der Konsole aktiviert. Wlen Sie mit den Pfeiltasten Saver aus und drcken Sie die Taste Enter.

Abbildung 2.35. Bildschirmschoner auswhlen
Bildschirmschoner auswhlen

Whlen Sie den gewnschten Bildschirmschoner mit den Pfeiltasten aus und drcken Sie Enter. Das Konfigurationsmen der Systemkonsole erscheint wieder.

In der Voreinstellung wird der Bildschirmschoner nach 300Sekunden aktiviert. Um diese Zeitspanne zu ndern, whlen Sie wieder Saver aus. Mit den Pfeiltasten whlen Sie dann Timeout aus und drcken Enter. Es erscheint ein Eingabefenster:

Abbildung 2.36. Den Bildschirmschoner einstellen
Den Bildschirmschoner einstellen

ndern Sie die Zeitspanne und whlen Sie [OK] aus. Mit Enter kehren Sie in das Konfigurationsmen der Systemkonsole zurck.

Abbildung 2.37. Die Konfiguration der Systemkonsole verlassen
Die Konfiguration der Systemkonsole verlassen

Um die Nacharbeiten fortzufhren, whlen Sie Exit aus und drcken Sie Enter.

2.10.8. Die Zeitzone einstellen

Wenn Sie die Zeitzone richtig einstellen, kann Ihr Rechner automatisch regional bedingte Zeitumstellungen ausfhren und andere von der Zeitzone abhngige Funktionen handhaben.

Das folgende Beispiel gilt fr den Osten der USA. Ihre Auswahl hngt vom geographischen Standort Ihres Rechners ab.

                      User Confirmation Requested
          Would you like to set this machine's time zone now?

                            [ Yes ]   No

Um die Zeitzone einzustellen, whlen Sie [Yes] und drcken Enter.

                       User Confirmation Requested
 Is this machine's CMOS clock set to UTC? If it is set to local time
 or you don't know, please choose NO here!

                              Yes   [ No ]

Je nachdem ob die Systemzeit die Zeitzone UTC verwendet, whlen Sie [Yes] oder [No] aus. Besttigen Sie die Auswahl mit der Taste Enter.

Abbildung 2.38. Das Gebiet auswhlen
Das Gebiet auswhlen

Whlen Sie mit den Pfeiltasten das richtige Gebiet aus und drcken Sie Enter.

Abbildung 2.39. Das Land auswhlen
Das Land auswhlen

Whlen Sie mit den Pfeiltasten das richtige Land aus und drcken Sie Enter.

Abbildung 2.40. Die Zeitzone auswhlen
Die Zeitzone auswhlen

Whlen Sie mit den Pfeiltasten die richtige Zeitzone aus drcken Sie Enter.

                            Confirmation
            Does the abbreviation 'EDT' look reasonable?

                            [ Yes ]   No

Wenn die angezeigte Abkrzung der Zeitzone richtig ist, besttigen Sie diese mit der Taste Enter.

2.10.9. Linux-Kompatibilitt

Anmerkung:

Die folgenden Anweisungen sind nur fr FreeBSD7.X gltig. Installieren Sie eine FreeBSD8.X-Version, wird der folgende Bildschirm nicht angezeigt.

                      User Confirmation Requested
          Would you like to enable Linux binary compatibility?

                            [ Yes ]   No

Wenn Sie [Yes] auswhlen und Enter drcken, knnen Sie Linux-Software auf FreeBSD laufen lassen. Spter wird dazu die notwendige Software installiert.

Wenn Sie ber FTP installieren, mssen Sie mit dem Internet verbunden sein. Einige FTP-Server bieten nicht alle verfgbare Software an. Es kann sein, dass die ntige Software fr die Linux-Kompatibilitt nicht installiert werden kann, dies knnen Sie spter jedoch nachholen.

2.10.10. Die Maus konfigurieren

Mit einer 3-Tasten-Maus knnen Sie Texte auf der Konsole und in Programmen markieren und einfgen (cut and paste). Wenn Sie eine 2-Tasten-Maus besitzen, knnen Sie eine 3-Tasten-Maus emulieren. Lesen Sie dazu nach der Installation die Hilfeseite moused(8). Das folgende Beispiel zeigt die Konfiguration einer nicht-USB-Maus (PS/2 oder serielle Maus):

                      User Confirmation Requested
         Does this system have a PS/2, serial, or bus mouse?

                            [ Yes ]    No 

Whlen Sie [Yes] fr eine PS/2-, eine serielle oder eine Bus-Maus. Haben Sie hingegen eine USB-Maus, whlen Sie [No]. Danach drcken Sie Enter.

Abbildung 2.41. Das Mausprotokoll festlegen
Das Mausprotokoll festlegen

Markieren Sie mit den Pfeiltasten Type und drcken Sie press Enter.

Abbildung 2.42. Das Mausprotokoll festlegen
Das Mausprotokoll festlegen

Im Beispiel wurde eine PS/2-Maus verwendet, sodass die Vorgabe Auto passend war. Sie knnen das Protokoll mit den Pfeiltasten ndern. Stellen Sie sicher, dass [OK] aktiviert ist und verlassen Sie das Men mit der Taste Enter.

Abbildung 2.43. Den Mausport einstellen
Den Mausport einstellen

Whlen Sie mit den Pfeiltasten Port und drcken Sie die Taste Enter.

Abbildung 2.44. Den Mausport einstellen
Den Mausport einstellen

Im Beispiel wurde eine PS/2-Maus verwendet, sodass die Vorgabe PS/2 richtig war. Sie knnen den Port mit den Pfeiltasten ndern. Besttigen Sie die Auswahl mit der Taste Enter.

Abbildung 2.45. Den Mouse-Daemon aktivieren
Den Mouse-Daemon aktivieren

Whlen Sie nun mit den Pfeiltasten Enable aus und drcken Sie die Taste Enter, um den Mouse-Daemon zu aktivieren und zu testen.

Abbildung 2.46. Den Mouse-Daemon testen
Den Mouse-Daemon testen

Bewegen Sie die Maus hin und her und prfen Sie, dass sich der Mauszeiger entsprechend bewegt. Wenn alles in Ordnung ist, whlen Sie [Yes] aus und drcken Sie Enter. Wenn sich die Maus nicht richtig verhlt, wurde sie nicht korrekt konfiguriert. Whlen Sie in diesem Fall [No] und versuchen Sie, die Einstellungen zu korrigieren.

Um mit den Nacharbeiten fortzufahren, whlen Sie mit den Pfeiltasten Exit aus und drcken Sie Enter.

2.10.11. Pakete installieren

Pakete (packages) sind schon bersetzte Programme und sind ein zweckmiger Weg, Programme zu installieren.

Beispielhaft wird im Folgenden die Installation eines Paketes gezeigt. In diesem Schritt knnen auch weitere Pakete installiert werden. Nach der Installation knnen Sie mit sysinstall zustzliche Pakete installieren.

                     User Confirmation Requested
 The FreeBSD package collection is a collection of hundreds of
 ready-to-run applications, from text editors to games to WEB servers
 and more. Would you like to browse the collection now?

                            [ Yes ]   No

Nachdem Sie [ Yes ] ausgewhlt und Enter gedrckt haben, gelangen Sie in die Paketauswahl:

Abbildung 2.47. Die Paketkategorie aussuchen
Die Paketkategorie aussuchen

Es stehen nur die Pakete zur Auswahl, die sich auf dem momentanen Installationsmedium befinden.

Wenn Sie All auswhlen, werden alle Pakete angezeigt. Sie knnen die Anzeige auf die Pakete einer Kategorie beschrnken. Whlen Sie mit den Pfeiltasten die Kategorie aus und drcken Sie die Taste Enter.

Ein Men mit allen Paketen der ausgewhlten Kategorie erscheint:

Abbildung 2.48. Pakete auswhlen
Pakete auswhlen

Im gezeigten Bildschirm ist das Paket bash ausgewhlt. Sie knnen weitere Pakete auswhlen, indem Sie die Pakete mit den Pfeiltasten markieren und die Taste Space drcken. In der unteren linken Ecke des Bildschirms wird eine Kurzbeschreibung des ausgewhlten Pakets angezeigt.

Die Taste Tab wechselt zwischen dem zuletzt ausgesuchten Paket, [OK] und [Cancel].

Wenn Sie die zu installierenden Pakete ausgewhlt haben, drcken Sie einmal Tab, um [OK] zu markieren. Drcken Sie dann Enter, um wieder in die Paketauswahl zu gelangen.

Die rechte und die linke Pfeiltaste wechseln ebenfalls zwischen [OK] und [Cancel]. Mit diesen Tasten knnen Sie auch [OK] auswhlen und dann mit Enter zur Paketauswahl zurckkehren.

Abbildung 2.49. Pakete installieren
Pakete installieren

Benutzen Sie die Taste Tab und die Pfeiltasten um [Install] auszuwhlen. Drcken Sie anschlieend die Taste Enter. Sie mssen jetzt die Installation der Pakete besttigen:

Abbildung 2.50. Paketinstallation besttigen
Paketinstallation besttigen

Die Paketinstallation wird gestartet, wenn Sie [OK] auswhlen und Enter drcken. Den Verlauf der Installation knnen Sie anhand der angezeigten Meldungen verfolgen; achten Sie dabei auf Fehlermeldungen.

Nach der Paketinstallation knnen Sie die Nacharbeiten fortsetzen. Wenn Sie keine Pakete ausgewhlt haben und die Nacharbeiten fortsetzen mchten, whlen Sie trotzdem [Install] aus.

2.10.12. Benutzer und Gruppen anlegen

Whrend der Installation sollten Sie mindestens ein Benutzerkonto anlegen, sodass Sie das System ohne das Konto root benutzen knnen. Normalerweise ist die Root-Partition recht klein und luft schnell voll, wenn Sie Anwendungen unter dem root-Konto laufen lassen. Vor der grten Gefahr warnt der nachstehende Hinweis:

                     User Confirmation Requested
 Would you like to add any initial user accounts to the system? Adding
 at least one account for yourself at this stage is suggested since
 working as the "root" user is dangerous (it is easy to do things which
 adversely affect the entire system).

                            [ Yes ]   No

Der Bildschirm auf Deutsch:

                      Besttigung erforderlich
 Wollen Sie Benutzerkonten anlegen?  Wir empfehlen, mindestens
 ein Konto fr sich selbst anzulegen, da es gefhrlich
 ist, unter "root" zu arbeiten (es ist leicht, Befehle einzugeben,
 die das System nachhaltig beeintrchtigen).

                            [ Yes ]   No

Um ein Benutzerkonto anzulegen, whlen Sie [Yes] aus und drcken Enter.

Abbildung 2.51. Benutzerkonto auswhlen
Benutzerkonto auswhlen

Markieren Sie User mit den Pfeiltasten und drcken Sie die Taste Enter.

Abbildung 2.52. Benutzerkonto anlegen
Benutzerkonto anlegen

Whlen Sie die Felder zum Ausfllen mit der Taste Tab aus. Zur Hilfe werden die nachstehenden Beschreibungen werden im unteren Teil des Bildschirms angezeigt:

Login ID

Der Name des Benutzerkontos (verpflichtend).

UID

Die numerische ID dieses Kontos. Wenn Sie das Feld leer lassen, wird eine ID automatisch zugeteilt.

Group

Die diesem Konto zugeordnete Login-Gruppe. Wenn Sie das Feld leer lassen, wird automatisch eine Gruppe zugeteilt.

Password

Das Passwort des Benutzerkontos. Fllen Sie dieses Feld sehr sorgftig aus.

Full name

Der vollstndige Name des Benutzers (Kommentarfeld).

Member groups

Die Gruppen, in denen dieses Konto Mitglied ist (das Konto erhlt Zugriffsrechte auf Dateien dieser Gruppe).

Home directory

Das Heimatverzeichnis des Benutzerkontos. Wenn Sie das Feld leer lassen, wird das Verzeichnis automatisch festgelegt.

Login shell

Die Login-Shell des Kontos. Wenn Sie das Feld leer lassen, wird /bin/sh als Login-Shell festgesetzt.

Im Beispiel wurde die Login-Shell von /bin/sh zu der vorher installierten /usr/local/bin/bash gendert. Tragen Sie keine Shell ein, die nicht existiert, da sich sonst nicht anmelden knnen. In der BSD-Welt wird hufig die C-Shell benutzt, die Sie mit /bin/tcsh angeben knnen.

Damit ein Wechsel auf den Superuser root mglich ist, wurde dem Benutzerkonto die Gruppe wheel zugeordnet.

Wenn Sie zufrieden sind, drcken Sie [OK]. Es erscheint wieder das Benutzer-Men:

Abbildung 2.53. Benutzermen verlassen
Benutzermen verlassen

Weitere Gruppen knnen, wenn Sie die Anforderungen schon kennen, zu diesem Zeitpunkt angelegt werden. Nach der Installation knnen Sie Gruppen mit dem Werkzeug sysinstall anlegen.

Wenn Sie alle Benutzer angelegt haben, whlen Sie mit den Pfeiltasten Exit aus und drcken Sie die Taste Enter.

2.10.13. Das root-Passwort festlegen

                        Message
 Now you must set the system manager's password.
 This is the password you'll use to log in as "root".

                         [ OK ]

               [ Press enter or space ]

Um das root-Passwort festzulegen, drcken Sie die Taste Enter.

Sie mssen das Passwort zweimal eingeben. Stellen Sie sicher, dass Sie das Passwort nicht vergessen. Beachten Sie, dass bei der Eingabe das Passwort weder ausgegeben wird noch Sterne angezeigt werden.

New password :
Retype new password :

Nach der erfolgreichen Eingabe des Passworts kann die Installation fortgesetzt werden.

2.10.14. Die Installation beenden

Wenn Sie noch weitere Netzwerkkarten konfigurieren oder weitere Einstellungen vornehmen wollen, knnen Sie das jetzt tun. Sie knnen die Einstellungen auch nach der Installation mit sysinstall vornehmen.

                     User Confirmation Requested
 Visit the general configuration menu for a chance to set any last
 options?

                              Yes   [ No ]

Um in das Hauptmen zurckzukehren, whlen Sie mit den Pfeiltasten [No] aus und drcken Sie Enter.

Abbildung 2.54. Die Installation beenden
Die Installation beenden

Whlen Sie mit den Pfeiltasten [X Exit Install] aus und drcken Sie die Taste Enter. Sie mssen das Beenden der Installation besttigen:

                     User Confirmation Requested
 Are you sure you wish to exit? The system will reboot.

                            [ Yes ]   No

Whlen Sie [Yes]. Wenn Sie von einer CD-ROM gestartet haben, erhalten Sie die folgende Meldung, die Sie daran erinnert, die CD-ROM aus dem Laufwerk zu entfernen:

                    Message
Be sure to remove the media from the drive.

                    [ OK ]
           [ Press enter or space ]

Das CD-Laufwerk ist bis zum Neustart des Systems verriegelt. Entfernen Sie die CD zgig, wenn der Rechner startet.

Achten Sie beim Neustart des Systems auf eventuell auftauchende Fehlermeldungen (lesen Sie Abschnitt2.10.16, „FreeBSD starten“ fr weitere Informationen).

2.10.15. Weitere Netzwerkdienste einrichten

Beigetragen von Tom Rhodes.

Anfnger ohne Vorwissen finden das Einrichten von Netzwerkdiensten oft deprimierend. Netzwerke und das Internet sind fr moderne Betriebssysteme von entscheidender Bedeutung. Es ist daher wichtig, die Netzwerkfunktionen von FreeBSD zu kennen. Die von FreeBSD angebotenen Netzwerkdienste knnen Sie whrend der Installation kennen lernen.

Netzwerkdienste sind Programme, die Eingaben aus dem Netzwerk entgegennehmen. Es wird groe Mhe darauf verwendet, dass diese Programme keinen Schaden verursachen. Leider knnen auch Programmierern Fehler unterlaufen und es gibt Flle, in denen Fehler in Netzwerkdiensten von Angreifern ausgenutzt wurden. Es ist daher wichtig, dass Sie nur Dienste aktivieren, die Sie bentigen. Im Zweifallsfall sollten Sie einen Dienst solange nicht aktivieren, bis Sie herausfinden, dass Sie den Dienst bentigen. Einen Dienst knnen Sie spter immer noch mit sysinstall oder in der Datei /etc/rc.conf aktivieren.

Whlen Sie den Menpunkt Networking und es erscheint ein Men wie das nachstehende:

Abbildung 2.55. Netzwerkdienste – obere Hlfte
Netzwerkdienste – obere Hlfte

Die erste Option, Interfaces, wurde schon in Abschnitt2.10.1, „Netzwerkkonfiguration“ konfiguriert. Sie knnen daher diesen Punkt berspringen.

Der Punkt AMD aktiviert einen Dienst, der automatisch Dateisysteme einhngt. Normalerweise wird der Dienst zusammen mit dem NFS-Protokoll (siehe unten) verwendet, um automatisch entfernte Dateisysteme einzuhngen. Dieser Menpunkt erfordert keine weitere Konfiguration.

Der nchste Menpunkt ist AMD Flags. Wenn Sie den Punkt auswhlen, erscheint ein Fenster, in dem Sie AMD-spezifische Optionen eingeben knnen. Die nachstehenden Optionen sind schon vorgegeben:

-a /.amd_mnt -l syslog /host /etc/amd.map /net /etc/amd.map

Die Option -a legt das Verzeichnis fest (hier /.amd_mnt), unter dem Dateisysteme eingehangen werden. Die Option -l legt die Protokolldatei fest. Wenn syslogd verwendet wird, werden alle Meldungen an den Daemon syslogd gesendet. Das Verzeichnis /host dient zum Zugriff auf exportierte Verzeichnisse von entfernten Rechnern, das Verzeichnis /net dient zum Zugriff auf exportierte Verzeichnisse von entfernten IP-Adressen. Die Datei /etc/amd.map enthlt die Einstellungen fr von AMD verwaltete Dateisysteme.

Die Auswahl Anon FTP erlaubt Anonymous-FTP-Verbindungen. Whlen Sie diese Option, wenn Sie einen Anonymous-FTP-Server einrichten wollen. Seien Sie sich ber die Sicherheitsrisiken bewusst, wenn Sie Anonymous-FTP erlauben. Die Sicherheitsrisiken und die Konfiguration von Anonymous-FTP werden in einem gesonderten Fenster erklrt, das aufgeht, wenn Sie diese Option auswhlen.

Der Menpunkt Gateway konfiguriert das System, wie vorher erlutert, als Gateway. Wenn Sie whrend der Installation den Rechner aus Versehen als Gateway konfiguriert haben, knnen Sie dies hier wieder rckgngig machen.

Der Menpunkt Inetd konfiguriert, wie schon oben besprochen, den Daemon inetd(8).

Die Auswahl Mail konfiguriert den Mail Transfer Agent (MTA) des Systems. Wenn Sie diesen Punkt auswhlen, erscheint das folgende Men:

Abbildung 2.56. Den MTA festlegen
Den MTA festlegen

In diesem Men whlen Sie aus, welcher MTA installiert und benutzt wird. Ein MTA ist ein Mail-Server, der E-Mails an lokale Empfnger oder an Empfnger im Internet ausliefert.

Die Auswahl Sendmail installiert das verbreitete sendmail (in FreeBSD die Voreinstellung). Die Auswahl Sendmail local verwendet sendmail als MTA, deaktiviert aber den Empfang von E-Mails aus dem Internet. Postfix und Exim sind hnlich wie Sendmail. Beide Programme liefern E-Mails aus und einige Anwender verwenden lieber eines der beiden Programme als MTA.

Nachdem Sie einen MTA ausgewhlt haben (oder beschlossen haben, keinen MTA zu benutzen), erscheint wieder das Men Netzwerkdienste. Der nchste Menpunkt ist NFS client.

Die Auswahl NFS client erlaubt es dem System, mit einem NFS-Server zu kommunizieren. Ein NFS-Server stellt mithilfe des NFS-Protokolls Dateisysteme fr andere Systeme auf dem Netzwerk bereit. Wenn der Rechner alleine fr sich steht, knnen Sie diesen Menpunkt auslassen. Wahrscheinlich mssen Sie noch weitere Einstellungen vornehmen; der Abschnitt30.3, „NFS – Network File System“ beschreibt die Einstellungen fr NFS-Server und NFS-Clients.

Der Menpunkt NFS server richtet einen NFS-Server auf dem Rechner ein. Durch die Auswahl dieses Punktes werden die fr Remote-Procedure-Call (RPC) bentigten Dienste gestartet. Mit RPC werden Routinen auf entfernten Rechnern aufgerufen.

Der nchste Punkt, Ntpdate, konfiguriert die Zeitsynchronisation. Wenn Sie diesen Punkt auswhlen, erscheint das folgende Men:

Abbildung 2.57. Ntpdate konfigurieren
Ntpdate konfigurieren

Whlen Sie aus diesem Men einen nahe liegenden Server aus. Die Zeitsynchronisation mit einem nahe liegenden Server ist, wegen der geringeren Latenzzeit, genauer als die Synchronisation mit einem weiter entfernten Server.

Der nchste Menpunkt ist PCNFSD. Wenn Sie diesen Punkt auswhlen, wird net/pcnfsd aus der Ports-Sammlung installiert. Dieses ntzliche Werkzeug stellt NFS-Authentifizierungsdienste fr Systeme bereit, die diese Dienste nicht anbieten (beispielsweise Microsofts MS-DOS).

Um die nchsten Menpunkte zu sehen, mssen Sie herunterblttern:

Abbildung 2.58. Netzwerkdienste – untere Hlfte
Netzwerkdienste – untere Hlfte

Die Programme rpcbind(8), rpc.statd(8) und rpc.lockd(8) werden fr Remote-Procedure-Calls (RPC) benutzt. Das Programm rpcbind verwaltet die Kommunikation zwischen NFS-Servern und NFS-Clients und ist fr den Betrieb eines NFS-Servers erforderlich. Der Daemon rpc.statd hlt zusammen mit dem Daemon rpc.statd des entfernten Rechners den Status der Verbindung. Der Status einer Verbindung wird normalerweise in der Datei /var/db/statd.status festgehalten. Der nchste Menpunkt ist rpc.lockd, der Dateisperren (file locks) bereitstellt. rpc.lockd wird normalerweise zusammen mit dem Daemon rpc.statd benutzt, der festhlt welche Rechner Sperren anfordern und wie oft Sperren angefordert werden. Beide Dienste sind wunderbar zur Fehlersuche geeignet, doch werden Sie zum Betrieb von NFS-Servern und NFS-Clients nicht bentigt.

Der nchste Punkt in der Auswahl ist Routed, der Routing-Daemon. Das Programm routed(8) verwaltet die Routing-Tabelle, entdeckt Multicast-Router und stellt die Routing-Tabelle auf Anfrage jedem mit dem Netz verbundenen Rechner zur Verfgung. Der Daemon wird hauptschlich auf Gateways eines lokalen Netzes eingesetzt. Wenn Sie den Punkt auswhlen mssen Sie den Ort des Programms angeben. Die Vorgabe knnen Sie mit der Taste Enter bernehmen. Anschlieend werden Sie nach den Kommandozeilenoptionen fr routed gefragt. Vorgegeben ist die Option -q.

Der nchste Menpunkt ist Rwhod. Wenn Sie diesen Punkt auswhlen, wird whrend des Systemstarts der Daemon rwhod(8) gestartet. Das Kommando rwhod schickt Broadcast-Meldungen in das Netz oder empfngt diese im Consumer-Mode. Die Funktion der Werkzeuge wird in den Hilfeseiten ruptime(1) und rwho(1) beschrieben.

Der vorletzte Menpunkt aktiviert den Daemon sshd(8), den OpenSSH Secure-Shell-Server. Wo mglich sollte SSH anstelle von telnet und FTP eingesetzt werden. Der Secure-Shell-Server erstellt verschlsselte und daher sichere Verbindungen zwischen zwei Rechnern.

TCP Extensions ist der letzte Menpunkt. Diese Auswahl aktiviert die TCP-Erweiterungen aus RFC1323 und RFC1644. Obwohl dies auf vielen Rechnern die Verbindungsgeschwindigkeit erhht, knnen durch diese Option auch Verbindungsabbrche auftreten. Auf Servern sollte diese Option nicht aktiviert werden, auf Einzelmaschinen kann diese Option ntzlich sein.

Wenn Sie die Netzwerkdienste eingerichtet haben, blttern Sie zum Menpunkt Exit hoch, um die Nacharbeiten fortzusetzen oder verlassen Sie sysinstall, indem Sie zweimal X Exit und danach [X Exit Install] whlen.

2.10.16. FreeBSD starten

2.10.16.1. Start von FreeBSD auf FreeBSD/i386

Wenn alles funktioniert hat, laufen viele Meldungen ber den Bildschirm und schlielich erscheint ein Anmeldeprompt. Um sich die Meldungen anzusehen. drcken Sie die Taste Scroll-Lock. Sie knnen dann mit den Tasten PgUp und PgDn blttern. Wenn Sie erneut Scroll-Lock drcken, kehren Sie zum Anmeldeprompt zurck.

Es kann sein, dass der Puffer zu klein ist, um alle Meldungen anzuzeigen. Nachdem Sie sich angemeldet haben, knnen Sie sich mit dem Kommando dmesg alle Meldungen ansehen.

Melden Sie sich bitte mit dem Benutzerkonto an (rpratt im Beispiel), das Sie whrend der Installation eingerichtet haben. Arbeiten Sie mit root nur dann wenn es erforderlich ist.

Die nachfolgende Abbildung zeigt typische Startmeldungen (Versionsangaben entfernt):

Copyright (c) 1992-2002 The FreeBSD Project.
Copyright (c) 1979, 1980, 1983, 1986, 1988, 1989, 1991, 1992, 1993, 1994
        The Regents of the University of California. All rights reserved.

Timecounter "i8254"  frequency 1193182 Hz
CPU: AMD-K6(tm) 3D processor (300.68-MHz 586-class CPU)
  Origin = "AuthenticAMD"  Id = 0x580  Stepping = 0
  Features=0x8001bf<FPU,VME,DE,PSE,TSC,MSR,MCE,CX8,MMX>
  AMD Features=0x80000800<SYSCALL,3DNow!>
real memory  = 268435456 (262144K bytes)
config> di sn0
config> di lnc0
config> di le0
config> di ie0
config> di fe0
config> di cs0
config> di bt0
config> di aic0
config> di aha0
config> di adv0
config> q
avail memory = 256311296 (250304K bytes)
Preloaded elf kernel "kernel" at 0xc0491000.
Preloaded userconfig_script "/boot/kernel.conf" at 0xc049109c.
md0: Malloc disk
Using $PIR table, 4 entries at 0xc00fde60
npx0: <math processor> on motherboard
npx0: INT 16 interface
pcib0: <Host to PCI bridge> on motherboard
pci0: <PCI bus> on pcib0
pcib1: <VIA 82C598MVP (Apollo MVP3) PCI-PCI (AGP) bridge> at device 1.0 on pci0
pci1: <PCI bus> on pcib1
pci1: <Matrox MGA G200 AGP graphics accelerator> at 0.0 irq 11
isab0: <VIA 82C586 PCI-ISA bridge> at device 7.0 on pci0
isa0: <ISA bus> on isab0
atapci0: <VIA 82C586 ATA33 controller> port 0xe000-0xe00f at device 7.1 on pci0
ata0: at 0x1f0 irq 14 on atapci0
ata1: at 0x170 irq 15 on atapci0
uhci0: <VIA 83C572 USB controller> port 0xe400-0xe41f irq 10 at device 7.2 on pci0
usb0: <VIA 83C572 USB controller> on uhci0
usb0: USB revision 1.0
uhub0: VIA UHCI root hub, class 9/0, rev 1.00/1.00, addr 1
uhub0: 2 ports with 2 removable, self powered
chip1: <VIA 82C586B ACPI interface> at device 7.3 on pci0
ed0: <NE2000 PCI Ethernet (RealTek 8029)> port 0xe800-0xe81f irq 9 at
device 10.0 on pci0
ed0: address 52:54:05:de:73:1b, type NE2000 (16 bit)
isa0: too many dependant configs (8)
isa0: unexpected small tag 14
fdc0: <NEC 72065B or clone> at port 0x3f0-0x3f5,0x3f7 irq 6 drq 2 on isa0
fdc0: FIFO enabled, 8 bytes threshold
fd0: <1440-KB 3.5” drive> on fdc0 drive 0
atkbdc0: <keyboard controller (i8042)> at port 0x60-0x64 on isa0
atkbd0: <AT Keyboard> flags 0x1 irq 1 on atkbdc0
kbd0 at atkbd0
psm0: <PS/2 Mouse> irq 12 on atkbdc0
psm0: model Generic PS/2 mouse, device ID 0
vga0: <Generic ISA VGA> at port 0x3c0-0x3df iomem 0xa0000-0xbffff on isa0
sc0: <System console> at flags 0x1 on isa0
sc0: VGA <16 virtual consoles, flags=0x300>
sio0 at port 0x3f8-0x3ff irq 4 flags 0x10 on isa0
sio0: type 16550A
sio1 at port 0x2f8-0x2ff irq 3 on isa0
sio1: type 16550A
ppc0: <Parallel port> at port 0x378-0x37f irq 7 on isa0
ppc0: SMC-like chipset (ECP/EPP/PS2/NIBBLE) in COMPATIBLE mode
ppc0: FIFO with 16/16/15 bytes threshold
ppbus0: IEEE1284 device found /NIBBLE
Probing for PnP devices on ppbus0:
plip0: <PLIP network interface> on ppbus0
lpt0: <Printer> on ppbus0
lpt0: Interrupt-driven port
ppi0: <Parallel I/O> on ppbus0
ad0: 8063MB <IBM-DHEA-38451> [16383/16/63] at ata0-master using UDMA33
ad2: 8063MB <IBM-DHEA-38451> [16383/16/63] at ata1-master using UDMA33
acd0: CDROM <DELTA OTC-H101/ST3 F/W by OIPD> at ata0-slave using PIO4
Mounting root from ufs:/dev/ad0s1a
swapon: adding /dev/ad0s1b as swap device
Automatic boot in progress...
/dev/ad0s1a: FILESYSTEM CLEAN; SKIPPING CHECKS
/dev/ad0s1a: clean, 48752 free (552 frags, 6025 blocks, 0.9% fragmentation)
/dev/ad0s1f: FILESYSTEM CLEAN; SKIPPING CHECKS
/dev/ad0s1f: clean, 128997 free (21 frags, 16122 blocks, 0.0% fragmentation)
/dev/ad0s1g: FILESYSTEM CLEAN; SKIPPING CHECKS
/dev/ad0s1g: clean, 3036299 free (43175 frags, 374073 blocks, 1.3% fragmentation)
/dev/ad0s1e: filesystem CLEAN; SKIPPING CHECKS
/dev/ad0s1e: clean, 128193 free (17 frags, 16022 blocks, 0.0% fragmentation)
Doing initial network setup: hostname.
ed0: flags=8843<UP,BROADCAST,RUNNING,SIMPLEX,MULTICAST> mtu 1500
        inet 192.168.0.1 netmask 0xffffff00 broadcast 192.168.0.255
        inet6 fe80::5054::5ff::fede:731b%ed0 prefixlen 64 tentative scopeid 0x1
        ether 52:54:05:de:73:1b
lo0: flags=8049<UP,LOOPBACK,RUNNING,MULTICAST> mtu 16384
        inet6 fe80::1%lo0 prefixlen 64 scopeid 0x8
        inet6 ::1 prefixlen 128
        inet 127.0.0.1 netmask 0xff000000
Additional routing options: IP gateway=YES TCP keepalive=YES
routing daemons:.
additional daemons: syslogd.
Doing additional network setup:.
Starting final network daemons: creating ssh RSA host key
Generating public/private rsa1 key pair.
Your identification has been saved in /etc/ssh/ssh_host_key.
Your public key has been saved in /etc/ssh/ssh_host_key.pub.
The key fingerprint is:
cd:76:89:16:69:0e:d0:6e:f8:66:d0:07:26:3c:7e:2d root@k6-2.example.com
 creating ssh DSA host key
Generating public/private dsa key pair.
Your identification has been saved in /etc/ssh/ssh_host_dsa_key.
Your public key has been saved in /etc/ssh/ssh_host_dsa_key.pub.
The key fingerprint is:
f9:a1:a9:47:c4:ad:f9:8d:52:b8:b8:ff:8c:ad:2d:e6 root@k6-2.example.com.
setting ELF ldconfig path: /usr/lib /usr/lib/compat /usr/X11R6/lib
/usr/local/lib
a.out ldconfig path: /usr/lib/aout /usr/lib/compat/aout /usr/X11R6/lib/aout
starting standard daemons: inetd cron sshd usbd sendmail.
Initial rc.i386 initialization:.
rc.i386 configuring syscons: blank_time screensaver moused.
Additional ABI support: linux.
Local package initialization:.
Additional TCP options:.

FreeBSD/i386 (k6-2.example.com) (ttyv0)

login: rpratt
Password:

Das Erzeugen der RSA- und DSA-Schlssel kann auf langsamen Maschinen lange dauern. Die Schlssel werden nur beim ersten Neustart erzeugt, sptere Neustarts sind schneller.

Wenn der X-Server konfiguriert ist und eine Oberflche ausgewhlt wurde, knnen Sie X mit dem Kommando startx starten.

2.10.17. FreeBSD herunterfahren

Es ist wichtig, dass Sie das Betriebssystem richtig herunterfahren. Wechseln Sie zunchst mit dem Befehl su zum Superuser; Sie mssen dazu das root-Passwort eingeben. Der Wechsel auf den Superuser gelingt nur, wenn der Benutzer ein Mitglied der Gruppe wheel ist. Ansonsten melden Sie sich direkt als Benutzer root an. Der Befehl shutdown -h now hlt das System an.

The operating system has halted.
Please press any key to reboot.

Sie knnen den Rechner ausschalten, nachdem die Meldung Please press any key to reboot erschienen ist. Wenn Sie stattdessen eine Taste drcken, startet das System erneut.

Sie knnen das System auch mit der Tastenkombination Ctrl+Alt+Del neu starten. Sie sollten diese Tastenkombination allerdings nicht gewohnheitsmig benutzen.

2.11. Fehlersuche

Dieser Abschnitt behandelt hufig auftretende Installationsprobleme. Weiterhin enthlt er Hinweise, wie FreeBSD parallel mit MS-DOS oder Windows betrieben wird.

2.11.1. Wenn etwas schief geht

Aufgrund der Beschrnkungen der PC-Architektur ist eine zuverlssige Gerteerkennung nicht mglich. Falls die Gerteerkennung fehlschlgt, knnen Sie einige Dinge versuchen.

Sehen Sie in den Hardware Notes Ihrer FreeBSD-Version nach, ob Ihre Hardware untersttzt wird.

Wenn Ihre Hardware untersttzt wird und sich der Installationsprozess aufhngt oder sonstige Probleme auftauchen, mssen Sie einen angepassten Kernel erstellen, da Ihre Hardware in diesem Fall nicht vom GENERIC-Kernel untersttzt wird. Der Kernel auf den Startdisketten verwendet die Werkseinstellungen fr IRQs, IO-Adressen und DMA-Kanle. Genderte Einstellungen mssen Sie daher in der Kernelkonfigurationsdatei angeben, damit FreeBSD diese Gerte korrekt erkennt.

Es ist auch mglich, dass die Suche nach einem nicht vorhandenen Gert dazu fhrt, dass die Erkennung eines vorhandenen Gerts fehlschlgt. In diesem Fall sollten Sie nicht vorhandene Gerte, deren Einstellungen sich mit vorhandenen Gerten berschneiden, deaktivieren.

Anmerkung:

Einige Installationsprobleme knnen Sie vermeiden oder umgehen, indem Sie die Firmware der Hardware, insbesondere die Firmware der Systemplatine, aktualisieren. Die Firmware der Systemplatine ist das BIOS. Die meisten Hardware-Hersteller bieten aktuelle Firmware und Anleitungen zur Aktualisierung der Firmware auf dem Internet an.

Viele Hersteller raten davon ab, ohne guten Grund das BIOS zu aktualisieren. Die Aktualisierung kann fehlschlagen und den BIOS-Chip dauerhaft beschdigen.

2.11.2. MS-DOS- und Windows-Dateisysteme benutzen

Mit Double Space™ komprimierte Dateisysteme werden zurzeit von FreeBSD nicht untersttzt. Damit FreeBSD auf die Daten zugreifen kann, mssen Sie das Dateisystem daher dekomprimieren. Rufen Sie dazu den Compression Agent aus dem Men Start > Programs > System Tools auf.

FreeBSD untersttzt MS-DOS-Dateisysteme (manchmal auch als FAT-Dateisysteme bezeichnet). Der Befehl mount_msdosfs(8) bindet diese Dateisysteme in den FreeBSD-Verzeichnisbaum ein und erlaubt dadurch den Zugriff auf die darin enthaltenen Daten. mount_msdosfs(8) wird normalerweise nicht direkt, sondern ber einen Eintrag in der Datei /etc/fstab oder durch den Aufruf des Befehls mount(8) (in Kombination mit den korrekten Parametern).

Ein typischer Eintrag in /etc/fstab sieht so aus:

/dev/ad0sN  /dos  msdosfs rw  0   0

Anmerkung:

Das Verzeichnis /dos muss bereits vorhanden sein, damit dieser Eintrag funktioniert. Weitere Informationen zu den Einstellungen in der Datei /etc/fstab finden sich in der Manualpage fstab(5).

Ein typischer Aufruf von mount(8) zum Einhngen eines MS-DOS-Dateisystems sieht so aus:

# mount -t msdosfs /dev/ad0s1 /mnt

Das MS-DOS-Dateisystem befindet sich hier auf der ersten Partition der primren Platte. Dies kann bei Ihnen anders sein. Die Anordnung der Partitionen entnehmen Sie den Ausgaben von dmesg und mount.

Anmerkung:

FreeBSD numeriert Platten (genauer MS-DOS-Partitionen) anders als andere Betriebssysteme. Die Nummern von erweiterten Partitionen sind in der Regel hher als die Nummern von primren Partitionen. Das Werkzeug fdisk(8) kann Ihnen dabei helfen, festzustellen, welche Partitionen zu FreeBSD und welche zu einem anderen Betriebssystem gehren.

Analog werden NTFS-Partitionen mit dem Kommando mount_ntfs(8) eingehangen.

2.11.3. Fragen und Antworten zu hufig auftretenden Problemen

2.11.3.1. Mein System hngt sich beim Testen der Hardware auf, oder es verhlt sich seltsam whrend der Installation oder das Diskettenlaufwerk wird nicht getestet.
2.11.3.2. Direkt nach der Installation beginnt das System zwar zu booten, der Kernel wird geladen und meine Hardware getestet. Dann bricht der Bootvorgang aber mit der folgenden (oder einer hnlichen) Fehlermeldung ab:
2.11.3.3. Nach der Installation beginnt das System zu booten, der Bootmanager zeigt im Bootmen aber immer nur F? an und das System startet nicht.
2.11.3.4. FreeBSD erkennt meine ed(4)-Netzwerkkarte. Trotzdem erhalte ich weiterhein Timeout-Meldungen fr dieses Gert.
2.11.3.5. Wenn ich sysinstall aus einen X-Terminal starte, ist die gelbe Schritt auf dem grauen Hintergrund nur schwer zu erkennen. Gibt es eine Mglichkeit, den Kontrast fr dieses Programm zu erhhen?

2.11.3.1.

Mein System hngt sich beim Testen der Hardware auf, oder es verhlt sich seltsam whrend der Installation oder das Diskettenlaufwerk wird nicht getestet.

FreeBSD5.0 und neuer machen ausgiebig Gebrauch von den ACPI-Systemdiensten zur Systemkonfiguration der i386-, amd64- und ia64-Plattformen, falls diese whrend des Bootvorgangs gefunden werden. Leider enthalten sowohl der ACPI-Treiber als auch manche Motherboard- und BIOS-Implementierungen fr ACPI noch einige Fehler. Kommt es auf Ihrem System zu Problemen, knnen Sie ACPI daher deaktivieren, indem whrend des Bootvorganges den Hint hint.acpi.0.disabled aktivieren:

set hint.acpi.0.disabled="1"

Da diese Einstellung bei jedem Neustart verloren geht, aktivieren Sie sie dauerhaft, indem Sie die Zeile hint.acpi.0.disabled="1" in die Datei /boot/loader.conf. Weitere Informationen ber den Bootloader finden Sie in Abschnitt13.1, „bersicht“ des FreeBSD-Handbuchs.

2.11.3.2.

Direkt nach der Installation beginnt das System zwar zu booten, der Kernel wird geladen und meine Hardware getestet. Dann bricht der Bootvorgang aber mit der folgenden (oder einer hnlichen) Fehlermeldung ab:

changing root device to ad1s1a panic: cannot mount root

Was luft hier falsch? Was kann/muss ich tun?

Was soll ich mit diesem bios_drive:interface(unit,partition)kernel_name anfangen, das mir die Hilfefunktion ausgibt?

Dabei handelt es sich um ein lange bekanntes Problem, das nur dann auftritt, wenn es sich bei der Bootplatte nicht um die erste Platte im System handelt. Das BIOS numeriert die Festplatten anders als FreeBSD, daher ist das System manchmal nicht in der Lage, diese Numerierungen selbst automatisch in Einklang zu bringen.

Sollte Ihre Bootplatte nicht die erste Platte im System sein, knnen Sie FreeBSD dabei helfen, diese Platte zu finden. Es gibt zwei Situationen, in denen Sie FreeBSD mitteilen mssen, wo sich das root-Dateisystem befindet. Dazu mssen Sie die Nummer der Platte im BIOS, den Plattentyp sowie die Nummer der Platte unter FreeBSD angeben.

Im ersten Fall verfgen Sie ber zwei IDE-Platten, die beide als Master an ihrem jeweiligen IDE-Controller konfiguriert sind. FreeBSD soll dabei von der zweiten Platte booten. Ihr BIOS erkennt die beiden Platten als Platte 1 und Platte 2, whrend FreeBSD die Platten als ad0 und ad2 erkennt.

Fr das BIOS befindet sich FreeBSD auf der Platte Nummer 1, der Typ ist ad, und FreeBSD erkennt die Platte als Platte Nummer 2. Daher geben Sie Folgendes ein:

1:ad(2,a)kernel

Beachten Sie, dass dieser Eintrag nicht notwendig ist, wenn die zweite Platte als Slave am primren IDE-Controller konfiguriert ist (sondern sogar falsch wre).

Die zweite Situation entsteht, wenn Sie von einer SCSI-Platte booten und zustzlich eine oder mehrere IDE-Platten installiert haben. In diesem Fall ist die Plattennummer unter FreeBSD kleiner als die Plattennummer im BIOS. Verfgen Sie ber zwei IDE-Platten und eine SCSI-Platte, hat die SCSI-Platte im BIOS die Nummer 2, den Typ da, und wird von FreeBSD als Platte Nummer 0 erkannt. In diesem Fall geben Sie daher Folgendes ein:

2:da(0,a)kernel

Durch diese Zeile teilen Sie FreeBSD mit, dass Sie von der BIOS-Platte Nummer 2 booten wollen (bei der es sich um die erste SCSI-Platte Ihres Systems handelt). Verfgen Sie nur ber eine IDE-Platte, geben Sie hingegen 1: ein.

Nachdem Sie die korrekten Werte ermittelt haben, knnen Sie die entsprechende Zeile in exakt der gleichen Form in die Datei /boot.config aufnehmen. In der Voreinstellung verwendet FreeBSD den Inhalt dieser Datei als Standardantwort am boot:-Prompt.

2.11.3.3.

Nach der Installation beginnt das System zu booten, der Bootmanager zeigt im Bootmen aber immer nur F? an und das System startet nicht.

Sie haben bei der FreeBSD-Installation eine falsche Plattengeometrie angegeben. Starten Sie den Partitionseditor neu und geben Sie die korrekte Plattengeometrie an. Danach installieren Sie FreeBSD erneut (diesmal mit der korrekten Plattengeometrie).

Ist es Ihnen nicht mglich, die korrekte Plattengeometrie herauszufinden, hilft Ihnen vielleicht der folgende Tipp weiter: Legen Sie eine kleine MS-DOS-Partition am Beginn Ihrer Bootplatte an und installieren Sie anschlieend FreeBSD auf diese Platte. Das FreeBSD-Installationsprogramm wird die MS-DOS-Partition erkennen und ist dadurch normalerweise in der Lage, die korrekte Plattenkonfiguration automatisch zu erkennen.

Die Vorgangsweise im folgenden Tipp wird zwar nicht lnger empfohlen, soll aber trotzdem dokumentiert werden:

Wenn Sie ein reines FreeBSD-System aufsetzen wollen (als Server oder als Workstation) und daher nie auf Kompatibilitlt zu MS-DOS, Linux oder anderen Betriebssystemen angewiesen sein werden, haben Sie auch die Mglichkeit, die komplette Platte (durch die Wahl von A im Partitionseditor) fr FreeBSD zu verwenden. Danach wird FreeBSD die komplette Platte vom ersten bis zum letzten Sektor verwenden und die tatschliche Plattengeometrie ignorieren. Danach ist es allerdings nicht mehr mglich, ein anderes Betriebssystem auf die gleiche Platte zu installieren (ohne auch FreeBSD neu zu installieren).

2.11.3.4.

FreeBSD erkennt meine ed(4)-Netzwerkkarte. Trotzdem erhalte ich weiterhein Timeout-Meldungen fr dieses Gert.

Ihre Karte verwendet wahrscheinlich einen anderen IRQ als den, der in der Datei /boot/device.hints angegeben wurde. Der ed(4)-Treiber verwendet in der Voreinstellung keine Soft-Konfiguration (also Werte, die durch EZSETUP unter MS-DOS eingeben wurden). Sie knnen dies allerdings erzwingen, indem Sie die Option -1 in den Hints fr dieses Gert angeben.

Entweder verndern Sie die Jumper-Konfiguration der Karte (und, falls notwendig, die Kerneleinstellungen). Oder Sie geben den IRQ als -1 an, indem Sie hint.ed.0.irq="-1" eingeben. Dadurch wird der Kernel angewiesen, die Soft-Konfiguration zu verwenden.

Prfen Sie auch, ob Ihre Karte nicht etwa IRQ 9 verwendet, da dieser mit IRQ 2 geteilt wird. Diese Einstellung verursacht hufig Probleme (insbesondere dann, wenn IRQ 2 durch eine VGA-Grafikkarte belegt ist!). Wenn irgend mglich, sollten Sie daher IRQ 2 oder 9 nicht verwenden.

2.11.3.5.

Wenn ich sysinstall aus einen X-Terminal starte, ist die gelbe Schritt auf dem grauen Hintergrund nur schwer zu erkennen. Gibt es eine Mglichkeit, den Kontrast fr dieses Programm zu erhhen?

Haben Sie X11 bereits installiert und die von sysinstall verwendeten Farben bereiten Ihnen beim Lesen von Text Probleme (wenn Sie ein X-Terminal verwenden), sollten Sie die Zeile XTerm*color7: #c0c0c0 in die Datei ~/.Xdefaults aufnehmen. Dadurch wird der Hintergrund in einem dunkleren Grauton dargestellt.

2.12. Anspruchsvollere Installationen

Beigetragen von Valentino Vaschetto.
Aktualisiert von Marc Fonvieille.

Dieser Abschnitt beschreibt die Installation von FreeBSD in besonderen Situationen.

2.12.1. FreeBSD auf einem System ohne Monitor oder Tastatur installieren

Diese Methode wird als headless install (kopflose Installation) bezeichnet, da die Maschine, auf die FreeBSD installiert werden soll, entweder keinen Monitor angeschlossen hat oder ber keine VGA-Karte verfgt. Wie kann FreeBSD dennoch installiert werden? Eben mithilfe einer seriellen Konsole. Im Wesentlichen ist eine serielle Konsole eine andere Maschine, die Ein- und Ausgaben fr eine andere Maschine bereitstellt. Um ber eine serielle Konsole zu installieren, erstellen Sie zunchst (wie in Abschnitt2.3.7, „Das Startmedium vorbereiten“ beschrieben) einen bootbaren USB-Stick oder laden Sie das passende CD-ISO-Abbild herunter.

Um von diesen Medien in eine serielle Konsole booten zu knnen, mssen Sie die folgenden Schritte durchfhren (bei Verwendung einer Boot-CD kann der erste Schritt entfallen):

  1. Den USB-Stick fr eine serielle Konsole anpassen

    Wenn Sie ein System mit den frisch erstellten USB-Stick starten, luft der normale FreeBSD-Installationsprozess an. Diese Installation soll aber ber die serielle Konsole gesteuert werden. Daher mssen Sie den USB-Stick mit dem Befehl mount(8) in den Verzeichnisbaum einhngen:

    # mount /dev/da0a /mnt

    Anmerkung:

    Passen Sie den Mountpunkt und die Gertedatei falls ntig an Ihre Gegebenheiten an.

    Nachdem Sie den USB-Stick eingehngt haben, mssen Sie ihn rekonfigurieren, damit er in eine serielle Konsole startet. Dazu nehmen Sie in die Datei loader.conf des USB-Sticks eine Zeile auf, die die serielle Konsole als Systemkonsole festlegt:

    # echo 'console="comconsole"' >> /mnt/boot/loader.conf

    Damit ist Ihr USB-Stick fr die Installation vorbereitet. Sie knnen ihn daher wieder aus dem Dateisystem aushngen:

    # umount /mnt

    Entfernen Sie nun den USB-Stick und machen Sie direkt mit Schritt 3 weiter.

  2. Die Installations-CD fr eine serielle Konsole anpassen

    Wenn Sie von dem soeben heruntergeladenen CD-ISO-Abbild (siehe Abschnitt2.13.1, „Eine Installations-CD-ROM erzeugen“) starten, gelangen Sie in den normalen Installationsmodus von FreeBSD. Da wir aber in eine serielle Konsole booten wollen, muss das CD-Image extrahiert, modifiziert und neu erzeugt werden, bevor Sie es auf eine CD-R brennen.

    Entpacken Sie alle Dateien des CD-ISO-Abbilds (beispielsweise FreeBSD-10.0-RELEASE-i386-disc1.iso) auf dem System, auf das Sie das Abbild heruntergeladen haben unter Verwendung von tar(1):

    # mkdir /path/to/headless-iso
    # tar -C /path/to/headless-iso -pxvf FreeBSD-10.0-RELEASE-i386-disc1.iso

    Nun mssen Sie das entpackte ISO-Abbild rekonfigurieren, damit es knftig in eine serielle Konsole startet. Dazu nehmen Sie in die Datei loader.conf des entpackten ISO-Abbild eine Zeile auf, die die serielle Konsole als Systemkonsole festlegt:

    # echo 'console="comconsole"' >> /path/to/headless-iso/boot/loader.conf

    Damit ist der Dateibaum des entpackten ISO-Abbilds fr die Installation vorbereitet und Sie knnen ber den Befehl mkisofs(8) (das Sie ber den Port sysutils/cdrtools installieren knnen) ein neues CD-ISO-Abbild erzeugen:

    # mkisofs -v -b boot/cdboot -no-emul-boot -r -J -V "Headless_install" \
    	    -o Headless-FreeBSD-10.0-RELEASE-i386-disc1.iso /path/to/headless-iso

    Dieses rekonfigurierte ISO-Abbild brennen Sie nun mit dem Brennprogramm Ihrer Wahl auf eine CD-R.

  3. Das Nullmodemkabel anschlieen

    Sie mssen beide Maschinen mit einem Nullmodemkabel verbinden. Schlieen Sie das Nullmodemkabel an die seriellen Schnittstellen beider Maschinen an. Sie knnen kein direktes serielles Kabel verwenden, Nullmodemkabel besitzen gekreuzte Leitungen.

  4. Die Installation starten

    Sie knnen die Installation jetzt starten. Stpseln Sie den vorbereiteten USB-Stick ein und starten Sie Ihren Computer. Alternativ starten Sie Ihren Computer und legen die vorbereitete Installations-CD ein.

  5. Die Verbindung mit der zur installierenden Maschine herstellen

    Mit dem Kommando cu(1) verbinden Sie sich mit der zu installierenden Maschine:

    # cu -l /dev/cuau0

    Unter FreeBSD7.X verwenden Sie hingegen den folgenden Befehl:

    # cu -l /dev/cuad0

Fertig! ber die cu-Sitzung knnen Sie nun die zu installierende Maschine steuern. Der Kernel wird automatisch geladen und Sie knnen anschlieend den Terminaltyp festlegen. Whlen Sie die FreeBSD color console aus und fahren wie gewohnt mit der Installation fort.

2.13. Eigene Installationsmedien herstellen

Anmerkung:

Im Folgenden ist mit Installations-CD eine CD-ROM oder DVD gemeint, die Sie gekauft oder selbst hergestellt haben.

Oft mssen Sie eigene Installationsmedien erzeugen. Dies knnen physische Medien wie Bnder sein oder Installationsquellen sein, aus denen sysinstall Dateien herunterldt, beispielsweise ein lokaler FTP-Server oder eine MS-DOS-Partition.

Beispiele:

  • Im lokalen Netzwerk befinden sich viele Maschinen, Sie besitzen allerdings nur eine Installations-CD. Den Inhalt der Installations-CD wollen Sie auf einem lokalem FTP-Server bereitstellen. Zur Installation wird der lokale FTP-Server anstelle eines Internet-Servers benutzt.

  • Sie haben eine Installations-CD, allerdings erkennt FreeBSD im Gegensatz zu MS-DOS/Windows das CD- oder DVD-Laufwerk nicht. Sie knnen die Installationsdateien auf eine MS-DOS-Partition desselben Rechners kopieren und FreeBSD von der MS-DOS-Partition installieren.

  • Der Rechner, auf dem Sie FreeBSD installieren wollen, besitzt kein CD- oder DVD-Laufwerk. Ein anderer Rechner, zu dem eine serielle oder parallele Verbindung besteht, besitzt allerdings ein CD- oder DVD-Laufwerk.

  • Sie wollen ein Band erzeugen, mit dem Sie FreeBSD installieren knnen.

2.13.1. Eine Installations-CD-ROM erzeugen

Mit jeder Release stellt das FreeBSD-Project fr jede untersttzte Architektur mindestens zwei CD-Abbilder (ISO-Images) zur Verfgung. Wenn Sie einen CD-Brenner besitzen, knnen Sie diese Abbilder brennen und damit FreeBSD installieren. Wenn Sie einen CD-Brenner besitzen und ber eine gute Internet-Verbindung verfgen, ist das die preiswerteste Art, FreeBSD zu installieren.

  1. Das richtige Abbild herunterladen

    Die ISO-Abbilder fr jedes Releases knnen Sie von ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/ISO-IMAGES-arch/version oder einem nahe gelegenen Spiegel herunterladen. Ersetzen Sie arch und version durch passende Werte.

    Das Verzeichnis enthlt die folgenden Abbilder:

    Tabelle 2.4. FreeBSD7.X und 8.X ISO-Abbilder
    DateinameInhalt
    FreeBSD-version-RELEASE-arch-bootonly.isoEnthlt alles, was Sie bentigen, um um den FreeBSD-Kernel zu laden und das Installationsprogramm zu starten. Die zu installierenden Dateien mssen allerdings ber FTP oder eine andere geeignete Quelle bezogen werden, da sie in diesem Abbild nicht enthalten sind.
    FreeBSD-version-RELEASE-arch-dvd1.iso.gzDieses DVD-Abbild enthlt alle zur Installation von FreeBSD ntigen Dateien, eine Auswahl an Paketen Dritter sowie die Dokumentation. Zustzlich ermglicht es Ihnen dieses Abbild, einen livefs-basierten Rettungsmodus zu starten.
    FreeBSD-version-RELEASE-arch-memstick.imgDieses Abbild kann auf einen USB-Stick geschrieben werden. Dieser kann danach als Installationsmedium verwendet werden (wenn Ihr System dies untersttzt). Zustzlich ermglicht es Ihnen dieses Abbild, einen livefs-basierten Rettungsmodus zu starten. Die FreeBSD-Dokumentation ist ebenfalls enthalten, aber keine Pakete Dritter. Dieses Abbild ist erst ab FreeBSD8.0 verfgbar.
    FreeBSD-version-RELEASE-arch-disc1.isoDieses CD-Abbild enthlt alle fr die Installation von FreeBSD ntigen Dateien sowie die Dokumentation. Es sind allerdings keine Pakete Dritter enthalten.
    FreeBSD-version-RELEASE-arch-disc2.isoSo viele Pakete Dritter, wie auf dem Installationsmedium Platz hatten. Dieses Abbild ist fr FreeBSD8.X nicht mehr verfgbar.
    FreeBSD-version-RELEASE-arch-disc3.isoEin weiteres Abbild mit so vielen Paketen Dritter, wie auf dem Installationsmedium Platz hatten. Dieses Abbild ist fr FreeBSD8.X nicht mehr verfgbar.
    version-RELEASE-arch-docs.isoDie FreeBSD-Dokumentation.
    FreeBSD-version-RELEASE-arch-livefs.isoDieses Abbild entht einen livefs-basierten Rettungsmodus. Eine Installation von FreeBSD ist mit diesem Abbild allerdings nicht mglich.

    Anmerkung:

    Die Abbilder fr FreeBSD7.X-Releases vor FreeBSD7.3 sowie fr FreeBSD8.0 wurden noch unterschiedlich benannt. Bei Ihnen fehlt die Bezeichnung FreeBSD- am Anfang des Abbildnamens.

    Sie bentigen nur eines der beiden Abbilder bootonly oder disc1. Laden Sie bitte nicht beide Abbilder herunter, das disc1-Abbild enthlt alles, was das bootonly-Abbild enthlt.

    Benutzen Sie das bootonly-Abbild, wenn Sie eine preiswerte Internet-Anbindung besitzen. Mit diesem Abbild knnen Sie FreeBSD installieren. Software Dritter knnen Sie anschlieend mithilfe des Ports-Systems (Kapitel5, Installieren von Anwendungen: Pakete und Ports) herunterladen.

    Benutzen Sie das dvd1-Abbild, wenn Sie FreeBSD installieren wollen und das Installationsmedium eine angemessene Auswahl an Software Dritter enthalten soll.

    Die zustzlichen Abbilder sind ntzlich, aber nicht notwendig, insbesondere wenn Sie eine schnelle Internet-Verbindung besitzen.

  2. Die CDs brennen

    Sie mssen die Abbilder auf eine CD brennen. Das Brennen von CDs unter FreeBSD wird in Abschnitt19.6, „CDs benutzen“ erlutert (sehen Sie sich insbesondere Abschnitt19.6.3, „burncd und Abschnitt19.6.4, „cdrecord an).

    Wenn Sie die CDs unter einem anderen Betriebssystem erstellen, benutzen Sie die entsprechenden Werkzeuge des Betriebssystems. Die Abbilder sind Standard-ISO-Abbilder und knnen von vielen Brennprogrammen verarbeitet werden.

Anmerkung:

Wenn Sie eine angepasste Version von FreeBSD erstellen wollen, sollten Sie den Release Engineering Article lesen.

2.13.2. Einen lokalen FTP-Server einrichten

Die Dateien auf der Installations-CD sind genauso angeordnet wie auf den FreeBSD-FTP-Servern. Daher ist es einfach, einen lokalen FTP-Server fr die FreeBSD-Installation ber ein Netzwerk einzurichten.

  1. Hngen Sie auf dem FTP-Server die CD-ROM in das Verzeichnis /cdrom ein:

    # mount /cdrom
  2. Legen Sie ein Konto fr Anonymous-FTP an. Dazu editieren Sie die Datei /etc/passwd mit dem Kommando vipw(8) und fgen die nachstehende Zeile hinzu:

    ftp:*:99:99::0:0:FTP:/cdrom:/nonexistent
  3. Stellen Sie sicher, dass der FTP-Dienst in der Datei /etc/inetd.conf aktiviert ist.

Jeder, der Ihren Rechner ber das Netzwerk erreicht, kann nun FreeBSD ber FTP installieren. In sysinstall wird dazu FTP als Installationsmedium whlt. Der FTP-Server wird durch die Auswahl Other (andere als die vorgegebenen Server) und anschlieende Eingabe von ftp://Ihr Rechner festgelegt.

