5.7. Grafische Oberflächen

Beigetragen von Valentino Vaschetto.

Dieser Abschnitt beschreibt die Installation der drei beliebtesten grafischen Oberflächen unter FreeBSD. Eine Oberfläche kann alles von einem einfachen Window-Manager bis hin zu kompletten Anwendungen sein. Mehr als einhundert grafische Oberflächen stehen in der Kategorie x11-wm der Ports-Sammlung zur Verfügung.

5.7.1. GNOME

GNOME ist eine benutzerfreundliche Oberfläche. Es besitzt eine Leiste, mit der Anwendungen gestartet werden und die Statusinformationen anzeigen kann. Programme und Daten können auf der Oberfläche abgelegt werden und Standardwerkzeuge stehen zur Verfügung. Es gibt Konventionen, die es Anwendungen leicht machen, zusammenzuarbeiten und ein konsistentes Erscheinungsbild garantieren. Weitere Informationen zu GNOME unter FreeBSD finden Sie unter http://www.FreeBSD.org/gnome. Die Webseite enthält zusätzliche Informationen über die Installation, Konfiguration und Verwaltung von GNOME unter FreeBSD.

Diese grafische Oberfläche kann als Paket installiert werden:

# pkg install gnome3

Um GNOME stattdessen aus der Ports-Sammlung zu übersetzen, nutzen Sie das folgende Kommando. GNOME ist eine große Anwendung, die sogar auf einem schnellen Computer einige Zeit zum Übersetzten benötigt.

# cd /usr/ports/x11/gnome3
# make install clean

GNOME benötigt ein eingehängtes /proc Dateisystem. Fügen Sie daher die folgende Zeile in /etc/fstab ein, damit procfs(5) beim Systemstart automatisch eingehängt wird:

proc           /proc       procfs  rw  0   0

GNOME benötigt D-Bus und HAL für einen Nachrichtenbus und Hardware Abstraktion. Diese Anwendungen werden automatisch als Abhängigkeiten von GNOME installiert. Aktivieren Sie die Dienste in /etc/rc.conf, sodass sie automatisch gestartet werden wenn das System bootet:

dbus_enable="YES"
hald_enable="YES"

Nach der Installation weisen Sie Xorg an, GNOME zu starten. Der einfachste Weg, dies zu tun, ist über den GNOME Display Manager GDM, der als Teil des GNOME-Desktops installiert wird. Um GDM zu aktivieren, fügen Sie folgende Zeile in /etc/rc.conf ein:

gdm_enable="YES"

In der Regel ist es ratsam, alle GNOME-Dienste zu starten. Um dies zu erreichen, fügen Sie die folgende Zeile in /etc/rc.conf ein:

gnome_enable="YES"

GDM wird nun automatisch gestartet, wenn das System hochfährt.

GNOME kann alternativ auch von der Kommandozeile gestartet werden, wenn eine entsprechend konfigurierte ~/.xinitrc vorliegt. Existiert diese Datei bereits, ersetzen Sie den Aufruf des Window-Managers durch /usr/local/bin/gnome-session. Wenn .xinitrc nicht existiert, erstellen Sie die Datei mit folgendem Befehl:

% echo "exec /usr/local/bin/gnome-session" > ~/.xinitrc

Eine dritte Methode ist, XDM als Display-Manager zu verwenden. In diesem Fall erstellen Sie eine ausführbare ~/.xsession:

% echo "#!/bin/sh" > ~/.xsession
% echo "exec /usr/local/bin/gnome-session" >> ~/.xsession
% chmod +x ~/.xsession

5.7.2. KDE

KDE ist eine weitere, leicht zu benutzende Desktop-Umgebung. Dieser Desktop bietet eine Sammlung von Anwendungen mit einheitlichem Erscheinungsbild (look and feel), einheitlichen Menüs, Werkzeugleisten, Tastenkombinationen, Farbschemata, Internationalisierung und einer zentralen, dialoggesteuerten Desktop-Konfiguration. Weitere Informationen zu KDE finden Sie unter http://www.kde.org/. Spezifische Informationen für FreeBSD finden Sie unter http://freebsd.kde.org.

