15.5. Mehrere Jails aktualisieren

Beigetragen von Daniel Gerzo.
Basierend auf einer Idee von Simon L. B. Nielsen.
Artikel geschrieben von Ken Tom.

Die Verwaltung von mehreren Jails kann problematisch sein, da jede Jail bei jedem Upgrade komplett neu gebaut werden muss. Dieser Prozess kann sehr zeitaufwändig sein, wenn eine große Anzahl von Jails erstellt oder manuell aktualisiert werden müssen.

Dieser Abschnitt beschreibt eine Methode zur Lösung dieses Problems, indem so viel wie möglich zwischen Jails, auf sichere Art und Weise, durch den Einsatz von mount_nullfs(8)-Mounts geteilt wird. Dadurch werden Aktualisierungen erleichtert und das Verteilen von verschiedenen Diensten, wie HTTP, DNS und SMTP, auf verschiedene Jails wird attraktiver. Außerdem bietet dieses Verfahren einen einfachen Weg, Jails zu erstellen, zu entfernen und zu aktualisieren.

Anmerkung:

Es existieren auch einfachere Lösungen, wie zum Beispiel ezjail, das einfachere Methoden zur Administration von Jails verwendet und daher nicht so anspruchsvoll ist, wie der hier beschriebene Aufbau. ezjail wird in Abschnitt 15.6, „Verwaltung von Jails mit ezjail ausführlich behandelt.

Die Ziele des in diesem Abschnitt beschriebenen Aufbaus sind:

Dieses Design ist darauf angewiesen, dass eine read-only-Hauptvorlage in jede Jail hinein gemountet wird und dass jede Jail über wenigstens ein beschreibbares Gerät verfügt. Das Gerät kann hierbei eine separate physikalische Platte oder ein vnode unterstütztes Speichergerät sein. Im folgenden Beispiel wird ein read/write nullfs-Mount genutzt.

Das Layout des Dateisystems ist wie folgt:

15.5.1. Erstellen der Vorlage

Dieser Abschnitt beschreibt die Schritte, die zum Erstellen der Hauptvorlage notwendig sind.

Es wird empfohlen, zunächst das FreeBSD Host-System nach den Anweisungen in Abschnitt 24.7, „Das komplette Basissystem neu bauen“ auf den aktuellen -RELEASE-Zweig zu aktualisieren. Darüber hinaus verwendet diese Vorlage sysutils/cpdup, sowie portsnap zum herunterladen der FreeBSD Ports-Sammlung.

  1. Zuerst erstellen wir eine Verzeichnissstruktur für das read-only-Dateisystem, das die FreeBSD-Binärdateien für die Jails enthalten wird. Anschließend wechseln wir in den FreeBSD-Quellcodebaum und installieren das read-only-Dateisystem in die (Vorlage-)Jail.

    # mkdir /home/j /home/j/mroot
    # cd /usr/src
    # make installworld DESTDIR=/home/j/mroot
  2. Als nächstes bereiten wir die Ports-Sammlung für die Jails vor und kopieren den FreeBSD Quellcodebaum in die Jail, da dieser für mergemaster benötigt wird:

    # cd /home/j/mroot
    # mkdir usr/ports
    # portsnap -p /home/j/mroot/usr/ports fetch extract
    # cpdup /usr/src /home/j/mroot/usr/src
  3. Danach wird die Struktur für den read/write-Bereich des Systems erstellt:

    # mkdir /home/j/skel /home/j/skel/home /home/j/skel/usr-X11R6 /home/j/skel/distfiles
    # mv etc /home/j/skel
    # mv usr/local /home/j/skel/usr-local
    # mv tmp /home/j/skel
    # mv var /home/j/skel
    # mv root /home/j/skel
  4. Nutzen Sie mergemaster, um fehlende Konfigurationsdateien zu installieren. Anschließend werden die von mergemaster erstellten Extra-Verzeichnisse entfernt:

    # mergemaster -t /home/j/skel/var/tmp/temproot -D /home/j/skel -i
    # cd /home/j/skel
    # rm -R bin boot lib libexec mnt proc rescue sbin sys usr dev
  5. Nun wird das read/write-Dateisystem mit dem read-only-Dateisystem verlinkt. Vergewissern Sie sich, dass die symbolischen Links an den korrekten s/ Positionen erstellt werden, weil echte Verzeichnisse oder an falschen Positionen erstellte Verzeichnisse die Installation fehlschlagen lassen.

    # cd /home/j/mroot
    # mkdir s
    # ln -s s/etc etc
    # ln -s s/home home
    # ln -s s/root root
    # ln -s s/usr-local usr/local
    # ln -s s/usr-X11R6 usr/X11R6
    # ln -s s/distfiles usr/ports/distfiles
    # ln -s s/tmp tmp
    # ln -s s/var var
  6. Zuletzt erstellen Sie eine allgemeine /home/j/skel/etc/make.conf mit folgendem Inhalt:

    WRKDIRPREFIX?=  /s/portbuild

    Dies erlaubt es, die FreeBSD-Ports innerhalb jeder Jail zu kompilieren. Das Ports-Verzeichnis ist Teil des read-only System. Der angepasste Pfad des WRKDIRPREFIX macht es möglich, innerhalb des read/write-Bereichs der Jail Ports zu bauen.

15.5.2. Jails erstellen

Die Jailvorlage kann nun verwendet werden, um die Jails einzurichten und in /etc/rc.conf zu konfigurieren. In diesem Beispiel werden drei Jails erstellt: NS, MAIL und WWW.