Anmerkung:

Wenn die Version der fr die FTP-Installation Ihrer Clients verwendeten Bootmedien (normalerweise Disketten) nicht exakt der von Ihnen auf Ihrem lokalen FTP-Server angebotenen Version entspricht, ist sysinstall nicht in der Lage, die Installation abzuschlieen. Sind die Versionsnummern unterschiedlich, knnen Sie durch das Aufrufen des Punktes Options sysinstall dazu zwingen, die Installation dennoch abzuschlieen. Dazu setzen Sie den Namen der Distribution auf any.

Warnung:

Diese Vorgehensweise ist in Ihrem lokalen Netzwerk, das durch eine Firewall geschtzt ist, vllig in Ordnung. Wenn Sie FTP fr Rechner auf dem Internet (und nicht fr lokale Rechner) anbieten, zieht Ihr Server die Aufmerksamkeit von Crackern und andere Unannehmlichkeiten auf sich. Achten Sie in diesem Fall darauf, dass Sie gute Sicherheitsverfahren anwenden.

2.13.3. Installationsdisketten erstellen

Wenn Sie, was wir nicht empfehlen, von Disketten installieren mssen, weil Disketten das einzig untersttzte Installationsmedium sind oder Sie es sich einfach schwer machen wollen, mssen Sie zunchst einige Disketten vorbereiten.

Sie mssen mindestens den Inhalt des Verzeichnisses base auf 1.44MB Disketten kopieren. Wenn Sie die Disketten unter MS-DOS erstellen, mssen Sie die Disketten mit dem MS-DOS-Kommando FORMAT formatieren. Unter Windows knnen Sie Disketten mithilfe des Explorers formatieren (klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das A:-Laufwerk und whlen Sie Format aus).

Vertrauen Sie vorformatierten Disketten nicht; formatieren Sie die Disketten zur Sicherheit immer selbst. In der Vergangenheit waren vorformatierte Disketten der Verursacher vieler Probleme.

Falls Sie die Disketten auf einer FreeBSD-Maschine erstellen, sollten Sie immer noch formatieren. Allerdings brauchen Sie kein MS-DOS-Dateisystem auf den Disketten anzulegen. Mit den Kommandos bsdlabel und newfs knnen Sie das Dateisystem UFS verwenden, wie im nachstehenden Beispiel fr 3.5" 1.44MB Disketten gezeigt:

# fdformat -f 1440 fd0.1440
# bsdlabel -w fd0.1440 floppy3
# newfs -t 2 -u 18 -l 1 -i 65536 /dev/fd0

Anschlieend knnen Sie die Disketten wie ein normales Dateisystem einhngen und beschreiben.

Nachdem Sie die Disketten formatiert haben, kopieren Sie die Dateien der Distribution auf die Disketten. Die Dateien der Distribution sind in Stcke geteilt, sodass fnf Dateien auf eine 1.44MB Diskette passen. Kopieren Sie die gewnschten Distribution auf Disketten, wobei Sie so viele Dateien wie mglich auf eine Diskette kopieren. Jede Distribution wird auf der Diskette in einem eigenen Verzeichnis abgelegt, beispielsweise a:\base\base.aa, a:\base\base.ab und so weiter.

Wichtig:

Die Datei base.inf muss unbedingt auf die erste Diskette des base-Diskettensatzes kopiert werden, damit das Installationsprogramm feststellen kann, wie viele Disketten geladen werden mssen, um die Distribution wieder zusammenzusetzen.

Im Installationsprozess whlen Sie als Installationsmedium Floppy aus. Folgen Sie dann den gegebenen Anweisungen.

2.13.4. Von einer MS-DOS-Partition installieren

Um eine Installation von einer MS-DOS-Partition vorzubereiten, kopieren Sie Dateien der Distributionen in das Verzeichnis freebsd direkt unterhalb des Wurzelverzeichnisses (zum Beispiel c:\freebsd). In diesem Verzeichnis muss sich dieselbe Verzeichnisstruktur wie auf dem Installationsmedium befinden. Wenn Sie die Dateien von einer Installations-CD kopieren, empfehlen wir den MS-DOS-Befehl xcopy. Das nachstehende Beispiel bereitet eine minimale Installation von FreeBSD vor:

C:\> md c:\freebsd
C:\> xcopy e:\bin c:\freebsd\bin\ /s
C:\> xcopy e:\manpages c:\freebsd\manpages\ /s

Im Beispiel wurde angenommen, dass auf Laufwerk C: ausreichend Platz vorhanden ist und die CD-ROM Laufwerk E: ist.

Wenn Sie kein CD-Laufwerk besitzen, knnen Sie die Distributionen von ftp.FreeBSD.org herunterladen. Jede Distribution liegt in einem eigenen Verzeichnis. Beispielsweise liegt die Base-Distribution im Verzeichnis 10.0/base/.

Kopieren Sie jede Distribution, die Sie von einer MS-DOS-Partition installieren wollen (und fr die Platz ist) in das Verzeichnis c:\freebsd. Fr eine minimale Installation bentigen Sie nur die Base-Distribution.

2.13.5. Ein Installationsband erstellen

Falls Sie nicht ber FTP oder von einer CD-ROM installieren knnen, ist die Installation von Band wahrscheinlich die einfachste Methode. Das Installationsprogramm erwartet, dass sich die Distributionen im tar-Format auf dem Band befinden. Von den Distributions-Dateien erstellen Sie das Installationsband einfach mit dem Kommando tar:

# cd /freebsd/distdir
# tar cvf /dev/rwt0 dist1 ... dist2

Stellen Sie whrend der Installation sicher, dass Sie ber gengend freien Platz in einem temporren Verzeichnis (das Sie festlegen knnen) verfgen. Das temporre Verzeichnis muss den gesamten Inhalt des Bands aufnehmen knnen. Da auf Bnder nicht wahlfrei zugegriffen werden kann, bentigt diese Installationsmethode temporr sehr viel Platz.

Anmerkung:

Das Band muss sich vor dem Neustart mit der Startdiskette im Laufwerk befinden. Ansonsten wird das Band whrend der Gerteerkennung vielleicht nicht erkannt.

2.13.6. Eine Netzwerkinstallation vorbereiten

Sie knnen drei Verbindungsarten fr eine Netzwerkinstallation benutzen: Eine Ethernet-Verbindung, eine serielle Verbindung (PPP), oder eine parallele Verbindung (PLIP, Laplink-Kabel).

Die schnellste Netzwerkinstallation ist natrlich mit einer Netzwerkkarte mglich. FreeBSD untersttzt die meisten der blichen Netzwerkkarten. Eine Liste der untersttzten Netzwerkkarten ist in den Hardware-Notes jedes Releases enthalten. Wenn Sie eine untersttzte PCMCIA-Netzwerkkarte benutzen, stellen Sie sicher, dass die Karte eingesteckt ist, bevor der Laptop eingeschaltet wird. Leider untersttzt FreeBSD das Einstecken von PCMCIA-Karten whrend der Installation noch nicht.

Fr eine Netzwerkinstallation mssen Sie Ihre IP-Adresse, die Netzwerkmaske und den Namen Ihres Rechner kennen. Wenn Sie ber eine PPP-Verbindung installieren und keine feste IP-Adresse besitzen, braucht Sie der vorgehende Satz nicht zu beunruhigen. Sie knnen eine IP-Adresse dynamisch von Ihrem ISP beziehen. Fragen Sie Ihren Systemadministrator nach den richtigen Netzwerkeinstellungen. Wenn Sie andere Rechner ber Namen anstatt ber IP-Adressen erreichen wollen, brauchen Sie zudem einen Nameserver und mglicherweise die Adresse eines Gateways (mit PPP ist das die Adresse des ISPs), ber den Sie den Nameserver erreichen. Wenn Sie von einem FTP-Server ber einen HTTP-Proxy installieren wollen, bentigen Sie auerdem noch die Adresse des Proxy-Servers. Wenn Sie nicht alle oder zumindest die meisten der bentigten Daten kennen, sollten Sie wirklich vor der Installation mit Ihrem Systemadministrator oder ISP reden!

Wenn Sie ein Modem benutzen, ist PPP ziemlich sicher die einzige Wahl. Stellen Sie sicher, dass Sie die Daten Ihres Service Providers bereitliegen haben, da Sie whrend der Installation die Daten frh bentigen.

Wenn Sie PAP oder CHAP benutzen, um sich mit Ihrem ISP zu verbinden (wenn Sie unter Windows kein Skript bentigen, um die Verbindung herzustellen), brauchen Sie an der ppp-Eingabeaufforderung nur das Kommando dial abzusetzen. Ansonsten mssen Sie sich mit Modem-spezifischen AT-Kommandos bei Ihrem ISP einwhlen (PPP stellt nur einen einfachen Terminal-Emulator zur Verfgung). Weiteres ber PPP erfahren Sie im Abschnitt User-PPP des Handbuchs und im PPP-Abschnitt der FAQ. Bei Problemen knnen Sie mit dem Kommando set log local Meldungen auf den Bildschirm umleiten.

Wenn eine feste Verbindung zu einer anderen FreeBSD-Maschine besteht, sollten Sie ein paralleles Laplink-Kabel in Betracht ziehen. ber eine parallele Verbindung sind hhrere Geschwindigkeiten als ber eine serielle Verbindung (typischerweise bis zu 50kByte/s) mglich. Daher ist die Installation ber eine parallele Verbindung schneller als eine Installation ber eine serielle Verbindung.

2.13.6.1. Eine NFS-Installation vorbereiten

Eine NFS-Installation ist unkompliziert. Kopieren Sie einfach die Distributionen auf einen NFS-Server und whlen Sie NFS als Installationsmedium aus.

Wenn der NFS-Server nur Verbindungen ber privilegierte Ports (Ports kleiner 1024) annimmt, setzen Sie vor der Installation die Option NFS Secure im Men Options.

Wenn Sie eine schlechte Netzwerkkarte besitzen, die sehr langsam ist, whlen Sie die Option NFS Slow.

Damit die NFS-Installation funktioniert, muss der NFS-Server auch Unterverzeichnisse von exportierten Verzeichnissen zum Einhngen freigeben. Wenn beispielsweise die Distribution von FreeBSD10.0 unter ziggy:/usr/archive/stuff/FreeBSD liegt, muss der Rechner ziggy erlauben, das Verzeichnis /usr/archive/stuff/FreeBSD einzuhngen. Es reicht nicht, dass ziggy erlaubt das Verzeichnis /usr oder /usr/archive/stuff einzuhngen.

Unter FreeBSD werden diese Freigaben in der Datei /etc/exports mit der Option -alldirs eingestellt. Die ntigen Einstellungen knnen auf einem anderen NFS-Server unterschiedlich sein. Wenn Sie vom NFS-Server die Fehlermeldung permission denied erhalten, dann haben Sie wahrscheinlich die Freigaben nicht richtig konfiguriert.

Kapitel 3. FreeBSD9.x (und neuer) installieren

Restructured, reorganized, and parts rewritten by Jim Mock.
The sysinstall walkthrough, screenshots, and general copy by Randy Pratt.
Updated for bsdinstall by Gavin Atkinson und Warren Block.
bersetzt von Benedict Reuschling.

3.1. bersicht

FreeBSD enthlt ein text-basiertes, einfach zu verwendendes Installationsprogramm. FreeBSD9.0-RELEASE und neuer verwendet ein Installationsprogramm genannt bsdinstall, whrend Versionen vor FreeBSD9.0-RELEASE stattdessen sysinstall zur Installation einsetzten. Dieses Kapitel beschreibt die Verwendung von bsdinstall. Der Einsatz von sysinstall wird in Kapitel2, FreeBSD8.X (und lter) installieren behandelt.

Nachdem Sie dieses Kapitel gelesen haben, werden Sie wissen:

  • wie man FreeBSD Installationsmedien erstellt.

  • wie FreeBSD Festplatten unterteilt und darauf verweist.

  • wie man bsdinstall startet.

  • welche Fragen Sie von bsdinstall gestellt bekommen, was sie bedeuten und und wie man diese beantwortet.

Bevor Sie dieses Kapitel lesen, sollten Sie:

  • Die Liste von untersttzter Hardware lesen, die mit Ihrer zu installierenden Version von FreeBSD ausgeliefert wird, um sicherzustellen, dass Ihre Hardware auch untersttzt wird.

Anmerkung:

Generell wurden diese Installationsanweisungen fr Rechner der i386™ (PC-kompatibel) Architektur verfasst. An Stellen, an denen sich die Anweisungen speziell auf eine andere Plattform beziehen, wird darauf hingewiesen. Es mag kleinere Unterschiede geben zwischen dem Installationsprogramm und dem, was hier beschrieben steht. Sie sollten daher dieses Kapitel als eine Art Wegweiser und keine exakte Anleitung betrachten.

3.2. Hardware-Anforderungen

3.2.1. Minimalkonfiguration

Die Minimalkonfiguration zur Installation von FreeBSD variiert mit der Version von FreeBSD und der Hardwarearchitektur.

Eine Zusammenfassung dieser Informationen wird in den folgenden Abschnitten gegeben. Abhngig von der Installationsmethode, die Sie verwenden, um FreeBSD zu installieren, werden Sie unter Umstnden ein untersttztes CD-ROM-Laufwerk bentigen und in manchen Fllen eine Netzwerkkarte. Dies wird im Abschnitt Abschnitt3.3.5, „Die Installationsmedien beschaffen“ genauer betrachtet.

3.2.1.1. FreeBSD/i386

FreeBSD/i386 bentigt einen 486er oder einen schnelleren Prozessor und mindestens 64MB RAM. Es sollte mindestens 1.1GB freier Festplattenspeicher fr die Installation zur Verfgung stehen.

Anmerkung:

Auf alten Rechnern hat die Aufrstung von RAM und dem Festplattenplatz normalerweise einen hheren geschwindigkeitssteigernden Effekt als einen schnelleren Prozessor einzubauen.

3.2.1.2. FreeBSD/amd64

Es gibt zwei Klassen von Prozessoren, die in der Lage sind, auf FreeBSD/amd64 zu laufen. Die erste Klasse sind AMD64-Prozessoren, was sowohl AMDAthlon™64, AMDAthlon™64-FX, AMDOpteron™ oder bessere Prozessoren beinhaltet.

Die zweite Klasse von Prozessoren, die FreeBSD/amd64 benutzen kann, besteht aus der IntelEM64T-Architektur. Beispiele dieser Prozessoren beinhalten die IntelCore™2 Duo, Quad, Extreme Prozessorfamilien, die IntelXeon™ 3000, 5000, und 7000 Reihe von Prozessoren, sowie die IntelCore™ i3, i5 and i7 Prozessoren.

Sollten Sie einen Rechner basierend auf der nVidia nForce3 Pro-150 besitzen, mssen Sie im BIOS das IO APIC deaktivieren. Falls Sie keine solche Option zum deaktivieren besitzen, werden Sie wahrscheinlich ACPI deaktivieren mssen. Der Pro-150 Chipsatz enthlt Fehler, fr die wir noch keine Abhilfe gefunden haben.

3.2.1.3. FreeBSD/powerpc Apple Macintosh

Alle neuen Apple Macintosh Systeme mit eingebautem USB werden untersttzt. SMP wird auf Maschinen mit mehreren CPUs untersttzt.

Ein 32-bit Kernel kann nur die ersten 2GB des Hauptspeichers verwenden. FireWire wird auf den blauen und weissen PowerMac G3s nicht untersttzt.

3.2.1.4. FreeBSD/sparc64

Systeme, die von FreeBSD/sparc64 untersttzt werden, sind auf der FreeBSD/sparc64-Projektseite aufgelistet.

Eine dedizierte Platte wird fr FreeBSD/sparc64 bentigt. Es ist nicht mglich, eine Platte mit einem anderen Betriebssystem zur gleichen Zeit zu teilen.

3.2.2. Untersttzte Hardware

Hardwarearchitekturen und von FreeBSD untersttzte Gerte werden in der Datei mit Hardware Notes aufgelistet. Normalerweise heisst diese Datei HARDWARE.TXT und befindet sich im Wurzelverzeichnis des Verffentlichungsmediums. Kopien dieser untersttzten Hardwareliste ist ebenfalls auf der Seite Release Information der FreeBSD Webseite abrufbar.

3.3. Vor der Installation

3.3.1. Sichern Sie Ihre Daten

Sichern Sie alle wichtigen Daten auf dem Zielcomputer, auf dem FreeBSD installiert werden soll. berprfen Sie diese Sicherungen, bevor Sie fortfahren. Die FreeBSD Installation wird Sie vor nderungen an den Platten danach fragen, jedoch kann dies nicht mehr rckgngig gemacht werden, sobald der Prozess gestartet wurde.

3.3.2. Den Installationsort von FreeBSD festlegen

Falls FreeBSD das einzige installierte Betriebssystem sein wird und die gesamte Platte dazu verwenden kann, kann der Rest dieses Abschnitts bersprungen werden. Sollten Sie allerdings die Platte mit anderen Betriebssystemen teilen, ist ein Verstndnis des Plattenlayouts hilfreich fr die Installation.

3.3.2.1. Festplattenlayout fr FreeBSD/i386 und FreeBSD/amd64

Festplatten knnen in mehrere verschiedene Bereiche aufgeteilt werden. Diese Bereiche werden Partitionen genannt.

Es gibt zwei Arten, eine Festplatte in mehrere Partitionen einzuteilen. Traditionell enthlt ein Master Boot Record (MBR) eine Partitionstabelle, welche bis zu vier primre Partitionen aufnehmen kann (aus historischen Grnden werden diese primren Partitionen in FreeBSD slices genannt). Eine Begrenzung von nur vier Partitionen ist fr grosse Platten sehr beschrnkt, so dass eine dieser primren Partitionen als erweiterte Partition eingesetzt wird. Mehrere logische Partitionen knnen dann innerhalb der erweiterten Partition angelegt werden. Dies mag etwas unhandlich erscheinen und das ist auch der Fall.

Die GUID-Partitionstabelle (GPT) ist eine neuere und einfachere Methode zur Partition einer Festplatte. GPT ist weitaus flexibler als die traditionelle MBR-Partitionstabelle. Gelufige GPT-Implementierungen erlauben bis zu 128 Partitionen pro Platte, was die Notwendigkeit von umstndlichen Behelfen wie logische Partitionen eliminiert.

Warnung:

Manche lteren Betriebssysteme wie WindowsXP sind mit dem GPT-Partitionsschema nicht kompatibel. Wenn sich FreeBSD die Platte mit einem solchen Betriebssystem teilen soll, werden MBR Partitionen bentigt.

FreeBSDs Standard-Bootloader bentigt entweder eine primre oder eine GPT-Partition (lesen Sie dazu Kapitel13, FreeBSDs Bootvorgang fr weitere Informationen zum FreeBSD Bootvorgang). Wenn alle der primren oder GPT-Partitionen bereits in Verwendung sind, muss eine davon fr FreeBSD zur Verfgung gestellt werden.

Eine Minimalinstallation von FreeBSD braucht ungefhr 1GB Plattenplatz. Dies ist jedoch eine sehr minimale Installation, die fast gar keinen freien Speicherplatz brig lsst. Eine etwas realistischere Minimalangabe sind 3GB ohne eine graphische Umgebung und 5GB oder mehr, falls eine graphische Benutzeroberflche verwendet werden soll. Anwendungen von Drittanbietern bentigt sogar noch mehr Platz.

Eine Vielzahl freier und kommerzieller Werkzeuge zur Vernderung der Partitionsgrssen sind verfgbar. GParted Live ist eine freie Live-CD, die den GParted-Partitionseditor enthlt. GParted ist auch in einer Vielzahl von anderen Linux Live-CD Distributionen enthalten.

Warnung:

Anwendungen zur Festplattenpartition kann Daten zerstren. Erstellen Sie eine Vollsicherung und berprfen Sie deren Integritt bevor Sie die Partitionen auf der Platte verndern.

Die Vernderung der Grsse von MicrosoftVista-Partitionen kann schwierig sein. Eine Vista Installations-CD-ROM kann hilfreich sein, wenn eine solche Aktion versucht wird.

Beispiel 3.1. Eine existierende Partition verndern

Ein Windows-Computer besitzt eine einzelne 40GB Platte, die in zwei 20GB Partitionen aufgeteilt wurde. Windows nennt diese C: und D:. Die C: Partition enthlt 10GB und the D: Partition 5GB an Daten.

Durch kopieren der Daten von D: nach C: macht die zweite Partition frei, so dass FreeBSD sie benutzen kann.


Beispiel 3.2. Verkleinern einer bestehenden Partition

Ein Windows-Computer besitzt eine einzelne 40GB Platte und eine grosse Partition, welche die gesamte Platte einnimmt. Windows zeigt diese 40GB Partition als einzelne C: Partition. 15GB Plattenplatz wird verwendet. Das Ziel ist, fr Windows eine 20GB Partition einzurichten und eine weitere 20GB-Partition fr FreeBSD bereitzustellen.

Es gibt zwei Wege, dieses Ziel zu erreichen.

  1. Sichern Sie Ihre Windows-Daten. Installieren Sie dann Windows neu, indem Sie eine 20GB-Partition whrend der Installation anlegen.

  2. Verwenden Sie ein Werkzeug zur Vernderung einer Partition wie GParted, um die Windows-Partition zu verkleinern und eine neue Partition im freigewordenen Plattenplatz fr FreeBSD anzulegen.


Festplattenpartitionen, die unterschiedliche Betriebssysteme enthalten, ermglichen es, jeweils eines dieser Systeme zu verwenden. Eine andere Methode, die es erlaubt, mehrere Betriebssysteme gleichzeitig einzusetzen, wird in Kapitel23, Virtualisierung behandelt.

3.3.3. Netzwerkparameter ermitteln

Manche FreeBSD Installationsarten bentigen eine Netzwerkverbindung, um Dateien herunter zu laden. Um zu einem Ethernet-Netzwerk (bzw. Kabel oder DSL-Modem mit einem Ethernet-Anschluss) eine Verbindung herzustellen, wird das Installationsprogramm bestimmte Information zum Netzwerk abfragen.

DHCP wird allgemein verwendet, um automatisch Netzwerkeinstellungen vorzunehmen. Falls DHCP nicht verfgbar ist, mssen diese Netzwerkeinstellungen vom lokalen Netzwerkadministrator oder Provider erfragt werden:

Informationen zum Netzwerk
  1. IP-Adresse

  2. Subnetz-Maske

  3. Default-Router IP-Adresse

  4. Domnenname des lokalen Netzwerks

  5. DNS-Server IP-Adresse(n)

3.3.4. Lesen Sie die FreeBSD-Errata

Obwohl das FreeBSDProjekt sich bemht, jede verffentlichte Version von FreeBSD so stabil wie mglich zu machen, knnen sich doch gelegentlich Fehler in den Verffentlichungsprozess einschleichen. In sehr seltenen Fllen betreffen diese Fehler den Installationsvorgang. Wenn diese Probleme entdeckt und behoben sind, werden dazu Hinweise in der FreeBSD Errata auf der FreeBSD Webseite verffentlicht. Prfen Sie die Errata vor der Installation, um sicherzustellen, dass es keine Probleme gibt, welche die Installation betreffen.

Informationen und Errata fr all diese Verffentlichungen knnen ber den Abschnitt release information der FreeBSD Webseite abgerufen werden.

3.3.5. Die Installationsmedien beschaffen

Eine FreeBSD-Installation wird durch das starten des Computers mit einer eingelegten FreeBSD-Installations-CD/DVD oder eines USB-Sticks begonnen. Das Installationsprogramm ist kein Programm das aus einem anderen Betriebssystem heraus gestartet werden kann.

Zustzlich zum Standardinstallationsmedium, welches Kopien von allen FreeBSD-Installationsdateien enthlt, gibt es auch eine bootonly-Variante. Ein solches Installationsmedium besitzt keine Kopien der Installationsdateien, jedoch kann es diese whrend der Installation aus dem Netzwerk nachladen. Die bootonly Installations-CD ist dadurch viel kleiner und reduziert die bentigte Bandbreite whrend der Installation durch herunterladen der allerntigsten Dateien.

Kopien der FreeBSD-Installationsmedien sind auf der FreeBSD Webseite verfgbar.

Tipp:

Falls Sie bereits eine Kopie von FreeBSD auf CD-ROM, DVD oder USB-Stick besitzen, kann dieser Abschnitt bersprungen werden.

CD und DVD-Images von FreeBSD sind startfhige ISO-Dateien. Nur eine CD oder DVD wird fr eine Installation bentigt. Brennen Sie ein ISO-Image auf eine startfhige CD oder DVD mit Hilfe eines CD-Brennprogramms, das fr Ihr aktuelles Betriebssystem zur Verfgung steht.

Um einen startfhigen USB-Stick zu erstellen, fhren Sie die folgenden Schritte durch:

  1. Das Image fr den USB-Stick herunterladen

    Das Image fr FreeBSD9.0-RELEASE und hhere kann von dem ISO-IMAGES/-Verzeichnis unter ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/releases/arch/arch/ISO-IMAGES/version/FreeBSD-version-RELEASE-arch-memstick.img bezogen werden. Ersetzen Sie jeweils arch und version mit der Architektur und der Versionsnummer, die Sie installieren mchten. Beispielsweise sind die USB-Stick Images fr FreeBSD/i3869.0-RELEASE verfgbar unter ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/releases/i386/i386/ISO-IMAGES/9.0/FreeBSD-9.0-RELEASE-i386-memstick.img.

    Tipp:

    Fr FreeBSD8.X und frhere Versionen wird ein anderer Pfad verwendet. Details fr das Herunterladen und Installieren von FreeBSD8.X und frhere werden in Kapitel2, FreeBSD8.X (und lter) installieren behandelt.

    Das USB-Stick Image hat die Endung .img. Das ISO-IMAGES/-Verzeichnis enthlt eine Vielzahl von verschiedenen Installations-Images und die jeweils bentigte Version von FreeBSD, sowie in manchen Fllen die Zielhardware.

    Wichtig:

    Bevor Sie fortfahren, machen Sie Sicherungskopien der Daten auf dem USB-Stick, da die folgende Prozedur alle Daten lscht.

  2. Das Image auf den USB-Stick schreiben

    Prozedur 3.1. Den USB-Stick unter FreeBSD vorbereiten

    Warnung:

    Das Beispiel unten verwendet /dev/da0 als das Zielgert, auf welches das Image geschrieben werden soll. Seien Sie vorsichtig, dass das richtige Gert als das Ausgabe benutzt wird oder Sie zerstren wichtige Daten.

    • Das Image mit dd(1) schreiben

      Die .img-Datei ist keine gewhnliche Datei. Es ist ein Image des kompletten spteren Inhalts des USB-Sticks. Es kann nicht einfach wie eine gewhnliche Datei kopiert werden, sondern muss direkt auf das Zielgert mit dd(1) geschrieben werden:

      # dd if=FreeBSD-9.0-RELEASE-i386-memstick.img of=/dev/da0 bs=64k
    Prozedur 3.2. Das Image unter Windows schreiben

    Warnung:

    Versichern Sie sich, dass Sie den korrekten Laufwerksbuchstaben als Ausgabe angeben oder Sie berschreiben und zerstren bestehende Daten.

    1. Image Writer fr Windows herunterladen

      Image Writer fr Windows ist eine frei verfgbare Anwendung, welche eine Imagedatei korrekt auf einen SB-Stick schreiben kann. Laden Sie diese von https://launchpad.net/win32-image-writer/ herunter und entpacken Sie sie in einen Ordner.

    2. Das Image mit Image Writer auf den USB-Stick schreiben

      Klicken Sie doppelt auf das Win32DiskImager-Icon, um das Programm zu starten. Prfen Sie dabei, dass der Laufwerksbuchstabe unter Device dem Gert entspricht, in dem sich der USB-Stick befindet. Klicken Sie auf das Ordnersymbol und whlen Sie das Image aus, welches auf den USB-Stick geschrieben werden soll. Um den Image-Dateinamen zu akzeptieren, klicken Sie auf [Save]. berprfen Sie erneut, ob alles stimmt und dass keine Ordner auf dem USB-Stick in anderen Fenstern geffnet sind. Sobald alles bereit ist, klicken Sie auf [Write], um die Imagedatei auf den USB-Stick zu schreiben.

Anmerkung:

Die Installation von Disketten wird nicht mehr untersttzt.

Sie sind jetzt dazu bereit, mit der Installation von FreeBSD zu beginnen.

3.4. Die Installation starten

Wichtig:

Es werden durch die Installation keine nderungen an Ihren Festplatten durchgefhrt, so lange Sie nicht die folgende Meldung sehen:

Your changes will now be written to disk.  If you
have chosen to overwrite existing data, it will
be PERMANENTLY ERASED. Are you sure you want to
commit your changes?

Die Installation kann vor dieser Warnung zu jeder Zeit abgebrochen werden, ohne dass die Inhalte der Festplatte gendert davon betroffen sind. Falls Sie besorgt sind, dass etwas falsch konfiguriert wurde, schalten Sie einfach den Computer vor diesem Punkt aus und es wird kein Schaden angerichtet.

3.4.1. Der Systemstart

3.4.1.1. Systemstart von i386™ und amd64

  1. Falls Sie einen startfhigen USB-Stick einsetzen, wie in Abschnitt3.3.5, „Die Installationsmedien beschaffen“ beschrieben ist, dann stecken Sie diesen vor dem Anschalten des Computers hinein.

    Falls Sie von einer CD-ROM starten, mssen Sie den Computer anschalten und die CD-ROM so bald wie mglich einlegen.

  2. Konfigurieren Sie Ihren Rechner so, dass er entweder von der CD-ROM oder dem USB-Stick startet, abhngig davon, welches Installationsmedium Sie verwenden. Die Konfiguration im BIOS erlaubt es, das Gert, von dem gestartet werden soll, auszuwhlen. Die meisten Systeme erlauben es auch, das Startgert whrend des Startvorgangs zu whlen, typischerweise durch drcken von entweder F10, F11, F12 oder Escape.

  3. Falls Ihr Computer wie normal startet und Ihr bestehendes Betriebssystem ldt, befolgen Sie einen der hier aufgefhrten Schritte:

    1. Die Medien wurden whrend des Startvorgangs nicht frh genug eingelegt. Lassen Sie diese wo sie sind und versuchen Sie, den Rechner davon neu zu starten.

    2. Die nderungen am BIOS haben nicht richtig funktioniert. Sie sollten diese erneut durchfhren, um die richtige Option auszuwlen.

    3. Das von Ihnen verwendete BIOS untersttzt das starten vom gewhlten Medium nicht. Der Plop Boot Manager kann in diesem Fall verwendet werden, um ltere Computer von CD or USB-Medien zu starten.

  4. FreeBSD wird anfangen zu starten. Falls Sie von CD-ROM starten, werden Sie eine Anzeige hnlich wie die folgende zu sehen bekommen (Versionsinformationen wurden hier entfernt):

    Booting from CD-ROM...
    645MB medium detected
    CD Loader 1.2
    
    Building the boot loader arguments
    Looking up /BOOT/LOADER... Found
    Relocating the loader and the BTX
    Starting the BTX loader
    
    BTX loader 1.00 BTX version is 1.02
    Consoles: internal video/keyboard
    BIOS CD is cd0
    BIOS drive C: is disk0
    BIOS drive D: is disk1
    BIOS 636kB/261056kB available memory
    
    FreeBSD/i386 bootstrap loader, Revision 1.1
    
    Loading /boot/defaults/loader.conf
    /boot/kernel/kernel text=0x64daa0 data=0xa4e80+0xa9e40 syms=[0x4+0x6cac0+0x4+0x88e9d]
    \
  5. Der FreeBSD-Bootloader wird angezeigt:

    Abbildung 3.1. Das FreeBSD-Bootloader Men
    Das FreeBSD-Bootloader Men

    Warten Sie entweder zehn Sekunden oder drcken Sie Enter.

3.4.1.2. Systemstart beim Macintosh PowerPC

Auf den meisten Maschinen knnen Sie C auf der Tastatur gedrckt halten, um von der CD zu starten. Andernfalls, halten Sie Command+Option+O+F, oder Windows+Alt+O+F auf nicht-Apple Tastaturen gedrckt. Geben Sie an der 0 >-Eingabeaufforderung folgendes ein:

boot cd:,\ppc\loader cd:0

Fr Xserves ohne Tastatur, lesen Sie Apples Support Webseite ber das starten in die Open Firmware.

3.4.1.3. Systemstart fr SPARC64

Die meisten SPARC64-Systeme sind so eingerichtet, dass diese automatisch von CD starten. Um FreeBSD zu installieren, mssen Sie ber das Netzwerk oder von einer CD-ROM starten, was es ntig macht, in die PROM OpenFirmware einzubrechen.

Um dies zu tun, starten Sie das System neu und warten Sie bis die Startmeldungen erscheinen. Abhngig vom Modell sollte dies in etwa folgendermaen aussehen:

Sun Blade 100 (UltraSPARC-IIe), Keyboard Present
Copyright 1998-2001 Sun Microsystems, Inc.  All rights reserved.
OpenBoot 4.2, 128 MB memory installed, Serial #51090132.
Ethernet address 0:3:ba:b:92:d4, Host ID: 830b92d4.

Falls Ihr System damit fortfhrt, von diesem Zeitpunkt an von Platte zu starten, mssen Sie L1+A oder Stop+A auf der Tastatur eingeben oder ein BREAK-Kommando (indem Sie z.B. ~# in tip(1) oder cu(1) absetzen) ber die serielle Konsole senden, um zur PROM Befehlszeile zu gelangen. Es sieht dann so aus:

ok     1
ok {0} 2

1

Dies ist die Eingabeaufforderung, welche auf Systemen mit nur einer CPU verwendet wird.

2

Dies ist die Eingabeaufforderung auf SMP-Systemen. Die Zahl gibt die Nummer der aktiven CPU an.

An dieser Eingabeaufforderung angekommen, legen Sie nun die CD-ROM in Ihr Laufwerk und geben Sie boot cdrom ein.

3.4.2. Die Gerteerkennung prfen

Die letzten hundert Zeilen, die am Bildschirm angezeigt wurden, sind gespeichert worden und knnen erneut abgerufen werden.

Um diesen Puffer anzusehen, drcken Sie Scroll Lock. Das bewirkt, dass Sie die Bildschirmanzeige hoch und runter bewegen (scrollen) knnen. Sie knnen dann die Pfeiltasten oder PageUp und PageDown benutzen, um die Meldungen zu sehen. Drcken Sie Scroll Lock erneut, um das scrollen zu stoppen.

Tun Sie dies jetzt, um den Text, der aus den Bildschirm gelaufen ist, als der Kernel die Gerteerkennung durchgefhrt hat, erneut zu prfen. Sie werden einen Text hnlich zu Abbildung3.2, „Typical Device Probe Results“ sehen, obwohl sich der genaue Text, abhngig von den Gerten in Ihrem Computer, unterscheiden wird.

Abbildung 3.2. Typical Device Probe Results
Copyright (c) 1992-2011 The FreeBSD Project.
Copyright (c) 1979, 1980, 1983, 1986, 1988, 1989, 1991, 1992, 1993, 1994
        The Regents of the University of California. All rights reserved.
FreeBSD is a registered trademark of The FreeBSD Foundation.
FreeBSD 9.0-RELEASE #0 r225473M: Sun Sep 11 16:07:30 BST 2011
    root@psi:/usr/obj/usr/src/sys/GENERIC amd64
CPU: Intel(R) Core(TM)2 Duo CPU     T9400  @ 2.53GHz (2527.05-MHz K8-class CPU)
  Origin = "GenuineIntel"  Id = 0x10676  Family = 6  Model = 17  Stepping = 6
  Features=0xbfebfbff<FPU,VME,DE,PSE,TSC,MSR,PAE,MCE,CX8,APIC,SEP,MTRR,PGE,MCA,CMOV,PAT,PSE36,CLFLUSH,DTS,ACPI,MMX,FXSR,SSE,SSE2,SS,HTT,TM,PBE>
  Features2=0x8e3fd<SSE3,DTES64,MON,DS_CPL,VMX,SMX,EST,TM2,SSSE3,CX16,xTPR,PDCM,SSE4.1>
  AMD Features=0x20100800<SYSCALL,NX,LM>
  AMD Features2=0x1<LAHF>
  TSC: P-state invariant, performance statistics
real memory  = 3221225472 (3072 MB)
avail memory = 2926649344 (2791 MB)
Event timer "LAPIC" quality 400
ACPI APIC Table: <TOSHIB A0064   >
FreeBSD/SMP: Multiprocessor System Detected: 2 CPUs
FreeBSD/SMP: 1 package(s) x 2 core(s)
 cpu0 (BSP): APIC ID:  0
 cpu1 (AP): APIC ID:  1
ioapic0: Changing APIC ID to 1
ioapic0 <Version 2.0> irqs 0-23 on motherboard
kbd1 at kbdmux0
acpi0: <TOSHIB A0064> on motherboard
acpi0: Power Button (fixed)
acpi0: reservation of 0, a0000 (3) failed
acpi0: reservation of 100000, b6690000 (3) failed
Timecounter "ACPI-safe" frequency 3579545 Hz quality 850
acpi_timer0: <24-bit timer at 3.579545MHz> port 0xd808-0xd80b on acpi0
cpu0: <ACPI CPU> on acpi0
ACPI Warning: Incorrect checksum in table [ASF!] - 0xFE, should be 0x9A (20110527/tbutils-282)
cpu1: <ACPI CPU> on acpi0
pcib0: <ACPI Host-PCI bridge> port 0xcf8-0xcff on acpi0
pci0: <ACPI PCI bus> on pcib0
vgapci0: <VGA-compatible display> port 0xcff8-0xcfff mem 0xff400000-0xff7fffff,0xe0000000-0xefffffff irq 16 at device 2.0 on pci0
agp0: <Intel GM45 SVGA controller> on vgapci0
agp0: aperture size is 256M, detected 131068k stolen memory
vgapci1: <VGA-compatible display> mem 0xffc00000-0xffcfffff at device 2.1 on pci0
pci0: <simple comms> at device 3.0 (no driver attached)
em0: <Intel(R) PRO/1000 Network Connection 7.2.3> port 0xcf80-0xcf9f mem 0xff9c0000-0xff9dffff,0xff9fe000-0xff9fefff irq 20 at device 25.0 on pci0
em0: Using an MSI interrupt
em0: Ethernet address: 00:1c:7e:6a:ca:b0
uhci0: <Intel 82801I (ICH9) USB controller> port 0xcf60-0xcf7f irq 16 at device 26.0 on pci0
usbus0: <Intel 82801I (ICH9) USB controller> on uhci0
uhci1: <Intel 82801I (ICH9) USB controller> port 0xcf40-0xcf5f irq 21 at device 26.1 on pci0
usbus1: <Intel 82801I (ICH9) USB controller> on uhci1
uhci2: <Intel 82801I (ICH9) USB controller> port 0xcf20-0xcf3f irq 19 at device 26.2 on pci0
usbus2: <Intel 82801I (ICH9) USB controller> on uhci2
ehci0: <Intel 82801I (ICH9) USB 2.0 controller> mem 0xff9ff800-0xff9ffbff irq 19 at device 26.7 on pci0
usbus3: EHCI version 1.0
usbus3: <Intel 82801I (ICH9) USB 2.0 controller> on ehci0
hdac0: <Intel 82801I High Definition Audio Controller> mem 0xff9f8000-0xff9fbfff irq 22 at device 27.0 on pci0
pcib1: <ACPI PCI-PCI bridge> irq 17 at device 28.0 on pci0
pci1: <ACPI PCI bus> on pcib1
iwn0: <Intel(R) WiFi Link 5100> mem 0xff8fe000-0xff8fffff irq 16 at device 0.0 on pci1
pcib2: <ACPI PCI-PCI bridge> irq 16 at device 28.1 on pci0
pci2: <ACPI PCI bus> on pcib2
pcib3: <ACPI PCI-PCI bridge> irq 18 at device 28.2 on pci0
pci4: <ACPI PCI bus> on pcib3
pcib4: <ACPI PCI-PCI bridge> at device 30.0 on pci0
pci5: <ACPI PCI bus> on pcib4
cbb0: <RF5C476 PCI-CardBus Bridge> at device 11.0 on pci5
cardbus0: <CardBus bus> on cbb0
pccard0: <16-bit PCCard bus> on cbb0
isab0: <PCI-ISA bridge> at device 31.0 on pci0
isa0: <ISA bus> on isab0
ahci0: <Intel ICH9M AHCI SATA controller> port 0x8f58-0x8f5f,0x8f54-0x8f57,0x8f48-0x8f4f,0x8f44-0x8f47,0x8f20-0x8f3f mem 0xff9fd800-0xff9fdfff irq 19 at device 31.2 on pci0
ahci0: AHCI v1.20 with 4 3Gbps ports, Port Multiplier not supported
ahcich0: <AHCI channel> at channel 0 on ahci0
ahcich1: <AHCI channel> at channel 1 on ahci0
ahcich2: <AHCI channel> at channel 4 on ahci0
acpi_lid0: <Control Method Lid Switch> on acpi0
battery0: <ACPI Control Method Battery> on acpi0
acpi_button0: <Power Button> on acpi0
acpi_acad0: <AC Adapter> on acpi0
acpi_toshiba0: <Toshiba HCI Extras> on acpi0
acpi_tz0: <Thermal Zone> on acpi0
attimer0: <AT timer> port 0x40-0x43 irq 0 on acpi0
Timecounter "i8254" frequency 1193182 Hz quality 0
Event timer "i8254" frequency 1193182 Hz quality 100
atkbdc0: <Keyboard controller (i8042)> port 0x60,0x64 irq 1 on acpi0
atkbd0: <AT Keyboard> irq 1 on atkbdc0
kbd0 at atkbd0
atkbd0: [GIANT-LOCKED]
psm0: <PS/2 Mouse> irq 12 on atkbdc0
psm0: [GIANT-LOCKED]
psm0: model GlidePoint, device ID 0
atrtc0: <AT realtime clock> port 0x70-0x71 irq 8 on acpi0
Event timer "RTC" frequency 32768 Hz quality 0
hpet0: <High Precision Event Timer> iomem 0xfed00000-0xfed003ff on acpi0
Timecounter "HPET" frequency 14318180 Hz quality 950
Event timer "HPET" frequency 14318180 Hz quality 450
Event timer "HPET1" frequency 14318180 Hz quality 440
Event timer "HPET2" frequency 14318180 Hz quality 440
Event timer "HPET3" frequency 14318180 Hz quality 440
uart0: <16550 or compatible> port 0x3f8-0x3ff irq 4 flags 0x10 on acpi0
sc0: <System console> at flags 0x100 on isa0
sc0: VGA <16 virtual consoles, flags=0x300>
vga0: <Generic ISA VGA> at port 0x3c0-0x3df iomem 0xa0000-0xbffff on isa0
ppc0: cannot reserve I/O port range
est0: <Enhanced SpeedStep Frequency Control> on cpu0
p4tcc0: <CPU Frequency Thermal Control> on cpu0
est1: <Enhanced SpeedStep Frequency Control> on cpu1
p4tcc1: <CPU Frequency Thermal Control> on cpu1
Timecounters tick every 1.000 msec
hdac0: HDA Codec #0: Realtek ALC268
hdac0: HDA Codec #1: Lucent/Agere Systems (Unknown)
pcm0: <HDA Realtek ALC268 PCM #0 Analog> at cad 0 nid 1 on hdac0
pcm1: <HDA Realtek ALC268 PCM #1 Analog> at cad 0 nid 1 on hdac0
usbus0: 12Mbps Full Speed USB v1.0
usbus1: 12Mbps Full Speed USB v1.0
usbus2: 12Mbps Full Speed USB v1.0
usbus3: 480Mbps High Speed USB v2.0
ugen0.1: <Intel> at usbus0
uhub0: <Intel UHCI root HUB, class 9/0, rev 1.00/1.00, addr 1> on usbus0
ugen1.1: <Intel> at usbus1
uhub1: <Intel UHCI root HUB, class 9/0, rev 1.00/1.00, addr 1> on usbus1
ugen2.1: <Intel> at usbus2
uhub2: <Intel UHCI root HUB, class 9/0, rev 1.00/1.00, addr 1> on usbus2
ugen3.1: <Intel> at usbus3
uhub3: <Intel EHCI root HUB, class 9/0, rev 2.00/1.00, addr 1> on usbus3
uhub0: 2 ports with 2 removable, self powered
uhub1: 2 ports with 2 removable, self powered
uhub2: 2 ports with 2 removable, self powered
uhub3: 6 ports with 6 removable, self powered
ugen2.2: <vendor 0x0b97> at usbus2
uhub8: <vendor 0x0b97 product 0x7761, class 9/0, rev 1.10/1.10, addr 2> on usbus2
ugen1.2: <Microsoft> at usbus1
ada0 at ahcich0 bus 0 scbus1 target 0 lun 0
ada0: <Hitachi HTS543225L9SA00 FBEOC43C> ATA-8 SATA 1.x device
ada0: 150.000MB/s transfers (SATA 1.x, UDMA6, PIO 8192bytes)
ada0: Command Queueing enabled
ada0: 238475MB (488397168 512 byte sectors: 16H 63S/T 16383C)
ada0: Previously was known as ad4
ums0: <Microsoft Microsoft 3-Button Mouse with IntelliEyeTM, class 0/0, rev 1.10/3.00, addr 2> on usbus1
SMP: AP CPU #1 Launched!
cd0 at ahcich1 bus 0 scbus2 target 0 lun 0
cd0: <TEAC DV-W28S-RT 7.0C> Removable CD-ROM SCSI-0 device
cd0: 150.000MB/s transfers (SATA 1.x, ums0: 3 buttons and [XYZ] coordinates ID=0
UDMA2, ATAPI 12bytes, PIO 8192bytes)
cd0: cd present [1 x 2048 byte records]
ugen0.2: <Microsoft> at usbus0
ukbd0: <Microsoft Natural Ergonomic Keyboard 4000, class 0/0, rev 2.00/1.73, addr 2> on usbus0
kbd2 at ukbd0
uhid0: <Microsoft Natural Ergonomic Keyboard 4000, class 0/0, rev 2.00/1.73, addr 2> on usbus0
Trying to mount root from cd9660:/dev/iso9660/FREEBSD_INSTALL [ro]...

Prfen Sie die Ergebnisse der Gerteerkennung genau, um sicher zu stellen, dass FreeBSD alle Gerte, die Sie erwarten, auch gefunden hat. Falls ein Gert nicht gefunden wurde, wird es auch nicht aufgelistet. Kernelmodule erlauben es, Untersttzung fr Gerte, die nicht im GENERIC-Kernel vorhanden sind, hinzuzufgen.

Nach der Gerteerkennungsprozedur, werden Sie Abbildung3.3, „Auswahl der Verwendung des Installationsmediums“ sehen. Das Installationsmedium kann auf drei Arten verwendet werden: um FreeBSD zu installieren, als eine "live CD" oder um einfach eine FreeBSD-Shell zu ffnen. Benutzen Sie die Pfeiltasten, um eine Option auszuwhlen und drucken Sie Enter zum besttigen.

Abbildung 3.3. Auswahl der Verwendung des Installationsmediums
Auswahl der Verwendung des Installationsmediums

Whlen Sie hier [Install], gelangen Sie in das Installationsprogramm.

3.5. Das bsdinstall-Werkzeug

bsdinstall ist ein textbasiertes FreeBSD Installationsprogramm, geschrieben von Nathan Whitehorn und im Jahr 2011 fr FreeBSD9.0 vorgestellt wurde.

Anmerkung:

Kris Moores pc-sysinstall ist in PC-BSD enthalten und kann ebenfalls verwendet werden, um FreeBSD zu installieren. Obwohl es manchmal mit bsdinstall verwechselt wird, sind die beiden Programme nicht miteinander verwandt.

Das bsdinstall Mensystem wird durch die Pfeiltasten gesteuert, Enter, Tab, Space und andere Tasten.

3.5.1. Die Tastaturbelegung auswhlen

Abhngig davon, welche Systemkonsole verwendet wird, fragt bsdinstall am Anfang ab, ob eine nicht-Standard Tastaturbelegung festgelegt werden soll.

Abbildung 3.4. Tastaturbelegung festlegen
Tastaturbelegung festlegen

Wenn [YES] ausgewhlt wird, wird der folgende Tastaturauswahlbildschirm angezeigt. Andernfalls wird dieser Auswahlbildschirm nicht gezeigt und eine Standardtastaturbelegung genutzt.

Abbildung 3.5. Tastaturauswahlbildschirm
Tastaturauswahlbildschirm

Whlen Sie die Tastenbelegung, die Ihrer am System angeschlossenen Tastatur am nchsten kommt, indem Sie die Pfeiltasten Hoch/Runter verwenden und anschliessend Enter drcken.

Anmerkung:

Durch drcken von Esc wird die Standardbelegung eingestellt. United States of America ISO-8859-1 ist eine sichere Option, falls Sie sich unsicher sind, welche Auswahl Sie treffen sollen.

3.5.2. Den Rechnernamen festlegen

Als nchstes fragt Sie bsdinstall nach dem Rechnernamen, der in dem neu zu installierenden System verwendet werden soll.

Abbildung 3.6. Festlegen des Rechnernamens
Festlegen des Rechnernamens

Der eingegebene Rechnername sollte ein voll-qualifizierter Rechnername sein, so wie z.B. machine3.example.com

3.5.3. Auswahl der zu installierenden Komponenten

Im nchsten Schritt fragt Sie bsdinstall, die optionalen Komponenten fr die Installation auszuwhlen.

Abbildung 3.7. Komponenten fr die Installation auswhlen
Komponenten fr die Installation auswhlen

Die Entscheidung, welche Komponenten auszuwhlen sind, hngt grsstenteils davon ab, fr was das System knftig eingesetzt werden soll und der zur Verfgung stehende Plattenplatz. Der FreeBSD-Kernel und die Systemprogramme (zusammengenommen auch als Basissystem bezeichnet) werden immer installiert.

Abhngig vom Typ der Installation, werden manche dieser Komponenten nicht erscheinen.

Optionale Komponenten
  • doc - Zustzliche Dokumentation, meistens eher von historischem Interesse. Dokumentation, wie Sie vom FreeBSD Dokumentationsprojekt bereitgestellt wird, kann zu einem spteren Zeitpunkt noch installiert werden.

  • games - Mehrere traditionelle BSD-Spiele, sowohl fortune, rot13 und andere.

  • lib32 - Kompatibilitts-Bibliotheken, um 32-bit Anwendungen auf der 64-bit Version von FreeBSD laufen zu lassen.

  • ports - Die FreeBSD Ports-Sammlung.

    Die Ports-Sammlung stellt eine einfache und praktische Art dar, Software zu installieren. Die Ports-Sammlung enthlt nicht den ntigen Quellcode, um die Software zu erstellen. Stattdessen handelt es sich um einen Sammlung von Dateien, die das herunterladen, erstellen und installieren von Drittanbietersoftware automatisiert. Kapitel5, Installieren von Anwendungen: Pakete und Ports behandelt die Verwendung der Ports-Sammlung.

    Warnung:

    Das Installationsprogramm prft nicht, ob gengend Plattenplatz zur Verfgung steht. Whlen Sie diese Option nur, wenn Sie ber ausreichend Festplattenspeicher verfgen. Seit FreeBSD9.0, nimmt die Ports-Sammlung etwa 500MB Plattenplatz ein. Sie knnen fr neuere Versionen von FreeBSD einen grsseren Wert annehmen.

  • src - Quellcode fr das System.

    FreeBSD wird mit allen Quellen fr den Kernel und die Systemprogramme ausgeliefert. Obwohl dies fr die meisten Anwendungen nicht bentigt wird, kann es doch fr manche Software, die als Quellcode verbreitet wird (beispielsweise Gertetreiber oder Kernelmodule), oder um an FreeBSD selbst mitzuentwickeln, notwendig sein.

    Der komplette Quellcodebaum bentigt 1GB Plattenplatz und um das gesamte Betriebssystem neu zu erstellen, werden zustzliche 5GB Platz bentigt.

3.6. Installation aus dem Netzwerk

Die bootonly-Installationsmedien enthlt keine Kopien der Installationsdateien. Wenn eine bootonly-Installationsmethode verwendet wird, mssen die Dateien ber eine Netzwerkverbindung bertragen werden, sobald diese bentigt werden.

Abbildung 3.8. Installation ber das Netzwerk
Installation ber das Netzwerk

Nachdem die Netzwerkverbindung wie in Abschnitt3.9.2, „Die Netzwerkschnittstelle konfigurieren“ konfiguriert wurde, kann ein Spiegelserver ausgewhlt werden. Spiegelserver dienen zur Zwischenspeicherung von Kopien der FreeBSD-Dateien. Whlen Sie einen Spiegelserver, welcher in der gleichen Region auf der Welt beheimatet ist, wie der Computer, auf dem FreeBSD installiert werden soll. Dateien knnen so viel schneller bertragen werden, wenn der Spiegelserver sich nher am Zielcomputer befindet und die Installationszeit wird somit reduziert.

Abbildung 3.9. Einen Spiegelserver whlen
Einen Spiegelserver whlen

Die Installation wird auf die gleiche Weise fortfahren, als wrden die Installationsdateien auf einem lokalen Medium vorliegen.

3.7. Plattenplatz bereitstellen

Es gibt drei Arten, Plattenplatz fr FreeBSD zur Verfgung zu stellen. Gefhrte Partitionierung richtet Partitionen automatisch ein, whrend manuelle Partitionierung es fortgeschrittenen Anwendern erlaubt, selbstgewhlte Partitionen zu erzeugen. Schliesslich gbt es noch die Option eine Shell zu starten, auf der Kommandozeilenprogramme wie gpart(8), fdisk(8) und bsdlabel(8) direkt ausgefhrt werden knnen.

Abbildung 3.10. Gefhrte oder manuelle Partitionierung auswhlen
Gefhrte oder manuelle Partitionierung auswhlen

3.7.1. Gefhrte Partitionierung

Sollten mehrere Platten angeschlossen sein, whlen Sie diejenige aus, auf der FreeBSD installiert werden soll.

Abbildung 3.11. Aus mehreren Platten eine auswhlen
Aus mehreren Platten eine auswhlen

Die gesamte Festplatte oder nur ein Teil davon kann fr FreeBSD verwendet werden. Ein allgemeines Partitionslayout, das die gesamte Platte einnimmt wird erstellt, wenn [EntireDisk] ausgewhlt wird. Durch die Wahl von [Partition] wird ein Partitionslayout im unbenutzten Speicherplatz der Platte eingerichtet.

Abbildung 3.12. Auswahl der gesamten Platte oder einer Partition
Auswahl der gesamten Platte oder einer Partition

Nachdem das Partitionslayout nun erstellt wurde, sollten Sie es danach noch einmal auf Korrektheit prfen. Sollten Sie einen Fehler gemacht haben, knnen Sie durch Auswahl von [Revert] wieder die ursprnglichen Partitionen setzen oder durch [Auto] die automatischen FreeBSD Partitionen wiederherstellen. Partitionen knnen manuell erstellt, gendert oder gelscht werden. Sollte die Partitionierung richtig sein, whlen Sie [Finish] aus, um mit der Installation fortzufahren.

Abbildung 3.13. berprfen der erstellen Partitionen
berprfen der erstellen Partitionen

3.7.2. Manuelle Partitionierung

Manuelle Partitionierung fhrt Sie direkt zum Partitionseditor.

Abbildung 3.14. Partitionen manuell erstellen
Partitionen manuell erstellen

Durch hervorheben einer Platte (in diesem Fall ada0) und die Auswahl von [Create], wird ein Men zur Wahl des Partitionierungsschemas angezeigt.

Abbildung 3.15. Partitionen manuell anlegen
Partitionen manuell anlegen

GPT-Partitionierung ist normalerweise die passendste Auswahl fr PC-kompatible Rechner. ltere PC Betriebssysteme, die nicht mit GPT kompatibel und bentigen stattdessen MBR-Partitionen. Die anderen Partitionsschemata werden fr gewhnlich fr ltere Computersysteme benutzt.

Tabelle 3.1. Partitionierungsschemas
AbkrzungBeschreibung
APMApple Partition Map, von PowerPC Macintosh verwendet.
BSDBSD-Labels ohne einen MBR, manchmal auch "dangerously dedicated mode" genannt. Lesen Sie dazu bsdlabel(8).
GPTGUID Partition Table.
MBRMaster Boot Record.
PC98MBR-Variante, verwendet von NEC PC-98 Computern.
VTOC8Volume Table Of Contents, von Sun SPARC64 und UltraSPARC Computern verwendet.

Nachdem das Partitionierungsschema ausgewhlt und erstellt wurde, werden durch erneute Auswahl von [Create] neue Partitionen erzeugt.

Abbildung 3.16. Partitionen manuell erzeugen
Partitionen manuell erzeugen

Eine FreeBSD-Standardinstallation mit GPT legt mindestens die folgenden drei Partitionen an:

Standard-FreeBSD GPT-Partitionen
  • freebsd-boot - FreeBSD-Bootcode. Diese Partition muss die erste auf der Festplatte sein.

  • freebsd-ufs - Ein FreeBSD UFS-Dateisystem.

  • freebsd-swap - FreeBSD Auslagerungsbereich (swap space).

Mehere Dateisystempartitionen knnen benutzt werden und manche Leute ziehen es vor, ein traditionelles Layout mit getrennten Partitionen fr die Dateisysteme /, /var, /tmp und /usr zu erstellen. Lesen Sie dazu Beispiel3.3, „Ein traditionelles, partitioniertes Dateisystem erstellen“, um ein Beispiel zu erhalten.

Lesen Sie gpart(8) fr eine vollstndige Liste von verfgbaren GPT-Partitionstypen.

Grssenangaben knnen mit gngigen Abkrzungen eingegeben werden: K fr Kilobytes, M fr Megabytes oder G fr Gigabytes.

Tipp:

Korrekte Sektorausrichtung ermglicht grsstmgliche Geschwindigkeit und das Anlegen von Partitionsgrssen als vielfaches von 4K-Bytes hilft, die passende Ausrichtung auf Platten mit entweder 512-Bytes oder 4K-Bytes Sektorgrssen, festzulegen. Generell sollte die Verwendung von Partitionsgrssen, die sogar vielfache von 1M oder 1G sind, den einfachsten Weg darstellen, um sicher zu stellen, dass jede Partition an einem vielfachen von 4K beginnt. Eine Ausnahme gibt es: momentan sollte die freebsd-boot-Partition aufgrund von Beschrnkungen im Bootcode nicht grsser sein als 512K.

Ein Einhgepunkt wird bentigt, falls diese Partition ein Dateisystem enthlt. Falls nur eine einzelne UFS-Partition erstellt wird, sollte der Einhngepunkt / lauten.

Ein label wird ebenfalls bentigt. Ein Label ist ein Name, durch den diese Partition angesprochen wird. Festplattennamen oder -nummern knnen sich ndern, falls die Platte einmal an einem anderen Controller oder Port angeschlossen sein sollte, doch das Partitionslabel ndert sich dadurch nicht. Anstatt auf Plattennamen und Partitionsnummern in Dateien wie /etc/fstab zu verweisen, sorgen Labels dafr, dass das System Hardwrenderungen eher toleriert. GPT-Labels erscheinen in /dev/gpt/, wenn eine Platte angeschlossen wird. Andere Partitionierungsschemas besitzen unterschiedliche Fhigkeiten, Labels zu verwenden und diese erscheinen in anderen /dev/-Verzeichnissen.

Tipp:

Vergeben Sie ein einzigartiges Label auf jedem Dateisystem um Konflikte mit identischen Labels zu verhindern. Ein paar Buchstaben des Computernamens, dessen Verwendungszweck oder Ortes kann dem Label hinzugefgt werden. Beispielsweise "labroot" oder "rootfs-lab" fr die UFS root-Partition auf einem Laborrechner.

Beispiel 3.3. Ein traditionelles, partitioniertes Dateisystem erstellen

Fr ein traditionelles Partitionslayout, in dem sich /, /var, /tmp und /usr in getrennten Partitionen befinden sollen, erstellen Sie ein GPT-Partitionsschema und anschliessend die Partitionen selbst. Die gezeigten Partitionsgrssen sind typisch fr eine Festplatte von 20G. Falls mehr Platz verfgbar ist, sind grssere Swap oder /var-Partitionen ntzlich. Den hier gezeigten Beschreibungen sind bsp fr "Beispiel" vorangestellt, jedoch sollten Sie andere, einzigartige Beschreibungen verwenden, wie oben beschrieben.

