8. Die nächsten Schritte

Sie sollten nun alle wichtigen Werkzeuge kennen, um sich auf Ihrem System zurechtzufinden, Dateien zu editieren und alles am Laufen zu halten. Viele nützliche Informationen finden sich im FreeBSD-Handbuch (das vielleicht schon auf Ihrer Festplatte ist) und auf der FreeBSD Webseite. Viele Softwarepakte und Ports sind sowohl auf der FreeBSD-CD-ROM als auch auf der Webseite verfügbar. Im Handbuch finden Sie Hinweise, wie Sie mit diesen arbeiten können. Pakete installieren Sie mit pkg_add /cdrom/packages/All/Paketname, wobei Paketname für den Dateinamen des Paketes steht. Auf der CD-ROM finden Sie auch eine Liste der Pakete und Ports inklusive einer kurzen Beschreibung. Lesen Sie dazu cdrom/packages/index, cdrom/packages/index.txt sowie cdrom/ports/index. Eine ausführliche Beschreibung den jeweiligen Ports finden Sie in /cdrom/ports/*/*/pkg-descr, wobei die *-Zeichen für die Kategorie und das Unterverzeichnis des jeweiligen Programms stehen.

Falls Ihnen die Beschreibung zur Installation von Ports von der CD-ROM im Handbuch zu kompliziert erscheint (mit Programmen wie lndir und anderen), finden Sie hier eine alternative Beschreibung, die in der Regel problemlos funktioniert:

Suchen Sie zuerst den Port, den Sie installieren möchten, etwa kermit. Auf der CD-ROM sollte dafür ein entsprechendes Verzeichnis vorhanden sein. Kopieren Sie dieses Unterverzeichnis nach /usr/local (ein guter Platz für Programme, die hinzugefügt werden und allen Benutzern zugänglich sein sollen):

# cp -R /cdrom/ports/comm/kermit /usr/local

Danach wird das Verzeichnis /usr/local/kermit angelegt, in dem sich alle Dateien des Unterverzeichnisses kermit der CD-ROM finden.

Danach legen Sie mit mkdir das Verzeichnis /usr/ports/distfiles an, falls dieses noch nicht existiert. Suchen Sie dann in /cdrom/ports/distfiles nach der Datei, die dem Namen des Ports gleicht, den Sie installieren möchten. Kopieren Sie diese Datei nach /usr/ports/distfiles. Unter neueren Versionen können Sie diesen Schritt überspringen, da FreeBSD dies automatisch erledigt.

Wechseln Sie nun mit cd nach /usr/local/kermit. In diesem Verzeichnis befindet sich bereits ein Makefile. Geben Sie hier Folgendes ein:

# make all install

Während der Installation wird sich der Port alle gepackten Dateien via FTP holen, die zur Installation benötigt werden, aber nicht auf der CD-ROM oder unter /usr/ports/distfiles vorhanden sind. Falls Sie noch keine Internetverbindung haben und die benötigten Dateien nicht in /cdrom/ports/distfiles vorhanden sind, müssen Sie sich die Dateien über einem anderen Rechner besorgen und manuell nach /usr/ports/distfiles kopieren (entweder über eine Diskette oder durch das Einhängen einer DOS-Partition. Sehen Sie im Makefile (mit cat, more oder view) nach, wo die Dateien zu finden sind (meist auf der Hauptseite des Programms) und besorgen Sie sich die Datei. Laden Sie die Datei unter DOS herunter, wird der Dateiname möglicherweise gekürzt. In diesem Fall müssen Sie, nachdem die Datei nach /usr/ports/distfiles kopiert wurde, den ursprünglichen Namen mit mv wiederherstellen, damit die Datei von der Installationsroutine gefunden werden kann. Laden Sie die Datei mit FTP herunter, müssen Sie den Binär-Modus verwenden. Nun wechseln Sie zurück nach /usr/local/kermit (hier befindet sich ja das zur Installation nötige Makefile) und installieren das Programm mit make all install.

Beim Installieren von Ports oder Paketen kann es auch passieren, dass andere Programme benötigt werden. Falls die Installation beispielsweise mit can't find unzip oder einer ähnlichen Meldung abbricht, müssen Sie zuerst das unzip-Paket oder den entsprechende Port installieren, bevor Sie mit der Installation fortfahren können.

Ist die Installation abgeschlossen, geben Sie rehash ein, damit FreeBSD den Pfad neu einliest und weiß, wo welche Programme zu finden sind. (Falls beim Ausführen von whereis oder which viele Fehlermeldungen wie path not found auftreten, müssen Sie die Pfad-Anweisungen in Ihrer .cshrc im Heimatverzeichnis erweitern. Die Pfad-Anweisung tut unter UNIX® dasselbe wie unter DOS. Das aktuelle Verzeichnis ist allerdings aus Sicherheitsgründen nicht im voreingestellten Ausführungspfad enthalten. Befindet sich die auszuführende Datei im aktuellen Verzeichnis, muss ./ vor dem Befehl eingegeben werden, (wobei nach dem Slash kein Leerzeichen stehen darf), damit die Datei ausgeführt wird.)

Vielleicht möchten Sie auch die neueste Version des Netscape®-Browsers (zu finden auf der FTP-Seite von Netscape®) installieren, von der es auch eine FreeBSD-Version gibt. Dazu müssen Sie allerdings das X Window-System installiert haben. Nach dem Herunterladen verwenden Sie gunzip dateiname und tar xvf dateiname, um die Datei zu entpacken. Danach kopieren Sie die Binärdatei nach /usr/local/bin oder ein anderes Verzeichnis Ihres Pfades, und geben abschließend rehash ein. Fügen Sie dann in /etc/csh.cshrc, der systemweiten Konfigurationsdatei von csh, folgende Zeilen ein:

setenv XKEYSYMDB /usr/X11R6/lib/X11/XKeysymDB
setenv XNLSPATH /usr/X11R6/lib/X11/nls

Dabei wird davon ausgegangen, dass XKeysymDB und das Verzeichnis nls sich unter /usr/X11R6/lib/X11 befinden. Ist dies auf Ihrem System nicht der Fall, müssen Sie diese finden und dorthin kopieren.

Falls Sie Netscape® schon als Port von der CD-ROM oder über FTP installiert haben, achten Sie unbedingt darauf, nicht versehentlich /usr/local/bin/netscape durch die neue Binärdatei zu ersetzen, da es sich bei dieser Datei nur um ein Shell-Skript handelt, das die Umgebungsvariablen für Sie setzt. Nennen Sie die neue Binärdatei stattdessen besser netscape.bin und ersetzen Sie die alte Version /usr/local/netscape/netscape.

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