28.3. E-Mail Komponenten

Es gibt fünf größere Komponenten die am Austausch von E-Mails beteiligt sind: der Mail User Agent (MUA), der Mail Transfer Agent (MTA), der Mail Host, ein entferntes oder lokales Postfach, sowie DNS. Dieser Abschnitt enthält eine Übersicht über diese Komponenten.

Mail User Agent (MUA)

Der Mail User Agent (MUA) ist das Benutzerprogramm zum Verfassen, Senden und Empfangen von E-Mails. Diese Anwendung kann ein Kommandozeilenprogramm sein, wie das in FreeBSD enthaltene Programm mail, oder ein Programm aus der Ports-Sammlung wie beispielsweise mutt, alpine oder elm. In der Ports-Sammlung sind auch dutzende von grafischen Programmen verfügbar, darunter ClawsMail, Evolution und Thunderbird. Einige Unternehmen bieten auch ein Web-Mail-Programm an, das über einen Webbrowser verwaltet werden kann. Weitere Informationen zur Installation und Verwendung von MUAs unter FreeBSD finden Sie im Abschnitt 28.11, „E-Mail-Programme“.

Mail Transfer Agent (MTA)

Der Mail Transfer Agent (MTA) ist ein E-Mail-Server Daemon, welcher für dem Empfang von eingehenden E-Mails und für den Versand von ausgehenden E-Mails verantwortlich ist. FreeBSD wird mit Sendmail als Standard-MTA ausgeliefert, aber es unterstützt auch weitere E-Mail-Server, darunter Exim, Postfix und qmail. Die Konfiguration von Sendmail wird im Abschnitt 28.4, „Sendmail-Konfigurationsdateien“ beschrieben. Wenn Sie einen anderen MTA aus der Ports-Sammlung installieren, lesen Sie die Nachrichten die nach der Installation der Anwendung ausgegeben werden, wenn Sie FreeBSD spezifische Informationen benötigen. Allgemeine Informationen zur Konfiguration finden Sie in der Regel auf der Webseite des Herstellers.

Mail Host und Postfächer

Der Mail Host ist für die Zustellung und das Empfangen von E-Mails für den Rechner oder eines Netzwerks zuständig. Der Mail Host empfängt alle E-Mails für eine Domäne und speichert diese entweder im voreingestellten mbox-Format, oder im Maildir-Format. Diese E-Mails können lokal mit einem Benutzerprogramm MUA gelesen werden. Mithilfe von Protokollen wie POP oder IMAP können die E-Mails auch von entfernten Rechnern gelesen werden. Wenn die E-Mails direkt auf dem Mail Host gelesen werden, wird kein POP- oder IMAP-Server benötigt.

Um auf entfernte Postfächer zuzugreifen, wird ein Zugang zu einem POP- oder IMAP-Server benötigt. Beide Protokolle ermöglichen es Benutzern, auf ein entferntes Postfach zuzugreifen. IMAP bietet gegenüber POP einige Vorteiler. Dazu zählt die Fähigkeit eine Kopie aller Nachrichten auf einem entfernten Server zu speichern, sowie gleichzeitig ablaufende Aktualisierungen. IMAP kann auch über langsame Verbindungen nützlich sein, da nicht gleich die komplette Nachricht heruntergeladen wird. Weiterhin können E-Mails auf dem Server durchsucht werden, was den Datenverkehr zwischen Clients und dem Server minimiert.

Die Ports-Sammlung enthält einige POP- und IMAP-Server, darunter mail/qpopper, mail/imap-uw, mail/courier-imap und mail/dovecot2.

Warnung:

Beachten Sie, dass sowohl POP als auch IMAP Daten, wie den Benutzernamen und das Passwort, im Klartext übertragen. Um die Übermittlung von Daten über diese Protokolle zu schützen, können Sie Sitzungen über ssh(1) (Abschnitt 14.8.8, „SSH-Tunnel“) tunneln oder SSL (Abschnitt 14.6, „OpenSSL“) verwenden.

Domain Name System (DNS)

Das Domain Name System (DNS) und sein Daemon named spielen eine große Rolle bei der Auslieferung von E-Mails. Um E-Mails auszuliefern, fragt der MTA im DNS den Rechner ab, der E-Mails für das Zielsystem entgegennimmt. Der gleiche Vorgang läuft ab, wenn eine E-Mail von einem entfernten Server zum MTA zugestellt wird.

Im DNS werden Rechnernamen auf IP-Adressen abgebildet. Daneben werden spezielle Informationen für das Mail-System gespeichert, die MX-Einträge (MX record) genannt werden. Der MX-Eintrag (von Mail eXchanger) gibt an, welche Rechner E-Mails für eine Domäne annehmen.

Mit host(1) können die MX-Einträge für eine Domäne abgefragt werden:

# host -t mx FreeBSD.org
FreeBSD.org mail is handled by 10 mx1.FreeBSD.org

Weitere Informationen zu DNS und dessen Konfiguration finden Sie im Abschnitt 29.7, „Domain Name System (DNS)“.

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