PartitionstypGrsseEingehngt alsBeschreibung
freebsd-boot512K
freebsd-ufs2G/bsprootfs
freebsd-swap4Gbspswap
freebsd-ufs2G/varbspvarfs
freebsd-ufs1G/tmpbsptmpfs
freebsd-ufsAkzeptieren Sie die Standardeinstellungen (Rest der Platte)/usrbspusrfs

Nachdem die selbstgewhlten Partitionen erzeugt wurden, whlen Sie [Finish], um mit der Installation fortzusetzen.

3.8. Die Installation festschreiben

Dies ist die letzte Chance, die Installation abzubrechen, ohne nderungen an den Festplatten vorzunehmen.

Abbildung 3.17. Letzte Besttigung
Letzte Besttigung

Whlen Sie [Commit] und drcken Sie Enter, um fortzufahren. Fall noch nderungen zu machen sind, whlen Sie [Back], um zum Partitionseditor zurck zu gelangen. Mittels [Revert&Exit] wird das Installationsprogramm beendet, ohne nderungen an den Festplatten durchzufhren.

Die Installationsdauer hngt von den gewhlten Distributionen, dem Installationsmedium und der Geschwindigkeit des Computers ab. Eine Reihe von Nachrichten werden angezeigt, um den Fortschritt darzustellen.

Zuerst wird das Installationsprogramm die Partitionen auf die Platte schreiben und den Befehl newfs ausfhren, um die Partitionen zu initialisieren.

Falls Sie eine Netzwerkinstallation vornehmen, wird bsdinstall dann mit dem herunterladen der bentigten Distributionsdateien fortfahren.

Abbildung 3.18. Herunterladen der Distributionsdateien
Herunterladen der Distributionsdateien

Als nchstes wird die Integritt der Distributionsdateien berprft, um sicherzustellen, dass diese whrend des Ladevorgangs nicht beschdigt oder unsauber vom Installationsmedium gelesen wurden.

Abbildung 3.19. berprfen der Distributionsdateien
berprfen der Distributionsdateien

Zum Schluss werden die berprften Distributionsdateien auf die Festplatte entpackt.

Abbildung 3.20. Entpacken der Distributionsdateien
Entpacken der Distributionsdateien

Sobald alle bentigten Distributionsdateien entpackt wurden, wird bsdinstall direkt mit den Arbeiten nach der Installation fortsetzen (siehe Abschnitt3.9, „Arbeiten nach der Installation“).

3.9. Arbeiten nach der Installation

Die Konfiguration von verschiedenen Optionen folgt auf eine erfolgreiche FreeBSD-Installation. Eine solche Option kann durch das erneute betreten der Konfigurationsoptionen aus dem letzten Men vor dem Neustart in das gerade installierte FreeBSD-System angepasst werden.

3.9.1. Setzen des root-Passworts

Das root-Password muss gesetzt werden. Wichtig ist dabei zu wissen, dass die eingegebenen Zeichen nicht auf dem Bildschirm angezeigt werden. Nachdem das Passwort eingegeben wurde, muss es zur Besttigung erneut eingetippt werden. Damit werden auch Tippfehler verhindert.

Abbildung 3.21. Das root-Passwort setzen
Das root-Passwort setzen

Nachdem das Passwort erfolgreich gesetzt wurde, wird die Installation nun fortgesetzt.

3.9.2. Die Netzwerkschnittstelle konfigurieren

Anmerkung:

Die Netzwerkkonfiguration wird bersprungen, falls dies bereits als Teil der bootonly durchgefhrt worden ist.

Eine Liste aller gefundenen Netzwerkschnittstellen, die auf diesem Computer gefunden wurden, wird als nchstes angezeigt. Whlen Sie davon eine aus, um diese zu konfigurieren.

Abbildung 3.22. Eine zu konfigurierende Netzwerkschnittstelle auswhlen
Eine zu konfigurierende Netzwerkschnittstelle auswhlen

3.9.2.1. Eine drahtlose Netzwerkverbindung einrichten

Sollte eine drahtlose Netzwerkverbindung ausgewhlt worden sein, mssen WLAN-Identifikation und Sicherheitsparameter nun eingegeben werden, um die Verbindung mit dem Netzwerk herzustellen.

Drahtlose Netzwerke werden durch einen Service Set Identifier oder auch SSID genannt, identifiziert. Der SSID ist ein kurzer, eindeutiger Namen, der fr jedes Netzwerk vergeben wird.

Die meisten drahtlosen Netzwerke verschlsseln die bertragenen Daten, um die Information darin vor unautorisiertem Zugriff zu schtzen. Die Verwendung von WPA2-Verschlsselung wird empfohlen. ltere Verschlsselungstypen, wie WEP, bieten nur sehr wenig Sicherheit.

Der erste Schritt des Verbindungsaufbaus ist das drahtlose Netzwerk nach drahtlosen Zugriffspunkten (access points) zu scannen.

Abbildung 3.23. Nach drahtlosen Access Points scannen
Nach drahtlosen Access Points scannen

SSIDs, die whrend des scannens gefunden wurden, werden aufgelistet, gefolgt von einer Beschreibung der Verschlsselungsarten, die fr dieses Netzwerk verfgbar sind. Falls die gewnschte SSID nicht in der Liste auftaucht, whlen Sie [Rescan], um erneut einen Scanvorgang durchzufhren. Falls dann das gewnschte Netzwerk immer noch nicht erscheint, berprfen Sie Ihre Antenne auf Verbindungsprobleme oder versuchen Sie, nher an den Access point zu gelangen. Scannen Sie erneut nach jeder vorgenommenen nderung.

Abbildung 3.24. Ein drahtloses Netzwerk auswhlen
Ein drahtloses Netzwerk auswhlen

Die Verschlsselungsinformationen, um sich mit dem Netzwerk zu verbinden, werden nach der Auswahl des Netzwerks eingegeben. Mit WPA2 wird nur ein Passwort (auch bekannt als Pre-Shared Key oder PSK) bentigt. Zeichen, die in die Eingabebox getippt werden, erscheinen aus Sicherheitsgrnden als Sternchen.

Abbildung 3.25. Verbindungsaufbau mit WPA2
Verbindungsaufbau mit WPA2

Die Netzwerkkonfiguration wird fortgesetzt, nachdem das drahtlose Netzwerk und die Verbindungsinformationen eingegeben wurden.

3.9.2.2. Konfiguration des IPv4-Netzwerks

Whlen Sie, ob Sie ein IPv4-Netzwerk verwenden mchten. Dies ist der am hufigsten vorkommende Typ einer Netzwerkverbindung.

Abbildung 3.26. Auswahl von IPv4
Auswahl von IPv4

Es gibt zwei Arten, ein IPv4-Netzwerk zu konfigurieren. DHCP wird automatisch die Netzwerkschnittstelle richtig konfigurieren und sollte als bevorzugte Methode verwendet werden. Statische Konfiguration erfordert die manuelle Eingabe von Netzwerkinformationen.

Anmerkung:

Geben Sie keine zufllig gewhlten Netzwerkinformationen ein, da dies nicht funktionieren wird. Holen Sie sich die in Abschnitt3.3.3, „Netzwerkparameter ermitteln“ gezeigten Informationen von Ihrem Netzwerkadministrator oder Serviceprovider.

3.9.2.2.1. Netzwerkkonfiguration von IPv4 mittels DHCP

Falls ein DHCP-Server zur Verfgung steht, whlen Sie [Yes], um die Netzwerkschnittstelle automatisch einrichten zu lassen.

Abbildung 3.27. Auswhlen der IPv4-Konfiguration ber DHCP
Auswhlen der IPv4-Konfiguration ber DHCP

3.9.2.2.2. Statische IPv4-Netzwerkkonfiguration

Statische Konfiguration der Netzwerkschnittstelle erfordert die die Eingabe einiger IPv4-Informationen.

Abbildung 3.28. Statische IPv4-Konfiguration
Statische IPv4-Konfiguration

  • IP-Adresse - Die manuell festgelegte IPv4-Adresse, welche diesem Computer zugewiesen werden soll. Diese Adresse muss eindeutig sein und darf von keinem anderen Gert im lokalen Netzwerk bereits verwendet werden.

  • Subnetzmaske - Die Subnetzmaske, die im lokalen Netzwerk Verwendung findet. Typischerweise ist dies 255.255.255.0.

  • Defaultrouter - Die IP-Adresse des Defaultrouters in diesem Netzwerk. Normalerweise ist das die Adresse des Routers oder einer anderen Netzwerkkomponente, die das lokale Netzwerk mit dem Internet verbindet. Auch bekannt als das Default Gateway.

3.9.2.3. Konfiguration des IPv6-Netzwerks

IPv6 ist eine neuere Methode der Netzwerkkonfiguration. Falls IPv6 verfgbar ist und verwendet werden soll, whlen Sie [Yes] aus.

Abbildung 3.29. Auswahl von IPv6
Auswahl von IPv6

IPv6 besitzt ebenfalls zwei Arten der Konfiguration. SLAAC, oder StateLess Address AutoConfiguration, wird die Netzwerkschnittstelle automatisch richtig konfigurieren. Statische Konfiguration verlangt die manuelle Eingabe von Netzwerkinformationen.

3.9.2.3.1. IPv6 Stateless Address Autoconfiguration

SLAAC erlaubt es einer IPv6-Netzwerkkomponente, die Information zur automatischen Konfiguration von einem lokalen Router abzufragen. Lesen Sie RFC4862 fr weitere Informationen.

Abbildung 3.30. Auswahl der IPv6 SLAAC-Konfiguration
Auswahl der IPv6 SLAAC-Konfiguration

3.9.2.3.2. Statische IPv6-Netzwerkkonfiguration

Statische Konfiguration der Netzwerkschnittstelle bentigt die Eingabe von IPv6-Konfigurationsinformationen.

Abbildung 3.31. Statische IPv6-Konfiguration
Statische IPv6-Konfiguration

  • IPv6-Adresse - The manuell zugewiesene IP-Adresse, welche dem Computer zugeteilt werden soll. Diese Adresse muss eindeutig sein und nicht bereits von einer anderen Netzwerkkomponente im lokalen Netzwerk verwendet werden.

  • Defaultrouter - Die IPv6-Adresse des Defaultrouters in diesem Netzwerk. Normalerweise ist dies die Adresse des Routers oder einer anderen Netzwerkkomponente, welche das lokale Netz mit dem Internet verbindet. Auch bekannt als Default Gateway.

3.9.2.4. DNS-Konfiguration

Der Domain Name System (oder auch DNS) Auflser wandelt Hostnamen von und zu Netzwerkadressen um. Falls DHCP oder SLAAC verwendet wurde, um die Netzwerkschnittstelle zu konfigurieren, ist die Konfiguration fr den Auflser mglicherweise bereits vorhanden. Andernfalls geben Sie den lokalen Netzwerkdomnennamen in das Suchfeld ein. DNS #1 und DNS #2 sind die IP-Adressen der lokalen DNS-Server. Zumindest ein DNS-Server wird bentigt.

Abbildung 3.32. DNS-Konfiguration
DNS-Konfiguration

3.9.3. Setzen der Zeitzone

Das Setzen der Zeitzone fr Ihre Maschine erlaubt es, diese auf regionale Zeitvernderungen hin anzupassen und um andere zeitzonenbezogene Funktionen richtig durchzufhren.

Das hier Beispiel gezeigte Beispiel bezieht sich auf einen Rechner in der stlichen Zeitzone der Vereinigten Staaten. Ihre Auswahl wird von Ihrer geographischen Position davon abweichen.

Abbildung 3.33. Lokale oder UTC-Zeit
Lokale oder UTC-Zeit

Whlen Sie [Yes] oder [No], abhngig davon, wie die Rechneruhr konfiguriert ist und drcken Sie dann Enter. Wenn Sie nicht wissen, ob Ihr System UTC oder lokale Zeit verwendet, whlen Sie [No], um die am hufigsten verwendete lokale Zeit zu setzen.

Abbildung 3.34. Das Gebiet auswhlen
Das Gebiet auswhlen

Das passende Gebiet wird durch die Pfeiltasten und das anschliessende drucken von Enter gewhlt.

Abbildung 3.35. Das Land auswhlen
Das Land auswhlen

Whlen Sie das zutreffende Land mit den Pfeiltasten und durch anschliessendes drcken von Enter aus.

Abbildung 3.36. Whlen einer Zeitzone
Whlen einer Zeitzone

Die passende Zeitzone wird durch die Pfeiltasten und anschliessendes drcken von Enter ausgewhlt.

Abbildung 3.37. Besttigen der Zeitzone
Besttigen der Zeitzone

Besttigen Sie, dass die Abkrzung fr die Zeitzone richtig ist. Wenn Ihnen diese richtig erscheint, drcken Sie Enter, um mit dem Rest der Konfiguration nach der Installation fortzufahren.

3.9.4. Zu aktivierende Dienste auswhlen

Zustzliche Systemdienste, die zur Startzeit aktiviert werden sollen, knnen eingeschaltet werden. All diese Dienste sind optional.

Abbildung 3.38. Auswahl zustzlicher Dienste
Auswahl zustzlicher Dienste

Zustzliche Dienste
  • sshd - Secure Shell (SSH)-Dienst fr sicheren Fernzugriff.

  • moused - Sorgt fr Mausuntersttzung innerhalb der Systemkonsole.

  • ntpd - Network Time Protocol (NTP)-Dienst zur automatischen Uhrzeitsynchronisation.

  • powerd - Systemleistungskontrollwerkzeug zur Leistungsregelung und fr Stromsparfunktionen.

3.9.5. Absturzaufzeichnung aktivieren

bsdinstall wird Sie fragen, ob die Absturzaufzeichnung auf dem Zielsystem aktiviert werden soll. Die Aktivierung von Absturzaufzeichnungen kann sehr ntzlich sein, um Systemfehler aufzuspren, deswegen wird Anwendern empfohlen, diese so oft wie mglich einzusetzen. Whlen Sie [Yes], um Absturzaufzeichnungen zu aktivieren oder [No], um ohne die Aufzeichnung von Abstrzen fortzufahren.

Abbildung 3.39. Aktivierung der Absturzaufzeichnung
Aktivierung der Absturzaufzeichnung

3.9.6. Benutzer hinzufgen

Das hinzufgen von mindestens einem Benutzer whrend der Installaton erlaubt das Benutzen des Systems ohne als root-Benutzer angemeldet zu sein. Wenn man als root angemeldet ist, gibt es so gut wie keine Beschrnkungen oder Schutz vor dem, was man tun kann. Anmeldenals normaler Benutzer ist daher sicherer und bietet mehr Schutz.

Whlen Sie [Yes], um neue Benutzer hinzuzufgen.

Abbildung 3.40. Benutzerkonten hinzufgen
Benutzerkonten hinzufgen

Geben Sie die ntigen Informationen fr den Benutzer ein, der dem System hinzugefgt werden soll.

Abbildung 3.41. Benutzerinformationen eingeben
Benutzerinformationen eingeben

Benutzerinformationen
  • Username - Der Name des Benutzers, den man zur Anmeldung eingeben muss. Typischerweise der erste Buchstabe des Vornamens, gefolgt vom Nachnamen.

  • Full name - Der volle Name des Benutzers.

  • Uid - User ID. Normalerweise wird dieses Feld leer gelassen, so dass das System einen Wert vergibt.

  • Login group - Die Benutzergruppe. Normalerweise bleibt dieses Feld leer, um die Standardgruppe zu akzeptieren.

  • Invite user into other groups? - Zustzliche Gruppen zu denen der Benutzer als Mitglied hinzugefgt werden soll.

  • Login class - In der Regel bleibt dieses Feld leer.

  • Shell - Die interaktive Shell fr diesen Benutzer. In diesem Beispiel wurde csh(1) ausgewlt.

  • Home directory - Das Heimatverzeichnis des Benutzers. Die Vorgabe ist fr gewhnlich richtig.

  • Home directory permissions - Zugriffsrechte auf das Heimatverzeichnis des Benutzers. Die Vorgabe ist normalerweise die passende.

  • Use password-based authentication? Normalerweise "yes".

  • Use an empty password? - Normalerweise "no".

  • Use a random password? - Normalerweise "no".

  • Enter password - Das Passwort fr diesem Benutzer. Eingegebene Zeichen werden nicht am Bildschirm angezeigt.

  • Enter password again - Das Passwort muss zur berprfung erneut eingegeben werden.

  • Lock out the account after creation? - Normalerweise "no".

Nachdem alles eingegeben wurde, wird eine Zusammenfassung angezeigt und das System fragt Sie, dies so korrekt ist. Falls ein Eingabefehler gemacht wurde, geben Sie no ein und versuchen es erneut. Falls alles in Ordnung ist, drcken Sie yes, um den neuen Benutzer anzulegen.

Abbildung 3.42. Verlassen der Benutzer- und Gruppenverwaltung
Verlassen der Benutzer- und Gruppenverwaltung

Falls es mehr Benutzer hinzuzufgen gibt, beantworten Sie die Frage "Add another user?" mit yes. Geben Sie no ein, wird das hinzufgen von Benutzern beendet und die Installation fortgesetzt.

Fr weitere Informationen zum hinzufgen von Benutzern und deren Verwaltung, lesen Sie Kapitel14, Benutzer und grundlegende Account-Verwaltung.

3.9.7. Letzte Konfigurationsschritte

Nachdem alles installiert und konfiguriert wurde, bekommen Sie noch eine letzte Chance, um Einstellungen zu verndern.

Abbildung 3.43. Letzte Schritte der Konfiguration
Letzte Schritte der Konfiguration

Verwenden Sie dieses Men, um noch letzte nderungen oder zustzliche Konfigurationen vor dem Abschliessen der Installation zu ttigen.

Letzte Konfigurationsoptionen

Nachdem die lezten Konfigurationsschritte beendet sind, whlen Sie Exit, um die Installation zu verlassen.

Abbildung 3.44. Manuelle Konfiguration
Manuelle Konfiguration

bsdinstall wird nach zustzlichen Konfigurationen, die noch zu ttigen sind, fragen, bevor in das neue System gebootet wird. Whlen Sie [Yes], um in eine Shell innerhalb des neuen Systems zu wechseln oder [No], um mit dem letzten Schritt der Installation zu beginnen.

Abbildung 3.45. Die Installation vervollstndigen
Die Installation vervollstndigen

Wenn weitere Konfigurationen oder besondere Einstellungen bentigt werden, kann durch auswhlen von [LiveCD] das Installationsmedium im Live CD Modus gestartet werden.

Wenn die Installation vollstndig ist, whlen Sie [Reboot], um den Computer neu zu starten und das neu installierte FreeBSD-System zu booten. Vergessen Sie nicht, die FreeBSD Installations-CD, -DVD oder den USB-Stick zu entfernen, oder der Computer wird erneut davon starten.

3.9.8. FreeBSD starten und herunterfahren

3.9.8.1. FreeBSD/i386 starten

Wenn FreeBSD startet, werden viele Informationsmeldungen ausgegeben. Die meisten davon werden aus dem Bildschirm verschwinden, das ist normal. Nachdem das System den Startvorgang abgeschlossen hat, wird eine Anmeldeaufforderungen angezeigt. Um Nachrichten, die aus dem Bildschirm gelaufen sind, zu sehen, aktivieren Sie durch drcken von Scroll-Lock den scroll-back buffer. Die Tasten PgUp, PgDn und die Pfeiltasten dienen zur Navigation durch die Nachrichten. Durch erneutes drcken von Scroll-Lock wird der Bildschirm wieder entsperrt und kehrt zur normalen Anzeige zurck.

Am login:-Bildschirm geben Sie den Benutzernamen ein, den Sie whrend der Installation angelegt haben, in diesem Fall ist das asample. Vermeiden Sie die Anmeldung als root, ausser wenn es wirklich notwendig ist.

Der oben beschriebene scroll-back buffer ist in der Grsse beschrnkt, somit werden vielleicht nicht alle Nachrichten sichtbar sein. Nach dem Anmelden knnen die meisten davon aus der Kommandozeile aus durch eingabe von dmesg | less betrachtet werden. Durch drcken von q kehren Sie wieder zur Kommandozeile zurck.

Typische Startmeldungen (Versionsinformationen wurden hier weggelassen):

Copyright (c) 1992-2011 The FreeBSD Project.
Copyright (c) 1979, 1980, 1983, 1986, 1988, 1989, 1991, 1992, 1993, 1994
        The Regents of the University of California. All rights reserved.
FreeBSD is a registered trademark of The FreeBSD Foundation.

    root@farrell.cse.buffalo.edu:/usr/obj/usr/src/sys/GENERIC amd64
CPU: Intel(R) Core(TM)2 Duo CPU     E8400  @ 3.00GHz (3007.77-MHz K8-class CPU)
  Origin = "GenuineIntel"  Id = 0x10676  Family = 6  Model = 17  Stepping = 6
  Features=0x783fbff<FPU,VME,DE,PSE,TSC,MSR,PAE,MCE,CX8,APIC,SEP,MTRR,PGE,MCA,CMOV,PAT,PSE36,MMX,FXSR,SSE,SSE2>
  Features2=0x209<SSE3,MON,SSSE3>
  AMD Features=0x20100800<SYSCALL,NX,LM>
  AMD Features2=0x1<LAHF>
real memory  = 536805376 (511 MB)
avail memory = 491819008 (469 MB)
Event timer "LAPIC" quality 400
ACPI APIC Table: <VBOX   VBOXAPIC>
ioapic0: Changing APIC ID to 1
ioapic0 <Version 1.1> irqs 0-23 on motherboard
kbd1 at kbdmux0
acpi0: <VBOX VBOXXSDT> on motherboard
acpi0: Power Button (fixed)
acpi0: Sleep Button (fixed)
Timecounter "ACPI-fast" frequency 3579545 Hz quality 900
acpi_timer0: <32-bit timer at 3.579545MHz> port 0x4008-0x400b on acpi0
cpu0: <ACPI CPU> on acpi0
pcib0: <ACPI Host-PCI bridge> port 0xcf8-0xcff on acpi0
pci0: <ACPI PCI bus> on pcib0
isab0: <PCI-ISA bridge> at device 1.0 on pci0
isa0: <ISA bus> on isab0
atapci0: <Intel PIIX4 UDMA33 controller> port 0x1f0-0x1f7,0x3f6,0x170-0x177,0x376,0xd000-0xd00f at device 1.1 on pci0
ata0: <ATA channel 0> on atapci0
ata1: <ATA channel 1> on atapci0
vgapci0: <VGA-compatible display> mem 0xe0000000-0xe0ffffff irq 18 at device 2.0 on pci0
em0: <Intel(R) PRO/1000 Legacy Network Connection 1.0.3> port 0xd010-0xd017 mem 0xf0000000-0xf001ffff irq 19 at device 3.0 on pci0
em0: Ethernet address: 08:00:27:9f:e0:92
pci0: <base peripheral> at device 4.0 (no driver attached)
pcm0: <Intel ICH (82801AA)> port 0xd100-0xd1ff,0xd200-0xd23f irq 21 at device 5.0 on pci0
pcm0: <SigmaTel STAC9700/83/84 AC97 Codec>
ohci0: <OHCI (generic) USB controller> mem 0xf0804000-0xf0804fff irq 22 at device 6.0 on pci0
usbus0: <OHCI (generic) USB controller> on ohci0
pci0: <bridge> at device 7.0 (no driver attached)
acpi_acad0: <AC Adapter> on acpi0
atkbdc0: <Keyboard controller (i8042)> port 0x60,0x64 irq 1 on acpi0
atkbd0: <AT Keyboard> irq 1 on atkbdc0
kbd0 at atkbd0
atkbd0: [GIANT-LOCKED]
psm0: <PS/2 Mouse> irq 12 on atkbdc0
psm0: [GIANT-LOCKED]
psm0: model IntelliMouse Explorer, device ID 4
attimer0: <AT timer> port 0x40-0x43,0x50-0x53 on acpi0
Timecounter "i8254" frequency 1193182 Hz quality 0
Event timer "i8254" frequency 1193182 Hz quality 100
sc0: <System console> at flags 0x100 on isa0
sc0: VGA <16 virtual consoles, flags=0x300>
vga0: <Generic ISA VGA> at port 0x3c0-0x3df iomem 0xa0000-0xbffff on isa0
atrtc0: <AT realtime clock> at port 0x70 irq 8 on isa0
Event timer "RTC" frequency 32768 Hz quality 0
ppc0: cannot reserve I/O port range
Timecounters tick every 10.000 msec
pcm0: measured ac97 link rate at 485193 Hz
em0: link state changed to UP
usbus0: 12Mbps Full Speed USB v1.0
ugen0.1: <Apple> at usbus0
uhub0: <Apple OHCI root HUB, class 9/0, rev 1.00/1.00, addr 1> on usbus0
cd0 at ata1 bus 0 scbus1 target 0 lun 0
cd0: <VBOX CD-ROM 1.0> Removable CD-ROM SCSI-0 device
cd0: 33.300MB/s transfers (UDMA2, ATAPI 12bytes, PIO 65534bytes)
cd0: Attempt to query device size failed: NOT READY, Medium not present
ada0 at ata0 bus 0 scbus0 target 0 lun 0
ada0: <VBOX HARDDISK 1.0> ATA-6 device
ada0: 33.300MB/s transfers (UDMA2, PIO 65536bytes)
ada0: 12546MB (25694208 512 byte sectors: 16H 63S/T 16383C)
ada0: Previously was known as ad0
Timecounter "TSC" frequency 3007772192 Hz quality 800
Root mount waiting for: usbus0
uhub0: 8 ports with 8 removable, self powered
Trying to mount root from ufs:/dev/ada0p2 [rw]...
Setting hostuuid: 1848d7bf-e6a4-4ed4-b782-bd3f1685d551.
Setting hostid: 0xa03479b2.
Entropy harvesting: interrupts ethernet point_to_point kickstart.
Starting file system checks:
/dev/ada0p2: FILE SYSTEM CLEAN; SKIPPING CHECKS
/dev/ada0p2: clean, 2620402 free (714 frags, 327461 blocks, 0.0% fragmentation)
Mounting local file systems:.
vboxguest0 port 0xd020-0xd03f mem 0xf0400000-0xf07fffff,0xf0800000-0xf0803fff irq 20 at device 4.0 on pci0
vboxguest: loaded successfully
Setting hostname: machine3.example.com.
Starting Network: lo0 em0.
lo0: flags=8049<UP,LOOPBACK,RUNNING,MULTICAST> metric 0 mtu 16384
        options=3<RXCSUM,TXCSUM>
        inet6 ::1 prefixlen 128
        inet6 fe80::1%lo0 prefixlen 64 scopeid 0x3
        inet 127.0.0.1 netmask 0xff000000
        nd6 options=21<PERFORMNUD,AUTO_LINKLOCAL>
em0: flags=8843<UP,BROADCAST,RUNNING,SIMPLEX,MULTICAST> metric 0 mtu 1500
        options=9b<RXCSUM,TXCSUM,VLAN_MTU,VLAN_HWTAGGING,VLAN_HWCSUM>
        ether 08:00:27:9f:e0:92
        nd6 options=29<PERFORMNUD,IFDISABLED,AUTO_LINKLOCAL>
        media: Ethernet autoselect (1000baseT <full-duplex>)
        status: active
Starting devd.
Starting Network: usbus0.
DHCPREQUEST on em0 to 255.255.255.255 port 67
DHCPACK from 10.0.2.2
bound to 192.168.1.142 -- renewal in 43200 seconds.
add net ::ffff:0.0.0.0: gateway ::1
add net ::0.0.0.0: gateway ::1
add net fe80::: gateway ::1
add net ff02::: gateway ::1
ELF ldconfig path: /lib /usr/lib /usr/lib/compat /usr/local/lib
32-bit compatibility ldconfig path: /usr/lib32
Creating and/or trimming log files.
Starting syslogd.
No core dumps found.
Clearing /tmp (X related).
Updating motd:.
Configuring syscons: blanktime.
Generating public/private rsa1 key pair.
Your identification has been saved in /etc/ssh/ssh_host_key.
Your public key has been saved in /etc/ssh/ssh_host_key.pub.
The key fingerprint is:
10:a0:f5:af:93:ae:a3:1a:b2:bb:3c:35:d9:5a:b3:f3 root@machine3.example.com
The key's randomart image is:
+--[RSA1 1024]----+
|    o..          |
|   o . .         |
|  .   o          |
|       o         |
|    o   S        |
|   + + o         |
|o . + *          |
|o+ ..+ .         |
|==o..o+E         |
+-----------------+
Generating public/private dsa key pair.
Your identification has been saved in /etc/ssh/ssh_host_dsa_key.
Your public key has been saved in /etc/ssh/ssh_host_dsa_key.pub.
The key fingerprint is:
7e:1c:ce:dc:8a:3a:18:13:5b:34:b5:cf:d9:d1:47:b2 root@machine3.example.com
The key's randomart image is:
+--[ DSA 1024]----+
|       ..     . .|
|      o  .   . + |
|     . ..   . E .|
|    . .  o o . . |
|     +  S = .    |
|    +  . = o     |
|     +  . * .    |
|    . .  o .     |
|      .o. .      |
+-----------------+
Starting sshd.
Starting cron.
Starting background file system checks in 60 seconds.

Thu Oct  6 19:15:31 MDT 2011

FreeBSD/amd64 (machine3.example.com) (ttyv0)

login:

Das Generieren der RSA- und DSA-Schlssel kann auf langsameren Rechnern einige Zeit bentigen. Dies geschieht nur whrend der Startphase einer neuen Installation und auch nur, wenn sshd zum automatischen Start gesetzt ist. Die nachfolgenden Startvorgnge werden schneller sein.

FreeBSD installiert standardmssig keine graphische Umgebung, jedoch stehen viele zur Verfgung. Lesen Sie Kapitel6, Das X-Window-System fr weitere Informationen.

3.9.9. FreeBSD herunterfahren

Das korrekte herunterfahren eines FreeBSD-Computers hilft, beugt dem Datenverlust vor und schtzt sogar die Hardware vor Schden. Schalten Sie nicht einfach den Strom ab. Wenn der Benutzer ein Mitglied der wheel-Gruppe ist, knnen Sie zum Superuser durch die Eingabe von su und der anschliessenden Eingabe des Passworts von root werden. Andernfalls melden Sie sich mit root an und verwenden den Befehl shutdown -p now. Das System wird jetzt sauber heruntergefahren und den Rechner ausschalten.

Die Ctrl+Alt+Del Kombination kann verwendet werden, um das System neu zu starten, jedoch wird dies nicht whrend des normalen Betriebs empfohlen.

3.10. Fehlerbehebung

Der folgende Abschnitt behandelt einfache Fehlerbehebungen fr die Installation, wie beispielsweise hufig auftretende Fehler, die von Anwendern berichtet wurden.

3.10.1. Was man tun sollte, wenn etwas schiefgeht

Wegen verschiedener Limitierungen der PC-Architektur ist es unmglich dass die Gerteerkennung 100% verlsslich funktioniert. Jedoch gibt es ein paar Dinge, die man tun kann, wenn es fehlschlgt.

berprfen Sie das Dokument Hardware Notes nach Ihrer Version von FreeBSD, um sicher zu stellen, dass Ihre Hardware auch untersttzt wird.

Wenn Ihre Hardware untersttzt wird und Sie immer noch Abstrze oder andere Probleme erleben, mssen Sie einen eigenen Kernel bauen. Das wird Ihnen erlauben, Untersttzung fr Gerte, die im GENERIC-Kernel nicht vorhanden sind, hinzuzufgen. Der Kernel auf den Bootmedien ist mit der Annahme konfiguriert, dass die Hardwaregerte sich in Ihren Fabrikeinstellungen in Bezug auf IRQs, I/O-Adressen und DMA-Kanlen befinden. Wenn Ihre Hardware neu konfiguriert wurde, werden Sie mglicherweise die Konfiguration des Kernels bearbeiten und diesen neu erstellen mssen, um FreeBSD mitzuteilen, wo es gewisse Dinge zu finden hat.

Es ist auch mglich, dass ein fehlerhaft erkanntes Gert die Erkennung eines vorhandenen, spteren Gerts ebenfalls fehlschlagen lsst. In diesem Fall sollte die Erkennung des fehlerhaften Gertetreibers deaktiviert werden.

Anmerkung:

Manche Installationsprobleme knnen Aktualisierung der Firmware auf verschiedenen Hardwarekomponenten verhindert oder verringert werden, meistens am Mainboard. Mit Mainboard-Firmware ist fr gewhnlich das BIOS gemeint. Die meisten Mainboard- und Computerhersteller haben eine Webseite mit Aktualisierungen und Informationen zur Durchfhrung.

Hersteller raten meist von einer Aktualisierung des Mainboard-BIOS ab, ausser es gibt einen guten Grund dafr, wie beispielsweise eine kritische Aktualisierung. Der Aktualisierungsvorgang kann schiefgehen, was das BIOS unvollstndig macht und den Computer nicht mehr starten lsst.

3.10.2. Fragen und Antworten zur Fehlerbehebung

3.10.2.1. Mein System hngt whrend die Gerteerkennung beim Starten durchgefhrt wird oder verhlt sich merkwrdig whrend der Installation.

3.10.2.1.

Mein System hngt whrend die Gerteerkennung beim Starten durchgefhrt wird oder verhlt sich merkwrdig whrend der Installation.

FreeBSD macht starken Gebrauch vom ACPI-Dienst des Systems auf den i386-, amd64-, and ia64-Platformen, um den System bei der Konfiguration whrend des Startvorgangs zu helfen. Leider existieren immer noch Fehler im ACPI-Treiber, in den Mainboards und der BIOS-Firmware. ACPI kann durch setzen der Einstellung hint.acpi.0.disabled im dritten Teil des Bootloaders deaktiviert werden:

set hint.acpi.0.disabled="1"

Dies wird nach jedem Neustart des Systems wieder zurckgesetzt, also ist es notwendig, die Zeile hint.acpi.0.disabled="1" zu der Datei /boot/loader.conf hinzuzufgen. Weitere Informationen ber den Bootloader lassen sich in Abschnitt13.1, „bersicht“ nachlesen.

Kapitel 4. Grundlagen des UNIX Betriebssystems

Umgeschrieben von Chris Shumway.
bersetzt von Uwe Pierau.

4.1. bersicht

Das folgende Kapitel umfasst die grundlegenden Kommandos und Funktionsweisen des Betriebssystems FreeBSD. Viel von dem folgenden Material gilt auch fr jedes andere UNIX-artige System. Falls Sie mit dem Material schon vertraut sind, knnen Sie dieses Kapitel berlesen. Wenn FreeBSD neu fr Sie ist, dann sollten Sie dieses Kapitel auf jeden Fall aufmerksam lesen.

Dieser Abschnitt behandelt die folgenden Themen:

  • virtuelle Konsolen,

  • Zugriffsrechte unter UNIX sowie Datei-Flags unter FreeBSD,

  • Zugriffskontrolllisten fr Dateisysteme,

  • die Verzeichnisstruktur von FreeBSD,

  • Organisation von Dateisystemen unter FreeBSD,

  • Ein- und Abhngen von Dateisystemen,

  • Prozesse, Dmonen und Signale,

  • Shells und die Login-Umgebung,

  • Texteditoren,

  • Gerte und Gertedateien,

  • Binrformate unter FreeBSD und

  • wie Sie in den Manualpages nach weiteren Informationen suchen knnen.

4.2. Virtuelle Konsolen und Terminals

Sie knnen FreeBSD mit einem Terminal benutzen, der nur Text darstellen kann. Wenn Sie FreeBSD auf diese Weise benutzen, stehen Ihnen alle Mglichkeiten eines UNIX Betriebssystems zur Verfgung. Dieser Abschnitt beschreibt was Terminals und Konsolen sind und wie sie unter FreeBSD eingesetzt werden.

4.2.1. Die Konsole

Wenn Ihr FreeBSD-System ohne eine graphische Benutzeroberflche startet, wird am Ende des Systemstarts, nachdem die Startskripten gelaufen sind, ein Anmeldeprompt ausgegeben. Die letzten Startmeldungen sollten hnlich wie die Folgenden aussehen:

Additional ABI support:.
Local package initialization:.
Additional TCP options:.

Fri Sep 20 13:01:06 EEST 2002

FreeBSD/i386 (pc3.example.org) (ttyv0)

login:

Beachten Sie die letzten beiden Zeilen der Ausgabe, die vorletzte lautet:

FreeBSD/i386 (pc3.example.org) (ttyv0)

Diese Zeile enthlt einige Informationen ber das gerade gestartete System. Die Ausgabe stammt von der FreeBSD-Konsole einer Maschine mit einem Intel oder Intel-kompatiblen Prozessor der x86-Architektur[1]. Der Name des Systems (jedes UNIX System besitzt einen Namen) ist pc3.example.org und die Ausgabe stammt von der Systemkonsole, dem Terminal ttyv0.

Das Ende der Ausgabe ist immer die Aufforderung zur Eingabe eines Benutzernamens:

login:

Der Anmeldevorgang wird im nchsten Abschnitt erlutert.

4.2.2. Der Anmeldevorgang

FreeBSD ist ein Mehrbenutzersystem, das Multitasking untersttzt. Das heit mehrere Benutzer knnen gleichzeitig viele Programme auf einem System laufen lassen.

Jedes Mehrbenutzersystem muss die Benutzer voneinander unterscheiden knnen. Bei FreeBSD und allen anderen UNIX-artigen Betriebssystemen wird dies dadurch erreicht, dass sich die Benutzer anmelden mssen, bevor sie Programme laufen lassen knnen. Jeder Benutzer besitzt einen eindeutigen Namen (den Account) und ein dazugehrendes Passwort, die beide bei der Anmeldung abgefragt werden.

Nachdem FreeBSD gestartet ist und die Startskripten[2], gelaufen sind, erscheint eine Aufforderung zur Eingabe des Benutzernamens:

login:

Wenn Ihr Benutzername beispielsweise john ist, geben Sie jetzt john gefolgt von Enter ein. Sie sollten dann eine Aufforderung zur Eingabe des Passworts erhalten:

login: john
Password:

Geben Sie jetzt das Passwort von john gefolgt von Enter ein. Das Passwort wird aus Sicherheitsgrnden nicht auf dem Bildschirm angezeigt.

Wenn Sie das richtige Passwort eingegeben haben, sind Sie am System angemeldet und knnen nun alle verfgbaren Kommandos absetzen.

Anmgemeldet sind Sie, wenn Sie die Tagesmeldungen (message of today) gefolgt von einer Eingabeaufforderung (dem Zeichen #, $ oder %) gesehen haben.

4.2.3. Virtuelle Konsolen

Da FreeBSD mehrere Programme gleichzeitig laufen lassen kann, ist eine einzige Konsole, an der Kommandos abgesetzt werden knnen, zu wenig. Abhilfe schaffen virtuelle Konsolen, die mehrere Konsolen zur Verfgung stellen.

Die Anzahl der virtuellen Konsolen unter FreeBSD knnen Sie einstellen. Zwischen den einzelnen Konsolen knnen Sie mit speziellen Tastenkombinationen wechseln. Jede Konsole verfgt ber einen eigenen Ausgabekanal und FreeBSD ordnet die Tastatureingaben und Monitorausgaben der richtigen Konsole zu, wenn Sie zwischen den Konsolen wechseln.

Zum Umschalten der Konsolen stellt FreeBSD spezielle Tastenkombinationen bereit[3]. Benutzen Sie Alt+F1, Alt+F2 bis Alt+F8, um zwischen den verschiedenen Konsolen umzuschalten.

Wenn Sie zu einer anderen Konsole wechseln, sichert FreeBSD den Bildschirminhalt und gibt den Bildschirminhalt der neuen Konsole aus. Dies erzeugt die Illusion mehrerer Bildschirme und Tastaturen, an denen Sie Kommandos absetzen knnen. Wenn eine Konsole nicht sichtbar ist, weil Sie auf eine andere Konsole gewechselt haben, laufen die dort abgesetzten Kommandos weiter.

4.2.4. /etc/ttys

In der Voreinstellung stehen unter FreeBSD acht virtuelle Konsolen zur Verfgung, deren Anzahl Sie leicht erhhen oder verringern knnen. Die Anzahl und Art der Konsolen wird in /etc/ttys eingestellt.

Jede Zeile in /etc/ttys, die nicht mit # anfngt, konfiguriert einen Terminal oder eine virtuelle Konsole. In der Voreinstellung werden in dieser Datei neun virtuelle Konsolen definiert, von denen acht aktiviert sind. Die Konsolen sind in den Zeilen, die mit ttyv beginnen, definiert:

# name  getty                           type    status          comments
#
ttyv0   "/usr/libexec/getty Pc"         cons25  on  secure
# Virtual terminals
ttyv1   "/usr/libexec/getty Pc"         cons25  on  secure
ttyv2   "/usr/libexec/getty Pc"         cons25  on  secure
ttyv3   "/usr/libexec/getty Pc"         cons25  on  secure
ttyv4   "/usr/libexec/getty Pc"         cons25  on  secure
ttyv5   "/usr/libexec/getty Pc"         cons25  on  secure
ttyv6   "/usr/libexec/getty Pc"         cons25  on  secure
ttyv7   "/usr/libexec/getty Pc"         cons25  on  secure
ttyv8   "/usr/X11R6/bin/xdm -nodaemon"  xterm   off secure

Die Hilfeseite ttys(5) enthlt eine ausfhrliche Beschreibung der Spalten dieser Datei und der Optionen, die Sie zum Konfigurieren der virtuellen Konsolen benutzen knnen.

4.2.5. Die Konsole im Single-User-Modus

Eine eingehende Beschreibung des Single-User-Modus finden Sie in Abschnitt13.6.2, „Der Single-User Modus“. Im Single-User-Modus steht Ihnen nur eine Konsole zur Verfgung. Die Definition dieser Konsole befindet sich ebenfalls in /etc/ttys. Suchen Sie nach einer Zeile, die mit console beginnt:

# name  getty                           type    status          comments
#
# If console is marked "insecure", then init will ask for the root password
# when going to single-user mode.
console none                            unknown off secure

Anmerkung:

In der Zeile, die mit console beginnt, knnen Sie secure durch insecure ersetzen. Wenn Sie danach in den Single-User-Modus booten, verlangt das System ebenfalls die Eingabe des root-Passworts.

Setzen Sie insecure nicht leichtfertig ein. Wenn Sie das Passwort von root vergessen, wird es schwierig, in den Single-User-Modus zu gelangen, wenn Sie den FreeBSD-Boot-Prozess nicht genau verstehen.

4.2.6. Den Videomodus der Konsole anpassen

Der Standard-Videomodus der FreeBSD-Konsole kann auf jeden Modus eingestellt werden, der von Ihrer Grafikkarte und Ihrem Monitor untersttzt wird (beispielsweise 1024x768 oder 1280x1024). Wollen Sie eine andere Einstellung verwenden, mssen Sie das VESA-Modul laden:

# kldload vesa

Um festzustellen welche Video-Modi von Ihrer Hardware untersttzt werden, nutzen Sie das Werkzeug vidcontrol(1). Um beispielsweise einer Liste aller untersttzten Modi zu erhalten, verwenden Sie den folgenden Befehl:

# vidcontrol -i mode

Als Ergebnis erhalten Sie eine Liste aller Videomodi, die von Ihrer Hardware untersttzt werden. Sie whlen einen neuen Modus aus, indem Sie den entsprechenden Wert (wiederum als Benutzer root) an vidcontrol(1) bergeben:

# vidcontrol MODE_279

Um diese Einstellung dauerhaft zu speichern, mssen Sie die folgende Zeile in die Datei /etc/rc.conf aufnehmen:

allscreens_flags="MODE_279"

4.3. Zugriffsrechte

FreeBSD, das ein direkter Abkmmling von BSD UNIX ist, sttzt sich auf mehrere Grundkonzepte von UNIX Systemen. Das erste und ausgeprgteste: FreeBSD ist ein Mehrbenutzer-Betriebssystem. Das System ermglicht, dass mehrere Benutzer gleichzeitig an vllig verschiedenen und unabhngigen Aufgaben arbeiten knnen. Es ist verantwortlich fr eine gerechte Auf- und Zuteilung von Nachfragen nach Hardware- und Peripheriegerten, Speicher und CPU-Zeit unter den Benutzern.

Da das System mehrere Benutzer untersttzt, hat alles, was das System verwaltet, einen Satz von Rechten, die bestimmen, wer die jeweilige Ressource lesen, schreiben oder ausfhren darf. Diese Zugriffsrechte stehen in drei Achtergruppen, die in drei Teile unterteilt sind: einen fr den Besitzer der Datei, einen fr die Gruppe, zu der die Datei gehrt und einen fr alle anderen. Die numerische Darstellung sieht wie folgt aus:

WertZugriffsrechteAuflistung im Verzeichnis
0Kein Lesen, Kein Schreiben, Kein Ausfhren---
1Kein Lesen, Kein Schreiben, Ausfhren--x
2Kein Lesen, Schreiben, Kein Ausfhren-w-
3Kein Lesen, Schreiben, Ausfhren-wx
4Lesen, Kein Schreiben, Kein Ausfhrenr--
5Lesen, Kein Schreiben, Ausfhrenr-x
6Lesen, Schreiben, Kein Ausfhrenrw-
7Lesen, Schreiben, Ausfhrenrwx

Sie knnen -l auf der Kommandozeile von ls(1) angeben, um eine ausfhrliche Verzeichnisauflistung zu sehen, die in einer Spalte die Zugriffsrechte fr den Besitzer, die Gruppe und alle anderen enthlt. Die Ausgabe von ls -l knnte wie folgt aussehen:

% ls -l
total 530
-rw-r--r--  1 root  wheel     512 Sep  5 12:31 myfile
-rw-r--r--  1 root  wheel     512 Sep  5 12:31 otherfile
-rw-r--r--  1 root  wheel    7680 Sep  5 12:31 email.txt
...

Die erste Spalte der Ausgabe enthlt die Zugriffsrechte:

-rw-r--r--

Das erste Zeichen von links ist ein Symbol, welches angibt, ob es sich um eine normale Datei, ein Verzeichnis, ein zeichenorientiertes Gert, ein Socket oder irgendeine andere Pseudo-Datei handelt. In diesem Beispiel zeigt - eine normale Datei an. Die nchsten drei Zeichen, dargestellt als rw-, ergeben die Rechte fr den Datei-Besitzer. Die drei Zeichen danach r-- die Rechte der Gruppe, zu der die Datei gehrt. Die letzten drei Zeichen, r--, geben die Rechte fr den Rest der Welt an. Ein Minus bedeutet, dass das Recht nicht gegeben ist. In diesem Fall sind die Zugriffsrechte also: der Eigentmer kann die Datei lesen und schreiben, die Gruppe kann lesen und alle anderen knnen auch nur lesen. Entsprechend obiger Tabelle wren die Zugriffsrechte fr diese Datei 644, worin jede Ziffer die drei Teile der Zugriffsrechte dieser Datei verkrpert.

Das ist alles schn und gut, aber wie kontrolliert das System die Rechte von Hardware-Gerten? FreeBSD behandelt die meisten Hardware-Gerte als Dateien, welche Programme ffnen, lesen und mit Daten beschreiben knnen wie alle anderen Dateien auch. Diese Spezial-Dateien sind im Verzeichnis /dev gespeichert.

Verzeichnisse werden ebenfalls wie Dateien behandelt. Sie haben Lese-, Schreib- und Ausfhr-Rechte. Das Ausfhrungs-Bit hat eine etwas andere Bedeutung fr ein Verzeichnis als fr eine Datei. Die Ausfhrbarkeit eines Verzeichnisses bedeutet, dass in das Verzeichnis zum Beispiel mit cd gewechselt werden kann. Das bedeutet auch, dass in dem Verzeichnis auf Dateien, deren Namen bekannt sind, zugegriffen werden kann, vorausgesetzt die Zugriffsrechte der Dateien lassen dies zu.

Das Leserecht auf einem Verzeichnis erlaubt es, sich den Inhalt des Verzeichnisses anzeigen zu lassen. Um eine Datei mit bekanntem Namen in einem Verzeichnis zu lschen, mssen auf dem Verzeichnis Schreib- und Ausfhr-Rechte gesetzt sein.

Es gibt noch mehr Rechte, aber die werden vor allem in speziellen Umstnden benutzt, wie zum Beispiel bei SetUID-Binaries und Verzeichnissen mit gesetztem Sticky-Bit. Mehr ber Zugriffsrechte von Dateien und wie sie gesetzt werden, finden Sie in chmod(1).

4.3.1. Symbolische Zugriffsrechte

Beigesteuert von Tom Rhodes.

Die Zugriffsrechte lassen sich auch ber Symbole anstelle von oktalen Werten festlegen. Symbolische Zugriffsrechte werden in der Reihenfolge Wer, Aktion und Berechtigung angegeben. Die folgenden Symbole stehen zur Auswahl:

OptionSymbolBedeutung
WeruBenutzer (user)
WergGruppe (group)
WeroAndere (other)
WeraAlle
Aktion+Berechtigungen hinzufgen
Aktion-Berechtigungen entziehen
Aktion=Berechtigungen explizit setzen
Berechtigungrlesen (read)
Berechtigungwschreiben (write)
Berechtigungxausfhren (execute)
BerechtigungtSticky-Bit
BerechtigungsSet-UID oder Set-GID

Symbolische Zugriffsrechte werden wie die numerischen mit dem Kommando chmod(1) vergeben. Wenn Sie beispielsweise allen anderen Benutzern den Zugriff auf die Datei FILE verbieten wollen, benutzen Sie den nachstehenden Befehl:

% chmod go= FILE

Wenn Sie mehr als eine nderung der Rechte einer Datei vornehmen wollen, knnen Sie eine durch Kommata getrennte Liste der Rechte angeben. Das folgende Beispiel entzieht der Gruppe und der Welt (den anderen) die Schreibberechtigung auf die Datei FILE und fgt dann fr alle Ausfhrungsrechte hinzu:

% chmod go-w,a+x FILE

4.3.2. FreeBSD Datei-Flags

Beigetragen von Tom Rhodes.

Zustzlich zu den vorhin diskutierten Zugriffsrechten untersttzt FreeBSD auch die sogenannten Datei-Flags. Diese erhhen die Sicherheit Ihres Systems, indem sie eine verbesserte Kontrolle von Dateien erlauben. Verzeichnisse werden allerdings nicht untersttzt.

Diese verbesserte Sicherheit fhrt dazu, dass manche Dateien nicht einmal von root gelscht oder bearbeitet werden knnen.

Datei-Flags knnen ber chflags(1) gesetzt oder gelscht werden. Um beispielsweise die Datei file1 mit dem unlschbar-Flag zu sichern, geben Sie folgenden Befehl ein:

# chflags sunlink file1

Um dieses Flag wieder zu lschen, geben Sie den Befehl erneut ein. Allerdings setzen Sie ein no vor sunlink:

# chflags nosunlink file1

Um die Flags dieser Datei anzuzeigen, verwenden Sie ls(1) zusammen mit der Option -lo:

# ls -lo file1

Dadurch erhalten Sie eine Ausgabe hnlich der folgenden:

-rw-r--r--  1 trhodes  trhodes  sunlnk 0 Mar  1 05:54 file1

Viele Flags knnen nur von root gesetzt oder gelscht werden. Andere wiederum knnen auch vom Eigentmer der Datei gesetzt werden. Weitere Informationen zu Datei-Flags finden sich in den Manualpages chflags(1) und chflags(2).

4.3.3. Die Berechtigungen setuid, setgid, und sticky

Beigetragen von Tom Rhodes.

Anders als die Berechtigungen, die bereits angesprochen wurden, existieren drei weitere Einstellungen, ber die alle Administratoren Bescheid wissen sollten. Dies sind die Berechtigungen setuid, setgid und sticky.

Diese Einstellungen sind wichtig fr manche UNIX-Operationen, da sie Funktionalitten zur Verfgung stellen, die normalerweise nicht an gewhnliche Anwender vergeben wird. Um diese zu verstehen, muss der Unterschied zwischen der realen und der effektiven Benutzer-ID erwhnt werden.

Die reale Benutzer-ID ist die UID, welche den Prozess besitzt oder gestartet hat. Die effektive UID ist diejenige, als die der Prozess luft. Beispielsweise wird passwd(1) mit der realen ID des Benutzers ausgefhrt, der sein Passwort ndert. Um jedoch die Passwortdatenbank zu bearbeiten, wird es effektiv als root-Benutzer ausgefhrt. Das ermglicht es normalen Benutzern, ihr Passwort zu ndern, ohne einen Permission Denied-Fehler angezeigt zu bekommen.

Anmerkung:

Die nosuid mount(8)-Option wird dafr sorgen, dass diese Anwendungen stillschweigend scheitern. Genauer gesagt, sie werden nicht ausgefhrt und der Anwender wird darber auch nicht informiert. Auf diese Option kann man sich nicht vollstndig verlassen, da ein nosuid-Wrapper in der Lage wre, dies zu umgehen, wie in der mount(8) Manualpage zu lesen ist.

Die setuid-Berechtigung kann durch das Voranstellen bei einer Berechtigungsgruppe mit der Nummer Vier (4) gesetzt werden, wie im folgenden Beispiel gezeigt wird:

# chmod 4755 suidexample.sh

Die Berechtigungen auf der suidexample.sh-Datei sollten jetzt wie folgt aussehen:

-rwsr-xr-x   1 trhodes  trhodes    63 Aug 29 06:36 suidexample.sh

In dem Beispiel sollte auffallen, dass ein s jetzt Teil der Berechtigungen des Dateibesitzers geworden ist, welches das Ausfhren-Bit ersetzt. Dies ermglicht es Werkzeugen mit erhhten Berechtigungen zu laufen, wie z.B. passwd.

Um dies in Echtzeit zu beobachten, ffnen Sie zwei Terminals. Starten Sie auf einem den passwd-Prozess als normaler Benutzer. Whrend es auf die Passworteingabe wartet, berprfen Sie die Prozesstabelle und sehen Sie sich die Informationen des passwd-Kommandos an.

Im Terminal A:

Changing local password for trhodes
Old Password:

Im Terminal B:

# ps aux | grep passwd
trhodes  5232  0.0  0.2  3420  1608   0  R+    2:10AM   0:00.00 grep passwd
  	 root     5211  0.0  0.2  3620  1724   2  I+    2:09AM   0:00.01 passwd

Wie oben erwhnt, wird passwd von einem normalen Benutzer ausgefhrt, benutzt aber die effektive UID von root.

Die setgid-Berechtigung fhrt die gleiche Aktion wie die setuid-Berechtigung durch, allerdings verndert sie die Gruppenberechtigungen. Wenn eine Anwendung oder ein Werkzeug mit dieser Berechtigung ausgefhrt wird, erhlt es die Berechtigungen basierend auf der Gruppe, welche die Datei besitzt und nicht die des Benutzers, der den Prozess gestartet hat.

Um die setgid-Berechtigung auf einer Datei zu setzen, geben Sie dem chmod-Befehl eine fhrende Zwei (2) mit, wie im folgenden gezeigt:

# chmod 2755 sgidexample.sh

Die neue Einstellung kann wie zuvor betrachtet werden. Beachten Sie, dass das s sich jetzt in dem Feld befindet, das fr die Berechtigungen der Gruppe bestimmt ist:

-rwxr-sr-x   1 trhodes  trhodes    44 Aug 31 01:49 sgidexample.sh

Anmerkung:

Obwohl es sich bei dem in diesen Beispielen gezeigten Shellskript um eine ausfhrbare Datei handelt, wird es nicht mit einer anderen EUID oder effektiven Benutzer-ID ausgefhrt. Das ist so, weil Shellskripte keinen Zugriff auf setuid(2)-Systemaufrufe erhalten.

Diese beiden ersten angesprochenen Spezialberechtigungen (die setuid und setgid Berechtigungs-Bits) knnen die Systemsicherheit verringern, da sie erhhte Rechte ermglichen. Es gibt noch ein drittes Berechtigungs-Bit, das die Sicherheit eines Systems erhhen kann: das sticky bit.

Das sticky bit erlaubt, wenn es auf ein Verzeichnis angewendet wird, nur dem Besitzer der Datei diese Dateien auch zu lschen. Dieses Recht ist ntzlich, um die Lschung von Dateien in ffentlichen Verzeichnissen durch Benutzer, denen diese Dateien nicht gehren, zu verhindern, wie z.B. in /tmp. Um diese Berechtigung anzuwenden, stellen Sie der Berechtigung eine Eins (1) voran, beispielsweise so:

# chmod 1777 /tmp

Den Effekt knnen Sie sich ansehen, indem Sie das Kommando ls ausfhren:

# ls -al / | grep tmp
drwxrwxrwt  10 root  wheel         512 Aug 31 01:49 tmp

Das sticky bit kann anhand des t ganz am Ende der Berechtigungen abgelesen werden.

4.4. Verzeichnis-Strukturen

Die FreeBSD-Verzeichnishierarchie ist die Grundlage, um ein umfassendes Verstndnis des Systems zu erlangen. Das wichtigste Konzept, das Sie verstehen sollten, ist das Root-Verzeichnis /. Dieses Verzeichnis ist das erste, das whrend des Bootens eingehangen wird. Es enthlt das notwendige Basissystem, um das System in den Mehrbenutzerbetrieb zu bringen. Das Root-Verzeichnis enthlt auch die Mountpunkte fr Dateisysteme, die beim Wechsel in den Multiuser-Modus eingehngt werden.

Ein Mountpunkt ist ein Verzeichnis, in das zustzliche Dateisysteme (in der Regel unterhalb des Wurzelverzeichnisses) eingehngt werden knnen. Dieser Vorgang wird in Abschnitt4.5, „Festplatten, Slices und Partitionen“ ausfhrlich beschrieben. Standard-Mountpunkte sind /usr, /var, /tmp, /mnt sowie /cdrom. Auf diese Verzeichnisse verweisen blicherweise Eintrge in der Datei /etc/fstab. /etc/fstab ist eine Tabelle mit verschiedenen Dateisystemen und Mountpunkten als Referenz des Systems. Die meisten der Dateisysteme in /etc/fstab werden beim Booten automatisch durch das Skript rc(8) gemountet, wenn die zugehrigen Eintrge nicht mit der Option noauto versehen sind. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Abschnitt4.6.1, „Die fstab Datei“.

Eine vollstndige Beschreibung der Dateisystem-Hierarchie finden Sie in hier(7). Als Beispiel sei eine kurze bersicht ber die am hufigsten verwendeten Verzeichnisse gegeben:

VerzeichnisBeschreibung
/Wurzelverzeichnis des Dateisystems.
/bin/Grundlegende Werkzeuge fr den Single-User-Modus sowie den Mehrbenutzerbetrieb.
/boot/Programme und Konfigurationsdateien, die whrend des Bootens benutzt werden.
/boot/defaults/Vorgaben fr die Boot-Konfiguration, siehe loader.conf(5).
/dev/Gertedateien, siehe intro(4).
/etc/Konfigurationsdateien und Skripten des Systems.
/etc/defaults/Vorgaben fr die System Konfigurationsdateien, siehe rc(8).
/etc/mail/Konfigurationsdateien von MTAs wie sendmail(8).
/etc/namedb/Konfigurationsdateien von named, siehe named(8).
/etc/periodic/Tglich, wchentlich oder monatlich ablaufende Skripte, die von cron(8) gestartet werden. Siehe periodic(8).
/etc/ppp/Konfigurationsdateien von ppp, siehe ppp(8).
/mnt/Ein leeres Verzeichnis, das von Systemadministratoren hufig als temporrer Mountpunkt genutzt wird.
/proc/Prozess Dateisystem, siehe procfs(5) und mount_procfs(8).
/rescue/Statisch gelinkte Programme zur Wiederherstellung des Systems, lesen Sie dazu auch rescue(8).
/root/Home Verzeichnis von root.
/sbin/Systemprogramme und administrative Werkzeuge, die grundlegend fr den Single-User-Modus und den Mehrbenutzerbetrieb sind.
/tmp/Temporre Dateien, die fr gewhnlich bei einem Neustart des Systems verloren gehen. Hufig wird ein speicherbasiertes Dateisystem unter /tmp eingehngt. Dieser Vorgang kann automatisiert werden, wenn Sie die tmpmfs-bezogenen Variablen von rc.conf(5) verwenden. Alternativ knnen Sie auch einen entsprechenden Eintrag in /etc/fstab aufnehmen. Weitere Informationen finden Sie in mdmfs(8).
/usr/Der Groteil der Benutzerprogramme und Anwendungen.
/usr/bin/Gebruchliche Werkzeuge, Programmierhilfen und Anwendungen.
/usr/include/Standard C include-Dateien.
/usr/lib/Bibliotheken.
/usr/libdata/Daten verschiedener Werkzeuge.
/usr/libexec/System-Dmonen und System-Werkzeuge, die von anderen Programmen ausgefhrt werden.
/usr/local/Lokale Programme, Bibliotheken usw. Die Ports-Sammlung benutzt dieses Verzeichnis als Zielverzeichnis fr zu installierende Anwendungen. Innerhalb von /usr/local sollte das von hier(7) beschriebene Layout fr /usr benutzt werden. Das man Verzeichnis wird direkt unter /usr/local anstelle unter /usr/local/share angelegt. Die Dokumentation der Ports findet sich in share/doc/port.
/usr/obj/Von der Architektur abhngiger Verzeichnisbaum, der durch das Bauen von /usr/src entsteht.
/usr/ports/Die FreeBSD-Ports-Sammlung (optional).
/usr/sbin/System-Dmonen und System-Werkzeuge, die von Benutzern ausgefhrt werden.
/usr/share/Von der Architektur unabhngige Dateien.
/usr/src/Quelldateien von BSD und/oder lokalen Ergnzungen.
/usr/X11R6/Optionale X11R6-Programme und Bibliotheken.
/var/Wird fr mehrere Zwecke genutzt und enthlt Logdateien, temporre Daten und Spooldateien. Manchmal wird ein speicherbasiertes Dateisystem unter /var eingehngt. Dieser Vorgang kann automatisiert werden, wenn Sie die varmfs-bezogenen Variablen von rc.conf(5) verwenden. Alternativ knnen Sie auch einen entsprechenden Eintrag in /etc/fstab aufnehmen. Weitere Informationen finden Sie in mdmfs(8).
/var/log/Verschiedene Logdateien des Systems.
/var/mail/Postfcher der Benutzer.
/var/spool/Verschiedene Spool-Verzeichnisse der Drucker- und Mailsysteme.
/var/tmp/Temporre Dateien. Dateien in diesem Verzeichnis bleiben in der Regel auch bei einem Neustart des Systems erhalten, es sei denn, bei /var handelt es sich um ein speicherbasiertes Dateisystem.
/var/yp/NIS maps.

