Kapitel 7. Fortgeschrittene pkg-plist-Methoden

Inhaltsverzeichnis
7.1. Änderungen an pkg-plist mit Hilfe von make-Variablen
7.2. Leere Verzeichnisse
7.3. Konfigurationsdateien
7.4. Dynamische oder statische Paketliste
7.5. Automatisiertes Erstellen von Paketlisten

7.1. Änderungen an pkg-plist mit Hilfe von make-Variablen

Einige Ports, insbesondere die p5--Ports, müssen, abhängig von ihren Konfigurationsoptionen (oder im Falle der p5-Ports von der perl-Version), die pkg-plist verändern. Um dies zu vereinfachen, werden für jeden Eintrag in pkg-plist die Variablen %%OSREL%%, %%PERL_VER%% und %%PERL_VERSION%% durch die jeweiligen Werte ersetzt. Der Wert von %%OSREL%% ist die Revisionsnummer des Betriebssystems (z.B. 4.9). %%PERL_VERSION%% und %%PERL_VER%% geben die vollständige Versionsnummer von perl (z.B. 5.8.9) an. Weitere, die Dokumentationsdateien des Ports betreffende %%VARS%%, werden im entsprechenden Abschnitt erläutert.

Falls Sie weitere Ersetzungen von Variablen durchführen müssen, können Sie in der Variable PLIST_SUB eine Liste von VAR=VALUE-Paaren angeben, wobei in der pkg-plist %%VAR%% durch VALUE ersetzt wird.

Wenn Sie z.B. einen Port haben, der viele Dateien in ein versionsspezifisches Unterverzeichnis installiert, dann können Sie etwas wie

OCTAVE_VERSION= 2.0.13
PLIST_SUB=      OCTAVE_VERSION=${OCTAVE_VERSION}

in das Makefile schreiben und %%OCTAVE_VERSION%% verwenden, unabhängig davon, wo die Variable in pkg-plist verwendet wird. In diesem Fall müssen Sie bei einem Upgrade des Ports nicht dutzende (oder manchmal sogar hunderte) Zeilen in pkg-plist anpassen.

Falls Ihr Port in Abhängigkeit von den ausgewählten Optionen Dateien installiert, ist es üblich, den entsprechenden Zeilen in der pkg-plist eine Zeichenfolge %%TAG%% voranzustellen, wobei der Platzhalter TAG der Variablen PLIST_SUB im Makefile bei gleichzeitiger Zuweisung des speziellen Werts @comment hinzugefügt wird, der die Paket-Werkzeuge die Zeile ignorieren lässt:

.if defined(WITH_X11)
PLIST_SUB+= X11=""
.else
PLIST_SUB+= X11="@comment "
.endif

und in der pkg-plist:

%%X11%%bin/foo-gui

Diese Ersetzung (ebenso wie das Hinzufügen weiterer Manualpages) wird zwischen den pre-install- und do-install-Targets ausgeführt, indem aus PLIST gelesen und in TMPPLIST geschrieben wird (Standard: WRKDIR/.PLIST.mktmp). Falls Ihr Port also PLIST während dem Erstellen generiert, so sollte dies vor oder in pre-install geschehen. Muss Ihr Port die resultierende Datei verändern, so sollte dies in post-install mit der Ausgabedatei TMPPLIST erfolgen.

Eine weitere Möglichkeit, die Paketliste eines Ports zu verändern, besteht darin die Variablen PLIST_FILES und PLIST_DIRS zu setzen. Der Wert jeder der beiden Variablen stellt eine Liste von Pfadnamen dar, die zusammen mit dem Inhalt von PLIST in TMPPLIST geschrieben wird. Dabei unterliegen die Namen in PLIST_FILES und PLIST_DIRS der weiter oben beschriebenen Substitution von %%VAR%%. Die Namen aus PLIST_FILES werden ansonsten unverändert in die endgültige Paketliste übernommen, während den Namen aus PLIST_DIRS noch der Wert von @dirrm vorangestellt wird. Damit die Verwendung von PLIST_FILES und PLIST_DIRS überhaupt möglich ist, müssen diese gesetzt werden, bevor TMPPLIST geschrieben wird – z.B. in pre-install oder vorher.

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