Um das Paket KDE4 zu installieren, geben Sie ein:

# pkg install x11/kde4

Um KDE stattdessen aus dem Quellcode zu übersetzen, verwenden Sie das folgende Kommando. Bei der Installation wird ein Menü zur Auswahl der Komponenten angezeigt. KDE ist eine große Anwendung, die sogar auf einem schnellen Computer einige Zeit zum Übersetzen benötigt.

# cd /usr/ports/x11/kde4
# make install clean

KDE benötigt ein eingehängtes /proc. Fügen Sie diese Zeile in /etc/fstab ein, um das Dateisystem automatisch beim Systemstart einzuhängen:

proc           /proc       procfs  rw  0   0

KDE benötigt D-Bus und HAL für einen Nachrichtenbus und Hardware Abstraktion. Diese Anwendungen werden automatisch als Abhängigkeiten von KDE installiert. Aktivieren Sie die Dienste in /etc/rc.conf, sodass sie automatisch gestartet werden wenn das System bootet:

dbus_enable="YES"
hald_enable="YES"

Die Installation von KDE beinhaltet den KDE Display-Manager KDM. Um diesen Display-Manager zu aktivieren, fügen Sie folgende Zeile in /etc/rc.conf ein:

kdm4_enable="YES"

Eine zweite Möglichkeit KDE zu starten, ist startx in der Kommandozeile einzugeben. Damit dies funktioniert, wird folgende Zeile in ~/.xinitrc benötigt:

exec /usr/local/bin/startkde

Eine dritte Möglichkeit ist KDE über XDM zu starten. Um dies zu tun, erstellen Sie eine ausführbare ~/.xsession wie folgt:

% echo "#!/bin/sh" > ~/.xsession
% echo "exec /usr/local/bin/startkde" >> ~/.xsession
% chmod +x ~/.xsession

Sobald KDE gestartet wird, finden Sie im integrierten Hilfesystem weitere Informationen zur Benutzung der verschiedenen Menüs und Anwendungen.

5.7.3. Xfce

Xfce ist eine Desktop-Umgebung, basierend auf den von GNOME verwendeten GTK+-Bibliotheken. Es hat einen geringeren Speicherbedarf und stellt dabei einen schlichten, effizienten und einfach zu benutzenden Desktop zur Verfügung. Xfce ist vollständig konfigurierbar, verfügt über eine Programmleiste mit Menüs, Applets und einen Programmstarter. Zudem sind ein Datei-Manager und ein Sound-Manager enthalten und das Programm ist über Themes anpassbar. Da es schnell, leicht und effizient ist, eignet sich Xfce ideal für ältere oder langsamere Rechner mit wenig Speicher. Weitere Informationen zu Xfce finden Sie unter http://www.xfce.org.

Um das Paket Xfce zu installieren, geben Sie folgendes ein:

# pkg install xfce

Um stattdessen den Port zu übersetzen:

# cd /usr/ports/x11-wm/xfce4
# make install clean

Im Gegensatz zu GNOME oder KDE, besitzt Xfce keinen eigenen Login-Manager. Damit Xfce von der Kommandozeile mit startx gestartet werden kann, muss zunächst ein Eintrag in ~/.xinitrc hinzugefügt werden:

% echo "exec /usr/local/bin/startxfce4 --with-ck-launch" > ~/.xinitrc

Alternativ dazu kann XDM verwendet werden. Um diese Methode zu konfigurieren, erstellen Sie eine ausführbare ~/.xsession:

% echo "#!/bin/sh" > ~/.xsession
% echo "exec /usr/local/bin/startxfce4 --with-ck-launch" >> ~/.xsession
% chmod +x ~/.xsession

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