4.5. Festplatten, Slices und Partitionen

FreeBSD identifiziert Dateien anhand eines Dateinamens. In Dateinamen wird zwischen Gro- und Kleinschreibung unterschieden: readme.txt und README.TXT bezeichnen daher zwei verschiedene Dateien. FreeBSD benutzt keine Dateiendungen wie .txt, um den Typ der Datei (ein Programm, ein Dokument oder andere Daten) zu bestimmen.

Dateien werden in Verzeichnissen gespeichert. In einem Verzeichnis knnen sich keine oder hunderte Dateien befinden. Ein Verzeichnis kann auch andere Verzeichnisse enthalten und so eine Hierarchie von Verzeichnissen aufbauen, die Ihnen die Ablage von Daten erleichtert.

In Dateinamen werden Verzeichnisse durch einen Schrgstrich (/, Slash) getrennt. Wenn das Verzeichnis foo ein Verzeichnis bar enthlt, in dem sich die Datei readme.txt befindet, lautet der vollstndige Name der Datei (oder der Pfad zur Datei) foo/bar/readme.txt.

Verzeichnisse und Dateien werden in einem Dateisystem gespeichert. Jedes Dateisystem besitzt ein Wurzelverzeichnis (Root-Directory), das weitere Verzeichnisse enthalten kann.

Dieses Konzept kennen Sie vielleicht von anderen Betriebssystemen, aber es gibt einige Unterschiede: In MS-DOS werden Datei- und Verzeichnisnamen mit dem Zeichen \ getrennt, MacOS benutzt dazu das Zeichen :.

FreeBSD kennt keine Laufwerksbuchstaben und in Pfaden werden keine Bezeichnungen fr Laufwerke benutzt. Die Pfadangabe c:/foo/bar/readme.txt gibt es in FreeBSD nicht.

Stattdessen wird ein Dateisystem als Wurzeldateisystem (root file system) ausgewhlt. Das Wurzelverzeichnis dieses Dateisystems wird / genannt. Jedes andere Dateisystem wird unter dem Wurzeldateisystem eingehangen (mount). Daher scheint jedes Verzeichnis, unabhngig von der Anzahl der Platten, auf derselben Platte zu liegen.

Betrachten wir drei Dateisysteme A, B und C. Jedes Dateisystem besitzt ein eigenes Wurzelverzeichnis, das zwei andere Verzeichnisse enthlt: A1, A2, B1, B2, C1 und C2.

Das Wurzeldateisystem soll A sein. Das Kommando ls zeigt darin die beiden Verzeichnisse A1 und A2 an. Der Verzeichnisbaum sieht wie folgt aus:

Ein Dateisystem wird in einem Verzeichnis eines anderen Dateisystems eingehangen. Wir hngen nun das Dateisystem B in das Verzeichnis A1 ein. Das Wurzelverzeichnis von B ersetzt nun das Verzeichnis A1 und die Verzeichnisse des Dateisystems B werden sichtbar:

Jede Datei in den Verzeichnissen B1 oder B2 kann ber den Pfad /A1/B1 oder /A1/B2 erreicht werden. Dateien aus dem Verzeichnis /A1 sind jetzt verborgen. Wenn das Dateisystem B wieder abgehangen wird (umount), erscheinen die verborgenen Dateien wieder.

Wenn das Dateisystem B unter dem Verzeichnis A2 eingehangen wrde, she der Verzeichnisbaum so aus:

Die Dateien des Dateisystems B wren unter den Pfaden /A2/B1 und /A2/B2 erreichbar.

Dateisysteme knnen bereinander eingehangen werden. Der folgende Baum entsteht, wenn im letzten Beispiel das Dateisystem C in das Verzeichnis B1 des Dateisystems B eingehangen wird:

C knnte auch im Verzeichnis A1 eingehangen werden:

Der MS-DOS-Befehl join kann hnliches bewirken.

Normalerweise mssen Sie sich nicht mit Dateisystemen beschftigen. Whrend der Installation werden die Dateisysteme und die Stellen, in der sie eingehangen werden, festgelegt. Dateisysteme mssen Sie erst wieder anlegen, wenn Sie eine neue Platte hinzufgen.

Sie knnen sogar mit nur einem groen Dateisystem auskommen. Dies hat mehrere Nachteile und einen Vorteil.

Vorteile mehrerer Dateisysteme
  • Die Dateisysteme knnen mit unterschiedlichen Optionen (mount options) eingehangen werden. Bei sorgfltiger Planung knnen Sie beispielsweise das Wurzeldateisystem nur lesbar einhngen. Damit schtzen Sie sich vor dem unabsichtlichen Lschen oder Editieren kritischer Dateien. Von Benutzern beschreibbare Dateisysteme wie /home knnen Sie mit der Option nosuid einhngen, wenn sie von anderen Dateisystemen getrennt sind. Die SUID- und GUID-Bits verlieren auf solchen Dateisystemen ihre Wirkung und die Sicherheit des Systems kann dadurch erhht werden.

  • Die Lage von Dateien im Dateisystem wird, abhngig vom Gebrauch des Dateisystems, automatisch von FreeBSD optimiert. Ein Dateisystem mit vielen kleinen Dateien, die hufig geschrieben werden, wird anders behandelt als ein Dateisystem mit wenigen groen Dateien. Mit nur einem Dateisystem ist diese Optimierung unmglich.

  • In der Regel bersteht ein FreeBSD-Dateisystem auch einen Stromausfall. Allerdings kann ein Stromausfall zu einem kritischen Zeitpunkt das Dateisystem beschdigen. Wenn die Daten ber mehrere Dateisysteme verteilt sind, lsst sich das System mit hoher Wahrscheinlichkeit noch starten. Dies erleichtert das Zurckspielen von Datensicherungen.

Vorteil eines einzelnen Dateisystems
  • Die Gre von Dateisystemen liegt fest. Es kann passieren, dass Sie eine Partition vergrern mssen. Dies ist nicht leicht: Sie mssen die Daten sichern, das Dateisystem vergrert anlegen und die gesicherten Daten zurckspielen.

    Wichtig:

    FreeBSD kennt den Befehl growfs(8), mit dem man Dateisysteme im laufenden Betrieb vergrern kann.

Dateisysteme befinden sich in Partitionen (damit sind nicht die normalen MS-DOS-Partitionen gemeint). Jede Partition wird mit einem Buchstaben von a bis h bezeichnet und kann nur ein Dateisystem enthalten. Dateisysteme knnen daher ber ihren Mount-Point, den Punkt an dem sie eingehangen sind, oder den Buchstaben der Partition, in der sie liegen, identifiziert werden.

FreeBSD benutzt einen Teil der Platte fr den Swap-Bereich, der dem Rechner virtuellen Speicher zur Verfgung stellt. Dadurch kann der Rechner Anwendungen mehr Speicher zur Verfgung stellen als tatschlich eingebaut ist. Wenn der Speicher knapp wird, kann FreeBSD nicht benutzte Daten in den Swap-Bereich auslagern. Die ausgelagerten Daten knnen spter wieder in den Speicher geholt werden (dafr werden dann andere Daten ausgelagert).

Fr einige Partitionen gelten besondere Konventionen:

PartitionKonvention
aEnthlt normalerweise das Wurzeldateisystem
bEnthlt normalerweise den Swap-Bereich
cIst normalerweise genauso gro wie die Slice in der die Partition liegt. Werkzeuge, die auf der kompletten Slice arbeiten, wie ein Bad-Block-Scanner, knnen so die c-Partition benutzen. Fr gewhnlich legen Sie in dieser Partition kein Dateisystem an.
dFrher hatte die d-Partition eine besondere Bedeutung. Heute ist dies nicht mehr der Fall und die Partition d kann wie jede andere Partition auch verwendet werden.

Jede Partition, die ein Dateisystem enthlt, wird in einer Slice angelegt. Slice ist der Begriff, den FreeBSD fr MS-DOS-Partitionen verwendet. Slices werden von eins bis vier durchnummeriert.

Die Slice-Nummern werden mit vorgestelltem s hinter den Gertenamen gestellt: da0s1 ist die erste Slice auf dem ersten SCSI-Laufwerk. Auf einer Festplatte gibt es hchstens vier Slices. In einer Slice des passenden Typs kann es weitere logische Slices geben. Diese erweiterten Slices werden ab fnf durchnummeriert: ad0s5 ist die erste erweiterte Slice auf einer IDE-Platte. Diese Gerte werden von Dateisystemen benutzt, die sich in einer kompletten Slice befinden mssen.

Slices, dangerously dedicated-Festplatten und andere Platten enthalten Partitionen, die mit Buchstaben von a bis h bezeichnet werden. Der Buchstabe wird an den Gertenamen gehangen: da0a ist die a-Partition des ersten da-Laufwerks. Dieses Laufwerk ist dangerously dedicated. ad1s3e ist die fnfte Partition in der dritten Slice der zweiten IDE-Platte.

Schlielich wird noch jede Festplatte des Systems eindeutig bezeichnet. Der Name einer Festplatte beginnt mit einem Code, der den Typ der Platte bezeichnet. Es folgt eine Nummer, die angibt, um welche Festplatte es sich handelt. Anders als bei Slices werden Festplatten von Null beginnend durchnummeriert. Gngige Festplatten-Namen sind in Tabelle4.1, „Laufwerk-Codes“ zusammengestellt.

Wenn Sie eine Partition angeben, erwartet FreeBSD, dass Sie auch die Slice und die Platte angeben, in denen sich die Partition befindet. Wenn Sie eine Slice angeben, mssen Sie auch die Platte der Slice angeben. Setzen Sie den Namen aus dem Plattennamen gefolgt von einem s, der Slice-Nummer und dem Buchstaben der Partition zusammen. Einige Beispiele finden Sie in Beispiel4.1, „Namen von Platten, Slices und Partitionen“.

Der Aufbau einer Festplatte wird in Beispiel4.2, „Aufteilung einer Festplatte“ dargestellt.

Um FreeBSD zu installieren, mssen Sie zuerst Slices auf den Festplatten anlegen. Innerhalb der Slices, die Sie fr FreeBSD verwenden wollen, mssen Sie dann Partitionen anlegen. In den Partitionen wiederum werden die Dateisysteme (oder der Auslagerungsbereich) angelegt. Fr Dateisysteme mssen Sie schlielich noch festlegen, wo diese eingehangen werden (Mount-Point).

Tabelle 4.1. Laufwerk-Codes
CodeBedeutung
adATAPI (IDE) Festplatte
daSCSI-Festplatte
acdATAPI (IDE) CD-ROM
cdSCSI-CD-ROM
fdDisketten-Laufwerk

Beispiel 4.1. Namen von Platten, Slices und Partitionen
NameBedeutung
ad0s1aDie erste Partition (a) in der ersten Slice (s1) der ersten IDE-Festplatte (ad0).
da1s2eDie fnfte Partition (e) der zweiten Slice (s2) auf der zweiten SCSI-Festplatte (da1).

Beispiel 4.2. Aufteilung einer Festplatte

Das folgende Diagramm zeigt die Sicht von FreeBSD auf die erste IDE-Festplatte eines Rechners. Die Platte soll 4GB gro sein und zwei Slices (MS-DOS-Partitionen) mit je 2GB besitzen. Die erste Slice enthlt ein MS-DOS-Laufwerk (C:), die zweite Slice wird von FreeBSD benutzt. Im Beispiel verwendet die FreeBSD-Installationen drei Datenpartitionen und einen Auslagerungsbereich.

Jede der drei Partitionen enthlt ein Dateisystem. Das Wurzeldateisystem ist die a-Partition. In der e-Partition befindet sich der /var-Verzeichnisbaum und in der f-Partition befindet sich der Verzeichnisbaum unterhalb von /usr.


4.6. Anhngen und Abhngen von Dateisystemen

Ein Dateisystem wird am besten als ein Baum mit der Wurzel / veranschaulicht. /dev, /usr, und die anderen Verzeichnisse im Rootverzeichnis sind Zweige, die wiederum eigene Zweige wie /usr/local haben knnen.

Es gibt verschiedene Grnde, bestimmte dieser Verzeichnisse auf eigenen Dateisystemen anzulegen. /var enthlt log/, spool/ sowie verschiedene andere temporre Dateien und kann sich daher schnell fllen. Es empfiehlt sich, /var von / zu trennen, da es schlecht ist, wenn das Root-Dateisystem voll luft.

Ein weiterer Grund bestimmte Verzeichnisbume auf andere Dateisysteme zu legen, ist gegeben, wenn sich die Verzeichnisbume auf gesonderten physikalischen oder virtuellen Platten, wie Network File System oder CD-ROM-Laufwerken, befinden.

4.6.1. Die fstab Datei

Whrend des Boot-Prozesses werden in /etc/fstab aufgefhrte Verzeichnisse, sofern sie nicht mit der Option noauto versehen sind, automatisch angehangen.

Die Zeilen in /etc/fstab haben das folgende Format:

device	/mount-point	fstype	options	dumpfreq	passno
device

Ein existierender Gertename wie in Abschnitt19.2, „Gertenamen“ beschrieben.

mount-point

Ein existierendes Verzeichnis, an das das Dateisystem angehangen wird.

fstype

Der Typ des Dateisystems, der an mount(8) weitergegeben wird. FreeBSDs Standarddateisystem ist ufs.

options

Entweder rw fr beschreibbare Dateisysteme oder ro fr schreibgeschtzte Dateisysteme, gefolgt von weiteren bentigten Optionen. Eine hufig verwendete Option ist noauto fr Dateisysteme, die whrend der normalen Bootsequenz nicht angehangen werden sollen. Weitere Optionen finden sich in mount(8).

dumpfreq

Gibt die Anzahl der Tage an, nachdem das Dateisystem gesichert werden soll. Fehlt der Wert, wird 0 angenommen.

passno

Bestimmt die Reihenfolge, in der die Dateisysteme berprft werden sollen. Fr Dateisysteme, die bersprungen werden sollen, ist passno auf null zu setzen. Fr das Root-Dateisystem, das vor allen anderen berprft werden muss, sollte der Wert von passno eins betragen. Allen anderen Dateisystemen sollten Werte grer eins zugewiesen werden. Wenn mehrere Dateisysteme den gleichen Wert besitzen, wird fsck(8) versuchen, diese parallel zu berprfen.

4.6.2. Das mount Kommando

mount(8) hngt schlielich Dateisysteme an.

In der grundlegenden Form wird es wie folgt benutzt:

# mount device mountpoint

Viele Optionen werden in mount(8) beschrieben, die am hufigsten verwendeten sind:

Optionen von mount
-a

Hngt alle Dateisysteme aus /etc/fstab an. Davon ausgenommen sind Dateisysteme, die mit noauto markiert sind, die mit der Option -t ausgeschlossen wurden und Dateisysteme, die schon angehangen sind.

-d

Fhrt alles bis auf den mount-Systemaufruf aus. Ntzlich ist diese Option in Verbindung mit -v. Damit wird angezeigt, was mount(8) tatschlich versuchen wrde, um das Dateisystem anzuhngen.

-f

Erzwingt das Anhngen eines unsauberen Dateisystems oder erzwingt die Rcknahme des Schreibzugriffs, wenn der Status des Dateisystems von beschreibbar auf schreibgeschtzt gendert wird.

-r

Hngt das Dateisystem schreibgeschtzt ein. Das kann auch durch Angabe von ro als Argument der Option -o erreicht werden.

-t fstype

Hngt das Dateisystem mit dem angegebenen Typ an, oder hngt nur Dateisysteme mit dem angegebenen Typ an, wenn auch -a angegeben wurde.

Die Voreinstellung fr den Typ des Dateisystems ist ufs.

-u

Aktualisiert die Mountoptionen des Dateisystems.

-v

Geschwtzig sein.

-w

Hngt das Dateisystem beschreibbar an.

-o erwartet eine durch Kommata separierte Liste von Optionen, unter anderem die folgenden:

noexec

Verbietet das Ausfhren von binren Dateien auf dem Dateisystem. Dies ist eine ntzliche Sicherheitsfunktion.

nosuid

SetUID und SetGID Bits werden auf dem Dateisystem nicht beachtet. Dies ist eine ntzliche Sicherheitsfunktion.

4.6.3. Das umount Kommando

umount(8) akzeptiert als Parameter entweder einen Mountpoint, einen Gertenamen, oder die Optionen -a oder -A.

Jede Form akzeptiert -f, um das Abhngen zu erzwingen, und -v, um etwas geschwtziger zu sein. Seien Sie bitte vorsichtig mit -f: Ihr Computer kann abstrzen oder es knnen Daten auf dem Dateisystem beschdigt werden, wenn Sie das Abhngen erzwingen.

-a und -A werden benutzt um alle Dateisysteme, deren Typ durch -t modifiziert werden kann, abzuhngen. -A hngt das Rootdateisystem nicht ab.

4.7. Prozesse

Da FreeBSD ein Multitasking-Betriebssystem ist, sieht es so aus, als ob mehrere Prozesse zur gleichen Zeit laufen. Jedes Programm, das zu irgendeiner Zeit luft, wird Prozess genannt. Jedes Kommando startet mindestens einen Prozess. Einige Systemprozesse laufen stndig und stellen die Funktion des Systems sicher.

Jeder Prozess wird durch eine eindeutige Nummer identifiziert, die Prozess-ID oder PID genannt wird. Prozesse haben ebenso wie Dateien einen Besitzer und eine Gruppe, die festlegen, welche Dateien und Gerte der Prozess benutzen kann. Dabei finden die vorher beschriebenen Zugriffsrechte Anwendung. Die meisten Prozesse haben auch einen Elternprozess, der sie gestartet hat. Wenn Sie in der Shell Kommandos eingeben, dann ist die Shell ein Prozess und jedes Kommando, das Sie starten, ist auch ein Prozess. Jeder Prozess, den Sie auf diese Weise starten, besitzt den Shell-Prozess als Elternprozess. Die Ausnahme hiervon ist ein spezieller Prozess, der init(8) heit. init ist immer der erste Prozess und hat somit die PID 1. init wird vom Kernel beim Booten von FreeBSD gestartet.

Die Kommandos ps(1) und top(1) sind besonders ntzlich, um sich die Prozesse auf einem System anzusehen. ps zeigt eine statische Liste der laufenden Prozesse und kann deren PID, Speicherverbrauch und die Kommandozeile, mit der sie gestartet wurden und vieles mehr anzeigen. top zeigt alle laufenden Prozesse an und aktualisiert die Anzeige, so dass Sie Ihrem Computer bei der Arbeit zuschauen knnen.

Normal zeigt Ihnen ps nur die laufenden Prozesse, die Ihnen gehren. Zum Beispiel:

% ps
  PID  TT  STAT      TIME COMMAND
  298  p0  Ss     0:01.10 tcsh
 7078  p0  S      2:40.88 xemacs mdoc.xsl (xemacs-21.1.14)
37393  p0  I      0:03.11 xemacs freebsd.dsl (xemacs-21.1.14)
48630  p0  S      2:50.89 /usr/local/lib/netscape-linux/navigator-linux-4.77.bi
48730  p0  IW     0:00.00 (dns helper) (navigator-linux-)
72210  p0  R+     0:00.00 ps
  390  p1  Is     0:01.14 tcsh
 7059  p2  Is+    1:36.18 /usr/local/bin/mutt -y
 6688  p3  IWs    0:00.00 tcsh
10735  p4  IWs    0:00.00 tcsh
20256  p5  IWs    0:00.00 tcsh
  262  v0  IWs    0:00.00 -tcsh (tcsh)
  270  v0  IW+    0:00.00 /bin/sh /usr/X11R6/bin/startx -- -bpp 16
  280  v0  IW+    0:00.00 xinit /home/nik/.xinitrc -- -bpp 16
  284  v0  IW     0:00.00 /bin/sh /home/nik/.xinitrc
  285  v0  S      0:38.45 /usr/X11R6/bin/sawfish

Wie Sie sehen, gibt ps(1) mehrere Spalten aus. In der PID Spalte findet sich die vorher besprochene Prozess-ID. PIDs werden von 1 beginnend bis 99999 zugewiesen und fangen wieder von vorne an, wenn die Grenze berschritten wird. Ist eine PID bereits vergeben, wird diese allerdings nicht erneut vergeben. Die Spalte TT zeigt den Terminal, auf dem das Programm luft. STAT zeigt den Status des Programms an und kann fr die Zwecke dieser Diskussion ebenso wie TT ignoriert werden. TIME gibt die Zeit an, die das Programm auf der CPU gelaufen ist – dies ist nicht unbedingt die Zeit, die seit dem Start des Programms vergangen ist, da die meisten Programme hauptschlich auf bestimmte Dinge warten, bevor sie wirklich CPU-Zeit verbrauchen. Unter der Spalte COMMAND finden Sie schlielich die Kommandozeile, mit der das Programm gestartet wurde.

ps(1) besitzt viele Optionen, um die angezeigten Informationen zu beeinflussen. Eine ntzliche Kombination ist auxww. Mit a werden Information ber alle laufenden Prozesse und nicht nur Ihrer eigenen angezeigt. Der Name des Besitzers des Prozesses, sowie Informationen ber den Speicherverbrauch werden mit u angezeigt. x zeigt auch Dmonen-Prozesse an, und ww veranlasst ps(1) die komplette Kommandozeile fr jeden Befehl anzuzeigen, anstatt sie abzuschneiden, wenn sie zu lang fr die Bildschirmausgabe wird.

Die Ausgabe von top(1) sieht hnlich aus:

% top
last pid: 72257;  load averages:  0.13,  0.09,  0.03    up 0+13:38:33  22:39:10
47 processes:  1 running, 46 sleeping
CPU states: 12.6% user,  0.0% nice,  7.8% system,  0.0% interrupt, 79.7% idle
Mem: 36M Active, 5256K Inact, 13M Wired, 6312K Cache, 15M Buf, 408K Free
Swap: 256M Total, 38M Used, 217M Free, 15% Inuse

  PID USERNAME PRI NICE  SIZE    RES STATE    TIME   WCPU    CPU COMMAND
72257 nik       28   0  1960K  1044K RUN      0:00 14.86%  1.42% top
 7078 nik        2   0 15280K 10960K select   2:54  0.88%  0.88% xemacs-21.1.14
  281 nik        2   0 18636K  7112K select   5:36  0.73%  0.73% XF86_SVGA
  296 nik        2   0  3240K  1644K select   0:12  0.05%  0.05% xterm
48630 nik        2   0 29816K  9148K select   3:18  0.00%  0.00% navigator-linu
  175 root       2   0   924K   252K select   1:41  0.00%  0.00% syslogd
 7059 nik        2   0  7260K  4644K poll     1:38  0.00%  0.00% mutt
...

Die Ausgabe ist in zwei Abschnitte geteilt. In den ersten fnf Kopfzeilen finden sich die zuletzt zugeteilte PID, die Systemauslastung (engl. load average), die Systemlaufzeit (die Zeit seit dem letzten Reboot) und die momentane Zeit. Die weiteren Zahlen im Kopf beschreiben wie viele Prozesse momentan laufen (im Beispiel 47), wie viel Speicher und Swap verbraucht wurde und wie viel Zeit das System in den verschiedenen CPU-Modi verbringt.

Darunter befinden sich einige Spalten mit hnlichen Informationen wie in der Ausgabe von ps(1). Wie im vorigen Beispiel knnen Sie die PID, den Besitzer, die verbrauchte CPU-Zeit und das Kommando erkennen. top(1) zeigt auch den Speicherverbrauch des Prozesses an, der in zwei Spalten aufgeteilt ist. Die erste Spalte gibt den gesamten Speicherverbrauch des Prozesses an, in der zweiten Spalte wird der aktuelle Verbrauch angegeben. Netscape hat im gezeigten Beispiel insgesamt 30MB Speicher verbraucht. Momentan benutzt es allerdings nur 9MB.

Die Anzeige wird von top(1) automatisch alle zwei Sekunden aktualisiert. Der Zeitraum kann mit -s eingestellt werden.

4.8. Dmonen, Signale und Stoppen von Prozessen

Wenn Sie einen Editor starten, knnen Sie ihn leicht bedienen und Dateien laden. Sie knnen das, weil der Editor dafr Vorsorge getroffen hat und auf einem Terminal luft. Manche Programme erwarten keine Eingaben von einem Benutzer und lsen sich bei erster Gelegenheit von ihrem Terminal. Ein Web-Server zum Beispiel verbringt den ganzen Tag damit, auf Anfragen zu antworten und erwartet keine Eingaben von Ihnen. Programme, die E-Mail von einem Ort zu einem anderen Ort transportieren sind ein weiteres Beispiel fr diesen Typ von Anwendungen.

Wir nennen diese Programme Dmonen. Dmonen stammen aus der griechischen Mythologie und waren weder gut noch bse. Sie waren kleine dienstbare Geister, die meistens ntzliche Sachen fr die Menschheit vollbrachten. hnlich wie heutzutage Web-Server und Mail-Server ntzliche Dienste verrichten. Seit langer Zeit ist daher das BSD Maskottchen dieser frhlich aussehende Dmon mit Turnschuhen und Dreizack.

Programme, die als Dmon laufen, werden entsprechend einer Konvention mit einem d am Ende benannt. BIND steht beispielsweise fr Berkeley Internet Name Domain, das tatschlich laufende Programm heit aber named. Der Apache Webserver wird httpd genannt, der Druckerspool-Dmon heit lpd usw. Dies ist allerdings eine Konvention und keine unumstliche Regel: Der Dmon der Anwendung sendmail heit sendmail und nicht maild, wie Sie vielleicht gedacht hatten.

Manchmal mssen Sie mit einem Dmon kommunizieren. Dazu verwenden Sie Signale. Sie knnen mit einem Dmonen oder jedem anderen laufenden Prozess kommunizieren, indem Sie diesem ein Signal schicken. Sie knnen verschiedene Signale verschicken – manche haben eine festgelegte Bedeutung, andere werden von der Anwendung interpretiert. Die Dokumentation zur fraglichen Anwendung wird erklren, wie die Anwendung Signale interpretiert. Sie knnen nur Signale zu Prozessen senden, die Ihnen gehren. Normale Benutzer haben nicht die Berechtigung, Prozessen anderer Benutzer mit kill(1) oder kill(2) Signale zu schicken. Der Benutzer root darf jedem Prozess Signale schicken.

In manchen Fllen wird FreeBSD Signale senden. Wenn eine Anwendung schlecht geschrieben ist und auf Speicher zugreift, auf den sie nicht zugreifen soll, so sendet FreeBSD dem Prozess das Segmentation Violation Signal (SIGSEGV). Wenn eine Anwendung den alarm(3) Systemaufruf benutzt hat, um nach einiger Zeit benachrichtigt zu werden, bekommt sie das Alarm Signal (SIGALRM) gesendet.

Zwei Signale knnen benutzt werden, um Prozesse zu stoppen: SIGTERM und SIGKILL. Mit SIGTERM fordern Sie den Prozess hflich zum Beenden auf. Der Prozess kann das Signal abfangen und merken, dass er sich beenden soll. Er hat dann Gelegenheit Logdateien zu schlieen und die Aktion, die er vor der Aufforderung sich zu beenden durchfhrte, abzuschlieen. Er kann sogar SIGTERM ignorieren, wenn er eine Aktion durchfhrt, die nicht unterbrochen werden darf.

SIGKILL kann von keinem Prozess ignoriert werden. Das Signal lsst sich mit Mich interessiert nicht, was du gerade machst, hr sofort auf damit! umschreiben. Wenn Sie einem Prozess SIGKILL schicken, dann wird FreeBSD diesen sofort beenden[4].

Andere Signale, die Sie vielleicht verschicken wollen, sind SIGHUP, SIGUSR1 und SIGUSR2. Diese Signale sind fr allgemeine Zwecke vorgesehen und verschiedene Anwendungen werden unterschiedlich auf diese Signale reagieren.

Nehmen wir an, Sie haben die Konfiguration Ihres Webservers verndert und mchten dies dem Server mitteilen. Sie knnten den Server natrlich stoppen und httpd wieder starten. Die Folge wre eine kurze Zeit, in der der Server nicht erreichbar ist. Die meisten Dmonen lesen Ihre Konfigurationsdatei beim Empfang eines SIGHUP neu ein. Da es keinen Standard gibt, der vorschreibt, wie auf diese Signale zu reagieren ist, lesen Sie bitte die Dokumentation zu dem in Frage kommenden Dmon.

Mit kill(1) knnen Sie, wie unten gezeigt, Signale verschicken.

Prozedur 4.1. Verschicken von Signalen

Das folgende Beispiel zeigt, wie Sie inetd(8) ein Signal schicken. Die Konfigurationsdatei von inetd ist /etc/inetd.conf. Diese Konfigurationsdatei liest inetd ein, wenn er ein SIGHUP empfngt.

  1. Suchen Sie die Prozess-ID des Prozesses, dem Sie ein Signal schicken wollen. Benutzen Sie dazu pgrep(1).

    % pgrep -l inetd
    198 inetd -wW

    Die Prozess-ID von inetd(8) ist 198.

  2. Senden Sie das Signal mit kill(1). Da inetd(8) unter dem Benutzer root luft, mssen Sie zuerst mit su(1) root werden:

    % su
    Password:
    # /bin/kill -s HUP 198

    kill(1) wird, wie andere Kommandos von UNIX Systemen auch, keine Ausgabe erzeugen, wenn das Kommando erfolgreich war. Wenn Sie versuchen, einem Prozess, der nicht Ihnen gehrt, ein Signal zu senden, dann werden Sie die Meldung kill: PID: Operation not permitted sehen. Wenn Sie sich bei der Eingabe der PID vertippen, werden Sie das Signal dem falschen Prozess schicken, was schlecht sein kann. Wenn Sie Glck haben, existiert der Prozess nicht und Sie werden mit der Ausgabe kill: PID: No such process belohnt.

    Warum soll ich /bin/kill benutzen?:

    Viele Shells stellen kill als internes Kommando zur Verfgung, das heit die Shell sendet das Signal direkt, anstatt /bin/kill zu starten. Das kann ntzlich sein, aber die unterschiedlichen Shells benutzen eine verschiedene Syntax, um die Namen der Signale anzugeben. Anstatt jede Syntax zu lernen, kann es einfacher sein, /bin/kill ... direkt aufzurufen.

Andere Signale senden Sie auf die gleiche Weise, ersetzen Sie nur TERM oder KILL entsprechend.

Wichtig:

Es kann gravierende Auswirkungen haben, wenn Sie zufllig Prozesse beenden. Insbesondere init(8) mit der Prozess-ID ist ein Spezialfall. Mit /bin/kill -s KILL 1 knnen Sie Ihr System schnell herunterfahren. berprfen Sie die Argumente von kill(1) immer zweimal bevor Sie Return drcken.

4.9. Shells

Von der tagtglichen Arbeit mit FreeBSD wird eine Menge mit der Kommandozeilen Schnittstelle der Shell erledigt. Die Hauptaufgabe einer Shell besteht darin, Kommandos der Eingabe anzunehmen und diese auszufhren. Viele Shells haben auerdem eingebaute Funktionen, die die tgliche Arbeit erleichtern, beispielsweise eine Dateiverwaltung, die Vervollstndigung von Dateinamen (Globbing), einen Kommandozeileneditor, sowie Makros und Umgebungsvariablen. FreeBSD enthlt die Shells sh (die Bourne Shell) und tcsh (die verbesserte C-Shell) im Basissystem. Viele andere Shells, wie zsh oder bash, befinden sich in der Ports-Sammlung.

Welche Shell soll ich benutzen? Das ist wirklich eine Geschmacksfrage. Sind Sie ein C-Programmierer, finden Sie vielleicht eine C-artige Shell wie die tcsh angenehmer. Kommen Sie von Linux oder ist Ihnen der Umgang mit UNIX Systemen neu, so knnten Sie die bash probieren. Der Punkt ist, dass jede Shell ihre speziellen Eigenschaften hat, die mit Ihrer bevorzugten Arbeitsumgebung harmonieren knnen oder nicht. Sie mssen sich eine Shell aussuchen.

Ein verbreitetes Merkmal in Shells ist die Dateinamen-Vervollstndigung. Sie mssen nur einige Buchstaben eines Kommandos oder eines Dateinamen eingeben und die Shell vervollstndigt den Rest automatisch durch drcken der Tab-Taste. Hier ist ein Beispiel. Angenommen, Sie haben zwei Dateien foobar und foo.bar. Die Datei foo.bar mchten Sie lschen. Nun wrden Sie an der Tastatur eingeben: rm fo[Tab]. [Tab].

Die Shell wrde dann rm foo[BEEP].bar ausgeben.

[BEEP] meint den Rechner-Piepser. Diesen gibt die Shell aus, um anzuzeigen, dass es den Dateinamen nicht vervollstndigen konnte, da es mehrere Mglichkeiten gibt. Beide Dateien foobar und foo.bar beginnen mit fo, so konnte nur bis foo ergnzt werden. Nachdem Sie . eingaben und dann die Tab-Taste drckten, konnte die Shell den Rest fr Sie ausfllen.

Ein weiteres Merkmal der Shell ist der Gebrauch von Umgebungsvariablen. Dies sind vernderbare Schlsselpaare im Umgebungsraum der Shell, die jedes von der Shell aufgerufene Programm lesen kann. Daher enthlt der Umgebungsraum viele Konfigurationsdaten fr Programme. Die folgende Liste zeigt verbreitete Umgebungsvariablen und was sie bedeuten:

VariableBeschreibung
USERName des angemeldeten Benutzers.
PATHListe mit Verzeichnissen (getrennt durch Doppelpunkt) zum Suchen nach Programmen.
DISPLAYDer Name des X11-Bildschirms, auf dem Ausgaben erfolgen sollen.
SHELLDie aktuelle Shell.
TERMName des Terminaltyps des Benutzers. Benutzt, um die Fhigkeiten des Terminals zu bestimmen.
TERMCAPDatenbankeintrag der Terminal Escape Codes, bentigt um verschieden Terminalfunktionen auszufhren.
OSTYPETyp des Betriebsystems, beispielsweise FreeBSD.
MACHTYPEDie CPU Architektur auf dem das System luft.
EDITORVom Benutzer bevorzugter Text-Editor.
PAGERVom Benutzer bevorzugter Text-Betrachter.
MANPATHListe mit Verzeichnissen (getrennt durch Doppelpunkt) zum Suchen nach Manualpages.

Das Setzen von Umgebungsvariablen funktioniert von Shell zu Shell unterschiedlich. Zum Beispiel benutzt man in C-artigen Shells wie der tcsh dazu setenv. Unter Bourne-Shells wie sh oder bash benutzen Sie zum Setzen von Umgebungsvariablen export. Um beispielsweise die Variable EDITOR mit csh oder tcsh auf /usr/local/bin/emacs zu setzen, setzen Sie das folgende Kommando ab:

% setenv EDITOR /usr/local/bin/emacs

Unter Bourne-Shells:

% export EDITOR="/usr/local/bin/emacs"

Sie knnen die meisten Shells Umgebungsvariablen expandieren lassen, in dem Sie in der Kommandozeile ein $ davor eingeben. Zum Beispiel gibt echo $TERM aus, worauf $TERM gesetzt ist, weil die Shell $TERM expandiert und das Ergebnis an echo gibt.

Shells behandeln viele Spezialzeichen, so genannte Metazeichen, als besondere Darstellungen fr Daten. Das allgemeinste ist das Zeichen *, das eine beliebige Anzahl Zeichen in einem Dateinamen reprsentiert. Diese Metazeichen knnen zum Vervollstndigen von Dateinamen (Globbing) benutzt werden. Beispielsweise liefert das Kommando echo * nahezu das gleiche wie die Eingabe von ls, da die Shell alle Dateinamen die mit * bereinstimmen, an echo weitergibt.

Um zu verhindern, dass die Shell diese Sonderzeichen interpretiert, kann man sie schtzen, indem man ihnen einen Backslash (\) voranstellt. echo $TERM gibt aus, auf was auch immer Ihr Terminal gesetzt ist. echo \$TERM gibt $TERM genauso aus, wie es hier steht.

4.9.1. ndern der Shell

Der einfachste Weg Ihre Shell zu ndern, ist das Kommando chsh zu benutzen. chsh platziert Sie im Editor, welcher durch Ihre Umgebungsvariable EDITOR gesetzt ist, im vi wenn die Variable nicht gesetzt ist. ndern Sie die Zeile mit Shell: entsprechend Ihren Wnschen.

Sie knnen auch chsh mit der Option -s aufrufen, dann wird Ihre Shell gesetzt, ohne dass Sie in einen Editor gelangen. Um Ihre Shell zum Beispiel auf die bash zu ndern, geben Sie das folgende Kommando ein:

% chsh -s /usr/local/bin/bash

Anmerkung:

Die von Ihnen gewnschte Shell muss in /etc/shells aufgefhrt sein. Haben Sie eine Shell aus der Ports-Sammlung installiert, sollte das schon automatisch erledigt werden. Installierten Sie die Shell von Hand, so mssen Sie sie dort eintragen.

Haben Sie beispielsweise die bash nach /usr/local/bin installiert, geben Sie Folgendes ein:

# echo "/usr/local/bin/bash" >> /etc/shells

Danach knnen Sie chsh aufrufen.

4.10. Text-Editoren

Eine groer Teil der Konfiguration wird bei FreeBSD durch das Editieren von Textdateien erledigt. Deshalb ist es eine gute Idee, mit einem Texteditor vertraut zu werden. FreeBSD hat ein paar davon im Basissystem und sehr viel mehr in der Ports-Sammlung.

Der am leichtesten und einfachsten zu erlernende Editor nennt sich ee, was fr easy editor steht. Um ee zu starten, gibt man in der Kommandozeile ee filename ein, wobei filename den Namen der zu editierenden Datei darstellt. Um zum Beispiel /etc/rc.conf zu editieren, tippen Sie ee /etc/rc.conf ein. Einmal im Editor, finden Sie alle Editor-Funktionen oben im Display aufgelistet. Das Einschaltungszeichen ^ steht fr die Ctrl (oder Strg) Taste, mit ^e ist also die Tastenkombination Ctrl+e gemeint. Um ee zu verlassen, drcken Sie Esc und whlen dann leave editor aus. Der Editor fragt nach, ob Sie speichern mchten, wenn die Datei verndert wurde.

FreeBSD verfgt ber leistungsfhigere Editoren wie vi als Teil des Basissystems, andere Editoren wie emacs oder vim sind Teil der Ports-Sammlung. Diese Editoren bieten hhere Funktionalitt und Leistungsfhigkeit, jedoch auf Kosten einer etwas schwierigeren Erlernbarkeit. Wenn Sie viele Textdateien editieren, sparen Sie auf lange Sicht mehr Zeit durch das Erlernen von Editoren wie vim oder emacs ein.

Viele Anwendungen, die Dateien verndern oder Texteingabe erwarten, werden automatisch einen Texteditor ffnen. Um den Standardeditor zu ndern, setzen Sie die Umgebungsvariable EDITOR. Um mehr darber zu erfahren, lesen Sie den Abschnitt Shells.

4.11. Gerte und Gertedateien

Der Begriff Gert wird meist in Verbindung mit Hardware wie Laufwerken, Druckern, Grafikkarten oder Tastaturen gebraucht. Der Groteil der Meldungen, die beim Booten von FreeBSD angezeigt werden, beziehen sich auf gefundene Gerte. Sie knnen sich die Bootmeldungen spter in /var/run/dmesg.boot ansehen.

Gertenamen, die Sie wahrscheinlich in den Bootmeldungen sehen werden, sind zum Beispiel acd0, das erste IDE CD-ROM oder kbd0, die Tastatur.

Auf die meisten Gerte wird unter UNIX Systemen ber spezielle Gertedateien im /dev Verzeichnis zugegriffen.

4.11.1. Anlegen von Gertedateien

Wenn sie ein neues Gert zu Ihrem System hinzufgen, oder die Untersttzung fr zustzliche Gerte kompilieren, mssen ein oder mehrere Gertedateien erstellt werden.

4.11.1.1. DEVFS (Gertedateisystem)

Das Gertedateisystem DEVFS ermglicht durch den Namensraum des Dateisystems Zugriff auf den Namensraum der Gerte im Kernel. Damit mssen Gertedateien nicht mehr extra angelegt werden, sondern werden von DEVFS verwaltet.

Weitere Informationen finden Sie in devfs(5).

4.12. Binrformate

Um zu verstehen, warum FreeBSD das Format elf(5) benutzt, mssen Sie zunchst etwas ber die drei gegenwrtig dominanten ausfhrbaren Formate fr UNIX Systeme wissen:

  • a.out(5)

    Das lteste und klassische Objektformat von UNIX Systemen. Es benutzt einen kurzen, kompakten Header mit einer magischen Nummer am Anfang, die oft benutzt wird, um das Format zu charakterisieren (weitere Details finden Sie unter a.out(5)). Es enthlt drei geladene Segmente: .text, .data und .bss, sowie eine Symboltabelle und eine Stringtabelle.

  • COFF

    Das Objektformat von SVR3. Der Header enthlt nun eine Sectiontable. Man kann also mit mehr als nur den Sections .text, .data und .bss arbeiten.

  • elf(5)

    Der Nachfolger von COFF. Kennzeichnend sind mehrere Sections und mgliche 32-Bit- oder 64-Bit-Werte. Ein wesentlicher Nachteil: ELF wurde auch unter der Annahme entworfen, dass es nur eine ABI (Application Binary Interface) pro Systemarchitektur geben wird. Tatschlich ist diese Annahme falsch – nicht einmal fr die kommerzielle SYSV-Welt (in der es mindestens drei ABIs gibt: SVR4, Solaris, SCO) trifft sie zu.

    FreeBSD versucht, dieses Problem zu umgehen, indem ein Werkzeug bereitgestellt wird, um ausfhrbare Dateien im ELF-Format mit Informationen ber die ABI zu versehen, zu der sie passen. Weitere Informationen finden Sie in der Manualpage brandelf(1).

FreeBSD kommt aus dem klassischen Lager und verwendete traditionell das Format a.out(5), eine Technik, die bereits ber viele BSD-Releases hinweg eingesetzt und geprft worden ist. Obwohl es bereits seit einiger Zeit mglich war, auf einem FreeBSD-System auch Binaries (und Kernel) im ELF-Format zu erstellen und auszufhren, widersetzte FreeBSD sich anfangs dem Druck, auf ELF als Standardformat umzusteigen. Warum? Nun, als das Linux-Lager die schmerzhafte Umstellung auf ELF durchfhrte, ging es nicht so sehr darum, dem ausfhrbaren Format a.out zu entkommen, als dem unflexiblen, auf Sprungtabellen basierten Mechanismus fr Shared-Libraries der die Konstruktion von Shared-Libraries fr Hersteller und Entwickler gleichermaen sehr kompliziert machte. Da die verfgbaren ELF-Werkzeuge eine Lsung fr das Problem mit den Shared-Libraries anboten und ohnehin generell als ein Schritt vorwrts angesehen wurden, wurde der Aufwand fr die Umstellung als notwendig akzeptiert und die Umstellung wurde durchgefhrt. Unter FreeBSD ist der Mechanismus von Shared-Libraries enger an den Stil des Shared-Library-Mechanismus von Suns SunOS™ angelehnt und von daher sehr einfach zu verwenden.

Ja, aber warum gibt es so viele unterschiedliche Formate?

In alter, grauer Vorzeit gab es simple Hardware. Diese simple Hardware untersttzte ein einfaches, kleines System. a.out war absolut passend fr die Aufgabe, Binaries auf diesem simplen System (eine PDP-11) darzustellen. Als UNIX von diesem simplen System portiert wurde, wurde auch das a.out-Format beibehalten, weil es fr die frhen Portierungen auf Architekturen wie den Motorola 68000 und VAX ausreichte.

Dann dachte sich ein schlauer Hardware-Ingenieur, dass, wenn er Software zwingen knnte, einige Tricks anzustellen, es ihm mglich wre, ein paar Gatter im Design zu sparen, und seinen CPU-Kern schneller zu machen. Obgleich es dazu gebracht wurde, mit dieser neuen Art von Hardware (heute als RISC bekannt) zu arbeiten, war a.out fr diese Hardware schlecht geeignet. Deshalb wurden viele neue Formate entwickelt, um eine bessere Leistung auf dieser Hardware zu erreichen, als mit dem begrenzten, simplen a.out-Format. Dinge wie COFF, ECOFF und einige andere obskure wurden erdacht und ihre Grenzen untersucht, bevor die Dinge sich in Richtung ELF entwickelten.

Hinzu kam, dass die Gre von Programmen gewaltig wurde und Festplatten sowie physikalischer Speicher immer noch relativ klein waren. Also wurde das Konzept von Shared-Libraries geboren. Das VM-System wurde auch immer fortgeschrittener. Obwohl bei jedem dieser Fortschritte das a.out-Format benutzt worden ist, wurde sein Nutzen mit jedem neuen Merkmal mehr und mehr gedehnt. Zustzlich wollte man Dinge dynamisch zur Ausfhrungszeit laden, oder Teile ihres Programms nach der Initialisierung wegwerfen, um Hauptspeicher oder Swap-Speicher zu sparen. Programmiersprachen wurden immer fortschrittlicher und man wollte, dass Code automatisch vor der main-Funktion aufgerufen wird. Das a.out-Format wurde oft berarbeitet, um alle diese Dinge zu ermglichen und sie funktionierten auch fr einige Zeit. a.out konnte diese Probleme nicht ohne ein stndiges Ansteigen eines Overheads im Code und in der Komplexitt handhaben. Obwohl ELF viele dieser Probleme lste, wre es sehr aufwndig, ein System umzustellen, das im Grunde genommen funktionierte. Also musste ELF warten, bis es aufwndiger war, bei a.out zu bleiben, als zu ELF berzugehen.

Im Laufe der Zeit haben sich die Erstellungswerkzeuge, von denen FreeBSD seine Erstellungswerkzeuge abgeleitet hat (speziell der Assembler und der Loader), in zwei parallele Zweige entwickelt. Im FreeBSD-Zweig wurden Shared-Libraries hinzugefgt und einige Fehler behoben. Das GNU-Team, das diese Programme ursprnglich geschrieben hat, hat sie umgeschrieben und eine simplere Untersttzung zur Erstellung von Cross-Compilern durch beliebiges Einschalten verschiedener Formate usw. hinzugefgt. Viele Leute wollten Cross-Compiler fr FreeBSD erstellen, aber sie hatten kein Glck, denn FreeBSD's ltere Sourcen fr as und ld waren hierzu nicht geeignet. Die neuen GNU-Werkzeuge (binutils) untersttzen Cross-Compilierung, ELF, Shared-Libraries, C++-Erweiterungen und mehr. Weiterhin geben viele Hersteller ELF-Binaries heraus und es ist gut, wenn FreeBSD sie ausfhren kann.

ELF ist ausdrucksfhiger als a.out und gestattet eine bessere Erweiterbarkeit des Basissystems. Die ELF-Werkzeuge werden besser gewartet und bieten Untersttzung von Cross-Compilierung, was fr viele Leute wichtig ist. ELF mag etwas langsamer sein, als a.out, aber zu versuchen, das zu messen, knnte schwierig werden. Es gibt unzhlige Details, in denen sich die beiden Formate unterscheiden, wie sie Pages abbilden, Initialisierungscode handhaben usw. Keins davon ist sehr wichtig, aber es sind Unterschiede. Irgendwann wird die Untersttzung fr Programme im a.out-Format aus dem GENERIC-Kernel entfernt werden. Wenn es dann keinen oder kaum noch Bedarf fr die Untersttzung dieses Formates gibt, werden die entsprechenden Routinen ganz entfernt werden.

4.13. Weitere Informationen

4.13.1. Manualpages

Die umfassendste Dokumentation rund um FreeBSD gibt es in Form von Manualpages. Annhernd jedes Programm im System bringt eine kurze Referenzdokumentation mit, die die grundstzliche Funktion und verschiedene Parameter erklrt. Diese Dokumentationen kann man mit dem man Kommando benutzen. Die Benutzung des man Kommandos ist einfach:

% man Kommando

Kommando ist der Name des Kommandos, ber das Sie etwas erfahren wollen. Um beispielsweise mehr ber das Kommando ls zu lernen, geben Sie ein:

% man ls

Die Online-Dokumentation ist in nummerierte Sektionen unterteilt:

  1. Benutzerkommandos.

  2. Systemaufrufe und Fehlernummern.

  3. Funktionen der C Bibliothek.

  4. Gertetreiber.

  5. Dateiformate.

  6. Spiele und andere Unterhaltung.

  7. Verschiedene Informationen.

  8. Systemverwaltung und -Kommandos.

  9. Kernel Entwickler.

In einigen Fllen kann dasselbe Thema in mehreren Sektionen auftauchen. Es gibt zum Beispiel ein chmod Benutzerkommando und einen chmod() Systemaufruf. In diesem Fall knnen Sie dem man Kommando sagen, aus welcher Sektion Sie die Information erhalten mchten, indem Sie die Sektion mit angeben:

% man 1 chmod

Dies wird Ihnen die Manualpage fr das Benutzerkommando chmod zeigen. Verweise auf eine Sektion der Manualpages werden traditionell in Klammern gesetzt. So bezieht sich chmod(1) auf das Benutzerkommando chmod und mit chmod(2) ist der Systemaufruf gemeint.

Das ist nett, wenn Sie den Namen eines Kommandos wissen, und lediglich wissen wollen, wie es zu benutzen ist. Aber was tun Sie, wenn Sie Sich nicht an den Namen des Kommandos erinnern knnen? Sie knnen mit man nach Schlsselbegriffen in den Kommandobeschreibungen zu suchen, indem Sie den Parameter -k benutzen:

% man -k mail

Mit diesem Kommando bekommen Sie eine Liste der Kommandos, deren Beschreibung das Schlsselwort mail enthlt. Diese Funktionalitt erhalten Sie auch, wenn Sie das Kommando apropos benutzen.

Nun, Sie schauen Sich alle die geheimnisvollen Kommandos in /usr/bin an, haben aber nicht den blassesten Schimmer, wozu die meisten davon gut sind? Dann rufen Sie doch das folgende Kommando auf:

% cd /usr/bin
% man -f *

Dasselbe erreichen Sie durch Eingabe von:

% cd /usr/bin
% whatis *

4.13.2. GNU Info Dateien

FreeBSD enthlt viele Anwendungen und Utilities der Free Software Foundation (FSF). Zustzlich zu den Manualpages bringen diese Programme ausfhrlichere Hypertext-Dokumente (info genannt) mit, welche man sich mit dem Kommando info ansehen kann. Wenn Sie emacs installiert haben, knnen Sie auch dessen info-Modus benutzen.

Um das Kommando info(1) zu benutzen, geben Sie ein:

% info

Eine kurze Einfhrung gibt es mit h; eine Befehlsreferenz erhalten Sie durch Eingabe von: ?.



[1] Genau das ist mit i386 gemeint. Auch wenn Ihr System keine Intel 386CPU besitzt, wird i386 ausgegeben. Es wird immer die Architektur und nicht der Typ des Prozessors ausgegeben.

[2] Startskripten sind Programme, die FreeBSD automatisch bei jedem Startvorgang ausfhrt. Der Zweck der Skripte besteht darin, das System zu konfigurieren und ntzliche Dienste im Hintergrund zu starten.

[3] Eine recht technische und genaue Beschreibung der FreeBSD-Konsole und der Tastatur-Treiber finden Sie in den Hilfeseiten syscons(4), atkbd(4), vidcontrol(1) und kbdcontrol(1). Lesen Sie diese Seiten, wenn Sie an den Einzelheiten interessiert sind.

[4] Das stimmt nicht ganz: Es gibt Flle, in denen ein Prozess nicht unterbrochen werden kann. Wenn der Prozesss zum Beispiel eine Datei von einem anderen Rechner auf dem Netzwerk liest und dieser Rechner aus irgendwelchen Grnden nicht erreichbar ist (ausgeschaltet, oder ein Netzwerkfehler), dann ist der Prozess nicht zu unterbrechen. Wenn der Prozess den Lesezugriff nach einem Timeout von typischerweise zwei Minuten aufgibt, dann wird er beendet.

Kapitel 5. Installieren von Anwendungen: Pakete und Ports

bersetzt von Uwe Pierau.

5.1. bersicht

FreeBSD enthlt sehr viele Systemwerkzeuge, die Teil des Basissystems sind. Allerdings sind Sie frher oder spter auf Software Dritter angewiesen, damit Sie bestimmte Arbeiten durchfhren knnen. Um diese Software zu installieren, stellt FreeBSD zwei sich ergnzende Methoden zur Verfgung: Die Ports-Sammlung (zur Installation aus dem Quellcode) sowie Pakete (auch als Packages bezeichnet, zur Installation von vorkompilierten binren Softwarepaketen). Sie knnen beide Methoden benutzen, um Ihre Lieblingsanwendungen von lokalen Medien oder ber das Netzwerk zu installieren.

Dieses Kapitel behandelt die folgenden Themen:

  • Die Installation binrer Softwarepakete.

  • Der Bau Software Dritter aus dem Quellcode mithilfe der Ports-Sammlung.

  • Wie zuvor installierte Pakete oder Ports entfernt werden.

  • Wie Sie die Voreinstellungen der Ports-Sammlung berschreiben.

  • Die Suche nach geeigneter Software.

  • Wie Sie Ihre Anwendungen aktualisieren.

5.2. Installation von Software

Wenn Sie schon einmal ein UNIX System benutzt haben, werden Sie wissen, dass zustzliche Software meist wie folgt installiert wird:

  1. Download der Software, die als Quelltext oder im Binrformat vorliegen kann.

  2. Auspacken der Software, die typischerweise ein mit compress(1), gzip(1) oder bzip2(1) komprimiertes Tar-Archiv enthlt.

  3. Durchsuchen der Dokumentation, die sich meist in Dateien wie INSTALL, README oder mehreren Dateien im Verzeichnis doc/ befindet, nach Anweisungen, wie die Software zu installieren ist.

  4. Kompilieren der Software wenn sie als Quelltext vorliegt. Dazu mssen Sie vielleicht das Makefile anpassen, oder configure laufen lassen, oder andere Arbeiten durchfhren.

  5. Testen und installieren der Software.

Das beschreibt aber nur den optimalen Fall. Wenn Sie Software installieren, die nicht speziell fr FreeBSD geschrieben wurde, mssen Sie vielleicht sogar den Quelltext anpassen, damit die Software funktioniert.

Wenn Sie unbedingt wollen, knnen Sie mit FreeBSD Software nach der althergebrachten Methode installieren. Mit Paketen oder Ports bietet Ihnen FreeBSD allerdings zwei Methoden an, die Ihnen sehr viel Zeit sparen knnen. Zurzeit werden ber 24,000 Anwendungen Dritter ber diese Methoden zur Verfgung gestellt.

Das FreeBSD-Paket einer Anwendung besteht aus einer einzigen Datei, die Sie sich herunterladen mssen. Das Paket enthlt schon bersetzte Kommandos der Anwendung, sowie zustzliche Konfigurationsdateien oder Dokumentation. Zur Handhabung der Pakete stellt FreeBSD-Kommandos wie pkg_add(1), pkg_delete(1) oder pkg_info(1) zur Verfgung. Mit diesem System knnen neue Anwendungen mit einem Kommando, pkg_add, installiert werden.

Der FreeBSD-Port einer Anwendung ist eine Sammlung von Dateien, die das Kompilieren der Quelltexte einer Anwendung automatisieren.

Die Dateien eines Ports fhren fr Sie alle oben aufgefhrten Schritte zum Installieren einer Anwendung durch. Mit einigen wenigen Kommandos wird der Quellcode der Anwendung automatisch heruntergeladen, ausgepackt, gepatcht, bersetzt und installiert.

Tatschlich kann das Portsystem auch dazu benutzt werden, Pakete zu generieren, die Sie mit den gleich beschriebenen Kommandos, wie pkg_add, manipulieren knnen.

Pakete und Ports beachten Abhngigkeiten zwischen Anwendungen. Angenommen, Sie wollen eine Anwendung installieren, die von einer Bibliothek abhngt und die Anwendung wie die Bibliothek sind als Paket oder Port fr FreeBSD verfgbar. Wenn Sie pkg_add oder das Portsystem benutzen, um die Anwendung zu installieren, werden Sie bemerken, dass die Bibliothek zuerst installiert wird, wenn sie nicht schon vorher installiert war.

Sie werden sich fragen, warum FreeBSD-Pakete und -Ports untersttzt, wo doch beide Methoden fast gleiches leisten. Beide Methoden haben ihre Strken und welche Sie einsetzen, hngt letztlich von Ihren Vorlieben ab.

Vorteile von Paketen
  • Das komprimierte Paket einer Anwendung ist normalerweise kleiner als das komprimierte Archiv der Quelltexte.

  • Pakete mssen nicht mehr kompiliert werden. Dies ist ein Vorteil, wenn Sie groe Pakete, wie Mozilla, KDE oder GNOME auf langsamen Maschinen installieren.

  • Wenn Sie Pakete verwenden, brauchen Sie nicht zu verstehen, wie Sie Software unter FreeBSD kompilieren.

Vorteile von Ports
  • Da die Pakete auf mglichst vielen System laufen sollen, werden Optionen beim bersetzen zurckhaltend gesetzt. Wenn Sie eine Anwendung ber die Ports installieren, knnen Sie die Angabe der Optionen optimieren. Zum Beispiel knnen Sie spezifischen Code fr Pentium4 oder Athlon Prozessoren erzeugen.

  • Die Eigenschaften einiger Anwendungen werden ber Optionen zum Zeitpunkt des bersetzens festgelegt. Apache kann zum Beispiel ber viele eingebaute Optionen konfiguriert werden. Wenn Sie das Portsystem benutzen, knnen Sie die Vorgaben fr die Optionen berschreiben.

    Fr einige Flle existieren verschiedene Pakete einer Anwendung, die beim bersetzen unterschiedlich konfiguriert wurden. Fr Ghostscript gibt es ein ghostscript-Paket und ein ghostscript-nox11-Paket, die sich durch die X11 Untersttzung unterscheiden. Diese grobe Unterscheidung ist mit dem Paketsystem mglich, wird aber schnell unhandlich, wenn eine Anwendung mehr als ein oder zwei Optionen zum Zeitpunkt des bersetzens besitzt.

  • Die Lizenzbestimmungen mancher Software verbietet ein Verbreiten in binrer Form. Diese Software muss als Quelltext ausgeliefert werden.

  • Einige Leute trauen binren Distributionen nicht. Wenn Sie den Quelltext besitzen, knnen Sie sich diesen (zumindest theoretisch) durchlesen und nach mglichen Problemen durchsuchen.

