12.15. Hinzufügen von Swap-Bereichen

Egal wie vorausschauend Sie planen, manchmal entspricht ein System einfach nicht Ihren Erwartungen. Es ist leicht, mehr Swap-Bereiche hinzuzufügen. Dazu stehen Ihnen drei Wege offen: Sie können eine neue Platte einbauen, den Swap-Bereich über NFS ansprechen oder eine Swap-Datei auf einer existierenden Partition einrichten.

Für Informationen zur Verschlüsselung von Swap-Partitionen, zu den dabei möglichen Optionen sowie zu den Gründen für eine Verschlüsselung des Auslagerungsspeichers lesen Sie bitte Abschnitt 19.15, „Den Auslagerungsspeicher verschlüsseln“ des Handbuchs.

12.15.1. Swap auf einer neuen oder existierenden Festplatte

Das Hinzufügen einer neuen Festplatte für Swap-Bereich bietet eine bessere Leistung, als das Hinzufügen einer Partition auf einem vorhandenem Laufwerk. Die Einrichtung von Partitionen und Laufwerken wird in Abschnitt 19.3, „Hinzufügen von Laufwerken“ beschrieben. Abschnitt 12.2, „Vorbereitende Konfiguration“ diskutiert Aspekte über die Anordnung und Größe von Swap-Bereichen.

Benutzen Sie swapon(8) um eine Swap-Partition zum System hinzuzufügen. Zum Beispiel:

# swapon
/dev/ada1s1b

Warnung:

Sie können jede Partition verwenden, sofern sie nicht schon eingehangen ist. Das gilt auch dann, wenn die Partition bereits Daten enthält. Wird swapon(8) auf einer Partition ausgeführt die noch Daten enthält, werden die vorhandenen Daten überschrieben und sind unweigerlich verloren. Stellen Sie sicher, das die Partition, die Sie als Swap-Bereich hinzufügen möchten, wirklich die gewünschte Partition ist, bevor sie swapon(8) ausführen.

Um diese Swap-Partition automatisch beim Systemstart hinzuzufügen, fügen Sie einen Eintrag für die Partition in /etc/fstab hinzu:

/dev/ada1s1b	none	swap	sw	0	0

Die einzelnen Einträge von /etc/fstab werden in fstab(5) erläutert.

12.15.2. Swap-Bereiche über NFS

Swap-Bereiche über NFS sollten Sie nur dann einsetzen, wenn Sie über keine lokale Platte verfügen, da es durch die zur Verfügung stehende Bandbreite limitiert wird und außerdem den NFS-Server zusätzlich belastet.

12.15.3. Swap-Dateien

Sie können eine Datei festgelegter Größe als Swap-Bereich nutzen. Im folgenden Beispiel werden wir eine 64 MB große Datei mit Namen /usr/swap0 benutzen, Sie können natürlich einen beliebigen Namen für den Swap-Bereich benutzen.

Beispiel 12.1. Erstellen einer Swap-Datei
  1. Der GENERIC-Kernel unterstützt bereits RAM-Disks (md(4)), welche für diese Aktion benötigt werden. Wenn Sie einen eigenen Kernel erstellen, vergewissern Sie sicher, dass die folgende Zeile in ihrer Kernel-Konfigurationsdatei enthalten ist:

    device   md

    Informationen, wie man einen eigenen Kernel erstellen kann, erhalten Sie in Kapitel 9, Konfiguration des FreeBSD-Kernels.

  2. Legen Sie die Swap-Datei /usr/swap0 an:

    # dd if=/dev/zero of=/usr/swap0 bs=1024k count=64
  3. Setzen Sie die richtigen Berechtigungen für /usr/swap0:

    # chmod 0600 /usr/swap0
  4. Aktivieren Sie die Swap-Datei /etc/rc.conf:

    swapfile="/usr/swap0"   # Set to name of swapfile if aux swapfile desired.
  5. Um die Swap-Datei zu aktivieren, führen Sie entweder einen Neustart durch oder geben das folgende Kommando ein:

    # mdconfig -a -t vnode -f /usr/swap0 -u 0 && swapon /dev/md0

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