4.9. Shells

FreeBSD stellt mit der Shell eine Kommandozeilen-Schnittstelle zur Verfügung. Eine Shell empfängt Befehle von einem Eingabekanal und führt diese aus. Viele Shells bieten bieten eingebaute Funktionen, die die tägliche Arbeit erleichtern, beispielsweise eine Dateiverwaltung, die Vervollständigung von Dateinamen (Globbing), Kommandozeilen-Editor, sowie Makros und Umgebungsvariablen. FreeBSD enthält die Shells sh (Bourne Shell) und tcsh (verbesserte C-Shell) im Basissystem. Weitere Shells, wie zsh oder bash, befinden sich in der Ports-Sammlung.

Die verwendete Shell ist letztlich eine Frage des Geschmacks. Ein C-Programmierer, findet vielleicht eine C-artige Shell wie tcsh angenehmer. Ein Linux-Benutzer bevorzugt vielleicht bash. Jede Shell hat ihre speziellen Eigenschaften, die mit der bevorzugten Arbeitsumgebung des Benutzers harmonieren kann oder nicht. Deshalb stehen mehrere Shells zur Auswahl.

Ein verbreitetes Merkmal in Shells ist die Dateinamen-Vervollständigung. Nachdem der Benutzer einige Buchstaben eines Kommandos oder eines Dateinamen eingeben hat, vervollständigt die Shell den Rest automatisch durch drücken der Tab-Taste. Angenommen, Sie haben zwei Dateien foobar und foo.bar. Um foo.bar zu löschen, geben Sie folgendes ein: rm fo[Tab].[Tab]

Die Shell sollte dann rm foo[BEEP].bar ausgeben.

[BEEP] meint den Rechner-Piepser, den die Shell ausgibt um anzuzeigen, dass es den Dateinamen nicht vervollständigen konnte, da es mehrere Möglichkeiten gibt. Beide Dateien foobar und foo.bar beginnen mit fo. Nach der Eingabe von . und erneutem drücken der Tab-Taste, war die Shell in der Lage den Rest auszufüllen.

Ein weiteres Merkmal der Shell ist der Gebrauch von Umgebungsvariablen. Dies sind veränderbare Schlüsselpaare im Umgebungsraum der Shell, die jedes von der Shell aufgerufene Programm lesen kann. Daher enthält der Umgebungsraum viele Konfigurationsdaten für Programme. Die folgende Liste zeigt verbreitete Umgebungsvariablen und deren Bedeutung:

VariableBeschreibung
USERName des angemeldeten Benutzers.
PATHListe mit Verzeichnissen (getrennt durch Doppelpunkt) zum Suchen nach Programmen.
DISPLAYDer Name des Xorg-Bildschirms, auf dem Ausgaben erfolgen sollen.
SHELLDie aktuelle Shell.
TERMName des Terminaltyps des Benutzers. Benutzt, um die Fähigkeiten des Terminals zu bestimmen.
TERMCAPDatenbankeintrag der Terminal Escape Codes, benötigt um verschieden Terminalfunktionen auszuführen.
OSTYPETyp des Betriebssystems.
MACHTYPEDie CPU-Architektur des Systems.
EDITORVom Benutzer bevorzugter Text-Editor.
PAGERVom Benutzer bevorzugter Text-Betrachter.
MANPATHListe mit Verzeichnissen (getrennt durch Doppelpunkt) zum Suchen nach Manualpages.

Das Setzen von Umgebungsvariablen unterscheidet sich von Shell zu Shell. In tcsh und csh wird dazu setenv benutzt. sh und bash benutzen export um Umgebungsvariablen zu setzen. Dieses Beispiel für die tcsh-Shell setzt die Variable EDITOR auf /usr/local/bin/emacs:

% setenv EDITOR /usr/local/bin/emacs

Der entsprechende Befehl für bash wäre:

% export EDITOR="/usr/local/bin/emacs"

Um eine Umgebungsvariable zu expandieren, geben Sie in der Kommandozeile das Zeichen $ vor dessen Namen ein. Zum Beispiel gibt echo $TERM den aktuellen Wert von$TERM aus.

Shells behandeln Spezialzeichen, so genannte Metazeichen, als besondere Darstellungen für Daten. Das häufigste Zeichen ist *, das eine beliebige Anzahl Zeichen in einem Dateinamen repräsentiert. Metazeichen können zur Vervollständigung von Dateinamen (Globbing) benutzt werden. Beispielsweise liefert echo * nahezu das gleiche wie ls, da die Shell alle Dateinamen die mit * übereinstimmen, an echo weitergibt.

Um zu verhindern, dass die Shell ein Sonderzeichen interpretiert, schützt man es, indem man einen Backslash (\) voranstellt. Zum Beispiel zeigt echo $TERM die Einstellung des Terminals an, wohingegen echo \$TERM einfach die Zeichenfolge $TERM ausgibt.

4.9.1. Ändern der Shell

Der einfachste Weg die Standard Shell zu ändern, ist chsh zu benutzen. chsh startet den Editor, welcher durch die Umgebungsvariable EDITOR gesetzt ist. Standardmäßig ist dies vi. Tragen Sie in die Zeile die mit Shell: beginnt, den absoluten Pfad der neuen Shell ein.

Alternativ setzt chsh -s die Shell, ohne dabei einen Editor aufzurufen. Um die Shell zum Beispiel auf bash zu ändern, geben Sie folgenden Befehl ein:

% chsh -s /usr/local/bin/bash

Anmerkung:

Die neue Shell muss in /etc/shells aufgeführt sein. Wurde die Shell aus der Ports-Sammlung installiert, sollte sie automatisch zu dieser Datei hinzugefügt worden sein. Wenn der Eintrag fehlt, nutzen Sie folgenden Befehl, und ersetzen Sie den Pfad mit dem Pfad zur gewünschten Shell:

# echo "/usr/local/bin/bash" >> /etc/shells

Danach können Sie chsh aufrufen.

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