  • Wenn Sie eigene Anpassungen besitzen, bentigen Sie den Quelltext, um diese anzuwenden.

  • Manch einer besitzt gerne den Quelltext, um ihn zu lesen, wenn es einmal langweilig ist, ihn zu hacken, oder sich einfach ein paar Sachen abzugucken (natrlich nur, wenn es die Lizenzbestimmungen erlauben).

Wenn Sie ber aktualisierte Ports informiert sein wollen, lesen Sie bitte die Mailinglisten FreeBSD ports und FreeBSD ports bugs.

Warnung:

Bevor Sie eine Anwendung installieren, sollten Sie auf der Seite http://vuxml.FreeBSD.org/ ber mgliche Sicherheitsprobleme mit der Anwendung informieren.

Die Anwendung ports-mgmt/portaudit prft automatisch alle installierten Anwendungen auf bekannte Sicherheitslcher. Vor dem Bau eines Ports findet ebenfalls eine Prfung statt. Installierte Pakete prfen Sie mit dem Kommando portaudit -F -a.

Der Rest dieses Kapitels beschreibt, wie Sie Software Dritter mit Paketen oder Ports auf einem FreeBSD-System installieren und verwalten.

5.3. Suchen einer Anwendung

Bevor Sie eine Anwendung installieren, mssen Sie deren Art und Namen kennen.

Die Anzahl der nach FreeBSD portierten Anwendungen steigt stndig. Zum Glck gibt es einige Wege, die richtige zu finden.

  • Eine aktuelle Liste verfgbarer Anwendungen, die sich auch durchsuchen lsst, finden Sie unter http://www.FreeBSD.org/ports/. Die Anwendungen sind in Kategorien unterteilt und Sie knnen sich alle Anwendungen einer Kategorie anzeigen lassen. Wenn Sie den Namen der Anwendung kennen, knnen Sie natrlich auch direkt nach dem Namen suchen.

  • FreshPorts, das von Dan Langille gepflegt wird, erreichen Sie unter http://www.FreshPorts.org/. FreshPorts verfolgt nderungen an Anwendungen aus den Ports. Mit FreshPorts knnen Sie ein oder mehrere Ports beobachten und sich eine E-Mail schicken lassen, wenn ein Port aktualisiert wird.

  • Wenn Sie den Namen einer Anwendung nicht kennen, versuchen Sie eine Webseite wie FreshMeat (http://www.freshmeat.net/), um eine passende Anwendung zu finden. Schauen Sie dann auf der FreeBSD-Webseite nach, ob die Anwendung schon portiert wurde.

  • Wenn Sie den Portnamen kennen und nur nach der Kategorie suchen wollen, verwenden Sie das Kommando whereis(1). Geben Sie einfach whereis Datei ein. Datei ist der Name des Programms, das Sie suchen:

    # whereis lsof
    lsof: /usr/ports/sysutils/lsof

    Damit haben wir herausgefunden, dass sich lsof, ein Systemwerkzeug, im Verzeichnis /usr/ports/sysutils/lsof befindet.

  • Auch mit einem einfachen echo(1)-Befehl knnen Sie herausfinden, wo Sie einen bestimmten Port finden. Dazu ein Beispiel:

    # echo /usr/ports/*/*lsof*
              /usr/ports/sysutils/lsof

    Beachten Sie aber, dass dieser Befehl auch alle Dateien im Verzeichnis /usr/ports/distfiles findet, auf die der angegebene Suchbegriff passt.

  • Ein weiterer Weg, einen bestimmten Port zu finden, ist es, die eingebaute Suchfunktion der Ports-Sammlung zu benutzen. Dazu muss Ihr Arbeitsverzeichnis /usr/ports sein. In diesem Verzeichnis rufen Sie make search name=Anwendungsname auf, wobei Anwendungsname der Name der gesuchten Anwendung ist. Wenn Sie zum Beispiel nach lsof suchen:

    # cd /usr/ports
    # make search name=lsof
    Port:   lsof-4.56.4
    Path:   /usr/ports/sysutils/lsof
    Info:   Lists information about open files (similar to fstat(1))
    Maint:  obrien@FreeBSD.org
    Index:  sysutils
    B-deps:
    R-deps: 

    Der Teil der Ausgabe der Sie interessiert ist die Zeile, die mit Path: beginnt, weil sie Ihnen sagt, wo der Port zu finden ist. Die anderen Informationen werden zum Installieren des Ports nicht direkt bentigt, Sie brauchen sich darum jetzt nicht weiter zu kmmern.

    Erweiterte Suchen fhren Sie mit dem Kommando make search key=Text aus. Damit werden Portnamen, Kommentare, Beschreibungen und Abhngigkeiten nach Text durchsucht. Dies kann sehr ntzlich sein, wenn Sie den Namen des Programms, nach dem Sie suchen, nicht kennen.

    In beiden Fllen wird Gro- und Kleinschreibung bei der Suche ignoriert. Die Suche nach LSOF wird dieselben Ergebnisse wie die Suche nach lsof liefern.

5.4. Benutzen des Paketsystems

Beigesteuert von Chern Lee.

Es gibt viele unterschiedliche Werkzeuge um Pakete in FreeBSD zu verwalten:

  • Auf einem laufenden System kann sysinstall benutzt werden, um Pakete zu installieren, zu lschen und verfgbare und installierte anzuzeigen. Weitere Informationen finden Sie unter Abschnitt2.10.11, „Pakete installieren“.

  • Die Paketverwaltungswerkzeuge der Kommandozeile sind die Themen von diesem Kapitel.

5.4.1. Installieren eines Pakets

Mit pkg_add(1) knnen Sie ein FreeBSD-Paket von einer lokalen Datei oder ber das Netzwerk installieren.

Beispiel 5.1. Download vor Installation eines Pakets
# ftp -a ftp2.FreeBSD.org
Connected to ftp2.FreeBSD.org.
220 ftp2.FreeBSD.org FTP server (Version 6.00LS) ready.
331 Guest login ok, send your email address as password.
230-
230-     This machine is in Vienna, VA, USA, hosted by Verio.
230-         Questions? E-mail freebsd@vienna.verio.net.
230-
230-
230 Guest login ok, access restrictions apply.
Remote system type is UNIX.
Using binary mode to transfer files.
ftp> cd /pub/FreeBSD/ports/packages/sysutils/
250 CWD command successful.
ftp> get lsof-4.56.4.tgz
local: lsof-4.56.4.tgz remote: lsof-4.56.4.tgz
200 PORT command successful.
150 Opening BINARY mode data connection for 'lsof-4.56.4.tgz' (92375 bytes).
100% |**************************************************| 92375       00:00 ETA
226 Transfer complete.
92375 bytes received in 5.60 seconds (16.11 KB/s)
ftp> exit
# pkg_add lsof-4.56.4.tgz

Wenn Sie die Pakete nicht lokal vorliegen haben (zum Beispiel auf den FreeBSD-CD-ROMs), ist es wahrscheinlich einfacher den Schalter -r von pkg_add(1) zu verwenden. Das Werkzeug bestimmt dann automatisch das ntige Objektformat und die richtige Version des Pakets, ldt dieses dann von einem FTP-Server und installiert das Paket.

# pkg_add -r lsof

Das obige Beispiel wrde ohne weitere Interaktion das richtige Paket herunterladen und installieren. Pakete werden vom FreeBSD-Hauptserver heruntergeladen. Wenn Sie anderen Server verwenden mchten, geben Sie den Server in der Umgebungsvariablen PACKAGESITE an. Die Dateien werden mit fetch(3), das Umgebungsvariablen wie FTP_PASSIVE_MODE, FTP_PROXY und FTP_PASSWORD bercksichtigt, heruntergeladen. Wenn Sie durch eine Firewall geschtzt werden, mssen Sie vielleicht eine oder mehrere dieser Umgebungsvariablen setzen oder einen FTP oder HTTP Proxy verwenden. Eine Liste der untersttzten Umgebungsvariablen finden Sie in fetch(3). Beachten Sie, dass im obigen Beispiel lsof anstelle von lsof-4.56.4 verwendet wird. Wenn Sie pkg_add(1) zum Herunterladen eines Pakets verwenden, darf die Versionsnummer des Pakets nicht angegeben werden, da automatisch die neuste Version der Anwendung geholt wird.

Anmerkung:

Unter FreeBSD-CURRENT oder FreeBSD-STABLE holt pkg_add(1) die neuste Version einer Anwendung, unter einer Release holt pkg_add(1) die Version der Anwendung, die im Release enthalten ist. Sie knnen dies ndern, indem Sie die Umgebungsvariable PACKAGESITE berschreiben. Wenn Sie bespielsweise FreeBSD8.1-RELEASE installiert haben, versucht pkg_add(1) in der Voreinstellung die Pakete von ftp://ftp.freebsd.org/pub/FreeBSD/ports/i386/packages-8.1-release/Latest/ zu laden. Wollen Sie pkg_add(1) dazu zwingen, nur FreeBSD8-STABLE-Pakete herunterzuladen, setzen Sie die Umgebungsvariable PACKAGESITE auf ftp://ftp.freebsd.org/pub/FreeBSD/ports/i386/packages-8-stable/Latest/.

Pakete werden im .tgz- und .tbz-Format ausgeliefert. Sie finden Sie unter ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/ports/packages/ oder auf der FreeBSD-CD-ROM-Distribution. Jede CD der FreeBSD Distribution (oder des PowerPaks) enthlt Pakete im Verzeichnis /packages. Die Struktur des Paketbaums entspricht dem /usr/ports Baum. Jede Kategorie besitzt ein eigenes Verzeichnis und alle Pakete befinden sich im Verzeichnis All.

Die Verzeichnisstruktur des Paketbaums ist ein Abbild der Ports, da beide Systeme eng zusammenarbeiten.

5.4.2. Verwalten von Paketen

pkg_info(1) zeigt alle installierten Pakete und deren Beschreibung an.

# pkg_info
cvsup-16.1          A general network file distribution system optimized for CV
docbook-1.2         Meta-port for the different versions of the DocBook DTD
...

pkg_version(1) vergleicht die Version installierter Pakete mit der Version aus der Ports-Sammlung.

# pkg_version
cvsup                       =
docbook                     =
...

Die Symbole in der zweiten Spalte zeigen das Alter des Pakets im Vergleich zu der lokalen Version aus der Ports-Sammlung an.

SymbolBedeutung
=Die Version des installierten Paketes stimmt mit der Version aus der lokalen Ports-Sammlung berein.
<Die installierte Version ist lter als die der verfgbaren Version aus der Ports-Sammlung.
>Die installierte Version ist neuer als die aus der Ports-Sammlung (Eventuell ist die lokale Ports-Sammlung veraltet).
?Das installierte Paket konnte in der Ports-Sammlung nicht gefunden werden. Das kann dadurch hervorgerufen werden, dass ein installierter Port aus der Ports-Sammlung entfernt wurde oder einen neuen Namen erhalten hat.
*In der Ports-Sammlung befinden sich mehrere Versionen der Anwendung.
!Das installierte Paket ist zwar im Index enthalten, aus irgendeinem Grund war pkg_version aber dennoch nicht in der Lage, die Versionsnummer des installierten Pakets mit der Versionsnummer des entsprechenden Eintrags im Index zu vergleichen.

5.4.3. Entfernen eines Pakets

Um ein zuvor installiertes Paket zu entfernen, benutzen Sie das Werkzeug pkg_delete(1).

# pkg_delete xchat-1.7.1

Beachten Sie, dass pkg_delete(1) die vollstndige Bezeichnung des Pakets bentigt (also Paketname und Versionsnummer). Die Eingabe von xchat (anstelle von xchat-1.7.1) ist daher nicht ausreichend. Zwar knnen Sie die Versionsnummer eines installierten Pakets mit pkg_version(1) herausfinden, es ist aber auch mglich, ein Paket zu deinstallieren, ohne die exakte Versionsnummer zu kennen, wenn Sie Wildcards einsetzen:

# pkg_delete xchat\*

In diesem Beispiel werden alle Pakete gelscht, deren Name mit xchat beginnt.

5.4.4. Verschiedenes

Informationen ber alle installierte Pakete werden in /var/db/pkg abgelegt. Das Verzeichnis enthlt Dateien, in denen sich die Beschreibungen der Pakete und Listen von Dateien, die zu einem Paket gehren, befinden.

5.5. Benutzen der Ports-Sammlung

Die folgenden Abschnitte stellen die grundlegenden Anweisungen vor, um Anwendungen aus der Ports-Sammlung auf Ihren Rechner zu installieren oder zu lschen. ports(7) enthlt eine Auflistung aller verfgbaren make-Targets und Umgebungsvariablen.

5.5.1. Installation der Ports-Sammlung

Bevor Sie einen Port installieren knnen, mssen Sie zuerst die Ports-Sammlung installieren, die aus Makefiles, Patches und Beschreibungen besteht. Die Ports-Sammlung wird fr gewhnlich unter /usr/ports installiert.

Bei der FreeBSD-Installation hatten Sie in sysinstall die Mglichkeit, die Ports-Sammlung zu installieren. Wenn Sie die Sammlung damals nicht installiert haben, knnen Sie das mit den folgenden Anweisungen nachholen:

Prozedur 5.1. Installieren mit CVSup

Dies ist eine schnelle Methode, um die Ports-Sammlung zu installieren und zu aktualisieren. CVSup wird im Abschnitt Benutzen von CVSup des Handbuchs beschrieben.

Anmerkung:

Die im Basissystem enthaltene Variante des CVSup-Protokolls heit csup.

Achten Sie darauf, dass das Verzeichnis /usr/ports leer ist, bevor Sie csup das erste Mal ausfhren! Haben Sie die Ports-Sammlung zuvor schon aus einer anderen Quelle installiert, wird csup bereits aus dem Repository entfernte Patches nicht aus der lokalen Kopie der Ports-Sammlung lschen.

  1. Rufen Sie csup auf:

    # csup -L 2 -h cvsup.FreeBSD.org /usr/share/examples/cvsup/ports-supfile

    Ersetzen Sie cvsup.FreeBSD.org durch einen CVSup-Server in Ihrer Nhe. Eine vollstndige Liste der CVSup-Spiegel finden Sie im Abschnitt CVSup-Server des Handbuchs.

    Anmerkung:

    Sie sollten sich eine an Ihre Bedrfnisse angepasste ports-supfile erstellen, um so beispielsweise zu vermeiden, dass Sie bei jedem Aufruf von CVSup wieder die Parameterliste bergeben mssen.

    1. Dazu kopieren Sie zuerst als root die Datei /usr/share/examples/cvsup/ports-supfile nach /root oder in Ihr Heimatverzeichnis.

    2. Danach mssen Sie die Datei ports-supfile anpassen.

    3. Dazu ersetzen Sie cvsup.FreeBSD.org durch einen CVSup-Server in Ihrer Nhe. Eine vollstndige Liste der CVSup-Spiegel finden Sie im Abschnitt CVSup-Server des Handbuchs.

    4. Nun knnen Sie csup mit folgender Syntax starten:

      # csup -L 2 /root/ports-supfile
  2. Mit csup(1) knnen Sie spter auch die Ports-Sammlung aktualisieren. Die installierten Ports werden mit diesem Kommando allerdings nicht aktualisiert.

Prozedur 5.2. Installieren mit Portsnap

Bei Portsnap handelt es sich um ein alternatives System zur Distribution der Ports-Sammlung. Eine detaillierte Beschreibung von Portsnap finden Sie im Abschnitt Portsnap: Ein Werkzeug zur Aktualisierung der Ports-Sammlung des Handbuchs.

  1. Laden Sie einen komprimierten Snapshot der Ports-Sammlung in das Verzeichnis /var/db/portsnap herunter. Danach knnen Sie die Internetverbindung trennen, wenn Sie dies wnschen.

    # portsnap fetch
  2. Wenn Sie Portsnap das erste Mal verwenden, mssen Sie den Snapshot nach /usr/ports extrahieren:

    # portsnap extract

    Ist die Ports-Sammlung bereits installiert, und Sie wollen diese nur aktualisieren, fhren Sie stattdessen folgenden Befehl aus:

    # portsnap update
Prozedur 5.3. Installieren mit sysinstall

Nicht zuletzt ist es auch mglich, die Ports-Sammlung ber sysinstall zu installieren. Beachten Sie dabei aber, dass bei dieser Methode nicht die aktuellste Version der Ports-Sammlung, sondern die Version, die zum Zeitpunkt der Verffentlichung der installierten FreeBSD-Version aktuell war, installiert wird. Haben Sie Zugriff auf das Internet, so sollten Sie daher stets eine der weiter oben beschriebenen Methoden verwenden, um die Ports-Sammlung zu installieren.

  1. Fhren Sie als root sysinstall aus:

    # sysinstall
  2. Whlen Sie den Punkt Configure aus und drcken Sie Enter.

  3. Whlen Sie dann Distributions aus und drcken Sie Enter.

  4. In diesem Men whlen Sie ports aus und drcken die Leertaste.

  5. Danach whlen Sie Exit aus und drcken Enter.

  6. Legen Sie nun ein geeignetes Installationsmedium, wie CD-ROM oder FTP, fest.

  7. Whlen Sie nun Exit aus und drcken Enter.

  8. Verlassen Sie sysinstall mit X.

5.5.2. Ports installieren

Was ist mit einem Gerst im Zusammenhang mit der Ports-Sammlung gemeint? In aller Krze: ein Gerst eines Ports ist ein minimaler Satz von Dateien, mit denen das FreeBSD-System eine Anwendung sauber bersetzen und installieren kann. Ein jeder Port beinhaltet:

  • Eine Datei Makefile. Das Makefile enthlt verschiedene Anweisungen, die spezifizieren, wie eine Anwendung kompiliert wird und wo sie auf Ihrem System installiert werden sollte.

  • Eine Datei distinfo. Diese enthlt Informationen, welche Dateien heruntergeladen werden mssen sowie deren MD5-Prfsummen (die Sie mit sha256(1) berprfen knnen, um sicher zu gehen, dass diese Dateien whrend des Herunterladens nicht beschdigt wurden).

  • Ein files Verzeichnis. Hierin liegen Patches, welche das bersetzen und Installieren der Anwendung ermglichen. Patches sind im Wesentlichen kleine Dateien, die nderungen an speziellen Dateien spezifizieren. Sie liegen als reiner Text vor und sagen ungefhr: Lsche Zeile 10 oder ndere Zeile 26 zu .... Patches sind auch bekannt unter dem Namen diffs, weil Sie mit dem Programm diff(1) erstellt werden.

    Dieses Verzeichnis kann auch noch andere Dateien enthalten, welche zum Bauen des Ports benutzt werden.

  • Eine Datei pkg-descr. Eine ausfhrlichere, oft mehrzeilige Beschreibung der Anwendung.

  • Eine Datei pkg-plist. Das ist eine Liste aller Dateien, die durch diesen Port installiert werden. Auerdem sind hier Informationen enthalten, die zum Entfernen des Ports bentigt werden.

Einige Ports besitzen noch andere Dateien, wie pkg-message, die vom Portsystem benutzt werden, um spezielle Situationen zu handhaben. Wenn Sie mehr ber diese Dateien oder das Port-System erfahren sollen, lesen Sie bitte das FreeBSD Porter's Handbook.

Ein Port enthlt lediglich Anweisungen, wie der Quelltext zu bauen ist, nicht aber den eigentlichen Quelltext. Den Quelltext erhalten Sie von einer CD-ROM oder aus dem Internet. Quelltexte werden in einem Format nach Wahl des jeweiligen Software-Autors ausgeliefert. Hufig ist dies ein gezipptes Tar-Archiv, aber es kann auch mit einem anderen Tool komprimiert oder gar nicht komprimiert sein. Der Quelltext, in welcher Form er auch immer vorliegen mag, wird Distfile genannt. Die zwei Methoden, mit denen ein Port installiert wird, werden unten besprochen.

Anmerkung:

Zum Installieren von Ports mssen Sie als Benutzer root angemeldet sein.

Warnung:

Stellen Sie sicher, dass die Ports-Sammlung aktuell ist, bevor Sie einen Port installieren. Informieren Sie sich vorher zustzlich unter http://vuxml.FreeBSD.org/ ber mgliche Sicherheitsprobleme des zu installierenden Ports.

Vor der Installation kann portaudit eine neue Anwendung automatisch auf Sicherheitslcher prfen. Das Werkzeug befindet sich in der Ports-Sammlung (ports-mgmt/portaudit). Vor der Installation einer neuen Anwendung sollten Sie mit portaudit -F die Sicherheitsdatenbank aktualisieren. Die tglich laufende Sicherheitsprfung des Systems aktualisiert die Datenbank und prft installierte Anwendungen auf vorhandene Sicherheitslcher. Weiteres erfahren Sie in den Hilfeseiten portaudit(1) und periodic(8).

Die Ports-Sammlung geht davon, dass Ihr System ber eine funktionierende Internetverbindung verfgt. Ist dies nicht der Fall, mssen Sie eine Kopie des zu installierenden Distfiles manuell nach /usr/ports/distfiles kopieren.

Dazu wechseln Sie als erstes in das Verzeichnis des Ports, den Sie installieren wollen:

# cd /usr/ports/sysutils/lsof

Im Verzeichnis lsof kann man das Gerst erkennen. Der nchste Schritt ist das bersetzen (auch Bauen genannt) des Ports durch die Eingabe des Befehls make:

# make
>> lsof_4.57D.freebsd.tar.gz doesn't seem to exist in /usr/ports/distfiles/.
>> Attempting to fetch from ftp://lsof.itap.purdue.edu/pub/tools/unix/lsof/.
===>  Extracting for lsof-4.57
...
[Ausgabe des Auspackens weggelassen]
...
>> Checksum OK for lsof_4.57D.freebsd.tar.gz.
===>  Patching for lsof-4.57
===>  Applying FreeBSD patches for lsof-4.57
===>  Configuring for lsof-4.57
...
[configure-Ausgabe weggelassen]
...
===>  Building for lsof-4.57
...
[Ausgabe der bersetzung weggelassen]
...
#

Ist die bersetzungsprozedur beendet, landen Sie wiederum in der Kommandozeile und knnen das Programm im nchsten Schritt installieren. Dazu verwenden Sie den Befehl make install:

# make install
===>  Installing for lsof-4.57
...
[Ausgabe der Installation weggelassen]
...
===>   Generating temporary packing list
===>   Compressing manual pages for lsof-4.57
===>   Registering installation for lsof-4.57
===>  SECURITY NOTE:
      This port has installed the following binaries which execute with
      increased privileges.
#

Nachdem die Installation abgeschlossen ist, knnen Sie die gerade installierte Anwendung starten. Da lsof eine Anwendung ist, die mit erhhten Rechten luft, wird eine Sicherheitswarnung angezeigt. Sie sollten alle Warnungen whrend des Baus und der Installation eines Ports beachten.

Es ist eine gute Idee, das Unterverzeichnis work nach erfolgter Installation wieder zu lschen. Einerseits gewinnen Sie dadurch Speicherplatz, andererseits knnte es sonst zu Problemen bei der Aktualisierung des Ports auf eine neuere Version kommen.

# make clean
===>  Cleaning for lsof-4.57
#

Anmerkung:

Sie knnen zwei Schritte sparen, wenn Sie gleich make install clean anstelle von make, make install und make clean eingeben.

Anmerkung:

Um die Suche nach Kommandos zu beschleunigen, speichern einige Shells eine Liste der verfgbaren Kommandos in den durch die Umgebungsvariable PATH gegebenen Verzeichnissen. Nach der Installation eines Ports mssen Sie in einer solchen Shell vielleicht das Kommando rehash absetzen, um die neu installierten Kommandos benutzen zu knnen. Das Kommando rehash gibt es in Shells wie der tcsh. Unter Shells wie der sh benutzen Sie das Kommando hash -r. Weiteres entnehmen Sie bitte der Dokumentation Ihrer Shell.

Einige von Dritten angebotenen DVD-ROM-Produkte wie das FreeBSD Toolkit von der FreeBSD Mall enthalten auch Distfiles (komprimierte Quellcodepakete). Diese lassen sich ber die Ports-Sammlung installieren. Dazu hngen Sie die DVD-ROM unter /cdrom in den Verzeichnisbaum ein. Wenn Sie einen anderen Mountpunkt verwenden, sollten Sie die make-Variable CD_MOUNTPTS setzen, damit die auf der DVD-ROM enthaltenen Distfiles automatisch verwendet werden.

Anmerkung:

Beachten Sie bitte, dass die Lizenzen einiger Ports die Einbeziehung auf der CD-ROM verbieten. Das kann verschiedene Grnde haben. Beispielsweise eine Registrierung vor dem Herunterladen erforderlich oder die Weiterverteilung ist verboten. Wenn Sie einen Port installieren wollen, der nicht auf der CD-ROM enthalten ist, mssen Sie online sein.

Die Ports-Sammlung benutzt zum Herunterladen von Dateien fetch(3), das Umgebungsvariablen wie FTP_PASSIVE_MODE, FTP_PROXY und FTP_PASSWORD bercksichtigt. Wenn Sie durch eine Firewall geschtzt werden, mssen Sie vielleicht eine oder mehrere dieser Umgebungsvariablen setzen, oder einen FTP oder HTTP Proxy verwenden. Eine Liste der untersttzten Umgebungsvariablen finden Sie in fetch(3).

Benutzer ohne eine stndige Internet-Verbindung werden das Kommando make fetch zu schtzen wissen. Das Kommando ldt alle bentigten Dateien eines Ports herunter. Sie knnen das Kommando im Verzeichnis /usr/ports laufen lassen. In diesem Fall werden alle Dateien heruntergeladen. Es ist auch mglich, make fetch nur in einem Teil des Baums, wie /usr/ports/net, aufzurufen. Die Dateien von allen abhngigen Ports werden mit diesem Kommando allerdings nicht heruntergeladen. Wenn Sie diese Dateien ebenfalls herunterladen wollen, ersetzen Sie im Kommando fetch durch fetch-recursive.

Anmerkung:

Abhngig davon, in welchem Verzeichnis Sie make aufrufen, knnen Sie analog zu make fetch die Ports einer Kategorie oder alle Ports bauen. Beachten Sie allerdings, dass manche Ports nicht zusammen installiert werden knnen. Weiterhin gibt es Flle, in denen zwei Ports unterschiedliche Inhalte in derselben Datei speichern wollen.

Manchmal ist es erforderlich, die bentigten Dateien von einem anderen Ort als den im Port vorgesehenen herunterzuladen. Der Ort wird durch die Variable MASTER_SITES vorgegeben, die Sie wie folgt berschreiben knnen:

# cd /usr/ports/directory
# make MASTER_SITE_OVERRIDE= \
ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/ports/distfiles/ fetch

Im Beispiel wurde MASTER_SITES mit dem Wert ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/ports/distfiles/ berschrieben.

Anmerkung:

Einige Ports besitzen Optionen, mit denen Sie zustzliche Funktionen oder Sicherheitsoptionen einstellen knnen (oder manchmal auch mssen). Zustzliche Optionen knnen beispielsweise fr www/firefox, security/gpgme und mail/sylpheed-claws angegeben werden. Wenn ein Port ber zustzliche Optionen verfgt, werden diese beim Bau des Ports auf der Konsole ausgegeben.

5.5.2.1. Vorgabe-Verzeichnisse ndern

Manchmal ist es ntzlich (oder erforderlich), in anderen Verzeichnissen zu arbeiten. Die Verzeichnisse knnen Sie mit den Variablen WRKDIRPREFIX und PREFIX einstellen. Die Variable WRKDIRPREFIX gibt das Bauverzeichnis an:

# make WRKDIRPREFIX=/usr/home/example/ports install

Dieses Kommando baut den Port in /usr/home/example/ports und installiert ihn unter /usr/local.

Die Variable PREFIX legt das Installations-Verzeichnis fest:

# make PREFIX=/usr/home/example/local install

In diesem Beispiel wird der Port unter /usr/ports gebaut und nach /usr/home/example/local installiert.

Sie knnen beide Variablen auch zusammen benutzen:

# make WRKDIRPREFIX=../ports PREFIX=../local install

Die Kommandozeile ist zu lang, um sie hier komplett wiederzugeben, aber Sie sollten die zugrunde liegende Idee erkennen.

5.5.2.2. Probleme mit imake

Einige Ports, welche imake(1) (Teil des X-Window-Systems) benutzen, funktionieren nicht gut mit PREFIX und bestehen darauf, unter /usr/X11R6 installiert zu werden. In hnlicher Weise verhalten sich einige Perl-Ports, die PREFIX ignorieren und sich in den Perl-Verzeichnisbaum installieren. Zu erreichen, dass solche Ports PREFIX beachten, ist schwierig oder sogar unmglich.

5.5.2.3. Ports rekonfigurieren

Beim Bau einiger Ports erhalten Sie ein ncurses-basiertes Men, ber dessen Optionen Sie den Bau dieser Ports beeinflussen knnen. Es gibt diverse Mglichkeiten, dieses Men nach dem Bau eines Ports erneut aufzurufen, um beispielsweise Optionen zu entfernen, hinzuzufgen oder anzupassen. Sie knnen beispielsweise in das Verzeichnis des Ports wechseln und dort den Befehl make config eingeben, wodurch das Men mit den ursprnglichen gewhlten Optionen erneut aufgerufen wird. Eine andere Mglichkeit bietet der Befehl make showconfig, mit dem Sie eine Liste aller Konfigurationsoptionen dieses Ports aufrufen. Eine weitere Alternative bietet der Befehl make rmconfig, der die von Ihnen ursprnglich gewhlten Optionen zurcksetzt und es Ihnen dadurch ermglicht, die Konfiguration erneut zu beginnen. Die eben erwhnten Optionen (und viele andere) werden ausfhrlich in der Manualpage ports(7) beschrieben.

5.5.3. Entfernen installierter Ports

Da Sie nun wissen, wie man einen Port installiert, wollen Sie sicher auch wissen, wie man ein ber einen Port installiertes Programm wieder deinstallieren kann. Ports werden analog zu Paketen mit pkg_delete(1) deinstalliert (Lesen Sie sich den Abschnitt Benutzen des Paketsystems des Handbuchs durch, wenn Sie weitere Informationen bentigen.). Fr das vorhin installierte Programm lsof wrden Sie dazu wie folgt vorgehen:

# pkg_delete lsof-4.57

5.5.4. Ports aktualisieren

Als erstes sollten sie sich alle installierten Ports anzeigen lassen, von denen eine aktuellere Version in der Ports-Sammlung existiert. Dazu verwenden Sie den Befehl pkg_version(1):

# pkg_version -v

5.5.4.1. /usr/ports/UPDATING

Nachdem Sie die Ports-Sammlung auf den neusten Stand gebracht haben, lesen Sie bitte zuerst die Datei /usr/ports/UPDATING, bevor Sie einen Port aktualisieren. In dieser Datei werden Probleme und zustzlich durchzufhrende Schritte bei der Aktualisierung einzelner Ports beschrieben. Dazu gehren solche Dinge wie genderte Dateiformate, verschobene Konfigurationsdateien, aber auch Inkompatibilitten zu einer Vorgngerversion.

Sollte UPDATING etwas hier Gesagtem widersprechen, so gilt das in UPDATING Gesagte.

5.5.4.2. Ports mit Portupgrade aktualisieren

portupgrade wurde entwickelt, um die Aktualisierung von Ports zu vereinfachen. Sie knnen portupgrade ber den Port ports-mgmt/portupgrade wie jeden anderen Port mit make install clean installieren:

# cd /usr/ports/ports-mgmt/portupgrade/
# make install clean

Durchsuchen Sie regelmig (am besten vor jeder Aktualisierung) die Liste der installierten Ports mit pkgdb -F und beheben Sie alle gefundenen Probleme.

Wenn Sie portupgrade -a eingeben, beginnt portupgrade automatisch mit der Aktualisierung aller veralteter Ports Ihres Systems. Verwenden Sie den Schalter -i, wenn Sie individuell entscheiden wollen, ob ein Port aktualisiert werden soll:

# portupgrade -ai

Wenn Sie nur eine einzelne Anwendung anstelle aller Anwendungen aktualisieren wollen, verwenden Sie das Kommando portupgrade pkgname. Geben Sie den Schalter -R an, wenn portupgrade zuvor alle Ports aktualisieren soll, die von dem gegebenen Paket abhngen.

Der Schalter -P verwendet zur Installation Pakete anstelle von Ports. Mit dieser Option durchsucht portupgrade die in der Umgebungsvariablen PKG_PATH aufgefhrten Verzeichnisse nach Paketen. Sind lokal keine Pakete vorhanden, versucht portupgrade die Pakete ber das Netz herunterzuladen. Gibt es die Pakete weder lokal noch auf entfernten Rechnern, werden die Ports verwendet. Um dies zu verhindern, benutzen Sie die Option -PP.

# portupgrade -PP gnome2

Wenn Sie nur die Quelldateien des Ports (oder die Pakete mit -P) herunterladen mchten, ohne die Anwendung zu bauen oder zu installieren, geben Sie die Option -F an. Weitere Mglichkeiten lesen Sie bitte in der Hilfeseite portupgrade(1) nach.

5.5.4.3. Ports mit Portmanager aktualisieren

Portmanager ist ein weiteres Werkzeug, das die Aktualisierung installierter Ports erleichtert. Es kann ber den Port ports-mgmt/portmanager installiert werden:

# cd /usr/ports/ports-mgmt/portmanager
# make install clean

Alle installierten Ports knnen danach durch folgende Eingabe aktualisiert werden:

# portmanager -u

Wenn Sie zustzlich die Optionen -ui an Portmanager bergeben, werden Sie bei jedem Schritt um eine Besttigung gefragt. Portmanager ist auerdem in der Lage, neue Ports auf Ihrem System zu installieren. Im Gegensatz zum bekannten make install clean aktualisiert es aber vor dem Bau und der Installation eines Ports alle abhngigen Ports.

# portmanager x11/gnome2

Treten bei den Abhngigkeiten des zu installierenden Ports Probleme auf, ist Portmanager in der Lage, alle Abhngigkeiten in der korrekten Reihenfolge neu zu bauen. Nachdem dieser Schritt abgeschlossen ist, wird der problematische Port ebenfalls neu gebaut.

# portmanager graphics/gimp -f

Weitere Informationen finden Sie in der Manualpage portmanager(1).

5.5.4.4. Ports mit Portmaster aktualisieren

Bei Portmaster handelt es sich um ein weiteres Werkzeug zum Aktualisieren von Ports. Portmaster nutzt nur Werkzeuge, die bereits im Basissystem vorhanden sind (ist also nicht von weiteren Ports abhngig). Es verwendet Informationen in /var/db/pkg/, um festzustellen, welche Ports aktualisiert werden sollen. Sie knnen dieses Program ber den Port ports-mgmt/portmaster installieren:

# cd /usr/ports/ports-mgmt/portmaster
# make install clean

Portmaster teilt Ports in vier Kategorien ein:

  • Root ports (no dependencies, not depended on)

  • Trunk ports (no dependencies, are depended on)

  • Branch ports (have dependencies, are depended on)

  • Leaf ports (have dependencies, not depended on)

Um eine Liste aller installierter Ports anzuzeigen (und nach neueren Versionen zu suchen), verwenden Sie die Option -L:

# portmaster -L
===>>> Root ports (No dependencies, not depended on)
===>>> ispell-3.2.06_18
===>>> screen-4.0.3
        ===>>> New version available: screen-4.0.3_1
===>>> tcpflow-0.21_1
===>>> 7 root ports
...
===>>> Branch ports (Have dependencies, are depended on)
===>>> apache-2.2.3
        ===>>> New version available: apache-2.2.8
...
===>>> Leaf ports (Have dependencies, not depended on)
===>>> automake-1.9.6_2
===>>> bash-3.1.17
        ===>>> New version available: bash-3.2.33
...
===>>> 32 leaf ports

===>>> 137 total installed ports
        ===>>> 83 have new versions available
	

Um alle derzeit installierten Ports zu aktualisieren, verwenden Sie einfach den folgenden Befehl:

# portmaster -a

Anmerkung:

In der Voreinstellung erzeugt Portmaster eine Sicherheitskopie, bevor ein installierter Port gelscht wird. Ist die Installation der neuen Version erfolgreich, wird dieses Backup wieder gelscht. Wollen Sie das Backup lieber manuell lschen, verwenden Sie die Option -b beim Aufruf von Portmaster. Durch die Verwendung der Option -i wird Portmaster im interaktiven Modus gestartet und fragt bei jedem zu aktualisierenden Port nach, wie Sie vorgehen wollen.

Treten whrend der Aktualisierung Fehler auf, knnen Sie die Option -f verwenden, um alle Ports zu aktualisieren beziehungsweise neu zu bauen:

# portmaster -af

Portmaster ist auch in der Lage, neue Ports zu installieren, wobei zuvor alle abhngigen Ports aktualisiert werden:

# portmaster shells/bash

Weiterfhrende Informationen finden Sie in der Manualpage portmaster(8).

5.5.5. Platzbedarf von Ports

Die Ports-Sammlung kann sehr viel Plattenplatz verschlingen. Fhren Sie nach dem Bau und der Installation eines Ports make clean aus, um die Arbeitsverzeichnisse zu lschen. Dieser Befehl entfernt das Verzeichnis work des gebauten Ports. Wollen Sie die gesamte Ports-Sammlung aufrumen, verwenden Sie folgenden Befehl:

# portsclean -C

Im Laufe der Zeit werden sich zahlreiche Distfiles im Verzeichnis distfiles ansammeln. Sie knnen diese entweder hndisch lschen, oder Sie verwenden den folgenden Befehl, um alle Distfiles zu lschen, die nicht lnger bentigt werden:

# portsclean -D

Falls Sie nur alle Distfiles lschen wollen, die von keinem derzeit installierten Port referenziert werden:

# portsclean -DD

Anmerkung:

Das Werkzeug portsclean wird automatisch bei der Installation von portupgrade mit installiert.

Denken Sie daran, installierte Ports wieder zu entfernen, wenn Sie diese nicht mehr bentigen. Um diese Arbeit zu erleichtern, knnen Sie den Port ports-mgmt/pkg_cutleaves installieren.

5.6. Nach der Installation

Nach der Installation einer neuen Anwendung wollen Sie wahrscheinlich die mitgelieferte Dokumentation lesen und die Konfigurationsdateien der Anwendung anpassen. Wenn die Anwendung ein Dmon ist, sollten Sie sicherstellen, dass die Anwendung beim Booten startet.

Die einzelnen Schritte sind natrlich von Anwendung zu Anwendung verschieden. Wenn Sie sich allerdings nach der Installation einer Anwendung die Frage Was nun? stellen, helfen die folgenden Hinweise vielleicht weiter.

  • Finden Sie mit pkg_info(1) heraus, welche Dateien die Anwendung wo installiert hat. Wenn Sie beispielsweise gerade die Version 1.0.0 von FooPackage installiert haben, zeigt Ihnen das folgende Kommando alle installierten Dateien des Pakets:

    # pkg_info -L foopackage-1.0.0 | less

    Achten Sie besonders auf die Manualpages, die Sie in man/ Verzeichnissen finden und auf Konfigurationsdateien, die in etc/ abgelegt werden. Manche Pakete enthalten in doc/ zustzliche Dokumentation.

    Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Version einer Anwendung Sie gerade installiert haben, knnen Sie mit dem folgenden Kommando nach der Anwendung suchen:

    # pkg_info | grep -i foopackage

    Das Kommando zeigt alle installierten Pakete, deren Paketname foopackage enthlt. Ersetzen Sie foopackage durch den Namen der Anwendung, die Sie suchen.

  • Nachdem Sie die Manualpages der Anwendung gefunden haben, lesen Sie diese bitte mit man(1). Schauen Sie sich auch die Beispiele fr Konfigurationsdateien und die zustzliche Dokumentation, wenn es welche gibt, an.

  • Wenn es fr die Anwendung eine Webseite gibt, suchen Sie dort nach zustzlicher Dokumentation wie FAQs (hufig gestellte Fragen). Wenn Sie die Adresse der Webseite nicht kennen, versuchen Sie das folgende Kommando:

    # pkg_info foopackage-1.0.0

    Die Ausgabe enthlt oft eine Zeile, die mit WWW: beginnt und die URL der Webseite enthlt.

  • Ports, die whrend des Systemstarts gestartet werden sollen, installieren meist ein Beispielskript im Verzeichnis /usr/local/etc/rc.d. berprfen Sie dieses Skript. Wenn ntig, passen Sie das Skript an und benennen Sie es um. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt12.5, „Start von Diensten“.

5.7. Kaputte Ports

Stolpern Sie einmal ber einen Port, der bei Ihnen nicht funktioniert, knnten Sie zum Beispiel Folgendes tun:

  1. Stellen Sie fest, ob die Datenbank mit den Problemberichten bereits einen Lsungsvorschlag enthlt. Ist dies der Fall, knnen Sie die vorgeschlagene Lsung testen.

  2. Bitten Sie den Betreuer des Ports um Hilfe. Geben Sie dazu make maintainer ein oder lesen Sie das Makefile im Verzeichnis des Ports, um an die E-Mail-Adresse zu kommen. Vergessen Sie nicht den Namen und die Version des Ports (schicken Sie die Zeile mit $FreeBSD: aus dem Makefile) und die Ausgabe bis zur Fehlermeldung mitzuschicken.

    Anmerkung:

    Einige Ports werden nicht von einer Einzelperson, sondern von einer Mailingliste betreut. Viele (aber nicht alle) dieser Adressen haben die Form . Denken Sie daran, wenn Sie Ihre Fragen formulieren.

    Dies gilt insbesondere fr Ports, die als als Betreuer den Eintrag aufweisen. Derartige Ports haben berhaupt keinen Betreuer. Korrekturen und Untersttzung kommen daher nur von Personen, die diese Mailingliste abonniert haben. Gerade in diesem Bereich werden jederzeit zustzliche freiwillige Helfer bentigt!

    Erhalten Sie auf Ihre Anfrage keine Antwort, knnen Sie ber send-pr(1) einen Problembericht erstellen. Bevor Sie einen solchen Bericht erstellen, sollten Sie den Artikel Writing FreeBSD Problem Reports lesen.

  3. Reparieren Sie ihn! Das FreeBSD Porter's Handbook enthlt eine detaillierte Beschreibung des Portsystems. Damit sind Sie in der Lage, einen gelegentlich kaputten Port zu reparieren oder einen eigenen Port zu erstellen.

  4. Holen Sie sich das Paket von einem FTP-Server in Ihrer Nhe. Die Basis-Sammlung aller Pakete liegt auf ftp.de.FreeBSD.org im Verzeichnis packages. Aber versuchen Sie zuerst einen Spiegel in Ihrer Nhe! Benutzen Sie das Programm pkg_add(1), um Pakete auf Ihrem Rechner zu installieren. Dies hat zudem den Vorteil, dass es schneller geht.

Kapitel 6. Das X-Window-System

Erweitert um X.Orgs X11-Server von Ken Tom und Marc Fonvieille.
bersetzt von Martin Heinen.

6.1. bersicht

Mit X11 steht unter FreeBSD eine leistungsfhige frei verfgbare grafische Benutzeroberflche zur Verfgung, die in Xorg (sowie in weiteren, hier nicht diskutierten Varianten) implementiert wurde. Xorg von der X.Org Foundation ist der voreingestellte Standard-X11-Server, der unter einer Lizenz hnlich der von FreeBSD steht. Zustzlich sind einige kommerzielle X-Server fr FreeBSD verfgbar.

Auskunft ber von X11 untersttzte Video-Hardware gibt die Webseite Xorg.

Nachdem Sie dieses Kapitel gelesen haben, werden Sie

  • die Komponenten des X-Window-Systems und ihr Zusammenspiel kennen.

  • Wissen, wie X11 installiert und konfiguriert wird.

  • Wissen, wie Sie verschiedene Window-Manager installieren und benutzen.

  • Wissen, wie TrueType-Schriftarten mit X11 benutzt werden.

  • Wissen, wie Sie die grafische Anmeldung (XDM) einrichten.

Bevor Sie dieses Kapitel lesen, sollten Sie

6.2. X-Grundlagen

Anwendern anderer grafischer Benutzeroberflchen, wie MicrosoftWindows oder MacOS, kommt X beim ersten Mal oft befremdlich vor.

Man braucht kein weitreichendes Verstndnis der X-Komponenten und Ihres Zusammenspiels, um X anzuwenden. Um die Strken von X auszunutzen, sollten Sie allerdings die Grundlagen verstehen.

6.2.1. Warum heit es X?

X ist nicht die erste grafische Benutzeroberflche, die fr UNIX geschrieben wurde. Die Entwickler von X arbeiteten vorher an einem anderen System, das W (von engl. window: Fenster) hie. X ist schlicht der nchste Buchstabe im Alphabet.

X wird X, X-Window-System oder X11 genannt. Sagen Sie bitte nicht X-Windows: das kommt bei einigen Leuten schlecht an (die Hilfeseite X(7) fhrt dies nher aus).

6.2.2. Das Client/Server-Modell von X

X wurde von Anfang an netzwerktransparent entworfen und verwendet ein Client-Server-Modell. In diesem Modell luft der Server auf dem Rechner, an dem die Tastatur, der Bildschirm und die Maus angeschlossen ist. Der Server ist fr Dinge wie die Verwaltung des Bildschirms und die Verarbeitung von Tastatur- und Maus-Eingaben sowie anderer Ein- und Ausgabegerte (beispielsweise knnte ein Tablet zur Eingabe oder ein Videoprojektor zur Ausgabe verwendet werden) verantwortlich. Jede X-Anwendung, beispielsweise ein XTerm oder Netscape ist ein Client. Der Client sendet dem Server Nachrichten wie Zeichne an diesen Koordinaten ein Fenster und der Server sendet dem Client Nachrichten der Art Der Benutzer hat gerade den Ok-Knopf gedrckt.

In kleinen Umgebungen laufen der X-Server und die X-Clients auf demselben Rechner. Es ist aber durchaus mglich, den X-Server auf einem weniger leistungsfhigen Arbeitsplatzrechner laufen zu lassen und die X-Anwendungen (die Clients) auf dem leistungsfhigen und teuren Server der Arbeitsgruppe zu betreiben. In diesem Fall kommunizieren der X-Server und die X-Clients ber das Netz.

Dieses Modell verwirrt viele Leute, die erwarten, dass der X-Server der dicke Rechner im Maschinenraum und der X-Client ihr Arbeitsplatzrechner ist.

Merken Sie sich einfach, dass der X-Server der Rechner mit dem Bildschirm und der Maus ist und die X-Clients Programme sind, die in den Fenstern laufen.

Das X-Protokoll ist unabhngig vom verwendeten Betriebssystem und Rechnertyp. Ein X-Server kann durchaus auch unter MicrosoftWindows oder Apples MacOS betrieben werden, wie viele kostenlose und kommerzielle Anwendungen zeigen.

6.2.3. Der Window-Manager

Die X-Philosophie Werkzeuge statt Richtlinien ist wie die UNIX-Philosophie. Es wird nicht vorgeschrieben, wie eine Aufgabe zu lsen ist, stattdessen erhlt der Benutzer Werkzeuge, ber die er frei verfgen kann.

Dies geht so weit, dass X nicht bestimmt, wie Fenster auf dem Bildschirm auszusehen haben, wie sie mit der Maus zu verschieben sind, welche Tastenkombination benutzt werden muss, um zwischen den Fenstern zu wechseln (z.B. Alt+Tab unter MicrosoftWindows), oder ob die Fensterrahmen Schaltflchen zum Schlieen haben.

X gibt die Verantwortung fr all diese Sachen an eine Anwendung ab, die Window-Manager genannt wird. Unter X gibt es zahlreiche Window-Manager: AfterStep, Blackbox, ctwm, Enlightenment, fvwm, Sawfish, twm, Window Maker um nur einige zu nennen. Jeder dieser Window-Manager sieht anders aus: Manche stellen virtuelle Bildschirme zur Verfgung, in anderen lassen sich die Tastenkombinationen zur Verwaltung des Bildschirms anpassen, einige besitzen eine Startleiste oder etwas hnliches und in manchen lsst sich das Aussehen und Verhalten ber die Anwendung von Themes beliebig einstellen. Die eben genannten Window-Manager und viele weitere finden Sie in der Kategorie x11-wm der Ports-Sammlung.

Die grafischen Benutzeroberflchen KDE und GNOME besitzen eigene Window-Manager, die in den grafischen Arbeitsplatz integriert sind.

Die Window-Manager werden unterschiedlich konfiguriert. Einige erwarten eine manuell erstellte Konfigurationsdatei, andere bieten grafische Werkzeuge fr die meisten Konfigurationsarbeiten an. Die Konfigurationsdatei von Sawfish ist sogar in einem Lisp-Dialekt geschrieben.

Fokus:

Der Window-Manager ist fr die Methode, mit der ein Fenster den Fokus bekommt, verantwortlich. Jedes System, das Fenster verwendet, muss entscheiden, wie ein Fenster aktiviert wird, damit es Eingaben empfangen kann. Das aktive Fenster sollte zudem sichtbar gekennzeichnet werden.

Eine gelufige Methode, den Fokus zu wechseln, wird click-to-focus genannt. Die Methode wird in MicrosoftWindows benutzt: Ein Fenster wird aktiv, wenn es mit der Maus angeklickt wird.

X legt nicht fest, wie der Fokus einzustellen ist, stattdessen bestimmt der Window-Manager welches Fenster den Fokus zu einem gegebenen Zeitpunkt erhlt. Alle Window-Manager stellen die Methode click-to-focus bereit, die meisten stellen auch noch andere Methoden bereit.

Verbreitete Methoden, den Fokus einzustellen, sind:

focus-follows-mouse

Den Fokus hat das Fenster, unter dem sich der Mauszeiger befindet. Das muss nicht unbedingt das Fenster, sein, das sich vorne befindet. Wird der Mauszeiger in ein anderes Fenster bewegt, so erhlt dieses Fenster den Fokus, ohne das es angeklickt werden muss.

sloppy-focus

Diese Methode erweitert die Methode focus-follows-mouse. Wenn die Maus mit focus-follows-mouse aus dem Fenster auf die Oberflche bewegt wird, verliert das aktive Fenster den Fokus. Da dann kein Fenster mehr den Fokus hat, gehen alle Eingaben verloren. Die Methode sloppy-focus wechselt den Fokus nur, wenn sich der Mauszeiger in ein neues Fenster bewegt und nicht, wenn er das aktive Fenster verlsst.

click-to-focus

Das aktive Fenster wird durch einen Mausklick festgelegt (dabei kann das Fenster vor alle anderen Fenster gesetzt werden). Alle Eingaben werden dann, unabhngig von der Position des Mauszeigers, dem aktiven Fenster zugeordnet.

Viele Window-Manager untersttzen noch andere Methoden, so wie Abwandlungen der hier vorgestellten Methoden. Schauen Sie sich dazu bitte die Hilfeseiten Ihres Window-Managers an.

6.2.4. Widgets

Die X-Philosophie dehnt sich auch auf die Widgets aus, die von den Anwendungen benutzt werden.

Ein Widget bezeichnet Objekte, die manipuliert werden knnen, wie buttons (Schaltflchen), check buttons (Mehrfachauswahlknopf), radio buttons (Einfachauswahlknopf), Icons und Auswahllisten. Unter MicrosoftWindows werden Widgets Controls genannt.

MicrosoftWindows und Apples MacOS geben strenge Richtlinien fr Widgets vor: Von den Entwicklern wird erwartet, dass Sie Anwendungen mit einheitlichem Aussehen und einheitlicher Bedienung (look and feel) entwickeln. X gibt weder einen Stil noch Widgets vor, die benutzt werden mssen.

Erwarten Sie daher nicht, dass alle X-Anwendungen gleich aussehen oder sich gleich bedienen lassen. Es gibt mehrere verbreitete Widget-Sammlungen, beispielsweise die Athena-Widgets vom MIT, Motif (abgeschrgte Ecken und drei Grautne, danach wurden die Widgets von MicrosoftWindows entworfen) oder OpenLook.

Die meisten neuen X-Anwendungen benutzen heute modern aussehende Widgets, wie Qt, das von KDE benutzt wird oder GTK+, das von GNOME benutzt wird. Damit wird eine gewisse Einheitlichkeit in Bedienung und Aussehen erreicht, die sicher neuen Benutzern die Arbeit erleichtert.

6.3. X11 installieren

Xorg ist der Standard-X-Server unter FreeBSD. Xorg ist der von der X.Org Foundation herausgegebene X-Server des Open-Source XWindow Systems. Xorg beruht auf XFree86™4.4RC2 und X11R6.6. Derzeit ist die Version 7.7 von Xorg in der Ports-Sammlung vorhanden.

Die nachstehenden Kommandos bauen und installieren Xorg aus der Ports-Sammlung:

# cd /usr/ports/x11/xorg
# make install clean

Anmerkung:

Der komplette Bau von Xorg bentigt mindestens 4GB freien Plattenplatz.

Mit pkg_add(1) knnen Sie X11 direkt von fertigen Paketen installieren. Wenn pkg_add(1) die Pakete herunterldt, lassen Sie die Versionsnummer aus. pkg_add(1) holt automatisch die aktuelle Version eines Pakets.

Das Xorg-Paket holen und installieren Sie wie folgt:

# pkg_add -r xorg

Anmerkung:

Die obigen Beispiele installieren die vollstndige X11-Distribution, die unter anderem Server, Clients und Fonts enthlt. Fr die einzelnen Teile der Distribution gibt es ebenfalls separate Pakete.

Alternativ knnen Sie x11/xorg-minimal verwenden, um eine minimale X11-Distribution zu installieren.

Der Rest dieses Kapitels erklrt, wie Sie X11 konfigurieren und sich eine Arbeitsumgebung einrichten.

6.4. X11 konfigurieren

Beigetragen von Christopher Shumway.

6.4.1. Vorarbeiten

Bevor Sie X11 konfigurieren, bentigen Sie folgende Informationen:

  • die Spezifikationen des Monitors

  • den Chipset des Grafikadapters

  • die Speichergre des Grafikadapters

Aus den Spezifikationen des Monitors ermittelt X11 die Auflsung und die Wiederholrate fr den Betrieb des X-Servers. Die Spezifikationen entnehmen Sie der Dokumentation des Monitors oder der Webseite des Herstellers. Sie bentigen die horizontale und die vertikale Synchronisationsfrequenz.

Der Chipsatz der Grafikkarte bestimmt den Treiber, den X11 verwendet. Die meisten Chipstze werden automatisch erkannt, Sie brauchen die Information jedoch, wenn die Erkennung fehlschlgt.

Die Speichergre der Grafikkarte bestimmt die maximal mgliche Auflsung und Farbtiefe.

6.4.2. X11 konfigurieren

Xorg verwendet HAL, um Tastaturen und Muse automatisch zu erkennen. Die Ports sysutils/hal und devel/dbus werden als Abhngigkeiten von x11/xorg installiert, mssen aber durch die folgenden Eintrge in /etc/rc.conf aktiviert werden:

hald_enable="YES"
dbus_enable="YES"

Diese Dienste sollten (entweder manuell oder durch einen Neustart) gestartet werden, bevor mit der weiteren Konfiguration oder Verwendung von Xorg begonnen wird.

Xorg kann oft schon ohne weitere Konfigurationsschritte laufen, indem am Prompt folgendes eingegeben wird:

% startx

Die automatische Konfiguration kann mit bestimmter Hardware fehlschlagen oder gewisse Dinge nicht so einrichten, wie gewnscht. In diesen Fllen ist eine manuelle Konfiguration notwendig.

Anmerkung:

Grafische Oberflchen wie GNOME, KDE oder Xfce besitzen eigene Werkzeuge, die es dem Benutzer erlauben, auf einfache Art und Weise die Bildschirmparameter wie die Auflsung zu ndern. Falls die Standardkonfiguration fr Sie nicht akzeptabel ist und die Installation einer grafischen Oberflche geplant ist, fahren Sie damit fort und benutzen Sie dann das entsprechende Werkzeug fr die Bildschirmeinstellungen.

Die X11 Konfiguration spielt sich in mehreren Schritten ab. Dazu erstellen Sie als erstes eine Vorgabe fr die Konfigurationsdatei. Setzen Sie dazu als root den folgenden Befehl ab:

# Xorg -configure

Die Vorgabe-Konfiguration wird dann unter dem Namen xorg.conf.new im Verzeichnis /root gespeichert (das verwendete Verzeichnis wird durch die Umgebungsvariable $HOME bestimmt und hngt davon ab, wie Sie zu root gewechselt sind). X11 hat in diesem Schritt versucht, die Grafik-Hardware des Systems zu erkennen und eine Konfigurationsdatei ausgeschrieben, die zur Hardware passende Treiber ldt.

Im nchsten Schritt wird geprft, ob Xorg die Grafik-Hardware des Systems verwenden kann. Setzen Sie dazu den folgenden Befehl ab:

# Xorg -config xorg.conf.new -retro

Wenn jetzt ein graues Raster und der X-Mauszeiger erscheinen, war die Konfiguration erfolgreich. Beenden Sie den Test, indem Sie auf die virtuelle Konsole wechseln, die Sie verwendet haben, um den Test zu starten, durch gleichzeitiges drcken von Ctrl+Alt+Fn (F1 fr die erste virtuelle Konsole) und drcken anschliessend Ctrl+C.

Anmerkung:

Die Tastenkombination Ctrl+Alt+Backspace kann verwendet werden, um Xorg zu beenden. Um diese zu aktivieren, fgen geben Sie entweder den folgenden Befehl von einem X-Terminalemulator ein:

% setxkbmap -option terminate:ctrl_alt_bksp

oder erstellen Sie eine Tastaturkonfigurationsdatei fr hald, x11-input.fdi genannt, und legen Sie diese im Verzeichnis /usr/local/etc/hal/fdi/policy ab. Diese Datei sollte die folgenden Zeilen enthalten:

<?xml version="1.0" encoding="iso-8859-1"?>
<deviceinfo version="0.2">
   <device>
     <match key="info.capabilities" contains="input.keyboard">
           <merge key="input.x11_XkbOptions" type="string">terminate:ctrl_alt_bksp</merge>
     </match>
   </device>
</deviceinfo>

Sie mssen anschliessend ihren Computer neu starten, um hald zu zwingen, diese Datei einzulesen.

Die folgende Zeile muss ebenfalls zu xorg.conf.new hinzugefgt werden, entweder in den Abschnitt ServerLayout oder ServerFlags:

Option  "DontZap"       "off"

Wenn die Maus nicht funktioniert, prfen Sie, ob die Maus konfiguriert wurde. Die Mauskonfiguration wird in Abschnitt2.10.10, „Die Maus konfigurieren“ im FreeBSD-Installationskapitel beschrieben. In neueren Xorg-Versionen werden die InputDevice-Abschnitte in xorg.conf ignoriert, um stattdessen die automatisch erkannten Gerte zu verwenden. Um das alte Verhalten wiederherzustellen, fgen Sie die folgende Zeile zum ServerLayout- oder dem ServerFlags-Abschnitt dieser Datei hinzu:

Option "AutoAddDevices" "false"

Eingabegerte knnen dann wie in den vorherigen Versionen konfiguriert werden, zusammen mit anderen bentigen Optionen (z.B. wechseln des Tastaturlayouts).

Anmerkung:

Wie zuvor erwhnt, wird standardmssig der hald-Dienst automatisch Ihre Tastatur erkennen. Es kann passieren, dass ihr Tastaturlayout oder das Modell nicht korrekt erkannt wird. Grafische Oberflchen wie GNOME, KDE oder Xfce stellen Werkzeuge fr die Konfiguration der Tastatur bereit. Es ist allerdings auch mglich, die Tastatureigenschaften direkt zu setzen, entweder mit Hilfe von setxkbmap(1) oder mit einer Konfigurationsregel von hald.

Wenn Sie zum Beispiel eine PC 102-Tasten Tastatur mit franzsischem Layout verwenden mchten, mssen Sie eine Tastaturkonfigurationsdatei fr hald, genannt x11-input.fdi, im Verzeichnis /usr/local/etc/hal/fdi/policy ablegen. Diese Datei sollte die folgenden Zeilen enthalten:

<?xml version="1.0" encoding="iso-8859-1"?>
<deviceinfo version="0.2">
   <device>
     <match key="info.capabilities" contains="input.keyboard">
           <merge key="input.x11_options.XkbModel" type="string">pc102</merge>
           <merge key="input.x11_options.XkbLayout" type="string">fr</merge>
     </match>
   </device>
</deviceinfo>

Wenn diese Datei bereits existiert, kopieren Sie nur die Zeilen in diese Datei, welche die Tastaturkonfiguration betreffen.