  1. Fügen Sie die folgenden Zeilen in /etc/fstab ein, damit die read-only-Vorlage und der read/write-Bereich für alle Jails verfügbar sind:

    /home/j/mroot   /home/j/ns     nullfs  ro  0   0
    /home/j/mroot   /home/j/mail   nullfs  ro  0   0
    /home/j/mroot   /home/j/www    nullfs  ro  0   0
    /home/js/ns     /home/j/ns/s   nullfs  rw  0   0
    /home/js/mail   /home/j/mail/s nullfs  rw  0   0
    /home/js/www    /home/j/www/s  nullfs  rw  0   0

    Um zu verhindern, dass fsck die nullfs-Mounts während des Bootens überprüft oder dass dump die Mounts sichert, müssen die letzten beiden Spalten auf 0 gesetzt werden.

  2. Konfigurieren Sie die Jails in /etc/rc.conf:

    jail_enable="YES"
    jail_set_hostname_allow="NO"
    jail_list="ns mail www"
    jail_ns_hostname="ns.example.org"
    jail_ns_ip="192.168.3.17"
    jail_ns_rootdir="/usr/home/j/ns"
    jail_ns_devfs_enable="YES"
    jail_mail_hostname="mail.example.org"
    jail_mail_ip="192.168.3.18"
    jail_mail_rootdir="/usr/home/j/mail"
    jail_mail_devfs_enable="YES"
    jail_www_hostname="www.example.org"
    jail_www_ip="62.123.43.14"
    jail_www_rootdir="/usr/home/j/www"
    jail_www_devfs_enable="YES"

    Die Variable jail_name_rootdir zeigt nach /usr/home statt nach /home, da der physikalische Pfad von /home unter FreeBSD /usr/home lautet. Die Variable jail_name_rootdir darf im Pfad aber keinen symbolischen Link enthalten, weil die Jail ansonsten nicht gestartet werden kann.

  3. Erstellen Sie die notwendigen Mountpunkte für die nur lesbaren Bereiche jeder Jail:

    # mkdir /home/j/ns /home/j/mail /home/j/www
  4. Installieren Sie mit sysutils/cpdup die read/write-Vorlage in jede Jail:

    # mkdir /home/js
    # cpdup /home/j/skel /home/js/ns
    # cpdup /home/j/skel /home/js/mail
    # cpdup /home/j/skel /home/js/www
  5. An dieser Stelle werden die Jails erstellt und für den Betrieb vorbereitet. Mounten Sie zuerst die notwendigen Dateisysteme für jede Jail. Danach starten Sie die Jails:

    # mount -a
    # service jail start

Die Jails sollten nun laufen. Um zu prüfen, ob sie korrekt gestartet wurden, verwenden Sie jls. Die Ausgabe sollte ähnlich der folgenden sein:

# jls
   JID  IP Address      Hostname                      Path
     3  192.168.3.17    ns.example.org                /home/j/ns
     2  192.168.3.18    mail.example.org              /home/j/mail
     1  62.123.43.14    www.example.org               /home/j/www

An diesem Punkt sollte es möglich sein, sich an jeder Jail anzumelden, Benutzer anzulegen und Dienste zu konfigurieren. Die Spalte JID gibt die Jail-Identifikationsnummer jeder laufenden Jail an. Nutzen Sie den folgenden Befehl, um administrative Aufgaben in der Jail mit der JID 3 durchzuführen:

# jexec 3 tcsh

15.5.3. Jails aktualisieren

Das Design dieses Aufbaus bietet einen einfachen Weg, bestehende Jails zu aktualisieren, während die Ausfallzeiten minimiert werden. Außerdem bietet es die Möglichkeit, zu älteren Versionen zurückzukehren, falls irgendwelche Probleme auftreten.

  1. Im ersten Schritt wird das Host-System aktualisiert. Anschließend wird eine temporäre neue read-only Vorlage /home/j/mroot2 erstellt.

    # mkdir /home/j/mroot2
    # cd /usr/src
    # make installworld DESTDIR=/home/j/mroot2
    # cd /home/j/mroot2
    # cpdup /usr/src usr/src
    # mkdir s

    installworld erzeugt einige unnötige Verzeichnisse, die nun entfernt werden sollten:

    # chflags -R 0 var
    # rm -R etc var root usr/local tmp
  2. Erzeugen Sie neue symbolische Links für das Hauptdateisystem:

    # ln -s s/etc etc
    # ln -s s/root root
    # ln -s s/home home
    # ln -s ../s/usr-local usr/local
    # ln -s ../s/usr-X11R6 usr/X11R6
    # ln -s s/tmp tmp
    # ln -s s/var var
  3. Nun können die Jails gestoppt werden:

    # service jail stop
  4. Hängen Sie die originalen Dateisysteme aus, da die read/write-Systeme an das read-only System (/s) angeschlossen sind:

    # umount /home/j/ns/s
    # umount /home/j/ns
    # umount /home/j/mail/s
    # umount /home/j/mail
    # umount /home/j/www/s
    # umount /home/j/www
  5. Verschieben Sie das alte read-only-Dateisystem und ersetzen Sie es durch das neue Dateisystem. Das alte Dateisystem kann so als Backup dienen, falls etwas schief geht. Die Namensgebung entspricht hier derjenigen bei der Erstellung eines neuen read-only-Dateisystems. Verschieben Sie die originale FreeBSD Ports-Sammlung in das neue Dateisystem, um Platz und Inodes zu sparen:

    # cd /home/j
    # mv mroot mroot.20060601
    # mv mroot2 mroot
    # mv mroot.20060601/usr/ports mroot/usr
  6. Nun ist die neue read-only-Vorlage fertig. Sie müssen daher nur noch die Dateisysteme erneut mounten und die Jails starten:

    # mount -a
    # service jail start

Nutzen Sie jls um zu prüfen, ob die Jails korrekt gestartet wurden. Führen Sie innerhalb jeder Jail mergemaster aus, damit die Konfigurationsdateien aktualisiert werden.

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