Sie mssen Ihren Computer neu starten, um hald zu zwingen, diese Datei einzulesen.

Es ist mglich, die gleiche Konfiguration von einem X-Terminal oder einem Skript ber den folgenden Befehl heraus zu ttigen:

% setxkbmap -model pc102 -layout fr

Die Datei /usr/local/share/X11/xkb/rules/base.lst listet die verschiedenen Tastatur- und Layoutoptionen auf, die Ihnen zur Verfgung stehen.

Als Nchstes passen Sie xorg.conf.new an. ffnen Sie die Datei in einem Editor, wie emacs(1) oder ee(1) und fgen Sie die Synchronisationsfrequenzen des Monitors ein. Die Frequenzen werden im Abschnitt "Monitor" eingetragen:

Section "Monitor"
        Identifier   "Monitor0"
        VendorName   "Monitor Vendor"
        ModelName    "Monitor Model"
        HorizSync    30-107
        VertRefresh  48-120
EndSection

Unter Umstnden fehlen die Schlsselwrter HorizSync und VertRefresh, die Sie dann nachtragen mssen. Geben Sie, wie im Beispiel gezeigt, die horizontale Synchronisationsfrequenz hinter HorizSync und die vertikale Synchronisationsfrequenz hinter VertRefresh an.

X untersttzt die Energiesparfunktionen (DPMS, Energy Star) Ihres Monitors. Mit xset(1) knnen Sie Zeitschranken fr die DPMS-Modi standby, suspend, off vorgeben, oder diese zwingend aktivieren. Die DPMS-Funktionen knnen Sie mit der nachstehenden Zeile im "Monitor"-Abschnitt aktivieren:

Option       "DPMS"

Die gewnschte Auflsung und Farbtiefe stellen Sie im Abschnitt "Screen" ein:

Section "Screen"
        Identifier "Screen0"
        Device     "Card0"
        Monitor    "Monitor0"
        DefaultDepth 24
        SubSection "Display"
                Viewport  0 0
                Depth     24
                Modes     "1024x768"
        EndSubSection
EndSection

Mit DefaultDepth wird die Farbtiefe des X-Servers vorgegeben. Mit der Option -depth von Xorg(1) lsst sich die vorgegebene Farbtiefe berschreiben. Modes gibt die Auflsung fr die angegebene Farbtiefe an. Die Farbtiefe im Beispiel betrgt 24Bits pro Pixel, die zugehrige Auflsung ist 1024x768Pixel. Beachten Sie, dass in der Voreinstellung nur Standard-VESA-Modi der Grafikkarte angegeben werden knnen.

Sichern Sie die Konfigurationsdatei und testen Sie die Konfiguration wie oben beschrieben.

Anmerkung:

Bei der Fehlersuche sind Ihnen die Protokolle des X11-Servers behilflich. In den Protokollen wird die gefundene Graphik-Hardware protokolliert. Die Protokolle von Xorg heien /var/log/Xorg.0.log. Die Dateinamen enthalten eine laufende Nummer, der Name variiert daher von Xorg.0.log zu Xorg.8.log.

Wenn alles funktioniert hat, installieren Sie die Datei an einen Ort, an dem Xorg(1) sie findet. Normalerweise wird die Konfigurationsdatei unter /etc/X11/xorg.conf oder /usr/local/etc/X11/xorg.conf gespeichert:

# cp xorg.conf.new /etc/X11/xorg.conf

Damit ist die X11-Konfiguration beendet und Xorg kann nun mithilfe von startx(1) gestartet werden. Alternativ knnen Sie X11 auch mit xdm(1) starten.

6.4.3. Spezielle Konfigurationen

6.4.3.1. Konfiguration des Intel i810 Graphics Chipsets

Der Intel i810-Chipset bentigt den Treiber agpgart, die AGP-Schnittstelle von X11. Weitere Informationen finden sich in agp(4).

Ab jetzt kann die Hardware wie jede andere Grafikkarte auch konfiguriert werden. Der Treiber agp(4) kann nicht nachtrglich mit kldload(8) in einen laufenden Kernel geladen werden. Er muss entweder fest im Kernel eingebunden sein oder beim Systemstart ber /boot/loader.conf geladen werden.

6.4.3.2. Einen Widescreen-Monitor einsetzen

Dieser Abschnitt geht ber die normalen Konfigurationsarbeiten hinaus und setzt einiges an Vorwissen voraus. Selbst wenn die Standardwerkzeuge zur X-Konfiguration bei diesen Gerten nicht zum Erfolg fhren, sollten sich in den Logdateien genug Informationen finden, mit denen Sie letztlich doch einen funktionierenden X-Server konfigurieren knnen. Alles, was Sie dazu noch bentigen, ist ein Texteditor.

Aktuelle Widescreen-Formate (wie WSXGA, WSXGA+, WUXGA, WXGA, WXGA+, und andere mehr) untersttzen Seitenverhltnisse wie 16:10 oder 10:9, die unter X Probleme verursachen knnen. Bei einem Seitenverhltnis von 16:10 sind beispielsweise folgende Auflsungen mglich:

  • 2560x1600

  • 1920x1200

  • 1680x1050

  • 1440x900

  • 1280x800

Diese Konfiguration knnte so einfach sein wie das zustzliche Anlegen eines Eintrags einer dieser Auflsungen als ein mglicher Mode in Section "Screen":

Section "Screen"
Identifier "Screen0"
Device     "Card0"
Monitor    "Monitor0"
DefaultDepth 24
SubSection "Display"
	Viewport  0 0
	Depth     24
	Modes     "1680x1050"
EndSubSection
EndSection

Xorg ist normalerweise intelligent genug, um die Informationen zu den erlaubten Auflsungen ber I2C/DDC zu beziehen, und wei daher, welche Auflsungen und Frequenzen Ihr Widescreen-Monitor untersttzt.

Wenn diese ModeLines in den Treiberdateien nicht vorhanden sind, kann es sein, dass Sie Xorg beim Finden der korrekten Werte untersttzen mssen. Dazu extrahieren Sie die bentigten Informationen aus der Datei /var/log/Xorg.0.log und erzeugen daraus eine funktionierende ModeLine. Dazu suchen Sie in dieser Datei nach Zeilen hnlich den folgenden:

(II) MGA(0): Supported additional Video Mode:
(II) MGA(0): clock: 146.2 MHz   Image Size:  433 x 271 mm
(II) MGA(0): h_active: 1680  h_sync: 1784  h_sync_end 1960 h_blank_end 2240 h_border: 0
(II) MGA(0): v_active: 1050  v_sync: 1053  v_sync_end 1059 v_blanking: 1089 v_border: 0
(II) MGA(0): Ranges: V min: 48  V max: 85 Hz, H min: 30  H max: 94 kHz, PixClock max 170 MHz

Diese Informationen werden auch als EDID-Informationen bezeichnet. Um daraus eine funktionierende ModeLine zu erzeugen, mssen Sie lediglich die Zahlen in die korrekte Reihenfolge bringen:

ModeLine <name> <clock> <4 horiz. timings> <4 vert. timings>

Die korrekte ModeLine in Section "Monitor" wrde fr dieses Beispiel folgendermaen aussehen:

Section "Monitor"
Identifier      "Monitor1"
VendorName      "Bigname"
ModelName       "BestModel"
ModeLine        "1680x1050" 146.2 1680 1784 1960 2240 1050 1053 1059 1089
Option          "DPMS"
EndSection

Nachdem diese derungen durchgefhrt sind, sollte X auch auf Ihrem neuen Widescreen-Monitor starten.

6.5. Schriftarten in X11 benutzen

Beigetragen von Murray Stokely.

6.5.1. Type1 Schriftarten

Die Schriftarten, die mit X11 geliefert werden, eignen sich ganz und gar nicht fr Desktop-Publishing-Anwendungen. Groe Schriftarten zeigen bei Prsentationen deutliche Treppenstufen und die kleinen Schriftarten in Netscape sind fast unleserlich. Es gibt allerdings mehrere hochwertige Type1 Schriftarten (PostScript), die mit X11 benutzt werden knnen. Beispielsweise enthalten die URW-Schriftarten (x11-fonts/urwfonts) hochwertige Versionen gngiger Type1 Schriftarten (zum Beispiel Times Roman, Helvetica, Palatino). Die Sammlung Freefonts (x11-fonts/freefonts) enthlt noch mehr Schriftarten, doch sind diese fr den Einsatz in Grafik-Programmen wie The Gimp gedacht. Es fehlen auch einige Schriftarten, sodass sich die Sammlung nicht fr den alltglichen Gebrauch eignet. Weiterhin kann X11 leicht so konfiguriert werden, dass es TrueType-Schriftarten verwendet. Mehr dazu erfahren Sie in der Hilfeseite X(7) und im Abschnitt TrueType Schriftarten.

Die Type1 Schriftarten lassen sich aus der Ports-Sammlung wie folgt installieren:

# cd /usr/ports/x11-fonts/urwfonts
# make install clean

Analog lassen sich Freefont und andere Sammlungen installieren. Die neuen Schriftarten mssen Sie in die Konfigurationsdatei des X-Servers im Verzeichnis /etc/X11 eintragen. Die Konfigurationsdatei von Xorg heit xorg.conf. Fgen Sie die folgende Zeile hinzu:

FontPath "/usr/local/lib/X11/fonts/URW/"

Sie knnen aber auch in der X-Sitzung das folgende Kommando absetzen:

% xset fp+ /usr/local/lib/X11/fonts/URW
% xset fp rehash

Dann kennt der X-Server die neuen Schriftarten nur bis zum Ende der Sitzung. Wenn die nderung dauerhaft sein soll, mssen Sie die Kommandos in ~/.xinitrc eintragen, wenn Sie X mit startx starten, oder in ~/.xsession, wenn Sie XDM benutzen. Sie knnen die Schriftarten auch in die neue Datei /usr/local/etc/fonts/local.conf, die im Abschnitt Anti-aliasing beschrieben wird, eintragen.

6.5.2. TrueType-Schriftarten

Xorg kann TrueType-Schriftarten mithilfe von zwei Modulen darstellen. Im folgenden Beispiel wird das Freetype-Modul benutzt, da es besser mit anderen Werkzeugen, die TrueType-Schriftarten darstellen, bereinstimmt. Das Freetype-Modul aktivieren Sie im Abschnitt "Module" von /etc/X11/xorg.conf durch Einfgen der Zeile:

Load  "freetype"

Erstellen Sie ein Verzeichnis fr die TrueType-Schriftarten (z.B. /usr/local/lib/X11/fonts/TrueType) und kopieren Sie alle Schriftarten dorthin. Die Schriftarten mssen im UNIX/MS-DOS/Windows-Format vorliegen, Schriftarten von einem Macintosh knnen Sie nicht direkt bernehmen. Die Schriftarten mssen noch im Katalog fonts.dir erfasst werden. Den Katalog erzeugen Sie mit dem Kommando ttmkfdir aus dem Port x11-fonts/ttmkfdir:

# cd /usr/local/lib/X11/fonts/TrueType
# ttmkfdir -o fonts.dir

Geben Sie dem System das TrueType-Verzeichnis, wie im Abschnitt Type1 Schriftarten beschrieben, bekannt:

% xset fp+ /usr/local/lib/X11/fonts/TrueType
% xset fp rehash

Oder fgen Sie eine FontPath-Zeile in die Datei xorg.conf ein.

Das war's. Jetzt sollten Netscape, Gimp, StarOffice und alle anderen X-Anwendungen die TrueType-Schriftarten benutzen. Extrem kleine Schriftarten (Webseiten, die mit hoher Auflsung betrachtet werden) und sehr groe Schriftarten (in StarOffice) sollten jetzt viel besser aussehen.

6.5.3. Anti-aliasing

Aktualisiert von Joe Marcus Clarke.

Alle Schriftarten in X11, die in den Verzeichnissen /usr/local/lib/X11/fonts/ und ~/.fonts/ gefunden werden, werden automatisch fr Anti-aliasing an Anwendungen zur Verfgung gestellt, die Xft beherrschen. Die meisten aktuellen Anwendungen beherrschen Xft, dazu gehren auch KDE, GNOME und Firefox.

In der Datei /usr/local/etc/fonts/local.conf werden die Schriftarten, die mit dem Anti-aliasing-Verfahren benutzt werden sollen und die Eigenschaften des Verfahrens festgelegt. In diesem Abschnitt wird nur die grundlegende Konfiguration von Xft beschrieben. Weitere Details entnehmen Sie bitte der Hilfeseite fonts-conf(5).

Die Datei local.conf ist ein XML-Dokument. Achten Sie beim Editieren der Datei daher auf die richtige Gro- und Kleinschreibung und darauf, dass alle Tags geschlossen sind. Die Datei beginnt mit der blichen XML-Deklaration gefolgt von einer DOCTYPE-Definition und dem <fontconfig>-Tag:

        <?xml version="1.0"?>
        <!DOCTYPE fontconfig SYSTEM "fonts.dtd">
        <fontconfig>
      

Wie vorher erwhnt, stehen schon alle Schriftarten in /usr/local/lib/X11/fonts/ und ~/.fonts/ fr Anwendungen, die Xft untersttzen, zur Verfgung. Wenn Sie ein Verzeichnis auerhalb dieser beiden Bume benutzen wollen, fgen Sie eine Zeile wie die nachstehende zu /usr/local/etc/fonts/local.conf hinzu:

<dir>/path/to/my/fonts</dir>

Wenn Sie neue Schriftarten hinzugefgt haben, mssen Sie den Schriftarten-Cache neu aufbauen:

# fc-cache -f

Das Anti-aliasing-Verfahren zeichnet Rnder leicht unscharf, dadurch werden kleine Schriften besser lesbar und der Treppenstufen-Effekt bei wird groen Schriften vermieden. Auf normale Schriftgren sollte das Verfahren aber nicht angewendet werden, da dies die Augen zu sehr anstrengt. Um kleinere Schriftgren als 14Punkt von dem Verfahren auszunehmen, fgen Sie in local.conf die nachstehenden Zeilen ein:

        <match target="font">
            <test name="size" compare="less">
                <double>14</double>
            </test>
            <edit name="antialias" mode="assign">
                <bool>false</bool>
            </edit>
        </match>
        <match target="font">
            <test name="pixelsize" compare="less" qual="any">
                <double>14</double>
            </test>
            <edit mode="assign" name="antialias">
                <bool>false</bool>
            </edit>
        </match>

Das Anti-aliasing-Verfahren kann die Abstnde einiger Fixschriften falsch darstellen, dies fllt besonders unter KDE auf. Sie knnen das Problem umgehen, indem Sie die Abstnde dieser Schriften auf den Wert 100 festsetzen. Fgen Sie die nachstehenden Zeilen hinzu:

       <match target="pattern" name="family">
           <test qual="any" name="family">
               <string>fixed</string>
           </test>
           <edit name="family" mode="assign">
               <string>mono</string>
           </edit>
        </match>
        <match target="pattern" name="family">
            <test qual="any" name="family">
                <string>console</string>
            </test>
            <edit name="family" mode="assign">
                <string>mono</string>
            </edit>
        </match>

Damit werden die Namen der gebruchlichen Fixschriften auf "mono" abgebildet. Fr diese Schriften setzen Sie dann den Abstand fest:

         <match target="pattern" name="family">
             <test qual="any" name="family">
                 <string>mono</string>
             </test>
             <edit name="spacing" mode="assign">
                 <int>100</int>
             </edit>
         </match>      

Bestimmte Schriftarten, wie Helvetica, knnen Probleme mit dem Anti-Aliasing-Verfahren verursachen. In der Regel erscheinen diese Schriftarten dann vertikal halbiert. Im schlimmsten Fall strzen Anwendungen als Folge davon ab. Sie vermeiden dies, indem Sie betroffene Schriftarten in local.conf von dem Verfahren ausnehmen:

         <match target="pattern" name="family">
             <test qual="any" name="family">
                 <string>Helvetica</string>
             </test>
             <edit name="family" mode="assign">
                 <string>sans-serif</string>
             </edit>
         </match>        

Wenn Sie local.conf editiert haben, stellen Sie bitte sicher, dass die Datei mit dem Tag </fontconfig> endet. Ist das nicht der Fall, werden die nderungen nicht bercksichtigt.

Benutzer knnen eigene Einstellungen in der Datei ~/.fonts.conf vornehmen. Achten Sie auch hier auf die richtige XML-Syntax.

Mit einem LCD knnen Sie sub-pixel sampling anstelle von Anti-aliasing einsetzen. Dieses Verfahren behandelt die horizontal getrennten Rot-, Grn- und Blau-Komponenten eines Pixels gesondert und verbessert damit (teilweise sehr wirksam) die horizontale Auflsung. Die nachstehende Zeile in local.conf aktiviert diese Funktion:

         <match target="font">
             <test qual="all" name="rgba">
                 <const>unknown</const>
             </test>
             <edit name="rgba" mode="assign">
                 <const>rgb</const>
             </edit>
         </match>

Anmerkung:

Abhngig von der Art Ihres Bildschirms mssen Sie anstelle von rgb eines der folgenden verwenden: bgr, vrgb oder vbgr. Experimentieren Sie und vergleichen, was besser aussieht.

6.6. Der X-Display-Manager

Beigetragen von Seth Kingsley.

6.6.1. Einfhrung

Der X-Display-Manager (XDM), eine optionale Komponente des X-Window-Systems, verwaltet Sitzungen. Er kann mit vielen Komponenten, wie minimal ausgestatteten X-Terminals, Arbeitsplatz-Rechnern und leistungsfhigen Netzwerkservern, nutzbringend eingesetzt werden. Da das X-Window-System netzwerktransparent ist, gibt es zahlreiche Mglichkeiten, X-Clients und X-Server auf unterschiedlichen Rechnern im Netz laufen zu lassen. XDM stellt eine grafische Anmeldemaske zur Verfgung, in der Sie den Rechner, auf dem eine Sitzung laufen soll, auswhlen knnen und in der Sie die ntigen Autorisierungs-Informationen, wie Benutzername und Passwort, eingeben knnen.

Die Funktion des X-Display-Managers lsst sich mit der von getty(8) (siehe Abschnitt27.3.2, „Konfiguration“) vergleichen. Er meldet den Benutzer am ausgesuchten System an, startet ein Programm (meist einen Window-Manager) und wartet darauf, dass dieses Programm beendet wird, das heit der Benutzer die Sitzung beendet hat. Nachdem die Sitzung beendet ist, zeigt XDM den grafischen Anmeldebildschirm fr den nchsten Benutzer an.

6.6.2. XDM einrichten

Um XDM verwenden zu knnen, installieren Sie den Port x11/xdm (dieser wird standardmssig nicht in aktuellen Xorg-Versionen mitinstalliert). Der XDM-Dmon befindet sich dann in /usr/local/bin/xdm und kann jederzeit von root gestartet werden. Er verwaltet dann den X-Bildschirm des lokalen Rechners. XDM lsst sich bequem mit einem Eintrag in /etc/ttys (siehe Abschnitt27.3.2.1, „Hinzufgen eines Eintrags in /etc/ttys) bei jedem Start des Rechners aktivieren. In /etc/ttys sollte schon der nachstehende Eintrag vorhanden sein:

ttyv8   "/usr/local/bin/xdm -nodaemon"  xterm   off secure

In der Voreinstellung ist dieser Eintrag nicht aktiv. Um den Eintrag zu aktivieren, ndern Sie den Wert in Feld5 von off zu on und starten Sie init(8) entsprechend der Anleitung in Abschnitt27.3.2.2, „init zwingen, /etc/ttys erneut zu lesen“ neu. Das erste Feld gibt den Namen des Terminals an, auf dem das Programm luft. Im Beispiel wird ttyv8 verwendet, das heit XDM luft auf dem neunten virtuellen Terminal.

6.6.3. XDM konfigurieren

Das Verhalten und Aussehen von XDM steuern Sie mit Konfigurationsdateien, die im Verzeichnis /usr/local/lib/X11/xdm stehen. blicherweise finden Sie dort die folgenden Dateien vor:

DateiBeschreibung
XaccessRegelsatz, der zur Autorisierung von Clients benutzt wird.
XresourcesVorgabewerte fr X-Ressourcen.
XserversListe mit lokalen und entfernten Bildschirmen, die verwaltet werden.
XsessionVorgabe fr das Startskript der Sitzung.
Xsetup_*Skript, das dazu dient, Anwendungen vor der Anmeldung zu starten.
xdm-configKonfiguration fr alle auf der Maschine verwalteten Bildschirme.
xdm-errorsFehlermeldungen des Servers.
xdm-pidDie Prozess-ID des gerade laufenden XDM-Prozesses.

Im Verzeichnis /usr/local/lib/X11/xdm befinden sich auch noch Skripten und Programme, die zum Einrichten der XDM-Oberflche dienen. Der Zweck dieser Dateien und der Umgang mit ihnen wird in der Hilfeseite xdm(1) erklrt. Wir gehen im Folgenden nur kurz auf ein paar der Dateien ein.

Die vorgegebene Einstellung zeigt ein rechteckiges Anmeldefenster, in dem der Rechnername in groer Schrift steht. Darunter befinden sich die Eingabeaufforderungen Login: und Password:. Mit dieser Maske knnen Sie anfangen, wenn Sie das Erscheinungsbild von XDM verndern wollen.

6.6.3.1. Xaccess

Verbindungen zu XDM werden ber das X Display Manager Connection Protocol (XDMCP) hergestellt. XDMCP-Verbindungen von entfernten Maschinen werden ber den Regelsatz in Xaccess kontrolliert. Diese Datei wird allerdings ignoriert, wenn in xdm-config keine Verbindungen entfernter Maschinen erlaubt sind (dies ist auch die Voreinstellung).

6.6.3.2. Xresources

In dieser Datei kann das Erscheinungsbild der Bildschirmauswahl und der Anmeldemasken festgelegt werden. Das Format entspricht den Dateien im Verzeichnis app-defaults, die in der X11-Dokumentation beschrieben sind.

6.6.3.3. Xservers

Diese Datei enthlt eine Liste entfernter Maschinen, die in der Bildschirmauswahl angeboten werden.

6.6.3.4. Xsession

Dieses Skript wird vom XDM aufgerufen, nachdem sich ein Benutzer erfolgreich angemeldet hat. blicherweise besitzt jeder Benutzer eine angepasste Version dieses Skripts in ~/.xsession, das dann anstelle von Xsession ausgefhrt wird.

6.6.3.5. Xsetup_*

Diese Skripten werden automatisch ausgefhrt bevor die Bildschirmauswahl oder die Anmeldemasken angezeigt werden. Fr jeden lokalen Bildschirm gibt es ein Skript, dessen Namen aus Xsetup_ gefolgt von der Bildschirmnummer gebildet wird (zum Beispiel Xsetup_0). Normalerweise werden damit ein oder zwei Programme, wie xconsole, im Hintergrund gestartet.

6.6.3.6. xdm-config

Diese Datei enthlt Einstellungen, die fr jeden verwalteten Bildschirm zutreffen. Das Format entspricht dem der Dateien aus app-defaults.

6.6.3.7. xdm-errors

Die Ausgaben jedes X-Servers, den XDM versucht zu starten, werden in dieser Datei gesammelt. Wenn ein von XDM verwalteter Bildschirm aus unbekannten Grnden hngen bleibt, sollten Sie in dieser Datei nach Fehlermeldungen suchen. Fr jede Sitzung werden die Meldungen auch in die Datei ~/.xsession-errors des Benutzers geschrieben.

6.6.4. Einrichten eines Bildschirm-Servers auf dem Netzwerk

Damit sich Clients mit dem Bildschirm-Server verbinden knnen, muss der Zugriffsregelsatz editiert und der Listener aktiviert werden. Die Vorgabewerte sind sehr restriktiv eingestellt. Damit XDM Verbindungen annimmt, kommentieren Sie eine Zeile in der xdm-config Datei aus:

! SECURITY: do not listen for XDMCP or Chooser requests
! Comment out this line if you want to manage X terminals with xdm
DisplayManager.requestPort:     0

Starten Sie danach XDM neu. Beachten Sie, dass Kommentare in den Ressourcen-Konfigurationsdateien mit einem ! anstelle des sonst blichen Zeichens # beginnen. Wenn Sie strengere Zugriffskontrollen einrichten wollen, sehen Sie sich die Beispiele in Xaccess und die Hilfeseite xdm(1) an.

6.6.5. XDM ersetzen

Es gibt mehrere Anwendungen, die XDM ersetzen knnen, zum Beispiel kdm, der Teil von KDE ist und spter in diesem Kapitel besprochen wird. kdm ist ansprechender gestaltet und bietet neben einigen Schnrkeln die Mglichkeit, den zu verwendenden Window-Manager bei der Anmeldung auszuwhlen.

6.7. Grafische Oberflchen

Beigetragen von Valentino Vaschetto.

Dieser Abschnitt beschreibt verschiedene grafische Oberflchen, die es fr X unter FreeBSD gibt. Eine Oberflche (desktop environment) kann alles von einem einfachen Window-Manager bis hin zu kompletten Anwendungen wie KDE oder GNOME sein.

6.7.1. GNOME

6.7.1.1. ber GNOME

GNOME ist eine benutzerfreundliche Oberflche, mit der Rechner leicht benutzt und konfiguriert werden knnen. GNOME besitzt eine Leiste, mit der Anwendungen gestartet werden und die Statusinformationen anzeigen kann. Programme und Daten knnen auf der Oberflche abgelegt werden und Standardwerkzeuge stehen zur Verfgung. Es gibt Konventionen, die es Anwendungen leicht machen, zusammenzuarbeiten und ein konsistentes Erscheinungsbild garantieren. Benutzer anderer Betriebssysteme oder anderer Arbeitsumgebungen sollten mit der leistungsfhigen grafischen Oberflche von GNOME sehr gut zurechtkommen. Auf der Webseite FreeBSD GNOME Project finden Sie weitere Informationen ber GNOME auf FreeBSD. Zustzlich finden Sie dort umfassende FAQs zur Installation, Konfiguration und zum Betrieb von GNOME.

6.7.1.2. GNOME installieren

Am einfachsten installieren Sie GNOME als Paket oder ber die Ports-Sammlung.

Wenn Sie das GNOME-Paket ber das Netz installieren wollen, setzen Sie den nachstehenden Befehl ab:

# pkg_add -r gnome2

Wenn Sie den Quellcode von GNOME bersetzen wollen, benutzen Sie die Ports-Sammlung:

# cd /usr/ports/x11/gnome2
# make install clean

Damit GNOME korrekt funktioniert, muss das /proc-Dateisystem eingehngt sein. Fgen Sie daher die folgende Zeile in /etc/fstab ein, damit procfs(5) beim Systemstart automatisch eingehngt wird:

proc           /proc       procfs  rw  0   0

Nachdem GNOME installiert ist, muss der X-Server GNOME anstelle eines Window-Managers starten.

Der einfachste Weg, GNOME zu starten, ist GDM, der GNOME Display Manager. GDM wird zwar als Teil des GNOME-Desktops installiert, ist aber in der Voreinstellung deaktiviert. Um GDM zu aktivieren, fgen Sie folgende Zeile in /etc/rc.conf ein:

gdm_enable="YES"

Nach einem Systemneustart wird GDM ab sofort automatisch gestartet.

In der Regel ist es ratsam, alle GNOME-Dienste beim Start von GDM zu aktivieren. Um dies zu erreichen, fgen Sie die folgende Zeile in /etc/rc.conf ein:

gnome_enable="YES"

GNOME kann auch von der Kommandozeile gestartet werden, wenn Sie eine entsprechend konfigurierte .xinitrc in Ihrem Heimatverzeichnis besitzen. Existiert eine solche Version, ersetzen Sie den Aufruf des Window-Managers durch /usr/local/bin/gnome-session. Wenn .xinitrc nicht gesondert angepasst wurde, reicht es, den nachstehenden Befehl abzusetzen:

% echo "/usr/local/bin/gnome-session" > ~/.xinitrc

Rufen Sie danach startx auf, um die GNOME Oberflche zu starten.

Anmerkung:

Wenn Sie einen lteren Display-Manager wie XDM verwenden, mssen Sie anders vorgehen. Legen Sie eine ausfhrbare .xsession an, die das Kommando zum Start von GNOME enthlt. Ersetzen Sie dazu den Start des Window-Managers durch /usr/local/bin/gnome-session:

% echo "#!/bin/sh" > ~/.xsession
% echo "/usr/local/bin/gnome-session" >> ~/.xsession
% chmod +x ~/.xsession

Sie knnen den Display-Manager auch so konfigurieren, dass der Window-Manager beim Anmelden gewhlt werden kann. Im Abschnitt Details zu KDE wird das fr kdm, den Display-Manager von KDE erklrt.

6.7.2. KDE

6.7.2.1. ber KDE

KDE ist eine moderne, leicht zu benutzende Oberflche, die unter anderem Folgendes bietet:

  • eine schne und moderne Oberflche,

  • eine Oberflche, die vllig netzwerktransparent ist,

  • ein integriertes Hilfesystem, das bequem und konsistent Hilfestellungen bezglich der Bedienung der KDE-Oberflche und ihrer Anwendungen gibt,

  • ein konstantes Erscheinungsbild (look and feel) aller KDE-Anwendungen,

  • einheitliche Mens, Werkzeugleisten, Tastenkombinationen und Farbschemata,

  • Internationalisierung: KDE ist in mehr als 40Sprachen erhltlich,

  • durch Dialoge gesteuerte zentrale Konfiguration der Oberflche,

  • viele ntzliche KDE-Anwendungen.

In KDE ist mit Konqueror auch ein Webbrowser enthalten, der sich durchaus mit anderen Webbrowsern auf UNIX-Systemen messen kann. Weitere Informationen ber KDE erhalten Sie auf den KDE-Webseiten. Auf der Webseite KDE on FreeBSD finden Sie weitere FreeBSD-spezifische Informationen ber KDE.

Es sind zwei Versionen von KDE unter FreeBSD verfgbar. Version 3 ist schon seit einiger Zeit erhltlich und ist sehr ausgereift. Version 4, die nchste Generation, ist ebenfalls ber die Ports-Sammlung verfgbar. Beide Versionen knnen sogar gleichzeitig installiert werden.

6.7.2.2. KDE installieren

Am einfachsten installieren Sie KDE, wie jede andere grafische Oberflche auch, als Paket oder ber die Ports-Sammlung.

Um KDE3 ber das Netz zu installieren, setzen Sie den nachstehenden Befehl ab:

# pkg_add -r kde

Um KDE4 ber das Netzwerk zu installieren, geben Sie folgendes ein:

# pkg_add -r kde4

pkg_add(1) installiert automatisch die neuste Version einer Anwendung.

Benutzen Sie die Ports-Sammlung, wenn Sie den Quellcode von KDE3 bersetzen wollen:

# cd /usr/ports/x11/kde3
# make install clean

Um KDE4 aus dem Quellcode zu bersetzen, geben Sie folgendes ein:

# cd /usr/ports/x11/kde4
# make install clean

Nachdem KDE installiert ist, muss der X-Server KDE anstelle eines Window-Managers starten. Legen Sie dazu die Datei .xinitrc an:

Fr KDE3:

% echo "exec startkde" > ~/.xinitrc

Fr KDE4:

% echo "exec /usr/local/kde4/bin/startkde" > ~/.xinitrc

Wenn das X-Window-System danach mit startx gestartet wird, erscheint die KDE-Oberflche.

Wird ein Display-Manager wie XDM benutzt, muss .xsession angepasst werden. Eine Anleitung fr kdm folgt gleich in diesem Kapitel.

6.7.3. Details zu KDE

Wenn KDE erst einmal installiert ist, erschlieen sich die meisten Sachen durch das Hilfesystem oder durch Ausprobieren. Benutzer von Windows oder MacOS werden sich sehr schnell zurecht finden.

Die beste Referenz fr KDE ist die Online-Dokumentation. KDE besitzt einen eigenen Webbrowser, sehr viele ntzliche Anwendungen und ausfhrliche Dokumentation. Der Rest dieses Abschnitts beschftigt sich daher mit Dingen, die schlecht durch einfaches Ausprobieren erlernbar sind.

6.7.3.1. Der KDE-Display-Manager

Der Administrator eines Mehrbenutzersystems will den Benutzern vielleicht eine grafische Anmeldung wie mit XDM ermglichen. KDE besitzt einen eigenen Display-Manager, der schner aussieht und auch ber mehr Optionen verfgt. Insbesondere knnen sich die Benutzer die Oberflche fr die Sitzung (beispielsweise KDE oder GNOME) aussuchen.

Die Art und Weise, wie kdm aktiviert wird, hngt dabei von der von Ihnen eingesetzten KDE-Version ab.

Fr KDE3 mssen die ttyv8-Zeile wie folgt anpassen:

ttyv8 "/usr/local/bin/kdm -nodaemon" xterm on secure

Verwenden Sie hingegen KDE4, mssen Sie folgende Zeilen in die Datei /etc/rc.conf aufnehmen:

local_startup="${local_startup} /usr/local/kde4/etc/rc.d"
kdm4_enable="YES"

6.7.4. Xfce

6.7.4.1. ber Xfce

Xfce ist eine grafische Oberflche, die auf den GTK+-Bibliotheken, die auch von GNOME benutzt werden, beruht. Die Oberflche ist allerdings weniger aufwndig und fr diejenigen gedacht, die eine schlichte und effiziente Oberflche wollen, die dennoch einfach zu benutzen und zu konfigurieren ist. Die Oberflche sieht hnlich wie CDE aus, das in kommerziellen UNIX Systemen verwendet wird. Einige Merkmale von Xfce sind:

  • eine schlichte einfach zu benutzende Oberflche,

  • vollstndig mit Mausoperationen konfigurierbar, Untersttzung von drag and drop,

  • hnliche Hauptleiste wie CDE, die Mens enthlt und ber die Anwendungen gestartet werden knnen,

  • integrierter Window-Manager, Datei-Manager und Sound-Manager, GNOME-compliance-Modul,

  • mit Themes anpassbar (da GTK+ benutzt wird),

  • schnell, leicht und effizient: ideal fr ltere oder langsamere Maschinen oder Maschinen mit wenig Speicher.

Weitere Information ber Xfce erhalten Sie auf der Xfce-Webseite.

6.7.4.2. Xfce installieren

Das Xfce-Paket installieren Sie mit dem nachstehenden Kommando:

# pkg_add -r xfce4

Mit der Ports-Sammlung knnen Sie auch den Quellcode bersetzen:

# cd /usr/ports/x11-wm/xfce4
# make install clean

Damit beim nchsten Start des X-Servers Xfce benutzt wird, setzen Sie das folgende Kommando ab:

% echo "/usr/local/bin/startxfce4" > ~/.xinitrc

Wenn Sie einen Display-Manager benutzen, erstellen Sie die Datei .xsession, wie im GNOME Abschnitt beschrieben. Verwenden Sie jetzt allerdings das Kommando /usr/local/bin/startxfce4. Sie knnen auch den Display-Manager wie im kdm Abschnitt beschrieben, so konfigurieren, dass die Oberflche fr die Sitzung ausgewhlt werden kann.

TeilII.Oft benutzte Funktionen

Nach den Grundlagen beschäftigt sich das FreeBSD-Handbuch mit oft benutzten Funktionen von FreeBSD. Die Kapitel behandeln die nachstehenden Themen:

  • Zeigen Ihnen beliebte und nützliche Werkzeuge wie Browser, Büroanwendungen und Programme zum Anzeigen von Dokumenten.

  • Zeigen Ihnen Multimedia-Werkzeuge für FreeBSD.

  • Erklären den Bau eines angepassten FreeBSD-Kernels, der die Systemfunktionen erweitert.

  • Beschreiben ausführlich das Drucksystem, sowohl für direkt angeschlossene Drucker als auch für Netzwerkdrucker.

  • Erläutern, wie Sie Linux-Anwendungen auf einem FreeBSD-System laufen lassen.

Damit Sie einige Kapitel verstehen, sollten Sie vorher andere Kapitel gelesen haben. Die Übersicht zu jedem Kapitel zählt die Voraussetzungen für das erolgreiche Durcharbeiten des Kapitels auf.

Kapitel 7. Desktop-Anwendungen

Beigetragen von Christophe Juniet.
bersetzt von Martin Heinen.

7.1. bersicht

FreeBSD bietet eine reiche Auswahl an Desktop-Anwendungen, wie Browser und Textverarbeitungen, die als Pakete oder mit der Ports-Sammlung installiert werden. Gerade neue Benutzer erwarten Anwendungen mit einer grafischen Benutzeroberflche an ihrem Arbeitsplatz. Dieses Kapitel zeigt Ihnen, wie Sie einige der beliebtesten Desktop-Anwendungen mhelos installieren.

Wenn Sie Ports installieren, beachten Sie, dass dabei die Quelltexte der Programme bersetzt werden. Abhngig von dem Programm und der Geschwindigkeit Ihrer Maschinen kann das sehr lange dauern. Wenn Ihnen das bersetzen zu lange dauert, knnen Sie die meisten Programme der Ports-Sammlung auch als fertige Pakete installieren.

Da FreeBSD binr kompatibel zu Linux ist, knnen Sie zahlreiche fr Linux entwickelte Desktop-Anwendungen einsetzen. Bevor Sie allerdings Linux-Anwendungen installieren, sollten Sie das Kapitel11, Linux-Binrkompatibilitt lesen. Wenn Sie nach einem bestimmten Port suchen, zum Beispiel mit whereis(1), beachten Sie, dass die Namen vieler Programme, die die Linux-Binrkompatibilitt benutzen, mit linux- anfangen. Wir gehen im Folgenden davon aus, dass Sie die Linux-Binrkompatibilitt aktiviert haben, bevor Sie Linux-Anwendungen installieren.

Dieses Kapitel behandelt Anwendungen aus den Bereichen:

  • Browser (Firefox, Opera, Konqueror), Chromium)

  • Broanwendungen (KOffice, AbiWord, The GIMP, OpenOffice.org, LibreOffice)

  • Dokumentformate(AcrobatReader, gv, Xpdf, GQview)

  • Finanzsoftware ( GnuCash, Gnumeric, Abacus)

Bevor Sie dieses Kapitel lesen, sollten Sie

Wie Sie Multimedia-Anwendungen einrichten, wird in einem gesonderten Kapitel erklrt. Wie Sie E-Mail einrichten und benutzen, wird in Kapitel29, Elektronische Post (E-Mail) beschrieben.

7.2. Browser

FreeBSD besitzt keinen vorinstallierten Browser, stattdessen enthlt das www-Verzeichnis der Ports-Sammlung Browser, die Sie installieren knnen. Wenn Ihnen das bersetzen der Browser zu lange dauert, bei einigen Browsern dauert das wirklich lange, installieren Sie die Pakete, die es fr viele Browser gibt.

KDE und GNOME enthalten schon HTML-Browser. Das Einrichten dieser grafischen Benutzeroberflchen ist in Abschnitt6.7, „Grafische Oberflchen“ beschrieben.

Wenn Sie besonders schlanke Browser bentigen, suchen Sie in der Ports-Sammlung nach www/dillo2, www/links oder www/w3m.

Dieser Abschnitt behandelt die nachstehenden Anwendungen:

AnwendungRessourcenbedarfInstallationsaufwand aus den Portswichtige Abhngigkeiten
FirefoxmittelhochGtk+
OperaniedrigniedrigEs gibt eine FreeBSD- und eine Linux-Version. Die Linux-Version hngt von der Linux-Kompatibilitt (Linux Binary Compatibility) und linux-openmotif ab.
KonquerormittelhochKDE-Biliotheken
ChromiummittelmittelGtk+

7.2.1. Firefox

Firefox ist ein moderner, freier und stabiler Open-Source Browser, der vollstndig auf FreeBSD portiert wurde. Er bietet eine dem HTML-Standard konforme Anzeige, Browserfenster als Tabs, Blockierung von Werbefenstern, Erweiterungen, verbesserte Sicherheit und mehr. Firefox basiert auf der Mozilla Codebasis.

Das Paket knnen Sie mit dem nachstehenden Befehl installieren:

# pkg_add -r firefox

Damit installieren Sie Firefox 10.0, wenn Sie stattdessen Firefox 3.6 einsetzen mchten, geben Sie folgenden Befehl ein:

# pkg_add -r firefox36

Alternativ knnen Sie auch die Ports-Sammlung verwenden, um das Programm aus dem Quellcode zu installieren:

# cd /usr/ports/www/firefox
# make install clean

Ersetzen Sie im vorherigen Kommando firefox durch firefox36, falls Sie Firefox 3.6 verwenden wollen.

7.2.2. Firefox und das Java™-Plugin

Anmerkung:

Dieser und die beiden nchsten Abschnitte gehen davon aus, dass Sie Firefox bereits installiert haben.

Die Schritte zur Installation des Plugins hngen davon, welche Firefox Sie installiert haben.

Installieren Sie das OpenJDK 6 ber die Ports-Sammlung:

# cd /usr/ports/java/openjdk6
# make install clean

Danach installieren Sie den Port java/icedtea-web:

# cd /usr/ports/java/icedtea-web
# make install clean

Stellen Sie dabei sicher, dass Sie jeweils die Standardoptionen verwenden.

Starten Sie nun Ihren Browser, geben Sie in der Adresszeile about:plugins ein und besttigen Sie diese Eingabe mit der Enter-Taste. Dadurch wird eine Seite geffnet, die alle installierten Plugins auflistet. In dieser Liste sollte sich nun auch das Java-Plugin befinden.

Wird das Plugin nicht gefunden, muss fr jeden Benutzer der folgende Befel ausgefhrt werden:

% ln -s /usr/local/lib/IcedTeaPlugin.so \
  $HOME/.mozilla/plugins/

7.2.3. Firefox und das Adobe Flash-Plugin

Das Adobe Flash-Plugin ist fr FreeBSD nicht verfgbar. Es existiert jedoch ein Software-Layer (ein sogenannter Wrapper), der es erlaubt, die Linux-Version des Plugins unter FreeBSD einzusetzen. Dieser Wrapper untersttzt auerdem das Adobe Acrobat-Plugin, das RealPlayer-Plugin und andere mehr.

Je nachdem, welche Version von FreeBSD Sie verwenden, sind unterschiedliche Schritte notwendig:

  1. Fr FreeBSD7.X

    Installieren Sie den Port www/nspluginwrapper. Dieser Port setzt voraus, dass Sie den Port emulators/linux_base-fc4 bereits installiert haben, der sehr gross ist.

    Anschlieend installieren Sie den Port www/linux-flashplugin9. Dadurch wird Flash 9.X installiert, denn diese Version luft zuverlssig auf FreeBSD7.X.

  2. Fr FreeBSD8.X oder Neuere

    Installieren Sie den Port www/nspluginwrapper. Dieser Port bentigt den emulators/linux_base-f10 Port, der sehr gross ist.

    Als nchstes installieren Sie Flash 11.X aus dem Port www/linux-f10-flashplugin11.

    Fr diese Version muss der folgende symbolische Link angelegt werden:

    # ln -s /usr/local/lib/npapi/linux-f10-flashplugin/libflashplayer.so \
      /usr/local/lib/browser_plugins/

    Falls das Verzeichnis /usr/local/lib/browser_plugins auf Ihrem System nicht existiert, mssen Sie es manuell anlegen.

Sobald der richtige Flash-Port passend zu ihrer FreeBSD Version installiert ist, muss das Plugin von jedem Benutzer mittels nspluginwrapper installiert werden:

% nspluginwrapper -v -a -i

Das Linux Prozessdateisystem, linprocfs(5), muss unter /compat/linux/proc eingehngt werden, wenn Sie Flash-Animationen abspielen mchten. Dies kann mittels des folgenden Kommandos geschehen:

# mount -t linprocfs linproc /compat/linux/proc

Dieser Schritt kann automatisiert zur Bootzeit ablaufen, indem Sie die passende Zeile in /etc/fstab eintragen:

linproc   /compat/linux/proc  linprocfs       rw      0       0

Rufen Sie dann Ihren Browser auf und geben in der Adresszeile about:plugins ein. Diese Eingabe muss mit der Enter-Taste besttigt werden. Danach wird eine Seite geladen, auf der alle installierten Plugins aufgelistet werden.

7.2.4. Firefox und das Swfdec Flash-Plugin

Swfdec ist die Bibliothek zum Dekodieren und Rendern von Flash Animationen. Swfdec-Mozilla ist ein Plugin fr Firefox-Browser, welches die Swfdec-Bibliothek zum Abspielen von SWF-Dateien benutzt. Momentan befindet sie sich noch in der Entwicklung.

Wenn Sie diese nicht bersetzen knnen oder wollen, dann installieren Sie einfach das Paket aus dem Netz:

# pkg_add -r swfdec-plugin

Wenn das Paket nicht verfgbar ist, knnen Sie es auch ber die Ports-Sammlung bauen und installieren:

# cd /usr/ports/www/swfdec-plugin
# make install clean

Starten Sie anschliessend ihren Browser neu, damit dieses Plugin aktiviert wird.

7.2.5. Opera

Opera ist ein schneller, vollwertiger und standardkonformer Browser, der wie Mozilla ber einen eingebauten E-Mail- und Newsreader verfgt. Zustzlich sind ein IRC-Client, ein RSS/Atom-Feeds-Reader sowie weitere Programme enthalten. Dennoch handelt es sich bei Opera weiterhin um ein relativ kleines und sehr schnelles Programmpaket. Sie haben die Wahl zwei Versionen dieses Browsers: Der nativen FreeBSD-Version und der Linux-Version.

Wenn Sie das Web mit der FreeBSD-Version von Opera erkunden wollen, installieren Sie das Paket:

# pkg_add -r opera

Einige FTP-Server haben nicht alle Pakete, Sie knnen Opera aber ber die Ports-Sammlung installieren:

# cd /usr/ports/www/opera
# make install clean

Wenn Sie die Linux-Version des Browsers verwenden wollen, ersetzen Sie in den Beispielen opera durch linux-opera.

Das Adobe Flash-Plugin ist fr FreeBSD nicht verfgbar. Es gibt aber eine Linux-Version des Plugins, die auch unter FreeBSD installiert werden kann. Dazu installieren Sie zuerst den Port www/linux-f10-flashplugin11, danach den Port www/opera-linuxplugins:

# cd /usr/ports/www/linux-f10-flashplugin11
# make install clean
# cd /usr/ports/www/opera-linuxplugins
# make install clean

Danach sollte das Plugin installiert sein. Um dies zu berprfen, starten Sie den Browser und geben in die Adresszeile opera:plugins ein und besttigen diese Eingabe mit der Return-Taste. Dadurch erhalten Sie eine Liste aller derzeit installierter Plugins.

Um das Java-Plugin zu installieren, folgen Sie bitte den entsprechenden Anweisungen fr Firefox.

7.2.6. Konqueror

Konqueror ist Teil von KDE, kann aber auerhalb von KDE benutzt werden, wenn der Port x11/kdebase3 installiert ist. Konqueror ist mehr als nur ein Browser. Sie knnen das Programm weiters zur Dateiverwaltung und zum Abspielen von Multimedia-Dateien benutzen.

Der Port misc/konq-plugins installiert verschiedene Plugins fr Konqueror.

Konqueror kann Flash-Seiten darstellen. Wie Sie die Flash-Untersttzung aktiviern, knnen Sie unter http://freebsd.kde.org/howtos/konqueror-flash.php nachlesen.

7.2.7. Chromium

Chromium ist ein quelloffenes Browserprojekt mit dem Ziel ein sicheres, schnelleres und stabileres Surferlebnis im Web zu ermglichen. Chromium ermglicht surfen mit Tabs, Blockieren von Pop-Ups, Erweiterungen und vieles mehr. Chromium ist das Open Source Projekt, welches auf dem Google Chrome Webbrowser basiert.

Chromium kann als Paket durch die Eingabe des folgenden Befehls installiert werden:

# pkg_add -r chromium

Als Alternative kann Chromium aus dem Quellcode durch die Ports Collection bersetzt werden:

# cd /usr/ports/www/chromium
# make install clean

Anmerkung:

Chromium wird als /usr/local/bin/chrome installiert und nicht als /usr/local/bin/chromium.

7.2.8. Chromium und das Java™-Plug-In

Anmerkung:

Dieser Abschnitt setzt voraus, dass Chromium bereits installiert ist.

Installieren Sie OpenJDK6 mit Hilfe der Ports Collection durch Eingabe von:

# cd /usr/ports/java/openjdk6
# make install clean

Als nchstes installieren Sie java/icedtea-web aus der Ports Collection:

# cd /usr/ports/java/icedtea-web
# make install clean

Starten Sie Chromium und geben Sie about:plugins in die Addresszeile ein. IcedTea-Web sollte dort als eines der installierten Plug-Ins aufgelistet sein.

Falls Chromium das IcedTea-Web Plug-In nicht anzeigt, geben Sie das folgende Kommando ein und starten Sie den Webbrowser anschliessend neu:

# mkdir -p /usr/local/share/chromium/plugins
# ln -s /usr/local/lib/IcedTeaPlugin.so \
   /usr/local/share/chromium/plugins/

7.2.9. Chromium und das AdobeFlash-Plug-In

Anmerkung:

Dieser Abschnitt setzt voraus, dass Chromium bereits installiert ist.

Die Konfiguration von Chromium und AdobeFlash ist hnlich zur Anleitung fr Firefox. Fr genauere Hinweise zur Installation von AdobeFlash auf FreeBSD, wenden Sie sich bitte an diesen Abschnitt. Es sollte keine weitere Konfiguration notwendig sein, da Chromium in der Lage ist, Plug-Ins von anderen Browsern mit zu benutzen.

7.3. Broanwendungen

Neue Benutzer suchen oft ein komplettes Office-Paket oder eine leicht zu bedienende Textverarbeitung. Einige Benutzeroberflchen wie KDE enthalten zwar ein Office-Paket, diese werden in der Standardeinstellung unter FreeBSD aber nicht installiert. Unabhngig von der verwendeten Benutzeroberflche knnen Sie diverse Office-Pakete aber jederzeit ber die Ports-Sammlung installlieren.

Dieser Abschnitt behandelt die nachstehenden Anwendungen:

AnwendungRessourcenbedarfInstallationsaufwand aus den Portswichtige Abhngigkeiten
KOfficeniedrighochKDE
AbiWordniedrigniedrigGtk+ oder GNOME
The GimpniedrighochGtk+
OpenOffice.orghochenormJDK, Mozilla
LibreOfficeetwas hochenormGtk+, KDE/ GNOME oder JDK

7.3.1. KOffice

Die KDE-Gemeinschaft stellt ein Office-Paket bereit, das auch auerhalb von KDE eingesetzt werden kann. Es besteht aus vier, von anderen Office-Paketen bekannten, Komponenten: KWord ist die Textverarbeitung, KSpread die Tabellenkalkulation, mit KPresenter werden Prsentationen erstellt und Kontour ist ein Zeichenprogramm.

Stellen Sie vor der Installation des neusten KOffice sicher, dass Sie eine aktuelle Version von KDE besitzen.

Mit dem folgenden Kommando installieren Sie das KOffice-Paket fr KDE4:

# pkg_add -r koffice-kde4

Wenn das Paket nicht zur Verfgung steht, benutzen Sie bitte die Ports-Sammlung. Wenn Sie beispielsweise KOffice fr KDE4 installieren wollen, setzen Sie die nachstehendenen Befehle ab:

# cd /usr/ports/editors/koffice-kde4
# make install clean

7.3.2. AbiWord

AbiWord ist eine freie Textverarbeitung, die hnlich wie Microsoft Word ist. Sie knnen damit Artikel, Briefe, Berichte, Notizen usw. verfassen. Das Programm ist sehr schnell, besitzt viele Funktionen und ist sehr benutzerfreundlich.

AbiWord kann viele Dateiformate, unter anderem nicht offene wie .doc von Microsoft, importieren und exportieren.

Das AbiWord-Paket installieren Sie wie folgt:

# pkg_add -r AbiWord

Sollte das Paket nicht zur Verfgung stehen, knnen Sie das Programm mit der Ports-Sammlung, die zudem aktueller als die Pakete ist, bersetzen. Gehen Sie dazu folgendermaen vor:

# cd /usr/ports/editors/AbiWord
# make install clean

7.3.3. The GIMP

The GIMP ist ein sehr ausgereiftes Bildverarbeitungsprogramm mit dem Sie Bilder erstellen oder retuschieren knnen. Sie knnen es sowohl als einfaches Zeichenprogramm als auch zum retuschieren von Fotografien benutzen. Das Programm besitzt eine eingebaute Skriptsprache und es existieren sehr viele Plug-Ins. The GIMP kann Bilder in zahlreichen Formaten lesen und speichern und stellt Schnittstellen zu Scannern und grafischen Tabletts zur Verfgung.

Sie installieren das Paket mit dem nachstehenden Befehl:

# pkg_add -r gimp

Benutzen Sie die Ports-Sammlung, wenn Ihr FTP-Server das Paket nicht bereitstellt. Im Verzeichnis graphics finden Sie das Handbuch The Gimp Manual. Sie knnen alles mit den folgenden Befehlen installieren:

# cd /usr/ports/graphics/gimp
# make install clean
# cd /usr/ports/graphics/gimp-manual-pdf
# make install clean

Anmerkung:

Die Entwickler-Version von The GIMP finden Sie im Verzeichnis graphics der Ports-Sammlung. Das Handbuch ist im HTML-Format (graphics/gimp-manual-html) erhltlich.

7.3.4. OpenOffice.org

OpenOffice.org enthlt alles, was von einem Office-Paket erwartet wird: Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Prsentation und ein Zeichenprogramm. Die Bedienung gleicht anderen Office-Paketen und das Programm kann zahlreiche Dateiformate importieren und exportieren. Es gibt lokalisierte Versionen mit angepassten Mens, Rechtschreibkontrollen und Wrterbchern.

Die Textverarbeitung von OpenOffice.org speichert Dateien im XML-Format. Dadurch wird die Verwendbarkeit der Dateien auf anderen Systemen erhht und die Handhabung der Daten vereinfacht. Die Tabellenkalkulation besitzt eine Makrosprache und eine Schnittstelle zu Datenbanken. OpenOffice.org luft auf Windows, Solaris™, Linux, FreeBSD und MacOSX. Weitere Informationen ber OpenOffice.org finden Sie auf der OpenOffice.org Website. Spezifische Informationen fr FreeBSD finden Sie auf der Webseite FreeBSD OpenOffice.org Porting Team. Von dort knnen Sie auch direkt das OpenOffice-Paket herunterladen.

OpenOffice.org installieren Sie wie folgt:

# pkg_add -r openoffice.org

Anmerkung:

Diese Art der Installation sollte mit einer -RELEASE-Version funktionieren. Verwenden Sie eine andere Version, sollten Sie die Internetseite des FreeBSD OpenOffice.org Porting Teams besuchen und das entsprechende Paket herunterladen und ber pkg_add(1) installieren, wobei Sie zwischen der aktuellen Version und der Entwicklerversion whlen knnen.

Nachdem das Paket installiert ist, mssen Sie lediglich folgenden Befehl eingeben, um OpenOffice.org zu starten:

% openoffice.org

Anmerkung:

Nach dem ersten Start werden Ihnen einige Fragen gestellt. Auerdem wird in Ihrem Heimatverzeichnis der neue Unterordner .openoffice.org angelegt.

Falls die OpenOffice.org-Pakete nicht zur Verfgung stehen, knnen Sie immer noch die Ports-Sammlung benutzen. Beachten Sie aber bitte, dass Sie sehr viel Plattenplatz und Zeit bentigen, um die Quellen zu bersetzen.

# cd /usr/ports/editors/openoffice-3
# make install clean

Anmerkung:

Wenn Sie ein lokalisierte Version bauen wollen, ersetzen Sie den letzten Befehl durch die folgende Zeile:

# make LOCALIZED_LANG=Ihre_Sprache install clean

Dabei ersetzen Sie Ihre_Sprache durch den korrekten ISO-Code. Eine Liste der untersttzten Codes enthlt die Datei files/Makefile.localized, die sich im Portsverzeichnis befindet.

Nachdem die Installation abgeschlossen ist, knnen Sie OpenOffice.org durch folgenden Befehl starten:

% openoffice.org

7.3.5. LibreOffice

LibreOffice ist ein als freie Software verfgbares Office-Paket, welches von The Document Foundation entwickelt wird, das mit anderen grossen Office-Paketen kompatibel ist und auf einer Vielzahl von Plattformen lauffhig ist. Es ist ein Fork von OpenOffice.org unter neuem Namen, der alle notwendigen Anwendungen in einem kompletten Broanwendungspaket enthlt: eine Textverarbeitung, eine Tabellenkalkulation, ein Prsentationsmanager, ein Zeichenprogramm, ein Datenbankmanagementprogramm und ein Werkzeug zum Erstellen und Bearbeiten von mathematischen Formeln. Es steht in einer Reihe von Sprachen zur Verfgung; die Internationalisierung wurde auf die Oberflche, Rechtschreibkorrektur und die Wrterbcher ausgeweitet.

Das Textverarbeitungsprogramm von LibreOffice benutzt ein natives XML-Dateiformat fr erhhte Portabilitt und Flexibilitt. Die Tabellenkalkulation enthlt eine Makrosprache und kann mit externen Datenbanken Verbindungen herstellen. LibreOffice ist bereits stabil genug und luft nativ auf Windows, Linux, FreeBSD und MacOSX. Weitere Informationen zu LibreOffice knnen auf der LibreOffice Webseite abgerufen werden.

Um LibreOffice als Paket zu installieren, geben Sie folgenden Befehl ein:

# pkg_add -r libreoffice

Anmerkung:

Dies sollte funktionieren, wenn Sie eine -RELEASE-Version von FreeBSD einsetzen.

Sobald das Paket installiert ist, geben Sie das folgende Kommando ein, um LibreOffice zu starten:

% libreoffice

Anmerkung:

Whrend des ersten Starts werden Sie ein paar Fragen gestellt bekommen und es wird ein Verzeichnis .libreoffice in Ihrem Heimatverzeichnis erstellt.

Wenn die LibreOffice-Pakete nicht verfgbar sind, haben Sie immer noch die Mglichkeit, den Port zu verwenden. Jedoch mssen Sie bedenken, dass dies eine Menge Speicherplatz bentigt und viel Zeit in Anspruch nimmt, bis der Port fertig gebaut ist.

# cd /usr/ports/editors/libreoffice
# make install clean

Anmerkung:

Wenn Sie eine Version in Ihrer Sprache bauen mchten, ersetzen Sie das vorhergehende Kommando mit dem folgenden:

# make LOCALIZED_LANG=ihre_Sprache install clean

Sie mssen ihre_Sprache mit dem richtigen ISO-Code fr ihre Sprache ersetzen. Eine Liste von untersttzten Sprachcodes sind im Makefile des Ports als pre-fetch-Target verfgbar.

Sobald dies abgeschlossen ist, kann LibreOffice mit dem folgenden Befehl gestartet werden:

% libreoffice

7.4. Anzeigen von Dokumenten

Einige neuere Dokumentformate, die sich aktuell groer Beliebtheit erfreuen, knnen Sie sich mit den im Basissystem enthaltenen Programmen und Werkzeugen nicht ansehen. Dieser Abschnitt behandelt Programme, mit denen Sie sich Dokumente in unterschiedlichsten Formaten ansehen knnen.

Die nachstehenden Anwendungen werden behandelt:

AnwendungRessourcenbedarfInstallationsaufwand aus den Portswichtige Abhngigkeiten
AcrobatReaderniedrigniedrigLinux Binary Compatibility
gvniedrigniedrigXaw3d
XpdfniedrigniedrigFreeType
GQviewniedrigniedrigGtk+ oder GNOME

7.4.1. AcrobatReader

Viele Dokumente werden heute im Portable Document Format (PDF) zur Verfgung gestellt. PDF-Dokumente schauen Sie sich am Besten mit dem Programm AcrobatReader an, das von Adobe fr Linux freigegeben wurde. Da Linux-Programme unter FreeBSD laufen, steht Ihnen das Programm auch hier zur Verfgung.

Um AcrobatReader 8 ber die Ports-Sammlung zu installieren, geben Sie Folgendes ein:

# cd /usr/ports/print/acroread8
# make install clean

Aufgrund der Lizenzbedinungen ist eine Paketversion leider nicht verfgbar.

7.4.2. gv

gv kann PostScript- und PDF-Dokumente anzeigen. Es stammt von ghostview ab, besitzt aber wegen der Xaw3d-Bibliothek eine schnere Benutzeroberflche. In gv knnen Sie viele Operationen durchfhren: Sie knnen die Ausrichtung und die Papiergre eines Dokuments ndern, das Dokument skalieren oder die Kantenglttung (Anti-Aliasing) aktivieren. Fast jede Operation kann sowohl mit der Tastatur als auch mit der Maus durchgefhrt werden.

Installieren Sie das gv-Paket wie folgt:

# pkg_add -r gv

Benutzen Sie die Ports-Sammlung, wenn das Paket nicht zur Verfgung steht:

# cd /usr/ports/print/gv
# make install clean

7.4.3. Xpdf

Ein schlankes und effizientes Programm zum Betrachten von PDF-Dateien ist Xpdf. Es bentigt wenige Ressourcen und ist sehr stabil. Da das Programm die Standard X-Zeichenstze benutzt, ist es nicht auf Motif oder ein anderes X-Toolkit angewiesen.

Das Xpdf-Paket knnen Sie mit dem folgenden Kommando installieren:

# pkg_add -r xpdf

Wenn das Paket nicht verfgbar ist, oder Sie lieber die Ports-Sammlung benutzen mchten, gehen Sie wie folgt vor:

# cd /usr/ports/graphics/xpdf
# make install clean

Wenn Sie nach Abschluss der Installation Xpdf starten, ffnen Sie das Men mit der rechten Maustaste.

7.4.4. GQview

Mit GQview lassen sich Bilder verwalten. Unter anderem knnen Sie sich Bilder (auch auf dem ganzen Bildschirm) anschauen, ein externes Werkzeug aufrufen und eine Vorschau (thumbnail) erzeugen. Weiterhin knnen Sie automatisch ablaufende Prsentationen erstellen und grundlegende Dateioperationen durchfhren, Bildersammlungen verwalten und doppelte Bilder aufspren. GQview ist internationalisiert, das heit es bercksichtigt die Spracheinstellungen des Systems.

Wenn Sie das GQview-Paket installieren wollen, geben Sie das folgende Kommando ein:

# pkg_add -r gqview

Ist das Paket nicht erhltlich, oder wenn Sie die Ports-Sammlung bevorzugen, setzen Sie die folgenden Kommandos ab:

# cd /usr/ports/graphics/gqview
# make install clean

7.5. Finanzsoftware

Wenn Sie, warum auch immer, Ihre Finanzen mit einem FreeBSD Arbeitsplatz verwalten wollen, stehen Ihnen verschiedene Anwendungen zur Verfgung. Einige von ihnen untersttzen verbreitete Formate, darunter Dateiformate, die von Quicken oder Excel verwendet werden.

Dieser Abschnitt behandelt die folgenden Anwendungen:

AnwendungRessourcenbedarfInstallationsaufwand aus den Portswichtige Abhngigkeiten
GnuCashniedrighochGNOME
GnumericniedrighochGNOME
AbacusniedrigniedrigTcl/Tk
KMyMoneyniedrighochKDE

7.5.1. GnuCash

GnuCash ist Teil des GNOME-Projekts, dessen Ziel es ist, leicht zu bedienende und doch leistungsfhige Anwendungen zu erstellen. Mit GnuCash knnen Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben, Ihre Bankkonten und Wertpapiere verwalten. Das Programm ist leicht zu bedienen und gengt dennoch hohen Ansprchen.

GnuCash stellt ein Register, hnlich dem in einem Scheckheft und ein hierarchisches System von Konten zur Verfgung. Eine Transaktion kann in einzelne Teile aufgespaltet werden. GnuCash kann Quicken-Dateien (QIF) importieren und einbinden. Weiterhin untersttzt das Programm die meisten internationalen Formate fr Zeitangaben und Whrungen. Die Bedienung des Programms kann durch zahlreiche Tastenkombinationen und dem automatischen Vervollstndigen von Eingaben beschleunigt werden.

Das GnuCash-Paket installieren Sie wie folgt:

# pkg_add -r gnucash

Wenn das Paket nicht zur Verfgung steht, benutzen Sie die Ports-Sammlung:

# cd /usr/ports/finance/gnucash
# make install clean

7.5.2. Gnumeric

Gnumeric ist eine Tabellenkalkulation, die Teil der GNOME Benutzeroberflche ist. Das Programm kann Eingaben anhand des Zellenformats oder einer Folge von Eingaben vervollstndigen. Dateien verbreiteter Formate, wie die von Excel, Lotus 1-2-3 oder Quattro Pro lassen sich importieren. Grafiken erstellt Gnumeric mit dem Programm math/guppi. Gnumeric besitzt viele eingebaute Funktionen und Zellenformate (zum Beispiel die blich verwendeten, wie Zahl, Whrung, Datum oder Zeit).

Installieren Sie das Gnumeric-Paket mit dem folgenden Kommando:

# pkg_add -r gnumeric

Wenn das Paket nicht zur Verfgung steht, benutzen Sie die Ports-Sammlung:

# cd /usr/ports/math/gnumeric
# make install clean

7.5.3. Abacus

Abacus ist eine kleine und leicht zu bedienende Tabellenkalkulation. Die vordefinierten Funktionen stammen aus verschiedenen Bereichen wie der Statistik, der Wirtschaft und der Mathematik. Das Programm kann Dateien im Excel Dateiformat importieren und exportieren sowie Ausgaben in PostScript erzeugen.

Installieren Sie das Abacus-Paket mit dem folgenden Kommando:

# pkg_add -r abacus

Wenn das Paket nicht zur Verfgung steht, benutzen Sie die Ports-Sammlung:

# cd /usr/ports/deskutils/abacus
# make install clean

7.5.4. KMyMoney

Bei KMyMoney handelt es sich ein Programm zur Verwaltung der persnlichen Finanzen, das unter KDE entwickelt wird. KMyMoney hat das Ziel, alle wichtigen Funktionen zu bieten, die auch von kommerziellen Programmen zur Verwaltung der persnlichen Finanzen untersttzt werden. Weiters zhlen einfache Benutzung sowie korrekte doppelte Buchfhrung zu den herausragenden Fhigkeiten dieses Programms. KMyMoney untersttzt den Import von Datendateien im Format Quicken Interchange Format (QIF), kann Investionen verfolgen, untersttzt verschiedene Whrungen und bietet umfangreiche Reportmglichkeiten. OFX-Import wird ber ein separates Plugin realisiert.

Um KMyMoney ber das FreeBSD-Paketsystem zu installieren, geben Sie Folgendes ein:

# pkg_add -r kmymoney2

Sollte das Paket nicht verfgbar sein, knnen Sie das Programm auch ber die Ports-Sammlung installieren:

# cd /usr/ports/finance/kmymoney2
# make install clean

7.6. Zusammenfassung

FreeBSD wird von Internet Service Providern wegen seiner Schnelligkeit und Stabilitt eingesetzt, es ist aber auch zum Einrichten eines Arbeitsplatzes geeignet. Mit tausenden Anwendungen, die als Pakete oder Ports zur Verfgung stehen, knnen Sie sich einen Arbeitsplatz nach Ihren Wnschen einrichten.

Die folgende Aufstellung fasst die in diesem Kapitel besprochenen Anwendungen zusammen:

AnwendungPaket-NamePort-Name
Operaoperawww/opera
Firefoxfirefoxwww/firefox
Chromiumchromiumwww/chromium
KOfficekoffice-kde4editors/koffice-kde4
AbiWordabiwordeditors/abiword
The GIMPgimpgraphics/gimp
OpenOffice.orgopenofficeeditors/openoffice.org-3
LibreOfficelibreofficeeditors/libreoffice
AcrobatReaderacroreadprint/acroread8
gvgvprint/gv
Xpdfxpdfgraphics/xpdf
GQviewgqviewgraphics/gqview
GnuCashgnucashfinance/gnucash
Gnumericgnumericmath/gnumeric
Abacusabacusdeskutils/abacus
KMyMoneykmymoney2finance/kmymoney2

Kapitel 8. Multimedia

berarbeitet von Ross Lippert.

8.1. bersicht

FreeBSD untersttzt viele unterschiedliche Soundkarten, die Ihnen den Genuss von Highfidelity-Klngen auf Ihrem Computer ermglichen. Dazu gehrt unter anderem die Mglichkeit, Tonquellen in den Formaten MPEG Audio Layer 3 (MP3), WAV, Ogg Vorbis und vielen weiteren Formaten aufzunehmen und wiederzugeben. Darber hinaus enthlt die FreeBSD Ports-Sammlung Anwendungen, die Ihnen das Bearbeiten Ihrer aufgenommenen Tonspuren, das Hinzufgen von Klangeffekten und die Kontrolle der angeschlossenen MIDI-Gerte erlauben.

Wenn Sie etwas Zeit investieren, knnen Sie mit FreeBSD auch Videos und DVDs abspielen. Im Vergleich zu Audio-Anwendungen gibt es weniger Anwendungen zum Kodieren, Konvertieren und Abspielen von Video-Formaten. Es gab, als dieses Kapitel geschrieben wurde, keine Anwendung, die einzelne Video-Formate hnlich wie audio/sox konvertieren konnte. Allerdings ndert sich die Software in diesem Umfeld sehr schnell.

In diesem Kapitel wird das Einrichten von Soundkarten besprochen. Kapitel6, Das X-Window-System beschreibt die Installation und Konfiguration von X11 und das Einrichten von Videokarten. Hinweise zur Verbesserung der Wiedergabe finden sich in diesem Kapitel.

Dieses Kapitel behandelt die folgenden Punkte:

  • Die Konfiguration des Systems damit Ihre Soundkarte erkannt wird.

  • Wie Sie die Funktion einer Soundkarte testen knnen.

  • Wie Sie Fehler in den Einstellungen von Soundkarten finden.

  • Wie Sie MP3s und andere Audio-Formate wiedergeben und erzeugen.

  • Die Video-Untersttzung des X-Servers.

  • Gute Anwendungen, die Videos abspielen und kodieren.

  • Die Wiedergabe von DVDs, .mpg- und .avi-Dateien.

  • Wie Sie CDs und DVDs in Dateien rippen.

  • Die Konfiguration von TV-Karten.

  • Das Einrichten von Scannern.

Bevor Sie dieses Kapitel lesen, sollten Sie:

Warnung:

Der Versuch eine Audio-CD mit mount(8) einzuhngen erzeugt mindestens einen Fehler; schlimmstenfalls kann es zu einer Kernel-Panic kommen. Die Medien besitzen eine andere Kodierung als normale ISO-Dateisysteme.

8.2. Soundkarten einrichten

Von Moses Moore.
Aktualisiert von Marc Fonvieille.
bersetzt von Benedikt Khler und Uwe Pierau.

8.2.1. Den Soundtreiber einrichten

Zunchst sollten Sie in Erfahrung bringen, welches Soundkartenmodell Sie besitzen, welchen Chip die Karte benutzt und ob es sich um eine PCI- oder ISA-Karte handelt. FreeBSD untersttzt eine Reihe von PCI- als auch von ISA-Karten. Die Hardware-Notes zhlen alle untersttzten Karten und deren Treiber auf.

Um Ihre Soundkarte benutzen zu knnen, mssen Sie den richtigen Gertetreiber laden. Sie haben zwei Mglichkeiten, den Treiber zu laden: Am einfachsten ist es, das Modul mit kldload(8) zu laden. Sie knnen dazu die Kommandozeile verwenden:

# kldload snd_emu10k1

Alternativ knnen Sie auch einen Eintrag in der Datei /boot/loader.conf erstellen:

snd_emu10k1_load="YES"

Beide Beispiele gelten fr eine Creative SoundBlaster Live! Soundkarte. Weitere ladbare Soundmodule sind in der Datei /boot/defaults/loader.conf aufgefhrt. Wenn Sie nicht sicher sind, welchen Gertetreiber Sie laden mssen, laden Sie den Treiber snd_driver:

# kldload snd_driver

Der Treiber snd_driver ist ein Meta-Treiber, der alle gebruchlichen Treiber ldt und die Suche nach dem richtigen Treiber vereinfacht. Weiterhin knnen alle Treiber ber /boot/loader.conf geladen werden.

Wollen Sie feststellen, welcher Treiber fr Ihre Soundkarte vom Metatreiber snd_driver geladen wurde, sollten Sie sich mit cat /dev/sndstat den Inhalt der Datei /dev/sndstat ansehen.

Alternativ knnen Sie die Untersttzung fr die Soundkarte direkt in den Kernel einkompilieren. Diese Methode im nchsten Abschnitt beschrieben. Weiteres ber den Bau eines Kernels erfahren Sie im Kapitel Kernelkonfiguration.

8.2.1.1. Soundkarten in der Kernelkonfiguration einrichten

Zuerst mssen Sie sound(4), den Treiber fr das Audio-Framework in die Kernelkonfiguration aufnehmen. Fgen Sie dazu die folgende Zeile in die Kernelkonfigurationsdatei ein:

device sound

Als Nchstes mssen Sie den richtigen Treiber in die Kernelkonfiguration einfgen. Den Treiber entnehmen Sie bitte der Liste der untersttzen Soundkarten aus den Hardware-Notes. Zum Beispiel wird die Creative SoundBlaster Live! Soundkarte vom Treiber snd_emu10k1(4) untersttzt. Fr diese Karte verwenden Sie die nachstehende Zeile:

device snd_emu10k1

Die richtige Syntax fr die Zeile lesen Sie bitte in der Hilfeseite des entsprechenden Treibers nach. Die korrekte Syntax fr alle untersttzten Treiber finden Sie auerdem in der Datei /usr/src/sys/conf/NOTES.

Nicht PnP-fhige ISA-Soundkarten bentigen (wie alle anderen ISA-Karten auch) weiterhin Angaben zu den Karteneinstellungen (wie IRQ und I/O-Port). Die Karteneinstellungen tragen Sie in die Datei /boot/device.hints ein. Whrend des Systemstarts liest der loader(8) diese Datei und reicht die Einstellungen an den Kernel weiter. Fr eine alte Creative SoundBlaster 16 ISA-Karte, die sowohl den snd_sbc(4)- als auch den snd_sb16-Treiber bentigt, fgen Sie folgende Zeilen in die Kernelkonfigurationsdatei ein:

device snd_sbc
device snd_sb16

In die Datei /boot/device.hints tragen Sie fr diese Karte zustzlich die folgenden Einstellungen ein:

hint.sbc.0.at="isa"
hint.sbc.0.port="0x220"
hint.sbc.0.irq="5"
hint.sbc.0.drq="1"
hint.sbc.0.flags="0x15"

In diesem Beispiel benutzt die Karte den I/O-Port 0x220 und den IRQ 5.

Die Manualpage sound(4) sowie des jeweiligen Treibers beschreiben die Syntax der Eintrge in der Datei /boot/device.hints.

Das Beispiel verwendet die vorgegebenen Werte. Falls Ihre Karteneinstellungen andere Werte vorgeben, mssen Sie die Werte in der Kernelkonfiguration anpassen. Weitere Informationen zu dieser Soundkarte entnehmen Sie bitte der Manualpage snd_sbc(4).

8.2.2. Die Soundkarte testen

Nachdem Sie den neuen Kernel gestartet oder das erforderliche Modul geladen haben, sollte Ihre Soundkarte in den Systemmeldungen (dmesg(8)) auftauchen. Zum Beispiel:

pcm0: <Intel ICH3 (82801CA)> port 0xdc80-0xdcbf,0xd800-0xd8ff irq 5 at device 31.5 on pci0
pcm0: [GIANT-LOCKED]
pcm0: <Cirrus Logic CS4205 AC97 Codec>

Den Status der Karte knnen Sie ber die Datei /dev/sndstat prfen:

# cat /dev/sndstat
FreeBSD Audio Driver (newpcm)
Installed devices:
pcm0: <Intel ICH3 (82801CA)> at io 0xd800, 0xdc80 irq 5 bufsz
16384
kld snd_ich (1p/2r/0v channels duplex default)

Die Ausgaben knnen auf Ihrem System anders aussehen. Wenn das Gert pcm nicht erscheint, prfen Sie bitte Ihre Konfiguration. Stellen sie sicher, dass Sie den richtigen Treiber gewhlt haben. Abschnitt8.2.2.1, „Hufige Probleme“ beschreibt hufig auftretende Probleme.

Wenn alles glatt lief, haben Sie nun eine funktionierende Soundkarte. Wenn ein CD-ROM oder DVD-ROM-Laufwerk an Ihrer Soundkarte angeschlossen ist, knnen Sie jetzt mit cdcontrol(1) eine CD abspielen:

% cdcontrol -f /dev/acd0 play 1

Es gibt viele Anwendungen, wie audio/workman, die eine bessere Benutzerschnittstelle besitzen. Um sich MP3-Audiodateien anzuhren, knnen Sie eine Anwendung wie audio/mpg123 installieren.

Eine weitere schnelle Mglichkeit die Karte zu prfen, ist es, Daten an das Gert /dev/dsp zu senden:

% cat Datei > /dev/dsp

Fr Datei knnen Sie eine beliebige Datei verwenden. Wenn Sie einige Gerusche hren, funktioniert die Soundkarte.

Anmerkung:

Die Gertedateien /dev/dsp* werden automatisch erzeugt, wenn sie das erste Mal bentigt werden. Werden sie nicht verwendet, sind sie hingegen nicht vorhanden und tauchen daher auch nicht in der Ausgabe von ls(1) auf.

Die Einstellungen des Mixers knnen Sie mit dem Kommando mixer(8) verndern. Weiteres lesen Sie bitte in der Hilfeseite mixer(8) nach.

8.2.2.1. Hufige Probleme

FehlerLsung
sb_dspwr(XX) timed out

Der I/O Port ist nicht korrekt angegeben.

bad irq XX

Der IRQ ist falsch angegeben. Stellen Sie sicher, dass der angegebene IRQ mit dem Sound IRQ bereinstimmt.

xxx: gus pcm not attached, out of memory

Es ist nicht genug Speicher verfgbar, um das Gert zu betreiben.

xxx: can't open /dev/dsp!

berprfen Sie mit fstat | grep dsp ob eine andere Anwendung das Gert geffnet hat. Hufige Strenfriede sind esound oder die Sound-Untersttzung von KDE.

Ein weiterer Fall ist der, dass moderne Graphikkarten oft auch ihre eigenen Soundtreiber mit sich fhren, um HDMI oder hnliches zu verwenden. Diese Audiogerte werden manchmal vor der eigentlichen, separaten Soundkarte aufgefhrt und dadurch nicht als das Standardgert zum Abspielen von Tnen benutzt. Um zu prfen, ob das bei Ihnen der Fall ist, fhren Sie dmesg aus und suchen Sie nach der Zeichenfolge pcm. Die Ausgabe sieht in etwa so aus wie folgt:

...
hdac0: HDA Driver Revision: 20100226_0142
hdac1: HDA Driver Revision: 20100226_0142
hdac0: HDA Codec #0: NVidia (Unknown)
hdac0: HDA Codec #1: NVidia (Unknown)
hdac0: HDA Codec #2: NVidia (Unknown)
hdac0: HDA Codec #3: NVidia (Unknown)
pcm0: <HDA NVidia (Unknown) PCM #0 DisplayPort> at cad 0 nid 1 on hdac0
pcm1: <HDA NVidia (Unknown) PCM #0 DisplayPort> at cad 1 nid 1 on hdac0
pcm2: <HDA NVidia (Unknown) PCM #0 DisplayPort> at cad 2 nid 1 on hdac0
pcm3: <HDA NVidia (Unknown) PCM #0 DisplayPort> at cad 3 nid 1 on hdac0
hdac1: HDA Codec #2: Realtek ALC889
pcm4: <HDA Realtek ALC889 PCM #0 Analog> at cad 2 nid 1 on hdac1
pcm5: <HDA Realtek ALC889 PCM #1 Analog> at cad 2 nid 1 on hdac1
pcm6: <HDA Realtek ALC889 PCM #2 Digital> at cad 2 nid 1 on hdac1
pcm7: <HDA Realtek ALC889 PCM #3 Digital> at cad 2 nid 1 on hdac1
...

Hier wurde die Graphikkarte (NVidia) vor der Soundkarte (Realtek ALC889) aufgefhrt. Um die Soundkarte als Standardabspielgert einzusetzen, ndern Sie hw.snd.default_unit auf die Einheit, welche fr das Abspielen benutzt werden soll, wie folgt:

# sysctl hw.snd.default_unit=n

Hier reprsentiert n die Nummer der Soundkarte, die verwendet werden soll, in diesem Beispiel also 4. Sie knnen diese nderung dauerhaft machen, indem Sie die folgende Zeile zu der /etc/sysctl.conf Datei hinzufgen:

hw.snd.default_unit=4

8.2.3. Mehrere Tonquellen abspielen

Beigetragen von Munish Chopra.

Oft sollen mehrere Tonquellen gleichzeitig abgespielt werden, auch wenn beispielsweise esound oder artsd das Audiogert nicht mit einer anderen Anwendung teilen knnen.

Unter FreeBSD knnen mit sysctl(8) virtuelle Tonkanle eingerichtet werden. Virtuelle Kanle mischen die Tonquellen im Kernel (so knnen mehr Kanle als von der Hardware untersttzt benutzt werden).

Die Anzahl der virtuellen Kanle knnen Sie als Benutzer root wie folgt einstellen:

# sysctl dev.pcm.0.play.vchans=4
# sysctl dev.pcm.0.rec.vchans=4
# sysctl hw.snd.maxautovchans=4

Im Beispiel werden vier virtuelle Kanle eingerichtet, eine im Normalfall ausreichende Anzahl. Sowohl dev.pcm.0.play.vchans=4 und dev.pcm.0.rec.vchans=4 sind die Anzahl der virtuellen Kanle des Gerts pcm0, die frs Abspielen und Aufnehmen verwendet werden und sie knnen konfiguriert werden, sobald das Gert existiert. hw.snd.maxautovchans ist die Anzahl der virtuellen Kanle, die einem Gert zugewiesen werden, wenn es durch kldload(8) eingerichtet wird. Da das Modul pcm unabhngig von den Hardware-Treibern geladen werden kann, gibt hw.snd.maxautovchans die Anzahl der virtuellen Kanle an, die spter eingerichtete Gerte erhalten. Lesen Sie dazu pcm(4) fr weitere Informationen.

Anmerkung:

Sie knnen die Anzahl der virtuellen Kanle nur ndern, wenn das Gert nicht genutzt wird. Schlieen Sie daher zuerst alle Programme (etwa Musikabspielprogramme oder Sound-Daemonen), die auf dieses Gert zugreifen.

Die korrekte pcm-Gertedatei wird automatisch zugeteilt, wenn ein Programm das Gert /dev/dsp0 anfordert.

8.2.4. Den Mixer einstellen

Beigetragen von Josef El-Rayes.

Die Voreinstellungen des Mixers sind im Treiber pcm(4) fest kodiert. Es gibt zwar viele Anwendungen und Dienste, die den Mixer einstellen knnen und die eingestellten Werte bei jedem Start wieder setzen, am einfachsten ist es allerdings, die Standardwerte fr den Mixer direkt im Treiber einzustellen. Der Mixer kann in der Datei /boot/device.hints eingestellt werden:

hint.pcm.0.vol="50"

Die Zeile setzt die Lautstrke des Mixers beim Laden des Moduls pcm(4) auf den Wert 50.

8.3. MP3-Audio

Ein Beitrag von Chern Lee.
bersetzt von Benedikt Khler.

MP3 (MPEG Layer 3 Audio) ermglicht eine Klangwiedergabe in CD-hnlicher Qualitt, was Sie sich auf Ihrem FreeBSD-Rechner nicht entgehen lassen sollten.

8.3.1. MP3-Player

XMMS (X Multimedia System) ist bei weitem der beliebteste MP3-Player fr X11. WinAmp-Skins knnen auch mit XMMS genutzt werden, da die Benutzerschnittstelle fast identisch mit der von Nullsofts WinAmp ist. Daneben untersttzt XMMS auch eigene Plugins.

XMMS kann als multimedia/xmms Port oder Package installiert werden.

Die Benutzerschnittstelle von XMMS ist leicht zu erlernen und enthlt eine Playlist, einen graphischen Equalizer und vieles mehr. Diejenigen, die mit WinAmp vertraut sind, werden XMMS sehr leicht zu benutzen finden.

Der Port audio/mpg123 ist ein alternativer, kommandozeilenorientierter MP3-Player.

mpg123 kann ausgefhrt werden, indem man das zu benutzende Sound Device und die abzuspielende MP3-Datei auf der Kommandozeile angibt. Wenn ihr Sound Device beispielsweise /dev/dsp1.0 lautet und Sie die MP3-Datei Foobar-GreatestHits.mp3 hren wollen, geben Sie Folgendes ein:

# mpg123 -a /dev/dsp1.0 Foobar-GreatestHits.mp3
High Performance MPEG 1.0/2.0/2.5 Audio Player for Layer 1, 2 and 3.
Version 0.59r (1999/Jun/15).  Written and copyrights by Michael Hipp.
Uses code from various people.  See 'README' for more!
THIS SOFTWARE COMES WITH ABSOLUTELY NO WARRANTY! USE AT YOUR OWN RISK!





Playing MPEG stream from Foobar-GreatestHits.mp3 ...
MPEG 1.0 layer III, 128 kbit/s, 44100 Hz joint-stereo

8.3.2. CD-Audio Tracks rippen

Bevor man eine ganze CD oder einen CD-Track in das MP3-Format umwandeln kann, mssen die Audiodaten von der CD auf die Festplatte gerippt werden. Dabei werden die CDDA (CD Digital Audio) Rohdaten in WAV-Dateien kopiert.

Die Anwendung cdda2wav die im sysutils/cdrtools Paket enthalten ist, kann zum Rippen der Audiodaten und anderen Informationen von CDs genutzt werden.

Wenn die Audio CD in dem Laufwerk liegt, knnen Sie mit folgendem Befehl (als root) eine ganze CD in einzelne WAV-Dateien (eine Datei fr jeden Track) rippen:

# cdda2wav -D 0,1,0 -B

cdda2wav untersttzt auch ATAPI (IDE) CD-ROM-Laufwerke. Um von einem IDE-Laufwerk zu rippen, bergeben Sie auf der Kommandozeile statt der SCSI-IDs den Gertenamen. Das folgende Kommando rippt den 7.Track:

# cdda2wav -D /dev/acd0 -t 7

Der Schalter -D 0,1,0 bezieht sich auf das SCSI Device 0,1,0, das sich aus dem Ergebnis des Befehls cdrecord -scanbus ergibt.

Um einzelne Tracks zu rippen, benutzen Sie den -t Schalter wie folgt:

# cdda2wav -D 0,1,0 -t 7

Dieses Beispiel rippt den siebten Track der Audio CD-ROM. Um mehrere Tracks zu rippen, zum Beispiel die Tracks eins bis sieben, knnen Sie wie folgt einen Bereich angeben:

# cdda2wav -D 0,1,0 -t 1+7

Mit dd(1) knnen Sie ebenfalls Audio-Stcke von ATAPI-Laufwerken kopieren. Dies wird in Abschnitt19.6.5, „Kopieren von Audio-CDs“ erlutert.

8.3.3. MP3-Dateien kodieren

Gegenwrtig ist Lame der meistbenutzte MP3-Encoder. Lame finden Sie unter audio/lame im Ports-Verzeichnis.

Benutzen Sie die WAV-Dateien, die sie von CD gerippt haben, und wandeln sie mit dem folgenden Befehl die Datei audio01.wav in audio01.mp3 um:

# lame -h -b 128 \
--tt "Foo Liedtitel" \
--ta "FooBar Knstler" \
--tl "FooBar Album" \
--ty "2001" \
--tc "Geripped und kodiert von Foo" \
--tg "Musikrichtung" \
audio01.wav audio01.mp3

128kbits ist die gewhnliche MP3-Bitrate. Viele bevorzugen mit 160 oder 192kbits eine hhere Qualitt. Je hher die Bitrate ist, desto mehr Speicherplatz bentigt die resultierende MP3-Datei, allerdings wird die Qualitt dadurch auch besser. Der Schalter -h verwendet den higher quality but a little slower (hhere Qualitt, aber etwas langsamer) Modus. Die Schalter, die mit --t beginnen, sind ID3-Tags, die in der Regel Informationen ber das Lied enthalten und in die MP3-Datei eingebettet sind. Weitere Optionen knnen in der Manualpage von Lame nachgelesen werden.

8.3.4. MP3-Dateien dekodieren

Um aus MP3-Dateien eine Audio CD zu erstellen, mssen diese in ein nicht komprimiertes WAV-Format umgewandelt werden. Sowohl XMMS als auch mpg123 untersttzen die Ausgabe der MP3-Dateien in unkomprimierte Dateiformate.

Dekodieren mit XMMS:

  1. Starten Sie XMMS.

  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste, um das XMMS-Menu zu ffnen.

  3. Whlen Sie Preference im Untermen Options.

  4. ndern Sie das Output-Plugin in Disk Writer Plugin.

  5. Drcken Sie Configure.

  6. Geben Sie ein Verzeichnis ein (oder whlen Sie browse), in das Sie die unkomprimierte Datei schreiben wollen.

  7. Laden Sie die MP3-Datei wie gewohnt in XMMS mit einer Lautstrke von 100% und einem abgeschalteten EQ.

  8. Drcken Sie Play und es wird so aussehen, als spiele XMMS die MP3-Datei ab, aber keine Musik ist zu hren. Der Player berspielt die MP3-Datei in eine Datei.

  9. Vergessen Sie nicht, das Output-Plugin wieder in den Ausgangszustand zurckzusetzen um wieder MP3-Dateien anhren zu knnen.

Mit mpg123 nach stdout schreiben:

  • Geben Sie mpg123 -s audio01.mp3 > audio01.pcm ein.

XMMS schreibt die Datei im WAV-Format aus whrend mpg123 die MP3-Datei in rohe PCM-Audiodaten umwandelt. cdrecord kann mit beiden Formaten Audio-CDs erstellen, burncd(8) kann nur rohe PCM-Audiodaten verarbeiten. Der Dateikopf von WAV-Dateien erzeugt am Anfang des Stcks ein Knacken. Sie knnen den Dateikopf mit dem Werkzeug SoX, das sich als Paket oder aus dem Port audio/sox installieren lsst, entfernen:

% sox -t wav -r 44100 -s -w -c 2 track.wav track.raw

Lesen Sie Abschnitt19.6, „CDs benutzen“ in diesem Handbuch, um mehr Informationen zur Benutzung von CD-Brennern mit FreeBSD zu erhalten.

8.4. Videos wiedergeben

Beigetragen von Ross Lippert.

Die Wiedergabe von Videos ist ein neues, sich schnell entwickelndes, Anwendungsgebiet. Seien Sie geduldig, es wird nicht alles so glatt laufen, wie bei den Audio-Anwendungen.

Bevor Sie beginnen, sollten Sie das Modell Ihrer Videokarte und den benutzten Chip kennen. Obwohl Xorg viele Videokarten untersttzt, knnen nur einige Karten Videos schnell genug wiedergeben. Eine Liste der Erweiterungen, die der X-Server fr eine Videokarte untersttzt, erhalten Sie unter laufendem X11 mit dem Befehl xdpyinfo(1).

Halten Sie eine kurze MPEG-Datei bereit, mit der Sie Wiedergabeprogramme und deren Optionen testen knnen. Da einige DVD-Spieler in der Voreinstellung das DVD-Gert mit /dev/dvd ansprechen oder diesen Namen fest einkodiert haben, wollen Sie vielleicht symbolische Links auf die richtigen Gerte anlegen:

# ln -sf /dev/acd0 /dev/dvd
# ln -sf /dev/acd0 /dev/rdvd

Wegen devfs(5) gehen gesondert angelegte Links wie diese bei einem Neustart des Systems verloren. Damit die symbolischen Links automatisch beim Neustart des Systems angelegt werden, fgen Sie die folgenden Zeilen in /etc/devfs.conf ein:

link acd0 dvd
link acd0 rdvd

Zum Entschlsseln von DVDs mssen bestimmte DVD-ROM-Funktionen aufgerufen werden und schreibender Zugriff auf das DVD-Gert erlaubt sein.

X11 benutzt Shared-Memory und Sie sollten die nachstehenden sysctl(8)-Variablen auf die gezeigten Werte erhhen:

kern.ipc.shmmax=67108864
kern.ipc.shmall=32768

8.4.1. Video-Schnittstellen

Es gibt einige Mglichkeiten, Videos unter X11 abzuspielen. Welche Mglichkeit funktioniert, hngt stark von der verwendeten Hardware ab. Ebenso hngt die erzielte Qualitt von der Hardware ab. Die Videowiedergabe unter X11 ist ein aktuelles Thema, sodass jede neue Version von Xorg wahrscheinlich erhebliche Verbesserungen enthlt.

Gebruchliche Video-Schnittstellen sind:

  1. X11: normale X11-Ausgabe ber Shared-Memory.

  2. XVideo: Eine Erweiterung der X11-Schnittstelle, die Videos in jedem X11-Drawable anzeigen kann.

  3. SDL: Simple Directmedia Layer.

  4. DGA: Direct Graphics Access.

  5. SVGAlib: Eine Schnittstelle zur Grafikausgabe auf der Konsole.

8.4.1.1. XVideo

Die Erweiterung XVideo (auch Xvideo, Xv oder xv) von Xorg erlaubt die beschleunigte Wiedergabe von Videos in jedem Drawable. Diese Erweiterung liefert auch auf weniger leistungsfhigen Systemen (beispielsweise einem PIII400MHz Laptop) eine gute Wiedergabe.

Ob die Erweiterung luft, entnehmen Sie der Ausgabe von xvinfo:

% xvinfo

XVideo wird untertstzt, wenn die Ausgabe wie folgt aussieht:

X-Video Extension version 2.2
screen #0
  Adaptor #0: "Savage Streams Engine"
    number of ports: 1
    port base: 43
    operations supported: PutImage
    supported visuals:
      depth 16, visualID 0x22
      depth 16, visualID 0x23
    number of attributes: 5
      "XV_COLORKEY" (range 0 to 16777215)
              client settable attribute
              client gettable attribute (current value is 2110)
      "XV_BRIGHTNESS" (range -128 to 127)
              client settable attribute
              client gettable attribute (current value is 0)
      "XV_CONTRAST" (range 0 to 255)
              client settable attribute
              client gettable attribute (current value is 128)
      "XV_SATURATION" (range 0 to 255)
              client settable attribute
              client gettable attribute (current value is 128)
      "XV_HUE" (range -180 to 180)
              client settable attribute
              client gettable attribute (current value is 0)
    maximum XvImage size: 1024 x 1024
    Number of image formats: 7
      id: 0x32595559 (YUY2)
        guid: 59555932-0000-0010-8000-00aa00389b71
        bits per pixel: 16
        number of planes: 1
        type: YUV (packed)
      id: 0x32315659 (YV12)
        guid: 59563132-0000-0010-8000-00aa00389b71
        bits per pixel: 12
        number of planes: 3
        type: YUV (planar)
      id: 0x30323449 (I420)
        guid: 49343230-0000-0010-8000-00aa00389b71
        bits per pixel: 12
        number of planes: 3
        type: YUV (planar)
      id: 0x36315652 (RV16)
        guid: 52563135-0000-0000-0000-000000000000
        bits per pixel: 16
        number of planes: 1
        type: RGB (packed)
        depth: 0
        red, green, blue masks: 0x1f, 0x3e0, 0x7c00
      id: 0x35315652 (RV15)
        guid: 52563136-0000-0000-0000-000000000000
        bits per pixel: 16
        number of planes: 1
        type: RGB (packed)
        depth: 0
        red, green, blue masks: 0x1f, 0x7e0, 0xf800
      id: 0x31313259 (Y211)
        guid: 59323131-0000-0010-8000-00aa00389b71
        bits per pixel: 6
        number of planes: 3
        type: YUV (packed)
      id: 0x0
        guid: 00000000-0000-0000-0000-000000000000
        bits per pixel: 0
        number of planes: 0
        type: RGB (packed)
        depth: 1
        red, green, blue masks: 0x0, 0x0, 0x0

Einige der aufgefhrten Formate (wie YUV2 oder YUV12) existieren in machen XVideo-Implementierungen nicht. Dies kann zu Problemen mit einigen Spielern fhren.

XVideo wird wahrscheinlich von Ihrer Karte nicht untersttzt, wenn die die Ausgabe wie folgt aussieht:

X-Video Extension version 2.2
screen #0
no adaptors present

Wenn die XVideo-Erweiterung auf Ihrer Karte nicht luft, wird es nur etwas schwieriger, die Anforderungen fr die Wiedergabe von Videos zu erfllen. Abhngig von Ihrer Videokarte und Ihrem Prozessor knnen Sie dennoch zufriedenstellende Ergebnisse erzielen. Sie sollten vielleicht die weiterfhrenden Quellen in Abschnitt8.4.3, „Weiterfhrende Quellen“ zu Rate ziehen, um die Geschwindigkeit Ihres Systems zu steigern.

8.4.1.2. Simple Directmedia Layer

Die Simple Directmedia Layer, SDL, ist eine zwischen MicrosoftWindows, BeOS und UNIX portable Schnittstelle. Mit dieser Schnittstelle knnen Anwendungen plattformunabhngig und effizient Ton und Grafik benutzen. SDL bietet eine hardwarenahe Schnittstelle, die manchmal schneller als die X11-Schnittstelle sein kann.

SDL finden Sie in den Ports im Verzeichnis devel/sdl12.

8.4.1.3. Direct Graphics Access

Die X11-Erweiterung Direct Graphics Access (DGA) erlaubt es Anwendungen, am X-Server vorbei direkt in den Framebuffer zu schreiben. Da die Anwendung und der X-Server auf gemeinsame Speicherbereiche zugreifen, mssen die Anwendungen unter dem Benutzer root laufen.

Die DGA-Erweiterung kann mit dga(1) getestet werden. Das Kommando dga wechselt, jedes Mal wenn eine Taste gedrckt wird, die Farben der Anzeige. Sie knnen das Programm mit der Taste q verlassen.

8.4.2. Video-Anwendungen

Dieser Abschnitt behandelt Anwendungen aus der FreeBSD-Ports-Sammlung, die Videos abspielen. An der Videowiedergabe wird derzeit aktiv gearbeitet, sodass der Funktionsumfang der Anwendungen von dem hier beschriebenen abweichen kann.

Viele unter FreeBSD laufende Videoanwendungen wurden unter Linux entwickelt und befinden sich noch im Beta-Status. Der Betrieb dieser Anwendungen unter FreeBSD stt vielleicht auf einige der nachstehenden Probleme:

  1. Eine Anwendung kann eine Datei einer anderen Anwendung nicht abspielen.

  2. Eine Anwendung kann eine selbst produzierte Datei nicht abspielen.

  3. Wenn dieselbe Anwendung auf unterschiedlichen Maschinen gebaut wird, wird ein Video unterschiedlich wiedergegeben.

  4. Ein vergleichsweise einfacher Filter, wie die Skalierung eines Bildes, fhrt zu deutlichen Artefakten in der Darstellung.

  5. Eine Anwendung strzt hufig ab.

  6. Die Dokumentation wird bei der Installation des Ports nicht installiert. Sie befindet sich entweder auf dem Internet oder im Verzeichnis work des Ports.

Viele Anwendungen sind zudem sehr Linux-lastig. Probleme entstehen durch die Implementierung von Standard-Bibliotheken in Linux-Distributionen oder dadurch, dass die Anwendung bestimmte Linux-Kernelfunktionen voraussetzt. Diese Probleme werden nicht immer vom Betreuer eines Ports bemerkt und umgangen. In der Praxis entstehen dadurch folgende Probleme:

  1. Eigenschaften des Prozessors werden ber /proc/cpuinfo ermittelt.

  2. Die falsche Anwendung von Threads fhrt dazu, dass sich ein Programm aufhngt statt sich zu beenden.

  3. Die Anwendung hngt von anderen Anwendungen ab, die sich noch nicht in der FreeBSD-Ports-Sammlung befinden.

Allerdings arbeiten die Anwendungsentwickler bislang mit den Betreuern der Ports zusammen, sodass zustzlicher Portierungsaufwand minimiert wird.

8.4.2.1. MPlayer

MPlayer ist ein krzlich entstandener und sich stark weiterentwickelnder Video-Spieler. Das Hauptaugenmerk des MPlayer-Teams liegt auf Geschwindigkeit und Flexibilitt auf Linux und anderen UNIX Systemen. Das Projekt entstand weil der Grnder des Teams unzufrieden mit der Geschwindigkeit bestehender Video-Spieler war. Kritiker behaupten, dass die Benutzeroberflche der einfachen Gestaltung zum Opfer fiel. Wenn Sie sich allerdings erstmal an die Kommandozeilenoptionen und die Tastensteuerung gewhnt haben, funktioniert die Anwendung sehr gut.

8.4.2.1.1. MPlayer bauen

MPlayer finden Sie in der Ports-Sammlung unter multimedia/mplayer. Der Bau von MPlayer bercksichtigt die vorhandene Harware und erzeugt ein Programm, das nicht auf ein anderes System bertragbar ist. Es ist daher wichtig, dass Sie das Programm aus den Ports bauen und nicht das fertige Paket installieren. Zustzlich knnen Sie auf der Kommandozeile von make noch einige Optionen angeben, die im Makefile beschrieben sind und am die Anfang des Baus ausgegeben werden:

# cd /usr/ports/multimedia/mplayer
# make
N - O - T - E

Take a careful look into the Makefile in order
to learn how to tune mplayer towards you personal preferences!
For example,
make WITH_GTK1
builds MPlayer with GTK1-GUI support.
If you want to use the GUI, you can either install
/usr/ports/multimedia/mplayer-skins
or download official skin collections from
http://www.mplayerhq.hu/homepage/dload.html

Fr die meisten Benutzer sind die voreingestellten Option in Ordnung. Wenn Sie den XviD-Codec bentigen, mssen Sie auf der Kommandozeile die Option WITH_XVID angeben. Das DVD-Gert knnen Sie mit der Option WITH_DVD_DEVICE angeben. Wenn Sie die Option nicht angeben, wird /dev/acd0 benutzt.

Als dieser Abschnitt verfasst wurde, baute der MPlayer-Port die HTML-Dokumentation sowie die beiden Programme mplayer und mencoder. Mit mencoder knnen Sie Videodateien umwandeln.

Die HTML-Dokumentation von MPlayer ist sehr lehrreich. Wenn Sie in diesem Kapitel Informationen ber Video-Hardware oder Schnittstellen vermissen, ist die MPlayer-Dokumentation eine ausgezeichnete Quelle. Wenn Sie Informationen ber die Video-Untersttzung unter UNIX bentigen, sollten Sie die MPlayer-Dokumentation auf jeden Fall lesen.

8.4.2.1.2. MPlayer benutzen

Jeder Benutzer von MPlayer muss in seinem Heimatverzeichnis das Verzeichnis .mplayer anlegen. Dieses Verzeichnis knnen Sie wie folgt anlegen:

% cd /usr/ports/multimedia/mplayer
% make install-user

Die Kommandozeilenoptionen von mplayer sind in der Hilfeseite aufgefhrt. Eine genaue Beschreibung befindet sich in der HTML-Dokumentation. In diesem Abschnitt wird nur der normale Gebrauch von mplayer beschrieben.

Um eine Datei, wie testfile.avi, unter verschiedenen Video-Schnittstellen abzuspielen, benutzen Sie die Option -vo:

% mplayer -vo xv testfile.avi
% mplayer -vo sdl testfile.avi
% mplayer -vo x11 testfile.avi
# mplayer -vo dga testfile.avi
# mplayer -vo 'sdl:dga' testfile.avi

Es lohnt sich, alle Option zu testen. Die erzielte Geschwindigkeit hngt von vielen Faktoren ab und variiert betrchtlich je nach eingesetzter Hardware.

Wenn Sie eine DVD abspielen wollen, ersetzen Sie testfile.avi durch -dvd://N Gert. N ist die Nummer des Stcks, das Sie abspielen wollen und Gert gibt den Gertenamen des DVD-ROMs an. Das nachstehende Kommando spielt das dritte Stck von /dev/dvd:

# mplayer -vo dga -dvd://3 /dev/dvd

Anmerkung:

Das standardmig verwendete DVD-Laufwerk kann beim Bau des MPlayer-Ports mit der Option WITH_DVD_DEVICE festgelegt werden. Die Voreinstellung verwendet das Gert /dev/acd0. Genaueres finden Sie im Makefile des Ports.

Die Tastenkombinationen zum Abbrechen, Anhalten und Weiterfhren der Wiedergabe entnehmen Sie bitte der Ausgabe von mplayer -h oder der Hilfeseite.

Weitere ntzliche Optionen fr die Wiedergabe sind -fs -zoom zur Wiedergabe im Vollbild-Modus und -framedrop zur Steigerung der Geschwindigkeit.

Damit die Kommandozeile von mplayer kurz bleibt, kann ein Benutzer Vorgaben in der Datei .mplayer/config hinterlegen:

vo=xv
fs=yes
zoom=yes

Schlielich kann mplayer noch DVD-Stcke in .vob-Dateien rippen. Das zweite Stck einer DVD wandeln Sie wie folgt in eine Datei um:

# mplayer -dumpstream -dumpfile out.vob -dvd://2 /dev/dvd

Die Ausgabedatei out.vob wird im MPEG-Format abgespeichert und kann mit anderen Werkzeugen aus diesem Abschnitt bearbeitet werden.

8.4.2.1.3. mencoder

Sie sollten die HTML-Dokumentation lesen, bevor Sie mencoder benutzen. Es gibt zwar eine Hilfeseite, die aber ohne die HTML-Dokumentation nur eingeschrkt ntzlich ist. Es gibt viele Mglichkeiten die Qualitt zu verbessern, die Bitrate zu verringern und Formate zu konvertieren. Einige davon haben erhebliche Auswirkungen auf die Geschwindigkeit der Wiedergabe. Zum Start finden Sie im Folgenden einige Kommandozeilen. Die erste kopiert einfach eine Datei:

% mencoder input.avi -oac copy -ovc copy -o output.avi

Falsche Kombinationen von Kommandozeilenparametern ergeben eventuell Dateien, die selbst mplayer nicht mehr abspielen kann. Wenn Sie in eine Datei rippen, sollten Sie daher auf jeden Fall die Option -dumpfile von mplayer verwenden.

Die nachstehende Kommandozeile wandelt die Datei input.avi nach MPEG4 mit MPEG3 fr den Ton um (hierfr wird der Ports audio/lame bentigt):

% mencoder input.avi -oac mp3lame -lameopts br=192 \
	 -ovc lavc -lavcopts vcodec=mpeg4:vhq -o output.avi

Die Ausgabedatei lsst sowohl mit mplayer als auch xine abspielen.

Wenn Sie input.avi durch -dvd://1 /dev/dvd ersetzen und das Kommando unter root laufen lassen, knnen Sie ein DVD-Stck direkt konvertieren. Da Sie wahrscheinlich beim ersten Mal unzufrieden mit den Ergebnissen sind, sollten Sie das Stck zuerst in eine Datei schreiben und anschlieend die Datei weiterverarbeiten.

8.4.2.2. Der Video-Spieler xine

Der Video-Spieler xine ist ein Projekt mit groem Umfang. Das Projekt will nicht nur ein Programm fr alle Video-Anwendungen bieten, sondern auch eine wiederverwendbare Bibliothek und ein Programm, das durch Plugins erweiterbar ist. Das Programm steht als fertiges Paket oder als Port unter multimedia/xine zur Verfgung.

Der multimedia/xine-Spieler hat noch ein paar Ecken und Kanten, macht aber insgesamt einen guten Eindruck. Fr einen reibungslosen Betrieb bentigt xine entweder eine schnelle CPU oder die XVideo-Erweiterung. Das GUI ist etwas schwerfllig.

Zurzeit gibt es kein xine-Modul, das CSS-kodierte DVDs abspielen kann und sich in der FreeBSD Ports-Sammlung befindet.

xine ist benutzerfreundlicher als MPlayer, bietet allerdings nicht soviele Mglichkeiten. Am schnellsten luft xine mit der XVideo-Erweiterung.

In der Voreinstellung startet xine eine grafische Benutzeroberflche. ber Mens knnen Sie Dateien ffnen:

% xine

Alternativ knnen Sie das Programm auch ohne GUI aufrufen und Dateien direkt abspielen:

% xine -g -p mymovie.avi

8.4.2.3. Die transcode-Werkzeuge

transcode ist kein Spieler, sondern eine Sammlung von Werkzeugen zur Umwandlung von Video- und Sounddateien. transcode mischt Video-Dateien und kann kaputte Video-Dateien reparieren. Die Werkzeuge werden als Filter verwendet, das heit die Ein- und Ausgaben verwenden stdin/stdout.

Beim Bau von transcode ber den Port multimedia/transcode knnen zwar zahreiche Optionen angegeben werden. Empfehlenswert ist es aber, den Bau mit folgendem Befehl zu starten:

# make WITH_OPTIMIZED_CFLAGS=yes WITH_LIBA52=yes WITH_LAME=yes WITH_OGG=yes \
WITH_MJPEG=yes -DWITH_XVID=yes

Diese Einstellungen sollen fr die meisten Anwender ausreichend sein.

Um die Fhigkeiten von transcode zu illustrieren, wird im folgenden Beispiel eine DivX-Datei in eine PAL MPEG-1-Datei konvertiert:

% transcode -i input.avi -V --export_prof vcd-pal -o output_vcd
% mplex -f 1 -o output_vcd.mpg output_vcd.m1v output_vcd.mpa

Die daraus resultierende MPEG-Datei, output_vcd.mpg, kann beispielsweise mit MPlayer abgespielt werden. Sie knnen sie sogar als Video-CD auf eine CD-R brennen. Wenn Sie diese Funktion bentigen, mssen Sie zustzlich die beiden Programme multimedia/vcdimager und sysutils/cdrdao installieren.

Zwar gibt es eine Manualpage zu transcode, Sie sollen aber auf jeden Fall auch die Informationen und Beispiele im transcode-Wiki lesen.

8.4.3. Weiterfhrende Quellen

Die Video-Software fr FreeBSD entwickelt sich sehr schnell. Es ist wahrscheinlich, dass die hier angesprochenen Probleme bald gelst sind. Bis dahin mssen Anwender, die das meiste aus den Audio- und Video-Fhigkeiten von FreeBSD machen wollen, Informationen aus mehreren FAQs und Tutorien zusammensuchen und verschiedene Anwendungen nebeneinander betreiben. Dieser Abschnitt weist auf weitere Informationsquellen hin.

Die MPlayer-Dokumentation ist sehr aufschlussreich. Die Dokumente sollten wahrscheinlich von jedem gelesen werden, der hohe Fachkenntnisse ber Video auf UNIX Systemen erlangen will. Die MPlayer-Mailinglisten reagiert feindselig auf Personen, die es nicht fr ntig halten, die Dokumentation zu lesen. Wenn Sie Fehlerberichte an die Liste schicken wollen, lesen Sie bitte vorher die ausgezeichnete Dokumentation (RTFM).

Das xine HOWTO enthlt allgemein gltige Hinweise zur Verbesserung der Wiedergabegeschwindigkeit.

Schlielich gibt es noch weitere vielversprechende Anwendungen, die Sie vielleicht ausprobieren wollen:

8.5. TV-Karten einrichten

Beigetragen von Josef El-Rayes.
berarbeitet von Marc Fonvieille.

8.5.1. Einfhrung

Mit TV-Karten knnen Sie mit Ihrem Rechner ber Kabel oder Antenne fernsehen. Die meisten Karten besitzen einen RCA- oder S-Video-Eingang. Einige Karten haben auch einen FM-Radio-Empfnger.

Der bktr(4)-Treiber von FreeBSD untersttzt PCI-TV-Karten mit einem Brooktree Bt848/849/878/879 oder einem Conexant CN-878/Fusion 878a Chip. Die Karte sollte einen der untersttzten Empfnger besitzen, die in der Hilfeseite bktr(4) aufgefhrt sind.

8.5.2. Den Treiber einrichten

Um Ihre Karte zu benutzen, mssen Sie den bktr(4)-Treiber laden. Fgen Sie die nachstehende Zeile in die Datei /boot/loader.conf ein:

bktr_load="YES"

Sie knnen den Treiber fr die TV-Karte auch fest in den Kernel compilieren. Erweitern Sie dazu Ihre Kernelkonfiguration um die folgenden Zeilen:

device	 bktr
device	iicbus
device	iicbb
device	smbus

Die zustzlichen Treiber werden bentigt, da die Komponenten der Karte ber einen I2C-Bus verbunden sind. Bauen und installieren Sie dann den neuen Kernel.

Anschlieend mssen Sie Ihr System neu starten. Whrend des Neustarts sollte Ihre TV-Karte erkannt werden:

bktr0: <BrookTree 848A> mem 0xd7000000-0xd7000fff irq 10 at device 10.0 on pci0
iicbb0: <I2C bit-banging driver> on bti2c0
iicbus0: <Philips I2C bus> on iicbb0 master-only
iicbus1: <Philips I2C bus> on iicbb0 master-only
smbus0: <System Management Bus> on bti2c0
bktr0: Pinnacle/Miro TV, Philips SECAM tuner.

Abhngig von Ihrer Hardware knnen die Meldungen natrlich anders aussehen. Sie sollten aber prfen, dass der Empfnger richtig erkannt wird. Die entdeckten Gerte lassen sich mit sysctl(8) oder in der Kernelkonfigurationsdatei berschreiben. Wenn Sie beispielsweise einen Philips-SECAM-Empfnger erzwingen wollen, fgen Sie die folgende Zeile zur Kernelkonfigurationsdatei hinzu:

options OVERRIDE_TUNER=6

Alternativ knnen Sie direkt sysctl(8) benutzen:

# sysctl hw.bt848.tuner=6

Weitere Informationen zu den verschiedenen Optionen finden Sie in bktr(4) sowie in der Datei /usr/src/sys/conf/NOTES.

8.5.3. Ntzliche Anwendungen

Um die TV-Karte zu benutzen, mssen Sie eine der nachstehenden Anwendungen installieren:

  • multimedia/fxtv lsst das Fernsehprogramm in einem Fenster laufen und kann Bilder, Audio und Video aufzeichnen.

  • multimedia/xawtv eine weitere TV-Anwendung, mit den gleichen Funktionen wie fxtv.

  • misc/alevt dekodiert und zeigt Videotext/Teletext an.

  • Mit audio/xmradio lsst sich der FM-Radio-Empfnger, der sich auf einigen TV-Karten befindet, benutzen.

  • audio/wmtune ein leicht zu bedienender Radio-Empfnger.

Weitere Anwendungen finden Sie in der FreeBSD Ports-Sammlung.

8.5.4. Fehlersuche

Wenn Sie Probleme mit Ihrer TV-Karte haben, prfen Sie zuerst, ob der Video-Capture-Chip und der Empfnger auch wirklich vom bktr(4)-Treiber untersttzt werden. Prfen Sie dann, ob Sie die richtigen Optionen verwenden. Weitere Hilfe erhalten Sie auf der Mailingliste freebsd-multimedia und in deren Archiven.

8.6. MythTV

MythTV ist ein Open Source PVR-Softwareprojekt.

Es ist in der Linux-Welt als komplexe Anwendung mit vielen Abhngigkeiten bekannt und deshalb schwierig zu installieren. Das FreeBSD Portssystem vereinfacht diesen Prozess sehr stark, jedoch mssen manche Komponenten manuell eingerichtet werden. Dieser Abschnitt soll dazu dienen, bei der Einrichtung von MythTV zu helfen.

8.6.1. Hardware

MythTV wurde entwickelt, um V4L zu verwenden, so dass auf Videoeingabegerte wie Kodierer und Empfnger zugegriffen werden kann. Aktuell funktioniert MythTV am besten mit USB DVB-S/C/T Karten, die von multimedia/webcamd untersttzt werden, weil webcamd eine V4L-Anwendung zur Verfgung stellt, die als Benutzerprogramm lft. Jede DVB-Karte, welche von webcamd untersttzt wird, sollte mit MythTV funktionieren, jedoch gibt es eine Liste von Karten, die hier abgerufen werden kann. Es existieren auch Treiber fr Hauppauge-Karten in den folgenden Paketen: multimedia/pvr250 und multimedia/pvrxxx, allerdings liefern diese nur eine Treiberschnittstelle, die nicht dem Standard entspricht und die nicht mit MythTV-Versionen grsser als 0.23 funktionieren.

HTPC enthlt eine Liste von allen verfgbaren DVB-Treibern.

8.6.2. Abhngigkeiten

Da MythTV flexibel und modular aufgebaut ist, ist der Benutzer in der Lage, das Frontend und Backend auf unterschiedlichen Rechnern laufen zu lassen.

Fr das Frontend wird multimedia/mythtv-frontend, sowie ein X-Server bentigt, welcher in x11/xorg zu finden ist. Idealerweise besitzt der Frontend-Computer auch eine Videokarte, die XvMC untersttzt, sowie optional eine LIRC-kompatible Fernbedienung.

Fr das Backend wird multimedia/mythtv bentigt, ebenso wie eine MySQL™-Datenbank, sowie zustzlich einen Empfnger und Speicherplatz fr Aufzeichnungen. Das MySQL™-Paket sollte automatisch als Abhngigkeit mitinstalliert werden, wenn multimedia/mythtv gebaut wird.

8.6.3. MythTV einrichten

Um MythTV zu installieren, befolgen Sie die hier aufgefhrten Schritte. Zuerst installieren Sie MythTV aus der Ports-Sammlung:

# cd /usr/ports/multimedia/mythtv
# make install

Richten Sie anschliessend die MythTV-Datenbank ein:

# mysql -uroot -p < /usr/local/share/mythtv/database/mc.sql

Konfigurieren Sie dann das Backend:

# mythtv-setup

Zum Schluss starten Sie das Backend:

# echo 'mythbackend_enable="YES"' >> /etc/rc.conf
# /usr/local/etc/rc.d/mythbackend start

8.7. Scanner

Beigetragen von Marc Fonvieille.

8.7.1. Einfhrung

Unter FreeBSD stellt SANE (Scanner Access Now Easy) aus der Ports-Sammlung eine einheitliche Schnittstelle (API) fr den Zugriff auf Scanner bereit. SANE wiederum greift auf Scanner mithilfe einiger FreeBSD-Treiber zu.

FreeBSD untersttzt sowohl SCSI- als auch USB-Scanner. Prfen Sie vor der Konfiguration mithilfe der Liste der untersttzten Gerte ob Ihr Scanner von SANE untersttzt wird. Bei Systemen vor FreeBSD8.X zhlt die Hilfeseite uscanner(4) ebenfalls die untersttzten USB-Scanner auf.

8.7.2. Den Kernel fr Scanner einrichten

Da sowohl SCSI- als auch USB-Scanner untersttzt werden, werden abhngig von der Schnittstelle unterschiedliche Treiber bentigt.

8.7.2.1. USB-Scanner

Im GENERIC-Kernel sind schon alle, fr einen USB-Scanner notwendigen, Treiber enthalten. Wenn Sie einen angepassten Kernel benutzen, prfen Sie, dass die Kernelkonfiguration die nachstehenden Zeilen enthlt:

device usb
device uhci
device ohci
device ehci

Bei Systemen vor FreeBSD8.X wird ausserdem noch die folgende Zeile bentigt:

device uscanner

Bei diesen FreeBSD-Versionen liefert das uscanner(4)-Gert die Untersttzung fr USB-Scanner. Seit FreeBSD8.0 ist diese Untersttzung direkt in der libusb(3)-Bibliothek enthalten.

Nachdem Sie das System mit dem richtigen Kernel neu gestartet haben, stecken Sie den USB-Scanner ein. Danach sollte in den Systemmeldungen (die Sie mit dmesg(8) betrachten knnen) eine Zeile hnlich der folgenden erscheinen:

ugen0.2: <EPSON> at usbus0

bzw. auf einem FreeBSD7.X System:

uscanner0: EPSON EPSON Scanner, rev 1.10/3.02, addr 2

Diese Meldung besagt, dass der Scanner entweder die Gertedatei /dev/ugen0.2 oder /dev/uscanner0 benutzt, je nachdem, welche FreeBSD-Version eingesetzt wird. In diesem Beispiel wurde ein EPSON Perfection1650 USB-Scanner verwendet.

8.7.2.2. SCSI-Scanner

Wenn Ihr Scanner eine SCSI-Schnittstelle besitzt, ist die Kernelkonfiguration abhngig vom verwendeten SCSI-Controller. Der GENERIC-Kernel untersttzt die gebruchlichen SCSI-Controller. Den richtigen Treiber finden Sie in der Datei NOTES. Neben dem Treiber muss Ihre Kernelkonfiguration noch die nachstehenden Zeilen enthalten:

device scbus
device pass

Nachdem Sie einen Kernel gebaut und installiert haben, sollte der Scanner beim Neustart in den Systemmeldungen erscheinen:

pass2 at aic0 bus 0 target 2 lun 0
pass2: <AGFA SNAPSCAN 600 1.10> Fixed Scanner SCSI-2 device
pass2: 3.300MB/s transfers

Wenn der Scanner whrend des Systemstarts ausgeschaltet war, knnen Sie die Gerteerkennung erzwingen, indem Sie den SCSI-Bus erneut absuchen. Verwenden Sie dazu das Kommando camcontrol(8):

# camcontrol rescan all
Re-scan of bus 0 was successful
Re-scan of bus 1 was successful
Re-scan of bus 2 was successful
Re-scan of bus 3 was successful

Der Scanner wird anschlieend in der SCSI-Gerteliste angezeigt:

# camcontrol devlist
<IBM DDRS-34560 S97B>              at scbus0 target 5 lun 0 (pass0,da0)
<IBM DDRS-34560 S97B>              at scbus0 target 6 lun 0 (pass1,da1)
<AGFA SNAPSCAN 600 1.10>           at scbus1 target 2 lun 0 (pass3)
<PHILIPS CDD3610 CD-R/RW 1.00>     at scbus2 target 0 lun 0 (pass2,cd0)

Weiteres ber SCSI-Gerte lesen Sie bitte in den Hilfeseiten scsi(4) und camcontrol(8) nach.

8.7.3. SANE konfigurieren

SANE besteht aus zwei Teilen, den Backends (graphics/sane-backends) und den Frontends (graphics/sane-frontends). Das Backend greift auf den Scanner zu. Welches Backend welchen Scanner untersttzt, entnehmen Sie der Liste der untersttzten Gerte. Der Betrieb eines Scanners ist nur mit dem richtigen Backend mglich. Die Frontends sind die Anwendungen, mit denen gescannt wird (xscanimage).

Installieren Sie zuerst den Port oder das Paket graphics/sane-backends. Anschlieend knnen Sie mit dem Befehl sane-find-scanner prfen, ob SANE Ihren Scanner erkennt:

# sane-find-scanner -q
found SCSI scanner "AGFA SNAPSCAN 600 1.10" at /dev/pass3

Die Ausgabe zeigt die Schnittstelle und die verwendete Gertedatei des Scanners. Der Hersteller und das Modell knnen in der Ausgabe fehlen.

Anmerkung:

Bei einigen USB-Scannern mssen Sie die Firmware aktualisieren, dies wird in der Hilfeseite des Backends erklrt. Lesen Sie bitte auch die Hilfeseiten sane-find-scanner(1) und sane(7).

Als nchstes mssen Sie prfen, ob der Scanner vom Frontend erkannt wird. Die SANE-Backends werden mit dem Kommandozeilenwerkzeug scanimage(1) geliefert. Mit diesem Werkzeug knnen Sie sich Scanner anzeigen lassen und den Scan-Prozess von der Kommandozeile starten. Die Option -L zeigt die Scanner an:

# scanimage -L
device `snapscan:/dev/pass3' is a AGFA SNAPSCAN 600 flatbed scanner

Oder, fr das Beispiel mit dem USB-Scanner in Abschnitt8.7.2.1, „USB-Scanner“:

# scanimage -L
device 'epson2:libusb:/dev/usb:/dev/ugen0.2' is a Epson GT-8200 flatbed scanner

Diese Ausgabe stammt von einem FreeBSD8.X System, die Zeile 'epson2:libusb:/dev/usb:/dev/ugen0.2' nennt das Backend (epson2) und die Gertedatei (/dev/ugen0.2), die der Scanner verwendet.

Anmerkung:

Erscheint die Meldung, dass kein Scanner gefunden wurde oder wird gar keine Ausgabe erzeugt, konnte scanimage(1) keinen Scanner erkennen. In diesem Fall mssen Sie in der Konfigurationsdatei des Backends das zu benutzende Gert eintragen. Die Konfigurationsdateien der Backends befinden sich im Verzeichnis /usr/local/etc/sane.d/. Erkennungsprobleme treten bei bestimmten USB-Scannern auf.

Mit dem USB-Scanner aus Abschnitt8.7.2.1, „USB-Scanner“ zeigt sane-find-scanner unter FreeBSD8.X die folgende Ausgabe:

# sane-find-scanner -q
found USB scanner (UNKNOWN vendor and product) at device /dev/uscanner0

Der Scanner wurde richtig erkennt, er benutzt eine USB-Schnittstelle und verwendet die Gertedatei /dev/uscanner0. Ob der Scanner vom Frontend erkannt wird, zeigt das nachstehende Kommando:

# scanimage -L

No scanners were identified. If you were expecting something different,
check that the scanner is plugged in, turned on and detected by the
sane-find-scanner tool (if appropriate). Please read the documentation
which came with this software (README, FAQ, manpages).

Da der Scanner nicht erkannt wurde, muss die Datei /usr/local/etc/sane.d/epson2.conf editiert werden. Der verwendete Scanner war ein EPSON Perfection1650, daher wird das epson2-Backend benutzt. Lesen Sie bitte alle Kommentare in der Konfigurationsdatei des Backends. Die durchzufhrenden nderungen sind einfach. Kommentieren Sie zunchst alle Zeilen mit der falschen Schnittstelle aus. Da der Scanner eine USB-Schnittstelle besitzt, wurden im Beispiel alle Zeilen, die mit scsi anfingen, auskommentiert. Fgen Sie dann die Schnittstelle und den Gertenamen am Ende der Datei ein. In diesem Beispiel wurde die nachstehende Zeile eingefgt:

usb /dev/uscanner0

Weitere Hinweise entnehmen Sie bitte der Hilfeseite des Backends. Jetzt knnen Sie prfen, ob der Scanner richtig erkannt wird:

# scanimage -L
device `epson:/dev/uscanner0' is a Epson GT-8200 flatbed scanner

Der Scanner wurde nun erkannt. Es ist nicht wichtig, ob der Hersteller oder das Modell Ihres Scanners korrekt angezeigt werden. Wichtig ist nur die Ausgabe `epson:/dev/uscanner0', die das richtige Backend und den richtigen Gertenamen anzeigt.

Wenn scanimage -L den Scanner erkannt hat, ist der Scanner eingerichtet und bereit, zu scannen.

Obwohl wir mit scanimage(1) von der Kommandozeile scannen knnen, ist eine graphische Anwendung zum Scannen besser geeignet. SANE bietet ein einfaches und effizientes Werkzeug: xscanimage (graphics/sane-frontends).

Xsane (graphics/xsane) ist eine weitere beliebte graphische Anwendung. Dieses Frontend besitzt erweiterte Funktionen wie den Scan-Modus (beispielsweise Photo, Fax), eine Farbkorrektur und Batch-Scans. Beide Anwendungen lassen sich als GIMP-Plugin verwenden.

8.7.4. Den Scanner fr Benutzerkonten freigeben

Zuvor wurden alle Ttigkeiten mit root-Rechten ausgefhrt. Wenn andere Benutzer den Scanner benutzen sollen, mssen sie Lese- und Schreibrechte auf die Gertedatei des Scanners besitzen. Im Beispiel wird die Datei /dev/ugen0.2 verwendet, die faktisch nur ein Symlink auf die echte Gertedatei, /dev/usb/0.2.0 genannt, darstellt (ein kurzer Blick auf das /dev-Verzeichnis besttigt dies). Sowohl der Symlink als auch die Gertedatei sind jeweils im Besitz der Gruppen wheel und operator. Damit der Benutzer joe auf den Scanner zugreifen kann, muss das Konto in die Gruppe operator aufgenommen werden. Allerdings sollten Sie, aus Sicherheitsgrnden, genau berlegen, welche Benutzer Sie zu welcher Gruppe hinzufgen, besonders bei der Gruppe wheel. Eine bessere Lsung ist es, eine spezielle Gruppe fr den Zugriff auf USB-Gerte anzulegen und den Scanner fr Mitglieder dieser Gruppe zugnglich zu machen.

Beispielsweise kann man eine usb-Gruppe verwenden. Der erste Schritt dazu ist das erstellen der Gruppe mit Hilfe des pw(8)-Kommandos:

# pw groupadd usb

Anschliessend muss der /dev/ugen0.2-Symlink und der Gertename /dev/usb/0.2.0 fr die usb-Gruppe mit den richtigen Schreibrechten (0660 oder 0664) ausgestattet werden, denn standardmssig kann nur der Besitzer dieser Dateien (root) darauf schreiben. All dies kann durch das Hinzufgen der folgenden Zeile in die /etc/devfs.rules-Datei erreicht werden:

[system=5]
add path ugen0.2 mode 0660 group usb
add path usb/0.2.0 mode 0660 group usb

FreeBSD7.X-Anwender bentigen unter Umstnden die folgenden Zeilen mit der korrekten Gertedatei /dev/uscanner0:

[system=5]
add path uscanner0 mode 660 group usb

In die Datei /etc/rc.conf fgen Sie noch die folgende Zeile ein:

devfs_system_ruleset="system"

Starten Sie anschlieend Ihr System neu.

Weitere Informationen finden Sie in devfs(8).

Jetzt braucht man nur noch Benutzer der Gruppe usb hinzufgen, um ihnen Zugriff auf den Scanner zu erlauben:

#pw groupmod usb -m joe

Weitere Details knnen Sie in der pw(8)-Manualpage nachlesen.

Kapitel 9. Konfiguration des FreeBSD-Kernels

Erweitert und neu strukturiert von Jim Mock.
Ursprnglich verffentlicht von Jake Hamby.
bersetzt von Robert Altschaffel.

9.1. bersicht

Der Kernel ist das Herz des FreeBSD Betriebssystems. Er ist verantwortlich fr die Speicherverwaltung, das Durchsetzen von Sicherheitsdirektiven, Netzwerkfhigkeit, Festplattenzugriffen und vieles mehr. Obwohl FreeBSD es immer mehr ermglicht, dynamisch konfiguriert zu werden, ist es ab und an notwendig, den Kernel neu zu konfigurieren und zu kompilieren.

Nachdem Sie dieses Kapitel gelesen haben, werden Sie Folgendes wissen:

  • Wieso Sie Ihren Kernel neu konfigurieren sollten.

  • Wie Sie eine Kernelkonfigurationsdatei erstellen oder verndern.

  • Wie Sie mit der Konfigurationsdatei einen neuen Kernel kompilieren.

  • Wie Sie den neuen Kernel installieren.

  • Was zu tun ist, falls etwas schiefgeht.

Alle Kommandos, aus den Beispielen dieses Kapitels, mssen mit root-Rechten ausgefhrt werden.

9.2. Wieso einen eigenen Kernel bauen?

Traditionell besa FreeBSD einen monolithischen Kernel. Das bedeutet, dass der Kernel ein einziges groes Programm war, das eine bestimmte Auswahl an Hardware untersttzte. Also musste man immer, wenn man das Kernelverhalten verndern wollte, zum Beispiel wenn man neue Hardware hinzufgen wollte, einen neuen Kernel kompilieren, installieren und das System neu starten.

Heutzutage vertritt FreeBSD immer mehr die Idee eines modularen Kernels, bei dem bestimmte Funktionen, je nach Bedarf, als Module geladen werden knnen. Ein bekanntes Beispiel dafr sind die Module fr die PCMCIA-Karten in Laptops, die zum Starten nicht zwingend bentigt und erst bei Bedarf geladen werden.

Trotzdem ist es noch immer ntig, einige statische Kernelkonfigurationen durchzufhren. In einigen Fllen ist die Funktion zu systemnah, um durch ein Modul zu realisiert werden. In anderen Fllen hat eventuell noch niemand ein ladbares Kernelmodul fr diese Funktion geschrieben.

Das Erstellen eines angepaten Kernels ist eines der wichtigsten Rituale fr erfahrene BSD-Benutzer. Obwohl dieser Prozess recht viel Zeit in Anspruch nimmt, bringt er doch viele Vorteile fr Ihr FreeBSD System. Der GENERIC-Kernel muss eine Vielzahl unterschiedlicher Hardware untersttzen, im Gegensatz dazu untersttzt ein angepasster Kernel nur Ihre Hardware. Dies hat einige Vorteile:

  • Schnellerer Bootvorgang. Da der Kernel nur nach der Hardware des Systems sucht, kann sich die Zeit fr einen Systemstart erheblich verkrzen.

  • Geringerer Speicherbedarf. Ein eigener Kernel bentigt in der Regel weniger Speicher als ein GENERIC-Kernel durch das Entfernen von Funktionen und Gertetreibern. Das ist vorteilhaft, denn der Kernel verweilt immer im RAM und verhindert dadurch, dass dieser Speicher von Anwendungen genutzt wird. Insbesondere profitieren Systeme mit wenig RAM davon.

  • Zustzliche Hardwareuntersttzung. Ein angepasster Kernel kann Untersttzung fr Gerte wie Soundkarten bieten, die im GENERIC-Kernel nicht enthalten sind.

9.3. Informationen ber die vorhandene Hardware beschaffen

Geschrieben von Tom Rhodes.

Bevor Sie mit der Kernelkonfiguration beginnen, sollten Sie wissen, ber welche Hardware Ihr System verfgt. Verwenden Sie derzeit noch ein anderes Betriebssystem, ist es meist sehr einfach, eine Liste der installierten Hardware zu erzeugen. Verwenden Sie beispielsweise MicrosoftWindows, knnen Sie dafr den Gertemanager verwenden, den Sie in der Systemsteuerung finden.

Anmerkung:

Einige Versionen von MicrosoftWindows verfgen ber ein System-Icon auf dem Desktop, ber das Sie den Gertemanager direkt aufrufen knnen.

Haben Sie auer FreeBSD kein weiteres Betriebssystem, mssen Sie diese Informationen manuell zusammentragen. Eine Mglichkeit, an Informationen ber die vorhandene Hardware zu gelangen, ist der Einsatz von dmesg(8) in Kombination mit man(1). Die meisten FreeBSD-Gertetreiber haben eine eigene Manualpage, die Informationen ber die untersttzte Hardware enthlt. Whrend des Systemstarts werden Informationen ber die vorhandene Hardware ausgegeben. Die folgenden Zeilen zeigen beispielsweise an, dass der psm-Treiber eine angeschlossene Maus gefunden hat:

psm0: <PS/2 Mouse> irq 12 on atkbdc0
psm0: [GIANT-LOCKED]
psm0: [ITHREAD]
psm0: model Generic PS/2 mouse, device ID 0

Dieser Treiber muss in Ihrer Kernelkonfigurationsdatei vorhanden sein oder durch das Werkzeug loader.conf(5) geladen werden.

Manchmal zeigt dmesg whrend des Systemstarts nur Systemmeldungen, aber keine Informationen zur gefundenen Hardware an. In diesem Fall knnen Sie diese Informationen durch das Studium der Datei /var/run/dmesg.boot herausfinden.

Eine weitere Mglichkeit bietet das Werkzeug pciconf(8), das ausfhrliche Informationen bereitstellt. Dazu ein Beispiel:

ath0@pci0:3:0:0:        class=0x020000 card=0x058a1014 chip=0x1014168c rev=0x01 hdr=0x00
    vendor     = 'Atheros Communications Inc.'
    device     = 'AR5212 Atheros AR5212 802.11abg wireless'
    class      = network
    subclass   = ethernet

Diese Zeilen, die Sie durch den Aufruf des Befehls pciconf -lv erhalten, zeigen, dass der Treiber ath eine drahtlose Ethernetkarte gefunden hat. Durch Eingabe des Befehls man ath ffnet sich die Manualpage ath(4).

Rufen Sie man(1) mit der Option -k auf, knnen Sie die Datenbank der Manualpages auch durchsuchen. Fr das angegebene Beispiel wrde dieser Befehl beispielsweise so aussehen:

# man -k Atheros

Dadurch erhalten Sie eine Liste aller Manualpages, die das angegebene Suchkriterium enthalten:

ath(4)                   - Atheros IEEE 802.11 wireless network driver
ath_hal(4)               - Atheros Hardware Access Layer (HAL)

Mit diesen Informationen ausgestattet, sollte der Bau eines angepassten Kernel keine allzugroen Probleme mehr bereiten.

9.4. Kerneltreiber, Subsysteme und Module

Bevor Sie einen angepassten Kernel erstellen, berlegen Sie sich bitte, warum Sie dies tun wollen. Wenn Sie lediglich eine bestimmte Hardwareuntersttzung bentigen, existiert diese vielleicht schon als Kernelmodul.

Kernelmodule existieren im Verzeichnis /boot/kernel und knnen dynamisch in den laufenden Kernel ber kldload(8) geladen werden. Die meisten, wenn nicht sogar alle, Kerneltreiber besitzen ein spezifisches Modul und eine Manualpage. Beispielsweise erwhnte der letzte Abschnitt den drahtlosen Ethernettreiber ath. Dieses Gert hat die folgende Information in seiner Manualpage:

Alternatively, to load the driver as a module at boot time, place the
following line in loader.conf(5):

    if_ath_load="YES"

Wie dort angegeben, wird das Modul durch die Zeile if_ath_load="YES" in der Datei /boot/loader.conf dynamisch beim Systemstart geladen.

Allerdings gibt es in manchen Fllen kein dazugehriges Modul. Das gilt insbesondere fr bestimmte Teilsysteme und sehr wichtige Treiber. Beispielsweise ist das Fast File System (FFS) eine notwendige Kerneloption, genauso wie die Netzwerkuntersttzung (INET). Die einzige Mglichkeit, herauszufinden, ob ein Treiber bentigt ist, ist die berprfung des jeweiligen Moduls.

Warnung:

Es ist erstaunlich einfach, einen defekten Kernel zu erhalten (beispielsweise durch das Entfernen der eingebauten Untersttzung fr ein Gert oder einer Kerneloption). Wenn beispielsweise der ata(4)-Treiber aus der Kernelkonfigurationsdatei entfernt wird, kann ein System, das den ATA-Festplattentreiber bentigt, nicht mehr starten, ohne dass Sie das entsprechende Kernelmodul durch einen Eintrag in loader.conf aufnehmen. Wenn Sie nicht sicher sind, wie Sie vorgehen sollen, berprfen Sie zuerst das Modul. Im Zweifelsfall belassen Sie die Untersttzung fr ein bestimmtes Gert besser im Kernel.

9.5. Erstellen und Installation eines angepassten Kernels

Anmerkung:

Sie bentigen den kompletten Quellcodebaum, um den Kernel zu bauen.

Zuerst erlutern wir die Verzeichnisstruktur, in der der Kernel gebaut wird. Die im Folgenden genannten Verzeichnisse sind relativ zum Verzeichnis /usr/src/sys angegeben, das Sie auch ber den Pfad /sys erreichen knnen. Es existieren mehrere Unterverzeichnisse, die bestimmte Teile des Kernels darstellen, aber die fr uns wichtigsten sind arch/conf, in dem Sie die Konfigurationsdatei fr den angepassten Kernel erstellen werden, und compile, in dem der Kernel gebaut wird. arch kann entweder i386, amd64, ia64, powerpc, sparc64 oder pc98 (eine in Japan beliebte Architektur) sein. Alles in diesen Verzeichnissen ist nur fr die jeweilige Architektur relevant. Der Rest des Codes ist maschinenunabhngig und fr alle Plattformen, auf die FreeBSD portiert werden kann, gleich. Beachten Sie die Verzeichnisstruktur, die jedem untersttzten Gert, jedem Dateisystem und jeder Option ein eigenes Verzeichnis zuordnet.

Die Beispiele in diesem Kapitel verwenden ein i386-System. Wenn Sie ein anderes System benutzen, passen Sie bitte die Pfade entsprechend der Architektur des Systems an.

Anmerkung:

Falls Sie kein /usr/src/-Verzeichnis vorfinden (oder dieses leer ist), so sind die Quellen nicht installiert. Der einfachste Weg, dies nachzuholen, ist sysinstall als root auszufhren. Dort whlen Sie Configure, dann Distributions, dann src, und schlielich All. Falls nicht vorhanden, sollten Sie auch noch einen symbolischen Link auf /usr/src/sys/ anlegen:

# ln -s /usr/src/sys /sys

Als nchstes wechseln sie in das Verzeichnis arch/conf und kopieren die Konfigurationsdatei GENERIC in eine Datei, die den Namen Ihres Kernels trgt. Zum Beispiel:

# cd /usr/src/sys/i386/conf
# cp GENERIC MYKERNEL

Traditionell ist der Name des Kernels immer in Grobuchstaben. Wenn Sie mehrere FreeBSD mit unterschiedlicher Hardware warten, ist es ntzlich, wenn Sie Konfigurationsdatei nach dem Hostnamen der Maschinen benennen. Im Beispiel verwenden wir den Namen MYKERNEL.

Tipp:

Es ist nicht zu empfehlen die Konfigurationsdatei direkt unterhalb von /usr/src abzuspeichern. Wenn Sie Probleme haben, knnten Sie der Versuchung erliegen, /usr/src einfach zu lschen und wieder von vorne anzufangen. Wenn Sie so vorgehen, werden Sie kurz darauf merken, dass Sie soeben Ihre Kernelkonfigurationsdatei gelscht haben.

Editieren Sie immer eine Kopie von GENERIC. nderungen an GENERIC knnen verloren gehen, wenn der Quellbaum aktualisiert wird.

Sie sollten die Konfigurationsdatei an anderer Stelle aufheben und im Verzeichnis i386 einen Link auf die Datei erstellen.

Beispiel:

# cd /usr/src/sys/i386/conf
# mkdir /root/kernels
# cp GENERIC /root/kernels/MYKERNEL
# ln -s /root/kernels/MYKERNEL

Jetzt editieren Sie MYKERNEL mit einem Texteditor Ihres Vertrauens. Wenn Sie gerade neu anfangen, ist Ihnen vielleicht nur der vi Editor bekannt, der allerdings zu komplex ist, um hier erklrt zu werden. Er wird aber in vielen Bchern aus der Bibliographie gut erklrt. FreeBSD bietet aber auch einen leichter zu benutzenden Editor, den ee an, den Sie, wenn Sie Anfnger sind, benutzen sollten. Sie knnen die Kommentare am Anfang der Konfigurationsdatei ndern, um die nderungen gegenber GENERIC zu dokumentieren.

Falls Sie schon einmal einen Kernel unter SunOS™ oder einem anderen BSD kompiliert haben, werden Sie diese Konfigurationsdatei bereits kennen. Wenn Sie mit einem anderen Betriebssystem wie DOS vertraut sind, knnte die GENERIC Konfigurationsdatei Sie verschrecken. In diesen Fall sollten Sie den Beschreibungen im Abschnitt ber die Konfigurationsdatei langsam und vorsichtig folgen.

Anmerkung:

Wenn Sie die FreeBSD Quellen synchronisieren, sollten Sie immer, bevor Sie etwas verndern, /usr/src/UPDATING durchlesen. Diese Datei enthlt alle wichtigen Informationen, die Sie beim Aktualisieren beachten mssen. Da /usr/src/UPDATING immer zu Ihrer Version der FreeBSD Quellen passt, sind die Informationen dort genauer, als in diesem Handbuch.

Nun mssen Sie die Kernelquellen kompilieren.

Prozedur 9.1. Den Kernel bauen

Anmerkung:

Sie bentigen den kompletten Quellcodebaum, um den Kernel zu bauen.

  1. Wechseln Sie in das Verzeichnis /usr/src:

    # cd /usr/src
  2. Kompilieren Sie den neuen Kernel:

    # make buildkernel KERNCONF=MYKERNEL
  3. Installieren Sie den neuen Kernel:

    # make installkernel KERNCONF=MYKERNEL

Tipp:

In der Voreinstellung werden beim Bau eines angepassten Kernels stets alle Kernelmodule neu gebaut. Wollen Sie Ihren Kernel schneller bauen oder nur bestimmte Module bauen, sollten Sie /etc/make.conf anpassen, bevor Sie Ihren Kernel bauen:

MODULES_OVERRIDE = linux acpi sound/sound sound/driver/ds1 ntfs

Wenn Sie diese Variable setzen, werden ausschlielich die hier angegebenen Module gebaut (und keine anderen).

WITHOUT_MODULES = linux acpi sound ntfs

Durch das Setzen dieser Variable werden werden alle Module auf oberster Ebene bis auf die angegebenen gebaut. Weitere Variablen, die beim Bau eines Kernels von Interesse sein knnten, finden Sie in make.conf(5).

Der neue Kernel wird im Verzeichnis /boot/kernel, genauer unter /boot/kernel/kernel abgelegt, whrend der alte Kernel nach /boot/kernel.old/kernel verschoben wird. Um den neuen Kernel zu benutzen, sollten Sie Ihren Rechner jetzt neu starten. Falls etwas schief geht, sehen Sie bitte in dem Abschnitt zur Fehlersuche am Ende dieses Kapitels nach. Dort sollten Sie auch unbedingt den Abschnitt lesen, der erklrt, was zu tun ist, wenn der neue Kernel nicht startet.

Anmerkung:

Im Verzeichnis /boot werden andere Dateien, die zum Systemstart bentigt werden, wie der Boot-Loader (loader(8)) und dessen Konfiguration, abgelegt. Module von Fremdherstellern oder angepasste Module werden in /boot/kernel abgelegt. Beachten Sie bitte, dass diese Module immer zu dem verwendeten Kernel passen mssen. Module, die nicht zu dem verwendeten Kernel passen, gefhrden die Stabilitt des Systems.

9.6. Die Kernelkonfigurationsdatei

Aktualisiert von Joel Dahl.

Das Format der Konfigurationsdatei ist recht einfach. Jede Zeile enthlt ein Schlsselwort und ein oder mehrere Argumente. Eine Zeile, die von einen # eingeleitet wird, gilt als Kommentar und wird ignoriert. Die folgenden Abschnitte beschreiben jedes Schlsselwort in der Reihenfolge, in der es in GENERIC auftaucht. Eine ausfhrliche Liste aller Optionen mit detaillierten Erklrungen finden Sie in der Konfigurationsdatei NOTES, die sich in demselben Verzeichnis wie die Datei GENERIC befindet. Von der Architektur unabhngige Optionen sind in der Datei /usr/src/sys/conf/NOTES aufgefhrt.

Es ist mglich, eine include-Anweisung in die Kernelkonfigurationsdatei aufzunehmen. Diese erlaubt das lokale Einfgen von anderen Konfigurationsdateien in die aktuelle, was es einfacher macht, kleinere nderungen an einer existierenden Datei zu vollziehen. Wenn Sie beispielsweise einen GENERIC-Kernel mit nur einer kleinen Anzahl von zustzlichen Optionen und Treibern bentigen, brauchen Sie mit den folgenden Zeilen nur ein kleines Delta im Vergleich zu GENERIC anpassen:

include GENERIC
ident MYKERNEL

options         IPFIREWALL
options         DUMMYNET
options         IPFIREWALL_DEFAULT_TO_ACCEPT
options         IPDIVERT

Fr viele Administratoren bietet dieses Modell entscheidende Vorteile ber das bisherige Erstellen von Konfigurationsdateien von Grund auf: die lokalen Konfigurationdateien enthalten auch nur die lokalen Unterschiede zu einem GENERIC-Kernel und sobald Aktulaisierungen durchgefhrt werden, knnen neue Eigenschaften, die zu GENERIC hinzugefgt werden, auch dem lokalen Kernel angehngt werden, es sei denn, es wird durch nooptions oder nodevice verhindert. Der brige Teil dieses Kapitels behandelt die Inhalte einer typischen Konfigurationsdatei und die Rolle, die unterschiedliche Optionen und Gerte dabei spielen.

Anmerkung:

Um einen Kernel mit allen mglichen Optionen zu bauen beispielsweise fr Testzwecke), fhren Sie als root die folgenden Befehle aus:

# cd /usr/src/sys/i386/conf && make LINT

Das folgende Beispiel zeigt eine GENERIC Konfigurationsdatei, die, wo notwendig, zustzliche Kommentare enthlt. Sie sollte der Datei /usr/src/sys/i386/conf/GENERIC auf Ihrem System sehr hnlich sein.

machine		i386

Gibt die Architektur der Maschine an und muss entweder amd64, i386, ia64, pc98, powerpc oder sparc64 sein.

cpu          I486_CPU
cpu          I586_CPU
cpu          I686_CPU

Die vorigen Zeilen geben den Typ der CPU Ihres Systems an. Sie knnen mehrere CPU Typen angeben, wenn Sie sich zum Beispiel nicht sicher sind, ob Sie I586_CPU oder I686_CPU benutzen sollen. Fr einen angepassten Kernel ist es aber am besten, wenn Sie nur die CPU angeben, die sich in der Maschine befindet. Der CPU-Typ wird in den Boot-Meldungen ausgegeben, die in der Datei /var/run/dmesg.boot gespeichert sind.

ident          GENERIC

Gibt den Namen Ihres Kernels an. Hier sollten Sie den Namen einsetzen, den Sie Ihrer Konfigurationsdatei gegeben haben. In unserem Beispiel ist das MYKERNEL. Der Wert, den Sie ident zuweisen, wird beim Booten des neuen Kernels ausgegeben. Wenn Sie den Kernel von Ihrem normal verwendeten Kernel unterscheiden wollen, weil Sie zum Beispiel einen Kernel zum Testen bauen, ist es ntzlich, hier einen anderen Namen anzugeben.

#To statically compile in device wiring instead of /boot/device.hints
#hints          "GENERIC.hints"         # Default places to look for devices.

Unter FreeBSD werden Gerte mit device.hints(5) konfiguriert. In der Voreinstellung berprft loader(8) beim Systemstart die Datei /boot/device.hints. Die Option hints erlaubt es, die Gertekonfiguration statisch in den Kernel einzubinden, sodass die Datei device.hints in /boot nicht bentigt wird.

makeoptions     DEBUG=-g          # Build kernel with gdb(1) debug symbols

Der normale Bauprozess von FreeBSD erstellt nur dann einen Kernel, der Debugging-Informationen enthlt, wenn Sie die Option -g von gcc(1) aktivieren.

options          SCHED_ULE        # ULE scheduler

Der voreingestellte Scheduler von FreeBSD. ndern Sie diesen Wert nicht!

options          PREEMPTION        # Enable kernel thread preemption

Erlaubt es Kernelthreads, vor Threads eigentlich hherer Prioritlt ausgefhrt zu werden. Die Interaktivitlt des Systems wird dadurch erhlt. Interrupt-Threads werden dabei bevorzugt ausgefhrt.

options          INET              # InterNETworking

Netzwerkuntersttzung. Auch wenn Sie nicht planen, den Rechner mit einem Netzwerk zu verbinden, sollten Sie diese Option aktiviert lassen. Die meisten Programme sind mindestens auf die Loopback Untersttzung (Verbindungen mit sich selbst) angewiesen. Damit ist diese Option im Endeffekt notwendig.

options          INET6             # IPv6 communications protocols

Aktiviert die Untersttzung fr das IPv6 Protokoll.

options          FFS               # Berkeley Fast Filesystem

Das Dateisystem fr Festplatten. Wenn Sie von einer Festplatte booten wollen, lassen Sie diese Option aktiviert.

options          SOFTUPDATES       # Enable FFS Soft Updates support

Mit dieser Option wird die Untersttzung fr Soft Updates, die Schreibzugriffe beschleunigen, in den Kernel eingebunden. Auch wenn die Funktion im Kernel ist, muss sie fr einzelne Dateisysteme explizit aktiviert werden. berprfen Sie mit mount(8), ob die Dateisysteme Soft Updates benutzen. Wenn die Option soft-updates nicht aktiviert ist, knnen Sie die Option nachtrglich mit tunefs(8) aktivieren. Fr neue Dateisysteme knnen Sie Option beim Anlegen mit newfs(8) aktivieren.

options          UFS_ACL           # Support for access control lists

Diese Option aktiviert die Untersttzung fr Zugriffskontrolllisten (ACL). Die ACLs hngen von erweiterten Attributen und UFS2 ab, eine genaue Beschreibung finden Sie in Abschnitt15.11, „Zugriffskontrolllisten fr Dateisysteme“. Die Zugriffskontrolllisten sind in der Voreinstellung aktiviert und sollten auch nicht deaktiviert werden, wenn Sie schon einmal auf einem Dateisystem verwendet wurden, da dies die Zugriffsrechte auf Dateien in unvorhersehbarer Art und Weise ndern kann.

options          UFS_DIRHASH       # Improve performance on big directories

Diese Option steigert die Geschwindigkeit von Plattenzugriffen auf groen Verzeichnissen. Dadurch verbraucht das System etwas mehr Speicher als vorher. Fr stark beschftigte Server oder Arbeitsplatzrechner sollten Sie diese Option aktiviert lassen. Auf kleineren Systemen, bei denen Speicher eine kostbare Ressource darstellt oder Systemen, auf denen die Geschwindigkeit der Plattenzugriffe nicht wichtig ist, wie Firewalls, knnen Sie diese Option abstellen.

options          MD_ROOT           # MD is a potential root device

Diese Option aktiviert die Unterstztung fr ein Root-Dateisystem auf einem speicherbasierten Laufwerk (RAM-Disk).

options          NFSCLIENT         # Network Filesystem Client
options          NFSSERVER         # Network Filesystem Server
options          NFS_ROOT          # NFS usable as /, requires NFSCLIENT

Das Network Filesystem. Wenn Sie keine Partitionen von einem UNIX File-Server ber TCP/IP einhngen wollen, knnen Sie diese Zeile auskommentieren.

options          MSDOSFS           # MSDOS Filesystem

Das MS-DOS Dateisystem. Sie knnen diese Zeile auskommentieren, wenn Sie nicht vorhaben, eine DOS-Partition beim Booten einzuhngen. Das ntige Modul wird ansonsten automatisch geladen, wenn Sie das erste Mal eine DOS-Partition einhngen. Auerdem knnen Sie mit den ausgezeichneten emulators/mtools aus der Ports-Sammlung auf DOS-Floppies zugreifen, ohne diese an- und abhngen zu mssen (MSDOSFS wird in diesem Fall nicht bentigt).

options          CD9660            # ISO 9660 Filesystem

Das ISO 9660 Dateisystem fr CD-ROMs. Sie knnen diese Zeile auskommentieren, wenn Sie kein CD-ROM-Laufwerk besitzen oder nur ab und an CDs einhngen. Das Modul wird automatisch geladen, sobald Sie das erste Mal eine CD einhngen. Fr Audio-CDs bentigen Sie dieses Dateisystem nicht.

options          PROCFS            # Process filesystem (requires PSEUDOFS)

Das Prozessdateisystem. Dies ist ein Pseudo-Dateisystem, das auf /proc eingehangen wird und es Programmen wie ps(1) erlaubt, mehr Informationen ber laufende Prozesse auszugeben. PROCFS sollte von FreeBSD nicht mehr bentigt werden, da die meisten Debug- und berwachungs-Werkzeuge nicht mehr darauf angewiesen sind. Daher wird das Prozessdateisystem auch nicht mehr automatisch in das System eingebunden.

options          PSEUDOFS          # Pseudo-filesystem framework

Kernel, die PROCFS verwenden, mssen auch die Option PSEUDOFS verwenden.

options          GEOM_PART_GPT          # GUID Partition Tables.

Diese Option ermglicht eine groe Anzahl Partitionen auf einem einzelnen Laufwerk.

options          COMPAT_43         # Compatible with BSD 4.3 [KEEP THIS!]

Stellt die Kompatibilitt zu 4.3BSD sicher. Belassen Sie diese Option, da sich manche Programme recht sonderbar verhalten werden, wenn Sie diese auskommentieren.

options          COMPAT_FREEBSD4   # Compatible with FreeBSD4

Diese Option stellt sicher, dass Anwendungen, die auf lteren FreeBSD Versionen bersetzt wurden und alte Systemaufrufe verwenden, noch lauffhig sind. Wir empfehlen, diese Option auf allen i386™-Systemen zu verwenden, auf denen vielleicht noch ltere Anwendungen laufen sollen. Auf Plattformen, die erst ab FreeBSD5.0 untersttzt werden (wie ia64 und SPARC), wird diese Option nicht bentigt.

options          COMPAT_FREEBSD5   # Compatible with FreeBSD5

Diese Option wird ab FreeBSD6.X bentigt, um Programme, die unter FreeBSD5.X-Versionen mit FreeBSD5.X-Systemaufrufen kompiliert wurden, unter FreeBSD6.X ausfhren zu knnen.

options          COMPAT_FREEBSD6   # Compatible with FreeBSD6

Diese Option wird ab FreeBSD7.X bentigt, um Programme, die unter FreeBSD6.X-Versionen mit FreeBSD6.X-Systemaufrufen kompiliert wurden, unter FreeBSD7.X ausfhren zu knnen.

options          COMPAT_FREEBSD7   # Compatible with FreeBSD7

Diese Option wird ab FreeBSD8.X bentigt, um Programme, die unter FreeBSD7.X-Versionen mit FreeBSD7.X-Systemaufrufen kompiliert wurden, unter FreeBSD8.X ausfhren zu knnen.

options          SCSI_DELAY=5000  # Delay (in ms) before probing SCSI

Dies weist den Kernel an, 5Sekunden zu warten, bevor er anfngt nach SCSI-Gerten auf dem System zu suchen. Wenn Sie nur IDE-Gerte besitzen, knnen Sie die Anweisung ignorieren. Sie knnen versuchen, den Wert zu senken, um den Startvorgang zu beschleunigen. Wenn FreeBSD dann Schwierigkeiten hat, Ihre SCSI-Gerte zu erkennen, sollten Sie den Wert natrlich wieder erhhen.

options          KTRACE            # ktrace(1) support

Dies schaltet die Kernel-Prozessverfolgung (engl. kernel process tracing) ein, die sehr ntzlich bei der Fehlersuche ist.

options          SYSVSHM           # SYSV-style shared memory

Diese Option aktiviert die Untersttzung fr SystemV Shared-Memory. Die XSHM-Erweiterung von X bentigt diese Option und viele Graphik-Programme werden die Erweiterung automatisch benutzen und schneller laufen. Wenn Sie X benutzen, sollten Sie diese Option auf jeden Fall aktivieren.

options          SYSVMSG           # SYSV-style message queues

Untersttzung fr SystemV Messages. Diese Option vergrert den Kernel nur um einige hundert Bytes.

options          SYSVSEM           # SYSV-style semaphores

Untersttzung fr SystemV Semaphoren. Dies wird selten gebraucht, vergrert aber den Kernel nur um einige hundert Bytes.

Anmerkung:

Die Option -p des Kommandos ipcs(1) zeigt Programme an, die diese SystemV Erweiterungen benutzen.

options 	     _KPOSIX_PRIORITY_SCHEDULING # POSIX P1003_1B real-time extensions

Echtzeit-Erweiterungen, die 1993 zu POSIX hinzugefgt wurden. Bestimmte Programme wie StarOffice benutzen diese Erweiterungen.

options          KBD_INSTALL_CDEV  # install a CDEV entry in /dev

Diese Option erstellt fr die Tastatur einen Eintrag im Verzeichnis /dev.

options          ADAPTIVE_GIANT    # Giant mutex is adaptive.

Giant ist der Name einer Sperre (Mutex) die viele Kernel-Ressourcen schtzt. Heutzutage ist Giant ein unannehmbarer Engpass, der die Leistung eines Systems beeintrchtigt. Daher wird Giant durch Sperren ersetzt, die einzelne Ressourcen schtzen. Die Option ADAPTIVE_GIANT fgt Giant zu den Sperren hinzu, auf die gewartet werden kann. Ein Thread, der die Sperre Giant von einem anderen Thread benutzt vorfindet, kann nun weiterlaufen und auf die Sperre Giant warten. Frher wre der Prozess in den schlafenden Zustand (sleep) gewechselt und htte darauf warten mssen, dass er wieder laufen kann. Wenn Sie sich nicht sicher sind, belassen Sie diese Option.

Anmerkung:

Beachten Sie, dass ab FreeBSD 8.0-RELEASE und neuer alle Mutexe in der Voreinstellung adaptiv sein werden, es sei denn, Sie werden durch das Setzen der Option NO_ADAPTIVE_MUTEXES explizit als nichtadaptiv deklariert. Als Folge dessen ist Giant nun in in der Voreinstellung ebenfalls adaptiv, daher ist in diesen Versionen die Kerneloption ADAPTIVE_GIANT nicht mehr in der Kernelkonfigurationsdatei enthalten.

device          apic               # I/O APIC

Das apic-Gerlt ermglicht die Benutzung des I/O APIC fr die Interrupt-Auslieferung. Das apic-Gerlt kann mit Kerneln fr Einprozessorsysteme und Mehrprozessorsysteme benutzt werden. Kernel fr Mehrprozessorsysteme bentigen diese Option zwingend. Die Untersttzung fr Mehrprozessorsysteme aktivieren Sie mit der Option options SMP.

Anmerkung:

Das apic-Gert existiert nur unter der i386-Architektur, daher ist es sinnlos, diese Zeile unter einer anderen Architektur in Ihre Kernelkonfigurationsdatei aufzunehmen.

device          eisa

Fgen Sie diese Zeile ein, wenn Sie ein EISA-Motherboard besitzen. Dies aktiviert die Erkennung und Konfiguration von allen Gerten auf dem EISA Bus.

device          pci

Wenn Sie ein PCI-Motherboard besitzen, fgen Sie diese Zeile ein. Dies aktiviert die Erkennung von PCI-Karten und die PCI-ISA bridge.

# Floppy drives
device          fdc

Der Floppy-Controller.

# ATA and ATAPI devices
device          ata

Dieser Treiber untersttzt alle ATA und ATAPI Gerte. Eine device ata Zeile reicht aus und der Kernel wird auf modernen Maschinen alle PCI ATA/ATAPI Gerte entdecken.

device          atadisk                 # ATA disk drives

Fr ATA-Plattenlaufwerke brauchen Sie diese Zeile zusammen mit device ata.

device          ataraid                 # ATA RAID drives

Fr ATA-RAID brauchen Sie diese Zeile zusammen mit device ata.


device          atapicd                 # ATAPI CDROM drives

Zusammen mit device ata wird dies fr ATAPI CD-ROM Laufwerke bentigt.

device          atapifd                 # ATAPI floppy drives

Zusammen mit device ata wird dies fr ATAPI Floppy Laufwerke bentigt.

device          atapist                 # ATAPI tape drives

Zusammen mit device ata wird dies fr ATAPI Bandlaufwerke bentigt.

options         ATA_STATIC_ID           # Static device numbering

Erzwingt eine statische Gertenummer fr den Controller; ohne diese Option werden die Nummern dynamisch zugeteilt.

# SCSI Controllers
device          ahb        # EISA AHA1742 family
device          ahc        # AHA2940 and onboard AIC7xxx devices
options         AHC_REG_PRETTY_PRINT     # Print register bitfields in debug
                                         # output.  Adds ~128k to driver.
device          ahd        # AHA39320/29320 and onboard AIC79xx devices
options         AHD_REG_PRETTY_PRINT     # Print register bitfields in debug
                                         # output.  Adds ~215k to driver.
device          amd        # AMD 53C974 (Teckram DC-390(T))
device          isp        # Qlogic family
#device         ispfw      # Firmware for QLogic HBAs- normally a module
device          mpt        # LSI-Logic MPT-Fusion
#device         ncr        # NCR/Symbios Logic
device          sym        # NCR/Symbios Logic (newer chipsets + those of `ncr'))
device          trm        # Tekram DC395U/UW/F DC315U adapters

device          adv        # Advansys SCSI adapters
device          adw        # Advansys wide SCSI adapters
device          aha        # Adaptec 154x SCSI adapters
device          aic        # Adaptec 15[012]x SCSI adapters, AIC-6[23]60.
device          bt         # Buslogic/Mylex MultiMaster SCSI adapters

device          ncv        # NCR 53C500
device          nsp        # Workbit Ninja SCSI-3
device          stg        # TMC 18C30/18C50

SCSI-Controller. Kommentieren Sie alle Controller aus, die sich nicht in Ihrem System befinden. Wenn Sie ein IDE-System besitzen, knnen Sie alle Eintrge entfernen. Die Zeilen mit den *_REG_PRETTY_PRINT-Eintrgen aktivieren Debugging-Optionen fr die jeweiligen Treiber.

# SCSI peripherals
device          scbus      # SCSI bus (required for SCSI)
device          ch         # SCSI media changers
device          da         # Direct Access (disks)
device          sa         # Sequential Access (tape etc)
device          cd         # CD
device          pass       # Passthrough device (direct SCSI access)
device          ses        # SCSI Environmental Services (and SAF-TE)

SCSI Peripheriegerte. Kommentieren Sie wieder alle Gerte aus, die Sie nicht besitzen. Besitzer von IDE-Systemen knnen alle Eintrge entfernen.

Anmerkung:

Der USB-umass(4)-Treiber und einige andere Treiber benutzen das SCSI-Subsystem obwohl sie keine SCSI-Gerte sind. Belassen Sie die SCSI-Untersttzung im Kernel, wenn Sie solche Treiber verwenden.

# RAID controllers interfaced to the SCSI subsystem
device          amr        # AMI MegaRAID
device          arcmsr     # Areca SATA II RAID
device          asr        # DPT SmartRAID V, VI and Adaptec SCSI RAID
device          ciss       # Compaq Smart RAID 5*
device          dpt        # DPT Smartcache III, IV - See NOTES for options
device          hptmv      # Highpoint RocketRAID 182x
device          hptrr      # Highpoint RocketRAID 17xx, 22xx, 23xx, 25xx
device          iir        # Intel Integrated RAID
device          ips        # IBM (Adaptec) ServeRAID
device          mly        # Mylex AcceleRAID/eXtremeRAID
device          twa        # 3ware 9000 series PATA/SATA RAID

# RAID controllers
device          aac        # Adaptec FSA RAID
device          aacp       # SCSI passthrough for aac (requires CAM)
device          ida        # Compaq Smart RAID
device          mfi        # LSI MegaRAID SAS
device          mlx        # Mylex DAC960 family
device          pst        # Promise Supertrak SX6000
device          twe        # 3ware ATA RAID

Untersttzte RAID Controller. Wenn Sie keinen der aufgefhrten Controller besitzen, kommentieren Sie die Eintrge aus oder entfernen sie.

# atkbdc0 controls both the keyboard and the PS/2 mouse
device          atkbdc     # AT keyboard controller

Der Tastatur-Controller (atkbdc) ist fr die Ein- und Ausgabe von AT-Tastaturen und PS/2 Zeigegerten (z.B. einer Maus) verantwortlich. Dieser Controller wird vom Tastaturtreiber (atkbd) und dem PS/2 Gertetreiber (psm) bentigt.

device          atkbd      # AT keyboard

Zusammen mit dem atkbdc Controller bietet der atkbd Treiber Zugriff auf AT-Tastaturen.

device          psm        # PS/2 mouse

Benutzen Sie dieses Gert, wenn Sie eine Maus mit PS/2 Anschluss besitzen.

device          kbdmux        # keyboard multiplexer

Basisuntersttzung fr Tastaturmultiplexer. Verwenden Sie nur eine einzige Tastatur, knnen Sie diese Zeile aus Ihrer Kernelkonfigurationsdatei entfernen.

device          vga        # VGA video card driver

Der Grafikkartentreiber.

device          splash     # Splash screen and screen saver support

Zeigt einen Splash Screen beim Booten. Diese Zeile wird auch von den Bildschirmschonern bentigt.

# syscons is the default console driver, resembling an SCO console
device          sc

sc ist in der Voreinstellung der Treiber fr die Konsole, die der SCO-Konsole hnelt. Da die meisten bildschirmorientierten Programme auf die Konsole mit Hilfe einer Datenbank wie termcap zugreifen, sollte es keine Rolle spielen, ob Sie diesen Treiber oder vt, den VT220 kompatiblen Konsolentreiber einsetzen. Wenn Sie Probleme mit bildschirmorientierten Anwendungen unter dieser Konsole haben, setzen Sie beim Anmelden die Variable TERM auf den Wert VT220.

# Enable this for the pcvt (VT220 compatible) console driver
#device          vt
#options         XSERVER          # support for X server on a vt console
#options         FAT_CURSOR       # start with block cursor

Der VT220 kompatible Konsolentreiber ist kompatibel zu VT100/102. Auf einigen Laptops, die aufgrund der Hardware inkompatibel zum sc Treiber sind, funktioniert dieser Treiber gut. Beim Anmelden sollten Sie die Variable TERM auf den Wert vt100 setzen. Dieser Treiber kann sich als ntzlich erweisen, wenn Sie sich ber das Netzwerk auf vielen verschiedenen Maschinen anmelden, da dort oft Eintrge in termcap oder terminfo fr das sc Gert fehlen. Dagegen sollte vt100 auf jeder Plattform untersttzt werden.

device          agp

Fgen Sie diese Zeile ein, wenn Sie eine AGP-Karte besitzen. Damit werden Motherboards mit AGP und AGP GART untersttzt.

# Power management support (see NOTES for more options)
#device          apm

Untersttzung zur Energieverwaltung. Diese Option ist ntzlich fr Laptops, allerdings ist sie in GENERIC deaktiviert.

# Add suspend/resume support for the i8254.
device           pmtimer

Zeitgeber fr Ereignisse der Energieverwaltung (APM und ACPI).

# PCCARD (PCMCIA) support
# PCMCIA and cardbus bridge support
device          cbb               # cardbus (yenta) bridge
device          pccard            # PC Card (16-bit) bus
device          cardbus           # CardBus (32-bit) bus

PCMCIA Untersttzung. Wenn Sie einen Laptop benutzen, brauchen Sie diese Zeile.

# Serial (COM) ports
device          sio               # 8250, 16[45]50 based serial ports

Die seriellen Schnittstellen, die in der MS-DOS- und Windows-Welt COM genannt werden.

Anmerkung:

Wenn Sie ein internes Modem, das COM4 benutzt, besitzen und eine serielle Schnittstelle haben, die auf COM2 liegt, mssen Sie den IRQ des Modems auf 2 setzen (wegen undurchsichtigen technischen Grnden ist IRQ2 gleich IRQ9). Wenn Sie eine serielle Multiport-Karte besitzen, entnehmen Sie bitte die Werte, die Sie in die Datei /boot/device.hints einfgen mssen, der Hilfeseite sio(4). Einige Graphikkarten, besonders die auf S3-Chips basierten, benutzen IO-Adressen der Form 0x*2e8 und manche billige serielle Karten dekodieren den 16-Bit IO-Adressraum nicht sauber. Dies fhrt zu Konflikten und blockiert dann die COM4-Schnittstelle.

Jeder seriellen Schnittstelle muss ein eigener IRQ zugewiesen werden (wenn Sie eine Multiport-Karte verwenden, bei der das Teilen von Interrupts untersttzt wird, muss das nicht der Fall sein), daher knnen in der Voreinstellung COM3 und COM4 nicht benutzt werden.

# Parallel port
device          ppc

Die parallele Schnittstelle auf dem ISA Bus.

device          ppbus      # Parallel port bus (required)

Untersttzung fr den Bus auf der parallelen Schnittstelle.

device          lpt        # Printer

Untersttzung fr Drucker ber die parallele Schnittstelle.

Anmerkung:

Sie brauchen jede der drei Zeilen, um die Untersttzung fr einen Drucker an der parallelen Schnittstelle zu aktivieren.

device          plip       # TCP/IP over parallel

Der Treiber fr das Netzwerkinterface ber die parallele Schnittstelle.

device          ppi        # Parallel port interface device

Allgemeine I/O (geek port) und IEEE1284 I/O Untersttzung.

#device         vpo        # Requires scbus and da

Dies aktiviert den Treiber fr ein Iomega Zip Laufwerk. Zustzlich bentigen Sie noch die Untersttzung fr scbus und da. Die beste Performance erzielen Sie, wenn Sie die Schnittstelle im EPP 1.9 Modus betreiben.

#device         puc

Aktivieren Sie diesen Treiber, wenn Sie eine serielle oder parallele PCI-Karte besitzen, die vom Treiber puc(4) untersttzt wird.

# PCI Ethernet NICs.
device          de         # DEC/Intel DC21x4x (Tulip)
device          em         # Intel PRO/1000 adapter Gigabit Ethernet Card
device          ixgb       # Intel PRO/10GbE Ethernet Card
device          txp        # 3Com 3cR990 (Typhoon)
device          vx         # 3Com 3c590, 3c595 (Vortex)

Verschiedene Treiber fr PCI-Netzwerkkarten. Gerte, die sich nicht in Ihrem System befinden, knnen Sie entfernen oder auskommentieren.

# PCI Ethernet NICs that use the common MII bus controller code.
# NOTE: Be sure to keep the 'device miibus' line in order to use these NICs!
device          miibus     # MII bus support

Einige PCI 10/100 Ethernet Netzwerkkarten, besonders die, die MII-fhige Transceiver verwenden oder Transceiver-Steuerungen implementieren, die hnlich wie MII funktionieren, bentigen die Untersttzung fr den MII-Bus. Die Zeile device miibus fgt dem Kernel die Untersttzung fr das allgemeine miibus API und allen PHY-Treibern hinzu.

device          bce        # Broadcom BCM5706/BCM5708 Gigabit Ethernet
device          bfe        # Broadcom BCM440x 10/100 Ethernet
device          bge        # Broadcom BCM570xx Gigabit Ethernet
device          dc         # DEC/Intel 21143 and various workalikes
device          fxp        # Intel EtherExpress PRO/100B (82557, 82558)
device          lge        # Level 1 LXT1001 gigabit ethernet
device          msk        # Marvell/SysKonnect Yukon II Gigabit Ethernet
device          nge        # NatSemi DP83820 gigabit ethernet
device          nve        # nVidia nForce MCP on-board Ethernet Networking
device          pcn        # AMD Am79C97x PCI 10/100 (precedence over 'lnc')
device          re         # RealTek 8139C+/8169/8169S/8110S
device          rl         # RealTek 8129/8139
device          sf         # Adaptec AIC-6915 (Starfire)
device          sis        # Silicon Integrated Systems SiS 900/SiS 7016
device          sk         # SysKonnect SK-984x & SK-982x gigabit Ethernet
device          ste        # Sundance ST201 (D-Link DFE-550TX)
device          stge       # Sundance/Tamarack TC9021 gigabit Ethernet
device          ti         # Alteon Networks Tigon I/II gigabit Ethernet
device          tl         # Texas Instruments ThunderLAN
device          tx         # SMC EtherPower II (83c170 EPIC)
device          vge        # VIA VT612x gigabit ethernet
device          vr         # VIA Rhine, Rhine II
device          wb         # Winbond W89C840F
device          xl         # 3Com 3c90x (Boomerang, Cyclone)

Treiber, die den MII Bus Controller Code benutzen.

# ISA Ethernet NICs.  pccard NICs included.
device          cs         # Crystal Semiconductor CS89x0 NIC
# 'device ed' requires 'device miibus'
device          ed         # NE[12]000, SMC Ultra, 3c503, DS8390 cards
device          ex         # Intel EtherExpress Pro/10 and Pro/10+
device          ep         # Etherlink III based cards
device          fe         # Fujitsu MB8696x based cards
device          ie         # EtherExpress 8/16, 3C507, StarLAN 10 etc.
device          lnc        # NE2100, NE32-VL Lance Ethernet cards
device          sn         # SMC's 9000 series of Ethernet chips
device          xe         # Xircom pccard Ethernet

# ISA devices that use the old ISA shims
#device         le

Treiber fr ISA Ethernet Karten. Schauen Sie in /usr/src/sys/i386/conf/NOTES nach, um zu sehen, welche Karte von welchem Treiber untersttzt wird.

# Wireless NIC cards
device          wlan       # 802.11 support

Generische 802.11-Untersttzung. Diese Zeile wird unbedingt bentigt, wenn Sie WLAN nutzen wollen.

device          wlan_wep        # 802.11 WEP support
device          wlan_ccmp       # 802.11 CCMP support
device          wlan_tkip       # 802.11 TKIP support

Krypto-Untersttzung fr 802.11-Gerte. Sie bentigen diese Zeilen, wenn Sie Ihr drahtloses Netzwerk verschlsseln und die 802.11-Sicherheitsprotokolle einsetzen wollen.

device          an              # Aironet 4500/4800 802.11 wireless NICs
device          ath             # Atheros pci/cardbus NIC's
device          ath_hal         # Atheros HAL (Hardware Access Layer)
device          ath_rate_sample # SampleRate tx rate control for ath
device          awi        # BayStack 660 and others
device          ral        # Ralink Technology RT2500 wireless NICs.
device          wi         # WaveLAN/Intersil/Symbol 802.11 wireless NICs.
#device         wl         # Older non 802.11 Wavelan wireless NIC.

Treiber fr drahtlose Netzwerkkarten (WLAN).

# Pseudo devices
device   loop          # Network loopback

Das TCP/IP Loopback Device. Wenn Sie eine Telnet oder FTP Verbindung zu localhost (alias 127.0.0.1) aufbauen, erstellen Sie eine Verbindung zu sich selbst durch dieses Device. Die Angabe dieser Option ist verpflichtend.

device   random        # Entropy device

Kryptographisch sicherer Zufallszahlengenerator.

device   ether         # Ethernet support

ether brauchen Sie nur, wenn Sie eine Ethernet-Karte besitzen. Der Treiber untersttzt das Ethernet-Protokoll.

device   sl            # Kernel SLIP

sl aktiviert die SLIP-Untersttzung. SLIP ist fast vollstndig von PPP verdrngt worden, da letzteres leichter zu konfigurieren, besser geeignet fr Modem zu Modem Kommunikation und mchtiger ist.

device   ppp           # Kernel PPP

Dies ist Kernel Untersttzung fr PPP-Whlverbindungen. Es existiert auch eine PPP-Version im Userland, die den tun Treiber benutzt. Die Userland-Version ist flexibler und bietet mehr Option wie die Wahl auf Anforderung.

device   tun           # Packet tunnel.

Dies wird vom der Userland PPP benutzt. Die Zahl hinter tun gibt die Anzahl der untersttzten gleichzeitigen Verbindungen an. Weitere Informationen erhalten Sie im Abschnitt PPP dieses Handbuchs.


device   pty           # Pseudo-ttys (telnet etc)

Dies ist ein Pseudo-Terminal oder simulierter Login-Terminal. Er wird von einkommenden telnet und rlogin Verbindungen, xterm und anderen Anwendungen wie Emacs benutzt.

device   md            # Memory disks

Pseudo-Gert fr Speicher-Laufwerke.

device   gif           # IPv6 and IPv4 tunneling

Dieses Gert tunnelt IPv6 ber IPv4, IPv4 ber IPv6, IPv4 ber IPv4 oder IPv6 ber IPv6. Das Gert gif kann die Anzahl der bentigten Gerte automatisch bestimmen (auto-cloning).

device   faith         # IPv6-to-IPv4 relaying (translation)

Dieses Pseudo-Gert fngt zu ihm gesendete Pakete ab und leitet Sie zu einem Dmon weiter, der Verkehr zwischen IPv4 und IPv6 vermittelt.

# The `bpf' device enables the Berkeley Packet Filter.
# Be aware of the administrative consequences of enabling this!
# Note that 'bpf' is required for DHCP.
device   bpf           # Berkeley packet filter

Das ist der Berkeley Paketfilter. Dieses Pseudo-Gert kann Netzwerkkarten in den promiscuous Modus setzen und erlaubt es damit, Pakete auf einem Broadcast Netzwerk (z.B. einem Ethernet) einzufangen. Die Pakete knnen auf der Festplatte gespeichert und mit tcpdump(1) untersucht werden.

Anmerkung:

Das bpf(4)-Gert wird von dhclient(8) genutzt, um die IP-Adresse des Default-Routers zu bekommen. Wenn Sie DHCP benutzen, lassen Sie diese Option bitte aktiviert.

# USB support
device          uhci          # UHCI PCI->USB interface
device          ohci          # OHCI PCI->USB interface
device          ehci          # EHCI PCI->USB interface (USB 2.0)
device          usb           # USB Bus (required)
#device         udbp          # USB Double Bulk Pipe devices
device          ugen          # Generic
device          uhid          # Human Interface Devices
device          ukbd          # Keyboard
device          ulpt          # Printer
device          umass         # Disks/Mass storage - Requires scbus and da
device          ums           # Mouse
device          ural